{"id":63892,"date":"2015-01-09T07:40:02","date_gmt":"2015-01-09T05:40:02","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63892"},"modified":"2015-01-09T07:40:02","modified_gmt":"2015-01-09T05:40:02","slug":"i-r-39-13-aenderung-der-steuerfestsetzung-nach-rechtskraeftiger-bestaetigung-eines-insolvenzplanes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-39-13-aenderung-der-steuerfestsetzung-nach-rechtskraeftiger-bestaetigung-eines-insolvenzplanes\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;39\/13 &#8211; &Auml;nderung der Steuerfestsetzung nach rechtskr&auml;ftiger Best&auml;tigung eines Insolvenzplanes"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.10.2014, I R 39\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">&Auml;nderung der Steuerfestsetzung nach rechtskr&auml;ftiger Best&auml;tigung eines Insolvenzplanes<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die nachinsolvenzliche &Auml;nderung einer vorinsolvenzlich erfolgten K&ouml;rperschaftsteuerfestsetzung gem&auml;&szlig; &sect; 164 Abs. 2 AO ist nach rechtskr&auml;ftiger Best&auml;tigung eines Insolvenzplanes, der die vom FA angemeldete und im Pr&uuml;fungstermin vom Steuerpflichtigen nicht bestrittene K&ouml;rperschaftsteuerforderung erfasst, nicht mehr zul&auml;ssig.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) verpflichtet ist, nach Abschluss eines Insolvenzverfahrens den K&ouml;rperschaftsteuerbescheid f&uuml;r 2008 nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) zu &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) betreibt in der Rechtsform einer AG ein Unternehmen der Beschichtungstechnologie. Durch Beschluss des Amtsgerichts A vom 1.&nbsp;September 2009 wurde auf ihren Antrag hin das Insolvenzverfahren &uuml;ber ihr Verm&ouml;gen er&ouml;ffnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weil sie f&uuml;r das Jahr 2008 zun&auml;chst keine Steuererkl&auml;rungen abgegeben hatte, sch&auml;tzte das FA die Besteuerungsgrundlagen. Es ging hierbei von dem Zahlenmaterial aus, das die Kl&auml;gerin in ihrem Antrag auf Anpassung der K&ouml;rperschaft&#8211; und Gewerbesteuervorauszahlungen ab 2008 mitgeteilt hatte. Das von der Kl&auml;gerin angegebene k&ouml;rperschaftsteuerrechtliche Einkommen f&uuml;r 2008 in H&ouml;he von 3.117.029&nbsp;EUR erh&ouml;hte das FA um Zinsaufwendungen in H&ouml;he von 500.000&nbsp;EUR, die aus seiner Sicht nicht zum Betriebsausgabenabzug zuzulassen waren. Auf dieser Grundlage setzte es die K&ouml;rperschaftsteuer f&uuml;r 2008 mit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 AO unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehenden Bescheid vom 30.&nbsp;Juli 2009 auf 542.554&nbsp;EUR fest. Nach Abzug der von der Kl&auml;gerin bereits im Vorauszahlungswege geleisteten Zahlungen in H&ouml;he von 458.552&nbsp;EUR verblieb eine noch zu entrichtende Abschlusszahlung in H&ouml;he von 84.002&nbsp;EUR. Diesen Betrag sowie die Nachzahlung des Solidarit&auml;tszuschlags zur K&ouml;rperschaftsteuer 2008 in H&ouml;he von 4.620,47&nbsp;EUR meldete das FA im Rahmen des Insolvenzverfahrens zur Insolvenztabelle an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin legte mit Schreiben vom 17.