{"id":63900,"date":"2015-01-09T07:40:32","date_gmt":"2015-01-09T05:40:32","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63900"},"modified":"2015-01-09T07:40:32","modified_gmt":"2015-01-09T05:40:32","slug":"v-r-23-13-vorsteuerabzug-bei-totalverlust-der-rechnungen-keine-eidesstattliche-versicherung-ueber-die-richtigkeit-rechtlicher-schlussfolgerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-23-13-vorsteuerabzug-bei-totalverlust-der-rechnungen-keine-eidesstattliche-versicherung-ueber-die-richtigkeit-rechtlicher-schlussfolgerungen\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;23\/13 &#8211; Vorsteuerabzug bei Totalverlust der Rechnungen &#8211; Keine eidesstattliche Versicherung &uuml;ber die Richtigkeit rechtlicher Schlussfolgerungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.10.2014, V R 23\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Vorsteuerabzug bei Totalverlust der Rechnungen &#8211; Keine eidesstattliche Versicherung &uuml;ber die Richtigkeit rechtlicher Schlussfolgerungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Den Nachweis dar&uuml;ber, dass ein anderer Unternehmer Steuern f&uuml;r Lieferungen oder sonstige Leistungen gesondert in Rechnung gestellt hat, kann der Unternehmer mit allen verfahrensrechtlich zul&auml;ssigen Beweismitteln f&uuml;hren.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Einem Beweisantrag auf Vernehmung von Zeugen muss das FG nur dann nachkommen, wenn dieser hinreichend substantiiert ist. Dies setzt voraus, dass er sich auf das Vorliegen von Originalrechnungen f&uuml;r konkret bezeichnete Eingangsleistungen bezieht.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die vom Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) in den Streitjahren (1998 bis 2001) geltend gemachten Vorsteuerbetr&auml;ge nach dem Totalverlust der Buchf&uuml;hrungsunterlagen zu Recht um 40&nbsp;% gek&uuml;rzt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist Einzelunternehmer. Sein Unternehmen umfasst die eigene gewerbliche T&auml;tigkeit (Vermietung und Verpachtung wesentlicher Betriebsgrundlagen) sowie die gewerbliche T&auml;tigkeit der Betriebs-GmbH (Herstellung und Vertrieb von Fenstern und T&uuml;ren), deren alleiniger Gesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;ger ist. Seit 1996 liegen die Voraussetzungen einer umsatzsteuerrechtlichen Organschaft zur Betriebs-GmbH vor (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 des Umsatzsteuergesetzes in der in den Streitjahren geltenden Fassung &#8211;UStG&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 28.&nbsp;Mai 2003 erlie&szlig; das FA gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger eine Pr&uuml;fungsanordnung, die auch die Umsatzsteuer der Streitjahre betraf. Nachdem der Pr&uuml;fer erfolglos um Vorlage der Pr&uuml;fungsunterlagen gebeten hatte und der Pr&uuml;fungsbeginn auf Antrag des Kl&auml;gers wiederholt verschoben wurde, beschloss die Gesellschafterversammlung der Betriebs-GmbH im August 2003 die Umfirmierung in C-GmbH und eine Sitzverlegung nach Z. In 2004 ver&auml;u&szlig;erte diese C-GmbH das gesamte Anlage- und Umlaufverm&ouml;gen an eine neu gegr&uuml;ndete M-GmbH, die im Dezember 2004 in MF-GmbH umfirmierte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Aufforderung, die Buchf&uuml;hrungsunterlagen zwecks Pr&uuml;fungsbeginns in das FA M zu bringen, teilte der Kl&auml;ger mit Schreiben vom 28.