{"id":64024,"date":"2015-03-10T20:06:36","date_gmt":"2015-03-10T18:06:36","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64024"},"modified":"2015-03-10T20:06:36","modified_gmt":"2015-03-10T18:06:36","slug":"i-r-59-12-verfassungsmaessigkeit-der-sog-mindestbesteuerung-bei-definitiveffekten-objektives-nettoprinzip-prozessfuehrungsbefugnis-des-insolvenzverwalters-nach-aufhebung-des-insolvenzverfahrens-kein-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-59-12-verfassungsmaessigkeit-der-sog-mindestbesteuerung-bei-definitiveffekten-objektives-nettoprinzip-prozessfuehrungsbefugnis-des-insolvenzverwalters-nach-aufhebung-des-insolvenzverfahrens-kein-7\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;59\/12 &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der sog. Mindestbesteuerung bei Definitiveffekten &#8211; Objektives Nettoprinzip &#8211; Prozessf&uuml;hrungsbefugnis des Insolvenzverwalters nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens &#8211; Keine strukturelle &quot;Gesetzeskorrektur&quot; durch Billigkeitsma&szlig;nahme &#8211; Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 26.02.2014 I R 12\/14"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 26.2.2014, I R 59\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der sog. Mindestbesteuerung bei Definitiveffekten &#8211; Objektives Nettoprinzip &#8211; Prozessf&uuml;hrungsbefugnis des Insolvenzverwalters nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens &#8211; Keine strukturelle &quot;Gesetzeskorrektur&quot; durch Billigkeitsma&szlig;nahme &#8211; Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 26.02.2014 I R 12\/14<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Es wird eine Entscheidung des BVerfG eingeholt, ob &sect; 8 Abs. 1 KStG 2002 i.V.m. &sect; 10d Abs. 2 Satz 1 EStG 2002 i.d.F. des Gesetzes zur Umsetzung der Protokollerkl&auml;rung der Bundesregierung zur Vermittlungsempfehlung zum Steuerverg&uuml;nstigungsabbaugesetz vom 22. Dezember 2003 (BGBl I 2003, 2840, BStBl I 2004, 14) und ob &sect; 10a Satz 2 GewStG 2002 i.d.F. des Gesetzes zur &Auml;nderung des Gewerbesteuergesetzes und anderer Gesetze vom 23. Dezember 2003 (BGBl I 2003, 2922, BStBl I 2004, 20) gegen Art. 3 Abs. 1 GG versto&szlig;en.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war Insolvenzverwalter in dem am 28.&nbsp;Juli 2005 er&ouml;ffneten und am 19.&nbsp;November 2012 nach vollzogener Schlussverteilung aufgehobenen Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der B-GmbH. Unternehmensgegenstand der 1992 errichteten B-GmbH war die Erbringung von Dienstleistungen aller Art im Zusammenhang mit der Durchf&uuml;hrung einer st&auml;dtebaulichen Entwicklungsma&szlig;nahme einschlie&szlig;lich des An- und Verkaufs von bebauten und unbebauten Grundst&uuml;cken, der Erarbeitung von wirtschaftlichen Nutzungskonzepten f&uuml;r Entwicklungsgebiete sowie deren Umsetzung und die &Uuml;bernahme der wirtschaftlichen Betreuung von Entwicklungs- und Erschlie&szlig;ungsma&szlig;nahmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die B-GmbH schloss am 16.&nbsp;Oktober 1992 (mit einem Nachtrag vom 1.&nbsp;Januar 1998) eine Kooperationsvereinbarung mit der D-GmbH, die vom Land X mit der Durchf&uuml;hrung der vorstehend genannten st&auml;dtebaulichen Entwicklungsma&szlig;nahme betraut worden war. Die B-GmbH sollte die f&uuml;r die Aufgaben der D-GmbH erforderlichen Grundst&uuml;cke soweit wie m&ouml;glich auf eigene Rechnung erwerben. Die Planung ging dahin, dass sich die Gesamtkosten der Entwicklungsma&szlig;nahme einschlie&szlig;lich der der B-GmbH zustehenden Verg&uuml;tung aus der Differenz zwischen Ein- und Verkaufspreis der Grundst&uuml;cke sowie eventuellen Erl&ouml;sen aus der Grundst&uuml;cksbewirtschaftung decken lassen w&uuml;rden. Im &Uuml;brigen sollte die B-GmbH die Differenz zwischen Ein- und Verkaufspreis bei den Grundst&uuml;cksgesch&auml;ften unter Abzug der ihr entstandenen Kosten an die D-GmbH abf&uuml;hren. In der Folgezeit kam es zu langwierigen Auseinandersetzungen und Rechtsstreitigkeiten zwischen der B-GmbH und der D-GmbH, die im Ergebnis mit einer &quot;Vereinbarung &uuml;ber die Abgeltung von Anspr&uuml;chen&quot; endeten. Die D-GmbH hat danach &quot;unter Mithaftung des Landes X&quot; an den Kl&auml;ger denjenigen Betrag zu zahlen, der der Summe aller im Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der B-GmbH zu ber&uuml;cksichtigenden Masseverbindlichkeiten (Massekosten und sonstige Masseverbindlichkeiten) und Insolvenzforderungen entspricht. Dies folge daraus, dass die B-GmbH zu keinem Zeitpunkt andere wirtschaftliche T&auml;tigkeiten ausge&uuml;bt habe und keine anderen Verbindlichkeiten eingegangen sei als solche, die der Erf&uuml;llung der in der Kooperationsvereinbarung niedergelegten Aufgaben dienten. Im Zuge der Auseinandersetzungen hatte die B-GmbH eine von ihr (aktivierte) Ausgleichsforderung gegen&uuml;ber der D-GmbH in H&ouml;he von 44.187.069&nbsp;EUR zun&auml;chst &#8211;im Jahresabschluss zum 31.&nbsp;Dezember 2004&#8211; wertberichtigt und vollst&auml;ndig abgeschrieben. Daraus errechnete sich ein Jahresfehlbetrag von 46.618.630&nbsp;EUR. Im Jahresabschluss zum 31.&nbsp;Dezember 2006 wurde diese Abschreibung infolge Wertaufholung r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht, wodurch sich zum 31.&nbsp;Dezember 2006 ein Jahres&uuml;berschuss von 74.691.354&nbsp;EUR ergab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte die K&ouml;rperschaftsteuer 2008 auf Basis des hiernach ermittelten Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte von 78.162.546&nbsp;EUR nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;7 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG 2002) f&uuml;r den Abwicklungszeitraum vom 28.&nbsp;Juli 2005 bis zum 31.&nbsp;Juli 2008 erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; fest. Die aufgelaufenen Verluste in H&ouml;he von 72.353.821&nbsp;EUR ber&uuml;cksichtigte er dabei unter Anwendung von &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 KStG 2002 i.V.m. &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes i.d.F. des Gesetzes zur Umsetzung der Protokollerkl&auml;rung der Bundesregierung zur Vermittlungsempfehlung zum Steuerverg&uuml;nstigungsabbaugesetz vom 22.&nbsp;Dezember 2003 (BGBl I 2003, 2840, BStBl I 2004, 14) &#8211;EStG 2002 n.F.&#8211; nur in H&ouml;he von 47.297.528&nbsp;EUR. Den nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;7 Satz&nbsp;1 des Gewerbesteuergesetzes in der in den Streitjahren anzuwendenden Fassung des Gesetzes zur &Auml;nderung des Gewerbesteuergesetzes und anderer Gesetze vom 23.&nbsp;Dezember 2003 (BGBl I 2003, 2922, BStBl I 2004, 20) &#8211;GewStG 2002 n.F.&#8211; ermittelten Gewerbeertrag verteilte das FA nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 und 2 der Gewerbesteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung 2002 zeitanteilig auf den Zeitraum vom 1.&nbsp;Januar 2005 bis zum 30.&nbsp;Juli 2008. Es ber&uuml;cksichtigte also in 2006 und in 2007 jeweils 26.054.182&nbsp;EUR und in 2008 15.198.272&nbsp;EUR, erh&ouml;ht um die h&auml;lftige Hinzurechnung sog. Dauerschuldentgelte gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG 2002 a.F. (in H&ouml;he von 6.005.861&nbsp;EUR in 2006, von 5.560.866&nbsp;EUR in 2007 und von 3.243.500&nbsp;EUR in 2008) und setzte die Gewerbesteuermessbetr&auml;ge 2006 bis 2008 entsprechend fest. Die aus den Steuerbescheiden resultierenden Forderungen wurden von der D-GmbH bezahlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die (u.a.) dagegen gerichtete Klage blieb erfolglos. Sie wurde vom Finanzgericht (FG) Berlin-Brandenburg durch Urteil vom 18.