{"id":63921,"date":"2015-01-09T07:40:43","date_gmt":"2015-01-09T05:40:43","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=63921"},"modified":"2015-01-09T07:40:43","modified_gmt":"2015-01-09T05:40:43","slug":"iv-r-2-11-abgeltungswirkung-einer-spielbankabgabe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-2-11-abgeltungswirkung-einer-spielbankabgabe\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;2\/11 &#8211; Abgeltungswirkung einer Spielbankabgabe"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.10.2014, IV R 2\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Abgeltungswirkung einer Spielbankabgabe<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Verpachtung von Fl&auml;chen zum Betrieb einer Bar in den R&auml;umen einer Spielbank geh&ouml;rt nicht zum Betrieb der Spielbank i.S. des &sect; 2 Abs. 5 des Berliner SpielbankG 1973 bzw. &sect; 6 Abs. 1 der SpielbankVO 1938. Die hieraus erzielten Einnahmen werden daher mit der Spielbankabgabe nicht abgegolten und sind gewerbesteuerpflichtig.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A. Das Verfahren befindet sich im zweiten Rechtsgang.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) erzielte in der Rechtsform einer GmbH &#038; Co. KG gewerblich gepr&auml;gte Eink&uuml;nfte aus der Verwaltung und Vermietung eines gro&szlig;en Geb&auml;udes, in dem sich u.a. ein Spielcasino befand<em>. <\/em>Gesellschafter der Kl&auml;gerin waren im Streitjahr (1990) eine am Gesellschaftsverm&ouml;gen beteiligte GmbH als Komplement&auml;rin sowie als Kommanditisten u.a. die X-OHG. Diese hielt unmittelbar oder mittelbar s&auml;mtliche Anteile an der Komplement&auml;r-GmbH und bildete mit ihr zudem eine atypisch stille Gesellschaft, so dass sie letztlich &uuml;ber Mitunternehmeranteile von 90&nbsp;v.H. verf&uuml;gte. An der X-OHG war X mit mehr als 50&nbsp;v.H. beteiligt. Er war zudem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der GmbH und der Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hatte im Streitjahr von der gesamten Mietfl&auml;che rund 4&nbsp;v.H. an die Y-KG vermietet. An dieser war X mit einem Anteil von 10&nbsp;v.H. beteiligt. Die Y-KG betrieb in den R&auml;umen eine &ouml;ffentliche Spielbank.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Innerhalb des gro&szlig;en Spielsaals, in dem sich die Spieltische befanden, unterverpachtete die Y-KG eine Teilfl&auml;che an Z; der Pachtvertrag kann nicht mehr vorgelegt werden. Auf dieser Teilfl&auml;che befand sich ein Bartresen mit Hockern. Es bestand zumindest die M&ouml;glichkeit zum Aufw&auml;rmen von Speisen. Neben Getr&auml;nken wurden kleine, dem Spielbankambiente angepasste Snacks angeboten. Es blieb im zweiten Rechtszug streitig, ob es ein dar&uuml;ber hinausgehendes umfassendes Speisenangebot gab. Die zust&auml;ndige Beh&ouml;rde hatte 1975 eine Erlaubnis nach &sect;&nbsp;2 des Gastst&auml;ttengesetzes f&uuml;r einen bar&auml;hnlichen Betrieb in der Spielbank erteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Betriebspr&uuml;fung versagte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die von der Kl&auml;gerin f&uuml;r das Streitjahr beanspruchte erweiterte K&uuml;rzung f&uuml;r Grundst&uuml;cksunternehmen i.S. von &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) in H&ouml;he von rund 8&nbsp;Mio.&nbsp;DM. Das FA begr&uuml;ndete dies u.a. damit, dass die K&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 GewStG nicht zu gew&auml;hren sei, weil der vermietete Grundbesitz teilweise dem Gewerbebetrieb des Gesellschafters X diene.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen gerichtete Klage wies das Finanzgericht Berlin im Dezember 2004 als unbegr&uuml;ndet ab. Auf die Revision der Kl&auml;gerin hob der Bundesfinanzhof (BFH) das Urteil des Finanzgerichts Berlin mit Urteil vom 26.&nbsp;Juni 2007 IV&nbsp;R&nbsp;9\/05 (BFHE 219, 173, BStBl II 2007, 893) auf und verwies die Sache an das Finanzgericht Berlin-Brandenburg (FG) zur&uuml;ck, da festzustellen sei, ob die Y-KG auch gewerbesteuerpflichtige Eink&uuml;nfte erzielt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dem angegriffenen Urteil wies das FG die Klage erneut ab. Die Begr&uuml;ndung des Urteils ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2011, 729 abgedruckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG und die Einspruchsentscheidung vom 8.