{"id":63920,"date":"2015-01-09T07:39:49","date_gmt":"2015-01-09T05:39:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63920"},"modified":"2015-01-09T07:39:49","modified_gmt":"2015-01-09T05:39:49","slug":"ix-r-13-13-kein-halbabzugsverbot-bei-fehlenden-einnahmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-13-13-kein-halbabzugsverbot-bei-fehlenden-einnahmen\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;13\/13 &#8211; Kein Halbabzugsverbot bei fehlenden Einnahmen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.10.2014, IX R 13\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Halbabzugsverbot bei fehlenden Einnahmen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die zusammen f&uuml;r das Streitjahr 2006 zur Einkommensteuer veranlagt wurden. Der Kl&auml;ger erzielt u.a. als Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Vertrag vom 25.&nbsp;Januar 2001 &uuml;bernahm er zusammen mit zwei weiteren Personen insgesamt 50&nbsp;000 nennwertlose St&uuml;ckaktien an einer Verm&ouml;gensverwaltungs AG, wobei auf ihn 16&nbsp;500&nbsp;St&uuml;ck entfielen. Entsprechend einem Gesamtkonzept beschlossen sie nachfolgend die Umfirmierung der Aktiengesellschaft in X&nbsp;AG. Gesch&auml;ftszweck der X&nbsp;AG waren &#8230;. Ferner verteilten sie die Aktien der X&nbsp;AG an unterschiedliche Personen. Der Kl&auml;ger trat hierzu mit Vertrag vom 26.&nbsp;Januar 2001&nbsp;&nbsp;13&nbsp;750 Aktien an die &quot;Z GbR&quot; ab. Die Z GbR, an der der Kl&auml;ger zu 25&nbsp;% beteiligt war, war mit Gesellschafts- und Einbringungsvertrag vom 26.&nbsp;Januar 2001 gegr&uuml;ndet worden. Die GbR hielt insgesamt 27&nbsp;500&nbsp;Aktien der X&nbsp;AG, ihr Zweck war die Verwaltung der Aktien der X&nbsp;AG zur Erzielung von &Uuml;bersch&uuml;ssen. Weitere 500&nbsp;Aktien der X&nbsp;AG &uuml;bertrug der Kl&auml;ger auf eine Einzelperson. Es verblieben ihm pers&ouml;nlich 2&nbsp;250&nbsp;Aktien. Somit war der Kl&auml;ger zu Beginn des Jahres 2001 zu 4,5&nbsp;% direkt und zu 13,75&nbsp;% mittelbar &uuml;ber die Z&nbsp;GbR an der X&nbsp;AG beteiligt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum 31.&nbsp;Dezember 2004 hielt der Kl&auml;ger 2&nbsp;790 und die Z&nbsp;GbR 27&nbsp;280 von insgesamt 62&nbsp;000&nbsp;Aktien der X&nbsp;AG. Dies war die Folge von Kapitalerh&ouml;hungen und einer Aktienver&auml;u&szlig;erung durch die GbR im Jahre 2002.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Vertrag vom 20.&nbsp;Dezember 2006 ver&auml;u&szlig;erte der Kl&auml;ger seine Aktien der X&nbsp;AG sowie seinen Anteil am Gesellschaftsanteil der Z&nbsp;GbR. Die &Uuml;bertragung der Anteile im Wege der Abtretung erfolgte mit Wirkung des Vertragstages. Der Kaufpreis betrug 0&nbsp;EUR. Unter bestimmten Umst&auml;nden sollte sich der Kaufpreis erh&ouml;hen, wenn etwa die X&nbsp;AG einen Verkaufserl&ouml;s f&uuml;r Patente erzielt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die X AG sch&uuml;ttete nie Dividenden aus, sie erzielte 2004 einen Verlust in H&ouml;he von 791.697&nbsp;EUR, der Verlustvortrag zum 31.&nbsp;Dezember 2004 betrug 2.622.390&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahre 2002 erzielte die Z GbR aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Aktien der X&nbsp;AG einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn. Der auf den Kl&auml;ger entfallende Gewinnanteil wurde bei der Einkommensteuerfestsetzung 2002 der Kl&auml;ger unter Ber&uuml;cksichtigung des Halbeink&uuml;nfteverfahrens in H&ouml;he von 15.639&nbsp;EUR der Besteuerung unterworfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Eink&uuml;nfte der Z GbR wurden f&uuml;r die Jahre 2000 bis 2006 einheitlich und gesondert als Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen in H&ouml;he von jeweils 0&nbsp;EUR festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr erkl&auml;rten die Kl&auml;ger aus der Ver&auml;u&szlig;erung der Aktien der X&nbsp;AG, und zwar sowohl f&uuml;r die, die der Kl&auml;ger direkt als auch f&uuml;r die, die er &uuml;ber die Z&nbsp;GbR hielt, einen &#8211;der H&ouml;he nach unstreitigen&#8211; Ver&auml;u&szlig;erungsverlust von 123.616,54&nbsp;EUR. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte f&uuml;r das Streitjahr im Wege des Halbeink&uuml;nfteverfahrens einen Verlust des Kl&auml;gers i.S. von &sect;&nbsp;17 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in H&ouml;he von 61.809&nbsp;EUR an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruch gab das Finanzgericht (FG) der hiergegen gerichteten Klage statt und entschied, das FA habe bei Ermittlung des Ver&auml;u&szlig;erungsverlustes zu Unrecht eine h&auml;lftige K&uuml;rzung der Anschaffungskosten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 EStG vorgenommen. Der Kl&auml;ger habe keine Dividenden aus der Beteiligung an der X&nbsp;AG bezogen und bei der Ver&auml;u&szlig;erung der Anteile im Streitjahr f&uuml;r die wertlosen Aktien der X&nbsp;AG auch keine Gegenleistung erhalten (Kaufpreis 0&nbsp;EUR). Dass der Kl&auml;ger im Jahre 2002 aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Aktien der X&nbsp;AG einen Gewinn erzielt habe, der dem Halbeink&uuml;nfteverfahren i.S. von &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 EStG unterlegen sei, &auml;ndere an dieser Beurteilung nichts. Der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn des Jahres 2002 stehe nicht in wirtschaftlichem Zusammenhang mit der unentgeltlichen &Uuml;bertragung der restlichen Aktien im Streitjahr. Diese beruhe vielmehr auf der wirtschaftlichen Entwicklung der X&nbsp;AG seit der Aktienver&auml;u&szlig;erung 2002. Nach dem Normzweck des &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG sollten alle Ausgaben, die mit nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 EStG nur h&auml;lftig besteuerten Einnahmen in Zusammenhang stehen, ebenfalls nur h&auml;lftig steuerlich ber&uuml;cksichtigt werden, um eine inkongruente Beg&uuml;nstigung auszuschlie&szlig;en. Aus den im Streitjahr verkauften Aktien der X&nbsp;AG habe der Kl&auml;ger keinerlei Einnahmen erzielt. Eine doppelte Beg&uuml;nstigung sei daher auszuschlie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem habe der Kl&auml;ger trotz des Verkaufs von Aktien im Jahre 2002 nie die Wesentlichkeitsgrenze f&uuml;r eine steuerlich verhaftete Beteiligung unterschritten, so dass sich der Verkauf der Anteile im Jahre 2002 auch nicht auf seine steuerliche Gesamtbeteiligung an der X&nbsp;AG auswirke. Da der Kl&auml;ger aus den ihm verbliebenen, immer noch eine wesentliche Beteiligung bildenden, Aktien i.S. von &sect;&nbsp;17 EStG keine steuerlichen Ertr&auml;ge erwirtschaftet habe, sei kein Grund ersichtlich, warum das steuerliche Abzugsverbot zum Tragen kommen sollte. Die Einkommensteuer sei daher auf den Betrag herabzusetzen, der sich unter Abzug von weiteren Ver&auml;u&szlig;erungsverlusten i.S. von &sect;&nbsp;17 EStG in H&ouml;he von 61.809&nbsp;EUR ergebe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision des FA, mit der dieses die Verletzung materiellen Rechts (&sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 EStG und &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 EStG) r&uuml;gt. Soweit der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteilen vom 25.&nbsp;Juni 2009 IX&nbsp;R&nbsp;42\/08 (BFHE 225, 445, BStBl II 2010, 220) und vom 14.