{"id":63849,"date":"2015-01-09T07:37:53","date_gmt":"2015-01-09T05:37:53","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63849"},"modified":"2015-01-09T07:37:53","modified_gmt":"2015-01-09T05:37:53","slug":"x-k-12-12-anspruchspraeklusion-bei-verspaeteter-verzoegerungsruege-in-uebergangsfaellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-k-12-12-anspruchspraeklusion-bei-verspaeteter-verzoegerungsruege-in-uebergangsfaellen\/","title":{"rendered":"X&nbsp;K&nbsp;12\/12 &#8211; Anspruchspr&auml;klusion bei versp&auml;teter Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge in &Uuml;bergangsf&auml;llen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.8.2014, X K 12\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Anspruchspr&auml;klusion bei versp&auml;teter Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge in &Uuml;bergangsf&auml;llen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger begehren Entsch&auml;digung nach &sect;&nbsp;198 des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) von 7.100&nbsp;EUR, mindestens aber 5.600&nbsp;EUR f&uuml;r ein nach ihrer Ansicht &uuml;berlanges Verfahren, das vor dem Finanzgericht Baden-W&uuml;rttemberg (FG) gef&uuml;hrt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig in diesem Verfahren war, wie der Kaufpreis einer historischen Immobilie auf Grund und Boden bzw. Geb&auml;ude aufzuteilen und wie folglich die Absetzung f&uuml;r Abnutzung (AfA) f&uuml;r das Geb&auml;ude zu berechnen war. Das Finanzamt A (FA) nahm zun&auml;chst die Aufteilung im Sch&auml;tzungswege vor. In der Folgezeit legten sowohl die Kl&auml;ger als auch das FA Wertgutachten vor. Die Ende 2003 eingegangene Klage wies das FG mit Urteil vom 28.&nbsp;Juni 2006&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;604\/03 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2006, 1747) ab. Auf die Revision der Kl&auml;ger hob der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 29.&nbsp;Mai 2008 IX&nbsp;R&nbsp;36\/06 (BFH\/NV 2008, 1668) das FG-Urteil auf und verwies die Sache zur &Uuml;berpr&uuml;fung der Angemessenheit der Werte an das FG zur&uuml;ck. Im zweiten Rechtsgang (5&nbsp;K&nbsp;3417\/08) holte das FG ein Sachverst&auml;ndigengutachten ein, &uuml;ber dessen inhaltliche Bewertung die Beteiligten uneins waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer am 22.&nbsp;April 2012 erhobenen Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge machte sich das FG zun&auml;chst &uuml;ber die aktuellen Vollmachtsverh&auml;ltnisse kundig und holte dann mit Verf&uuml;gung vom 26.&nbsp;April 2012 eine Stellungnahme des Sachverst&auml;ndigen ein. Der Sachverst&auml;ndige reichte diese am 12.&nbsp;Juni 2012 beim FG ein. Tags darauf &uuml;bermittelte das FG das Gutachten an die Beteiligten zu etwaiger Stellungnahme, stimmte in einem Telefonat vom 26.&nbsp;Juli 2012 einen Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung mit dem Kl&auml;ger ab und lud &#8211;absprachegem&auml;&szlig;&#8211; mit Verf&uuml;gung vom 1.&nbsp;August 2012 auf den 25.&nbsp;September 2012. Am 17.&nbsp;September 2012 sandte das FG die von dem Berichterstatter gefertigte Darstellung des wesentlichen Inhalts der Akten und am 24.&nbsp;September 2012 &Uuml;bersichtskarten mit fortgeschriebenen Bodenrichtwerten, die die Bewertungsstelle des FA vorgelegt hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der m&uuml;ndlichen Verhandlung am 25.&nbsp;September 2012 protokollierte das FG eine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung (Mehr-AfA von 910&nbsp;DM im Streitjahr 2001) sowie Erledigungserkl&auml;rungen aller Beteiligten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Verf&uuml;gung vom 4.&nbsp;Oktober 2012 teilte das FG mit, wie es &uuml;ber die Kosten zu entscheiden erw&auml;ge. Der Kl&auml;ger erwiderte mit Schreiben vom 9.&nbsp;Oktober 2012, er sei nicht einverstanden, das FA am 12.&nbsp;Oktober 2012, es sei einverstanden. Mit Beschluss vom 23.&nbsp;Oktober 2012 traf das FG nach &sect;&nbsp;138 der Finanzgerichtsordnung (FGO) die angek&uuml;ndigte Kostenentscheidung, begr&uuml;ndete diese auch unter Bezugnahme auf die Einwendungen der Kl&auml;ger und &uuml;bersandte diese am 25.&nbsp;Oktober 2012 den Beteiligten. Mit Schriftsatz vom 1.