{"id":63902,"date":"2015-01-09T07:40:24","date_gmt":"2015-01-09T05:40:24","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63902"},"modified":"2015-01-09T07:40:24","modified_gmt":"2015-01-09T05:40:24","slug":"ii-r-10-14-landzuteilung-im-flurbereinigungsverfahren-nur-bei-wertmaessiger-mehrzuteilung-grunderwerbsteuerpflichtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-10-14-landzuteilung-im-flurbereinigungsverfahren-nur-bei-wertmaessiger-mehrzuteilung-grunderwerbsteuerpflichtig\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;10\/14 &#8211; Landzuteilung im Flurbereinigungsverfahren nur bei wertm&auml;&szlig;iger Mehrzuteilung grunderwerbsteuerpflichtig"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.10.2014, II R 10\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Landzuteilung im Flurbereinigungsverfahren nur bei wertm&auml;&szlig;iger Mehrzuteilung grunderwerbsteuerpflichtig<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Eine Landzuteilung im Flurbereinigungsverfahren ist gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 1 Nr. 3 Satz 2 Buchst. a GrEStG grunderwerbsteuerfrei, soweit der Wert der dem Teilnehmer bei Beendigung zugeteilten Grundst&uuml;cke nicht den Wert der von ihm eingebrachten Grundst&uuml;cke &uuml;bersteigt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Dies gilt auch, wenn ein Teilnehmer der Flurbereinigung einerseits durch Landverzichtserkl&auml;rung eines anderen Teilnehmers gem&auml;&szlig; &sect; 52 Abs. 3 Satz 2 FlurbG einen Abfindungsanspruch in Land erwirbt und zum anderen f&uuml;r von ihm selbst in das Flurbereinigungsverfahren eingebrachte Grundst&uuml;cke zugunsten eines Dritten auf eine Abfindung in Land verzichtet.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) war Teilnehmerin an einem Flurbereinigungsverfahren, in das sie Fl&auml;chen in einer Gr&ouml;&szlig;e von ca. 61&nbsp;ha einbrachte. Der ebenfalls an dem Flurbereinigungsverfahren beteiligte E stimmte mit Erkl&auml;rung nach &sect;&nbsp;52 des Flurbereinigungsgesetzes (FlurbG) vom 10.&nbsp;Mai 2001 in einer Verhandlung vor der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde zugunsten der Kl&auml;gerin zu, f&uuml;r zwei eingebrachte Flurst&uuml;cke statt in Land in Geld abgefunden zu werden. Die Kl&auml;gerin verpflichtete sich, an E eine Geldabfindung von 14.820&nbsp;DM (7.577&nbsp;EUR) zu zahlen. Gem&auml;&szlig; der im Jahre 2009 ergangenen Ausf&uuml;hrungsanordnung des Flurbereinigungsplans erhielt die Kl&auml;gerin eine Fl&auml;che von ca. 21&nbsp;ha. Die in der Landverzichtserkl&auml;rung des E bezeichneten Fl&auml;chen wurden der Kl&auml;gerin nicht zugewiesen. Diese Fl&auml;chen wurden jedoch bei der Berechnung der der Kl&auml;gerin zustehenden Landabfindung durch Zuweisung von Ersatzgrundst&uuml;cken ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch Bescheid vom 26.&nbsp;Februar 2010 setzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin f&uuml;r ihren Erwerb aus dem Flurbereinigungsverfahren Grunderwerbsteuer in H&ouml;he von 265&nbsp;EUR fest. Bemessungsgrundlage war die von der Kl&auml;gerin an E gezahlte Geldabfindung von 7.577&nbsp;EUR. Der Einspruch, mit dem die Kl&auml;gerin f&uuml;r ihren Erwerb die Grunderwerbsteuerbefreiung nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) geltend machte, hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Es sah die Befreiungsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a GrEStG als nicht erf&uuml;llt an, weil sich der Landabfindungsanspruch der Kl&auml;gerin aufgrund der Landverzichtserkl&auml;rung des E erh&ouml;ht habe. Es sei unsch&auml;dlich, dass der Kl&auml;gerin Ersatzgrundst&uuml;cke anstelle der in der Erkl&auml;rung des E bezeichneten Grundst&uuml;cke zugeteilt worden seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a GrEStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Vorentscheidung sowie den Grunderwerbsteuerbescheid vom 26.&nbsp;Februar 2010 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 25.