&nbsp;Juni 2004 mit, dass ihm die Vorlage der erbetenen Unterlagen inzwischen unm&ouml;glich geworden sei. Der Transporter mit den gesamten Buchungsunterlagen und der EDV-Anlage, auf der die Buchf&uuml;hrung gespeichert war, sei am 23.&nbsp;Juni 2004 vom Betriebsgel&auml;nde gestohlen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die zwischen 10.&nbsp;Januar 2006 und 27.&nbsp;April 2007 durchgef&uuml;hrte Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;hrte dazu, dass die &#8211;nicht durch Belegzweitschriften nachgewiesenen&#8211; Vorsteuerbetr&auml;ge (1998: 974.240,69&nbsp;DM, 1999: 826.554,04&nbsp;DM, 2000: 690.080,64&nbsp;DM, 2001: 564.389,70&nbsp;DM) im Sch&auml;tzungswege um 40&nbsp;% gek&uuml;rzt wurden (Bp-Bericht vom 23.&nbsp;Mai 2007). Unter Ber&uuml;cksichtigung der Betriebspr&uuml;fungen der Vorjahre und der allgemeinen Lebenserfahrung ging der Pr&uuml;fer davon aus, dass zumindest ein Teil der Originalrechnungen zum Zeitpunkt der Buchungen und der Geltendmachung des jeweiligen Vorsteuerabzugs vorgelegen h&auml;tten. In den beiden vorherigen Betriebspr&uuml;fungen sei der Vorsteuerabzug aus den verschiedensten Gr&uuml;nden und im Einzelfall bis zu 25&nbsp;% des geltend gemachten Vorsteuerabzugs nicht anerkannt worden. Da diese Pr&uuml;fungen immer nur auszugsweise und punktuell erfolgt seien und bei genauerer und umfassender Pr&uuml;fung vielleicht noch weitere Betr&auml;ge nicht zum Vorsteuerabzug zugelassen worden w&auml;ren, sei die Nichtanerkennung von 40&nbsp;% des j&auml;hrlich geltend gemachten Vorsteuerabzugs angemessen. Unter Bezugnahme auf den Bericht der Betriebspr&uuml;fung erlie&szlig; das FA am 21.&nbsp;Juni 2007 die streitgegenst&auml;ndlichen Umsatzsteuerbescheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Einspruch erhobene Klage zum Finanzgericht (FG) hatte keinen Erfolg. Das FG entschied in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2013, 1715 ver&ouml;ffentlichten Urteil, es sei nicht zu beanstanden, dass das FA die Vorsteuern nur in H&ouml;he von 60&nbsp;v.H. der vom Kl&auml;ger im Voranmeldungsverfahren erkl&auml;rten Betr&auml;ge ber&uuml;cksichtigt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger Verletzung formellen und materiellen Rechts. Das FG habe sowohl gegen den Anspruch auf Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs als auch gegen den Untersuchungsgrundsatz und die Pflicht zur Sachverhaltsaufkl&auml;rung versto&szlig;en, da es die angebotenen Zeugen nicht vernommen und die vorgelegte eidesstattliche Versicherung nicht in seine Entscheidungsfindung einbezogen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom FG gestellten Anforderungen, wonach im Einzelnen und zu jeder Rechnung vorgetragen werden m&uuml;sse, aus welcher Lieferung und Leistung der Vorsteuerabzug begehrt werde und zudem&nbsp;&nbsp;Angaben zum Leistungsgegenstand, Leistungszeitpunkt und zur H&ouml;he des Entgelts erforderlich seien, widerspr&auml;chen der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes &#8211;BFH&#8211; (BFH-Beschluss vom 12.&nbsp;Mai 2003 V&nbsp;B&nbsp;226\/02, BFH\/NV 2003, 1226; BFH-Urteile vom 5.&nbsp;August 1988 X&nbsp;R&nbsp;55\/81, BFHE 154, 477, BStBl II 1989, 120, sowie vom 16.&nbsp;April 1997 XI&nbsp;R&nbsp;63\/93, BFHE 182, 440, BStBl II 1997, 582). Danach fordere der BFH nicht, dass die Inhalte der Originalrechnungen im Einzelnen vorgetragen werden m&uuml;ssten. Vielmehr m&uuml;sse der Kl&auml;ger lediglich nachweisen, dass ein anderer Unternehmer eine Rechnung mit gesondertem Steuerausweis erstellt und ihm ausgeh&auml;ndigt habe. Im Urteil vom 1.