{"id":63870,"date":"2015-01-09T07:38:45","date_gmt":"2015-01-09T05:38:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63870"},"modified":"2015-01-09T07:38:45","modified_gmt":"2015-01-09T05:38:45","slug":"x-r-30-13-erweiterung-des-pruefungszeitraums-einer-aussenpruefung-wegen-der-erwartung-nicht-unerheblicher-aenderungen-der-besteuerungsgrundlagen-rechtmaessigkeit-einer-ermessensentscheidung-berechtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-30-13-erweiterung-des-pruefungszeitraums-einer-aussenpruefung-wegen-der-erwartung-nicht-unerheblicher-aenderungen-der-besteuerungsgrundlagen-rechtmaessigkeit-einer-ermessensentscheidung-berechtig\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;30\/13 &#8211; Erweiterung des Pr&uuml;fungszeitraums einer Au&szlig;enpr&uuml;fung wegen der Erwartung nicht unerheblicher &Auml;nderungen der Besteuerungsgrundlagen &#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer Ermessensentscheidung &#8211; berechtigtes Interesse an der Feststellung der Rechtswidrigkeit einer nach Abschluss der Au&szlig;enpr&uuml;fung erledigten Pr&uuml;fungsanordnung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.9.2014, X R 30\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Erweiterung des Pr&uuml;fungszeitraums einer Au&szlig;enpr&uuml;fung wegen der Erwartung nicht unerheblicher &Auml;nderungen der Besteuerungsgrundlagen &#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer Ermessensentscheidung &#8211; berechtigtes Interesse an der Feststellung der Rechtswidrigkeit einer nach Abschluss der Au&szlig;enpr&uuml;fung erledigten Pr&uuml;fungsanordnung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erzielte u.a. aufgrund einer Betriebsaufspaltung Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb. Anfang Mai 2012 ordnete der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eine auf &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) gest&uuml;tzte Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r die Jahre 2008 bis 2010 bei ihm an. Die Pr&uuml;fung umfasste die Einkommen-, Gewerbe- und Umsatzsteuer und wurde zeitnah begonnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Pr&uuml;fer beanstandete u.a. die Ber&uuml;cksichtigung bestimmter Schuldzinsen als Betriebsausgaben. Dabei ging es zum einen um ein Darlehen, das die Betriebskapitalgesellschaft (GmbH) dem Kl&auml;ger seit Mai 1988 gew&auml;hrt hatte (Konto 705), zum anderen um ein von der GmbH erst mit Vertrag vom 1.&nbsp;Juli 2008 gew&auml;hrtes Darlehen (Konto 707). Das Darlehenskonto 705 nutzte der Kl&auml;ger laut den Feststellungen des Pr&uuml;fers nach Art eines laufenden Verrechnungskontos. Da seit dem Jahr 2000 nur Anschaffungen von Wirtschaftsg&uuml;tern in geringer H&ouml;he get&auml;tigt wurden, nahm der Pr&uuml;fer an, dass das Darlehen &uuml;berwiegend nicht betrieblich veranlasst sei und die insoweit angefallenen Zinsen in H&ouml;he von vorl&auml;ufig 24.628&nbsp;EUR (2008), 23.557&nbsp;EUR (2009) und 32.251&nbsp;EUR (2010) im Sch&auml;tzungswege in einen privaten und einen betrieblichen Teil aufzuteilen seien. Bez&uuml;glich des weiteren Darlehens (Konto 707) stellte er fest, dieses entfalle vollumf&auml;nglich auf ein von dem Kl&auml;ger zur Erzielung von Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung genutztes Objekt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Verf&uuml;gungen vom 5.&nbsp;Oktober 2012 erweiterte das FA die Pr&uuml;fung u.a. auf die allein noch streitige Einkommen- und Gewerbesteuer 2007. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es aus, die Erweiterung des Pr&uuml;fungszeitraums sei nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 der Betriebspr&uuml;fungsordnung (Steuer) &#8211;BpO 2000&#8211; erforderlich, weil mit nicht unerheblichen &Auml;nderungen der Besteuerungsgrundlagen zu rechnen sei. Dem vorausgegangen war eine Besprechung mit dem Prozessbevollm&auml;chtigten des Kl&auml;gers, Steuerberater &#8230; (X), bei der auch &uuml;ber eine etwaige Pr&uuml;fungserweiterung gesprochen worden war. In einem hier&uuml;ber angefertigten Vermerk hielt das FA im Zusammenhang mit den das Konto 705 betreffenden Schuldzinsen fest, der Pr&uuml;fungszeitraum werde evtl. auf die Jahre 2006 und 2007 erweitert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Abschlussberichten vom 28.