{"id":63893,"date":"2015-01-09T07:39:50","date_gmt":"2015-01-09T05:39:50","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63893"},"modified":"2015-01-09T07:39:50","modified_gmt":"2015-01-09T05:39:50","slug":"vi-r-82-13-antragsveranlagung-nach-par-46-abs-2-nr-8-estg-eigenhaendige-unterschrift-des-steuerpflichtigen-auf-der-einkommensteuererklaerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-82-13-antragsveranlagung-nach-par-46-abs-2-nr-8-estg-eigenhaendige-unterschrift-des-steuerpflichtigen-auf-der-einkommensteuererklaerung\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;82\/13 &#8211; Antragsveranlagung nach &sect; 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG: Eigenh&auml;ndige Unterschrift des Steuerpflichtigen auf der Einkommensteuererkl&auml;rung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.10.2014, VI R 82\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Antragsveranlagung nach &sect; 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG: Eigenh&auml;ndige Unterschrift des Steuerpflichtigen auf der Einkommensteuererkl&auml;rung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Eine Einkommensteuererkl&auml;rung kann auch wirksam per Fax an das FA &uuml;bermittelt werden. Es ist nicht erforderlich, dass der Steuerpflichtige den Inhalt der Einkommensteuererkl&auml;rung tats&auml;chlich in vollem Umfang zur Kenntnis genommen hat.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob ein wirksamer Antrag auf Veranlagung nach &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;8 des Einkommensteuergesetzes (EStG) vorliegt, wenn die Unterschrift des Steuerpflichtigen als Telefax eingereicht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) erzielte im Streitjahr 2007 ausschlie&szlig;lich Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Steuerberaterin der Kl&auml;gerin &uuml;bermittelte dem Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) f&uuml;r das Streitjahr &uuml;ber das ELSTER-Portal ohne Zertifizierung eine Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r die Kl&auml;gerin. Am 30.&nbsp;Dezember 2011 ging beim FA die hierzu geh&ouml;rende komprimierte Einkommensteuererkl&auml;rung ein. Die erste Seite (Deckblatt) dieser Erkl&auml;rung war eine Telekopie (Fax) mit telekopierter Unterschrift der Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor Einreichung der Steuererkl&auml;rung hatte sich die Kl&auml;gerin, die urlaubsbedingt ortsabwesend war, in einem Telefonat mit ihrer Steuerberaterin &uuml;ber den Inhalt der Erkl&auml;rung und die darin angesetzten Betr&auml;ge ausgetauscht. Ohne die Erkl&auml;rung in k&ouml;rperlicher Form gesehen zu haben, hatte sie sich im Anschluss an dieses Telefonat mit der Einreichung der Erkl&auml;rung beim FA einverstanden erkl&auml;rt und zu diesem Zweck das ihr daraufhin zugefaxte Deckblatt der Erkl&auml;rung unterschrieben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 24.&nbsp;Januar 2012 unterschrieb die Kl&auml;gerin erneut ein Deckblatt der Erkl&auml;rung an Amtsstelle. Das FA lehnte den Antrag der Kl&auml;gerin auf Veranlagung zur Einkommensteuer wegen Ablaufs der Festsetzungsfrist ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobenen Klage beantragte die Kl&auml;gerin, das FA zur Durchf&uuml;hrung einer Einkommensteuerveranlagung f&uuml;r das Streitjahr zu verpflichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2013, 2017 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote><\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote><\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote><\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<blockquote><\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO). Das FG hat das FA zu Recht verpflichtet, f&uuml;r 2007 eine Einkommensteuerveranlagung durchzuf&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>1. Besteht das Einkommen ganz oder teilweise aus Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit, von denen ein Steuerabzug vorgenommen worden ist, so wird eine Veranlagung nach &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;8 Satz 1 EStG i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2008 vom 20.&nbsp;Dezember 2007 (BGBl I 2007, 3150) nur durchgef&uuml;hrt, wenn die Veranlagung beantragt wird, insbesondere zur Anrechnung von Lohnsteuer auf die Einkommensteuer. Der Antrag ist durch Abgabe einer Einkommensteuererkl&auml;rung zu stellen (&sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;8 Satz&nbsp;2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>2. Das Einkommensteuergesetz enth&auml;lt keine Definition des Begriffs der Einkommensteuererkl&auml;rung. