{"id":63846,"date":"2015-01-09T07:38:01","date_gmt":"2015-01-09T05:38:01","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63846"},"modified":"2015-01-09T07:38:01","modified_gmt":"2015-01-09T05:38:01","slug":"xi-r-14-12-kindergeld-pruefung-der-ausbildungswilligkeit-eines-volljaehrigen-kindes-bei-nichtannahme-eines-angebotenen-studienplatzes-zurueckverweisung-wegen-unzureichender-feststellungen-des-fg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-14-12-kindergeld-pruefung-der-ausbildungswilligkeit-eines-volljaehrigen-kindes-bei-nichtannahme-eines-angebotenen-studienplatzes-zurueckverweisung-wegen-unzureichender-feststellungen-des-fg\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;14\/12 &#8211; Kindergeld: Pr&uuml;fung der Ausbildungswilligkeit eines vollj&auml;hrigen Kindes bei Nichtannahme eines angebotenen Studienplatzes &#8211; Zur&uuml;ckverweisung wegen unzureichender Feststellungen des FG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.8.2014, XI R 14\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeld: Pr&uuml;fung der Ausbildungswilligkeit eines vollj&auml;hrigen Kindes bei Nichtannahme eines angebotenen Studienplatzes &#8211; Zur&uuml;ckverweisung wegen unzureichender Feststellungen des FG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist der Vater der 1987 geborenen A, die sich vor dem streitbefangenen Zeitraum von August bis Oktober 2009 (Streitzeitraum) vergeblich um eine Ausbildungsstelle bei der Polizei bem&uuml;ht hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A bewarb sich anschlie&szlig;end bei insgesamt 15&nbsp;Universit&auml;ten\/ Fachhochschulen um einen Studienplatz f&uuml;r das Wintersemester 2009\/2010. Am 21.&nbsp;Juli 2009 erhielt A eine Eingangsbest&auml;tigung f&uuml;r ihre Bewerbungsunterlagen an der Hochschule B f&uuml;r den internationalen Studiengang &quot;Management im Handel&quot; mit dem Abschluss &quot;Bachelor of Arts&quot;. Sie konnte jedoch die hierf&uuml;r geforderte Voraussetzung einer abgeschlossenen Berufsausbildung nicht erf&uuml;llen. Ferner erhielt A einen Zulassungsbescheid der Fachhochschule (FH) C f&uuml;r angewandte Wissenschaft und Kunst f&uuml;r den Bachelor-Studiengang &quot;Immobilienwirtschaft und -management&quot;, datiert auf den 20.&nbsp;Juli 2009. Der Zulassungsbescheid enthielt eine Annahmefrist bis zum 1.&nbsp;August 2009, die ergebnislos verstrich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daneben erhielt A mit Schreiben vom 10.&nbsp;Juli 2009 eine Zusage der Universit&auml;t D f&uuml;r einen Studienplatz im Fachbereich Rechtswissenschaften. Danach bestand die M&ouml;glichkeit, sich sp&auml;testens zum Beginn des Wintersemesters 2009\/2010 im Oktober 2009 dort einzuschreiben, was A unterlie&szlig;. F&uuml;r die weiteren Bewerbungen um einen Studienplatz erhielt A im Juli\/August 2009 ablehnende Bescheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Monaten August bis Dezember 2009 war A in einem Hotel als Aushilfe t&auml;tig. Ausweislich des vorgelegten Einkommensteuerbescheides 2009 betrugen ihre Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit im Jahr 2009 insgesamt 5.706&nbsp;EUR. Nach einem Praktikum im Sommer 2010 nahm A schlie&szlig;lich am 1.&nbsp;M&auml;rz 2011 ein Studium an der Hochschule E f&uuml;r den Bachelor-Studiengang &quot;Internationale Betriebswirtschaft und Management&quot; auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 6.&nbsp;November 2009 hob die fr&uuml;here Beklagte und Revisionskl&auml;gerin (Familienkasse) die Festsetzung des Kindergeldes ab August 2009 auf und forderte Kindergeld in H&ouml;he von 656&nbsp;EUR zur&uuml;ck. Der hiergegen eingelegte Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage &uuml;berwiegend statt und verpflichtete die Familienkasse, Kindergeld f&uuml;r den Zeitraum August bis Oktober 2009 festzusetzen. Im &Uuml;brigen wies es die Klage ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte das FG aus, in den Monaten August bis Oktober 2009 h&auml;tten die Voraussetzungen f&uuml;r die Kindergeldgew&auml;hrung vorgelegen. In diesem Zeitraum habe A eine Berufsausbildung mangels eines Ausbildungsplatzes nicht beginnen k&ouml;nnen (&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz 1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;). Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung erfordere die Ber&uuml;cksichtigung eines Kindes gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz 1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c EStG, dass sich das Kind ernsthaft um einen Ausbildungsplatz bem&uuml;ht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A habe zwar die Annahmefrist f&uuml;r den von der FH C angebotenen Studienplatz verstreichen lassen und &#8211;nach Erhalt von Ablehnungsbescheiden aller Parallelbewerbungen&#8211; auch den von der Universit&auml;t D angebotenen Studienplatz im Bereich Rechtswissenschaften nicht angenommen. Gleichwohl stelle dies die Ausbildungswilligkeit von A bis zum ma&szlig;geblichen Beginn des Wintersemesters 2009\/2010 ab Mitte Oktober 2009 nicht in Frage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Ernsthaftigkeit ihrer Bem&uuml;hungen um einen Studienplatz spr&auml;chen sowohl die Vielzahl der Bewerbungen von insgesamt 15 als auch der Umstand, dass A letztlich am 1.&nbsp;M&auml;rz 2011 tats&auml;chlich ein Studium an der Hochschule E aufgenommen habe. Ein denkbarer Grund f&uuml;r die zeitliche Verz&ouml;gerung k&ouml;nnten die vom Kl&auml;ger angesprochenen Depressionen und die durch den Freitod eines Familienangeh&ouml;rigen ausgel&ouml;ste Studienphobie gewesen sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erst die auf ihrem eigenen Entschluss beruhende unterbliebene Annahme des angebotenen Studienplatzes f&uuml;r Jura f&uuml;hre dazu, dass A ihre Ausbildungswilligkeit ab November 2009 erneut durch objektiv belegbare, ernsthafte und nachhaltige Bem&uuml;hungen um einen Ausbildungsplatz h&auml;tte nachweisen m&uuml;ssen. Dieser (weitere) Nachweis der Ausbildungswilligkeit sei nicht erbracht worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Entscheidung des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2012, 1279 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der Revision r&uuml;gt die Familienkasse die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz 1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c EStG seien schon deshalb ab August 2009 nicht mehr erf&uuml;llt, weil A die Annahmefrist f&uuml;r das Studium an der FH C zum 1.&nbsp;August 2009 habe verstreichen lassen. Ein Mangel eines Ausbildungsplatzes sei gerade nicht gegeben. H&auml;tte A den Studienplatz fristgerecht angenommen, w&auml;re eine kindergeldrechtliche Ber&uuml;cksichtigung bis zum tats&auml;chlichen Beginn der Ausbildung m&ouml;glich gewesen, da ein Ausbildungsplatz bereits zugesagt worden sei, das Kind die Ausbildung aber aus schul-, studien- oder betriebsorganisatorischen Gr&uuml;nden nicht sofort habe antreten k&ouml;nnen. Nachdem der A tats&auml;chlich ein Studienplatz zur Verf&uuml;gung gestellt worden sei, habe kein Mangel eines Ausbildungsplatzes mehr vorgelegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Ausf&uuml;hrungen des FG st&uuml;nden im &Uuml;brigen im Widerspruch zur Entscheidung des FG M&uuml;nster vom 1.&nbsp;Juni 2011&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;4202\/10&nbsp;Kg (EFG 2011, 1633), wonach es an einer hinreichenden Ausbildungswilligkeit des Kindes fehle, wenn der sp&auml;tere Ausbildungsbeginn nicht auf fremdbestimmten Gr&uuml;nden, sondern auf einer freien Entscheidung des Kindes beruhe. Andernfalls h&auml;tte es das Kind in der Hand, sich die Kindergeldberechtigung durch bewusstes &#8211;ggf. sogar mehrfaches&#8211; &Uuml;berspringen von Ausbildungsterminen m&ouml;glichst lange zu sichern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat sich am Revisionsverfahren nicht beteiligt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Im Streitfall hat zum 1.&nbsp;Mai 2013 ein gesetzlicher Beteiligtenwechsel stattgefunden; Beklagte und Revisionskl&auml;gerin ist nunmehr die Familienkasse F. Das Rubrum des Verfahrens ist deshalb zu &auml;ndern (vgl. z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 16.&nbsp;Mai 2013 III&nbsp;R&nbsp;8\/11, BFHE 241, 511, BStBl II 2013, 1040, Rz&nbsp;11; vom 5.&nbsp;September 2013 XI&nbsp;R&nbsp;12\/12, BFHE 242, 404, BStBl II 2014, 39, Rz&nbsp;16).