{"id":63904,"date":"2015-01-09T07:39:53","date_gmt":"2015-01-09T05:39:53","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63904"},"modified":"2015-01-09T07:39:53","modified_gmt":"2015-01-09T05:39:53","slug":"i-r-34-13-besteuerung-von-grenzgaengern-steuerpflicht-von-erstattungszinsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-34-13-besteuerung-von-grenzgaengern-steuerpflicht-von-erstattungszinsen\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;34\/13 &#8211; Besteuerung von Grenzg&auml;ngern &#8211; Steuerpflicht von Erstattungszinsen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.10.2014, I R 34\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Besteuerung von Grenzg&auml;ngern &#8211; Steuerpflicht von Erstattungszinsen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) waren im Streitjahr (1999) verheiratet und erzielten u.a. Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. Der Kl&auml;ger war Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der A-GmbH sowie der B. Die Kl&auml;gerin war bei der A angestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger reichten f&uuml;r das Streitjahr zun&auml;chst keine Steuererkl&auml;rung ein. Daraufhin erlie&szlig; der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) am 20.&nbsp;Dezember 2002 einen Sch&auml;tzungsbescheid zur Einkommensteuer unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO). Hiergegen eingelegte Rechtsbehelfe blieben erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2002 begann bei dem Kl&auml;ger eine Steuerfahndungspr&uuml;fung, aufgrund derer das FA die Einkommensteuerfestsetzung des Streitjahres &auml;nderte. Im Rahmen des &#8211;zwischenzeitlich unterbrochenen&#8211; Einspruchsverfahrens reichten die Kl&auml;ger die Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr ein, in der sie u.a. Zinseinnahmen aus die Einkommensteuer betreffenden Steuererstattungen erkl&auml;rten; die Einspruchsentscheidung des FA entsprach der Erkl&auml;rung nicht in vollem Umfang.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen gerichtete Klage wies das Finanzgericht (FG) des Saarlandes &#8211;nach Ergehen eines weiteren &Auml;nderungsbescheides&#8211; durch Urteil vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2013&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;1043\/12 als unbegr&uuml;ndet ab. Es ging u.a. davon aus, dass die Kl&auml;ger unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig und hinsichtlich ihrer Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit als sog. Grenzg&auml;nger i.S. des Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;5 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Franz&ouml;sischen Republik zur Vermeidung der Doppelbesteuerungen und &uuml;ber gegenseitige Amts- und Rechtshilfe auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen sowie der Gewerbesteuern und der Grundsteuern vom 21.&nbsp;Juli 1959 (BGBl II 1961, 398, BStBl I 1961, 343) i.d.F. vom 28.&nbsp;September 1989 (BGBl II 1990, 770, BStBl I 1990, 413) &#8211;DBA-Frankreich 1959\/1989&#8211; anzusehen seien. Ferner seien die Erstattungszinsen als Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen steuerpflichtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der vom FG zugelassenen Revision machen die Kl&auml;ger Verfahrensm&auml;ngel sowie die Verletzung materiellen Rechts geltend. Sie beantragen, das aufgrund der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2013 ergangene Urteil des FG&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;1043\/12 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B. Die Entscheidung