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) verkn&uuml;pft &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;8 Satz&nbsp;2 EStG aber die Wirksamkeit des Antrags auf Veranlagung mit den Anforderungen an eine formal wirksame Einkommensteuererkl&auml;rung. Liegt eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Einkommensteuererkl&auml;rung vor, ist die Finanzbeh&ouml;rde deshalb verpflichtet, die Einkommensteuerveranlagung durchzuf&uuml;hren. Fehlt es daran, so ist der Antrag nicht wirksam gestellt (Senatsbeschluss vom 22.&nbsp;Mai 2006 VI&nbsp;R&nbsp;49\/04, BFHE 213, 508, BStBl II 2006, 808, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;3 EStG muss die Einkommensteuererkl&auml;rung eigenh&auml;ndig unterschrieben sein. Eigenh&auml;ndigkeit der Unterschrift bedeutet, dass sie &quot;von der Hand&quot; des Antragstellers bzw. des Steuerpflichtigen stammen muss (Senatsurteil vom 7.&nbsp;November 1997 VI&nbsp;R&nbsp;45\/97, BFHE 184, 381, BStBl II 1998, 54). Eine Blankounterschrift gen&uuml;gt diesen Anforderungen nicht. Denn die im b&uuml;rgerlichen Recht zu &sect;&nbsp;126 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs entwickelten Grunds&auml;tze, nach denen Blankounterschriften zur Wahrung der Schriftform ausreichen, lassen sich weder unmittelbar noch analog auf das Erfordernis der eigenh&auml;ndigen Unterzeichnung von Steuererkl&auml;rungen &uuml;bertragen. Dies folgt aus &sect;&nbsp;150 Abs.&nbsp;2 und 3 der Abgabenordnung (AO), wonach abweichend von der b&uuml;rgerlich-rechtlichen Rechtslage nicht nur eine Unterzeichnung der Einkommensteuererkl&auml;rung durch den Bevollm&auml;chtigten grunds&auml;tzlich ausgeschlossen ist, sondern der Steuerpflichtige auch pers&ouml;nlich schriftlich versichern muss, dass er die Angaben in der Einkommensteuererkl&auml;rung nach bestem Wissen und Gewissen gemacht hat. Dementsprechend soll der Steuerpflichtige grunds&auml;tzlich erkennbar, d.h. durch seine eigenh&auml;ndige Unterschrift, die Verantwortung f&uuml;r die tats&auml;chlichen Angaben in der Steuererkl&auml;rung &uuml;bernehmen. Dar&uuml;ber hinaus soll durch die unmittelbar auf dem Erkl&auml;rungsvordruck geleistete Unterschrift sichergestellt werden, dass sich der Steuerpflichtige &uuml;ber die L&uuml;ckenlosigkeit und Richtigkeit der ggf. von einer dritten Person, insbesondere seinem steuerlichen Berater, vorgenommenen Eintragungen und den Umfang der im Vordruck vorgesehenen Angaben vergewissern kann (Senatsurteile vom 8.&nbsp;Juli 1983 VI&nbsp;R&nbsp;80\/81, BFHE 139, 158, BStBl II 1984, 13; vom 20.&nbsp;Januar 1984 VI&nbsp;R&nbsp;16\/82, BFHE 140, 149, BStBl II 1984, 436, und VI&nbsp;R&nbsp;15\/82, juris; vom 10.&nbsp;Oktober 1986 VI&nbsp;R&nbsp;208\/83, BFHE 148, 47, BStBl II 1987, 77). Unter Heranziehung dieser Erw&auml;gungen hat der Senat bereits entschieden, dass eine eigenh&auml;ndige Unterschrift dann nicht vorliegt, wenn der Steuerpflichtige auf einem Unterschriftsstreifen unterschreibt, der vom steuerlichen Berater nach Erstellung der Erkl&auml;rung auf die f&uuml;r die Unterschriftsleistung vorgesehene Stelle des amtlichen Vordrucks f&uuml;r den Lohnsteuer-Jahresausgleich oder die Einkommensteuererkl&auml;rung geklebt wird (Senatsurteil in BFHE 139, 158, BStBl II 1984, 13). Der erkennende Senat hat des Weiteren klargestellt, dass es an einer eigenh&auml;ndigen Unterschrift auch dann fehlt, wenn bei Verwendung von unterschriebenen Unterschriftszetteln dem Steuerpflichtigen vor Absendung der Steuererkl&auml;rung an das FA eine &quot;Vorausberechnung&quot; seines Steuerberaters, aus der die Besteuerungsgrundlagen ersichtlich sind, zugegangen ist, mit der Aufforderung, dem Steuerberater etwaige &Auml;nderungen unverz&uuml;glich mitzuteilen (Senatsurteil in BFHE 140, 149, BStBl II 1984, 436).