&nbsp;November 2012 sah der Pr&uuml;fer sowohl die Schuldzinsen im Zusammenhang mit dem Darlehenskonto 705 als auch die das Verbindlichkeitskonto 707 betreffenden Zinsen als zu 100&nbsp;% privat veranlasst an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einspr&uuml;che gegen die Erweiterungsanordnungen wies das FA durch Einspruchsentscheidungen vom 10.&nbsp;Dezember 2012 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. In diesen Entscheidungen stellte es zun&auml;chst die Feststellungen der Au&szlig;enpr&uuml;fung sowohl in Bezug auf das Konto 705 als auch hinsichtlich des Kontos 707 dar. Die Annahme einer nicht unerheblichen Nachforderung sah es &quot;allein aus der Doppelber&uuml;cksichtigung der Schuldzinsen im Rahmen der Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung und den Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb&quot; als gerechtfertigt an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Klageverfahren wies das FA darauf hin, die &uuml;ber das Konto 707 gebuchten Schuldzinsen seien f&uuml;r die Pr&uuml;fungserweiterung ohne Bedeutung gewesen. Die Begr&uuml;ndung, dass mit einer nicht unerheblichen &Auml;nderung der Besteuerungsgrundlagen zu rechnen sei, habe sich vielmehr auf die &uuml;ber das Konto 705 gebuchten Schuldzinsen bezogen. Des Weiteren erlie&szlig; das FA u.a. f&uuml;r das Jahr 2007 ge&auml;nderte Einkommensteuer- und Gewerbesteuermessbescheide, gegen die der Kl&auml;ger wiederum Einspruch einlegte. Auf einen entsprechenden Hinweis des Finanzgerichts (FG) ging der Kl&auml;ger zu einer Fortsetzungsfeststellungsklage &uuml;ber, die das FG mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 1383 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden abwies.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts. Das FA habe bei der Erweiterung der Au&szlig;enpr&uuml;fung auf die Einkommen- und Gewerbesteuer 2007 ermessensfehlerhaft gehandelt, in dem es bei Erlass der Erweiterungsanordnung sein Ermessen gar nicht und bei Erlass der Einspruchsentscheidung fehlerhaft ausge&uuml;bt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>das angefochtene FG-Urteil aufzuheben und festzustellen, dass die Pr&uuml;fungserweiterungsanordnungen vom 5.&nbsp;Oktober 2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidungen vom 10.&nbsp;Dezember 2012 insoweit, als in ihnen die Pr&uuml;fung der Einkommensteuer 2007 und Gewerbesteuer 2007 angeordnet wurden, rechtswidrig waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zu Recht hat das FG ein berechtigtes Interesse des Kl&auml;gers an der Feststellung der Rechtswidrigkeit der nach Abschluss der Au&szlig;enpr&uuml;fung erledigten Pr&uuml;fungsanordnungen vom 5.&nbsp;Oktober 2012 bejaht, da dieser insbesondere die aufgrund der getroffenen Feststellungen ergangenen Bescheide angefochten hat (vgl. hierzu Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 16.&nbsp;Dezember 1986 VIII&nbsp;R&nbsp;123\/86, BFHE 148, 426, BStBl II 1987, 248, mit umfangreichen Nachweisen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat die Erweiterungsanordnungen vom 5.&nbsp;Oktober 2012 im Ergebnis zutreffend als rechtm&auml;&szlig;ig angesehen. