{"id":63917,"date":"2015-01-09T07:39:52","date_gmt":"2015-01-09T05:39:52","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63917"},"modified":"2015-01-09T07:39:52","modified_gmt":"2015-01-09T05:39:52","slug":"vi-r-7-13-doppelte-haushaltsfuehrung-beginn-der-dreimonatsfrist-in-wegverlegungsfaellen-par-9-abs-5-ivm-par-4-abs-5-satz-1-nr-5-saetze-5-und-6-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-7-13-doppelte-haushaltsfuehrung-beginn-der-dreimonatsfrist-in-wegverlegungsfaellen-par-9-abs-5-ivm-par-4-abs-5-satz-1-nr-5-saetze-5-und-6-estg\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;7\/13 &#8211; Doppelte Haushaltsf&uuml;hrung: Beginn der Dreimonatsfrist in Wegverlegungsf&auml;llen, &sect; 9 Abs. 5 i.V.m. &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 S&auml;tze 5 und 6 EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.10.2014, VI R 7\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Doppelte Haushaltsf&uuml;hrung: Beginn der Dreimonatsfrist in Wegverlegungsf&auml;llen, &sect; 9 Abs. 5 i.V.m. &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 S&auml;tze 5 und 6 EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Verlegt ein Steuerpflichtiger seinen Haupthausstand aus privaten Gr&uuml;nden vom Besch&auml;ftigungsort weg und nutzt daraufhin eine bereits vorhandene Wohnung am Besch&auml;ftigungsort aus beruflichen Gr&uuml;nden als Zweithaushalt (sog. Wegverlegungsfall), so wird die doppelte Haushaltsf&uuml;hrung mit Umwidmung der bisherigen Wohnung des Steuerpflichtigen in einen Zweithaushalt begr&uuml;ndet (Best&auml;tigung der Senatsrechtsprechung).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Mit dem Zeitpunkt der Umwidmung beginnt in sog. Wegverlegungsf&auml;llen die Dreimonatsfrist f&uuml;r die Abzugsf&auml;higkeit von Verpflegungsmehraufwendungen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Verpflegungsmehraufwendungen in den ersten drei Monaten einer doppelten Haushaltsf&uuml;hrung auch in einem sogenannten Wegverlegungsfall als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit geltend gemacht werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Ehegatten und wurden im Streitjahr 2008 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger hatte mehrere Jahre vor dem Streitjahr in A gewohnt und war dort nichtselbst&auml;ndig besch&auml;ftigt. Nach ihrer Eheschlie&szlig;ung im Mai 2008 begr&uuml;ndeten die Kl&auml;ger ihren Familienwohnsitz in B. Die Wohnung am Besch&auml;ftigungsort behielt der Kl&auml;ger als Zweitwohnung bei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seiner Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr begehrte der Kl&auml;ger den Abzug von Mehraufwendungen f&uuml;r eine doppelte Haushaltsf&uuml;hrung ab dem Tag seiner polizeilichen Meldung in B (Juni 2008). Er machte insbesondere den Abzug von Verpflegungsmehraufwendungen bei einer Abwesenheit von 24&nbsp;Stunden f&uuml;r 53&nbsp;Tage in H&ouml;he von 1.272&nbsp;EUR geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) verweigerte im Einkommensteuerbescheid 2008 den Abzug von Verpflegungsmehraufwendungen, weil der Kl&auml;ger bereits vor Begr&uuml;ndung der doppelten Haushaltsf&uuml;hrung l&auml;nger als drei Monate am Besch&auml;ftigungsort gewohnt