&nbsp;Januar 2011 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Die Vorentscheidung war aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126&nbsp;&nbsp;Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zwar zutreffend erkannt, dass die Landzuteilung an den Teilnehmer einer Flurbereinigung in dem Umfang, in dem zu seinen Gunsten ein Dritter einer Abfindung in Geld statt in Land zugestimmt hat, grunds&auml;tzlich nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a GrEStG steuerbefreit ist. Das FG hat aber nicht ber&uuml;cksichtigt, dass diese Steuerbefreiung auf alle Landzuteilungen zugunsten des Teilnehmers anzuwenden ist, deren Wert nicht den Wert der vom Teilnehmer in das Flurbereinigungsverfahren eingebrachten Grundst&uuml;cke &uuml;berschreitet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Grunderwerbsteuer unterliegt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 GrEStG der &Uuml;bergang des Eigentums, wenn kein den Anspruch auf &Uuml;bereignung begr&uuml;ndendes Rechtsgesch&auml;ft vorausgegangen ist und es auch keiner Auflassung bedarf. Diese Voraussetzungen sind vorliegend erf&uuml;llt, weil die Kl&auml;gerin aufgrund der vorzeitigen Ausf&uuml;hrungsanordnung des Flurbereinigungsplans vom 11.&nbsp;November 2009 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;61 Satz&nbsp;2 FlurbG Eigent&uuml;merin der Ersatzgrundst&uuml;cke geworden ist, ohne dass ein einen &Uuml;bereignungsanspruch begr&uuml;ndendes Rechtsgesch&auml;ft vorausgegangen ist und ohne dass es einer Auflassung bedurfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die der Ausf&uuml;hrungsanordnung vorangegangene Landverzichtserkl&auml;rung des E zugunsten der Kl&auml;gerin vom 10.&nbsp;Mai 2001 ist kein Rechtsgesch&auml;ft, das f&uuml;r die Kl&auml;gerin einen Anspruch auf &Uuml;bereignung der entsprechenden Fl&auml;chen begr&uuml;ndet hat. Die Landverzichtserkl&auml;rung, mit der lediglich der Abfindungsanspruch des Verzichtenden auf den beg&uuml;nstigten Dritten &uuml;bergeht, bereitet den Erwerb des Eigentums an den Ersatzgrundst&uuml;cken lediglich vor und unterliegt weder nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 noch nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 GrEStG der Grunderwerbsteuer (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17.&nbsp;Mai 2000 II&nbsp;R&nbsp;47\/99, BFHE 191, 426, BStBl II 2000, 627, und vom 23.&nbsp;August 2006 II&nbsp;R&nbsp;41\/05, BFHE 213, 406, BStBl II 2006, 919).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. F&uuml;r die Eigentums&uuml;bertragung auf die Kl&auml;gerin war nicht schon deshalb Grunderwerbsteuer festzusetzen, weil sie aufgrund der zu ihren Gunsten erfolgten Landverzichtserkl&auml;rung des E einen Anspruch auf Landabfindung erworben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das Flurbereinigungsverfahren ist ein gesetzlich geregelter Grundst&uuml;ckstausch, der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 FlurbG der Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft sowie der F&ouml;rderung der allgemeinen Landeskultur und Landesentwicklung dient. Es wird beherrscht von dem Grundsatz der wertgleichen Abfindung. Jeder Teilnehmer des Flurbereinigungsverfahrens ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;44 FlurbG f&uuml;r seine Grundst&uuml;cke unter Ber&uuml;cksichtigung der nach &sect;&nbsp;47 FlurbG vorgenommenen Abz&uuml;ge mit Land von gleichem Wert (zur Wertermittlung vgl. &sect;&sect;&nbsp;27&nbsp;ff. FlurbG) abzufinden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Abfindung erfolgt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;1 FlurbG grunds&auml;tzlich als Landabfindung. Ungeachtet eines etwaigen Wertausgleichs aufgrund in Geld auszugleichender unvermeidbarer Mehr- oder Minderausweisungen von Land (&sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;3 FlurbG) tritt die Landabfindung an die Stelle der alten Grundst&uuml;cke (&sect;&nbsp;68 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FlurbG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Verzicht auf Landabfindung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;1 FlurbG, durch den mit seiner Unwiderruflichkeit (&sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;2 FlurbG) der Anspruch auf Abfindung in Land erlischt, kann &quot;zugunsten eines bestimmten Dritten&quot; (&sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 FlurbG) erfolgen. Mit der sp&auml;teren Eigentumszuweisung an den Dritten wird dessen auf &sect;&nbsp;44 FlurbG beruhender Abfindungsanspruch erf&uuml;llt. Dieser Erwerb wird zwar vom Wortlaut des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a GrEStG