{"id":63873,"date":"2015-01-09T07:38:51","date_gmt":"2015-01-09T05:38:51","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63873"},"modified":"2015-01-09T07:38:51","modified_gmt":"2015-01-09T05:38:51","slug":"i-r-83-12-keine-bindung-an-feststellungen-in-einem-vorprozess-zurueckverweisung-der-sache-an-das-fg-wegen-verfahrensfehlerhaft-zustande-gekommener-feststellungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-83-12-keine-bindung-an-feststellungen-in-einem-vorprozess-zurueckverweisung-der-sache-an-das-fg-wegen-verfahrensfehlerhaft-zustande-gekommener-feststellungen\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;83\/12 &#8211; Keine Bindung an Feststellungen in einem Vorprozess &#8211; Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG wegen verfahrensfehlerhaft zustande gekommener Feststellungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.9.2014, I R 83\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Bindung an Feststellungen in einem Vorprozess &#8211; Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG wegen verfahrensfehlerhaft zustande gekommener Feststellungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers und Revisionskl&auml;gers (Kl&auml;ger) aus dessen in Polen ans&auml;ssigem Einzelunternehmen im Inland zu versteuern sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger lebte mit seiner damaligen Ehefrau (E) und den beiden gemeinsamen Kindern seit 1994 in einem den Ehegatten je zur H&auml;lfte geh&ouml;renden Haus im Inland. In welchem Umfang der Kl&auml;ger dort im Streitjahr (1999) noch lebte bzw. ob er seinen Lebensmittelpunkt in dieser Zeit bereits in Polen hatte, ist zwischen den Beteiligten im Streit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger unterhielt u.a. im Streitjahr im Inland einen Gewerbebetrieb, der den Vertrieb und den Export von Textilien zum Gegenstand hatte. Au&szlig;erdem betrieb er in Polen das Einzelunternehmen M &#8211;das sich mit Lohnveredelung und dem Handel mit Konfektionsware befasste&#8211;. Mit M erwirtschaftete der Kl&auml;ger im Streitjahr einen Gewinn von umgerechnet 385.527&nbsp;DM; die Gewinn- und Verlustrechnung weist Handelsums&auml;tze von 5.516.390 polnischen Z&#322;oty (PLN), Finanzertr&auml;ge von 15.965.027&nbsp;PLN und &quot;sonstige betriebliche Ertr&auml;ge&quot; von 425.768&nbsp;PLN aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr behandelten der Kl&auml;ger und E die von M herr&uuml;hrenden Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers als unter Progressionsvorbehalt steuerfrei. Dem folgte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nicht; er erlie&szlig; einen Steuerbescheid, in dem der Kl&auml;ger und E zusammen zur Einkommensteuer veranlagt und die genannten Eink&uuml;nfte in die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer einbezogen wurden. Die gegen diesen Bescheid gerichtete Klage wies das Finanzgericht (FG) ab (FG K&ouml;ln, Urteil vom 7.&nbsp;Juni 2006&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;6348\/02, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2006, 1490). Nachdem der erkennende Senat jenes FG-Urteil mit Urteil vom 24.&nbsp;Juli 2007 I&nbsp;R&nbsp;64\/06 (BFH\/NV 2007, 1893) aufgehoben und die Sache an das FG zur&uuml;ckverwiesen hatte, weil nicht gekl&auml;rt war, ob im Streitjahr noch die Voraussetzungen f&uuml;r eine Zusammenveranlagung der Eheleute gegeben waren, hob das FG den Bescheid wegen Fehlens der Voraussetzungen f&uuml;r eine Zusammenveranlagung auf (Urteil vom 14.&nbsp;Februar 2008&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;3320\/07).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erlie&szlig; daraufhin im Juli 2008 die nunmehr streitgegenst&auml;ndlichen, den Kl&auml;ger einzeln veranlagenden Bescheide (Einkommensteuer 1999, gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur Einkommensteuer auf den 31.&nbsp;Dezember 1999 und auf den 31.&nbsp;Dezember 2001), in denen es wiederum die von M stammenden Eink&uuml;nfte in die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer einbezog. In seiner dagegen erhobenen Klage macht der Kl&auml;ger erneut geltend, trotz zun&auml;chst anderslautender Angaben gegen&uuml;ber dem FA seinen ausschlie&szlig;lichen Wohnsitz, jedenfalls aber seinen Lebensmittelpunkt im Streitjahr in Polen gehabt zu haben. Au&szlig;erdem ist er weiterhin der Auffassung, die von M stammenden Eink&uuml;nfte seien in der Bundesrepublik Deutschland aufgrund des im Streitjahr anzuwendenden Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik Polen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen vom 18.&nbsp;Dezember 1972 (BGBl II 1975, 645, BStBl I 1975, 666) i.d.F. des Protokolls vom 24.&nbsp;Oktober 1979 (BGBl II 1981, 306, BStBl I 1981, 466) &#8211;DBA-Polen 1972\/1979&#8211; nicht im Rahmen der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer, sondern nur im Rahmen des Progressionsvorbehalts zu ber&uuml;cksichtigen. Das FG K&ouml;ln hat die Klage mit Urteil vom 22.