&nbsp;August 2009 Einspruch gegen den K&ouml;rperschaftsteuerbescheid f&uuml;r 2008 ein. Zur Begr&uuml;ndung trug sie im Wesentlichen vor, f&uuml;r das Jahr 2008 ergebe sich, wie der dem Einspruchsschreiben beigef&uuml;gten vorl&auml;ufigen Gewinn- und Verlustrechnung zu entnehmen sei, ein negatives zu versteuerndes Einkommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den vom FA zur Insolvenztabelle angemeldeten Forderungsbetr&auml;gen zur K&ouml;rperschaftsteuer 2008 wurde seitens der Kl&auml;gerin nicht widersprochen. Allerdings widersprach der Insolvenzverwalter zun&auml;chst der Forderung. Er nahm den Widerspruch sp&auml;ter zur&uuml;ck und die Forderung wurde als festgestellt in die Insolvenztabelle eingetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA sah daraufhin den Einspruch vom 17.&nbsp;August 2009 gegen den K&ouml;rperschaftsteuerbescheid 2008 als erledigt an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Insolvenzverfahrens beauftragten die Gl&auml;ubiger den Insolvenzverwalter, einen Insolvenzplan zu erstellen. Ziel des daraufhin entworfenen Planes war die Fortf&uuml;hrung des Gesch&auml;ftsbetriebes der Kl&auml;gerin und damit die Erhaltung des Unternehmens und der Arbeitspl&auml;tze auf der Grundlage einer leistungswirtschaftlich orientierten Sanierung und finanzwirtschaftlichen Reorganisation unter Zustimmung der Gl&auml;ubiger. Der Insolvenzplan wurde rechtskr&auml;ftig gerichtlich best&auml;tigt und erf&uuml;llt. Nach den Regeln dieses Insolvenzplanes wurden die seitens des FA als Gl&auml;ubiger der Gruppe&nbsp;3 zur Insolvenztabelle angemeldeten Forderungen, soweit diese festgestellt worden waren, mit einer Quote von X.&nbsp;% bedient.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Planbest&auml;tigung wurde das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der Kl&auml;gerin durch Beschluss des Amtsgerichts A im&nbsp;Mai 2011 aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Oktober desselben Jahres reichte die Kl&auml;gerin den Jahresabschluss und die Steuererkl&auml;rungen f&uuml;r das Streitjahr beim FA ein. Aus den Unterlagen ergab sich ein k&ouml;rperschaftsteuerrechtliches Einkommen von .\/.&nbsp;194.175&nbsp;EUR. Das FA wertete dieses Schreiben als Antrag auf &Auml;nderung des K&ouml;rperschaftsteuerbescheids f&uuml;r 2008 vom 3.&nbsp;Juli 2009, den es allerdings ablehnte. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte die Beh&ouml;rde im Wesentlichen aus, dass die Forderung aus dem K&ouml;rperschaftsteuerbescheid im Insolvenzverfahren widerspruchsfrei festgestellt worden sei und der Tabelleneintrag f&uuml;r die festgestellten Forderungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;178 Abs.&nbsp;3 der Insolvenzordnung (InsO) wie ein rechtskr&auml;ftiges Urteil gegen&uuml;ber allen Beteiligten wirke. &Auml;nderungen seien nur noch nach den Vorschriften der Zivilprozessordnung &#8211;vorliegend unter den Voraussetzungen einer Restitutionsklage&#8211; m&ouml;glich. Eine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO scheide daher aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrem Einspruch und der anschlie&szlig;end erhobenen Verpflichtungsklage beharrte die Kl&auml;gerin auf ihrer Auffassung, dass der K&ouml;rperschaftsteuerbescheid 2008 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO zu &auml;ndern sei. Das Finanzgericht (FG) K&ouml;ln schloss sich mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2013, 1371 ver&ouml;ffentlichten Urteil vom 8.