{"id":63875,"date":"2015-01-09T07:38:47","date_gmt":"2015-01-09T05:38:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63875"},"modified":"2015-01-09T07:38:47","modified_gmt":"2015-01-09T05:38:47","slug":"ii-b-52-14-festsetzung-der-kraftfahrzeugsteuer-im-insolvenzverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-52-14-festsetzung-der-kraftfahrzeugsteuer-im-insolvenzverfahren\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;52\/14 &#8211; Festsetzung der Kraftfahrzeugsteuer im Insolvenzverfahren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.9.2014, II B 52\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Festsetzung der Kraftfahrzeugsteuer im Insolvenzverfahren<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der w&auml;hrend des Beschwerdeverfahrens eingetretene &Uuml;bergang der Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die Kraftfahrzeugsteuer auf das Hauptzollamt f&uuml;hrt ohne Verfahrensunterbrechung zu einem gesetzlichen Beteiligtenwechsel (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29.&nbsp;November 2007 IV&nbsp;R&nbsp;73\/02, BFHE 220, 70, BStBl II 2008, 407, und vom 11.&nbsp;September 2008 VI&nbsp;R&nbsp;63\/04, BFH\/NV 2008, 2018, sowie BFH-Beschluss vom 15.&nbsp;Januar 2014 V&nbsp;B&nbsp;31\/13, BFH\/NV 2014, 522).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) geltend gemachten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision liegen, soweit sie &uuml;berhaupt in einer den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) gen&uuml;genden Weise dargelegt wurden, nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Rechtsfrage ist grunds&auml;tzlich bedeutsam, wenn ihre Beantwortung durch den BFH aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit oder der Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt. Dabei muss es sich um eine aus rechtssystematischen Gr&uuml;nden bedeutsame Frage handeln, die kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im zu erwartenden Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig ist (BFH-Beschl&uuml;sse vom 21.&nbsp;April 2010 IV&nbsp;B&nbsp;32\/09, BFH\/NV 2010, 1469, und vom 26.&nbsp;Juni 2013 III&nbsp;B&nbsp;5\/13, BFH\/NV 2013, 1386, Rz&nbsp;3). Eine Rechtsfrage ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, wenn sie sich ohne Weiteres aus dem Gesetz beantworten l&auml;sst oder wenn sie bereits durch die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung hinreichend gekl&auml;rt ist und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung durch den BFH erforderlich machen (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 1.&nbsp;Februar 2013 III&nbsp;B&nbsp;222\/11, BFH\/NV 2013, 727, Rz&nbsp;3, und in BFH\/NV 2013, 1386, Rz&nbsp;3).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Es kann dahinstehen, ob der Kl&auml;ger diese Voraussetzungen in einer den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gen&uuml;genden Weise schl&uuml;ssig dargelegt hat. Jedenfalls ist die von ihm aufgeworfene Rechtsfrage nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die insolvenzrechtliche Behandlung vor Insolvenzer&ouml;ffnung entrichteter Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r ein zur Insolvenzmasse des Schuldners geh&ouml;rendes Fahrzeug ist bereits durch die Rechtsprechung des BFH gekl&auml;rt. Danach ist die Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r einen Entrichtungszeitraum, in den die Insolvenzer&ouml;ffnung f&auml;llt, auf die Zeit vor und die Zeit nach der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens aufzuteilen (BFH-Urteil vom 16.&nbsp;November 2004 VII&nbsp;R&nbsp;62\/03, BFHE 207, 371, BStBl II 2005, 309; BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;November 2013 VII&nbsp;B&nbsp;243\/12, BFH\/NV 2014, 581, Rz&nbsp;8). Dies gilt unabh&auml;ngig davon, dass sich mit der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens die Haltereigenschaft des Insolvenzschuldners nicht &auml;ndert (BFH-Urteil in BFHE 207, 371, BStBl II 2005, 309, Rz&nbsp;8&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 der Insolvenzordnung (InsO) geht das Recht des Schuldners, das zur Insolvenzmasse geh&ouml;rende Verm&ouml;gen (&sect;&nbsp;35 Abs.