ergeht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126a der Finanzgerichtsordnung (FGO). Der Senat h&auml;lt einstimmig die Revision f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Sachentscheidungsvoraussetzungen liegen vor und auch die weiteren das Verfahren betreffenden R&uuml;gen sind &#8211;soweit sie in &Uuml;bereinstimmung mit &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b FGO erhoben sind&#8211; unbegr&uuml;ndet. Insbesondere h&auml;lt der Senat die erhobenen Sachaufkl&auml;rungsr&uuml;gen wegen unterlassener Beweiserhebung nicht f&uuml;r durchgreifend. Hieran vermag auch die mit Schreiben vom 30.&nbsp;Juni 2014 vorgelegte &quot;Eidesstattliche Versicherung&quot; nichts zu &auml;ndern; insofern kommt dem mit Schreiben vom 10.&nbsp;Juli 2014 gestellten Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand keine Bedeutung zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bez&uuml;glich der verfahrensrechtlichen R&uuml;gen sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126a Satz&nbsp;4, &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 FGO von einer n&auml;heren Begr&uuml;ndung ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Das FG-Urteil ist auch in materiell-rechtlicher Hinsicht nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Soweit sich die Revision gegen die Einordnung der Kl&auml;ger als &quot;Beweisverderber&quot; wendet, macht sie keinen Verfahrensfehler, sondern einen beweisrechtlichen und damit einen materiell-rechtlichen Fehler geltend (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 16.&nbsp;Dezember 1992 X&nbsp;R&nbsp;77\/91, BFH\/NV 1993, 547). Ein solcher liegt jedoch nicht vor. Insofern pflichtet der Senat den Ausf&uuml;hrungen des FG bei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat die Besteuerung der Kl&auml;ger zutreffend beurteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Insbesondere waren die Kl&auml;ger &#8211;auf der Grundlage der nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO im Revisionsverfahren bindenden Feststellungen des FG&#8211; aufgrund ihres Wohnsitzes im Inland unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG 1997&#8211;) und auch aus abkommensrechtlicher Sicht ans&auml;ssig (Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 DBA-Frankreich 1959\/1989).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das deutsche Besteuerungsrecht war nicht nach Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a DBA&nbsp;Frankreich 1959\/1989 eingeschr&auml;nkt, da die Kl&auml;ger als sog. Grenzg&auml;nger i.S. des Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;5 DBA-Frankreich 1959\/1989 anzusehen waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Frankreich 1959\/1989 k&ouml;nnen Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit grunds&auml;tzlich nur in dem Vertragsstaate besteuert werden, in dem die pers&ouml;nliche T&auml;tigkeit, aus der die Eink&uuml;nfte herr&uuml;hren, ausge&uuml;bt wird. Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;7 DBA-Frankreich 1959\/1989 umfasst der Ausdruck &quot;unselbst&auml;ndige Arbeit&quot; in diesem Sinne insbesondere &#8211;wie im Fall des Kl&auml;gers&#8211; die in einer der K&ouml;rperschaftsteuer unterliegenden Gesellschaft ausge&uuml;bten Leitungs- und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrungsaufgaben. Abweichend von Abs.