{"id":63905,"date":"2015-01-09T07:39:47","date_gmt":"2015-01-09T05:39:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63905"},"modified":"2015-01-09T07:39:47","modified_gmt":"2015-01-09T05:39:47","slug":"ii-r-32-13-einheitlicher-erwerbsvorgang-im-grunderwerbsteuerrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-32-13-einheitlicher-erwerbsvorgang-im-grunderwerbsteuerrecht\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;32\/13 &#8211; Einheitlicher Erwerbsvorgang im Grunderwerbsteuerrecht"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.10.2014, II R 32\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Einheitlicher Erwerbsvorgang im Grunderwerbsteuerrecht<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) wandten sich an den ihnen pers&ouml;nlich bekannten S, der ein ihm geh&ouml;rendes unbebautes Grundst&uuml;ck zum Verkauf anbot. S ist zugleich Gesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der S-GmbH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die S-GmbH erstellte f&uuml;r die Kl&auml;ger am 25.&nbsp;November 2005 einen Lageplan und am 7.&nbsp;Dezember 2005 eine Bauzeichnung &uuml;ber die Errichtung eines Einfamilienhauses auf dem angebotenen Grundst&uuml;ck. Am 28.&nbsp;Dezember 2005 schlossen die Kl&auml;ger mit der S-GmbH einen Bauvertrag &uuml;ber die Errichtung eines Einfamilienhauses auf dem angebotenen Grundst&uuml;ck gegen eine Festverg&uuml;tung in H&ouml;he von 129.659&nbsp;EUR. Unter &sect;&nbsp;14 des Vertrages &quot;Sonstiges&quot; war der Erwerb des angebotenen Grundst&uuml;cks durch die Auftraggeber vorgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 4.&nbsp;Januar 2006 erkl&auml;rten die Kl&auml;ger gegen&uuml;ber der S-GmbH die K&uuml;ndigung des Bauvertrages. Zugleich teilten sie mit, sie hofften, auf das Angebot zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt zur&uuml;ckkommen zu k&ouml;nnen. Mit Schreiben vom 11.&nbsp;Januar 2006 best&auml;tigte die S-GmbH den Eingang der K&uuml;ndigung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariell beurkundetem Kaufvertrag vom 13.&nbsp;Januar 2006 erwarben die Kl&auml;ger das von S angebotene Grundst&uuml;ck zu einem Kaufpreis in H&ouml;he von 20.000&nbsp;EUR. Die Baubeh&ouml;rde erteilte ihnen am 16.&nbsp;Januar 2006 die Baugenehmigung f&uuml;r die am 14.&nbsp;Dezember 2005 beantragte Errichtung eines Einfamilienhauses. Am 27.&nbsp;Februar 2006 schlossen die Kl&auml;ger erneut einen Bauvertrag mit der S-GmbH &uuml;ber die Errichtung eines Einfamilienhauses zu einem Gesamtpreis in H&ouml;he von 129.659&nbsp;EUR. Der Vertrag entspricht bis auf &sect;&nbsp;14 des Vertrages &quot;Sonstiges&quot; inhaltlich dem Vertrag vom 28.&nbsp;Dezember 2005. Aufgrund mehrerer Nachtr&auml;ge zum Bauvertrag verminderte sich die Gesamtauftragssumme auf 129.257,54&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte zun&auml;chst mit Bescheiden vom 16.&nbsp;Februar 2006 unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung die Grunderwerbsteuer f&uuml;r die Kl&auml;ger ausgehend von dem Grundst&uuml;ckskaufpreis in H&ouml;he von 20.000&nbsp;EUR auf jeweils 350&nbsp;EUR fest. Mit ge&auml;nderten Bescheiden vom 18.&nbsp;Juni 2009 setzte das FA die Grunderwerbsteuer unter Ber&uuml;cksichtigung des Grundst&uuml;ckskaufpreises und der Bauerrichtungskosten in H&ouml;he von insgesamt 149.257&nbsp;EUR auf jeweils 2.611&nbsp;EUR fest. Die Einspr&uuml;che wurden als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richteten sich die getrennt erhobenen, sp&auml;ter zur gemeinsamen Verhandlung und Entscheidung verbundenen Klagen. Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt. Seiner Ansicht nach habe das FA zu Unrecht die Kosten f&uuml;r das nach Erwerb des unbebauten Grundst&uuml;cks hergestellte Wohngeb&auml;ude in die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer einbezogen. Selbst wenn man der vom FG aus grunds&auml;tzlichen Erw&auml;gungen heraus abgelehnten Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) folge, bildeten der Grundst&uuml;ckskaufvertrag und der Vertrag &uuml;ber die Errichtung des Geb&auml;udes keinen so genannten &quot;einheitlichen Leistungsgegenstand&quot; im Sinne dieser Rechtsprechung. Infolge der K&uuml;ndigung vom 4.&nbsp;Januar 2006 habe im Zeitpunkt des Abschlusses des Kaufvertrages kein annahmef&auml;higes Angebot der Ver&auml;u&szlig;ererseite mehr vorgelegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung von &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG). Seiner Ansicht nach lag zwischen dem Ver&auml;u&szlig;erer des Grundst&uuml;cks und der das Wohngeb&auml;ude errichtenden Baufirma ein erkennbar abgestimmtes Verhalten vor. Dieses sei darauf gerichtet gewesen, den Kl&auml;gern ein bebautes Grundst&uuml;ck zu verschaffen. Die Kl&auml;ger h&auml;tten das vor Grundst&uuml;ckserwerb bestehende Angebot zur Bebauung unver&auml;ndert angenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Entgegen der Auffassung des FG war das Grundst&uuml;ck im bebauten Zustand Gegenstand des Erwerbsvorgangs.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Gegenstand des Erwerbsvorgangs, nach dem sich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG die als Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer anzusetzende Gegenleistung richtet, wird zun&auml;chst durch das den Steuertatbestand des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG erf&uuml;llende zivilrechtliche Verpflichtungsgesch&auml;ft bestimmt. Ergibt sich jedoch aus weiteren Vereinbarungen, die mit diesem Rechtsgesch&auml;ft in einem rechtlichen oder zumindest objektiv sachlichen Zusammenhang stehen, dass der Erwerber das beim Abschluss des Kaufvertrages unbebaute Grundst&uuml;ck in bebautem Zustand erh&auml;lt, bezieht sich der grunderwerbsteuerrechtliche Erwerbsvorgang auf diesen einheitlichen Erwerbsgegenstand (st&auml;ndige Rechtsprechung des BFH, vgl. z.B. Urteile vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2012 II&nbsp;R&nbsp;57\/10, BFHE 237, 460, BStBl II 2012, 920; vom 27.&nbsp;September 2012 II&nbsp;R&nbsp;7\/12, BFHE 239, 154, BStBl II 2013, 86; vom 19.&nbsp;Juni 2013 II&nbsp;R&nbsp;3\/12, BFHE 242, 173, BStBl II 2013, 965, und vom 27.&nbsp;November 2013 II&nbsp;R&nbsp;56\/12, BFHE 243, 415, BStBl II 2014, 534).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ob ein objektiv sachlicher Zusammenhang zwischen dem Grundst&uuml;ckskaufvertrag und weiteren Vereinbarungen besteht, ist nach den Umst&auml;nden des Einzelfalls zu ermitteln (BFH-Urteile in BFHE 237, 460, BStBl II 2012, 920, Rz 12; in BFHE 239, 154, BStBl II 2013, 86, Rz 10, und in BFHE 242, 173, BStBl II 2013, 965, Rz&nbsp;11). Der objektiv sachliche Zusammenhang wird indiziert, wenn der Ver&auml;u&szlig;erer dem Erwerber vor Abschluss des Kaufvertrages &uuml;ber das Grundst&uuml;ck aufgrund einer in bautechnischer und finanzieller Hinsicht konkreten und bis (ann&auml;hernd) zur Baureife gediehenen Vorplanung ein bestimmtes Geb&auml;ude zusammen mit dem Grundst&uuml;ck zu einem im Wesentlichen feststehenden Preis angeboten hatte und der Erwerber dieses Angebot sp&auml;ter unver&auml;ndert oder mit geringen Abweichungen, die den Charakter der Bauma&szlig;nahmen nicht ver&auml;ndert haben, angenommen hat (BFH-Urteile in BFHE 239, 154, BStBl II 2013, 86, Rz 10; in BFHE 242, 173, BStBl II 2013, 965, Rz 11, und vom 26.