&nbsp;November 2011&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;4200\/08 (EFG 2013, 637) als unbegr&uuml;ndet abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen dieses FG-Urteil richtet sich die Revision des Kl&auml;gers, mit der dieser die Verletzung materiellen Rechts geltend macht und Verfahrensm&auml;ngel r&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen, hilfsweise, die angefochtenen Bescheide ersatzlos aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist im Hinblick auf den Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zum 31.&nbsp;Dezember 2001 unbegr&uuml;ndet und deshalb in diesem Punkt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Im &Uuml;brigen ist die Revision begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt insoweit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. In Bezug auf den Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur Einkommensteuer auf den 31.&nbsp;Dezember 2001 hat das FG die Klage im Ergebnis zu Recht abgewiesen. Die Einwendungen des Kl&auml;gers betreffen der Sache nach ausschlie&szlig;lich die H&ouml;he der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer 1999. Soweit diese mittelbar letztlich auch die H&ouml;he des festzustellenden verbleibenden Verlustabzugs zum 31.&nbsp;Dezember 2001 beeinflusst, beruht dies darauf, dass der Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs des jeweiligen Vorjahrs Grundlagenbescheid f&uuml;r den Bescheid des jeweiligen Folgejahrs ist (&sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes 1997 i.d.F. des Steuerentlastungsgesetzes 1999\/2000\/2002 vom 24.&nbsp;M&auml;rz 1999, BGBl I 1999, 402, BStBl I 1999, 304 &#8211;EStG 1997&#8211;, &sect;&nbsp;182 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;). Die diesbez&uuml;glichen Einwendungen k&ouml;nnen deshalb gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;42 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;2 AO nur im Rechtsbehelfsverfahren gegen jenen Bescheid geltend gemacht werden, in dem der Verlustabzug fehlerhaft ermittelt worden ist, nicht aber in den Verfahren gegen die Folgebescheide (vgl. z.B. Senatsurteile vom 20.&nbsp;April 2011 I&nbsp;R&nbsp;2\/10, BFHE 233, 251, BStBl II 2011, 761; vom 12.&nbsp;Oktober 2010 I&nbsp;R&nbsp;99\/09, BFH\/NV 2011, 650, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Hinblick auf die Festsetzung der Einkommensteuer 1999 und die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zum 31.&nbsp;Dezember 1999 ist die Revision begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG. Das Urteil beruht insoweit auf einem Verfahrensmangel und kann deshalb keinen Bestand haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG hat angenommen, der Kl&auml;ger sei im Streitjahr unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 EStG 1997. Diese Feststellung ist verfahrensfehlerhaft zustande gekommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ausweislich der Entscheidungsgr&uuml;nde des angefochtenen Urteils meinte die Vorinstanz, die Frage des inl&auml;ndischen Wohnsitzes des Kl&auml;gers im vorliegenden Verfahren &quot;nicht erneut &uuml;berpr&uuml;fen&quot; zu m&uuml;ssen, nachdem der erkennende Senat die unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht des Kl&auml;gers in seinem Urteil in BFH\/NV 2007, 1893 bereits bejaht habe. Dem kann nicht beigepflichtet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG war vielmehr gehalten, im streitgegenst&auml;ndlichen Verfahren das Vorliegen der Voraussetzungen der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht des Kl&auml;gers erneut zu pr&uuml;fen. Zwar hatte der Senat in dem Urteil in BFH\/NV 2007, 1893 revisionsrechtlich von der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht des Kl&auml;gers auszugehen. Denn das FG hatte in dem vorangegangenen Urteil vom 7.&nbsp;Juni 2006 im Verfahren 10&nbsp;K&nbsp;6348\/02 verfahrensfehlerfrei festgestellt, dass der Kl&auml;ger sich nicht nur besuchsweise in dem ehemals gemeinsamen Haus der Eheleute aufgehalten, sondern dieses weiterhin &quot;als eigenes&quot; genutzt habe. Im vorliegenden Verfahren besteht eine verfahrensrechtliche Bindung an die fr&uuml;heren Feststellungen indessen nicht. Nachdem der Senat das seinerzeitige FG-Urteil aufgehoben und die Sache gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO an das FG zur&uuml;ckverwiesen hatte, bestand schon im zweiten Rechtsgang dieses Vorprozesses keine Beschr&auml;nkung auf den Streitstoff, der dem Senat seinerzeit vorgelegen hatte; die Beteiligten h&auml;tten im zweiten Rechtsgang zur Frage des inl&auml;ndischen Wohnsitzes vielmehr auch neue Tatsachen vortragen oder neue Beweismittel anbieten k&ouml;nnen, denen das FG h&auml;tte nachgehen m&uuml;ssen (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;126 Rz&nbsp;20, m.w.N.). Erst recht besteht im vorliegenden Rechtsstreit keine verfahrensrechtliche Bindung an die tatrichterlichen Feststellungen im Vorprozess. Denn bei der Klage gegen den Einzelveranlagungsbescheid des FA vom Juli 2008 handelt es sich um ein eigenst&auml;ndiges Verfahren, in dem keine formalen Bindungen an die Feststellungen des FG in dem fr&uuml;heren Verfahren (betreffend den vom FG inzwischen rechtskr&auml;ftig aufgehobenen Zusammenveranlagungsbescheid) bestehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mithin