&nbsp;Mai 2013&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;3191\/12 im Wesentlichen der Argumentation des FA an und wies die Klage ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Revision, mit der die Kl&auml;gerin eine Verletzung des &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO r&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, das Urteil der Vorinstanz sowie den Ablehnungsbescheid vom 29.&nbsp;Februar 2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 26.&nbsp;September 2012 aufzuheben und das FA zu verpflichten, die K&ouml;rperschaftsteuer f&uuml;r 2008 auf 0&nbsp;EUR festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das FG ist im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen, dass der K&ouml;rperschaftsteuerbescheid 2008 nicht ge&auml;ndert werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;251 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO bleiben die Vorschriften der Insolvenzordnung unber&uuml;hrt; sie gehen daher den Regelungen der Abgabenordnung vor. Abweichend wiederum von den Vorschriften der Insolvenzordnung k&ouml;nnen die Befriedigung der absonderungsberechtigten Gl&auml;ubiger und der Insolvenzgl&auml;ubiger, die Verwertung der Insolvenzmasse und deren Verteilung an die Beteiligten sowie die Verfahrensabwicklung und die Haftung des Schuldners in einem Insolvenzplan geregelt werden (&sect;&nbsp;217 Satz&nbsp;1 InsO). Mit der Rechtskraft der Best&auml;tigung eines solchen Planes treten die in dessen gestaltendem Teil festgelegten Wirkungen f&uuml;r und gegen alle Beteiligten ein (&sect;&nbsp;254 Abs.&nbsp;1 InsO). Der Plan bildet fortan die allein ma&szlig;gebliche Grundlage f&uuml;r die gesamte Verm&ouml;gens- und Haftungsabwicklung und auch die betroffenen Abgabenforderungen unterliegen nur noch dessen Festlegungen (M&uuml;nchKommInsO\/Huber, 3.&nbsp;Aufl., Band&nbsp;3, &sect;&nbsp;254 Rz&nbsp;16; M&uuml;nchKommInsO\/Sch&uuml;ppen\/Ruh, a.a.O., Insolvenzsteuerrecht Rz&nbsp;243; &auml;hnlich Bartone, Der AO-Steuer-Berater &#8211;AO-StB&#8211; 2005, 155).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. b) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;257 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InsO k&ouml;nnen die Insolvenzgl&auml;ubiger, deren Forderungen festgestellt und nicht vom Schuldner im Pr&uuml;ftermin bestritten worden sind, aus dem rechtskr&auml;ftig best&auml;tigten Insolvenzplan in Verbindung mit der Eintragung in die Tabelle wie aus einem vollstreckbaren Urteil die Zwangsvollstreckung gegen den Schuldner betreiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Finanzbeh&ouml;rden werden mit ihren Forderungen mangels abweichender gesetzlicher Regelungen im Insolvenzplanverfahren wie andere Insolvenzgl&auml;ubiger behandelt. Sie unterliegen wie diese der Gruppenbildung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;222 InsO und sind innerhalb ihrer Gruppe mit allen Beteiligten gleichzubehandeln (&sect;&nbsp;226 InsO). Erg&auml;nzend zu den Regelungen der Insolvenzordnung bestimmt &sect;&nbsp;251 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO lediglich, dass die Finanzbeh&ouml;rde nach Beendigung des Insolvenzverfahrens berechtigt ist, im Fall des &sect;&nbsp;257 InsO gegen den Schuldner im Verwaltungsweg zu vollstrecken. Mit dieser Regelung hat der Gesetzgeber klargestellt, dass die nachinsolvenzliche Beitreibung der festgestellten Steuerforderung nicht nach den Regeln des zivilprozessualen Vollstreckungsrechts erfolgen muss, sondern im Verwaltungszwangsverfahren durchgef&uuml;hrt werden darf (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 20.