{"id":63895,"date":"2015-01-09T07:40:23","date_gmt":"2015-01-09T05:40:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63895"},"modified":"2015-01-09T07:40:23","modified_gmt":"2015-01-09T05:40:23","slug":"ii-r-26-13-schenkungsteuer-bei-zahlung-von-praemien-fuer-eine-lebensversicherung-durch-einen-dritten-mittelbare-schenkung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-26-13-schenkungsteuer-bei-zahlung-von-praemien-fuer-eine-lebensversicherung-durch-einen-dritten-mittelbare-schenkung\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;26\/13 &#8211; Schenkungsteuer bei Zahlung von Pr&auml;mien f&uuml;r eine Lebensversicherung durch einen Dritten &#8211; mittelbare Schenkung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.10.2014, II R 26\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Schenkungsteuer bei Zahlung von Pr&auml;mien f&uuml;r eine Lebensversicherung durch einen Dritten &#8211; mittelbare Schenkung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die laufende Zahlung der Versicherungspr&auml;mien f&uuml;r eine vom Versicherungsnehmer abgeschlossene Lebensversicherung durch einen Dritten kann nicht als mittelbare Schenkung eines Lebens- bzw. Rentenversicherungsanspruchs beurteilt werden. Die aus der jeweiligen Zahlung der Versicherungspr&auml;mie folgende Werterh&ouml;hung des Versicherungsanspruchs ist kein Zuwendungsgegenstand i.S. des &sect; 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) schloss im Jahr 2004 bei der &#8230; Lebensversicherung AG (B-AG) im eigenen Namen einen Rentenversicherungsvertrag ab. Vertragsbeginn war der 1.&nbsp;November 2004; die Zahlung der lebenslangen Altersrente sollte ab 1.&nbsp;November 2021 beginnen. Die Versicherungspr&auml;mien sollten f&uuml;r November 2004 bis Dezember 2005 monatlich 5.000&nbsp;EUR betragen und sich ab 1.&nbsp;Januar 2006 j&auml;hrlich erh&ouml;hen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von November 2004 bis Dezember 2007 wurden die jeweils zum Monatsersten f&auml;lligen Versicherungspr&auml;mien regelm&auml;&szlig;ig und in voller H&ouml;he von U, der Tante des Kl&auml;gers, durch &Uuml;berweisung an die B-AG entrichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) beurteilte die monatlichen Zahlungen der U als jeweils selbst&auml;ndige freigebige Zuwendungen an den Kl&auml;ger. F&uuml;r den Zahlungsvorgang zum 1.&nbsp;Dezember 2007 in H&ouml;he von 5.512,50&nbsp;EUR setzte das FA gegen den Kl&auml;ger durch Bescheid vom 17.&nbsp;Februar 2009 unter Ber&uuml;cksichtigung der zuvor bereits gezahlten Pr&auml;mien als Vorerwerbe Schenkungsteuer in H&ouml;he von 2.750&nbsp;EUR fest. Der hiergegen erhobene Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage, mit der der Kl&auml;ger die Bewertung der Geldzuwendungen der U mit zwei Dritteln der eingezahlten Beitr&auml;ge gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;4 des Bewertungsgesetzes (BewG) in der hier ma&szlig;geblichen Fassung begehrte, hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) setzte den Wert des Erwerbs zum 1.&nbsp;Dezember 2007 sowie die als Vorerwerbe ber&uuml;cksichtigten Pr&auml;mienzahlungen von November 2004 bis November 2007 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 BewG jeweils mit zwei Dritteln der eingezahlten Pr&auml;mien an und setzte die Schenkungsteuer auf 629&nbsp;EUR herab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte das FG aus, Gegenstand der Zuwendungen der U an den Kl&auml;ger seien nach den Grunds&auml;tzen der mittelbaren Schenkung nicht die monatlich auf das Versicherungskonto des Kl&auml;gers eingezahlten Geldbetr&auml;ge, sondern die aufgrund der monatlichen Zahlungen bewirkten Wertzuw&auml;chse des Rentenversicherungsanspruchs des Kl&auml;gers. Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2013, 869 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die fehlerhafte Anwendung materiellen Rechts. Gegenstand der Zuwendungen der U seien allein die zur Tilgung der monatlichen Beitragspflichten des Kl&auml;gers bestimmten Geldbetr&auml;ge. Die Grunds&auml;tze der mittelbaren Schenkung seien nicht anwendbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Unrecht angenommen, Gegenstand der Zuwendung der U an den Kl&auml;ger sei nicht ihre mit dem Nennwert anzusetzende Beitragszahlung, sondern der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) i.V.m. &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;4 BewG zu bewertende Wertzuwachs des durch den Kl&auml;ger begr&uuml;ndeten Rentenversicherungsanspruchs.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Schenkungsteuer unterliegt als Schenkung unter Lebenden (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 ErbStG) jede freigebige Zuwendung, soweit der Bedachte durch sie auf Kosten des Zuwendenden bereichert wird (&sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG; vgl. &sect;&nbsp;516 Abs.&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Gegenstand der Schenkung richtet sich nach b&uuml;rgerlichem Recht (z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 10.&nbsp;November 2004 II&nbsp;R&nbsp;44\/02, BFHE 207, 360, BStBl II 2005, 188, und vom 18.&nbsp;September 2013 II&nbsp;R&nbsp;63\/11, BFH\/NV 2014, 349, jeweils m.w.N.). Dabei ist vom Willen des Zuwendenden auszugehen, d.h. davon, was dem Bedachten nach dem Willen des Schenkers geschenkt sein soll (z.B. BFH-Urteil vom 30.&nbsp;November 2009 II&nbsp;R&nbsp;70\/06, BFH\/NV 2010, 900, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine freigebige Zuwendung i.S. des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG erfordert eine Verm&ouml;gensverschiebung, d.h. eine Verm&ouml;gensminderung auf der Seite des Schenkers und eine Verm&ouml;gensmehrung auf der Seite des Bedachten (BFH-Urteile vom 7.&nbsp;November 2007 II&nbsp;R&nbsp;28\/06, BFHE 218, 414, BStBl II 2008, 258, und vom 18.&nbsp;September 2013 II&nbsp;R&nbsp;29\/11, BFHE 243, 385, BStBl II 2014, 261, jeweils m.w.N.). Die Verm&ouml;gensverschiebung zwischen dem Schenker und dem Bedachten muss sich auf die Verm&ouml;genssubstanz beziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Verm&ouml;genssubstanz des Bedachten kann dabei durch den Zugang aktiver Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde, den Wegfall negativer Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde (insbesondere Schulden und andere geldwerte Verpflichtungen) und das Erhalten von Gebrauchs- oder anderen Nutzungsm&ouml;glichkeiten vermehrt werden (BFH-Urteil vom 30.&nbsp;Januar 2013 II&nbsp;R&nbsp;38\/11, BFHE 240, 287). Dagegen f&uuml;hren blo&szlig;e Werterh&ouml;hungen des Verm&ouml;gens des Bedachten, die nicht auf einer Vermehrung der Verm&ouml;genssubstanz beruhen, nicht zu einer freigebigen Zuwendung i.S. des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG (vgl. BFH-Urteil in BFHE 240, 287).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) In der Hingabe von Verm&ouml;gensgegenst&auml;nden kann mittelbar die Schenkung eines anderen Verm&ouml;gensgegenstandes gesehen werden; &quot;Entreicherungsgegenstand&quot; und &quot;Bereicherungsgegenstand&quot; brauchen nicht identisch zu sein (BFH-Urteile in BFHE 207, 360, BStBl II 2005, 188, und vom 22.&nbsp;Juni 2010 II&nbsp;R&nbsp;40\/08, BFHE 230, 182, BStBl II 2010, 843). Eine mittelbare Schenkung setzt voraus, dass der Beschenkte im Verh&auml;ltnis zum Schenker nicht &uuml;ber das ihm unmittelbar Zugewendete, sondern (erst) &uuml;ber das Surrogat desselben, z.B. &uuml;ber den Verkaufserl&ouml;s, verf&uuml;gen kann; der Beschenkte ist nicht um das unmittelbar Hingegebene, sondern erst um den Verkaufserl&ouml;s bereichert. Das gilt nicht nur f&uuml;r die F&auml;lle der mittelbaren Grundst&uuml;cksschenkung, sondern generell bei mittelbarer Schenkung aller als Zuwendungsobjekte in Betracht kommenden Gegenst&auml;nde oder Rechte (vgl. BFH-Urteil vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2012 II&nbsp;R&nbsp;39\/10, BFHE 238, 208, BStBl II 2012, 712, Rz&nbsp;25, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von einer mittelbaren Schenkung kann danach nur ausgegangen werden, wenn der