&nbsp;November 2000 aufzuheben und den Bescheid f&uuml;r 1990 &uuml;ber den einheitlichen Gewerbesteuermessbetrag und die Gewerbesteuer vom 2.&nbsp;April 1997 dahin zu &auml;ndern, dass der Gewerbesteuermessbetrag und die Gewerbesteuer jeweils auf 0&nbsp;DM festgesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B. I. Die Entscheidung ergeht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126a der Finanzgerichtsordnung (FGO). Der Senat h&auml;lt die Revision einstimmig f&uuml;r unbegr&uuml;ndet. Eine m&uuml;ndliche Verhandlung erachtet der Senat nicht f&uuml;r erforderlich. Zwar hat die Kl&auml;gerin, nachdem der Senat im anh&auml;ngigen Revisionsverfahren einen Gerichtsbescheid erlassen hat, die Durchf&uuml;hrung einer m&uuml;ndlichen Verhandlung beantragt (&sect;&nbsp;90a Abs.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 FGO). Eine Entscheidung nach &sect;&nbsp;126a FGO ist jedoch auch nach Erlass eines Gerichtsbescheides zul&auml;ssig, wenn &#8211;wie vorliegend&#8211; die Beteiligten hierzu geh&ouml;rt worden sind (z.B. BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;Oktober 2010 IV&nbsp;R&nbsp;6\/08, BFH\/NV 2011, 430, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Dabei kann dahinstehen, ob die streitige Steuerbefreiung auf &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 der Verordnung &uuml;ber &ouml;ffentliche Spielbanken vom 27.&nbsp;Juli 1938 (RGBl I 1938, 955) &#8211;SpielbankVO&#8211; oder auf &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 des Gesetzes &uuml;ber die Zulassung einer &ouml;ffentlichen Spielbank in Berlin vom 13.&nbsp;April 1973 (Gesetz- und Verordnungsblatt f&uuml;r Berlin &#8211;GVBl Bln&#8211; 1973, 646) i.d.F. des Art.&nbsp;LX des Gesetzes zur Anpassung von Straf- und Bu&szlig;geldvorschriften des Landes Berlin an das Bundesrecht vom 26.&nbsp;November 1974 (GVBl Bln 1974, 2746) &#8211;SpielbankG&#8211; zu st&uuml;tzen ist, denn beide Vorschriften sehen vor, dass der Spielbankunternehmer &quot;f&uuml;r den Betrieb der Spielbank&quot; von den im Einzelnen aufgef&uuml;hrten Steuern befreit ist. Ebenso kann dahinstehen, ob es sich bei den Bestimmungen des SpielbankG &#8211;sollte sich die streitige Befreiung nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 SpielbankG richten&#8211; um i.S. des &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 FGO nicht revisibles Landesrecht handelt. Handelt es sich um irrevisibles Landesrecht, ist die Revision der Kl&auml;gerin unbegr&uuml;ndet, da der BFH in diesem Fall an die Auslegung des FG gebunden ist, der zufolge der Betrieb einer Bar bzw. die Verpachtung von Fl&auml;chen zum Betrieb einer Bar nicht zum Betrieb einer Spielbank im Sinne des SpielbankG geh&ouml;ren und die daraus erzielten Einnahmen daher nicht von der Abgeltungswirkung der Spielbankabgabe erfasst sind. Handelt es sich um revisibles Landesrecht, ist die Revision ebenfalls unbegr&uuml;ndet, da diese Auslegung des FG nach Ansicht des Senats nicht zu beanstanden ist (s. unter B.II.3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach Ergehen des Urteils des BFH im ersten Rechtsgang (in BFHE 219, 173, BStBl II 2007, 893) ist &#8211;auch unter Ber&uuml;cksichtigung des Vortrags der Kl&auml;gerin in ihrem Schriftsatz vom 8.&nbsp;Oktober 2014 und im Hinblick darauf, dass der BFH selbst ebenfalls im zweiten Rechtsgang an die im zur&uuml;ckverweisenden Urteil im ersten Rechtsgang zu Grunde gelegte Rechtsauffassung gebunden ist (z.B. BFH-Urteil vom 17.&nbsp;Mai 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;21\/04, BFH\/NV 2006, 1839)&#8211; im vorliegenden Revisionsverfahren nur noch dar&uuml;ber zu entscheiden, ob auch die Einnahmen der Y-KG aus der Verpachtung von Teilfl&auml;chen der von der Kl&auml;gerin gemieteten R&auml;ume an Z, auf denen dieser (zumindest) eine Bar betrieb, von der Spielbankabgabe abgegolten sind und damit nicht der Gewerbesteuer unterliegen, so dass bei der Kl&auml;gerin die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 GewStG nicht erf&uuml;llt w&auml;ren und ihr die K&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;2 und&nbsp;3 GewStG zu gew&auml;hren w&auml;re. Dies hat das FG zu Recht verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Da zwischen den Beteiligten nicht streitig ist, dass die Y-KG im Streitjahr insgesamt gewerbliche Eink&uuml;nfte erzielt hat, sieht der Senat insoweit von weiteren Ausf&uuml;hrungen ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Zu Recht ist das FG davon