&nbsp;Juli 2000 VII&nbsp;B&nbsp;12\/00, BFH\/NV 2001, 144; BTDrucks&nbsp;VI\/1982, 175).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist nach der rechtskr&auml;ftigen Best&auml;tigung eines Insolvenzplanes und der damit verbundenen Aufhebung des Insolvenzverfahrens eine &Auml;nderung der Steuerfestsetzung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO, die zum Wegfall der bereits in der Tabelle und dem Insolvenzplan festgestellten Forderung des FA f&uuml;hren soll, unzul&auml;ssig. Einwendungen des Steuerpflichtigen gegen die Forderung sind durch Bestreiten im Pr&uuml;fungstermin geltend zu machen. Ob und unter welchen Voraussetzungen sonstige &Auml;nderungen einer bereits vor Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens erfolgten Steuerfestsetzung in Betracht zu ziehen sind (z.B. zwecks Ber&uuml;cksichtigung eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses oder eines sp&auml;ter ergangenen Grundlagenbescheids gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;175 AO), bedarf im Streitfall keiner Entscheidung, da vorliegend allein die Korrekturvorschrift des &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO einschl&auml;gig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die rechtsgestaltenden und abschlie&szlig;enden Regelungen des Insolvenzplanes stehen einer nachtr&auml;glichen &Auml;nderung der Steuerfestsetzung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO, die zu einer Erh&ouml;hung, Verringerung oder dem Wegfall der Steuerforderung f&uuml;hren w&uuml;rde, entgegen (a.A. Bartone, AO-StB 2008, 132).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Mit Rechtskraft des Best&auml;tigungsbeschlusses haben die Gl&auml;ubiger nur noch den Anspruch aus dem Plan (K.&nbsp;Schmidt\/ Spliedt, InsO, 18.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;254 Rz&nbsp;2). Dies bedeutet zugleich aber auch, dass eben dieser Anspruch in der angemeldeten H&ouml;he durch den Plan positiv best&auml;tigt wird (vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 19.&nbsp;Januar 2012 IX&nbsp;ZR&nbsp;4\/11, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2012, 669 zum Tabelleneintrag im Regelinsolvenzverfahren) und er &#8211;mit anderen Anspr&uuml;chen&#8211; die alleinige Grundlage der Verm&ouml;gens- und Haftungsabwicklung bildet. Der gestaltende Teil des streitgegenst&auml;ndlichen Planes sieht f&uuml;r die nicht nachrangigen Gl&auml;ubiger, zu denen auch das FA geh&ouml;rt, vor, dass sie (schuldrechtlich) als Abfindungsbetrag auf ihre festgestellten Forderungen eine Quote in H&ouml;he von X.&nbsp;% erhalten. Unter der Zwischen&uuml;berschrift &quot;Dinglicher Vollzug&quot; ist geregelt, dass unter der aufschiebenden Bedingung einer nach dem vorliegenden Insolvenzplan zu zahlenden Quote auf festgestellte Forderungen in H&ouml;he von X.&nbsp;% alle Gl&auml;ubiger gegen&uuml;ber der dies annehmenden Schuldnerin den Verzicht auf alle bis zum 31.&nbsp;August 2009 entstandenen Forderungen erkl&auml;ren. Es kann dahinstehen, ob durch diese Regelungen die Forderungen der nicht nachrangigen Gl&auml;ubiger teilweise in sogenannte Naturalobligationen umgewandelt wurden (Umkehrschluss aus &sect;&nbsp;254 Abs.&nbsp;3 InsO; hierzu BGH-Urteil vom 19.&nbsp;Mai 2011 IX&nbsp;ZR&nbsp;222\/08, HFR 2011, 1380; BFH-Beschluss vom 15.