{"id":63914,"date":"2015-01-09T07:40:35","date_gmt":"2015-01-09T05:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63914"},"modified":"2015-01-09T07:40:35","modified_gmt":"2015-01-09T05:40:35","slug":"vii-b-192-13-massgeblicher-zeitpunkt-fuer-die-entscheidung-ueber-die-rechtmaessigkeit-eines-haftungsbescheids-oder-einer-zahlungsaufforderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-192-13-massgeblicher-zeitpunkt-fuer-die-entscheidung-ueber-die-rechtmaessigkeit-eines-haftungsbescheids-oder-einer-zahlungsaufforderung\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;192\/13 &#8211; Ma&szlig;geblicher Zeitpunkt f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Haftungsbescheids oder einer Zahlungsaufforderung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.10.2014, VII B 192\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Ma&szlig;geblicher Zeitpunkt f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Haftungsbescheids oder einer Zahlungsaufforderung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) wendet sich mit seiner Nichtzulassungsbeschwerde gegen ein finanzgerichtliches Urteil, mit dem die Klage gegen eine Zahlungsaufforderung &uuml;ber 1.463.055,79&nbsp;EUR als unbegr&uuml;ndet abgewiesen worden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) forderte den Kl&auml;ger zun&auml;chst mit Bescheid vom 5.&nbsp;September 2003 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 12.&nbsp;Oktober 2009 auf, 1.492.390,53&nbsp;EUR aus einem Haftungsbescheid zu zahlen. Im Klageverfahren verminderte das FA auf richterlichen Hinweis diesen Betrag mit Bescheid vom 18.&nbsp;September 2013 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;130 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) um die bis zum Erlass der Einspruchsentscheidung geleisteten Zahlungen auf die Prim&auml;rschuld in H&ouml;he von 29.334,74&nbsp;EUR auf 1.463.055,79&nbsp;EUR. Den Abzug weiterer, nach Klageerhebung von einem anderen Haftungsschuldner geleisteter Zahlungen in H&ouml;he von 487.619,17&nbsp;EUR lehnten das FA und das Finanzgericht (FG) ab. Zahlungen nach Ergehen der Einspruchsentscheidung seien nicht im Bescheid vom 18.&nbsp;September 2013, sondern gegebenenfalls in einem gesonderten (Abrechnungs-)Bescheid zu ber&uuml;cksichtigen. Die Zahlungsaufforderung sei auch nicht im Hinblick auf die zwischenzeitliche Verj&auml;hrung der Hauptforderung aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen dieses Urteil richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde des Kl&auml;gers, die er mit Divergenz begr&uuml;ndet (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Au&szlig;erdem macht der Kl&auml;ger einen &quot;Verfahrensmangel&quot; geltend (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO). Er tr&auml;gt vor, das FG habe unzul&auml;ssigerweise in die Ermessensentscheidung des FA eingegriffen und damit im Ergebnis seine eigene Entscheidung einer gerichtlichen Kontrolle unterzogen, indem es dem FA den Erlass eines R&uuml;cknahmebescheids nahegelegt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. Ihre Begr&uuml;ndung entspricht nicht den Darlegungserfordernissen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger hat die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative FGO &#8211;Erforderlichkeit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Sicherung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung&#8211; nicht dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Darlegung dieser Voraussetzungen ist es mindestens erforderlich, dass das Urteil, von dem die Vorinstanz abgewichen ist, und der Rechtssatz, den sie falsch angewandt oder ausgelegt hat, bezeichnet werden (BFH-Beschluss vom 30.