{"id":63909,"date":"2015-01-09T07:40:39","date_gmt":"2015-01-09T05:40:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63909"},"modified":"2015-01-09T07:40:39","modified_gmt":"2015-01-09T05:40:39","slug":"iv-r-9-11-versagung-der-erweiterten-kuerzung-des-gewinns-fuer-grundstuecksunternehmen-im-organkreis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-9-11-versagung-der-erweiterten-kuerzung-des-gewinns-fuer-grundstuecksunternehmen-im-organkreis\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;9\/11 &#8211; Versagung der erweiterten K&uuml;rzung des Gewinns f&uuml;r Grundst&uuml;cksunternehmen im Organkreis"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.10.2014, IV R 9\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Versagung der erweiterten K&uuml;rzung des Gewinns f&uuml;r Grundst&uuml;cksunternehmen im Organkreis<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist Gesamtrechtsnachfolgerin der X-KG, deren Unternehmensgegenstand der Erwerb, die Errichtung, der Betrieb sowie die Verpachtung und Ver&auml;u&szlig;erung von Hotels, ferner die Erbringung von Gesch&auml;ftsbesorgungsleistungen f&uuml;r Dritte war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitjahr (1997) war die X-KG alleinige Gesellschafterin der A-GmbH. Die A-GmbH war Organgesellschaft der X-KG als Organtr&auml;gerin. Die A-GmbH war zu rund 98&nbsp;% Gesellschafterin der B-GmbH. Dar&uuml;ber hinaus geh&ouml;rten ihr 100&nbsp;% der Anteile an der C-GmbH. Sowohl die B-GmbH als auch die C-GmbH waren gewerbesteuerliche Organgesellschaften der A-GmbH. Zwischen der X-KG und der A-GmbH bestand ein Beherrschungs- und Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag, ebenso zwischen der A-GmbH und der B-GmbH sowie zwischen der A-GmbH und der C-GmbH. Vermittelt &uuml;ber die A-GmbH war die X-KG damit nicht nur Organtr&auml;gerin der A-GmbH, sondern auch der B-GmbH sowie der C-GmbH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die B-GmbH war Erbbauberechtigte und Eigent&uuml;merin eines Hotelgeb&auml;udes in Z, das sie (ohne Betriebsvorrichtungen und Gesch&auml;ftsausstattung) an die C-GmbH verpachtete, die das Hotel betrieb. Im Streitjahr erkl&auml;rte die B-GmbH einen Gewinn aus Gewerbebetrieb aus der Verpachtung in H&ouml;he von rund &#8230; DM. Sie machte die erweiterte K&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Gewerbesteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (GewStG) in H&ouml;he von rund &#8230; DM geltend und gelangte so &#8211;unter Ber&uuml;cksichtigung von Hinzurechnungen f&uuml;r Dauerschulden&#8211; zu einem Gewerbeertrag von rund 100.000&nbsp;DM, der der X-KG als Organtr&auml;gerin zugerechnet wurde. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte zun&auml;chst bei der verpachtenden B-GmbH die erweiterte K&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der B-GmbH wurde in den Jahren 2002 und 2003 eine Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r die Jahre 1996 bis 1999 durchgef&uuml;hrt. Die Pr&uuml;ferin versagte die erweiterte K&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz 2 GewStG, gew&auml;hrte jedoch die K&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz 1 GewStG, die sie mit rund &#8230; DM bezifferte. Sie erh&ouml;hte daher den der X-KG zuzurechnenden Gewerbeertrag der B-GmbH entsprechend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der X-KG fand in den Jahren 2002 bis 2004 eine Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r die Jahre 1996 und 1997 statt, die u.a. dazu f&uuml;hrte, dass bei der X-KG als Organtr&auml;gerin der aufgrund der bei der B-GmbH durchgef&uuml;hrten Au&szlig;enpr&uuml;fung erh&ouml;hte Gewerbeertrag der B-GmbH angesetzt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA folgte den Feststellungen der Pr&uuml;ferin und erlie&szlig; am &#8230; 2004 ge&auml;nderte Bescheide f&uuml;r 1997 &uuml;ber den einheitlichen Gewerbesteuermessbetrag und die Gewerbesteuer. Der einheitliche Gewerbesteuermessbetrag wurde auf &#8230; EUR und die Gewerbesteuer wurde auf &#8230; EUR erh&ouml;ht. Der vortragsf&auml;hige Gewerbeverlust auf den 31.