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote><\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>3. Die innerhalb der vierj&auml;hrigen Festsetzungsfrist eingegangene Einkommensteuererkl&auml;rung der Kl&auml;gerin ist wirksam. Sie stimmt mit der im ELSTER-Verfahren erzeugten komprimierten Einkommensteuererkl&auml;rung &uuml;berein und ist damit, wie &sect;&nbsp;150 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO fordert, nach amtlichem Vordruck abgegeben worden. Sie enth&auml;lt auch &#8211;was zwischen den Beteiligten nicht in Streit ist&#8211; die f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung der Veranlagung erforderlichen Mindestangaben (Auskunft &uuml;ber den Besteuerungstatbestand und seine Bemessungsgrundlagen, vgl. Senatsbeschluss in BFHE 213, 508, BStBl II 2006, 808; Senatsurteile vom 10.&nbsp;Juli 1987 VI&nbsp;R&nbsp;160\/86, BFHE 150, 543, BStBl II 1987, 827; vom 15.&nbsp;M&auml;rz 1974 VI&nbsp;R&nbsp;108\/71, BFHE 112, 345, BStBl II 1974, 590). Die Erkl&auml;rung ist ferner eigenh&auml;ndig unterschrieben. Denn es liegt eine Unterschrift &quot;von der Hand&quot; der Kl&auml;gerin vor. Dem steht nicht entgegen, dass das unterschriebene Deckblatt der Erkl&auml;rung beim FA als Faxkopie eingereicht wurde. Denn sowohl die Steuererkl&auml;rung als auch die Unterschrift des Steuerpflichtigen k&ouml;nnen per Fax an das FA &uuml;bermittelt oder in Faxkopie beim FA vorgelegt werden. Das Formerfordernis des &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;3 EStG wird hierdurch gewahrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote><\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>a) Es ist bereits h&ouml;chstrichterlich entschieden, dass die &Uuml;bermittlung fristwahrender Schrifts&auml;tze per Telefax in allen Gerichtszweigen uneingeschr&auml;nkt zul&auml;ssig ist (vgl. Beschluss des Gemeinsamen Senats der Obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes vom 5.&nbsp;April 2000 GmS-OGB&nbsp;1\/98, BGHZ 144, 160, m.w.N.). Dies gilt f&uuml;r Klagen und Rechtsmittel (vgl. BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;M&auml;rz 1991 VIII&nbsp;B&nbsp;83\/90, BFHE 163, 510, BStBl II 1991, 463, m.w.N.) sowie im finanzgerichtlichen Verfahren f&uuml;r die Einreichung der Prozessvollmacht, wenn hierf&uuml;r eine Ausschlussfrist gesetzt wurde (BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Januar 1989 IV&nbsp;R&nbsp;21-23\/87, BFHE 156, 350, BStBl II 1989, 567, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote><\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung mit der hierf&uuml;r erforderlichen Unterschrift kann nichts anderes gelten. Denn zum einen geh&ouml;rt zum Erfordernis der Schriftform auch die eigenh&auml;ndige Unterschrift unter dem Schriftst&uuml;ck (BFH-Urteil vom 10.&nbsp;M&auml;rz 1982 I&nbsp;R&nbsp;91\/81, BFHE 136, 38, BStBl II 1982, 573). Zum anderen treffen die Gr&uuml;nde f&uuml;r das Erfordernis der Schriftlichkeit fristgebundener Erkl&auml;rungen auch auf die Einkommensteuererkl&auml;rung zu. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung soll das Schriftlichkeitserfordernis, soweit es durch prozessrechtliche Vorschriften zwingend gefordert ist, gew&auml;hrleisten, dass der Inhalt der Erkl&auml;rung und die erkl&auml;rende Person hinreichend zuverl&auml;ssig festgestellt werden k&ouml;nnen. Des Weiteren soll das aus dem Schriftformerfordernis abgeleitete Gebot einer Unterschrift des Erkl&auml;renden sicherstellen, dass das Schriftst&uuml;ck keinen Entwurf betrifft, sondern mit Wissen und Wollen des Erkl&auml;renden an das Gericht gesandt wurde (Beschluss des Gemeinsamen Senats der Obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes vom 30.&nbsp;April 1979 GmS-OGB&nbsp;1\/78, BGHZ 75, 340, BVerwGE 58, 359; BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Juni 2010 VIII&nbsp;R&nbsp;38\/08, BFHE 230, 115, BStBl II 2010, 1017, m.w.N.). Dieselben Zwecke verfolgen die Formerfordernisse der Steuererkl&auml;rung nach &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;3 EStG. Auch hier soll sichergestellt werden, dass Person und Inhalt der Erkl&auml;rung eindeutig festgestellt werden k&ouml;nnen und dass es sich nicht lediglich um einen Entwurf handelt. So soll vermieden werden, dass Einkommensteuererstattungen von Nichtberechtigten beansprucht und falsche Erkl&auml;rungen ohne Wissen und Wollen des Steuerpflichtigen abgegeben werden k&ouml;nnen. Ferner soll &#8211;wie bereits unter 2. ausgef&uuml;hrt&#8211; durch die eigenh&auml;ndige Unterschrift sichergestellt werden, dass der Steuerpflichtige die Verantwortung f&uuml;r die Angaben in der Steuererkl&auml;rung &uuml;bernimmt und sich &uuml;ber deren L&uuml;ckenlosigkeit und Richtigkeit vergewissern kann (Senatsurteile in BFHE 139, 158, BStBl II 1984, 13; in BFHE 140, 149, BStBl II 1984, 436; in BFHE 148, 47, BStBl II 1987, 77). Diese Zwecke werden aber auch dann erf&uuml;llt, wenn der Steuerpflichtige die Einkommensteuererkl&auml;rung unterschreibt und sie per Telefax an das FA schickt. So sind hierbei etwa Inhalt und Urheberschaft gleicherma&szlig;en anhand der gemachten Angaben eindeutig erkennbar (vgl. FG M&uuml;nchen, Urteil vom 1.