mittelbar zugewendete Verm&ouml;gensgegenstand Zuwendungsobjekt i.S. des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG sein kann. Wird durch die unmittelbare Hingabe eines Verm&ouml;gensgegenstandes beim Bedachten mittelbar eine blo&szlig;e Werterh&ouml;hung seines Verm&ouml;gens bewirkt, verbleibt es bei der Besteuerung der unmittelbaren Zuwendung. Die Anwendung der Grunds&auml;tze zur mittelbaren Schenkung scheidet aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. F&uuml;r den Streitfall hat das FG zu Unrecht angenommen, Zuwendungsgegenstand sei der durch die monatliche Zahlung der U bewirkte Wertzuwachs des Versicherungsanspruchs des Kl&auml;gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) U hat mit ihrer monatlichen Zahlung auf das Konto des Versicherers die vom Kl&auml;ger geschuldete Versicherungspr&auml;mie getilgt. Diese Tilgungsleistung erf&uuml;llt alle Merkmale einer freigebigen Zuwendung i.S. des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Zahlung der Versicherungspr&auml;mie f&uuml;r eine Lebensversicherung durch einen Dritten kann nicht als mittelbare Schenkung eines Lebens- bzw. Rentenversicherungsanspruchs beurteilt werden. Die sich aus der Zahlung der Versicherungspr&auml;mie ergebende Werterh&ouml;hung des Versicherungsanspruchs ist kein Zuwendungsgegenstand und erf&uuml;llt damit nicht die Merkmale einer Zuwendung i.S. des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Abschluss eines Lebensversicherungsvertrags hat der Versicherungsnehmer bis zum Eintritt des Versicherungsfalls lediglich ein Anwartschaftsrecht. Die H&ouml;he dieses Anwartschaftsrechts stellt den jeweiligen Wert des Versicherungsvertrags dar und ist Verm&ouml;gen des Versicherungsnehmers (Gerrit Winter in Bruck\/M&ouml;ller, Versicherungsvertragsgesetz, Kommentar, 9.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;169 Rz&nbsp;34). Die Zahlung der vom Versicherungsnehmer dem Versicherungsunternehmen geschuldeten Versicherungspr&auml;mien durch einen Dritten beg&uuml;nstigt den Versicherungsnehmer in erster Linie durch die dadurch eintretende Befreiung von der Verpflichtung zur Pr&auml;mienzahlung. Soweit dadurch auch eine Werterh&ouml;hung seines Anwartschaftsrechts eintritt, erf&uuml;llt dies nicht den objektiven Tatbestand des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die auf anderen Rechtsgrunds&auml;tzen beruhende Vorentscheidung war daher aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist spruchreif.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gegenstand der Zuwendung der U an den Kl&auml;ger war die Zahlung der vom Kl&auml;ger der B-AG geschuldeten Versicherungspr&auml;mie f&uuml;r den Monat Dezember 2007. Diese Geldzuwendung ist nicht als Anspruch aus einer Lebensversicherung i.S. des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;4 BewG, sondern gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 ErbStG i.V.m. &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 BewG mit dem Nennwert zu bewerten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FA hat zutreffend die streitgegenst&auml;ndliche Geldzuwendung der U an den Kl&auml;ger als selbst&auml;ndige Zuwendung getrennt besteuert. Diese Zuwendung beruhte nicht auf einem einheitlichen Schenkungsversprechen der U. Auch lag der Zuwendung kein obligatorisches Forderungsrecht zugrunde, das ein Stammrecht des Kl&auml;gers auf die einzelnen Zuwendungen begr&uuml;ndete (dazu BFH-Urteile vom 22.&nbsp;September 2004 II&nbsp;R&nbsp;50\/03, BFH\/NV 2005, 993, und vom 20.&nbsp;November 2013 II&nbsp;R&nbsp;64\/11, BFH\/NV 2014, 716).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.10.2014, II R 26\/13 Schenkungsteuer bei Zahlung von Pr&auml;mien f&uuml;r eine Lebensversicherung durch einen Dritten &#8211; mittelbare Schenkung Leits&auml;tze Die laufende Zahlung der Versicherungspr&auml;mien f&uuml;r eine vom Versicherungsnehmer abgeschlossene Lebensversicherung durch einen Dritten kann nicht als mittelbare Schenkung eines Lebens- bzw. 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