&nbsp;August 2001 IV&nbsp;B&nbsp;79,&nbsp;80\/01, BFHE 196, 30, BStBl II 2001, 837). In der Beschwerdebegr&uuml;ndung m&uuml;ssen dabei abstrakte (tragende) Rechtss&auml;tze des angefochtenen Urteils und der h&ouml;chstrichterlichen Divergenzentscheidung gegen&uuml;bergestellt und so genau bezeichnet werden, dass eine Abweichung erkennbar wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Beschwerdebegr&uuml;ndung des Kl&auml;gers wird weder ein Urteil, von dem die Vorinstanz abgewichen ist, noch der Rechtssatz, den sie falsch angewandt oder ausgelegt haben soll, bezeichnet. Die in der Beschwerdebegr&uuml;ndung genannten Entscheidungen betreffen die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Haftungsbescheids, auf die es nach dem &#8211;insoweit zutreffenden&#8211; eigenen Vortrag des Kl&auml;gers nicht ankommt. Die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Zahlungsaufforderung betreffende Entscheidungen, von denen das finanzgerichtliche Urteil abweichen k&ouml;nnte, hat der Kl&auml;ger nicht genannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Vortrag, das Urteil des FG sei rechtsfehlerhaft, rechtfertigt die Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung ebenfalls nicht. Dass das FG in seinem Urteil einen Fehler von erheblichem Gewicht im Sinne einer willk&uuml;rlichen oder greifbar gesetzwidrigen Entscheidung gemacht hat, wird nicht vorgetragen und ist auch nicht ersichtlich. Der Eintritt der Zahlungsverj&auml;hrung des Steueranspruchs ber&uuml;hrt die Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines vor Verj&auml;hrungseintritt erlassenen Haftungsbescheids regelm&auml;&szlig;ig nicht (Senatsurteil vom 11.&nbsp;Juli 2001 VII&nbsp;R&nbsp;28\/99, BFHE 195, 510, BStBl II 2002, 267). Zahlungen des Steuerschuldners oder eines anderen Haftungsschuldners, die nach der Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung bez&uuml;glich eines Haftungsbescheids auf die Steuerschuld geleistet werden, haben keinen Einfluss auf die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des urspr&uuml;nglichen Haftungsbescheids oder der Zahlungsaufforderung; insoweit kann &#8211;auch nach Ablauf der Festsetzungsfrist und nach Abschluss des Verwaltungs- oder Klageverfahrens&#8211; ein Widerruf nach &sect;&nbsp;131 Abs.&nbsp;1 AO veranlasst sein (vgl. Senatsurteile vom 12.&nbsp;August 1997 VII&nbsp;R&nbsp;107\/96, BFHE 184, 198, BStBl II 1998, 131; vom 4.&nbsp;Dezember 2007 VII&nbsp;R&nbsp;37\/06, BFH\/NV 2008, 526). Dies gilt auch im Fall einer Teilr&uuml;cknahme, bei der der fortbestehende Teil des urspr&uuml;nglichen Bescheids nicht Gegenstand einer (erneuten) (Ermessens-)Entscheidung ist (vgl. Senatsentscheidungen vom 8.&nbsp;Februar 2008 VII&nbsp;B&nbsp;156\/07, BFH\/NV 2008, 967; vom 4.&nbsp;November 2003 VII&nbsp;B&nbsp;34\/03, BFH\/NV 2004, 460; vom 2.&nbsp;April 2002 VII&nbsp;B&nbsp;310\/00, BFH\/NV 2002, 1276).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Dem Vorbringen des Kl&auml;gers kann auch ein die Zulassung der Revision rechtfertigender Verfahrensmangel (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) des finanzgerichtlichen Verfahrens nicht entnommen werden. Der Kl&auml;ger benennt keine prozessuale Vorschrift, gegen die das FG versto&szlig;en haben soll. Ein Versto&szlig; gegen prozessuales Recht, auf dem das Urteil beruhen k&ouml;nnte, ist auch nicht ersichtlich. Im &Uuml;brigen liegt der behauptete Eingriff in eine Ermessensentscheidung des FA hinsichtlich des fortbestehenden Teils der Zahlungsaufforderung bereits deshalb nicht vor, weil der fortbestehende Teil des urspr&uuml;nglichen Bescheids, wie ausgef&uuml;hrt, im Fall einer Teilabhilfe nicht Gegenstand einer (erneuten) (Ermessens-)Entscheidung ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beschluss ergeht nach &sect;&nbsp;116&nbsp;Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO im &Uuml;brigen ohne Begr&uuml;ndung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.10.2014, VII B 192\/13 Ma&szlig;geblicher Zeitpunkt f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Haftungsbescheids oder einer Zahlungsaufforderung Tatbestand 1&nbsp; I. 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