&nbsp;April 2012&nbsp;&nbsp;12&nbsp;K&nbsp;12179\/09, 12&nbsp;K&nbsp;12177\/10 abgewiesen; das Urteil ist in Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst (DStRE) 2013, 413 abgedruckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger r&uuml;gt mit seiner Revision die Verletzung materiellen Rechts. Er beantragt, unter Aufhebung des FG-Urteils die Gewerbesteuermessbescheide 2006 bis 2008 und den K&ouml;rperschaftsteuerbescheid 2008 dahingehend abzu&auml;ndern, dass die Gewerbesteuermessbetr&auml;ge jeweils auf 0&nbsp;EUR und die K&ouml;rperschaftsteuer ebenfalls auf 0&nbsp;EUR festgesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) ist dem Verfahren beigetreten (&sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;); es hat sich, ohne einen Antrag zu stellen, in der Sache dem FA angeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B. Die Aussetzung des Verfahrens und die Vorlage an das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) sind gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) i.V.m. &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des Gesetzes &uuml;ber das Bundesverfassungsgericht geboten. Der Senat ist zwar der Ansicht, dass die sog. Mindestbesteuerung nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 KStG 2002 i.V.m. &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F. und nach &sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;2 GewStG 2002 n.F. in ihrer Grundkonzeption der zeitlichen Streckung von Verlustvortr&auml;gen verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist. Er ist aber davon &uuml;berzeugt, dass die Regelungen wegen Versto&szlig;es gegen den allgemeinen Gleichheitssatz (Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG) verfassungswidrig sind, soweit sie durch den Ausschluss eines Verlustausgleichs den Kernbereich einer Nettoertragsbesteuerung verletzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Zul&auml;ssigkeit der Revision<\/p>\n<p>Die Revision ist zul&auml;ssig. Der Kl&auml;ger ist zur Prozessf&uuml;hrung befugt; es handelt sich um einen sog. Aktivprozess, den der Kl&auml;ger mit Blick auf eine m&ouml;gliche Nachtragsverteilung (&sect;&nbsp;203 Abs.&nbsp;1 der Insolvenzordnung &#8211;InsO&#8211;) f&uuml;r die durch die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens aufgel&ouml;ste GmbH auch nach einer Schlussverteilung (&sect;&nbsp;196 InsO) und der sich daran anschlie&szlig;enden Aufhebung des Insolvenzverfahrens (&sect;&nbsp;200 Abs.&nbsp;1 InsO) fortf&uuml;hren kann. Der Senat verweist insoweit auf die Gr&uuml;nde seines Urteils vom 26. Februar 2014 in der (abgetrennten) Sache I&nbsp;R&nbsp;12\/14.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Anwendung der sog. Mindestbesteuerung im Streitfall<\/p>\n<p>Die Revision ist aber nach der Ma&szlig;gabe einfachen Rechts nicht begr&uuml;ndet und w&auml;re daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zum einen hat das FA bei der Ermittlung der Steuerbemessungsgrundlage der K&ouml;rperschaftsteuer 2008 (Abwicklungszeitraum 28.&nbsp;Juli 2005 bis 31.&nbsp;Juli 2008) sowie der Gewerbesteuermessbetr&auml;ge 2006 bis 2008 ohne Rechtsfehler ber&uuml;cksichtigt, dass die Einbuchung einer Forderung der B-GmbH gegen die D-GmbH erfolgswirksam und nicht als ergebnisneutrale Berichtigung eines fr&uuml;heren Bilanzierungsfehlers in der ersten noch offenen Schlussbilanz zu ber&uuml;cksichtigen ist. Im Einzelnen ergibt sich auch das aus dem Urteil des Senats vom 26. Februar 2014 &uuml;ber das Revisionsverfahren I&nbsp;R&nbsp;12\/14, auf das insoweit verwiesen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zum anderen &#8211;und vor allem&#8211; hat das FA die gesetzlichen Regelungen der sog. Mindestbesteuerung (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 KStG 2002 i.V.m. &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F., &sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;1 und 2 GewStG 2002 n.F.) ohne Rechtsfehler angewendet. Dies wird auch von den Beteiligten nicht in Zweifel gezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Mit dem Gesetz zur Umsetzung der Protokollerkl&auml;rung der Bundesregierung zur Vermittlungsempfehlung zum Steuerverg&uuml;nstigungsabbaugesetz beseitigte der Gesetzgeber zwar die bestehenden Einschr&auml;nkungen des innerperiodischen Verlustausgleichs im Rahmen von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 EStG 2002. Er versch&auml;rfte aber die Beschr&auml;nkung des &uuml;berperiodischen Verlustabzugs nach &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;2 EStG 2002 n.F.: Verluste, die weder im Veranlagungszeitraum ihrer Entstehung noch im Wege des Verlustr&uuml;cktrags ausgeglichen werden konnten, sind ab dem Veranlagungszeitraum 2004 (&sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;25 Satz&nbsp;3 EStG 2002 n.F.) im Rahmen des Verlustvortrags nur noch begrenzt verrechnungsf&auml;hig. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F. k&ouml;nnen sie nur noch bis zu einem Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte von 1&nbsp;Mio.&nbsp;EUR unbeschr&auml;nkt abgezogen werden. Dar&uuml;ber hinaus gehende negative Eink&uuml;nfte aus fr&uuml;heren Veranlagungszeitr&auml;umen sind nur noch in H&ouml;he von 60&nbsp;% des 1&nbsp;Mio.&nbsp;EUR &uuml;bersteigenden Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte ausgleichsf&auml;hig. Im Ergebnis werden 40&nbsp;% des positiven Gesamtbetrags der laufenden Eink&uuml;nfte eines Veranlagungszeitraums unabh&auml;ngig von etwaigen Verlusten in fr&uuml;heren Perioden der Besteuerung unterworfen, soweit sie die Schwelle von 1&nbsp;Mio.&nbsp;EUR &uuml;berschreiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese Neuerungen im Bereich der Einkommensteuer (sog. Mindestbesteuerung) sind auch bei der Veranlagung der B-GmbH zur K&ouml;rperschaftsteuer im Streitjahr zu beachten (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 KStG 2002; &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;7 i.V.m. Abs.&nbsp;1 und 6 KStG 2002), ebenso die eigenst&auml;ndige (aber in der Sache gleichlautende) Einschr&auml;nkung des gewerbesteuerrechtlichen Verlustvortrags bei der Ermittlung des Gewerbesteuermessbetrags der B-GmbH durch &sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;1 und 2 GewStG 2002 n.F. Dabei ist auch im mehrj&auml;hrigen k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Besteuerungszeitraum der Abwicklung einer Kapitalgesellschaft nach &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 KStG 2002 (im Streitfall: 28.&nbsp;Juli 2005 bis 31.&nbsp;Juli 2008) der sog. Sockelbetrag der Mindestbesteuerung von 1&nbsp;Mio.&nbsp;EUR nur einmal und nicht mehrfach &#8211;f&uuml;r jedes Kalenderjahr des verl&auml;ngerten Besteuerungszeitraums&#8211; anzusetzen (Senatsurteil vom 23.&nbsp;Januar 2013 I&nbsp;R&nbsp;35\/12, BFHE 240, 140, BStBl II 2013, 508).