&nbsp;Dezember 1997 wurde auf 0&nbsp;DM festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch blieb &#8211;hinsichtlich der streitigen erweiterten K&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG&#8211; erfolglos. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 1178 ver&ouml;ffentlichtem Urteil ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt,<br \/>das angegriffene Urteil aufzuheben und den Bescheid &uuml;ber den einheitlichen Gewerbesteuermessbetrag und die Gewerbesteuer 1997 vom &#8230; 2004 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom &#8230; 2005 dahin zu &auml;ndern, dass ein Gewerbesteuermessbetrag und eine Gewerbesteuer von jeweils 0&nbsp;EUR festgesetzt wird, und den Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31.&nbsp;Dezember 1997 vom &#8230; 2004 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom &#8230; 2005 dahin zu &auml;ndern, dass auf den 31.&nbsp;Dezember 1997 ein vortragsf&auml;higer Gewerbeverlust von &#8230; DM festgestellt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zu Recht hat das FG entschieden, dass die erweiterte K&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG im Ergebnis nicht zu gew&auml;hren und die Klage deshalb abzuweisen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Zutreffend ist das FG zun&auml;chst davon ausgegangen, dass die B-GmbH im Streitjahr grunds&auml;tzlich die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG erf&uuml;llte. Da dies auch zwischen den Beteiligten nicht streitig ist, sieht der Senat insoweit von weiteren Ausf&uuml;hrungen ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Zutreffend hat das FG ferner entschieden, dass die erweiterte K&uuml;rzung nicht nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 GewStG ausgeschlossen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach dieser Vorschrift ist die Inanspruchnahme der erweiterten K&uuml;rzung ausgeschlossen, wenn der Grundbesitz ganz oder zum Teil dem Gewerbebetrieb eines Gesellschafters oder Genossen dient. Der Gesetzgeber sieht in diesem Fall die Voraussetzungen f&uuml;r eine Beg&uuml;nstigung des Grundst&uuml;cksunternehmens nicht mehr als gegeben an, weil bei einer Nutzung des Grundst&uuml;cks im Gewerbebetrieb des Gesellschafters ohne Zwischenschaltung eines weiteren Rechtstr&auml;gers die Grundst&uuml;cksertr&auml;ge in den Gewerbeertrag einflie&szlig;en und damit der Gewerbesteuer unterliegen w&uuml;rden (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 7.&nbsp;August 2008 IV&nbsp;R&nbsp;36\/07, BFHE 223, 251, BStBl II 2010, 988).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall wurde der Grundbesitz der B-GmbH nicht von der A-GmbH, ihrer Gesellschafterin, sondern von der C-GmbH genutzt. Die A-GmbH war zwar auch Gesellschafterin der C-GmbH. Als Kapitalgesellschaft entfaltete die C-GmbH jedoch Abschirmwirkung und f&uuml;hrte daher zu einem Durchgriffsverbot auf die an ihr beteiligte A-GmbH. Die Nutzung des Grundbesitzes durch die C-GmbH kann daher der A-GmbH als Gesellschafterin der B-GmbH nicht zugerechnet werden (vgl. BFH-Urteile vom 1.&nbsp;August 1979 I&nbsp;R&nbsp;111\/78, BFHE 129, 57, BStBl II 1980, 77, und vom 15.