&nbsp;Mai 2013 VII&nbsp;R&nbsp;2\/12, BFH\/NV 2013, 1543), die gegen den Schuldner nicht mehr durchsetzbar sind, oder die Insolvenzforderungen in voller H&ouml;he &#8211;bedingt durch die Zahlung des Abfindungsbetrages&#8211; gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;397 Abs.&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) erloschen sind (vgl. K.&nbsp;Schmidt\/Spliedt, a.a.O., &sect;&nbsp;254 Rz&nbsp;12; Spahlinger in K&uuml;bler\/Pr&uuml;tting\/Bork, InsO, &sect;&nbsp;254 Rz&nbsp;19&nbsp;f., zur streitigen Frage, ob durch ausdr&uuml;ckliche Regelung im Insolvenzplan das Erl&ouml;schen der Forderung geregelt werden kann). In beiden F&auml;llen wird auf die Forderung des FA und die Forderungen der anderen Gl&auml;ubiger in rechtsgestaltender Weise mit Geltung f&uuml;r alle Beteiligten eingewirkt. Daran kann eine sp&auml;tere &Auml;nderung der Steuerfestsetzung, die zu einer Erh&ouml;hung, Verminderung oder dem Wegfall der Steuerforderung f&uuml;hren w&uuml;rde, nichts mehr &auml;ndern. F&uuml;r die in der Literatur vertretene Auffassung, wonach die aufgrund einer nachtr&auml;glich ge&auml;nderten Steuerfestsetzung verminderte Steuerforderung ipso&nbsp;iure die bisher im Insolvenzplan ber&uuml;cksichtigte Steuerforderung ersetzen soll (so Bartone, AO-StB 2008, 132, 136), fehlt die Rechtsgrundlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;251 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO i.V.m. &sect;&nbsp;257 InsO ist schlie&szlig;lich auch zu entnehmen, dass der Eintragung der Steuerforderung in die Tabelle in Verbindung mit der rechtskr&auml;ftigen Best&auml;tigung des Insolvenzplanes nicht lediglich Bedeutung f&uuml;r die Behandlung der Steuerforderung als Insolvenzforderung <em>im<\/em> Insolvenzverfahren (insbesondere Verfahrensteilnahmeberechtigung und Ber&uuml;cksichtigung bei der Verm&ouml;gensverteilung) zukommt (so aber wohl Bartone, AO-StB 2008, 132: ausschlie&szlig;lich insolvenzm&auml;&szlig;ige Feststellung ohne Bindungswirkung f&uuml;r nachfolgende Steuerfestsetzungen). Vielmehr werden durch den Insolvenzplan im Hinblick auf die Altschulden die Beziehungen zwischen dem Schuldner und seinen Gl&auml;ubigern gerade auch mit Wirkung f&uuml;r die Zeit <em>nach<\/em> dem Insolvenzverfahren auf eine neue Rechtsgrundlage gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die bereicherungsrechtlichen Regelungen des Insolvenzplanverfahrens zeigen, dass das FA materiell berechtigt ist, das auf die angemeldete Forderung Gezahlte zu behalten und R&uuml;ckforderungsverlangen in Gestalt eines auf &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO gest&uuml;tzten &Auml;nderungsbegehrens zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Die rechtsgestaltende Umwandlung der Forderung in eine sogenannte Naturalobligation f&uuml;hrt dazu, dass die Forderung ihre Durchsetzbarkeit verliert, sie aber nach wie vor den Rechtsgrund f&uuml;r das Behaltend&uuml;rfen von Zahlungen bildet (BGH-Urteil in HFR 2011, 1380). &sect;&nbsp;254 Abs.&nbsp;3 InsO bestimmt daher, dass der Schuldner die Zuvielleistung nicht zur&uuml;ckverlangen kann, wenn Gl&auml;ubiger weiter gehend befriedigt worden sind, als sie nach dem Plan zu beanspruchen haben. K&ouml;nnen aber selbst auf die Naturalobligation geleistete Zahlungen nicht zur&uuml;ckverlangt werden, dann gilt dies erst recht f&uuml;r den vom FA aufgrund des Insolvenzplanes empfangenen Abfindungsbetrag in H&ouml;he von X&nbsp;% der festgestellten Forderung. Der Insolvenzplan bildet den Rechtsgrund f&uuml;r das Behaltend&uuml;rfen. Damit streitet &sect;&nbsp;254 Abs.