habe und daher die Dreimonatsfrist bereits abgelaufen sei, und wies auch den dagegen eingelegten Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 417 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Entscheidung ergeht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126a der Finanzgerichtsordnung (FGO). Der Senat h&auml;lt einstimmig die Revision f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG hat zu Recht entschieden, dass der Kl&auml;ger einen Anspruch auf Ber&uuml;cksichtigung der Pauschbetr&auml;ge f&uuml;r Verpflegungsmehraufwendungen nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;5 i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 S&auml;tze&nbsp;5 und 6 des Einkommensteuergesetzes i.d.F. des Streitjahres (EStG) im geltend gemachten Umfang hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Mehraufwendungen f&uuml;r die Verpflegung des Steuerpflichtigen sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;5 EStG nicht abziehbare Werbungskosten. Wird der Steuerpflichtige jedoch vor&uuml;bergehend von seiner Wohnung und dem Mittelpunkt seiner dauerhaft angelegten betrieblichen T&auml;tigkeit entfernt betrieblich t&auml;tig, so ist nach Satz&nbsp;2 der Vorschrift f&uuml;r jeden Kalendertag, an dem der Steuerpflichtige wegen dieser vor&uuml;bergehenden T&auml;tigkeit von seiner Wohnung und seinem T&auml;tigkeitsmittelpunkt &uuml;ber eine bestimmte Dauer abwesend ist, ein nach dieser Dauer gestaffelter Pauschbetrag abzusetzen. Nach Satz&nbsp;5 der Vorschrift beschr&auml;nkt sich bei einer l&auml;ngerfristigen vor&uuml;bergehenden T&auml;tigkeit an derselben T&auml;tigkeitsst&auml;tte der pauschale Abzug nach Satz&nbsp;2 auf die ersten drei Monate. Gem&auml;&szlig; Satz&nbsp;6 der Vorschrift gelten die Abzugsbeschr&auml;nkungen nach Satz&nbsp;1, die (gestaffelten) Pauschbetr&auml;ge nach Satz&nbsp;2 sowie die Dreimonatsfrist nach Satz&nbsp;5 auch f&uuml;r den Abzug von Mehraufwendungen f&uuml;r die Verpflegung bei einer aus betrieblichem oder beruflichem Anlass begr&uuml;ndeten doppelten Haushaltsf&uuml;hrung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine beruflich begr&uuml;ndete doppelte Haushaltsf&uuml;hrung liegt vor, wenn aus beruflicher Veranlassung in einer Wohnung am Besch&auml;ftigungsort ein zweiter (doppelter) Haushalt zum Hausstand des Steuerpflichtigen hinzutritt. Der Haushalt in der Wohnung am Besch&auml;ftigungsort ist beruflich veranlasst, wenn ihn der Steuerpflichtige nutzt, um seinen Arbeitsplatz von dort aus erreichen zu k&ouml;nnen. Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats kann eine aus beruflichem Anlass begr&uuml;ndete doppelte Haushaltsf&uuml;hrung auch dann vorliegen, wenn ein Steuerpflichtiger seinen Haupthausstand aus privaten Gr&uuml;nden vom Besch&auml;ftigungsort wegverlegt und er darauf in einer Wohnung am Besch&auml;ftigungsort einen Zweithaushalt begr&uuml;ndet, um von dort seiner bisherigen Besch&auml;ftigung weiter nachgehen zu k&ouml;nnen (sog. Wegverlegungsfall, vgl. hierzu Senatsurteile vom 5.&nbsp;M&auml;rz 2009 VI&nbsp;R&nbsp;58\/06, BFHE 224, 413, BStBl II 2009, 1012; VI&nbsp;R&nbsp;31\/08, BFH\/NV 2009, 1256; VI&nbsp;R&nbsp;23\/07, BFHE 224, 420, BStBl II 2009, 1016, und vom 6.&nbsp;Mai 2010 VI&nbsp;R&nbsp;34\/09, BFH\/NV 2010, 2046).