&nbsp;April 1999 IV&nbsp;R&nbsp;11\/98, BFHE 188, 412, BStBl II 1999, 532).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Abweichendes ergibt sich weder daraus, dass die B-GmbH und die C-GmbH gewerbesteuerliche Organgesellschaften der A-GmbH waren, noch daraus, dass diese ihrerseits Organgesellschaft der X-KG als der Organtr&auml;gerin des Organkreises war. Denn f&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz 5 GewStG kommt es allein darauf an, ob der Grundbesitz ganz oder teilweise dem Gewerbebetrieb eines Gesellschafters dient. Das ist aber unabh&auml;ngig von der bestehenden Organschaft wegen der Abschirmwirkung der C-GmbH als Kapitalgesellschaft nicht der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Zu Recht ist das FG auch davon ausgegangen, dass die der B-GmbH demnach grunds&auml;tzlich zu gew&auml;hrende erweiterte K&uuml;rzung f&uuml;r Grundst&uuml;cksunternehmen (&sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG) nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GewStG r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz 2 GewStG gelten Kapitalgesellschaften, die derart in ein anderes inl&auml;ndisches gewerbliches Unternehmen eingegliedert sind, dass die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;14 Nrn.&nbsp;1 bis 3 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes in der Fassung des Streitjahres (KStG) erf&uuml;llt sind, als Betriebsst&auml;tten des anderen Unternehmens (sog. gewerbesteuerrechtliche Organschaft). Trotz dieser Fiktion bilden die eingegliederten Kapitalgesellschaften (die Organgesellschaften) und das andere Unternehmen (der Organtr&auml;ger) kein einheitliches Unternehmen. Sie bleiben vielmehr selbst&auml;ndige Gewerbebetriebe, die einzeln f&uuml;r sich bilanzieren und deren Gewerbeertr&auml;ge getrennt zu ermitteln sind (sog. gebrochene oder eingeschr&auml;nkte Einheitstheorie). Die Organschaft f&uuml;hrt jedoch dazu, dass die pers&ouml;nliche Gewerbesteuerpflicht der Organgesellschaft f&uuml;r die Dauer der Organschaft dem Organtr&auml;ger zugerechnet wird. Deshalb ist der einheitliche Gewerbesteuermessbetrag f&uuml;r die zum Organkreis geh&ouml;renden Gewerbebetriebe &#8211;das sind die Gewerbebetriebe des Organtr&auml;gers und der Organgesellschaft(en)&#8211; allein gegen&uuml;ber dem Organtr&auml;ger festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Um den f&uuml;r die Festsetzung des Steuermessbetrags ma&szlig;gebenden Gewerbeertrag des Organkreises zu ermitteln, sind die getrennt ermittelten Gewerbeertr&auml;ge des Organtr&auml;gers und der Organgesellschaft(en) zusammenzurechnen und die Summe um die sich aufgrund der Zusammenrechnung etwa ergebenden unberechtigten doppelten steuerrechtlichen Be- oder Entlastungen zu korrigieren. Je nach dem, um welchen Rechenposten es sich handelt, sind die Korrekturen entweder bereits bei den selbst&auml;ndig ermittelten Gewerbeertr&auml;gen der zum Organkreis geh&ouml;renden Betriebe oder nachfolgend durch Hinzurechnungen zu bzw. Abz&uuml;ge von der Summe der getrennt ermittelten Gewerbeertr&auml;ge vorzunehmen. Rechtsgrundlage der Korrekturen ist &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GewStG (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil vom 5.&nbsp;November 2009 IV&nbsp;R&nbsp;57\/06, BFHE 226, 548, BStBl II 2010, 646, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. In Anwendung dieser Grunds&auml;tze hat der X. Senat des BFH mit Urteil vom 18.