&nbsp;November 2012 widersprachen die Kl&auml;ger der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung, beantragten ein Urteil und die Zulassung der Revision. Mit Verf&uuml;gung vom 6.&nbsp;November 2012 bat das FG um Mitteilung, ob hierin ein Antrag auf Fortsetzung des Verfahrens zu sehen sei, mit dem die Unwirksamkeit der Erledigungserkl&auml;rungen geltend gemacht werde. Der Kl&auml;ger best&auml;tigte dies am 18.&nbsp;November 2012. Mit Verf&uuml;gung vom 20.&nbsp;November 2012 lud das FG erneut zur m&uuml;ndlichen Verhandlung am 18.&nbsp;Dezember 2012 und stellte mit Urteil von diesem Tage fest, die Beteiligten h&auml;tten wirksame &uuml;bereinstimmende Erledigungserkl&auml;rungen abgegeben. Gegen die Nichtzulassung der Revision haben die Kl&auml;ger Beschwerde eingelegt, die der BFH mittlerweile zur&uuml;ckgewiesen hat (IX&nbsp;B&nbsp;20\/13, nicht dokumentiert).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer am 31.&nbsp;Oktober 2012 erhobenen Entsch&auml;digungsklage vertreten die Kl&auml;ger die Auffassung, sie h&auml;tten fristgerecht Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge erhoben. Die Verfahrensdauer sei mit insgesamt 83&nbsp;Monaten (31&nbsp;Monate im ersten Rechtsgang, 52&nbsp;Monate im zweiten Rechtsgang) nach den Ma&szlig;st&auml;ben der Rechtsprechung des Europ&auml;ischen Gerichtshofs f&uuml;r Menschenrechte unangemessen lang gewesen. Hiervon seien wenigstens 56&nbsp;Monate, bei einer angenommenen angemessenen Verfahrensdauer von zw&ouml;lf&nbsp;Monaten pro Instanz sogar 71&nbsp;Monate als entsch&auml;digungsrelevante Verz&ouml;gerung zu betrachten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>den Beklagten zu verurteilen, an die Kl&auml;ger eine Entsch&auml;digung von 7.100&nbsp;EUR, mindestens jedoch 5.600&nbsp;EUR zu zahlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte beantragt,<br \/>die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er h&auml;lt die Klage f&uuml;r unzul&auml;ssig, da die Kl&auml;ger die Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge nicht unverz&uuml;glich innerhalb von zwei Wochen nach Inkrafttreten des Gesetzes &uuml;ber den Rechtsschutz bei &uuml;berlangen Gerichtsverfahren und strafrechtlichen Ermittlungsverfahren &#8211;&Uuml;berlVfRSchG&#8211; (BGBl I 2011, 2302) erhoben h&auml;tten. Jedenfalls aber sei die Klage unbegr&uuml;ndet, da die Verfahrensdauer vor allem angesichts der Schwierigkeit des Verfahrens nicht unangemessen gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Klage ist zul&auml;ssig, jedoch unbegr&uuml;ndet. Die Kl&auml;ger haben entgegen Art.&nbsp;23 Satz&nbsp;2 &Uuml;berlVfRSchG die Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge nicht unverz&uuml;glich erhoben (1.). Damit sind alle etwaigen Anspr&uuml;che bis zum R&uuml;gezeitpunkt pr&auml;kludiert (2.). Nach dem R&uuml;gezeitpunkt ist keine unangemessene Verz&ouml;gerung eingetreten (3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Art.&nbsp;1 &Uuml;berlVfRSchG hat dem GVG den Siebzehnten Titel mit den &sect;&sect;&nbsp;198 bis 201 GVG angef&uuml;gt. Nach der &Uuml;bergangsregelung des Art.&nbsp;23 Satz&nbsp;1 &Uuml;berlVfRSchG ist dieses Gesetz auch auf Verfahren anwendbar, die bei seinem Inkrafttreten (3.&nbsp;Dezember 2011) bereits anh&auml;ngig waren. War ein solches anh&auml;ngiges Verfahren beim Inkrafttreten des Gesetzes schon verz&ouml;gert, gilt die in &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;3 GVG vorgesehene Obliegenheit zur Erhebung einer Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge mit der Ma&szlig;gabe, dass diese &quot;unverz&uuml;glich nach Inkrafttreten erhoben werden muss&quot; (Art.&nbsp;23 Satz&nbsp;2 &Uuml;berlVfRSchG). In diesem Fall wahrt die Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge einen Anspruch nach &sect;&nbsp;198 GVG auch f&uuml;r den vorausgehenden Zeitraum (Art.&nbsp;23 Satz&nbsp;3 &Uuml;berlVfRSchG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie der Senat in seinem Urteil vom 7.&nbsp;November 2013 X&nbsp;K&nbsp;13\/12 (BFHE 243, 126, BStBl II 2014, 179, unter II.1.d cc) bereits entschieden hat, ist aufgrund der gebotenen normspezifischen Auslegung der Vorschrift der Begriff &quot;unverz&uuml;glich&quot; als Frist von drei Monaten zu verstehen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich dieser Auffassung mit Urteil vom 10.