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Verpflegungsmehraufwand wird seit dem Veranlagungszeitraum 1996 nur f&uuml;r die ersten drei Monate nach Begr&uuml;ndung der doppelten Haushaltsf&uuml;hrung in H&ouml;he der gesetzlichen Pauschbetr&auml;ge (24&nbsp;EUR je Tag im Streitjahr 2008) gew&auml;hrt. Mit dieser Regelung hat der Gesetzgeber Steuerpflichtigen mit doppelter Haushaltsf&uuml;hrung einen Rechtsanspruch auf Gew&auml;hrung der gesetzlichen Pauschbetr&auml;ge einger&auml;umt. Anders als zuvor ist nicht mehr danach zu fragen, ob der Ansatz der Pauschalen zu einer offensichtlich unzutreffenden Besteuerung f&uuml;hren w&uuml;rde (Senatsurteil vom 4.&nbsp;April 2006 VI&nbsp;R&nbsp;44\/03, BFHE 212, 571, BStBl II 2006, 567). Diese Begrenzung des Abzugs von Mehraufwendungen f&uuml;r die Verpflegung auf drei Monate bei einer aus beruflichem Anlass begr&uuml;ndeten doppelten Haushaltsf&uuml;hrung ist verfassungsgem&auml;&szlig;. Denn mit der Typisierung einer &Uuml;bergangszeit (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 S&auml;tze&nbsp;5 und 6 EStG) bewegt sich der Gesetzgeber innerhalb der Grenzen seines Beurteilungs- und Gestaltungsermessens. Im Regelfall kann sich der Steuerpflichtige bei einer doppelten Haushaltsf&uuml;hrung nach einer mehrmonatigen &Uuml;bergangszeit auf die Verpflegungssituation am Besch&auml;ftigungsort einstellen, die H&ouml;he der Kosten beeinflussen und damit einen &quot;Mehr&quot;-Aufwand minimieren oder sogar vermeiden (vgl. Senatsurteile vom 8.&nbsp;Juli 2010 VI&nbsp;R&nbsp;10\/08, BFHE 230, 352, BStBl II 2011, 32; VI&nbsp;R&nbsp;11\/08, BFH\/NV 2011, 14). Gleichwohl kommt es nicht darauf an, ob dem Kl&auml;ger die Verpflegungssituation am Besch&auml;ftigungsort konkret bekannt war oder nicht. Denn der Abzug von Mehraufwendungen f&uuml;r die Verpflegung w&auml;hrend der Dreimonatsfrist ist generell von der tats&auml;chlichen Verpflegungssituation unabh&auml;ngig. Ein Einzelnachweis von Verpflegungsmehraufwendungen entf&auml;llt und es ist auch ohne Bedeutung, ob &uuml;berhaupt ein erh&ouml;hter Verpflegungsmehraufwand anf&auml;llt (vgl. Senatsurteile vom 8.&nbsp;Juli 2010 VI&nbsp;R&nbsp;15\/09, BFHE 230, 358, BStBl II 2011, 47; vom 16.&nbsp;November 2005 VI&nbsp;R&nbsp;12\/04, BFHE 212, 64, BStBl II 2006, 267; vom 10.&nbsp;April 2002 VI&nbsp;R&nbsp;154\/00, BFHE 198, 559, BStBl II 2002, 779; vom 11.&nbsp;Mai 2005 VI&nbsp;R&nbsp;7\/02, BFHE 209, 502, BStBl II 2005, 782; vom 13.&nbsp;Dezember 2007 VI&nbsp;R&nbsp;73\/06, BFH\/NV 2008, 936). Unter Heranziehung dieser Erw&auml;gungen hat der erkennende Senat bereits entschieden, dass Verpflegungsmehraufwendungen in den ersten drei Monaten geltend gemacht werden k&ouml;nnen, wenn ein Steuerpflichtiger nach Beendigung einer doppelten Haushaltsf&uuml;hrung in der schon fr&uuml;her genutzten Wohnung erneut eine doppelte Haushaltsf&uuml;hrung begr&uuml;ndet (Senatsurteil in BFHE 230, 358, BStBl II 2011, 47).