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Verfassungsrechtliche Beurteilung<\/p>\n<p>Auf der Grundlage der vorstehenden Auslegungsergebnisse m&uuml;sste der erkennende Senat, die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;2 EStG 2002 n.F. und des &sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;2 GewStG 2002 n.F. unterstellt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckweisen. Der Senat h&auml;lt in diesem Zusammenhang auch daran fest, dass die sog. Mindestbesteuerung in ihrer Grundkonzeption einer zeitlichen Streckung des Verlustvortrags ungeachtet von dadurch ausgel&ouml;sten Zins- und Liquidit&auml;tsnachteilen nicht gegen Verfassungsrecht verst&ouml;&szlig;t, da insoweit die Abzugsf&auml;higkeit von Verlusten nicht in ihrem Kernbereich betroffen oder g&auml;nzlich ausgeschlossen wird. Dieser Kernbereich wird nach Auffassung des Senats indessen durch &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F. und &sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;2 GewStG 2002 n.F. dann verletzt, wenn ein sog. Definitiveffekt eintritt, d.h. wenn es zu einer vollst&auml;ndigen Beseitigung der Abzugsm&ouml;glichkeit oder zu einem Ausschluss des Verlustausgleichs kommt. Der Senat ist deswegen davon &uuml;berzeugt, dass die Mindestbesteuerung in derartigen Situationen gegen den Gleichheitssatz des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG verst&ouml;&szlig;t.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die sog. Mindestbesteuerung in ihrer Grundkonzeption einer zeitlichen Streckung des Verlustvortrags verst&ouml;&szlig;t ungeachtet von dadurch ausgel&ouml;sten Zins- und Liquidit&auml;tsnachteilen nicht gegen Verfassungsrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die normative und systematische Grundlegung sowie die einschl&auml;gige Rechtsprechung des BVerfG und des Bundesfinanzhofs (BFH) und die Auseinandersetzung im Schrifttum stellen sich f&uuml;r den streitigen Gesamtkomplex der Mindestbesteuerung wie folgt dar:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Aus dem generellen verfassungsrechtlichen Ma&szlig;stab des Gleichheitssatzes (Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG) l&auml;sst sich f&uuml;r die direkten Steuern sowohl ein systemtragendes Prinzip ableiten &#8211;die Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit des Steuersubjekts&#8211; als auch das Gebot, dieses Prinzip bei der Ausgestaltung des einfachen Rechts folgerichtig umzusetzen (s. nur BVerfG-Beschluss vom 12.&nbsp;Oktober 2010&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;12\/07, BVerfGE 127, 224, Rz&nbsp;50&nbsp;f., m.w.N.). Zur Ermittlung der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit des Steuersubjekts bedarf es eines Ausgleichs zwischen den vom ihm erwirtschafteten besteuerbaren Einnahmen und den zur Erzielung dieser Einnahmen aufgewendeten Ausgaben. Das damit beschriebene (&quot;objektive&quot;) Nettoprinzip ist jedenfalls einfachgesetzlich in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 EStG 2002 angelegt (s. BVerfG-Beschluss vom 12.&nbsp;Mai 2009&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;1\/00, BVerfGE 123, 111, Rz&nbsp;27&nbsp;f.) und auf der Grundlage der Verweisung in &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 KStG 2002 auch im Bereich der K&ouml;rperschaftsteuer anzuwenden (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 127, 224, Rz&nbsp;57&nbsp;f.; s.a. Hey, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2009, Beihefter zu Nr.&nbsp;34, 109, 110; Heger, ebenda, S.&nbsp;117, 118; Heuermann, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2012, 435, 436). F&uuml;r die Gewerbesteuer gilt infolge der Verweisung in &sect;&nbsp;7 Satz&nbsp;1 GewStG 2002 auf die Grunds&auml;tze der ertragsteuerrechtlichen Gewinnermittlung als Grundlage f&uuml;r die Ermittlung des Gewerbeertrags (vor Hinzurechnungen bzw. K&uuml;rzungen) nichts anderes (BFH-Beschluss vom 27.&nbsp;Januar 2006 VIII&nbsp;B&nbsp;179\/05, BFH\/NV 2006, 1150, zu II.2.a&nbsp;bb; Hey, DStR 2009, Beihefter zu Nr.&nbsp;34, 109, 115; Kube, DStR 2011, 1781, 1789; Desens, FR 2011, 745, 746; R&ouml;der, Das System der Verlustverrechnung im deutschen Steuerrecht, 2010, S.&nbsp;232; s.a. FG Hamburg, [Vorlage-]Beschluss vom 29.&nbsp;Februar 2012&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;138\/10, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2012, 960, Rz&nbsp;99, 101); allerdings h&auml;lt das BFH-Urteil vom 20.&nbsp;September 2012 IV&nbsp;R&nbsp;36\/10 (BFHE 238, 429, BStBl II 2013, 498) unter Hinweis auf den &quot;Charakter der Gewerbesteuer&quot; insoweit Einschr&auml;nkungen f&uuml;r m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das Periodizit&auml;tsprinzip des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;1 und 2 EStG 2002 (bzw. des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 und 2 KStG 2002, &sect;&nbsp;14 Satz&nbsp;2 GewStG 2002) beschr&auml;nkt das Nettoprinzip des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 EStG 2002 nicht: Ein Abzug von Erwerbsaufwendungen ist auch dann zuzulassen, wenn die Erwerbsaufwendungen nicht im Veranlagungs- oder Erhebungszeitraum des Zugangs der Erwerbseinnahmen anfallen (BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 22.&nbsp;Juli 1991&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;313\/88, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 1992, 423; vom 30.&nbsp;September 1998&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1818\/91, BVerfGE 99, 88). Dies kommt einfachgesetzlich in Regelungen zum sog. perioden&uuml;bergreifenden Verlustausgleich zum Ausdruck (&sect;&nbsp;10d EStG 2002, &sect;&nbsp;10a GewStG 2002). Die M&ouml;glichkeit des perioden&uuml;bergreifenden Verlustausgleichs begr&uuml;ndet aber nicht ihrerseits eine Bedingung der (Ertrags-)Besteuerung in der Weise, dass jene erst dann gerechtfertigt ist, wenn das Steuersubjekt gemessen an der Gesamtdauer seines einkommensbezogenen T&auml;tigwerdens bzw. seiner wirtschaftlichen Existenz tats&auml;chlich einen Zuwachs wirtschaftlicher Leistungsf&auml;higkeit erzielt (s. Desens, FR 2011, 745, 746&nbsp;f.; s.a. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 17.&nbsp;Dezember 2007 GrS&nbsp;2\/04, BFHE 220, 129, BStBl II 2008, 608; Heuermann in Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;10d Rz&nbsp;A&nbsp;86; derselbe, FR 2012, 435, 440&nbsp;f.; Dr&uuml;en, Periodengewinn und Totalgewinn, 1999, S.&nbsp;103&nbsp;f.). Eine solche Bedingung w&uuml;rde einem sachangemessenen Ausgleich der widerstreitenden Prinzipien (im Sinne einer wechselseitigen Begrenzung von Periodizit&auml;ts- und Nettoprinzip, s. insbesondere BVerfG-Beschluss in HFR 1992, 423) nicht entsprechen (Desens, FR 2011, 745, 747&nbsp;f.; Heuermann, FR 2012, 435, 436&nbsp;ff.; Dr&uuml;en, a.a.O., S.&nbsp;96&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die sog. Mindestbesteuerung beschr&auml;nkt die Wirkung des perioden&uuml;bergreifenden Verlustausgleichs (nur) &quot;der H&ouml;he nach&quot;. Die Begr&uuml;ndung zum Regierungsentwurf des &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;2 EStG 2002 n.F. (BTDrucks 15\/1518, S.&nbsp;13) weist darauf hin, dass durch die sog. Mindestbesteuerung &quot;keine Verluste endg&uuml;ltig verloren&quot; gingen (zur &quot;zeitlichen Streckung des Verlustabzugs&quot; s.a. die Stellungnahme der Bundesregierung, BTDrucks 17\/4653, S.