&nbsp;Mai 2011 X&nbsp;R&nbsp;4\/10 (BFHE 233, 539, BStBl II 2011, 887) entschieden, dass die erweiterte K&uuml;rzung f&uuml;r Grundst&uuml;cksunternehmen (&sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG) zu versagen sei, wenn es sich bei dem Grundst&uuml;cksunternehmen um eine Organgesellschaft handele, die alle ihre Grundst&uuml;cke an eine andere Organgesellschaft desselben Organkreises vermiete. Bei Letzterer seien die Mietaufwendungen k&ouml;rperschaftsteuerrechtlich als Betriebsausgaben ber&uuml;cksichtigt worden (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 KStG i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes); der nach dem KStG ermittelte Gewinn sei wiederum Grundlage f&uuml;r die Ermittlung ihres Gewerbeertrags (&sect;&nbsp;7 GewStG). Dieser &#8211;um den Mietaufwand geminderte&#8211; Gewerbeertrag der mietenden Organgesellschaft sei dem Organtr&auml;ger zugerechnet worden. Bei der vermietenden Organgesellschaft seien die Mieteinnahmen als Ertr&auml;ge im k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Gewinn und damit im Gewerbeertrag enthalten. Auch dieser Gewerbeertrag sei dem Organtr&auml;ger zugerechnet worden. Auf der Ebene des Organtr&auml;gers w&uuml;rden sich Mietaufwendungen und Mietertr&auml;ge somit ausgleichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese &#8211;nach Ansicht des X. Senats unmittelbar aus der gesetzlichen Regelung des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GewStG folgende&#8211; Korrespondenz zwischen der Aufwands- und der Ertragsseite w&uuml;rde gest&ouml;rt, wenn die Mietertr&auml;ge durch Anwendung der erweiterten K&uuml;rzung aus der gewerbesteuerlichen Bemessungsgrundlage herausgenommen w&uuml;rden. Denn dann w&auml;ren &#8211;obwohl sich nach dem wirtschaftlich gegebenen und daher grunds&auml;tzlich der Besteuerung zugrunde zu legenden Sachverhalt die hier zu beurteilenden Aufwendungen und Ertr&auml;ge innerhalb des Organkreises neutralisieren&#8211; die Ertr&auml;ge nicht der Gewerbesteuer zu unterwerfen, obwohl die korrespondierenden Aufwendungen weiterhin abgezogen werden k&ouml;nnten. Dieses Ergebnis st&uuml;nde mit den in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz 2 GewStG angeordneten Rechtsfolgen nicht in Einklang.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Dieser Auffassung schlie&szlig;t sich der Senat jedenfalls f&uuml;r den Streitfall an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz 2 GewStG bietet die Rechtsgrundlage daf&uuml;r, die sich aufgrund der Zusammenrechnung der Gewerbeertr&auml;ge von Organtr&auml;ger und Organgesellschaft(en) etwa ergebenden ungerechtfertigten steuerlichen Be- oder Entlastungen zu korrigieren. Abzustellen ist insoweit allein auf die Gewerbesteuerschuld des Organtr&auml;gers. Demgegen&uuml;ber kommt es grunds&auml;tzlich nicht darauf an, worauf die nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GewStG im Rahmen einer Organschaft zu korrigierenden Rechenposten urspr&uuml;nglich beruhen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Organschaft im Gewerbesteuerrecht hat die Wirkung, dass die Gewerbeertr&auml;ge des Organtr&auml;gers und der Organgesellschaft(en) zur Ermittlung des einheitlichen Gewerbesteuermessbetrags des Organtr&auml;gers zusammenzurechnen sind und dass die Gewerbeertr&auml;ge der betreffenden Unternehmen nur einmal der Gewerbesteuer unterliegen (z.B. BFH-Urteil vom 23.&nbsp;Oktober 1974 I&nbsp;R&nbsp;182\/72, BFHE 113, 467, BStBl II 1975, 46; BFH-Beschluss vom 29.&nbsp;Juli 2004 I&nbsp;B&nbsp;69\/03, BFH\/NV 2005, 72). Die einem Organverh&auml;ltnis Rechnung tragenden Vorschriften wie z.B. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GewStG dienen mit ihrer steuerlichen Ber&uuml;cksichtigung der wirtschaftlichen Einheit zweier rechtlich selbst&auml;ndiger Unternehmen also dazu, die ohne diese Ber&uuml;cksichtigung unvermeidbare zweimalige Erfassung des wirtschaftlich gleichen Ertrags durch die gleiche Steuerart auszuschlie&szlig;en (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Oktober 1974 I&nbsp;R&nbsp;5\/73, BFHE 114, 242, BStBl II 1975, 179). Aus dem Verbot der doppelten Erfassung des Gewerbeertrags in diesen F&auml;llen folgt, dass Hinzurechnungen nach &sect;&nbsp;8 GewStG unterbleiben, soweit die f&uuml;r die Hinzurechnung in Betracht kommenden Betr&auml;ge bereits in einem der zusammenzurechnenden Gewerbeertr&auml;ge enthalten sind (z.B. BFH-Urteil in BFHE 113, 467, BStBl II 1975, 46; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2005, 72).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach hat z.B. die Hinzurechnung von Dauerschuldzinsen nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG bei Schuldverh&auml;ltnissen zwischen Organtr&auml;ger und Organgesellschaft oder zwischen zwei Organgesellschaften desselben Organkreises zu unterbleiben. Denn unabh&auml;ngig davon, welche der Gesellschaften im Organkreis die Zinsen zu entrichten hat, w&uuml;rden aufgrund der Zusammenrechnung der einzelnen Gewerbeertr&auml;ge des Organtr&auml;gers und der Organgesellschaft(en) beim Organtr&auml;ger die Zinsen zweimal erfasst &#8211; einmal als Zinsertrag und einmal &uuml;ber die Hinzurechnung nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG (vgl. BFH-Urteil in BFHE 113, 467, BStBl II 1975, 46). Die danach vorzunehmende Korrektur in Form der Versagung der Hinzurechnung unterbleibt nur dann, wenn die Gesellschaft, bei der der Ertrag einmal erfasst wird, insoweit von der Gewerbesteuer befreit ist. Denn dann besteht die Gefahr einer doppelten gewerbesteuerlichen Erfassung nicht (vgl. BFH-Urteil in BFHE 114, 242, BStBl II 1975, 218). Der Zweck der Hinzurechnung nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG &#8211;die weitgehende gewerbesteuerrechtliche Gleichstellung von Ertr&auml;gen aus eigen- und fremdfinanziertem Kapital&#8211; ist f&uuml;r die Frage, ob im Rahmen eines Organschaftsverh&auml;ltnisses eine Hinzurechnung nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG zu unterbleiben hat, ohne Bedeutung. Ebenso wenig kommt es darauf an, ob au&szlig;erhalb eines Organschaftsverh&auml;ltnisses der streitige Ertrag im Ergebnis zweimal &#8211;wenn auch jeweils bei einem anderen Rechtstr&auml;ger&#8211; erfasst wird. Entscheidend ist allein, ob die Korrektur nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz 2 GewStG erforderlich ist, um eine sonst gegebene doppelte Erfassung beim gleichen Rechtstr&auml;ger &#8211;dem Organtr&auml;ger als dem Gewerbesteuerschuldner&#8211; zu vermeiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GewStG gebietet jedoch nicht nur, die sich aufgrund der Zusammenrechnung der Gewerbeertr&auml;ge von Organtr&auml;ger und Organgesellschaft(en) etwa ergebenden ungerechtfertigten steuerlichen Belastungen zu korrigieren. Korrekturen sind ebenso erforderlich, wenn die Zusammenrechnung der Gewerbeertr&auml;ge zu ungerechtfertigten steuerlichen Entlastungen f&uuml;hrt. Auch insoweit ist allein entscheidend, ob die f&uuml;r die K&uuml;rzung in Betracht kommenden Rechenposten bereits bei einem der zusammenzurechnenden Gewerbeertr&auml;ge gek&uuml;rzt wurden, so dass sie ohne Korrektur in Form einer Hinzurechnung zu einer doppelten Entlastung beim Organtr&auml;ger f&uuml;hren w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So sind z.B. verlustbedingte Ertragsminderungen infolge von Teilwertabschreibungen des Organtr&auml;gers auf Beteiligungen an Organgesellschaften bei der Ermittlung des Gewerbeertrags des Organkreises durch entsprechende Hinzurechnungen zu korrigieren (neutralisieren), soweit die Teilwertabschreibungen betragsm&auml;&szlig;ig den erlittenen Verlusten der Organgesellschaften entsprechen (z.B. BFH-Urteile vom 6.