&nbsp;April 1982 V&nbsp;R&nbsp;66\/77 (juris) betreffend die Vernichtung s&auml;mtlicher Unterlagen durch Brand sei als Zeugin eine Buchhalterin benannt worden. Der BFH habe ausgef&uuml;hrt, dass diese habe vernommen werden m&uuml;ssen, um der gerichtlichen Ermittlungspflicht des &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) gerecht zu werden. An keiner Stelle sei jedoch ausgef&uuml;hrt worden, die Zeugin m&uuml;sse zu jeder einzelnen Rechnung, zum Leistungsgegenstand, dem Leistungszeitpunkt und der H&ouml;he des Entgelts dezidiert vortragen. Damit liefen die vom FG gestellten Anforderungen auf eine vollst&auml;ndige Entwertung der BFH-Rechtsprechung hinaus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>das Urteil des FG des Landes Sachsen-Anhalt vom 20.&nbsp;Februar 2013&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;1037\/10 aufzuheben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das FG des Landes Sachsen-Anhalt zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es macht sich im Wesentlichen die Ausf&uuml;hrungen in den Entscheidungsgr&uuml;nden des FG-Urteils zu eigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG hat im Ergebnis zu Recht entschieden, dass der Kl&auml;ger keinen Anspruch auf Ber&uuml;cksichtigung weiterer Vorsteuerbetr&auml;ge hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG kann der Unternehmer die in Rechnungen i.S. des &sect;&nbsp;14 UStG gesondert ausgewiesene Steuer f&uuml;r Leistungen, die von einem anderen Unternehmer f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind, als Vorsteuer abziehen. Ausgeschlossen ist der Vorsteuerabzug nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG f&uuml;r Leistungen, die der Unternehmer f&uuml;r steuerfreie Ums&auml;tze verwendet. Diese Vorschriften beruhen auf Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a der Richtlinie des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG) und sind entsprechend dieser Bestimmung richtlinienkonform auszulegen (st&auml;ndige Senatsrechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteile vom 6.&nbsp;Mai 2010 V&nbsp;R&nbsp;29\/09, BFHE 230, 263, BStBl II 2010, 885, unter II.1., sowie vom 9.&nbsp;Dezember 2010 V&nbsp;R&nbsp;17\/10, BFHE 232, 243, BStBl II 2012, 53, unter II.1.a, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das Recht auf Vorsteuerabzug entsteht gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG, wenn der Anspruch auf die abziehbare Steuer entsteht (vgl. BFH-Urteil vom 1.&nbsp;Juli 2004 V&nbsp;R&nbsp;33\/01, BFHE 206, 463, BStBl II 2004, 861, unter II.3.). Dies ist nach Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG der Zeitpunkt, in dem die Lieferung des Gegenstands oder die Dienstleistung bewirkt wird (Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; vom 29.&nbsp;April 2004 C-152\/02, Terra Baubedarf-Handel GmbH, Slg. 2004, I-05583, Rz&nbsp;31).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das entstandene Recht auf Vorsteuerabzug kann erst dann ausge&uuml;bt werden, wenn der Steuerpflichtige im Besitz einer ordnungsgem&auml;&szlig;en Rechnung ist (EuGH-Urteil Terra Baubedarf in Slg. 2004, I-5583, Rz&nbsp;31; BFH-Urteil in BFHE 206, 463, BStBl II 2004, 861). Damit ist die Aus&uuml;bung des Vorsteuerabzugs an den Besitz der Originalrechnung oder des Dokuments gekn&uuml;pft, das nach den vom jeweiligen Mitgliedstaat festgelegten Kriterien als Rechnung betrachtet werden kann (EuGH-Urteil Terra Baubedarf in Slg. 2004, I-05583, Rz&nbsp;31, sowie EuGH-Urteil vom 5.