&nbsp;1 k&ouml;nnen nach Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;a DBA-Frankreich 1959\/1989 Eink&uuml;nfte aus unselbst&auml;ndiger Arbeit von Personen, die im Grenzgebiet eines Vertragsstaates arbeiten und ihre st&auml;ndige Wohnst&auml;tte, zu der sie in der Regel jeden Tag zur&uuml;ckkehren, im Grenzgebiet des anderen Vertragsstaates haben, nur in diesem Staat besteuert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Kl&auml;ger erf&uuml;llen im Streitjahr die Voraussetzungen des Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;5 DBA-Frankreich 1959\/1989. Nach den gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO den Senat bindenden Feststellungen des FG befanden sich im Streitjahr die st&auml;ndige Wohnst&auml;tte, der Familienwohnsitz und Lebensmittelpunkt der Kl&auml;ger im Inland innerhalb der Grenzzone i.S. des Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;b DBA-Frankreich 1959\/1989. Die Unternehmen A sowie B, die Arbeitgeber der Kl&auml;ger, waren in Frankreich und ebenfalls innerhalb der Grenzzone ans&auml;ssig. Das FG konnte auch nicht feststellen, dass die Kl&auml;ger an mehr als 45&nbsp;Tagen au&szlig;erhalb des Grenzgebietes gearbeitet h&auml;tten, sodass insofern keine sch&auml;dlichen Nichtr&uuml;ckkehrtage (vgl. etwa Senatsurteil vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2010 I&nbsp;R&nbsp;69\/08, BFH\/NV 2010, 1634) vorliegen. Der Anwendung des Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;5 DBA-Frankreich 1959\/1989 steht schlie&szlig;lich nicht entgegen, dass das FG im Rahmen der Begr&uuml;ndung zum Umstand einer gemeinsamen Familienwohnung der Kl&auml;ger in Deutschland ausf&uuml;hrt, es hindere die Annahme eines Familienwohnsitzes im Inland nicht, dass die Kl&auml;ger in ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung nur f&uuml;r 85 bis 90&nbsp;Tage statt typischerweise ca. 230&nbsp;Tage Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte angegeben h&auml;tten. Denn es sei nicht ausgeschlossen, dass die Kl&auml;ger an den &uuml;brigen Tagen dort gearbeitet h&auml;tten. Hierin ist kein Widerspruch zu der Aussage zu sehen, die Kl&auml;ger seien regelm&auml;&szlig;ig arbeitst&auml;glich zu ihrem Wohnsitz zur&uuml;ckgekehrt. Vielmehr kam es dem FG erkennbar nur darauf an, auszuf&uuml;hren, dass die Kl&auml;ger an allen Arbeitstagen, an denen sie ihrer T&auml;tigkeit in Frankreich nachgegangen sind, zu ihrem Wohnsitz im Inland zur&uuml;ckgekehrt sind, nicht aber, dass sie tats&auml;chlich arbeitst&auml;glich ihren Wohnort verlassen haben. Zwar ist damit nicht festgestellt, dass die Kl&auml;ger &#8211;&uuml;ber die in der Steuererkl&auml;rung erkl&auml;rten Fahrten hinaus&#8211; an jedem Arbeitstag zum Arbeiten nach Frankreich gependelt sind. Dies ist aber f&uuml;r die Anwendung des Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;5 DBA-Frankreich 1959\/1989 auch nicht erforderlich. Denn es st&uuml;nde der Anwendung der Grenzg&auml;nger-Regelung nicht entgegen, wenn die Kl&auml;ger nur im Umfang der erkl&auml;rten Fahrten in Frankreich und im &Uuml;brigen an ihrem Wohnort im Inland gearbeitet h&auml;tten, da sie jedenfalls an keinem Arbeitstag nicht aus Frankreich zum Wohnsitz zur&uuml;ckgekehrt oder au&szlig;erhalb der Grenzzone t&auml;tig geworden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Der Wortlaut der Abkommensbestimmung (&quot;in der Regel jeden Tag zur&uuml;ckkehren&quot;) lie&szlig;e sich zwar so lesen, dass die st&auml;ndige Wohnst&auml;tte zun&auml;chst &uuml;berhaupt verlassen werden muss, um sie nach Aus&uuml;bung der T&auml;tigkeit wieder aufzusuchen. In diese Richtung deutet auch die Rechtsprechung des Senats, dass die &#8211;regelm&auml;&szlig;ige&#8211; arbeitst&auml;gliche zweimalige Grenz&uuml;berschreitung als wesentliches Merkmal der Grenzg&auml;nger-Eigenschaft anzusehen ist (so etwa Senatsurteil vom 11.