&nbsp;Dezember 1994&nbsp; 10&nbsp;K&nbsp;1427\/94, juris; FG Brandenburg, Urteil vom 24.&nbsp;Februar 2003&nbsp; 1&nbsp;K&nbsp;57\/02, EFG 2003, 777; im Ergebnis auch Schmidt\/Seeger, EStG, 33.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;25 Rz&nbsp;6; Lambrecht in Kirchhof, EStG, 13.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;25 Rz&nbsp;10; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;150 AO Rz&nbsp;6; Heuermann in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;150 AO Rz&nbsp;34). An die Abgabe einer Einkommensteuererkl&auml;rung h&ouml;here Formanforderungen zu stellen als an bestimmende Schrifts&auml;tze, w&auml;re nicht gerechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote><\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>b) Unerheblich ist, ob die Kl&auml;gerin tats&auml;chlich Kenntnis vom Inhalt der Steuererkl&auml;rung genommen oder ob ihr die Erkl&auml;rung auch tats&auml;chlich vorgelegen hat. Denn auch wenn dies nicht der Fall gewesen sein sollte, hat sie sich gleichwohl mit ihrer Unterschrift auf der Erkl&auml;rung deren Inhalt zu eigen gemacht und die Verantwortung daf&uuml;r &uuml;bernommen. Diese Ungewissheit &uuml;ber den Umfang der Kenntnis des Steuerpflichtigen ist im &Uuml;brigen bei jeder Steuererkl&auml;rung mit diversen Anlagen, aber einer nur einmal geforderten Unterschrift gegeben und ist auch im ELSTER-Programm angelegt, das bei der komprimierten Einkommensteuererkl&auml;rung die Unterschrift des Steuerpflichtigen nur auf Seite&nbsp;1 des Deckblatts vorsieht. Entscheidend ist, dass der die Unterschrift tragende Teil der Steuererkl&auml;rung der eingereichten Steuererkl&auml;rung insgesamt eindeutig zugeordnet werden kann. Dies unterliegt vorliegend aufgrund der sich deckenden Angaben in der Faxkopie des Deckblatts sowie der &uuml;brigen Erkl&auml;rung mit der elektronisch &uuml;bermittelten Steuererkl&auml;rung keinem Zweifel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote><\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>c) Mit diesem Auslegungsergebnis setzt sich der erkennende Senat nicht zur BFH-Rechtsprechung betreffend Investitionszulagenantr&auml;ge (BFH-Urteile vom 17.&nbsp;Dezember 1998 III&nbsp;R&nbsp;101\/96, BFH\/NV 1999, 967, und III&nbsp;R&nbsp;87\/96, BFHE 188, 182, BStBl II 1999, 313, und BFH-Beschluss vom 24.&nbsp;Juli 2003 III&nbsp;B&nbsp;78\/02, BFH\/NV 2003, 1610) in Widerspruch. Denn diesbez&uuml;glich stand &#8211;anders als im Streitfall&#8211; die steuerstrafrechtliche Verantwortung des Steuerpflichtigen f&uuml;r den Inhalt des von ihm gestellten Antrags im Vordergrund.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.10.2014, VI R 82\/13 Antragsveranlagung nach &sect; 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG: Eigenh&auml;ndige Unterschrift des Steuerpflichtigen auf der Einkommensteuererkl&auml;rung Leits&auml;tze Eine Einkommensteuererkl&auml;rung kann auch wirksam per Fax an das FA &uuml;bermittelt werden. Es ist nicht erforderlich, dass der Steuerpflichtige den Inhalt der Einkommensteuererkl&auml;rung tats&auml;chlich in vollem Umfang zur Kenntnis genommen hat. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-82-13-antragsveranlagung-nach-par-46-abs-2-nr-8-estg-eigenhaendige-unterschrift-des-steuerpflichtigen-auf-der-einkommensteuererklaerung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;82\/13 &#8211; Antragsveranlagung nach &sect; 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG: Eigenh&auml;ndige Unterschrift des Steuerpflichtigen auf der Einkommensteuererkl&auml;rung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-63893","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63893","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63893"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63893\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63893"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63893"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63893"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}