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Erweiterung des Pr&uuml;fungszeitraums haben vorgelegen (unter a). Dar&uuml;ber hinaus ist auch den Begr&uuml;ndungsanforderungen Gen&uuml;ge getan (unter b). Der Erlass der Einspruchsentscheidungen f&uuml;hrt zu keinem anderen Ergebnis (unter c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FA war im Hinblick auf &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 BpO 2000 berechtigt, die urspr&uuml;nglich f&uuml;r die Jahre 2008 bis 2010 angeordnete Au&szlig;enpr&uuml;fung in zeitlicher Hinsicht auf das Jahr 2007 zu erweitern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO ist eine Au&szlig;enpr&uuml;fung bei Steuerpflichtigen zul&auml;ssig, die &#8211;wie der Kl&auml;ger&#8211; einen gewerblichen Betrieb unterhalten. Nach &sect;&nbsp;194 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO kann eine Au&szlig;enpr&uuml;fung mehrere Steuerarten und Besteuerungszeitr&auml;ume umfassen oder sich aber auch auf bestimmte Sachverhalte beschr&auml;nken. Den Umfang der Au&szlig;enpr&uuml;fung hat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;196 AO die zust&auml;ndige Finanzbeh&ouml;rde &#8211;im Streitfall das FA&#8211; in einer schriftlichen Pr&uuml;fungsanordnung zu bestimmen. Die Bestimmung des Pr&uuml;fungsumfangs ist eine von den Gerichten nur gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;102 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zu &uuml;berpr&uuml;fende Ermessensentscheidung (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Juni 2012 IV&nbsp;R&nbsp;42\/11, BFH\/NV 2012, 1927).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Finanzbeh&ouml;rden haben sich f&uuml;r die Aus&uuml;bung ihres Ermessens durch die BpO 2000 dahin gebunden, dass bei Steuerpflichtigen, die &#8211;wie der Kl&auml;ger&#8211; kein Gro&szlig;betrieb oder Unternehmen i.S. der &sect;&sect;&nbsp;13 und 19 BpO 2000 sind, der Pr&uuml;fungszeitraum in der Regel nicht mehr als drei zusammenh&auml;ngende Besteuerungszeitr&auml;ume umfassen soll (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 BpO 2000). Nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 BpO 2000 kann der Pr&uuml;fungszeitraum aber u.a. dann drei Besteuerungszeitr&auml;ume &uuml;bersteigen, wenn mit nicht unerheblichen &Auml;nderungen der Besteuerungsgrundlagen zu rechnen ist. Diese Verwaltungsregelung ist als Ma&szlig;nahme der Selbstbindung der Verwaltung bei der Ermessensaus&uuml;bung auch im gerichtlichen Verfahren zu beachten (BFH-Urteil in BFH\/NV 2012, 1927).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Feststellung, ob mit nicht unerheblichen &Auml;nderungen der Besteuerungsgrundlagen &#8211;und damit letztlich mit nicht unerheblichen Steuernachforderungen&#8211; zu rechnen ist, erfordert eine Voraussage, die durch Tatsachen gest&uuml;tzt sein muss (vgl. hierzu BFH-Urteile vom 1.&nbsp;August 1984 I&nbsp;R&nbsp;138\/80, BFHE 142, 198, BStBl II 1985, 350; vom 25.&nbsp;April 1985 IV&nbsp;R&nbsp;342\/84, BFH\/NV 1987, 79; vom 28.&nbsp;April 1988 IV&nbsp;R&nbsp;106\/86, BFHE 153, 210, BStBl II 1988, 857; vom 14.&nbsp;September 1993 VIII&nbsp;R&nbsp;56\/92, BFH\/NV 1994, 677).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Nach den tats&auml;chlichen Feststellungen des FG, die f&uuml;r den erkennenden Senat bindend sind (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO), bestand sowohl bei Erlass der Erweiterungsanordnungen als auch noch im Zeitpunkt der Einspruchsentscheidungen aufgrund konkreter, durch die Pr&uuml;fung der Jahre 2008 bis 2010 aufgedeckter Umst&auml;nde &#8211;n&auml;mlich der gewinnmindernden Ber&uuml;cksichtigung der Schuldzinsen f&uuml;r das auf dem Konto 705 gef&uuml;hrte Darlehen, obwohl keine betriebliche Veranlassung erkennbar war&#8211; die begr&uuml;ndete Vermutung, dass aufgrund vergleichbarer Verh&auml;ltnisse mit einer nicht unerheblichen &Auml;nderung des Gewinns aus Gewerbebetrieb des Jahres 2007 zu rechnen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insbesondere ist dabei die W&uuml;rdigung des FG, dieser Sachverhalt sei erkennbar f&uuml;r die Entscheidung des FA ausschlaggebend gewesen, den Pr&uuml;fungszeitraum auch auf das Jahr 2007 auszudehnen, in revisionsrechtlicher Hinsicht nicht zu beanstanden. Entgegen der Ansicht des Kl&auml;gers ist dies durch den gefertigten Vermerk &uuml;ber