&nbsp;November 2009 I&nbsp;R&nbsp;84\/08, BFHE 227, 410, BStBl II 2010, 390, unter II.2.b&nbsp;cc der Entscheidungsgr&uuml;nde; Senatsurteil vom 21.&nbsp;August 1996 I&nbsp;R&nbsp;80\/95, BFHE 181, 415, BStBl II 1997, 134 zum Begriff des &quot;Grenzg&auml;ngers&quot; im DBA-Schweiz) und der Grenzg&auml;nger von Arbeitnehmern abzugrenzen ist, die nur gelegentlich grenz&uuml;berschreitend von der Wohnung zu einer ausl&auml;ndischen Arbeitsst&auml;tte pendeln (Senatsbeschluss vom 16.&nbsp;M&auml;rz 1994 I&nbsp;B&nbsp;186\/93, BFHE 174, 338, BStBl II 1994, 696, ebenfalls zum DBA-Schweiz).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die zitierten Entscheidungen betrafen allerdings &#8211;im Gegensatz zum Streitfall&#8211; die Frage der maximal zul&auml;ssigen Anzahl an Nichtr&uuml;ckkehrtagen, also Tagen der tats&auml;chlichen Nichtr&uuml;ckkehr zum Wohnsitz oder der T&auml;tigkeit au&szlig;erhalb der Grenzzone. Ein solcher sch&auml;dlicher &quot;Nichtr&uuml;ckkehrtag&quot; ist allerdings gerade nicht anzunehmen, wenn die st&auml;ndige Wohnst&auml;tte zugleich auch zeitweise Ort der Aus&uuml;bung der beruflichen T&auml;tigkeit ist und deshalb gar nicht erst verlassen wird. Denn angesichts der Zwecksetzung der Grenzg&auml;nger-Regelung ist Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;5 DBA-Frankreich 1959\/1989 dahin auszulegen, dass eine regelm&auml;&szlig;ige R&uuml;ckkehr vom T&auml;tigkeitsort zur st&auml;ndigen Wohnst&auml;tte nur auf solche Arbeitstage zu beziehen ist, an denen der Wohnort &uuml;berhaupt verlassen wird. Demnach reicht es f&uuml;r die Anwendung des Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;5 DBA-Frankreich 1959\/1989 aus, wenn ein Arbeitnehmer, der seiner arbeitsvertraglichen T&auml;tigkeit auch von seinem Wohnsitz aus nachgeht, an den Tagen, an denen er arbeitsbedingt den anderen Vertragsstaat (hier: Frankreich) aufsucht, regelm&auml;&szlig;ig zu seiner st&auml;ndigen Wohnst&auml;tte zur&uuml;ckkehrt. Das mit der Grenzg&auml;nger-Regelung verbundene ausschlie&szlig;liche Besteuerungsrecht des Ans&auml;ssigkeitsstaates soll n&auml;mlich dem Umstand Rechnung tragen, dass die Grenzg&auml;nger aufgrund der regelm&auml;&szlig;igen R&uuml;ckkehr an ihren Wohnsitz den Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen in diesem Staat haben und im T&auml;tigkeitsstaat hingegen &#8211;ohne engere Bindungen an diesen Staat&#8211; lediglich ihrer Berufst&auml;tigkeit nachgehen (vgl. &#8211;zum DBA-Schweiz&#8211; Senatsurteil vom 11.&nbsp;November 2009 I&nbsp;R&nbsp;15\/09, BFHE 227, 419, BStBl II 2010, 602; vgl. auch Wassermeyer\/Schwenke in Wassermeyer, DBA, MA Art.&nbsp;15 Rz&nbsp;160a). Die Grenzg&auml;nger-Regelung bezieht sich damit auf Arbeitnehmer, die zwar mit ihrer T&auml;tigkeit in die Arbeitswelt des T&auml;tigkeitsstaates integriert sind, aber in den Lebenskreis am Wohnort im Ans&auml;ssigkeitsstaat wie dort t&auml;tige Arbeitnehmer eingegliedert bleiben (BFH-Urteil in BFHE 227, 419, BStBl II 2010, 602). Diese Erw&auml;gungen treffen auf die Kl&auml;ger zu, die nach den Feststellungen des FG zumindest im Umfang der erkl&auml;rten Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte gependelt sind, im &Uuml;brigen aber auch am Ort ihrer st&auml;ndigen Wohnst&auml;tte gearbeitet haben k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Diesem Ergebnis entspricht zudem, dass der Senat die pers&ouml;nliche Bindung des Arbeitnehmers nicht an den Ans&auml;ssigkeitsstaat als solchen, sondern an seinen Wohnort als Normzweck der Grenzg&auml;nger-Regelung ansieht (vgl. &#8211;zum DBA-Schweiz&#8211; Senatsurteil in BFHE 227, 419, BStBl II 2010, 602). F&uuml;r das DBA-Frankreich 1959\/1989 hat der Senat unter Anschluss an Tz.