&nbsp;2). Seine eigentlichen Beweggr&uuml;nde f&uuml;r die Regelungs&auml;nderung offenbart der Gesetzgeber dann aber darin, dass &quot;der Grund f&uuml;r die Beschr&auml;nkung &#8230; in dem gewaltigen Verlustvortragspotential der Unternehmen zu sehen (sei), das diese vor sich herschieben. Um das Steueraufkommen f&uuml;r die &ouml;ffentlichen Haushalte kalkulierbar zu machen, ist es geboten, den Verlustvortrag zu strecken. Nur so ist auf Dauer eine Verstetigung der Staatseinnahmen gew&auml;hrleistet&quot;. Damit ist dem Regierungsentwurf zu &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;2 EStG 2002 n.F. (ebenso zu &sect;&nbsp;10a GewStG 2002 n.F.: BTDrucks 15\/1517, S.&nbsp;19) eine ausschlie&szlig;lich fiskalischen Interessen geschuldete Begr&uuml;ndung beigestellt worden (s.a. Dorenkamp, Systemgerechte Neuordnung der Verlustverrechnung &#8211; Haushaltsvertr&auml;glicher Ausstieg aus der Mindestbesteuerung, in Institut &quot;Finanzen und Steuern&quot;, Schrift Nr.&nbsp;461, 2010, S.&nbsp;27&nbsp;ff.). Sp&auml;ter wird allerdings erg&auml;nzend in einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage ausgef&uuml;hrt, die &quot;zeitliche Streckung des Verlustabzugs soll(e) eine Mindestgewinnbesteuerung aktiver Eink&uuml;nfte sicherstellen. Die Ma&szlig;nahme dient der Verbreiterung der Bemessungsgrundlage, trifft dabei aber insbesondere diejenigen Steuerpflichtigen, die Steuerverg&uuml;nstigungen und Steuerschlupfl&ouml;cher ausnutzen&quot; (Bundesregierung, BTDrucks 17\/4653, S.&nbsp;2 [zu Frage&nbsp;1]).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Das BVerfG hat sich bereits mehrfach &#8211;wenn auch noch nicht mit Blick auf &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;2 EStG 2002 n.F.&#8211; zu Einschr&auml;nkungen des perioden&uuml;bergreifenden Verlustausgleichs bzw. der Verlustverrechnung ge&auml;u&szlig;ert. Danach ist ein uneingeschr&auml;nkter Verlustvortrag verfassungsrechtlich nicht garantiert. Die Beschr&auml;nkung des Verlustvortrags auf bestimmte Einkunftsarten und damit der Ausschluss anderer Einkunftsarten von jeglichem Verlustvortrag ist ebenso wenig verfassungsrechtlich zu beanstanden (BVerfG-Beschluss vom 8.&nbsp;M&auml;rz 1978&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;117\/78, HFR 1978, 293) wie die Beschr&auml;nkung des Verlustvortrags auf bestimmte, durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich ermittelte Betriebsverluste (BVerfG-Beschluss in HFR 1978, 293; vgl. auch BVerfG-Beschluss vom 30.&nbsp;Oktober 1980&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;785\/80, HFR 1981, 181). Nach der Rechtsprechung des BVerfG bestehen ferner unter Ber&uuml;cksichtigung des verfassungsrechtlichen Grundsatzes der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit keine Bedenken gegen eine Beschr&auml;nkung des Verlustabzugs auf einen einj&auml;hrigen Verlustr&uuml;cktrag und einen f&uuml;nfj&auml;hrigen Verlustvortrag (BVerfG-Beschluss in HFR 1992, 423). Allerdings hat das Gericht im Beschluss in BVerfGE 99, 88 den v&ouml;lligen Ausschluss der Verlustverrechnung bei laufenden Eink&uuml;nften aus der Vermietung beweglicher Gegenst&auml;nde (&sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 EStG 1983) f&uuml;r verfassungswidrig erkl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Nach der Rechtsprechung des BFH (vgl. dazu insbesondere die Nachweise im Senatsurteil vom 22.&nbsp;August 2012 I&nbsp;R&nbsp;9\/11, BFHE 238, 419, BStBl II 2013, 512) bestehen im Hinblick auf Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG grunds&auml;tzlich insoweit keine Zweifel an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit einer Verlustausgleichsbeschr&auml;nkung, als der Verlustausgleich nicht versagt, sondern lediglich zeitlich gestreckt wird. Eine Verlagerung des Verlustausgleichs auf sp&auml;tere Veranlagungszeitr&auml;ume ist im Hinblick darauf nicht zu beanstanden, dass das Grundrecht des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG seine Wirkung grunds&auml;tzlich veranlagungszeitraum&uuml;bergreifend entfaltet. Es gen&uuml;gt, wenn die Verluste &uuml;berhaupt, sei es auch in einem anderen Veranlagungszeitraum, steuerlich ber&uuml;cksichtigt werden. Insbesondere erstarkt die bei ihrer Entstehung gegebene blo&szlig;e M&ouml;glichkeit, die Verluste sp&auml;ter ausgleichen zu k&ouml;nnen, nicht zu einer grundrechtlich gesch&uuml;tzten Verm&ouml;gensposition (Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 GG; s. BVerfG-Beschluss in HFR 1992, 423; dies relativierend Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 220, 129, BStBl II 2008, 608, zu D.II.2.). Dementsprechend hat der BFH in seinem Beschluss vom 29.&nbsp;April 2005 XI&nbsp;B&nbsp;127\/04 (BFHE 209, 379, BStBl II 2005, 609) eine Beschr&auml;nkung des Verlustvortrags grunds&auml;tzlich gebilligt, wenn der Vortrag zeitlich &uuml;ber mehrere Veranlagungszeitr&auml;ume gestreckt wird. Zur Begr&uuml;ndung hat er ausgef&uuml;hrt, dass damit nicht zugleich &uuml;ber die Konstellation entschieden sei, dass &quot;negative Eink&uuml;nfte aus tats&auml;chlichen oder rechtlichen Gr&uuml;nden&quot; in einem solchen System &quot;nicht mehr vorgetragen werden k&ouml;nnen&quot;. Dar&uuml;ber hinaus hat der XI.&nbsp;Senat des BFH in seinem Vorlagebeschluss an das BVerfG vom 6.&nbsp;September 2006 XI&nbsp;R&nbsp;26\/04 (BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167) hervorgehoben, dass die sog. Mindeststeuer durchaus den Schutzbereich des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG ber&uuml;hre; auch wenn in mehreren summarischen Verfahren nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 und 3 FGO wegen der die Veranlagungszeitr&auml;ume &uuml;bergreifenden Wirkung des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG die Norm als verfassungsgem&auml;&szlig; angesehen worden sei, sei nicht zu verkennen, dass die Begrenzung des vertikalen Verlustausgleichs (im dortigen Streitfall durch &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 EStG 2002) trotz der Streckung der Verlustverrechnung nicht nur bei einer kleinen Zahl von Steuerpflichtigen mit gleicher wirtschaftlicher Leistungsf&auml;higkeit zu nennenswerten Belastungsunterschieden f&uuml;hren k&ouml;nne. Auch bestehe naturgem&auml;&szlig; keine Gewissheit, die Verluste in Zukunft verrechnen zu k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der IV.&nbsp;Senat des BFH hat sich in seinem Urteil in BFHE 238, 429, BStBl II 2013, 498 mit Blick auf die Einschr&auml;nkung der gewerbesteuerrechtlichen Verlustverrechnung dem Senatsurteil in BFHE 238, 419, BStBl II 2013, 512 ausdr&uuml;cklich angeschlossen: Die Beschr&auml;nkung der Verrechnung von vortragsf&auml;higen Gewerbeverlusten durch Einf&uuml;hrung einer j&auml;hrlichen H&ouml;chstgrenze mit Wirkung ab 2004 sei mit dem Grundgesetz (Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG) vereinbar; insbesondere sei mit dieser Regelung den Anforderungen, die an die Typisierungsbefugnis des Gesetzgebers zu stellen sind, entsprochen worden. Das gelte auch, soweit es im Einzelfall wegen der Begrenzung zu einem endg&uuml;ltig nicht mehr verrechenbaren Verlust komme (s. insoweit auch BFH-Urteile vom 20.&nbsp;September 2012 IV&nbsp;R&nbsp;29\/10, BFHE 238, 518, BStBl II 2013, 505; vom 20.&nbsp;September 2012 IV&nbsp;R&nbsp;43\/10, BFH\/NV 2013, 408; vom 20.&nbsp;September 2012 IV&nbsp;R&nbsp;60\/11, BFH\/NV 2013, 410). Dabei hat der IV.