&nbsp;Dezember 1996, Reisdorf, C-85\/95, Slg. 1996, I-6257, Rz&nbsp;22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Unionsrechtlich ist daf&uuml;r der Besitz einer nach Art.&nbsp;22 Abs.&nbsp;3 der Richtlinie 77\/388\/EWG ausgestellten Rechnung erforderlich. Diese muss als Mindestangaben den Preis ohne Steuer und den auf die einzelnen Steuers&auml;tze entfallenden Steuerbetrag sowie ggf. die Steuerbefreiung ausweisen (Art.&nbsp;22 Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b der Richtlinie 77\/388\/EWG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dar&uuml;ber hinausgehende Anforderungen ergaben sich in den Streitjahren nach der Rechtsprechung des Senats aus dem nationalen Recht auf der Grundlage von Art.&nbsp;22 Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;c der Richtlinie 77\/388\/EWG <em>vor &Auml;nderung<\/em> durch die Richtlinie 2003\/92\/EG vom 7.&nbsp;Oktober 2003. Danach kn&uuml;pfte &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG mit den Worten &quot;Rechnungen im Sinne des &sect;&nbsp;14&quot; an die Regelung in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;4 UStG an, nicht an diejenige in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 UStG (BFH-Urteile vom 27.&nbsp;Juli 2000 V&nbsp;R&nbsp;55\/99, BFHE 193, 156, BStBl II 2001, 426; in BFHE 182, 440, BStBl II 1997, 582; vom 17.&nbsp;September 1992 V&nbsp;R&nbsp;41\/89, BFHE 169, 540, BStBl II 1993, 205). Deshalb musste eine zum Vorsteuerabzug berechtigende Rechnung zwar nicht s&auml;mtliche der in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 UStG aufgef&uuml;hrten Merkmale aufweisen. Erforderlich waren jedoch Angaben tats&auml;chlicher Art in der Rechnung, aus denen sich zweifelsfrei ergibt, der Rechnungsaussteller habe Lieferungen oder sonstige Leistungen an den Leistungs-empf&auml;nger erbracht, f&uuml;r die die Umsatzsteuer gesondert in Rechnung gestellt wurde (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 24.&nbsp;September 1987 V&nbsp;R&nbsp;50\/85, BFHE 153, 86, BStBl II 1988, 688, unter II.6., und vom 29.&nbsp;April 1993 V&nbsp;R&nbsp;118\/89, BFH\/NV 1994, 584, sowie vom 10.&nbsp;November 1994 V&nbsp;R&nbsp;45\/93, BFHE 176, 472, BStBl II 1995, 395). Der Aufwand zur Identifizierung der Leistung musste dahingehend begrenzt sein, dass die Rechnungsangaben eine eindeutige und leicht nachpr&uuml;fbare Feststellung der Leistung erm&ouml;glichen, &uuml;ber die abgerechnet worden ist. Was zur Ermittlung dieser Voraussetzungen erforderlich war, richtete sich nach den Umst&auml;nden des Einzelfalles (BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Dezember 1996 V&nbsp;R&nbsp;16\/96, BFH\/NV 1997, 717, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Unternehmer, der den Vorsteuerabzug geltend macht, hat die Darlegungs- und Feststellungslast f&uuml;r alle Tatsachen, die den Vorsteuerabzug begr&uuml;nden (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil vom 27.&nbsp;Juni 1996 V&nbsp;R&nbsp;51\/93, BFHE 181, 197, BStBl II 1996, 620, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Es ist daher regelm&auml;&szlig;ig Sache des Leistungsempf&auml;ngers darzulegen und nachzuweisen, dass der Vorsteueranspruch entstanden ist, er also Leistungen von einem Unternehmer f&uuml;r sein Unternehmen bezogen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Weiterhin hat der Unternehmer darzulegen und nachzuweisen, dass er eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Rechnung in Besitz hatte. &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 UStG