&nbsp;Februar 2014 II&nbsp;R&nbsp;54\/12, BFH\/NV 2014, 1403, Rz 10, jeweils m.w.N.). F&uuml;r die Indizwirkung reicht es aus, dass das Angebot zur Errichtung des Geb&auml;udes zum Zeitpunkt des Abschlusses des Grundst&uuml;ckskaufvertrages noch in tats&auml;chlicher Hinsicht bestanden hat; eine rechtliche Wirksamkeit des Angebots ist insoweit nicht erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auf der Ver&auml;u&szlig;ererseite k&ouml;nnen dabei mehrere Personen als Vertragspartner auftreten, so dass sich die Anspr&uuml;che des Erwerbers auf &Uuml;bereignung des Grundst&uuml;cks und auf Errichtung des Geb&auml;udes zivilrechtlich gegen verschiedene Personen richten. Entscheidend ist insoweit, dass (auch) der den Grundst&uuml;cks&uuml;bereignungsanspruch begr&uuml;ndende Vertrag in ein Vertragsgeflecht miteinbezogen ist, das unter Ber&uuml;cksichtigung aller Umst&auml;nde darauf gerichtet ist, dem Erwerber als einheitlichen Erwerbsgegenstand das Grundst&uuml;ck in bebautem Zustand zu verschaffen (BFH-Urteile vom 23.&nbsp;November 1994 II&nbsp;R&nbsp;53\/94, BFHE 176, 450, BStBl II 1995, 331; vom 21.&nbsp;September 2005 II&nbsp;R&nbsp;49\/04, BFHE 211, 530, BStBl II 2006, 269; in BFHE 239, 154, BStBl II 2013, 86, Rz&nbsp;12; in BFHE 242, 173, BStBl II 2013, 965, Rz&nbsp;13, und in BFH\/NV 2014, 1403, Rz&nbsp;11, jeweils m.w.N.). Dies ist regelm&auml;&szlig;ig u.a. dann anzunehmen, wenn die auf der Ver&auml;u&szlig;ererseite auftretenden Personen personell, wirtschaftlich oder gesellschaftsrechtlich eng verbunden sind (BFH-Urteile in BFHE 242, 173, BStBl II 2013, 965, Rz&nbsp;13, und in BFH\/NV 2014, 1403, Rz&nbsp;11).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zu Unrecht geht das FG in der Vorentscheidung davon aus, die Rechtsprechung des BFH zum &quot;einheitlichen Erwerbsgegenstand&quot; finde im GrEStG keine Rechtsgrundlage, versto&szlig;e gegen die Einheit der Steuerrechtsordnung, gegen das verfassungsrechtliche Gleichbehandlungsgebot und gegen Unionsrecht. Das Bundesverfassungsgericht &#8211;BVerfG&#8211; (Beschluss vom 27.&nbsp;Dezember 1991&nbsp; 2&nbsp;BvR 72\/90, BStBl II 1992, 212), der Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (Beschluss Vollkommer, C-156\/08, EU:C:2008:663) und der erkennende Senat (vgl. zuletzt Urteil in BFHE 239, 154, BStBl II 2013, 86, Rz&nbsp;14, m.w.N.) haben bereits eingehend dargelegt, weshalb diese Bedenken nicht durchgreifen. Die gegen das Urteil des Senats in BFHE 239, 154, BStBl II 2013, 86 eingelegte Verfassungsbeschwerde wurde gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;93a, 93b des Gesetzes &uuml;ber das Bundesverfassungsgericht nicht zur Entscheidung angenommen (BVerfG-Beschluss vom 20.&nbsp;Mai 2013&nbsp; 1&nbsp;BvR&nbsp;2766\/12).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Divergenz zu der Rechtsprechung des V.&nbsp;Senats des BFH, der f&uuml;r Zwecke der Umsatzsteuer unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls von einer einheitlichen Leistung ausgeht und die Umsatzsteuer durch die grunderwerbsteuerrechtliche Beurteilung des Leistungsgegenstandes nicht betroffen sieht (vgl. BFH-Urteile vom 24.