&nbsp;Senat auch auf die Besonderheit des Gewerbesteuerrechts abgestellt, dass ein Verlustr&uuml;cktrag ausgeschlossen ist (&sect;&nbsp;10a GewStG 2002 erw&auml;hnt nur einen Verlustvortrag): Komme es zur Definitivbelastung, weil einem beschr&auml;nkten Verlustabzug keine weiteren positiven Gewerbeertr&auml;ge folgen, lasse sich im Jahr der Mindestbesteuerung nicht erkennen, ob und aus welchen Gr&uuml;nden kein weiteres Potenzial f&uuml;r die Verrechnung des gestreckten Verlusts entstehen werde. W&uuml;rde sich r&uuml;ckwirkend die beschr&auml;nkte Verlustverrechnung als Ursache f&uuml;r die Definitivbelastung erweisen, k&ouml;nnte die Belastung nur durch eine Korrektur der seinerzeitigen Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrags beseitigt werden. Dies k&auml;me aber einem Verlustr&uuml;cktrag nahe, der in dem System der Gewerbesteuer bewusst nicht vorgesehen sei. Im &Uuml;brigen k&ouml;nnten im Einzelfall bei unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igen und unzumutbaren Benachteiligungen Billigkeitsma&szlig;nahmen eingreifen; eine ungerechtfertigte H&auml;rte liege allerdings nicht vor, wenn der Unternehmer durch eigenes Verhalten (dort: das Hinwirken auf einen Forderungsverzicht des Gl&auml;ubigers) einen Gewerbeertrag ausgel&ouml;st habe, der nicht vollst&auml;ndig mit vortragsf&auml;higen Gewerbeverlusten verrechnet werden k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ff) In der Literatur wird die sog. Mindestbesteuerung teilweise f&uuml;r verfassungskonform gehalten (z.B. Heuermann in Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, a.a.O., &sect;&nbsp;10d Rz&nbsp;A&nbsp;85, 88; derselbe, FR 2012, 435, 439&nbsp;ff.; Lambrecht in Kirchhof, EStG, 13.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;10d Rz&nbsp;4; Seiler in Hey [Hrsg.], Eink&uuml;nfteermittlung, Ver&ouml;ffentlichungen der Deutschen Steuerjuristischen Gesellschaft &#8211;DStJG&#8211; Band&nbsp;34 [2011], S.&nbsp;61, 82; Gassen in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, &sect;&nbsp;10d Rz&nbsp;6; M&uuml;ller-Gatermann, Die Wirtschaftspr&uuml;fung 2004, 467, 468): Die im Einzelfall eintretende Einschr&auml;nkung des objektiven Nettoprinzips habe der Gesetzgeber ohne Versto&szlig; gegen das allgemeine Willk&uuml;rverbot in vertretbarer Weise ausgestaltet, da sich Beschr&auml;nkungen des Verlustvortrags in betragsm&auml;&szlig;iger oder zeitlicher Hinsicht jedenfalls im Grundsatz als verfassungskonform erwiesen h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem wird von anderer Seite entgegengehalten, die durch die &quot;Deckelung&quot; des Abzugsbetrags bewirkte zeitliche Streckung des Verlustvortrags sei schon &quot;als solche&quot; verfassungswidrig (z.B. Lang\/Englisch, Steuer und Wirtschaft &#8211;StuW&#8211; 2005, 3, 21&nbsp;ff.; R&ouml;der, a.a.O., S.&nbsp;263&nbsp;ff., 355&nbsp;ff., und derselbe, StuW 2012, 18, 22&nbsp;ff.; M&ouml;nikes, Die Verlustverrechnungsbeschr&auml;nkungen des Einkommensteuergesetzes im Lichte der Verfassung, 2006, S.&nbsp;223&nbsp;ff.; Hey, StuW 2011, 131, 140&nbsp;f.; dieselbe in Tipke\/ Lang, Steuerrecht, 21.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;68; Dorenkamp, a.a.O., S.&nbsp;12; derselbe, FR 2011, 733, 736&nbsp;ff.; Raupach in Lehner [Hrsg.], Verluste im nationalen und internationalen Steuerrecht, 2004, S.&nbsp;53, 60&nbsp;f.; Eckhoff in von&nbsp;Groll [Hrsg.], Verluste im Steuerrecht, DStJG Band&nbsp;28 [2005], S.&nbsp;11, 34; J&uuml;.&nbsp;L&uuml;dicke, Deutsche Steuer-Zeitung 2010, 434, 436; Kaminski in Korn, &sect;&nbsp;10d EStG Rz&nbsp;30.9; Wissenschaftlicher Beirat Steuern der Ernst &#038; Young GmbH, Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 2012, 1704, 1707; Esterer\/Bartelt, Unternehmensbesteuerung &#8211;Ubg&#8211; 2012, 383, 392; Bareis, DB 2013, 144; Gens, Unternehmensverluste\/Verlustabzug und Mindestbesteuerung, 2014, S.&nbsp;158&nbsp;ff.; s.a. die Stellungnahme des Bundesrats im Gesetzgebungsverfahren, BTDrucks 15\/1665, S.&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wiederum andere Literaturstimmen nehmen einen Verfassungsversto&szlig; der sog. Mindestbesteuerung nur in den F&auml;llen an, in denen ein Verlust nicht nur zeitlich gestreckt, sondern von einer Wirkung auf die Ermittlung des Einkommens endg&uuml;ltig ausgeschlossen wird (&quot;Definitiveffekte&quot;, z.B. Hallerbach in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;10d EStG Rz&nbsp;13; Schmidt\/Heinicke, EStG, 33.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;10d Rz&nbsp;10; Wendt, DStJG Band&nbsp;28, S.&nbsp;41, 74&nbsp;ff.; Fischer, FR 2007, 281, 283&nbsp;ff.; Desens, FR 2011, 745, 748&nbsp;ff.; Klomp, GmbH-Rundschau &#8211;GmbHR&#8211; 2012, 675, 676&nbsp;f.; Schaumburg\/Schaumburg, StuW 2013, 61, 65&nbsp;f.; wohl auch Kempf\/ Vogel in L&uuml;dicke\/Kempf\/Brink [Hrsg.], Verluste im Steuerrecht, 2010, S.&nbsp;81; Bl&uuml;mich\/Schlenker, &sect;&nbsp;10d EStG Rz&nbsp;6, 24; Dr&uuml;en, ebenda, &sect;&nbsp;10a GewStG Rz&nbsp;21, 112; derselbe, FR 2013, 393, 402; Kube, DStR 2011, 1781, 1789&nbsp;ff.; Buciek, FR 2011, 79; Schmieszek in Bordewin\/Brandt, &sect;&nbsp;10d EStG Rz&nbsp;147; s.a. BMF-Schreiben vom 19.&nbsp;Oktober 2011, BStBl I 2011, 974, Tz.&nbsp;1), wobei insoweit auch eine verfassungskonforme Reduktion des Wortlauts des &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F. f&uuml;r m&ouml;glich gehalten wird (z.B. Wendt, DStJG Band 28, S.&nbsp;41, 78). Solche Definitiveffekte k&ouml;nnen sowohl auf tats&auml;chlichen als auch auf rechtlichen Gr&uuml;nden beruhen (s. nur das BMF-Schreiben in BStBl I 2011, 974, Tz.&nbsp;1); im Unternehmensbereich k&ouml;nnen sie insbesondere bei der Liquidation k&ouml;rperschaftsteuerpflichtiger Unternehmen auftreten, aber ebenso bei Umstrukturierungen und rechtlichen Hindernissen f&uuml;r eine (weitere) Verlustnutzung (z.B. &sect;&nbsp;8c KStG 2002 i.d.F. des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 vom 14.&nbsp;August 2007, BGBl I 2007, 1912, BStBl I 2007, 630 &#8211;KStG 2002 n.F.&#8211;), dar&uuml;ber hinaus aber auch dann, wenn es um zeitlich begrenzt bestehende Projektgesellschaften geht, ebenfalls aber auch etwa um bestimmte Unternehmensgegenst&auml;nde (z.B. bei langfristiger Fertigung) und in Sanierungsf&auml;llen (s. Lang\/Englisch, StuW 2005, 3, 21&nbsp;ff.; s.a. Dorenkamp, a.a.O., S.&nbsp;33&nbsp;f.; Orth, FR 2005, 515, 530; K&uuml;spert, Betriebs-Berater &#8211;BB&#8211; 2013, 1949, 1951&nbsp;f.; BMF-Bericht der Facharbeitsgruppe &quot;Verlustverrechnung und Gruppenbesteuerung&quot; vom 15.&nbsp;September 2011, S.&nbsp;52 mit Fu&szlig;n.&nbsp;57; BMF-Schreiben in BStBl I 2011, 974, Tz.&nbsp;1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dem Ma&szlig;stab, dass die Abzugsf&auml;higkeit von Verlusten nicht in ihrem Kernbereich betroffen und g&auml;nzlich ausgeschlossen sein darf (s. zu dieser Grenzbestimmung bereits Senatsurteile vom 11.&nbsp;Februar 1998 I&nbsp;R&nbsp;81\/97, BFHE 185, 393, BStBl II 1998, 485; vom 5.&nbsp;Juni 2002 I&nbsp;R&nbsp;115\/00, BFH\/NV 2002, 1549; Senatsbeschluss vom 26.&nbsp;August 2010 I&nbsp;B&nbsp;49\/10, BFHE 230, 445, BStBl II 2011, 826), werden &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F. und &sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;2 GewStG 2002 n.F. nach Ansicht des Senats unter Ber&uuml;cksichtigung der beschriebenen Ausgangslage und vor dem Hintergrund der dargestellten Rechtsprechung und des einschl&auml;gigen Meinungsbildes im Schrifttum jedenfalls dann gerecht, wenn nicht ein sog. Definitiveffekt eintritt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Grundkonzeption der zeitlichen Streckung des Verlustvortrags entspricht auch angesichts des Zins- bzw. Liquidit&auml;tsnachteils den verfassungsrechtlichen Anforderungen. Insoweit entnimmt der Senat der neueren Rechtsprechung des BVerfG eine Unterscheidung zwischen tempor&auml;ren und endg&uuml;ltigen Steuereffekten (s. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 123, 111; s.a. BFH-Urteil vom 25.&nbsp;Februar 2010 IV&nbsp;R&nbsp;37\/07, BFHE 229, 122, BStBl II 2010, 784; zustimmend Dorenkamp, a.a.O., S.&nbsp;61&nbsp;f.; Desens, FR 2011, 745, 747; Heuermann, FR 2012, 435, 439; Lang, GmbHR 2012, 57, 61; ablehnend z.B. R&ouml;der, StuW 2012, 18, 24&nbsp;f.; Schaumburg\/Schaumburg, StuW 2013, 61, 62&nbsp;f., m.w.N.). Wenn sich danach der ma&szlig;gebliche Zeitpunkt der einkommensteuerrechtlichen Ber&uuml;cksichtigung eines gewinnmindernden Aufwands, also das Wann, nicht das Ob der Besteuerung, nicht mit Hilfe des Ma&szlig;stabs wirtschaftlicher Leistungsf&auml;higkeit oder des objektiven Nettoprinzips bestimmen l&auml;sst, ist eine &quot;Verluststreckung&quot; verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. Der Ma&szlig;gabe, die wirtschaftliche Leistungsf&auml;higkeit des Steuerpflichtigen abzubilden, entspricht daher einerseits nur eine Konzeption, die die M&ouml;glichkeit eines vom j&auml;hrlichen Abschnittsteuerprinzip suspendierenden Verlustausgleichs vorsieht, schlie&szlig;t aber andererseits eine Begrenzung dieser M&ouml;glichkeit (im Sinne der Ermittlung einer &quot;durchschnittlichen mehrj&auml;hrigen Leistungsf&auml;higkeit&quot; &#8211; s. Bundesregierung, BTDrucks 17\/4653, S.&nbsp;7 [zu Frage&nbsp;6]) nicht aus. Dabei liegt es auch innerhalb der gesetzgeberischen Typisierungsbefugnis (zu dieser z.B. BVerfG-Beschluss vom 17.&nbsp;November 2009&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;2192\/05, BVerfGE 125, 1, BGBl I 2010, 326), dass die zeitliche Streckung des Verlustvortrags das Risiko f&uuml;r den einkommenswirksamen Abzug des Verlusts erh&ouml;ht, da &quot;naturgem&auml;&szlig; keine Gewissheit besteht, die Verluste in Zukunft verrechnen zu k&ouml;nnen&quot; (Senatsurteil vom 1.&nbsp;Juli 2009 I&nbsp;R&nbsp;76\/08, BFHE 225, 566, BStBl II 2010, 1061; BFH-Beschluss in BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167). Diesem Ergebnis steht auch die Existenz verschiedener gesetzlicher Regelungen nicht entgegen, die als Rechtsfolge eine &quot;Vernichtung&quot; von Verlustvortr&auml;gen in bestimmten Fallsituationen vorsehen (z.B. im Zuge einer Anteils&uuml;bertragung: &sect;&nbsp;8c KStG 2002 n.F.). Dies gilt sinnentsprechend z.B. auch f&uuml;r die Situation der Beendigung der pers&ouml;nlichen Steuerpflicht angesichts der fehlenden M&ouml;glichkeit der &quot;Verlustvererbung&quot; (BFH-Beschluss in BFHE 220, 129, BStBl II 2008, 608).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Gesetzgeber hat durch das Grundkonzept der Mindestbesteuerung die Grenzen seiner Gestaltungsfreiheit nicht willk&uuml;rlich &uuml;berschritten; er kann sich f&uuml;r diese Ausgestaltung des Verlustabzugs vielmehr auf den im Gesetzgebungsverfahren erteilten Hinweis auf eine Verstetigung des Steueraufkommens (s.a. BMF-Bericht der Facharbeitsgruppe &quot;Verlustverrechnung und Gruppenbesteuerung&quot;, vom 15.&nbsp;September 2011, S.&nbsp;18) infolge der D&auml;mpfung der Steuerauswirkungen konjunktureller Schwankungen berufen (s. oben zu III.1.a&nbsp;cc; zur Steueraufkommenswirkung s. BTDrucks 17\/4653, S.&nbsp;17, bzw. BMF-Bericht der Facharbeitsgruppe &quot;Verlustverrechnung und Gruppenbesteuerung&quot;, vom 15.&nbsp;September 2011, S.&nbsp;43&nbsp;f.). Denn damit hat der Gesetzgeber nicht nur auf den (nicht in ausreichender Weise rechtfertigenden) Einnahmezweck (Erzielung von Steuermehreinnahmen), sondern auf einen in der Konzeption der Regelung angelegten &quot;qualifizierten Fiskalzweck&quot; (Desens, FR 2011, 745, 749; s.a. Kube, DStR 2011, 1781, 1789 und 1790) verwiesen (s.a. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2006, 1150; Heuermann in Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, a.a.O., &sect;&nbsp;10d Rz&nbsp;A&nbsp;85; ablehnend z.B. Hey, StuW 2011, 131, 141 f.; R&ouml;der, StuW 2012, 18, 25&nbsp;f.; Wissenschaftlicher Beirat Steuern der Ernst &#038; Young GmbH, DB 2012, 1704, 1707). Daher kann insoweit &#8211;mit Blick auf &sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;2 GewStG 2002 n.F.&#8211; offenbleiben, ob die dortige Beschr&auml;nkung (auch) dadurch gerechtfertigt werden kann, dass auf diese Weise die kommunale Finanzhoheit (Art.&nbsp;28 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 GG) sichergestellt werden konnte (so FG Hamburg, Urteil vom 2.&nbsp;November 2011&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;208\/10, EFG 2012, 434 &#8211;als Vorinstanz zum BFH-Urteil in BFHE 238, 429, BStBl II 2013, 498&#8211;; s.a. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2006, 1150) bzw. dass die besondere Ausgestaltung der gewerbesteuerrechtlichen Verlustber&uuml;cksichtigung (kein Verlustr&uuml;cktrag) zu ber&uuml;cksichtigen war (BFH-Urteil in BFHE 238, 429, BStBl II 2013, 498).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Senat ist aber davon &uuml;berzeugt, dass &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F. und &sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;2 GewStG 2002 n.F. den benannten Kernbereich einer Ausgleichsf&auml;higkeit von Verlusten dann verletzen, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; auf der Grundlage eines inneren Sachzusammenhangs bzw. einer Ursachenidentit&auml;t zwischen Verlust und Gewinn der sog. Mindestbesteuerung im Einzelfall (&quot;konkret&quot;) die Wirkung zukommt, den Verlustabzug g&auml;nzlich auszuschlie&szlig;en (s. dazu bereits Senatsbeschluss in BFHE 230, 445, BStBl II 2011, 826) und eine leistungsf&auml;higkeitswidrige Substanzbesteuerung auszul&ouml;sen. Diese Grundrechtsverletzung kann nicht durch einzelfallbezogene sachliche Billigkeitsma&szlig;nahmen im Verwaltungswege kompensiert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Streitfall ist dadurch gekennzeichnet, dass der (im Grundsatz) ausgleichsf&auml;hige Verlust aus der stichtagsbezogenen (31.&nbsp;Dezember 2004) Teilwertabschreibung einer Forderung herr&uuml;hrt, und der Ertrag aus der zeitlich nachfolgenden ebenfalls stichtagsbezogenen (31.&nbsp;Dezember 2006) Teilwertzuschreibung eben dieser Forderung folgt. Insoweit beruhen Aufwand und Ertrag auf demselben Rechtsgrund (der Kooperationsvereinbarung) und sie entsprechen sich der H&ouml;he nach: Der Ertrag erscheint dabei nur als zeitverschobener actus contrarius zum Aufwand. Teilwertabschreibung und Werterholung eines Bilanzpostens l&ouml;sen daher wegen der unterschiedlichen Ermittlungsperioden im Zusammenhang mit der Mindestbesteuerung eine Steuerschuld aus (&quot;Besteuerung von per Saldo nicht erzielten Gewinnen&quot; &#8211; so Oberfinanzdirektion Frankfurt a.M. vom 20.&nbsp;Juni 2013, DB 2013, 1696). Die in der Besteuerungspraxis der Aufl&ouml;sung von Kapitalgesellschaften (Liquidation, Insolvenzverfahren) h&auml;ufig auftretenden bilanzsteuerrechtlichen &quot;Umkehreffekte&quot; (z.B. auch die Aufl&ouml;sung von zun&auml;chst gewinnmindernd ber&uuml;cksichtigten R&uuml;ckstellungen) haben allerdings weder einen entsprechenden Liquidit&auml;tszufluss noch einen Zuwachs an besteuerungsw&uuml;rdiger Leistungsf&auml;higkeit zur Folge (s.a. Farle\/Schmitt, DB 2013, 1746, 1747&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Typisierungs- oder Vereinfachungserfordernisse k&ouml;nnen nicht rechtfertigen, dass der Gesetzgeber auf der Rechtsfolgenseite der Normen eine Differenzierung nach Verlustursachen bzw. nach Zusammenh&auml;ngen mit der Gewinnentstehung vollst&auml;ndig unterlassen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Auch wenn in der Begr&uuml;ndung des Gesetzentwurfs davon die Rede ist, Zielpunkt der Normen sei nur eine Verluststreckung, nicht aber ein Verlustausschluss (s. zu &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F.: BTDrucks 15\/1518, S.