&nbsp;Juli 2009 IX&nbsp;R&nbsp;8\/09 (BFH\/NV 2010, 399) entschieden habe, dass der Abzug von Erwerbsaufwand im Zusammenhang mit Eink&uuml;nften aus einer Ver&auml;u&szlig;erung einer Beteiligung nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;4 EStG jedenfalls dann nicht nach &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG begrenzt sei, wenn der Steuerpflichtige keine durch seine Beteiligung vermittelte Einnahmen erzielt habe, sei als ma&szlig;gebliche Beteiligung die an der X&nbsp;AG insgesamt anzusehen. Es widerspreche der Gesetzessystematik, f&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;17 EStG auf die Beteiligung (Summe der Aktien) abzustellen und dabei auch die innerhalb der letzten f&uuml;nf Jahre ver&auml;u&szlig;erten Anteile einzubeziehen, bei der Frage des mindestens mittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhangs zu Einnahmen dagegen nur auf die im Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung noch gehaltenen Anteile. Der wirtschaftliche Zusammenhang zwischen den im Jahre 2002 ver&auml;u&szlig;erten Aktien und der Ver&auml;u&szlig;erung der Anteile im Streitjahr ergebe sich daher aus &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2006 dahingehend zu best&auml;tigen, dass die festgesetzte Einkommensteuer 2006&nbsp;&nbsp;&#8230;&nbsp;EUR betrage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat zutreffend bei der Ermittlung des streitbefangenen Ver&auml;u&szlig;erungsverlusts des Kl&auml;gers keine h&auml;lftige K&uuml;rzung der Anschaffungskosten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 EStG vorgenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger erzielte im Streitjahr unstreitig einen Ver&auml;u&szlig;erungsverlust i.S. von &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1, 2 EStG in H&ouml;he von 123.616,54&nbsp;EUR. Trotz des Kaufpreises von 0&nbsp;EUR liegt eine entgeltliche Anteils&uuml;bertragung und damit eine Ver&auml;u&szlig;erung vor. Denn eine solche ist auch dann anzunehmen, wenn objektiv wertlose Anteile ohne Gegenleistung zwischen fremden Dritten &uuml;bertragen werden (BFH-Urteil vom 6.&nbsp;April 2011 IX&nbsp;R&nbsp;61\/10, BFHE 233, 446, BStBl II 2012, 8, Rz&nbsp;13, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2.&nbsp;a) Halbeink&uuml;nfteverfahren und Halbabzugsverbot (&sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c, &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 EStG) sind im Streitfall nicht anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c EStG ist die H&auml;lfte des Ver&auml;u&szlig;erungspreises i.S. von &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 EStG steuerfrei. Die hiermit in wirtschaftlichem Zusammenhang stehenden Aufwendungen sind nur zur H&auml;lfte abzuziehen; denn nach &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG d&uuml;rfen Betriebsverm&ouml;gensminderungen, Betriebsausgaben, Ver&auml;u&szlig;erungskosten oder Werbungskosten, die mit den dem &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 EStG zugrunde liegenden Betriebsverm&ouml;gensmehrungen oder Einnahmen in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen, unabh&auml;ngig davon, in welchem Veranlagungszeitraum die Betriebsverm&ouml;gensmehrungen oder Einnahmen anfallen, bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte nur zur H&auml;lfte abgezogen werden. Entsprechendes gilt, wenn bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte der Wert des Betriebsverm&ouml;gens oder des Anteils am Betriebsverm&ouml;gen oder die Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder der an deren Stelle tretende Wert mindernd zu ber&uuml;cksichtigen sind. Bei steuerfreien Einnahmen soll kein doppelter steuerlicher Vorteil durch den zus&auml;tzlichen Abzug von unmittelbar mit diesen zusammenh&auml;ngenden Aufwendungen erzielt werden (BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Juli 2005 XI&nbsp;R&nbsp;61\/04, BFHE 210, 332, BStBl II 2006, 163).