&nbsp;November 1985 I&nbsp;R&nbsp;56\/82, BFHE 145, 78, BStBl II 1986, 73, und vom 22.&nbsp;April 1998 I&nbsp;R&nbsp;109\/97, BFHE 186, 443, BStBl II 1998, 748). Gleiches gilt f&uuml;r Ertragsminderungen infolge von Teilwertabschreibungen des Organtr&auml;gers auf Darlehensforderungen gegen Organgesellschaften, soweit die Teilwertabschreibungen zumindest auch durch erlittene Verluste bedingt sind (z.B. BFH-Urteil in BFHE 226, 548, BStBl II 2010, 646). Allein entscheidend ist jeweils, dass die Ber&uuml;cksichtigung verlustbedingter Teilwertabschreibungen auf derartige Forderungen bzw. Beteiligungen bei bestehender gewerbesteuerrechtlicher Organschaft zu einer doppelten Entlastung des Organtr&auml;gers im Erhebungszeitraum f&uuml;hren w&uuml;rde, n&auml;mlich durch die Zusammenfassung des eigenen, durch die verlustbedingte Teilwertabschreibung geminderten Gewerbeertrags mit dem negativen Gewerbeertrag der Organgesellschaft (BFH-Urteil in BFHE 226, 548, BStBl II 2010, 646). Dementsprechend unterbleibt eine Hinzurechnung in dem Umfang, in dem die Teilwertabschreibung nicht verlustbedingt ist, wie dies etwa der Fall sein kann, wenn die k&uuml;nftig schlechten Rentabilit&auml;tsaussichten urs&auml;chlich f&uuml;r die Teilwertabschreibung waren (vgl. BFH-Urteil in BFHE 186, 443, BStBl II 1998, 748).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Danach ist eine an sich zu gew&auml;hrende erweiterte K&uuml;rzung f&uuml;r Grundst&uuml;cksunternehmen (&sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz 2 GewStG) auf der Grundlage des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz 2 GewStG zu versagen, wenn es sich bei dem Grundst&uuml;cksunternehmen &#8211;wie hier der B-GmbH&#8211; um eine Organgesellschaft handelt, die alle ihre Grundst&uuml;cke an eine andere Organgesellschaft (hier: an die C-GmbH) desselben Organkreises vermietet. Denn andernfalls w&auml;ren auf der insoweit allein entscheidenden Ebene des Organtr&auml;gers (hier: der X-KG) als dem Gewerbesteuerschuldner die Ertr&auml;ge nicht der Gewerbesteuer zu unterwerfen, obwohl die korrespondierenden Aufwendungen (gewerbesteuermindernd) abgezogen werden k&ouml;nnen. Es k&auml;me insoweit also zu einer &#8211;bezogen auf den Organtr&auml;ger als Gewerbesteuerschuldner&#8211; ungerechtfertigten steuerlichen Entlastung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die hiergegen gerichteten Einw&auml;nde greifen nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dies gilt zun&auml;chst f&uuml;r den Einwand, eine ungerechtfertigte Entlastung des Organkreises, die nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GewStG zu korrigieren sei, k&ouml;nne nur vorliegen, wenn organschaftlich miteinander verbundene Unternehmen im Vergleich zu Unternehmen in &auml;hnlicher Beteiligungsstruktur, jedoch ohne Vorliegen einer Organschaft, durch die erweiterte K&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG steuerlich besser gestellt w&auml;ren, was aber nicht der Fall sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie dargelegt, stellt &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GewStG allein darauf ab, ob die Zusammenrechnung der Gewerbeertr&auml;ge der Gesellschaften eines Organkreises zu einer doppelten Ber&uuml;cksichtigung von Rechenposten beim gleichen Steuerschuldner f&uuml;hrt, die sich ohne Organschaft nicht erg&auml;be und die deshalb ungerechtfertigt ist. Es kommt danach nicht darauf an, ob sich, bezogen auf die nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GewStG