&nbsp;13), lassen die Gesetzesmaterialien erkennen, dass die an der Gesetzgebung beteiligten Organe die M&ouml;glichkeit einer zweckwidrigen Definitivbesteuerung infolge der Mindeststeuer erkannt haben (s. dazu die Nachweise zur Sachverst&auml;ndigen-Anh&ouml;rung im ma&szlig;gebenden Gesetzgebungsverfahren im BFH-Urteil in BFHE 238, 429, BStBl II 2013, 498). Der Gesetzgeber hat sich allerdings angesichts der im Gesetzgebungsverfahren ge&auml;u&szlig;erten (sachverst&auml;ndigen) Bedenken damit begn&uuml;gt, angesichts der in bestimmten Situationen drohenden Substanzbesteuerung den sog. Sockelbetrag von 100.000&nbsp;EUR auf 1&nbsp;Mio.&nbsp;EUR zu verzehnfachen und den Prozentsatz f&uuml;r den Restbetrag von 50&nbsp;% auf 60&nbsp;% anzuheben. Damit wurde erreicht, dass &quot;eine gro&szlig;e Zahl kritischer F&auml;lle nun von einer Definitivbesteuerung verschont&quot; bleiben w&uuml;rde (BFH-Urteil in BFHE 238, 429, BStBl II 2013, 498); zugleich wurde dem Umstand Rechnung getragen, &quot;dass durch eine gesetzliche Regelung eine Definitivbelastung in allen verbleibenden denkbaren Einzelf&auml;llen (nicht) h&auml;tte ausgeschlossen werden k&ouml;nnen, ohne das System der Mindestbesteuerung insgesamt aufzugeben und ohne zugleich weitere Verletzungen des Gleichheitssatzes zu bewirken&quot; (so BFH-Urteil in BFHE 238, 429, BStBl II 2013, 498). Auch wenn der Gesetzgeber nicht gehalten ist, allen Besonderheiten im sachlichen Anwendungsbereich von Normen Rechnung zu tragen: Es wird deutlich, dass der Gesetzgeber allenfalls die Anzahl der Streitf&auml;lle reduziert hat, ohne aber auch nur im Ansatz zu versuchen, einen Ausgleich zwischen den widerstreitenden Gesichtspunkten der verfassungsrechtlich durchaus zul&auml;ssigen &uuml;berperiodischen Verluststreckung und dem Kernbereich der Verlustverrechnung als Grundprinzip einer Ertragsbesteuerung herzustellen (gl.A. Hallerbach in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;10d EStG Rz&nbsp;13). Der sog. Sockelbetrag ist auch, wie in der Literatur hervorgehoben wird, in unternehmensteuerrechtlichen Zusammenh&auml;ngen bei gro&szlig;en Gesellschaften und Konzernen &quot;regelm&auml;&szlig;ig v&ouml;llig bedeutungslos&quot; (Esterer\/Bartelt, Ubg 2012, 383, 390; s.a. Roser, Der GmbH-Steuerberater &#8211;GmbH-StB&#8211; 2013, 53, 57). Im &Uuml;brigen h&auml;tte der Gesetzgeber in Rechnung stellen m&uuml;ssen, dass &quot;Definitiveffekte&quot; im Zusammenhang insbesondere mit stetig anwachsenden gesetzlichen Einschr&auml;nkungen der interperiodischen Verlustkompensation stehen (z.B. Desens, FR 2011, 745, 750; Dr&uuml;en, FR 2013, 393, 402; Schaumburg\/Schaumburg, StuW 2013, 61, 66).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die auch Definitiveffekte einschr&auml;nkungslos erfassenden Regelungen sind nicht im Sinne eines Missbrauchsverhinderungszwecks oder einer Begrenzung von &uuml;berm&auml;&szlig;iger Subventionsinanspruchnahme gerechtfertigt (ausf&uuml;hrlich Gens, a.a.O., S.&nbsp;156&nbsp;ff.). Zwar wird von der Bundesregierung angef&uuml;hrt, getroffen w&uuml;rden &quot;insbesondere diejenigen Steuerpflichtigen, die Steuerverg&uuml;nstigungen und Steuerschlupfl&ouml;cher ausnutzen&quot; (Bundesregierung, BTDrucks 17\/4653, S.&nbsp;2 [zu Frage&nbsp;1]). Diese Einsch&auml;tzung ist aber nicht substantiiert und erscheint angesichts der in der Fachliteratur diskutierten und dem Senat bisher bekannt gewordenen Streitf&auml;lle als unbegr&uuml;ndet (im Ergebnis ebenso Hallerbach in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;10d EStG Rz&nbsp;13; Esterer\/Bartelt, Ubg 2012, 383, 392). Auch der hier zu entscheidende Streitfall bietet keinen Anlass f&uuml;r eine entsprechende W&uuml;rdigung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der erkennende Senat folgt dem IV.&nbsp;Senat des BFH (in seinem Urteil in BFHE 238, 429, BStBl II 2013, 498) f&uuml;r K&ouml;rperschaften als Gewerbebetriebe kraft Rechtsform (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 GewStG 2002) nicht darin, dass die Besonderheiten der Gewerbesteuer eine weitere und zugleich ausreichende Rechtfertigung f&uuml;r die Mindestbesteuerung in &sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;2 GewStG 2002 n.F. rechtfertigen k&ouml;nnen. W&auml;hrend f&uuml;r Einzelunternehmen und Personengesellschaften eine Unternehmensidentit&auml;t und eine Unternehmeridentit&auml;t f&uuml;r den Verlustabzug nach &sect;&nbsp;10a GewStG 2002 n.F. vorausgesetzt wird und es auf den Zeitraum der &quot;werbenden T&auml;tigkeit&quot; des Gewerbebetriebs ankommt, ist f&uuml;r K&ouml;rperschaften einheitlich sowohl f&uuml;r die K&ouml;rperschaftsteuer als auch f&uuml;r die Gewerbesteuer auf die Ma&szlig;gaben der wirtschaftlichen Identit&auml;t in &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 KStG 2002 (&sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;4 GewStG 2002) bzw. &sect;&nbsp;8c KStG 2002 n.F. (&sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;10 GewStG 2002 n.F.) w&auml;hrend ihrer rechtlichen Existenz verwiesen. Eine besondere objektsteuerbezogene Komponente folgt daraus f&uuml;r den Gewerbeverlust der K&ouml;rperschaft nicht; insoweit besteht kein abweichender Ma&szlig;stab zur allgemeinen Ertragsteuer (so im Ergebnis auch Kube, DStR 2011, 1781, 1789; Kessler\/Hinz, BB 2012, 555, 556; Klomp, GmbHR 2012, 675, 679; Esterer\/Bartelt, Ubg 2012, 383, 386). Dar&uuml;ber hinaus l&auml;sst sich der Ausschluss des gewerbesteuerrechtlichen Verlustr&uuml;cktrags in einem System, das den gewerbesteuerrechtlichen Verlustvortrag ohne zeitliche Einschr&auml;nkung anerkennt (s. dazu die Darlegungen des IV.&nbsp;Senats des BFH in seinem Urteil in BFHE 238, 429, BStBl II 2013, 498), weniger mit einem objektsteuerartigen Bezug als vielmehr im Wesentlichen mit dem Interesse der Gemeinden an einer funktionierenden Haushaltspolitik begr&uuml;nden (s.a. Bundesregierung, BTDrucks 17\/4653, S.&nbsp;10 [zu Frage&nbsp;17]). Im &Uuml;brigen k&ouml;nnte zwar in Situationen, in denen die beschr&auml;nkte Verlustverrechnung (in Vorjahren) als Ursache f&uuml;r die Definitivbelastung zu identifizieren ist, die Belastung nur durch eine Korrektur der seinerzeitigen Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrags beseitigt werden, was &quot;einem Verlustr&uuml;cktrag nahe (k&auml;me), der in dem System der Gewerbesteuer bewusst nicht vorgesehen ist&quot; (BFH-Urteil in BFHE 238, 429, BStBl II 2013, 498). Dabei mag bezweifelt werden, ob die f&uuml;r eine solche Konstellation diskutierte M&ouml;glichkeit einer verfahrensrechtlichen &Auml;nderung kraft r&uuml;ckwirkenden Ereignisses (&sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;, dazu insbesondere Klomp, GmbHR 2012, 675, 681; FG K&ouml;ln, Urteil vom 11.