erfordert dagegen nicht, dass das Abrechnungspapier auch noch in einem sp&auml;teren Zeitpunkt vorhanden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Nachweis dar&uuml;ber, dass ihm ein anderer Unternehmer Steuerbetr&auml;ge f&uuml;r Lieferungen oder sonstige Leistungen gesondert in Rechnung gestellt hat, kann der Unternehmer nicht allein durch Vorlage der Originalrechnung f&uuml;hren. Besitzt er diese nicht mehr, k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten andere Beweise zulassen, aus denen sich ergibt, dass der Umsatz, auf den sich der Antrag auf Vorsteuerabzug bezieht, tats&auml;chlich stattgefunden hat (EuGH-Urteil Reisdorf in Slg. 1996, I-6257). Im Anschluss hieran hat der BFH im Urteil in BFHE 182, 440, BStBl II 1997, 582 entschieden, die Aus&uuml;bung des Rechts auf Vorsteuerabzug setze voraus, dass der Steuerpflichtige im Besitz der Originalrechnung ist. Den Nachweis, dass diese Voraussetzung erf&uuml;llt war, k&ouml;nne der Steuerpflichtige nicht nur durch Vorlage der Originalrechnung, sondern mit allen nach der Finanzgerichtsordnung verfahrensrechtlich zul&auml;ssigen Beweismitteln f&uuml;hren (BFH-Urteil in BFHE 182, 440, BStBl II 1997, 582; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2003, 1226).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Entscheidend ist, dass die Finanzbeh&ouml;rde oder im Falle eines Rechtsstreits das FG die &Uuml;berzeugung gewinnt, dass die Tatbestandsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG einschlie&szlig;lich des (urspr&uuml;nglichen) Rechnungsbesitzes vorliegen (BFH-Beschluss vom 31.&nbsp;Juli 2007 V&nbsp;B&nbsp;156\/06, BFH\/NV 2008, 416, unter II.1.b, unter Hinweis auf das BFH-Urteil vom 19.&nbsp;November 1998 V&nbsp;R&nbsp;102\/96, BFHE 187, 344, BStBl II 1999, 255).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Lagen im Zeitpunkt der Geltendmachung des Vorsteuerabzugs Originalrechnungen anderer Unternehmer mit gesondertem Steuerausweis vor, die aber danach verlorengegangen sind und nicht mehr rekonstruiert werden k&ouml;nnen, sind die abziehbaren Vorsteuerbetr&auml;ge zu sch&auml;tzen (&sect;&nbsp;162 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;). Denn die erfolgte Rechnungstellung wird durch den Verlust der Rechnungen nicht aufgehoben (BFH-Urteil vom 1.&nbsp;April 1982 V&nbsp;R&nbsp;66\/77, juris). Der fehlende Nachweis des Rechnungsbesitzes kann dagegen nicht durch eine Sch&auml;tzung ersetzt werden (BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Juni 1986 V&nbsp;R&nbsp;75\/78, BFHE 146, 569, BStBl II 1986, 721; BFH-Beschl&uuml;sse vom 26.&nbsp;November 1997 V&nbsp;B&nbsp;48\/97, BFH\/NV 1998, 563, und vom 28.&nbsp;Dezember 2001 V&nbsp;B&nbsp;148\/01, BFH\/NV 2002, 682).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben steht dem Kl&auml;ger kein Anspruch auf Ber&uuml;cksichtigung weiterer Vorsteuerbetr&auml;ge zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wie das FG zu Recht entschieden hat, fehlt es im Streitfall bereits an den Voraussetzungen f&uuml;r die Entstehung des Rechts auf Vorsteuerabzug (&sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG). Denn der Kl&auml;ger hat weder dargelegt noch nachgewiesen, welche konkreten Leistungen er von anderen Unternehmen f&uuml;r sein Unternehmen tats&auml;chlich bezogen hat. Die im finanzgerichtlichen Verfahren als Zeugen benannten Personen (B.A., K.T., A.O.) sind insoweit ungeeignet, da weder vorgetragen noch ersichtlich ist, dass diese aus eigener Wahrnehmung Angaben &uuml;ber den