erfasst. Diese Vorschrift bedarf aber ausgehend von ihrem Zweck, den Erwerb des Eigentums durch die Abfindung in Land in dem Umfang von der Grunderwerbsteuer zu befreien, in dem der Teilnehmer eigenes Land hergeben musste, einer einschr&auml;nkenden Auslegung. Ausgehend von diesem Grundgedanken ist die Eigentumszuweisung an einen Dritten, der erst durch den Landabfindungsverzicht eines Teilnehmers in das Flurbereinigungsverfahren einbezogen wurde, nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a GrEStG steuerfrei. Dies muss grunds&auml;tzlich auch dann gelten, wenn der durch die Landverzichtserkl&auml;rung beg&uuml;nstigte Dritte bereits Teilnehmer der Flurbereinigung war und aufgrund der Verzichtserkl&auml;rung eine (weitere) Zuteilung von Land beanspruchen kann (BFH-Urteil in BFHE 213, 406, BStBl II 2006, 919).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) In Ausnahme von diesen Rechtsgrunds&auml;tzen ist eine Landzuteilung im Flurbereinigungsverfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a GrEStG dann grunderwerbsteuerfrei, wenn die vom Teilnehmer in das Flurbereinigungsverfahren eingebrachten Grundst&uuml;cke ihrem Wert nach den diesem Teilnehmer bei Beendigung des Flurbereinigungsverfahrens zugeteilten Fl&auml;chen entsprechen. In diesem Fall ist f&uuml;r eine einschr&auml;nkende Auslegung des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a GrEStG kein Raum. Das kann etwa der Fall sein, wenn ein Teilnehmer der Flurbereinigung einerseits durch Landverzichtserkl&auml;rung eines anderen Teilnehmers gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 FlurbG einen Abfindungsanspruch in Land erwirbt und zum anderen f&uuml;r von ihm selbst in das Flurbereinigungsverfahren eingebrachte Grundst&uuml;cke zugunsten eines Dritten auf eine Abfindung in Land verzichtet. In diesem Fall ist eine Eigentumszuweisung an den Teilnehmer aufgrund der Ausf&uuml;hrungsanordnung zum Flurbereinigungsplan nur insoweit steuerpflichtig, als der Wert der zugeteilten Grundst&uuml;cke den Wert der in die Flurbereinigung eingebrachten Grundst&uuml;cke &uuml;bersteigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von anderen Grunds&auml;tzen ausgehende Vorentscheidung war demgem&auml;&szlig; aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist nicht spruchreif.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat keine Feststellungen dazu getroffen, ob der Wert der von der Kl&auml;gerin in das Flurbereinigungsverfahren eingebrachten Grundst&uuml;cke den Wert der ihr durch die Ausf&uuml;hrungsanordnung zum Flurbereinigungsplan zugeteilten Grundst&uuml;cke &uuml;bersteigt. Insoweit wird das FG zu pr&uuml;fen haben, ob und gegebenenfalls in welchem wertm&auml;&szlig;igen Umfang die Kl&auml;gerin auf die Abfindung in Land verzichtet hat und ob der Kl&auml;gerin nach der Ausf&uuml;hrungsanordnung zum Flurbereinigungsplan im Ergebnis wertm&auml;&szlig;ig mehr Fl&auml;chen zugeteilt wurden als sie in das Flurbereinigungsverfahren eingebracht hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.10.2014, II R 10\/14 Landzuteilung im Flurbereinigungsverfahren nur bei wertm&auml;&szlig;iger Mehrzuteilung grunderwerbsteuerpflichtig Leits&auml;tze 1. Eine Landzuteilung im Flurbereinigungsverfahren ist gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 1 Nr. 3 Satz 2 Buchst. a GrEStG grunderwerbsteuerfrei, soweit der Wert der dem Teilnehmer bei Beendigung zugeteilten Grundst&uuml;cke nicht den Wert der von ihm eingebrachten Grundst&uuml;cke &uuml;bersteigt. 2. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-10-14-landzuteilung-im-flurbereinigungsverfahren-nur-bei-wertmaessiger-mehrzuteilung-grunderwerbsteuerpflichtig\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;10\/14 &#8211; Landzuteilung im Flurbereinigungsverfahren nur bei wertm&auml;&szlig;iger Mehrzuteilung grunderwerbsteuerpflichtig<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-63902","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63902","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63902"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63902\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63902"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63902"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63902"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}