ausgegangen, dass die streitigen Pachteinnahmen der Y-KG nicht von der Spielbankabgabe abgegolten sind und somit der Gewerbesteuer unterliegen, so dass bei der Kl&auml;gerin die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 GewStG erf&uuml;llt sind und diese die K&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;2 und&nbsp;3 GewStG nicht beanspruchen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c SpielbankG i.V.m. &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 SpielbankVO ist der Spielbankunternehmer zu einer Spielbankabgabe verpflichtet, f&uuml;r die durch die Spielbankabgabe abgegoltenen Eink&uuml;nfte jedoch von bestimmten Steuern, u.a. der Gewerbesteuer, befreit (vgl. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 SpielbankG bzw. &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 SpielbankVO). Die genannten Steuern gelten als mit der Spielbankabgabe abgegolten, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden (vgl. auch BFH-Gutachten vom 21.&nbsp;Januar 1954 V&nbsp;D&nbsp;1\/53&nbsp;S, BFHE 58, 556, BStBl III 1954, 122).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dahinstehen kann, ob die streitigen Verpachtungseink&uuml;nfte der Y-KG schon deshalb nicht von der Abgeltungswirkung der Spielbankabgabe erfasst werden, weil sich deren H&ouml;he gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 SpielbankG allein nach den Bruttospielertr&auml;gen richtet und weder Einnahmen aus einem Barbetrieb noch solche aus der Verpachtung entsprechender Fl&auml;chen an einen Barbetreiber einen Einfluss auf die H&ouml;he der Spielbankabgabe haben. Denn sowohl &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 SpielbankG als auch &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 SpielbankVO sehen die Befreiung des Spielbankunternehmers von den dort aufgef&uuml;hrten Steuern nur &quot;f&uuml;r den Betrieb der Spielbank&quot; vor. Die Befreiung betrifft danach jedenfalls nur solche T&auml;tigkeiten, die durch den Betrieb der Spielbank bedingt sind (so bereits BFH-Gutachten in BFHE 58, 556, BStBl III 1954, 122), also in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Betrieb der Spielbank stehen. Dazu geh&ouml;ren weder der Betrieb einer Bar noch die Verpachtung entsprechender Fl&auml;chen an einen Barbetreiber.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei den Steuerbefreiungen in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 SpielbankG bzw. &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 SpielbankVO handelt es sich um das &Auml;quivalent zur Spielbankabgabe. Dementsprechend sind auch nur die Eink&uuml;nfte aus den T&auml;tigkeiten, die durch den Betrieb der Spielbank bedingt sind, mit der Spielbankabgabe abgegolten. Bei der Auslegung, welche T&auml;tigkeiten durch den Betrieb der Spielbank bedingt sind, ist danach der Sinn und Zweck der Spielbankabgabe zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Konzession zum Betrieb einer Spielbank wird regelm&auml;&szlig;ig die M&ouml;glichkeit zur Erzielung sehr hoher Gewinne er&ouml;ffnet. Diese Gewinne sollen zugunsten des Staatshaushalts m&ouml;glichst weitgehend, bis zur Wirtschaftlichkeitsgrenze, abgesch&ouml;pft werden. Dem Unternehmer soll lediglich ein angemessener Gewinn verbleiben. Diesem Ziel dient die Spielbankabgabe (z.B. BFH-Urteil vom 8.&nbsp;M&auml;rz 1995 II&nbsp;R&nbsp;10\/93, BFHE 177, 276, BStBl II 1995, 432; BFH-Beschluss vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2001 III&nbsp;B&nbsp;80\/00, BFH\/NV 2001, 1294). Von der Abgeltungswirkung der Spielbankabgabe sind danach nur die Einnahmen aus T&auml;tigkeiten erfasst, die in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Betrieb der Spielbank stehen, wie er durch die Konzession erm&ouml;glicht wird. Diese r&auml;umt dem Spielbankbetreiber eine Sonderstellung lediglich hinsichtlich des Spielbetriebs ein; hinsichtlich eines Gastst&auml;ttenbetriebs im weiteren Sinne kommt die Einr&auml;umung einer derartigen Sonderstellung nicht in Betracht. Nicht entscheidend ist, ob sich die T&auml;tigkeit umsatzsteuerrechtlich als Nebenleistung zum Spielbankbetrieb als Hauptleistung darstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Gemessen daran ist das FG zu Recht davon ausgegangen, dass selbst ein reiner Barbetrieb oder die Verpachtung entsprechender Fl&auml;chen an einen Barbetreiber im Sinne des Spielbankrechts nicht durch den Betrieb der Spielbank bedingt ist