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Fallen keine Betriebsverm&ouml;gensmehrungen oder Einnahmen an, kommt eine h&auml;lftige Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 EStG nicht in Betracht. Folgerichtig tritt die nach &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG ma&szlig;gebende Bedingung daf&uuml;r, entsprechende Aufwendungen nur zur H&auml;lfte zu ber&uuml;cksichtigen, nicht ein. Denn dieser Aufwand steht nicht &#8211;wie dies &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG schon dem Wortlaut nach f&uuml;r die h&auml;lftige K&uuml;rzung verlangt&#8211; in wirtschaftlichem Zusammenhang mit lediglich zur H&auml;lfte anzusetzenden Einnahmen. Flie&szlig;en keine Einnahmen zu, ist &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG nicht anzuwenden und der Erwerbsaufwand in vollem Umfang abziehbar (BFH-Urteile in BFHE 225, 445, BStBl II 2010, 220, und in BFH\/NV 2010, 399; BFH-Beschluss vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2010 IX&nbsp;B&nbsp;227\/09, BFHE 229, 177, BStBl II 2010, 627).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Keine Einnahmen erzielt, wer objektiv wertlose Anteile zu einem Kaufpreis von 0&nbsp;EUR ver&auml;u&szlig;ert. Es fehlt an einem Entgelt f&uuml;r die Werthaltigkeit der &uuml;bertragenen Anteile.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ma&szlig;geblich abzustellen ist dabei auf die konkret ver&auml;u&szlig;erten Anteile. Denn der Ver&auml;u&szlig;erungstatbestand des &sect;&nbsp;17 EStG bezieht sich auf einzelne Anteile als rechtlich selbst&auml;ndige Wirtschaftsg&uuml;ter. So ist f&uuml;r die Ermittlung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns von den tats&auml;chlichen Anschaffungskosten auszugehen; f&uuml;r jedes einzelne Wirtschaftsgut, also auch f&uuml;r jedes Wertpapier gleicher Gattung, sind grunds&auml;tzlich die tats&auml;chlichen Anschaffungskosten anzusetzen (BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Dezember 2013 IX&nbsp;R&nbsp;45\/12, BFHE 244, 296, BStBl II 2014, 578, Rz&nbsp;19, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese rechtliche Selbst&auml;ndigkeit von Anteilen an einer AG besteht unabh&auml;ngig davon, dass &sect;&nbsp;17 EStG die Steuerbarkeit von Anteilsver&auml;u&szlig;erungen an eine Mindestbeteiligung kn&uuml;pft. Die Frage, ob aus einzelnen Anteilen Einnahmen erzielt wurden, ist unabh&auml;ngig davon zu beantworten, ob die Beteiligungsgrenze des &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 EStG erreicht ist oder nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds&auml;tzen kommt es im Streitfall f&uuml;r die Anwendung von &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG allein darauf an, ob der Kl&auml;ger aus den ver&auml;u&szlig;erten Anteilen Einnahmen erzielt hat. Dies ist nicht ersichtlich. Unerheblich ist, dass auf den Kl&auml;ger im Jahre 2002 ein anteiliger Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Aktien durch die Z&nbsp;GbR entfiel. Denn es handelt sich dabei um andere als die ver&auml;u&szlig;erten Aktien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.10.2014, IX R 13\/13 Kein Halbabzugsverbot bei fehlenden Einnahmen Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die zusammen f&uuml;r das Streitjahr 2006 zur Einkommensteuer veranlagt wurden. Der Kl&auml;ger erzielt u.a. als Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. 2&nbsp; Mit Vertrag vom 25.&nbsp;Januar 2001 &uuml;bernahm er zusammen mit zwei &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-13-13-kein-halbabzugsverbot-bei-fehlenden-einnahmen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;13\/13 &#8211; Kein Halbabzugsverbot bei fehlenden Einnahmen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-63920","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63920","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63920"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63920\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63920"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63920"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63920"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}