&nbsp;3 InsO entgegen der Auffassung der Revision nicht f&uuml;r die sp&auml;tere &Auml;nderbarkeit der Steuerfestsetzung, sondern dagegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Soweit die Kl&auml;gerin davon ausgeht, dass ihr &#8211;ausgehend von einer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO noch festzusetzenden K&ouml;rperschaftsteuer 2008 in H&ouml;he von 0&nbsp;EUR&#8211; materiell ein Bereicherungsanspruch in H&ouml;he der an das FA geleisteten Zahlungen aufgrund einer teleologischen Reduktion des &sect;&nbsp;254 Abs.&nbsp;3 InsO zusteht, beruht dies auf einem falschen Verst&auml;ndnis der im insolvenzrechtlichen Schrifttum vertretenen Auffassung. Die von Teilen der Literatur bef&uuml;rwortete teleologische Reduktion betrifft den Fall, dass der Insolvenzgl&auml;ubiger mehr erhalten hat, als ihm nach seiner urspr&uuml;nglichen Forderung &#8211;ohne die Beschr&auml;nkungen des Planes&#8211; zustand. Das zuviel Erlangte ist dann nach Bereicherungsrecht (&sect;&nbsp;812 BGB) herauszugeben, wobei allerdings die Grenze des &sect;&nbsp;254 Abs.&nbsp;3 InsO zu beachten ist. Daher ist nur der die urspr&uuml;ngliche Forderung &uuml;bersteigende Betrag zur&uuml;ckzuerstatten (M&uuml;nchKommInsO\/Huber, a.a.O., &sect;&nbsp;254 Rz&nbsp;35; K.&nbsp;Schmidt\/Spliedt, a.a.O., &sect;&nbsp;254 Rz&nbsp;13; Spahlinger in K&uuml;bler\/Pr&uuml;tting\/Bork, a.a.O., Rz&nbsp;22). Die Kl&auml;gerin &uuml;bersieht bei ihrer &Uuml;bertragung dieser Rechtss&auml;tze auf den Streitfall, dass mit der urspr&uuml;nglichen Forderung nicht die K&ouml;rperschaftsteuerforderung von 0&nbsp;EUR gemeint ist, sondern die Forderung, die das FA zun&auml;chst angemeldet hat und die zum Anmeldezeitpunkt noch nicht den Beschr&auml;nkungen des Planes (Teilerlass) unterlegen hat. Erh&auml;lt das FA &#8211;aus welchen Gr&uuml;nden auch immer&#8211; mehr (z.B. 120.000&nbsp;EUR) als ihr aufgrund der Anmeldung (z.B. 100.000&nbsp;EUR) zugestanden hat, dann ist dieses zuviel Erlangte (im Beispiel 20.000&nbsp;EUR) nach &sect;&nbsp;812 BGB zur&uuml;ck zu gew&auml;hren. Das was sie auf dem vom Teilerlass (z.B. in H&ouml;he von 90&nbsp;%) betroffenen Forderungsteil erhalten hat, darf sie aber gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;254 Abs.&nbsp;3 InsO behalten (im Beispiel 90.000&nbsp;EUR). Zahlungen, die der Gl&auml;ubiger auf seine Anspr&uuml;che nach dem Insolvenzplan (im Beispiel 10.000&nbsp;EUR bei einer Quote von 10&nbsp;% der angemeldeten Forderung) erhalten hat, sind mit &quot;vollem&quot; Rechtsgrund geleistet und d&uuml;rfen ohnehin behalten werden. Der Zahlungspflicht aus einer von Anfang an unberechtigten Forderung kann der Schuldner somit nicht durch eine nachtr&auml;gliche Kondiktion entgehen, sondern nur durch ein Bestreiten der Forderung im Pr&uuml;fungstermin. Vers&auml;umt er dies, dann wird die Forderung mit urteilsgleicher Wirkung festgestellt mit der Folge, dass der Gl&auml;ubiger die Zahlung aufgrund des Planes zu beanspruchen hat und diese vom Schuldner sp&auml;ter nicht mehr bereicherungsrechtlich zur&uuml;ckverlangt werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Rechtsschutz der Schuldnerin ist trotz Versagung einer nachtr&auml;glichen &Auml;nderung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO gew&auml;hrleistet. Die urteilsgleiche Wirkung des rechtskr&auml;ftig best&auml;tigten Insolvenzplanes tritt nur ein, wenn der Schuldner die Forderung im Pr&uuml;ftermin nicht bestritten hat (&sect;&nbsp;257 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InsO). Die Kl&auml;gerin h&auml;tte ihre Einwendungen gegen die H&ouml;he der angemeldeten K&ouml;rperschaftsteuerforderung 2008, die auf einer Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen beruhte, ohne Weiteres durch Widerspruch geltend machen k&ouml;nnen (so schon Welzel, Deutsche Steuerzeitung 1994, 331, 336).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das Vorbringen der Revision, wonach der Tabelleneintrag einem finanzgerichtlichen Urteil gleichstehe, dessen Rechtskraftwirkung die Korrekturvorschriften der Abgabenordnung grunds&auml;tzlich unber&uuml;hrt lasse (&sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;2 FGO) und somit eine Korrektur nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO erm&ouml;gliche, &uuml;berzeugt nicht. Denn vorliegend geht es nicht um die Rechtskraftwirkungen des Tabelleneintrags im Regelinsolvenzverfahren, sondern um die Rechtskraft, die dem Insolvenzplan in Verbindung mit dem Tabelleneintrag zukommt. Der Insolvenzplan wirkt rechtsgestaltend f&uuml;r und gegen alle Beteiligten und betrifft im Streitfall damit nicht nur die Kl&auml;gerin als Schuldnerin und das FA als Insolvenzgl&auml;ubiger, sondern s&auml;mtliche verfahrensbeteiligten Gl&auml;ubiger und sogar alle Gl&auml;ubiger, die ihre Forderungen nicht angemeldet haben (&sect;&nbsp;254 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 InsO&nbsp;a.F.; jetzt: &sect;&nbsp;254b InsO i.d.F. des Gesetzes zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen vom 7.&nbsp;Dezember 2011, BGBl I 2011, 2582). Dagegen wirkt das finanzgerichtliche Urteil &#8211;wie der Tabelleneintrag im Regelinsolvenzverfahren (vgl. &sect;&nbsp;201 Abs.&nbsp;1 InsO; K.&nbsp;Schmidt\/Jungmann, a.a.O., &sect;&nbsp;201 Rz&nbsp;2)&#8211; nicht rechtsgestaltend (vgl. Gr&auml;ber\/von&nbsp;Groll, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;110 Rz&nbsp;4 und&nbsp;5) und es gilt auch nur inter&nbsp;partes, es bindet also ausschlie&szlig;lich die Beteiligten (&sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO). Den Bestand der Forderung betreffende &Auml;nderungsm&ouml;glichkeiten in der Sonderbeziehung des Schuldners zu einem einzelnen Gl&auml;ubiger zu erw&auml;gen, widerspricht im &Uuml;brigen dem Grundgedanken des Insolvenzplanverfahrens, in dem das FA ohne jedes Vorrecht allen anderen Gl&auml;ubigern seiner Gruppe gleichgestellt wird, es sei denn die Betroffenen stimmen einer unterschiedlichen Behandlung zu (&sect;&nbsp;226 Abs.&nbsp;1 und&nbsp;2 InsO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Es kommt f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalles nicht darauf an, ob der widerspruchslosen Tabelleneintragung der Steuerforderung dieselbe Wirkung wie der beim Bestreiten vorzunehmenden Feststellung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;185 InsO i.V.m. &sect;&nbsp;251 Abs.&nbsp;3 AO zukommt und wie diese (nur) unter den Voraussetzungen des &sect;&nbsp;130 AO ge&auml;ndert werden kann (BFH-Urteil vom 24.&nbsp;November 2011 V&nbsp;R&nbsp;13\/11, BFHE 235, 137, BStBl II 2012, 298; so jetzt auch Anwendungserlass zur Abgabenordnung i.d.F. des Schreibens des Bundesministeriums der Finanzen vom 31.