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dem Steuerpflichtigen stehen auch in F&auml;llen, in denen er seinen Haupthausstand aus privaten Gr&uuml;nden vom Besch&auml;ftigungsort wegverlegt und seine bisherige Wohnung in einen Zweithaushalt umwidmet, Verpflegungsmehraufwendungen f&uuml;r die ersten drei Monate zu. Denn in diesen F&auml;llen wird die doppelte Haushaltsf&uuml;hrung mit Umwidmung der bisherigen Wohnung des Steuerpflichtigen in einen Zweithaushalt begr&uuml;ndet. Im Zeitpunkt der Umwidmung beginnt daher die Dreimonatsfrist f&uuml;r die Abzugsf&auml;higkeit der Verpflegungsmehraufwendungen zu laufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) F&uuml;r eine einschr&auml;nkende Wortlautauslegung besteht kein Anlass. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 S&auml;tze&nbsp;5 und 6 EStG dienen der Steuervereinfachung (BTDrucks&nbsp;13\/901, S.&nbsp;129; BTDrucks 13\/1558, S.&nbsp;143). Dieses Ziel wird nur erreicht, wenn eine Einzelfallpr&uuml;fung entf&auml;llt, n&auml;mlich ob und wie lange sich der Steuerpflichtige vor Begr&uuml;ndung der doppelten Haushaltsf&uuml;hrung bereits am Besch&auml;ftigungsort aufgehalten hat und sich daher auf die Verpflegungssituation hat einstellen k&ouml;nnen. Dementsprechend kommt es nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats gerade nicht darauf an, ob &uuml;berhaupt ein erh&ouml;hter Verpflegungsmehrbedarf angefallen ist und ob dem Kl&auml;ger die Verpflegungssituation am Besch&auml;ftigungsort bekannt war (vgl. Senatsurteile in BFHE 230, 358, BStBl II 2011, 47; in BFHE 212, 64, BStBl II 2006, 267; in BFHE 198, 559, BStBl II 2002, 779; in BFHE 209, 502, BStBl II 2005, 782, und in BFH\/NV 2008, 936).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) In Kenntnis der vorgenannten Senatsrechtsprechung hat der Gesetzgeber mit der Neuregelung des steuerlichen Reisekostenrechts durch das Gesetz zur &Auml;nderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts vom 20.&nbsp;Februar 2013 (BGBl I 2013, 285, BStBl I 2013, 188) keine &Auml;nderung dahingehend vorgenommen, dass die Dreimonatsfrist mit einem anderen Zeitpunkt als mit der Begr&uuml;ndung der doppelten Haushaltsf&uuml;hrung beginnen soll. Auch das spricht f&uuml;r die vom erkennenden Senat getroffene Auslegung, dass die konkrete Verpflegungssituation unerheblich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Vorentscheidung entspricht diesen Rechtsgrunds&auml;tzen. Das FG hat zu Recht entschieden, dass im Streitjahr 2008 eine doppelte Haushaltsf&uuml;hrung des Kl&auml;gers vorlag und diesem ein Abzug von Verpflegungsmehraufwendungen f&uuml;r drei Monate zusteht. Auch hinsichtlich der H&ouml;he der Verpflegungsmehraufwendungen begegnet die angefochtene Entscheidung keinen Bedenken. Nach den Feststellungen des FG war der Kl&auml;ger im Streitjahr an 53&nbsp;Tagen ganzt&auml;gig von der Familienwohnung abwesend. Entsprechend der in &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 EStG genannten Pauschale von 24&nbsp;EUR f&uuml;r eine 24-st&uuml;ndige Abwesenheit bel&auml;uft sich die Gesamth&ouml;he der Pauschalen damit auf 1.272&nbsp;EUR. Dies entspricht dem Antrag des Kl&auml;gers. Die Revision war daher zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.10.2014, VI R 7\/13 Doppelte Haushaltsf&uuml;hrung: Beginn der Dreimonatsfrist in Wegverlegungsf&auml;llen, &sect; 9 Abs. 5 i.V.m. &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 S&auml;tze 5 und 6 EStG Leits&auml;tze 1. 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