{"id":63724,"date":"2014-11-12T16:32:28","date_gmt":"2014-11-12T14:32:28","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63724"},"modified":"2014-11-12T16:32:28","modified_gmt":"2014-11-12T14:32:28","slug":"vi-b-38-14-gesamtwuerdigung-aller-umstaende-des-einzelfalls-bei-ermittlung-des-lebensmittelpunktes-eines-arbeitnehmers-verfahrensmangel-durch-uebergehen-eines-beweisantrags","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-38-14-gesamtwuerdigung-aller-umstaende-des-einzelfalls-bei-ermittlung-des-lebensmittelpunktes-eines-arbeitnehmers-verfahrensmangel-durch-uebergehen-eines-beweisantrags\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;38\/14 &#8211; Gesamtw&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls bei Ermittlung des Lebensmittelpunktes eines Arbeitnehmers &#8211; Verfahrensmangel durch &Uuml;bergehen eines Beweisantrags"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.8.2014, VI B 38\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Gesamtw&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls bei Ermittlung des Lebensmittelpunktes eines Arbeitnehmers &#8211; Verfahrensmangel durch &Uuml;bergehen eines Beweisantrags<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Im finanzgerichtlichen Verfahren stritten die Beteiligten um die einkommensteuerliche Anerkennung von Kosten einer doppelten Haushaltsf&uuml;hrung als Werbungskosten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der 1978 geborene Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erkl&auml;rte im Rahmen seiner Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr (2006) Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. Dabei machte er Werbungskosten f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte, f&uuml;r Telekommunikation sowie f&uuml;r doppelte Haushaltsf&uuml;hrung geltend. Zur doppelten Haushaltsf&uuml;hrung erkl&auml;rte er 44 Familienheimfahrten und machte Unterkunftskosten am Besch&auml;ftigungsort in A geltend; dazu erl&auml;uterte er, zu 75&nbsp;% teilzeitbesch&auml;ftigt zu sein, an 177 Tagen in A gearbeitet zu haben und an 44 Wochen jeweils am Donnerstag in seinen 268&nbsp;km entfernt liegenden Heimatort B gefahren zu sein. Sonntagabends sei er jeweils wieder nach A gefahren. Er habe in A zum 1.&nbsp;Oktober 2005 eine zeitlich befristete Stelle zum Abschluss seiner Promotion angetreten und dort eine 50&nbsp;qm gro&szlig;e Wohnung, bestehend aus zwei Zimmern, Abstellkammer, K&uuml;che, Flur, WC und Dusche gemietet. Sein Lebensmittelpunkt sei aber weiterhin in B, dort wohnten Eltern, Bruder, Tante und Onkel. Im Elternhaus habe er die Dachgeschosswohnung bestehend aus Wohn-\/Schlafzimmer, Bad gemietet. In B habe er auch weiterhin seinen Freundeskreis unterhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) lie&szlig; die Aufwendungen f&uuml;r die doppelte Haushaltsf&uuml;hrung unber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Klageverfahren wiederholte der Kl&auml;ger sein Vorbringen, dass sich sein Lebensmittelpunkt weiterhin in B befinde, dass der Aufenthalt in A vor&uuml;bergehend sei und es keine Anhaltspunkte f&uuml;r eine Verlagerung des Lebensmittelpunkts nach A gebe. Auf der Grundlage einer Aufkl&auml;rungsanordnung des Finanzgerichts (FG) legte der Kl&auml;ger weitere Unterlagen vor und beantragte unter anderem zum Beweis f&uuml;r das &uuml;berwiegende Verbringen der Wochenenden in B seinen Vater, im Schriftsatz namentlich und mit Anschrift benannt, dazu als Zeugen zu h&ouml;ren. Diesen Antrag wiederholte der Kl&auml;ger ausweislich des Protokolls der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 27.&nbsp;Januar 2014 ausdr&uuml;cklich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wies die Klage mit Urteil vom 27.&nbsp;Januar 2014 ab. Es f&uuml;hrte unter Bezugnahme auf das Urteil des beschlie&szlig;enden Senats vom 16.&nbsp;Januar 2013 VI&nbsp;R&nbsp;46\/12 (BFHE 240, 241, BStBl II 2013, 627) unter anderem aus, dass bei einem ledigen Arbeitnehmer, je l&auml;nger die Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit dauere, immer mehr daf&uuml;r spreche, dass der Mittelpunkt der Lebensinteressen an den Besch&auml;ftigungsort verlagert wurde und die Heimatwohnung nur noch f&uuml;r Besuchszwecke vorgehalten werde. Entspreche die Wohnsituation am Heimatort der Wohnung am Besch&auml;ftigungsort in Gr&ouml;&szlig;e und Ausstattung, sei dies ein wesentliches Indiz daf&uuml;r, dass der Mittelpunkt der Lebensf&uuml;hrung nicht an den Besch&auml;ftigungsort verlegt worden sei, sondern der Haupthausstand dort fortgef&uuml;hrt werde. Bedeutsam sei auch die Dauer des Aufenthalts am Besch&auml;ftigungsort, die