&nbsp;Januar 2008 V&nbsp;R&nbsp;42\/05, BFHE 221, 316, BStBl II 2008, 697; vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2009 V&nbsp;R&nbsp;50\/07, BFHE 225, 224, BStBl II 2010, 78), besteht ebenfalls nicht (BFH-Urteil in BFHE 239, 154, BStBl II 2013, 86, Rz&nbsp;14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG hat ebenfalls zu Unrecht angenommen, dass die Voraussetzungen eines einheitlichen Erwerbsgegenstands aufgrund des von ihm festgestellten Sachverhalts (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) nicht erf&uuml;llt sind. Die Vorentscheidung war daher aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der Vorplanungen seitens der S-GmbH und des Bauvertrages vom 28.&nbsp;Dezember 2005 wurde den Kl&auml;gern vor Abschluss des Kaufvertrages &uuml;ber das Grundst&uuml;ck ein bestimmtes Geb&auml;ude auf dem Grundst&uuml;ck zu einem feststehenden Preis angeboten. Dass der Grundst&uuml;ckskaufvertrag mit dem S und der Bauvertrag mit der S-GmbH geschlossen wurden, steht dem Vorliegen eines einheitlichen Erwerbsgegenstandes nicht entgegen, denn der Grundst&uuml;ckseigent&uuml;mer S war zugleich Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer und Gesellschafter der S-GmbH und daher mit dem Bautr&auml;ger gesellschaftsrechtlich eng verbunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieses auf den Erwerb und die Bebauung des Grundst&uuml;cks gerichtete Angebot der Ver&auml;u&szlig;ererseite haben die Kl&auml;ger durch Abschluss des Kaufvertrages am 13.&nbsp;Januar 2006 und des Bauvertrages am 27.&nbsp;Februar 2006 unver&auml;ndert angenommen. Das indiziert einen objektiv sachlichen Zusammenhang zwischen dem Grundst&uuml;ckskaufvertrag und dem Bauerrichtungsvertrag und rechtfertigt die Annahme, dass das Grundst&uuml;ck im Zustand der sp&auml;teren Bebauung Gegenstand des Erwerbs war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Indizwirkung wird durch die K&uuml;ndigung des urspr&uuml;nglichen Bauvertrages vom 28.&nbsp;Dezember 2005 nicht widerlegt. Der Abschluss des inhaltlich unver&auml;nderten Bauvertrages am 27.&nbsp;Februar 2006 ist vielmehr auf das urspr&uuml;ngliche Angebot zur Bebauung des Grundst&uuml;cks zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Anderenfalls h&auml;tten die Kl&auml;ger nicht wenige Wochen nach dem Grundst&uuml;ckskaufvertrag einen unver&auml;nderten Bauvertrag unterzeichnen und das Bauvorhaben verwirklichen k&ouml;nnen. Die Baugenehmigung vom 16.&nbsp;Januar 2006 beruht auf den Vorplanungen und der Baubeschreibung, die bereits Gegenstand des Bauvertrages vom 28.&nbsp;Dezember 2005 waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO, die Entscheidung durch Urteil ohne m&uuml;ndliche Verhandlung auf &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.10.2014, II R 32\/13 Einheitlicher Erwerbsvorgang im Grunderwerbsteuerrecht Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) wandten sich an den ihnen pers&ouml;nlich bekannten S, der ein ihm geh&ouml;rendes unbebautes Grundst&uuml;ck zum Verkauf anbot. S ist zugleich Gesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der S-GmbH. 2&nbsp; Die S-GmbH erstellte f&uuml;r die Kl&auml;ger am 25.&nbsp;November 2005 einen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-32-13-einheitlicher-erwerbsvorgang-im-grunderwerbsteuerrecht\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;32\/13 &#8211; Einheitlicher Erwerbsvorgang im Grunderwerbsteuerrecht<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-63905","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63905","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63905"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63905\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63905"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63905"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63905"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}