zu korrigierenden Betr&auml;ge, ohne die Korrektur f&uuml;r den Organtr&auml;ger (bei doppelter Belastung) eine h&ouml;here bzw. (bei doppelter Entlastung) eine niedrigere Gewerbesteuer ergeben w&uuml;rde als diejenige, die sich ergibt, wenn die jeweils betroffenen Gesellschaften nicht Teil eines Organkreises w&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch wenn die Versagung der erweiterten K&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG bei Nutzungs&uuml;berlassungen von Grundbesitz unter Organgesellschaften zu einer Schlechterstellung des Organtr&auml;gers im Vergleich zu einer nicht organschaftlich mit ihren Tochtergesellschaften verbundenen Muttergesellschaft f&uuml;hrt, so liegt darin entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin kein Versto&szlig; gegen Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes. Zu Recht hat das FG insoweit darauf hingewiesen, dass es sich um unterschiedliche Sachverhalte handelt, da Organgesellschaften im Gegensatz zu Schwester-Kapitalgesellschaften nicht Gewerbesteuerschuldner sind (im Ergebnis ebenso BFH-Beschluss in BFH\/NV 2005, 72, zur vergleichbaren Situation bei Kreditgew&auml;hrungen innerhalb eines gewerbesteuerrechtlichen Organkreises). Die erweiterte K&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz 2 GewStG bei einer Schwester-Kapitalgesellschaft au&szlig;erhalb einer Organschaft f&uuml;hrt zu einer vom Gesetzgeber geschaffenen isolierten Verg&uuml;nstigung, der keine entsprechende Belastung der nutzenden Schwester-Kapitalgesellschaft nach &sect;&nbsp;8 GewStG gegen&uuml;ber steht. Demgegen&uuml;ber kommt es bei einer gewerbesteuerlichen Organschaft ungeachtet der eingeschr&auml;nkten Selbst&auml;ndigkeit der einzelnen Organgesellschaften zu einer Konsolidierung der Gewerbeertr&auml;ge auf der Ebene des Organtr&auml;gers und damit zu einer Zusammenrechnung der einzelnen Ertr&auml;ge und Aufwendungen der Organgesellschaften. Diese Zusammenrechnung l&auml;sst eine Pr&uuml;fung, ob es zu doppelten Be- oder Entlastungen gekommen ist, zu, w&auml;hrend diese bei der uneingeschr&auml;nkten gewerbesteuerlichen Selbst&auml;ndigkeit einer nicht in einen Organkreis eingebundenen Schwester-Kapitalgesellschaft nicht zul&auml;ssig ist. Aus diesem Grund ist es nicht zu beanstanden, wenn sich unterschiedliche Gewerbesteuerbelastungen ergeben, je nachdem, ob es sich um Organgesellschaften oder um nicht organschaftlich miteinander verbundene Schwester-Kapitalgesellschaften handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dahinstehen kann, ob und ggf. in welchem Umfang &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG den Charakter einer Steuerbefreiung hat. Entscheidend ist, dass der Gesetzgeber den mit dieser Vorschrift verfolgten Zweck, verm&ouml;gensverwaltende Grundst&uuml;cksunternehmen, deren Eink&uuml;nfte nur kraft Rechtsform der Gewerbesteuer unterliegen, den verm&ouml;gensverwaltenden Einzelpersonen und Personengesellschaften gleichzustellen, nicht als Steuerbefreiung ausgestaltet und dementsprechend in &sect;&nbsp;3 GewStG geregelt hat, sondern als K&uuml;rzungsvorschrift in &sect;&nbsp;9 GewStG. K&uuml;rzungen nach &sect;&nbsp;9 GewStG unterliegen aber etwa erforderlichen Korrekturen nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GewStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der danach erforderlichen Korrektur nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz 2 GewStG steht auch die Regelung des &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz 5 GewStG nicht entgegen. Denn beide Regelungen dienen unterschiedlichen Zwecken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 