Entfernung beider Wohnungen sowie die Zahl der Heimfahrten und der Umstand, zu welchem Wohnort die engeren pers&ouml;nlichen Beziehungen best&uuml;nden. Das FG gelangte danach zu der W&uuml;rdigung, dass bei objektiver Betrachtung die Wohnung am Besch&auml;ftigungsort A nicht nur die Schlafst&auml;tte sei. Der Kl&auml;ger habe nicht nachweisen k&ouml;nnen, dass sich sein Lebensmittelpunkt im Streitjahr in B befunden habe. Er habe auch nicht glaubhaft darlegen k&ouml;nnen, wie oft er tats&auml;chlich nach B gefahren sei. Das FG lehnte die Zeugeneinvernahme des Vaters des Kl&auml;gers ab, weil der Kl&auml;ger kein konkretes Beweisthema genannt und im Einzelfall nicht angegeben habe, welche konkreten Tatsachen durch den Vater h&auml;tten bezeugt werden sollen. Nach &sect;&nbsp;82 der Finanzgerichtsordnung (FGO) i.V.m. &sect;&nbsp;373 der Zivilprozessordnung (ZPO) werde der Zeugenbeweis durch die Bezeichnung der Tatsachen angetreten, &uuml;ber welche die Vernehmung der Zeugen stattfinden solle. Das FG sei nicht verpflichtet, unsubstantiierten Beweisantr&auml;gen nachzugehen. Das FG hat die Revision nicht zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger wendet sich dagegen mit der Nichtzulassungsbeschwerde. Er macht mit der Beschwerde Verfahrensm&auml;ngel i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO geltend. Das FG habe einen entscheidungserheblichen Beweisantrag &uuml;bergangen und den Sachverhalt unzureichend aufgekl&auml;rt und wesentliche Bestandteile der Akte nicht vollst&auml;ndig und einwandfrei ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet. Die Vorentscheidung beruht auf einem Verfahrensmangel i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO. Das angefochtene finanzgerichtliche Urteil wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO aufgehoben und der Rechtsstreit zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckverwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat den entscheidungserheblichen Sachverhalt nicht vollst&auml;ndig aufgekl&auml;rt und damit gegen &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO versto&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO hat das FG den Sachverhalt von Amts wegen zu erforschen und gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;81 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO die erforderlichen Beweise zu erheben. Dabei hat es den entscheidungserheblichen Sachverhalt so vollst&auml;ndig wie m&ouml;glich und bis zur Grenze des Zumutbaren, d.h. unter Ausnutzung aller verf&uuml;gbaren Beweismittel aufzukl&auml;ren. Von den Verfahrensbeteiligten angebotene Beweise muss das FG grunds&auml;tzlich erheben, wenn es einen Verfahrensmangel vermeiden will (vgl. auch Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 21.&nbsp;Dezember 2005 I&nbsp;B&nbsp;249\/04, BFH\/NV 2006, 780). Auf die beantragte Beweiserhebung kann es im Regelfall nur verzichten, wenn das Beweismittel f&uuml;r die zu treffende Entscheidung unerheblich ist, wenn die in Frage stehende Tatsache zugunsten des Beweisf&uuml;hrenden als wahr unterstellt werden kann, wenn das Beweismittel unerreichbar ist oder wenn das Beweismittel unzul&auml;ssig oder absolut untauglich ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsentscheidungen vom 13.&nbsp;November 2007 VI&nbsp;B&nbsp;100\/07, BFH\/NV 2008, 219; vom 1.&nbsp;Februar 2007 VI&nbsp;B&nbsp;124\/06, BFH\/NV 2007, 956; vom 16.&nbsp;November 2005 VI&nbsp;R&nbsp;71\/99, BFH\/NV 2006, 753; jeweils m.w.N.). Ferner ist das FG nicht verpflichtet, unsubstantiierten Beweisantr&auml;gen nachzugehen (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 2.&nbsp;August 2006 IX&nbsp;B&nbsp;58\/06, BFH\/NV 2006, 2117; vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2006 XI&nbsp;B&nbsp;79\/05, BFH\/NV 2006, 1132; vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2005 X&nbsp;B&nbsp;66\/04, BFH\/NV 2005, 1339; BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Juni 1988 VII&nbsp;R&nbsp;135\/85, BFHE 153, 393, BStBl II 1988, 841).