&nbsp;1 InsO) zu verwalten, mit der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens auf den Insolvenzverwalter &uuml;ber. Der Insolvenzverwalter hat als Verm&ouml;gensverwalter nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 i.V.m. Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) die steuerlichen Pflichten des Schuldners zu erf&uuml;llen, soweit seine Verwaltung reicht. Als Verm&ouml;gensverwalter ist der Insolvenzverwalter Steuerpflichtiger (&sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 AO) und richtiger Bekanntgabe- und Inhaltsadressat von Steuerbescheiden, mit denen eine Finanzbeh&ouml;rde bestehende Masseverbindlichkeiten geltend macht (BFH-Urteil vom 8.&nbsp;September 2011 II&nbsp;R&nbsp;54\/10, BFHE 235, 1, BStBl II 2012, 149). Das gilt auch f&uuml;r die Kraftfahrzeugsteuer, die auf den Zeitraum nach Insolvenzer&ouml;ffnung entf&auml;llt. Diese ist Masseverbindlichkeit, solange das Kraftfahrzeug zur Insolvenzmasse geh&ouml;rt und nicht an den Schuldner freigegeben wurde (BFH-Urteil in BFHE 235, 1, BStBl II 2012, 149).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einordnung der Kraftfahrzeugsteuer entweder als Insolvenzforderung oder als Masseverbindlichkeit oder &#8211;nach entsprechender Freigabe durch den Insolvenzverwalter&#8211; als au&szlig;erhalb der Insolvenzmasse neu begr&uuml;ndete Steuerschuld macht es bei unver&auml;nderter Haltereigenschaft des Insolvenzschuldners erforderlich, die Steuer f&uuml;r die Zeit nach Insolvenzer&ouml;ffnung bis zur Abmeldung oder Freigabe in entsprechender Anwendung des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes gegen den Insolvenzverwalter neu festzusetzen. Das folgt aus dem Vorrang der Insolvenzordnung und hat zur Folge, dass der vor Verfahrenser&ouml;ffnung im Voraus entrichtete Betrag der Insolvenzmasse zu erstatten ist (BFH-Urteil in BFHE 207, 371, BStBl II 2005, 309; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2014, 581, Rz&nbsp;11).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Zulassung der Revision zur Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO) setzt voraus, dass &uuml;ber bisher ungekl&auml;rte Rechtsfragen zu entscheiden ist. Dieser Zulassungsgrund konkretisiert den des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO. Es gelten insoweit die zur Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO h&ouml;chstrichterlich entwickelten Darlegungsanforderungen (BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;Januar 2014 X&nbsp;B&nbsp;181\/13, BFH\/NV 2014, 523, Rz&nbsp;13). Diese hat der Kl&auml;ger nicht erf&uuml;llt. Er hat die einschl&auml;gigen Entscheidungen (vgl. BFH-Urteile in BFHE 207, 371, BStBl II 2005, 309; in BFHE 235, 1, BStBl II 2012, 149, und BFH-Beschluss in BFH\/NV 2014, 581) weder zitiert noch sich mit ihnen inhaltlich auseinandergesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Kl&auml;ger legt schlie&szlig;lich auch nicht schl&uuml;ssig dar, wes-halb die Revision seiner Ansicht nach zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO) erforderlich ist. Zur schl&uuml;ssigen Darlegung einer Divergenzr&uuml;ge geh&ouml;rt u.a. eine hinreichend genaue Bezeichnung einer vermeintlichen Divergenzentscheidung sowie die Gegen&uuml;berstellung tragender, abstrakter Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil des Finanzgerichts einerseits und aus den behaupteten Divergenzentscheidungen andererseits, um eine Abweichung deutlich erkennbar zu machen (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2014, 523, Rz&nbsp;15, m.w.N.). Der Kl&auml;ger benennt jedoch keine Divergenzentscheidung, sondern behauptet lediglich, die Revision sei zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Entscheidung ergeht im &Uuml;brigen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO ohne Angabe weiterer Gr&uuml;nde, insbesondere ohne Darstellung des Tatbestands.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.9.2014, II B 52\/14 Festsetzung der Kraftfahrzeugsteuer im Insolvenzverfahren Gr&uuml;nde 1&nbsp; I. Der w&auml;hrend des Beschwerdeverfahrens eingetretene &Uuml;bergang der Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die Kraftfahrzeugsteuer auf das Hauptzollamt f&uuml;hrt ohne Verfahrensunterbrechung zu einem gesetzlichen Beteiligtenwechsel (vgl. 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