GewStG stellt eine Ausnahme von der in &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG enthaltenen erweiterten K&uuml;rzung f&uuml;r Grundst&uuml;cksunternehmen dar. Die Regelung bezweckt, solche Ertr&auml;ge bei der einzelnen Grundst&uuml;cksgesellschaft nicht von der Gewerbesteuer auszunehmen, die in der Person des Gesellschafters der Gewerbesteuer unterliegen w&uuml;rden, wenn er den Grundbesitz ohne Zwischenschaltung der Gesellschaft in gleicher Weise nutzte (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil in BFHE 223, 251, BStBl II 2010, 988). Demgegen&uuml;ber soll &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GewStG die Korrekturen erm&ouml;glichen, die erforderlich werden, wenn es durch die Zusammenrechnung der Gewerbeertr&auml;ge der zum Organkreis geh&ouml;renden Betriebe zu ungerechtfertigten doppelten steuerrechtlichen Be- oder Entlastungen beim Organtr&auml;ger kommt, der alleiniger Gewerbesteuerschuldner des Organkreises ist. W&auml;hrend &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;2 und 5 GewStG also die zutreffende Besteuerung des einzelnen Grundst&uuml;cksunternehmens betreffen, enth&auml;lt &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GewStG die Rechtsgrundlage f&uuml;r Korrekturen, die erforderlich sind, um die zutreffende Besteuerung des Organtr&auml;gers als dem alleinigen Gewerbesteuerschuldner eines Organkreises zu erm&ouml;glichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Die Versagung der erweiterten K&uuml;rzung in F&auml;llen wie dem Streitfall stellt zuletzt auch keinen unzul&auml;ssigen Durchgriff durch die Kapitalgesellschaft dar. Zu Recht hat der X. Senat des BFH in seinem Urteil in BFHE 233, 539, BStBl II 2011, 887 insoweit darauf hingewiesen, dass innerhalb eines Organkreises die Zusammenrechnung der Gewerbeertr&auml;ge -und die Vornahme der hierdurch gebotenen Korrekturen- bereits durch die ausdr&uuml;ckliche gesetzliche Regelung des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GewStG angeordnet werde und der darin liegende partielle Durchgriff durch die einzelne &#8211;rechtlich selbst&auml;ndige&#8211; Kapitalgesellschaft zugunsten einer zutreffenden Besteuerung des gesamten Organkreises daher der erkennbaren Konzeption des Gesetzgebers entspreche.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>IV. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.10.2014, IV R 9\/11 Versagung der erweiterten K&uuml;rzung des Gewinns f&uuml;r Grundst&uuml;cksunternehmen im Organkreis Tatbestand 1&nbsp; A. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist Gesamtrechtsnachfolgerin der X-KG, deren Unternehmensgegenstand der Erwerb, die Errichtung, der Betrieb sowie die Verpachtung und Ver&auml;u&szlig;erung von Hotels, ferner die Erbringung von Gesch&auml;ftsbesorgungsleistungen f&uuml;r Dritte war. 2&nbsp; Im Streitjahr &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-9-11-versagung-der-erweiterten-kuerzung-des-gewinns-fuer-grundstuecksunternehmen-im-organkreis\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;9\/11 &#8211; Versagung der erweiterten K&uuml;rzung des Gewinns f&uuml;r Grundst&uuml;cksunternehmen im Organkreis<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-63909","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63909","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63909"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63909\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63909"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63909"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63909"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}