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesem Rechtsma&szlig;stab h&auml;tte das FG den schon schrifts&auml;tzlich angebotenen und in der m&uuml;ndlichen Verhandlung erneut beantragten Zeugenbeweis zu der Frage erheben m&uuml;ssen, ob der Kl&auml;ger seinen Lebensmittelpunkt noch in B gehabt habe und dazu den als Zeugen benannten Vater des Kl&auml;gers h&ouml;ren m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine doppelte Haushaltsf&uuml;hrung liegt nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes vor, wenn der Arbeitnehmer au&szlig;erhalb des Ortes, in dem er einen eigenen Hausstand unterh&auml;lt, besch&auml;ftigt ist und auch am Besch&auml;ftigungsort wohnt. Zwischen dem Wohnen in einer Zweitwohnung am Besch&auml;ftigungsort und dem Unterhalten eines eigenen Hausstandes au&szlig;erhalb dieses Ortes ist zu unterscheiden. Mit dem &quot;Hausstand&quot; ist der Ersthaushalt (Hauptwohnung) umschrieben, an dem sich der Arbeitnehmer &#8211;abgesehen von den Zeiten der Arbeitst&auml;tigkeit und ggf. Urlaubsfahrten&#8211; regelm&auml;&szlig;ig aufh&auml;lt, den er fortw&auml;hrend nutzt und von dem aus er sein Privatleben f&uuml;hrt, also seinen Lebensmittelpunkt hat. Das Vorhalten einer Wohnung au&szlig;erhalb des Besch&auml;ftigungsortes f&uuml;r gelegentliche Besuche oder f&uuml;r Ferienaufenthalte ist dagegen nicht als Unterhalten eines Hausstandes zu werten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ob die au&szlig;erhalb des Besch&auml;ftigungsortes liegende Wohnung des Arbeitnehmers als dessen Lebensmittelpunkt anzusehen ist und deshalb dessen Hausstand darstellt, ist anhand einer Gesamtw&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalles festzustellen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Senatsurteile vom 22.&nbsp;Februar 2001 VI&nbsp;R&nbsp;192\/97, BFH\/NV 2001, 1111; vom 9.&nbsp;August 2007 VI&nbsp;R&nbsp;10\/06, BFHE 218, 380, BStBl II 2007, 820; jeweils m.w.N.). Dementsprechend erfordert die Entscheidung &uuml;ber den Lebensmittelpunkt eine tatrichterliche W&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalles, die sich aus einer Zusammenschau mehrerer Einzeltatsachen ergibt (u.a. Verh&auml;ltnisse des Steuerpflichtigen, Art und Intensit&auml;t der sozialen Kontakte, Vereinszugeh&ouml;rigkeiten und andere Aktivit&auml;ten). Eine Pflicht zur Angabe aller dieser Einzeltatsachen in einem Beweisantrag w&uuml;rde eine &uuml;berspitzte Anforderung an die Zul&auml;ssigkeit des Beweisantrags darstellen (vgl. hierzu ausf&uuml;hrlich zuletzt BFH-Beschluss vom 1.&nbsp;Februar 2007 VI&nbsp;B&nbsp;118\/04, BFHE 216, 409, BStBl II 2007, 538, m.w.N.). Die Angaben des Kl&auml;gers waren mithin entgegen der Auffassung des FG auch hinreichend substantiiert und ausreichend bestimmt, um dem Gericht eine Grundlage f&uuml;r seine Beweiserhebung zu geben, n&auml;mlich den &quot;Gegenstand der Vernehmung&quot; (&sect;&nbsp;377 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 ZPO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der vom Kl&auml;ger gestellte Beweisantrag war auch entscheidungserheblich. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das FG bei ordnungsgem&auml;&szlig;er Behandlung des Beweisantrags zu einem anderen Ergebnis in der Sache gelangt w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Senat h&auml;lt es f&uuml;r angezeigt, im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO zu verfahren. Er hebt deshalb das Urteil der Vorinstanz auf und verweist die Sache an das FG zur&uuml;ck, damit dieses die erforderlichen Feststellungen nachholen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Entscheidung &uuml;ber die Kosten wird nach &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO dem FG &uuml;bertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.8.2014, VI B 38\/14 Gesamtw&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls bei Ermittlung des Lebensmittelpunktes eines Arbeitnehmers &#8211; Verfahrensmangel durch &Uuml;bergehen eines Beweisantrags Tatbestand 1&nbsp; I. Im finanzgerichtlichen Verfahren stritten die Beteiligten um die einkommensteuerliche Anerkennung von Kosten einer doppelten Haushaltsf&uuml;hrung als Werbungskosten. 2&nbsp; Der 1978 geborene Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erkl&auml;rte im Rahmen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-38-14-gesamtwuerdigung-aller-umstaende-des-einzelfalls-bei-ermittlung-des-lebensmittelpunktes-eines-arbeitnehmers-verfahrensmangel-durch-uebergehen-eines-beweisantrags\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;B&nbsp;38\/14 &#8211; Gesamtw&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls bei Ermittlung des Lebensmittelpunktes eines Arbeitnehmers &#8211; Verfahrensmangel durch &Uuml;bergehen eines Beweisantrags<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-63724","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63724","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63724"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63724\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63724"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63724"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63724"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}