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung und Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz 1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;-FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die bislang getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen des FG tragen seine Entscheidung nicht, den Anspruch des Kl&auml;gers auf Kindergeld hinsichtlich A f&uuml;r den Zeitraum von August bis Oktober 2009 zu bejahen. Der bisher durch das FG festgestellte Sachverhalt l&auml;sst kein abschlie&szlig;endes Urteil in der Sache zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. F&uuml;r ein &uuml;ber 18 Jahre altes Kind, das &#8211;wie A im Streitjahr 2009&#8211; das 25.&nbsp;Lebensjahr noch nicht vollendet hat, besteht nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG ein Anspruch auf Kindergeld u.a. dann, wenn das Kind f&uuml;r einen Beruf ausgebildet wird (&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG) oder eine Berufsausbildung mangels Ausbildungsplatzes nicht beginnen oder fortsetzen kann (&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz 1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c EStG) und seine zur Bestreitung des Unterhalts oder der Berufsausbildung bestimmten oder geeigneten Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge 7.680&nbsp;EUR im Kalenderjahr nicht &uuml;bersteigen. F&uuml;r jeden Kalendermonat, in dem die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 oder 2 EStG an keinem Tag vorliegen, erm&auml;&szlig;igt sich der Betrag nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG um ein Zw&ouml;lftel; Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge des Kindes, die auf diese Kalendermonate entfallen, bleiben au&szlig;er Ansatz (&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;7 und 8 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung erfordert die Ber&uuml;cksichtigung eines Kindes gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz 1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c EStG, dass sich dieses ernsthaft um einen Ausbildungsplatz bem&uuml;ht (BFH-Urteile vom 19.&nbsp;Juni 2008 III&nbsp;R&nbsp;66\/05, BFHE 222, 343, BStBl II 2009, 1005, und vom 22.&nbsp;September 2011 III&nbsp;R&nbsp;30\/08, BFHE 235, 327, BStBl II 2012, 411).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dabei ist das Bem&uuml;hen um einen Ausbildungsplatz glaubhaft zu machen. Pauschale Angaben, das Kind sei im fraglichen Zeitraum ausbildungsbereit gewesen, es habe sich st&auml;ndig um einen Ausbildungsplatz bem&uuml;ht oder sei stets bei der Agentur f&uuml;r Arbeit als ausbildungsuchend gemeldet gewesen, reichen nicht aus. Um einer missbr&auml;uchlichen Inanspruchnahme des Kindergeldes entgegen zu wirken, muss sich die Ausbildungsbereitschaft des Kindes durch belegbare Bem&uuml;hungen um einen Ausbildungsplatz objektiviert haben (BFH-Urteile in BFHE 222, 343, BStBl II 2009, 1005, unter II.1.b; in BFHE 235, 327, BStBl II 2012, 411, Rz&nbsp;10). Der BFH hat au&szlig;erdem gekl&auml;rt, dass ein Kind, dem der begehrte Studienplatz bereits zur Verf&uuml;gung steht, auch w&auml;hrend der Wartezeit bis zum Semesterbeginn zu ber&uuml;cksichtigen ist (vgl. BFH-Urteil vom 27.&nbsp;September 2012 III&nbsp;R&nbsp;70\/11, BFHE 239, 116, BStBl II 2013, 544, Rz&nbsp;26).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat die Entscheidung, ob sich das Kind ernsthaft um einen Ausbildungsplatz bem&uuml;ht hat, unter Ber&uuml;cksichtigung von entsprechenden Beweisanzeichen zu treffen; ggf. ist das Kind anzuh&ouml;ren. Bei der Entscheidung handelt es sich um eine Gesamtw&uuml;rdigung der Umst&auml;nde des Einzelfalles, die durch den BFH nur eingeschr&auml;nkt &uuml;berpr&uuml;fbar ist (vgl. BFH-Urteile vom 22.&nbsp;September 2011 III&nbsp;R&nbsp;35\/08, BFH\/NV 2012, 232; in BFHE 235, 327, BStBl II 2012, 411, Rz&nbsp;14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der BFH ist nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO an eine W&uuml;rdigung der tats&auml;chlichen Feststellungen durch das FG gebunden, wenn diese nicht mit zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Verfahrensr&uuml;gen angegriffen wurde, die W&uuml;rdigung m&ouml;glich ist und nicht gegen Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze verst&ouml;&szlig;t (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteile vom 17.&nbsp;Juli 2008 III&nbsp;R&nbsp;95\/07, BFH\/NV 2009, 367, unter II.2.; vom 29.&nbsp;Januar 2014 XI&nbsp;R&nbsp;4\/12, BFHE 244, 131, BFH\/NV 2014, 992, Rz&nbsp;43; vom 14.