&nbsp;3 der insoweit ma&szlig;gebenden Verst&auml;ndigungsvereinbarung (vgl. Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 3.&nbsp;April 2006, BStBl I 2006, 304) daher ausgef&uuml;hrt, dass T&auml;tigkeiten im Ans&auml;ssigkeitsstaat nur insoweit nicht zu den Nichtr&uuml;ckkehrtagen z&auml;hlen, als sie vom Arbeitnehmer innerhalb der dortigen Grenzzone ausge&uuml;bt worden sind (Senatsurteil in BFH\/NV 2010, 1634). Hieran ankn&uuml;pfend ist kein Grund ersichtlich, danach zu unterscheiden, ob der Steuerpflichtige von seinem Wohnort innerhalb der Grenzzone aus oder an einem anderen Ort im Inland innerhalb der Grenzzone t&auml;tig wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Auf die Frage, ob die H&ouml;chstgrenze von 45 Nichtr&uuml;ckkehrtagen (vgl. Senatsurteil in BFH\/NV 2010, 1634) in derartigen F&auml;llen zu modifizieren ist, braucht im vorliegenden Fall nicht eingegangen zu werden, da nach den bindenden Feststellungen des FG keine Nichtr&uuml;ckkehrtage vorgelegen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die im Streitjahr bezogenen Erstattungszinsen nach &sect;&nbsp;233a AO waren als steuerpflichtige Einnahmen im Rahmen der Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 Satz&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;8 Satz&nbsp;2 EStG 2009 i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2010 vom 8.&nbsp;Dezember 2010 (BGBl I 2010, 1768, BStBl I 2010, 1394) zu erfassen, da die Vorschrift weder einschr&auml;nkend auszulegen ist noch gegen das Grundgesetz verst&ouml;&szlig;t. Der Senat schlie&szlig;t sich diesbez&uuml;glich den BFH-Urteilen vom 12.&nbsp;November 2013 VIII&nbsp;R&nbsp;36\/10 (BFHE 243, 506, BStBl II 2014, 168) und VIII&nbsp;R&nbsp;1\/11 (BFH\/NV 2014, 830) an (ebenso BFH-Urteil vom 10.&nbsp;April 2014 III&nbsp;R&nbsp;20\/13, BFHE 244, 530).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Schlie&szlig;lich ist dem FG auch darin beizupflichten, dass das FA im Streitfall f&uuml;r die Besteuerung der Kl&auml;ger zust&auml;ndig war. Die Kl&auml;ger haben im Revisionsverfahren nichts vorgetragen, das diese Beurteilung der Zust&auml;ndigkeit in Frage stellen k&ouml;nnte, sodass es weiterer Ausf&uuml;hrungen zur Anwendung von &sect;&nbsp;127 AO nicht bedarf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2, Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.10.2014, I R 34\/13 Besteuerung von Grenzg&auml;ngern &#8211; Steuerpflicht von Erstattungszinsen Tatbestand 1&nbsp; A. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) waren im Streitjahr (1999) verheiratet und erzielten u.a. Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. Der Kl&auml;ger war Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der A-GmbH sowie der B. Die Kl&auml;gerin war bei der A angestellt. 2&nbsp; Die Kl&auml;ger reichten f&uuml;r &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-34-13-besteuerung-von-grenzgaengern-steuerpflicht-von-erstattungszinsen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;34\/13 &#8211; Besteuerung von Grenzg&auml;ngern &#8211; Steuerpflicht von Erstattungszinsen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-63904","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63904","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63904"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63904\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63904"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63904"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63904"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}