die Besprechung zweifelsfrei dokumentiert. Da die Voraussetzungen f&uuml;r eine Ausdehnung des Pr&uuml;fungszeitraums &#8211;wie vorstehend ausgef&uuml;hrt&#8211; tats&auml;chlich vorlagen, ist die Entscheidung des FA unter Ermessensgesichtspunkten nicht zu beanstanden, insbesondere sind Anhaltspunkte f&uuml;r ein willk&uuml;rliches, schikan&ouml;ses oder unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;iges Verhalten des FA nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dem Erfordernis, die Erweiterung der Au&szlig;enpr&uuml;fung zu begr&uuml;nden, ist vorliegend hinreichend Rechnung getragen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Als schriftlicher Verwaltungsakt ist die Erweiterung einer Pr&uuml;fungsanordnung (&sect;&nbsp;196 AO) nach &sect;&nbsp;121 Abs.&nbsp;1 AO schriftlich zu begr&uuml;nden, soweit dies zu ihrem Verst&auml;ndnis erforderlich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung muss, wenn das FA den Pr&uuml;fungszeitraum &uuml;ber die von der Finanzverwaltung im Wege einer Selbstbindung ihres Ermessens festgelegten regelm&auml;&szlig;ig vorgesehenen Zeitgrenze hinaus verl&auml;ngern will, die Anordnung so begr&uuml;ndet werden, dass das FG in der Lage ist, seiner gerichtlichen Ermessenskontrolle (vgl. &sect;&nbsp;102 FGO) nachzukommen (vgl. BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Dezember 1978 I&nbsp;R&nbsp;131\/75, BFHE 126, 379, BStBl II 1979, 162, m.w.N.; Senatsurteil vom 2.&nbsp;September 2008 X&nbsp;R&nbsp;9\/08, BFH\/NV 2009, 3).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wird die Ausdehnung des Pr&uuml;fungszeitraums im Hinblick auf die Erwartung nicht unerheblicher Steuernachforderungen vorgenommen, so muss die erforderliche Zukunftsprognose &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; auf Tatsachen gest&uuml;tzt werden. Diese Gesichtspunkte bestimmen und begrenzen die Anforderungen an den Begr&uuml;ndungszwang des FA (vgl. BFH-Urteil in BFHE 126, 379, BStBl II 1979, 162; Senatsurteil in BFH\/NV 2009, 3). Indessen sind auch in diesem Fall die konkreten Ermessenserw&auml;gungen nicht im Einzelnen darzustellen (BFH-Urteil in BFH\/NV 1994, 677, unter II.2.d; Senatsurteil in BFH\/NV 2009, 3). Wird der Pr&uuml;fungszeitraum &#8211;wie im Streitfall&#8211; im Rahmen einer Routinepr&uuml;fung erweitert, so wird die mit der Durchf&uuml;hrung der Au&szlig;enpr&uuml;fung verbundene generelle Belastung nicht wesentlich erh&ouml;ht (vgl. BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Februar 1989 III&nbsp;R&nbsp;36\/88, BFHE 156, 54, BStBl II 1989, 445).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Begr&uuml;ndung ist dann entbehrlich, wenn dem Adressaten des Verwaltungsakts die Auffassung der Finanzbeh&ouml;rde &uuml;ber die Sach- und Rechtslage bereits bekannt oder auch ohne schriftliche Begr&uuml;ndung ohne Weiteres erkennbar ist (&sect;&nbsp;121 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Bei Heranziehung dieser Rechtsgrunds&auml;tze hat das FA die Pr&uuml;fungserweiterung ausreichend begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat f&uuml;r den Senat bindend festgestellt, dass das FA eine Pr&uuml;fungserweiterung &quot;wegen der auf dem Konto 705 gebuchten Schuldzinsen&quot; vor Erlass der Erweiterungsanordnungen zwar nicht mit dem Kl&auml;ger pers&ouml;nlich, wohl aber mit X besprochen hatte, der den Kl&auml;ger sp&auml;ter &uuml;ber das Gesagte informierte. Angesichts des von dem Pr&uuml;fer &uuml;ber die Besprechung gefertigten Vermerks und nicht zuletzt der Einlassung des X in der m&uuml;ndlichen Verhandlung begegnet die W&uuml;rdigung des FG, dem Kl&auml;ger sei damit hinreichend bekannt gewesen, auf welchen Sachverhalt sich der in den Erweiterungsanordnungen angegebene Grund st&uuml;tzte, es sei mit nicht unerheblichen &Auml;nderungen der Besteuerungsgrundlagen zu rechnen, aus revisionsrechtlicher Sicht keinen Bedenken. Eine durchgreifende Verfahrensr&uuml;ge hat der