und deshalb die Eink&uuml;nfte aus einem solchen Betrieb oder aus der Verpachtung entsprechender Fl&auml;chen an einen Barbetreiber nicht von der Abgeltungswirkung der Spielbankabgabe erfasst sind, somit also der Gewerbesteuer unterliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Barbetrieb ist von der Konzession zum Betrieb einer Spielbank nicht umfasst. Der Betrieb einer Spielbank setzt auch nicht voraus, dass f&uuml;r die Spielbankbesucher die M&ouml;glichkeit besteht, w&auml;hrend des Aufenthalts in der Spielbank Getr&auml;nke zu sich zu nehmen. Zwar mag eine Spielbank ohne Bar f&uuml;r Spielbankbesucher weniger attraktiv und daher auch f&uuml;r den Spielbankbetreiber weniger lukrativ sein. Der Zweck des Spielbankrechts besteht aber nicht darin, die Attraktivit&auml;t einer Spielbank f&uuml;r Spielbankbetreiber und -besucher zu f&ouml;rdern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dementsprechend hat auch der BFH in seinem Gutachten in BFHE 58, 556, BStBl III 1954, 122 bereits ausgef&uuml;hrt, dass Ums&auml;tze, die mit einem Gastst&auml;ttenbetrieb in Zusammenhang stehen, nicht durch den Betrieb der Spielbank bedingt seien. Auch in dem zwischen Bund und L&auml;ndern abgeschlossenen Verwaltungsabkommen &uuml;ber die Zahlung von Ausgleichsbetr&auml;gen bei dem Betrieb von Spielbanken vom 30.&nbsp;November 1954, in dem sich die L&auml;nder, in denen eine Spielbank betrieben wird, verpflichtet haben, Ausgleichszahlungen f&uuml;r den Steuerausfall an den Bund und an die L&auml;nder zu leisten, in denen sich keine Spielbank, aber der Wohnsitz oder gew&ouml;hnliche Aufenthalt eines Spielbankunternehmers befindet, hei&szlig;t es in &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;2, dass (u.a.) Gastst&auml;tten, Hotelbetriebe und sonstige selbst&auml;ndige Nebenbetriebe nicht zum Betrieb einer Spielbank geh&ouml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Es ist auch nicht ersichtlich, dass es im Streitjahr (1990) im Land Berlin eine Verwaltungsanweisung gab, der zufolge Eink&uuml;nfte aus dem Betrieb einer Bar oder aus der Verpachtung von Fl&auml;chen zum Betrieb einer Bar in den R&auml;umen einer Spielbank als von der Spielbankabgabe abgegolten und dementsprechend als von der Gewerbesteuer befreit galten. Insofern kann dahinstehen, ob und ggf. unter welchen Voraussetzungen sich die Kl&auml;gerin auf eine entsprechende Verwaltungsanweisung &uuml;berhaupt mit Aussicht auf Erfolg berufen k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ohne Erfolg bezieht sich die Kl&auml;gerin insoweit auf ein Schreiben des Finanzministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen an die Oberfinanzdirektion M&uuml;nster vom 3.&nbsp;August 1993. Denn dieses Schreiben betrifft ersichtlich nur Spielbanken im Land Nordrhein-Westfalen. Erfolglos bleibt auch der Hinweis auf das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen an den Bundesrechnungshof vom 18.&nbsp;November 1997 IV&nbsp;B&nbsp;2&nbsp;-S&nbsp;2241-&nbsp;87\/97. Denn dort wird lediglich mitgeteilt, dass die obersten Finanzbeh&ouml;rden der L&auml;nder &uuml;bereingekommen seien, Eink&uuml;nfte aus in der Spielbank befindlichen Bars in Zukunft als von der Spielbankabgabe abgegolten anzusehen. Dass dies auch im Streitjahr im Land Berlin bereits so gehandhabt wurde, ergibt sich aus diesem Schreiben hingegen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.10.2014, IV R 2\/11 Abgeltungswirkung einer Spielbankabgabe Leits&auml;tze Die Verpachtung von Fl&auml;chen zum Betrieb einer Bar in den R&auml;umen einer Spielbank geh&ouml;rt nicht zum Betrieb der Spielbank i.S. des &sect; 2 Abs. 5 des Berliner SpielbankG 1973 bzw. &sect; 6 Abs. 1 der SpielbankVO 1938. Die hieraus erzielten Einnahmen werden daher mit &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-2-11-abgeltungswirkung-einer-spielbankabgabe\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;2\/11 &#8211; Abgeltungswirkung einer Spielbankabgabe<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-63921","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63921","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63921"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63921\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63921"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63921"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63921"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}