&nbsp;Mai 2014 XI&nbsp;R&nbsp;13\/11, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2014, 1434, Rz&nbsp;26, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Bindungswirkung entf&auml;llt aber u.a. dann, wenn die W&uuml;rdigung in sich widerspr&uuml;chlich, unklar oder l&uuml;ckenhaft ist, weil beispielsweise bedeutsame Begleitumst&auml;nde nicht erforscht und\/oder nicht zutreffend gew&uuml;rdigt worden sind (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteil in DStR 2014, 1434, Rz&nbsp;27, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Vor diesem Hintergrund ist dem FG nicht darin zu folgen, dass die Ausbildungswilligkeit von A f&uuml;r die Zeit von August 2009 bis zum Beginn des Wintersemesters im Oktober 2009 bereits hinreichend glaubhaft gemacht wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG hat die Ausbildungswilligkeit von A in diesem Zeitraum allein daraus abgeleitet, dass sich A &#8211;ohne dies n&auml;her zu konkretisieren&#8211; bei insgesamt 15&nbsp;Universit&auml;ten bzw. Fachhochschulen um einen Studienplatz f&uuml;r das Wintersemester 2009\/2010 beworben hat und dass sie letztlich am 1.&nbsp;M&auml;rz 2011 tats&auml;chlich ein Studium an der Hochschule E aufgenommen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das gen&uuml;gt nicht, zumal der BFH im Zusammenhang mit der Beurteilung der Ausbildungswilligkeit eines Kindes entschieden hat, dass es u.a. darauf ankommt, ob das Kind die angestrebte Ausbildung entsprechend der Aufnahmezusage tats&auml;chlich auch begonnen hat (BFH-Urteile vom 28.&nbsp;Februar 2013 III&nbsp;R&nbsp;9\/12, BFH\/NV 2013, 1079, Rz&nbsp;13, und vom 28.&nbsp;Mai 2013 XI&nbsp;R&nbsp;38\/11, BFH\/NV 2013, 1774, Rz&nbsp;22). Ein Hinausschieben des Ausbildungsbeginns auf eigenen Wunsch ist unsch&auml;dlich f&uuml;r die Annahme der Ausbildungswilligkeit, wenn das vollj&auml;hrige Kind eine Zusage f&uuml;r die Aufnahme einer Ausbildung erhalten hat und aus schul-, studien- oder betriebsorganisatorischen Gr&uuml;nden die Ausbildung erst zum n&auml;chstm&ouml;glichen Zeitpunkt aufnehmen kann (BFH-Urteil in BFH\/NV 2013, 1774).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dem FG-Urteil l&auml;sst sich insbesondere nicht entnehmen, weshalb A sich tats&auml;chlich nicht f&uuml;r das ihr zugesagte Studium der Rechtswissenschaften in D im Oktober 2009 eingeschrieben hat. Zwar steht eine &#8211;im Streitfall auch m&ouml;gliche&#8211; vor&uuml;bergehende Krankheit der Annahme der Ausbildungswilligkeit nicht entgegen (vgl. z.B. Schmidt\/Loschelder, EStG, 33.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;32 Rz&nbsp;33, m.w.N.). Die blo&szlig;e Mutma&szlig;ung des FG, dass die vom Kl&auml;ger angesprochenen Depressionen und die durch den Freitod eines Familienangeh&ouml;rigen ausgel&ouml;ste Studienphobie ein denkbarer Grund f&uuml;r die Aufnahme eines Studiums erst im M&auml;rz 2011 gewesen sein k&ouml;nnten, vermag entsprechend konkretisierte tats&auml;chliche Feststellungen zum etwaigen Beginn der Erkrankung und deren Schwere aber nicht zu ersetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch hat das FG erkennbar dem Umstand noch keine hinreichende Beachtung geschenkt, dass A im streitbefangenen Zeitraum eine Aushilfst&auml;tigkeit in einem Hotel aufnehmen konnte, obwohl sie nach dem Vorbringen des Kl&auml;gers im finanzgerichtlichen Verfahren und der entsprechenden Mutma&szlig;ung des FG in seinem Urteil m&ouml;glicherweise aus Krankheitsgr&uuml;nden an der Aufnahme des Studiums gehindert gewesen sein soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das FG-Urteil war daher aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG wird im zweiten Rechtsgang die noch fehlenden tats&auml;chlichen Feststellungen f&uuml;r die gebotene Einbeziehung und entsprechende W&uuml;rdigung s&auml;mtlicher Umst&auml;nde des Einzelfalls zur Ausbildungswilligkeit von A im streitbefangenen Zeitraum nachzuholen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In diesem Zusammenhang k&auml;me ggf. die vom BFH aufgezeigte M&ouml;glichkeit der Anh&ouml;rung des Kindes (BFH-Urteil in BFHE 235, 327, BStBl II 2012, 411, Rz&nbsp;14) in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.8.2014, XI R 14\/12 Kindergeld: Pr&uuml;fung der Ausbildungswilligkeit eines vollj&auml;hrigen Kindes bei Nichtannahme eines angebotenen Studienplatzes &#8211; Zur&uuml;ckverweisung wegen unzureichender Feststellungen des FG Tatbestand 1&nbsp; I. 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