h&auml;tte das FG im hiesigen Verfahren eigenst&auml;ndige &Uuml;berlegungen und Feststellungen zur Frage der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht anstellen und dabei das tats&auml;chliche Vorbringen des Kl&auml;gers zu dieser Frage zur Kenntnis nehmen und in Erw&auml;gung ziehen m&uuml;ssen. Indem die Vorinstanz dies unterlassen hat, hat sie den Anspruch des Kl&auml;gers auf Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs verletzt (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO, Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes) und au&szlig;erdem sein Ergebnis unter Verletzung von &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO nicht aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnen. Da nicht ausgeschlossen ist, dass das FG bei einer eigenst&auml;ndigen W&uuml;rdigung des Sachverhalts unter Ber&uuml;cksichtigung des Vorbringens des Kl&auml;gers (gegebenenfalls nach Durchf&uuml;hrung einer Beweisaufnahme) zu einem abweichenden Ergebnis gekommen w&auml;re, ist der Verfahrensmangel als urs&auml;chlich f&uuml;r das in dem angefochtenen Urteil gefundene Ergebnis anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Da die Sache ohnehin der Zur&uuml;ckverweisung unterliegt, bedarf es keiner Entscheidung des Senats, ob auch die weiteren Verfahrensr&uuml;gen des Kl&auml;gers (zu den Feststellungen des FG hinsichtlich der Voraussetzungen der Ans&auml;ssigkeitsfiktion des Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a DBA-Polen 1972\/1979) begr&uuml;ndet sind. Auch insoweit gilt im &Uuml;brigen f&uuml;r den zweiten Rechtsgang, dass eine Bindung an den bisherigen Streitstoff nicht besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine Entscheidung des Senats &uuml;ber die materiell-rechtliche Frage, ob die durch M bezogenen Ertr&auml;ge zur Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer des Kl&auml;gers gerechnet werden k&ouml;nnen, ist beim gegenw&auml;rtigen Verfahrensstand nicht veranlasst. Denn dies k&ouml;nnte allenfalls in Erw&auml;gung gezogen werden, wenn der Kl&auml;ger im Streitjahr im Inland unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig gewesen w&auml;re und wenn er au&szlig;erdem nach Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a DBA-Polen 1972\/1979 als im Streitjahr im Inland ans&auml;ssig gegolten h&auml;tte. Die diesbez&uuml;glichen Feststellungen m&uuml;ssen vom FG im zweiten Rechtsgang noch getroffen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers w&auml;re die Sache auch dann nicht (im Sinne einer Klagestattgabe) entscheidungsreif, wenn die von M stammenden Ertr&auml;ge aus den vom Kl&auml;ger angef&uuml;hrten oder aus anderen Gr&uuml;nden nicht zur Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer geh&ouml;ren w&uuml;rden. Denn auch in diesem Fall hinge die zutreffende Bemessung der Einkommensteuer noch davon ab, ob der Kl&auml;ger im Inland unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig gewesen ist. Bei unbeschr&auml;nkter Steuerpflicht w&auml;ren die &uuml;ber M vom Kl&auml;ger bezogenen Eink&uuml;nfte zumindest bei der Bemessung des Steuersatzes im Rahmen des Progressionsvorbehalts zu ber&uuml;cksichtigen (&sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG 1997 i.V.m. Art.&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;2 DBA-Polen 1972\/1979). Bei lediglich beschr&auml;nkter Steuerpflicht des Kl&auml;gers blieben diese Eink&uuml;nfte hingegen g&auml;nzlich ohne Einfluss auf die H&ouml;he der festzusetzenden Einkommensteuer. Zur Entscheidung des Rechtsstreits muss mithin in jedem Fall zun&auml;chst gekl&auml;rt werden, ob der Kl&auml;ger im Streitjahr unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig war oder nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.9.2014, I R 83\/12 Keine Bindung an Feststellungen in einem Vorprozess &#8211; Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG wegen verfahrensfehlerhaft zustande gekommener Feststellungen Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Streitig ist, ob die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers und Revisionskl&auml;gers (Kl&auml;ger) aus dessen in Polen ans&auml;ssigem Einzelunternehmen im Inland zu versteuern sind. 2&nbsp; Der Kl&auml;ger lebte &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-83-12-keine-bindung-an-feststellungen-in-einem-vorprozess-zurueckverweisung-der-sache-an-das-fg-wegen-verfahrensfehlerhaft-zustande-gekommener-feststellungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;83\/12 &#8211; Keine Bindung an Feststellungen in einem Vorprozess &#8211; Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG wegen verfahrensfehlerhaft zustande gekommener Feststellungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-63873","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63873","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63873"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63873\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63873"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63873"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63873"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}