&nbsp;Januar 2013, BStBl I 2013, 118, zu &sect;&nbsp;251 AO Rz&nbsp;5.3.4 und 5.3.6). Der V.&nbsp;Senat des BFH hat f&uuml;r eine dem Regelinsolvenzverfahren unterworfene Steuerforderung so entschieden (a.A. Frotscher, Besteuerung bei Insolvenz, 8.&nbsp;Aufl., S.&nbsp;312; zum bisherigen Meinungsstand vgl. Waza\/Uhl&auml;nder\/Schmittmann, Insolvenzen und Steuern, 10.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;740&nbsp;ff.). Gegen die Anwendung dieser Rechtsgrunds&auml;tze im Insolvenzplanverfahren spricht, dass mit einer &Auml;nderung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;130 AO nicht nur unmittelbar in den f&uuml;r und gegen alle Beteiligten wirkenden Insolvenzplan und seine im gestaltenden Teil abschlie&szlig;end getroffenen Regelungen &uuml;ber die Verm&ouml;gens- und Haftungsabwicklung eingegriffen wird, sondern auch den Willenserkl&auml;rungen der Gl&auml;ubiger, der Feststellung der Stimmrechte (&sect;&nbsp;237 Abs.&nbsp;1 InsO) und der Abstimmung &uuml;ber den Insolvenzplan (&sect;&sect;&nbsp;243&nbsp;ff. InsO) nachtr&auml;glich die &quot;Gesch&auml;ftsgrundlage&quot; entzogen w&uuml;rde (a.A. Waza\/Uhl&auml;nder\/ Schmittmann, a.a.O., Rz&nbsp;743). Jedenfalls scheidet vorliegend eine Korrektur gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;130 AO schon deswegen aus, weil das FA unter Bet&auml;tigung des ihm einger&auml;umten Ermessens eine &Auml;nderung abgelehnt hat. Ermessensfehler sind von Seiten der Revision weder geltend gemacht noch sonst ersichtlich. In &Uuml;bereinstimmung mit der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung (BFH-Urteil vom 24.&nbsp;November 2011 V&nbsp;R&nbsp;20\/10, BFH\/NV 2012, 711; vgl. auch Frotscher, a.a.O., S.&nbsp;312) hat das FA zutreffend ber&uuml;cksichtigt, dass f&uuml;r die Kl&auml;gerin die M&ouml;glichkeit bestand, durch Bestreiten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;178 Abs.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;257 Abs.&nbsp;1 InsO den Eintritt der Urteilswirkung zu verhindern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.10.2014, I R 39\/13 &Auml;nderung der Steuerfestsetzung nach rechtskr&auml;ftiger Best&auml;tigung eines Insolvenzplanes Leits&auml;tze Die nachinsolvenzliche &Auml;nderung einer vorinsolvenzlich erfolgten K&ouml;rperschaftsteuerfestsetzung gem&auml;&szlig; &sect; 164 Abs. 2 AO ist nach rechtskr&auml;ftiger Best&auml;tigung eines Insolvenzplanes, der die vom FA angemeldete und im Pr&uuml;fungstermin vom Steuerpflichtigen nicht bestrittene K&ouml;rperschaftsteuerforderung erfasst, nicht mehr zul&auml;ssig. Tatbestand 1&nbsp; I. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-39-13-aenderung-der-steuerfestsetzung-nach-rechtskraeftiger-bestaetigung-eines-insolvenzplanes\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;39\/13 &#8211; &Auml;nderung der Steuerfestsetzung nach rechtskr&auml;ftiger Best&auml;tigung eines Insolvenzplanes<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-63892","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63892","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63892"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63892\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63892"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63892"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63892"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}