&nbsp;April 2014 III&nbsp;ZR&nbsp;335\/13 (Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2014, 1967, unter II.1.c der Entscheidungsgr&uuml;nde) angeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Frist hat die erst im April 2012 erhobene Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge nicht mehr gewahrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Mangels fristgerechter Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge steht den Kl&auml;gern bis zum R&uuml;gezeitpunkt weder ein Anspruch auf Entsch&auml;digung in Geld nach &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GVG noch ein Anspruch auf Feststellung nach &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 GVG zu. Die Frage, ob das Verfahren vor dem FG bis zu jenem Zeitpunkt bereits unangemessen i.S. des &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GVG war, bedarf daher keiner Beantwortung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar hatte der Senat mit Urteil vom 17.&nbsp;April 2013 X&nbsp;K&nbsp;3\/12 (BFHE 240, 516, BStBl II 2013, 547, Leitsatz&nbsp;3 sowie unter III.7.b) entschieden, dass die Feststellung unangemessener Verfahrensdauer nach &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 GVG auch dann m&ouml;glich sei, wenn die Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge fehlt oder &#8211;hier einschl&auml;gig&#8211; in den &Uuml;bergangsf&auml;llen des Art.&nbsp;23 Satz&nbsp;2 &Uuml;berlVfRSchG nicht rechtzeitig erhoben wurde. Indes hat zwischenzeitlich der BGH in NJW 2014, 1967 (Leitsatz&nbsp;2 sowie unter II.1.d sowie II.2. der Entscheidungsgr&uuml;nde) erkannt, dass bei nicht unverz&uuml;glicher Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge Anspr&uuml;che sowohl auf Entsch&auml;digung in Geld nach &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GVG als auch auf Feststellung unangemessener Verfahrensdauer nach &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;4 GVG bis zum tats&auml;chlichen R&uuml;gezeitpunkt pr&auml;kludiert sind. Mit R&uuml;cksicht auf diese Entscheidung und zur Wahrung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes schlie&szlig;t sich der erkennende Senat der Auffassung des BGH an und h&auml;lt an seiner vormaligen Rechtsansicht im Anwendungsbereich des Art.&nbsp;23 Satz&nbsp;2 &Uuml;berlVfRSchG nicht mehr fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach dem R&uuml;gezeitpunkt hat das FG das Verfahren ohne Verzug dem Abschluss zugef&uuml;hrt, so dass ein Entsch&auml;digungsanspruch gleich welcher Art bereits dem Grunde nach nicht besteht. Das FG hat in diesem Stadium alle Verfahrenshandlungen nahezu an dem Tag getroffen, an dem sie veranlasst und m&ouml;glich waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.8.2014, X K 12\/12 Anspruchspr&auml;klusion bei versp&auml;teter Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge in &Uuml;bergangsf&auml;llen Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger begehren Entsch&auml;digung nach &sect;&nbsp;198 des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) von 7.100&nbsp;EUR, mindestens aber 5.600&nbsp;EUR f&uuml;r ein nach ihrer Ansicht &uuml;berlanges Verfahren, das vor dem Finanzgericht Baden-W&uuml;rttemberg (FG) gef&uuml;hrt wurde. 2&nbsp; Streitig in diesem Verfahren war, wie der Kaufpreis einer &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-k-12-12-anspruchspraeklusion-bei-verspaeteter-verzoegerungsruege-in-uebergangsfaellen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;K&nbsp;12\/12 &#8211; Anspruchspr&auml;klusion bei versp&auml;teter Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge in &Uuml;bergangsf&auml;llen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-63849","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63849","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63849"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63849\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63849"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63849"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63849"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}