Kl&auml;ger insoweit nicht erhoben. Insbesondere reicht es nicht aus, wenn er nun geltend macht, f&uuml;r ihn sei aus dem Gespr&auml;ch nicht erkennbar gewesen, aus welchen konkreten Gr&uuml;nden eine Pr&uuml;fungserweiterung in Betracht gekommen sei, zumal der Kl&auml;ger selbst bei der ma&szlig;geblichen Besprechung gar nicht anwesend war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Soweit das FA seine Prognose, es seien nicht unerhebliche Steuernachforderungen zu erwarten, in den Einspruchsentscheidungen mit den gewinnmindernd ber&uuml;cksichtigten Schuldzinsen f&uuml;r das erst Mitte des Jahres 2008 gew&auml;hrte Darlehen (Konto 707) begr&uuml;ndet hat, macht dies die Anordnung der Pr&uuml;fungserweiterung unter den Gegebenheiten des Streitfalls nicht ermessenwidrig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zu Recht ist das FG zun&auml;chst davon ausgegangen, dass das FA seine Prognose als Grundlage f&uuml;r die Erweiterung der Betriebspr&uuml;fung auf das Vorjahr 2007 hierauf nicht st&uuml;tzen konnte, da die Feststellungen auf einem besonders gelagerten, erst w&auml;hrend des regul&auml;ren Pr&uuml;fungszeitraums beginnenden Sachverhalt basierten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch wenn das FA die Erweiterung der Betriebspr&uuml;fung in zeitlicher Hinsicht auf das Jahr 2007 somit nicht mit dem erst Mitte des Jahres 2008 gew&auml;hrten Darlehen &quot;707&quot; begr&uuml;nden konnte, hat es doch in der Einspruchsentscheidung zum Darlehen &quot;705&quot; zumindest diejenigen tats&auml;chlichen Feststellungen getroffen, die die Begr&uuml;ndung der Pr&uuml;fungserweiterung ohne Weiteres getragen h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Zwar macht der Kl&auml;ger zu Recht geltend, entscheidend sei die Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung. Es stellt indes keinen Ermessensfehler dar, wenn eine Beh&ouml;rde ihre Entscheidung auf mehrere Ermessenserw&auml;gungen st&uuml;tzt, von denen zwar eine oder einzelne fehlerhaft sind, die Beh&ouml;rde aber zum Ausdruck gebracht hat, dass bereits jede einzelne der Ermessenserw&auml;gungen sie dazu veranlasst hat, die von ihr getroffene Entscheidung vorzunehmen, also insofern bereits allein tragend ist (Kopp\/Schenke, Verwaltungsgerichtsordnung, Kommentar, 20.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;114 Rz&nbsp;6a, m.w.N.). F&uuml;r die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Entscheidung gen&uuml;gt es, dass ein selbst&auml;ndig tragender Grund rechtlich fehlerfrei ist (z.B. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts &#8211;BVerwG&#8211; vom 19.&nbsp;Mai 1981&nbsp;&nbsp;1&nbsp;C&nbsp;169\/79, BVerwGE 62, 215; vom 21.&nbsp;September 2000&nbsp;&nbsp;2&nbsp;C&nbsp;5\/99, Bayerische Verwaltungsbl&auml;tter 2001, 216).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Der Senat kann offenlassen, ob die Formulierung in der Einspruchsentscheidung vom 10.&nbsp;Dezember 2012, wonach die Annahme einer nicht unerheblichen Nachforderung &quot;Allein aus der Doppelber&uuml;cksichtigung der Schuldzinsen im Rahmen der Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung und den Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb&quot; nur auf die f&uuml;r das Streitjahr nicht einschl&auml;gigen Feststellungen zum Darlehen bezogen sind oder auch die urspr&uuml;nglichen zutreffenden Erw&auml;gungen zum Konto 705 umfassten. Jedenfalls konnte ein objektiver Empf&auml;nger die Einspruchsentscheidung nicht in dem Sinn verstehen, das FA halte die urspr&uuml;nglichen (zutreffenden) Erw&auml;gungen nicht mehr aufrecht (vgl. &sect;&nbsp;44 FGO). Das FA hat im Tatbestand seiner Einspruchsentscheidung die Feststellungen zu beiden Darlehen (705 und 707) angesprochen. In den Gr&uuml;nden der Einspruchsentscheidung sind keine Ausf&uuml;hrungen enthalten, wonach an den urspr&uuml;nglichen dem X bekannt gegebenen Erw&auml;gungen (s. oben bei II.2.b&nbsp;bb) nicht mehr festgehalten werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei einer solchen Sachlage war das FA gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;102 Satz&nbsp;2 FGO befugt, die von ihm bereits im Verwaltungsverfahren angestellten zutreffenden Erw&auml;gungen hinsichtlich des Verwaltungsakts zu verdeutlichen (Gr&auml;ber\/von&nbsp;Groll, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;102 Rz&nbsp;20). Dies hat das FA getan, indem es im Klageverfahren seine Erw&auml;gungen hinsichtlich der &uuml;ber das Konto 705 gebuchten Schuldzinsen als ma&szlig;geblichen Grund f&uuml;r die Pr&uuml;fungserweiterung hervorgehoben hat. Mit seiner Klageerwiderung hat das FA nichts in das Verfahren eingef&uuml;hrt, was den Rahmen des &sect;&nbsp;102 Satz&nbsp;2 FGO h&auml;tte sprengen k&ouml;nnen, sondern lediglich an Stelle der bisherigen Begr&uuml;ndungsbruchst&uuml;cke pr&auml;zise und korrekt mitgeteilt, warum die Pr&uuml;fungserweiterung erlassen wurde und erlassen werden durfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Jedenfalls bei Vorliegen einer solchen Konstellation war die Verdeutlichung der Ermessenserw&auml;gungen im Rahmen des finanzgerichtlichen Verfahrens auch nicht deshalb ausgeschlossen, weil Gegenstand des Prozesses eine die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Verwaltungsakts betreffende Fortsetzungsfeststellungsklage war (die M&ouml;glichkeit der Erg&auml;nzung von Ermessenserw&auml;gungen bejahend: BVerwG-Beschluss vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2000&nbsp;&nbsp;2&nbsp;B&nbsp;98\/99, Neue Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht 2000, 1186; Wolff in Sodann\/ Ziekow, Verwaltungsgerichtsordnung, &sect;&nbsp;114 Rz&nbsp;206; a.A.: Bamberger in Wysk, Verwaltungsgerichtsordnung, &sect;&nbsp;114 Rz 29; Knauff in G&auml;rditz, Verwaltungsgerichtsordnung, &sect;&nbsp;114 Rz&nbsp;41; Decker in Posser\/Wolff, Verwaltungsgerichtsordnung, &sect;&nbsp;114 Rz&nbsp;43.1, und auch Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;102 FGO Rz&nbsp;75).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Es spricht nichts daf&uuml;r, dass nach Auffassung der Rechtsbehelfsstelle des FA nur beide Gr&uuml;nde zusammen die Entscheidung rechtfertigen sollten. Vielmehr ist angesichts der Umst&auml;nde des Streitfalls davon auszugehen, dass das FA die Entscheidung zur Pr&uuml;fungserweiterung (weiterhin) auch dann getroffen h&auml;tte, wenn es nicht fehlerhaft davon ausgegangen w&auml;re, die Erwartung nicht unerheblicher &Auml;nderungen der Besteuerungsgrundlagen im Streitjahr 2007 auch mit den zu Unrecht als Betriebsausgaben ber&uuml;cksichtigten Schuldzinsen f&uuml;r das (private) Darlehen &quot;707&quot; begr&uuml;nden zu k&ouml;nnen. Dies folgt neben den Tatsachenfeststellungen zum Darlehen &quot;705&quot; auch daraus, dass das FA in der Einspruchsentscheidung Bezug auf die BFH-Rechtsprechung zum Ausma&szlig; der zu erwartenden Mehrsteuern genommen hat. Ihm war damit bewusst, dass in betraglicher Hinsicht jeder Sachverhalt f&uuml;r sich allein eine Pr&uuml;fungserweiterung rechtfertigte, es insoweit mithin gerade keiner Kumulation bedurfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat entscheidet mit Einverst&auml;ndnis der Beteiligten ohne m&uuml;ndliche Verhandlung (&sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.9.2014, X R 30\/13 Erweiterung des Pr&uuml;fungszeitraums einer Au&szlig;enpr&uuml;fung wegen der Erwartung nicht unerheblicher &Auml;nderungen der Besteuerungsgrundlagen &#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer Ermessensentscheidung &#8211; berechtigtes Interesse an der Feststellung der Rechtswidrigkeit einer nach Abschluss der Au&szlig;enpr&uuml;fung erledigten Pr&uuml;fungsanordnung Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erzielte u.a. aufgrund einer Betriebsaufspaltung Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb. 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