tats&auml;chlichen Leistungsbezug f&uuml;r das Unternehmen des Kl&auml;gers machen k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch sind diese Zeugen vom Kl&auml;ger lediglich zum Nachweis seiner Behauptung benannt worden, dass in den erstellten Umsatzsteuererkl&auml;rungen nur solche Vorsteuerbetr&auml;ge geltend gemacht worden seien, f&uuml;r die auch entsprechende Originalrechnungen vorgelegen h&auml;tten. Das Vorliegen von Originalrechnungen besagt indes nichts dar&uuml;ber, ob der Kl&auml;ger die in Rechnung gestellten Leistungen tats&auml;chlich bezogen hat (Stadie in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, UStG, &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;42 und 44, sowie &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;85).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Ansicht des Kl&auml;gers widerspricht das Erfordernis der Darlegung und des Nachweises von Einzelheiten des tats&auml;chlichen Leistungsbezuges nicht der von ihm bezeichneten BFH-Rechtsprechung. Diese betrifft lediglich die Nachweism&ouml;glichkeiten beim Verlust der Originalrechnung und damit die Aus&uuml;bungsvoraussetzung des Vorsteuerabzugs. Der fehlende Nachweis der Entstehung des Vorsteueranspruchs kann nicht durch den Nachweis der Aus&uuml;bungsvoraussetzung ersetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat keinen Verfahrensfehler begangen, indem es die eidesstattliche Versicherung nicht in seinem Urteil ber&uuml;cksichtigt und eine Beweisaufnahme durch Vernehmung der angebotenen Zeugen abgelehnt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Soweit die im finanzgerichtlichen Verfahren vorgelegte eidesstattliche Versicherung der Buchhalterin B.A. zum Inhalt hat, dass formell ordnungsgem&auml;&szlig;e Rechnungen des Lieferanten i.S. von &sect;&nbsp;14 UStG vorgelegen h&auml;tten, ist diese zur Glaubhaftmachung ungeeignet, da sie keine Tatsachen, sondern eine rechtliche Schlussfolgerung beinhaltet. Die Richtigkeit einer Rechtsansicht kann nicht eidesstattlich versichert werden (vgl. Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;95 AO Rz&nbsp;5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Entgegen der Ansicht des FG beziehen sich der vom Kl&auml;ger angebotene Zeugenbeweis jedoch nicht und die eidesstattliche Versicherung nicht nur auf diese rechtliche Schlussfolgerung, sondern (auch) auf die dem Beweis zug&auml;ngliche Tatsache, ob dem Steuerpflichtigen zum Zeitpunkt der Geltendmachung des Vorsteuerabzugs die Original-Eingangsrechnungen vorgelegen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung kann der Unternehmer beim Verlust der Originalrechnung den Nachweis, dass diese bei Geltendmachung des Vorsteuerabzugs im Besitz des Unternehmers war, mit allen verfahrensrechtlich zul&auml;ssigen Beweismitteln f&uuml;hren (BFH-Urteile in BFHE 182, 440, BStBl II 1997, 582 Leitsatz&nbsp;2, sowie in BFHE 154, 477, BStBl II 1989, 120; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2003, 1226). Bei diesem Nachweis geht es somit nicht um den Besitz einer nach &sect;&sect;&nbsp;14, 14a UStG ausgestellten Rechnung, sondern lediglich um das vormalige Vorhandensein der Originalurkunde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(a) Als Beweismittel kommen in erster Linie Kopien oder Zweitausfertigungen der Originalrechnung in Betracht. So hat der BFH im Urteil in BFHE 154, 477, BStBl II 189, 120 Vorsteuerbetr&auml;ge aufgrund der Vorlage einer Rechnungskopie anerkannt, nachdem sich die Existenz eines Durchschlags dieser Rechnung bei dem liefernden Unternehmen und einer weiteren Fotokopie bei den Akten einer mit dem Kl&auml;ger in Gesch&auml;ftsbeziehung stehenden Bezirkssparkasse herausgestellt hatte und &uuml;berdies feststand, dass die erbrachte Leistung getilgt worden war. Nicht ausreichend ist dagegen im Regelfall die Kopie eines Vorsteuerkontos aus der Buchf&uuml;hrung (vgl. BFH-Beschluss vom 14.&nbsp;April 2000 V&nbsp;B&nbsp;157\/99, BFH\/NV 2000, 1373).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(b) Nach der Rechtsprechung des Senats kann der Beweis des Vorliegens von Originalrechnungen mit allen verfahrensrechtlich zul&auml;ssigen Beweismitteln [vgl. oben II.2.b&nbsp;bb&nbsp;(1)] und damit auch durch Zeugen erbracht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einem entsprechenden Beweisantrag muss das FG allerdings nur dann nachkommen, wenn dieser hinreichend substantiiert ist (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 14.&nbsp;Juli 2008 II&nbsp;B&nbsp;5\/08, BFH\/NV 2008, 1815; vom 13.&nbsp;August 2002 VII&nbsp;B&nbsp;267\/01, BFH\/NV 2003, 63; vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2003 VII&nbsp;B&nbsp;269\/02, BFH\/NV 2003, 825, und vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2006 XI&nbsp;B&nbsp;79\/05, BFH\/NV 2006, 1132). Das setzt voraus, dass das Beweisthema und das voraussichtliche Ergebnis der Beweisaufnahme in Bezug auf einzelne konkrete Tatsachen genau angegeben werden (BFH-Beschl&uuml;sse vom 21.&nbsp;November 2002 VII&nbsp;B&nbsp;58\/02, BFH\/NV 2003, 485, und vom 12.&nbsp;Dezember 2007 I&nbsp;B&nbsp;134\/07, BFH\/NV 2008, 736). Beweisermittlungs- oder Beweisausforschungsantr&auml;ge, die so unbestimmt sind, dass im Grunde erst die Beweiserhebung selbst die entscheidungserheblichen Tatsachen und Behauptungen aufdecken soll, brauchen dem Gericht eine Beweisaufnahme dagegen nicht nahe zu legen (BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2006, 1132, und vom 6.&nbsp;September 2005 IV&nbsp;B&nbsp;14\/04, BFH\/NV 2005, 2166).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Unter Ber&uuml;cksichtigung dieser Grunds&auml;tze liegen im Streitfall keine hinreichend bestimmten Beweisantr&auml;ge vor:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat lediglich in pauschaler und damit in unbestimmter Weise behauptet, die von ihm benannten Zeugen k&ouml;nnten aussagen, dass f&uuml;r alle Lieferungen und Leistungen des Anlage- und Umlaufverm&ouml;gens entsprechende Rechnungen im Original vorgelegen h&auml;tten. Damit fehlt die Bezugnahme auf einzelne konkrete Tatsachen, zu denen sich die Zeugen &auml;u&szlig;ern sollen. Die hinreichende Substantiierung eines Beweisantrages erfordert danach, dass er sich auf das Vorliegen der Originalrechnung f&uuml;r eine konkret bezeichnete Eingangsleistung (vgl. unter II.2.a) beziehen. Das FG hat daher im Ergebnis ohne Verfahrensversto&szlig; eine Vernehmung der Buchhalterin B.A., des Steuerberaters K.T. und der Sachbearbeiterin A.O. abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.10.2014, V R 23\/13 Vorsteuerabzug bei Totalverlust der Rechnungen &#8211; Keine eidesstattliche Versicherung &uuml;ber die Richtigkeit rechtlicher Schlussfolgerungen Leits&auml;tze 1. Den Nachweis dar&uuml;ber, dass ein anderer Unternehmer Steuern f&uuml;r Lieferungen oder sonstige Leistungen gesondert in Rechnung gestellt hat, kann der Unternehmer mit allen verfahrensrechtlich zul&auml;ssigen Beweismitteln f&uuml;hren. 2. 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