&nbsp;April 2013&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;889\/12, EFG 2013, 1374; Graw, EFG 2013, 1377, 1378) unter Hinweis auf gewerbesteuerrechtliche Besonderheiten ausgeschlossen sein kann. Jedenfalls f&uuml;r die streitgegenst&auml;ndliche Situation der Anwendung der Mindestbesteuerung in einem Gewinnjahr kommt es darauf aber nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die verfassungsrechtliche Bewertung wird nicht dadurch beeinflusst, dass auf der Grundlage der &sect;&sect;&nbsp;163, 227 AO bei sog. Definitiveffekten die verfahrensrechtliche M&ouml;glichkeit besteht, im Einzelfall im Wege der Billigkeit eine Steuerfestsetzung in einer H&ouml;he zu erreichen, die einer Nichtanwendung der Mindestbesteuerung entspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Festsetzung einer Steuer ist aus sachlichen Gr&uuml;nden unbillig, wenn sie zwar dem Wortlaut des Gesetzes entspricht, aber den Wertungen des Gesetzes zuwiderl&auml;uft (z.B. Senatsurteil vom 21.&nbsp;Oktober 2009 I&nbsp;R&nbsp;112\/08, BFH\/NV 2010, 606; BFH-Urteil vom 23.&nbsp;Juli 2013 VIII&nbsp;R&nbsp;17\/10, BFHE 242, 134, BStBl II 2013, 820). Das setzt voraus, dass der Gesetzgeber die Grundlagen f&uuml;r die Steuerfestsetzung anders als tats&auml;chlich geschehen geregelt h&auml;tte, wenn er die zu beurteilende Frage als regelungsbed&uuml;rftig erkannt h&auml;tte. Eine f&uuml;r den Steuerpflichtigen ung&uuml;nstige Rechtsfolge, die der Gesetzgeber bewusst angeordnet oder in Kauf genommen hat, rechtfertigt dagegen keine Billigkeitsma&szlig;nahme (Senatsurteil in BFH\/NV 2010, 606; BFH-Urteil in BFHE 242, 134, BStBl II 2013, 820).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zwar hat der IV.&nbsp;Senat des BFH in seinen Urteilen in BFHE 238, 429, BStBl II 2013, 498 und in BFH\/NV 2013, 410 ausgef&uuml;hrt, die M&ouml;glichkeit von Billigkeitsma&szlig;nahmen in besonderen Einzelf&auml;llen flankiere die Typisierungsbefugnis des Gesetzgebers und gestatte ihm, eine typisierende Regelung zu treffen, bei der Unsicherheiten &uuml;ber Zahl und Intensit&auml;t der von der typisierenden Regelung nachteilig betroffenen F&auml;lle mit zumutbarem Aufwand nicht beseitigt werden k&ouml;nnten (dies offenlassend der Senatsbeschluss vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2011 I&nbsp;B&nbsp;152\/10, BFH\/NV 2011, 1284). Darauf baut auch der Hilfsantrag des Kl&auml;gers im hier anh&auml;ngigen Revisionsverfahren auf. Allerdings ist nach dem gerade Ausgef&uuml;hrten im Rahmen der &quot;sachlichen Unbilligkeit&quot; als Voraussetzung einer Billigkeitsma&szlig;nahme eine strukturelle Gesetzeskorrektur ausgeschlossen (z.B. Dr&uuml;en, Steuerberater-Jahrbuch &#8211;StbJb&#8211; 2012\/2013, S.&nbsp;123, 160; s.a. Wendt, DStJG Band&nbsp;28, S.&nbsp;41, 78; K&uuml;spert, BB 2013, 1949, 1953; Hallerbach in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;10d EStG Rz&nbsp;13). Von einer solchen Korrektur w&auml;re aber zu sprechen, wenn man &#8211;wie der Senat&#8211; davon ausgeht, dass der Gesetzgeber den verfassungsrechtlichen Bedenken gegen eine Wirkung der Mindestbesteuerung als Verlustnutzungsausschluss ausschlie&szlig;lich durch eine Anhebung des Sockelbetrags und des Prozentsatzes f&uuml;r den Restbetrag Rechnung tragen wollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>IV. Verfassungskonforme Auslegung<\/p>\n<p>Eine die Verfassungswidrigkeit vermeidende verfassungskonforme Auslegung ist nicht m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die verfassungskonforme Gesetzesauslegung gebietet es, bei mehreren M&ouml;glichkeiten der Normauslegung diejenige ma&szlig;geblich sein zu lassen, bei der die Regelung mit der Verfassung konform geht. Der Grundsatz verbindet somit die Normtextauslegung mit einer Normenkontrolle (M&uuml;ller\/Christensen, Juristische Methodik, Band&nbsp;I, 10.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;100) und findet als Auslegungskriterium seine Grenze dort, wo er mit dem Wortlaut der Norm und dem klar erkennbaren Willen des Gesetzgebers in Widerspruch treten w&uuml;rde (z.B. BVerfG-Beschluss vom 27.&nbsp;M&auml;rz 2012&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;2258\/09, BVerfGE 130, 372). Im Wege der verfassungskonformen Auslegung darf einem nach Wortlaut und Sinn eindeutigen Gesetz nicht ein entgegengesetzter Sinn verliehen, der normative Gehalt der auszulegenden Vorschrift nicht grundlegend neu bestimmt und das gesetzgeberische Ziel nicht in einem wesentlichen Punkt verfehlt werden (BVerfG-Beschluss vom 26.&nbsp;April 1994&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1299\/89, 1&nbsp;BvL&nbsp;6\/90, BVerfGE 90, 263).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine verfassungskonforme Auslegung des &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;2 EStG 2002 n.F. und des &sect;&nbsp;10a GewStG 2002 n.F. in der Situation sog. Definitiveffekte &#8211;die der Senat im Beschluss in BFHE 230, 445, BStBl II 2011, 826 bei summarischer Pr&uuml;fung der Rechtslage noch f&uuml;r m&ouml;glich erachtete&#8211; ist nach der nunmehr gebildeten &Uuml;berzeugung des Senats ausgeschlossen (a.A. z.B. Wendt, DStJG Band&nbsp;28, S.&nbsp;41, 78; Fischer, FR 2007, 281, 285 f.; wohl auch Schaumburg\/Schaumburg, StuW 2013, 61, 66; Dr&uuml;en, FR 2013, 393, 402; derselbe, StbJb 2012\/2013, S.&nbsp;123, 158&nbsp;f.). Der Gesetzgeber hat &#8211;wie bereits oben ausgef&uuml;hrt&#8211; auf der Rechtsfolgenseite der Normen eine Differenzierung nach Verlustursachen bzw. nach Zusammenh&auml;ngen mit der Gewinnentstehung nicht vorgesehen; es kommt auch nicht in Betracht, den Begriff der &quot;negativen Eink&uuml;nfte&quot; so auszulegen, dass Definitiveffekte ein Anwendungshindernis darstellen w&uuml;rden. Wenn damit aber der &quot;Untergang von Verlustvortr&auml;gen&quot; in entsprechenden Sachsituationen vom gesetzgeberischen Willen gedeckt ist, ist &quot;eine Gesetzesreparatur im Wege telelogischer Reduktion verbaut&quot; (so Hey, StuW 2011, 131, 141; im Ergebnis &uuml;bereinstimmend z.B. Desens, FR 2011, 745, 750&nbsp;f.; Hallerbach in Herrmann\/Heuer\/ Raupach, &sect;&nbsp;10d EStG Rz&nbsp;13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Jedenfalls l&auml;sst sich den Regelungen zur Mindestbesteuerung auch kein Anhaltspunkt daf&uuml;r entnehmen, nach welchen Kriterien bei einer verfassungskonformen Auslegung wiederum begrenzend zu differenzieren sein k&ouml;nnte. So d&uuml;rfte allein der Umstand, dass ein &quot;Definitiveffekt&quot; eintritt, keine ausreichende Rechtfertigung f&uuml;r eine Einschr&auml;nkung der Rechtsfolge darstellen. Es k&ouml;nnte in Betracht kommen, in F&auml;llen, in denen der endg&uuml;ltige Wegfall der gestreckten Verlustvortr&auml;ge vom Steuerpflichtigen (anders als im Streitfall, einem Insolvenzfall) durch eigenen Willensentschluss veranlasst ist (z.B. bei Kapitalgesellschaften in Liquidationsf&auml;llen), eine &quot;sch&uuml;tzenswerte&quot; Definitivsituation abzulehnen (s.a. BFH-Urteil in BFHE 238, 518, BStBl II 2013, 505; Gosch, BFH\/PR 2011, 10, 11; Roser, GmbH-StB 2013, 53, 55&nbsp;f.; z.T. abweichend wohl BMF-Schreiben in BStBl I 2011, 974, Tz.&nbsp;1; s.a. Farle\/Schmitt, DB 2013, 1746, 1749; Braun\/Geist, BB 2013, 351, 354): Es h&auml;tte sich dann eventuell (nur) das steuerrechtliche Risiko einer Grenze der Verlustnutzung realisiert, das im systemtragenden Subjektsteuerprinzip angelegt ist. Dies k&ouml;nnte auch die einkommensteuerrechtliche Situation des Versterbens des Steuerpflichtigen betreffen (&quot;keine Vererbung des Verlustvortrags&quot;, s. BFH-Beschluss in BFHE 220, 129, BStBl II 2008, 608). Im &Uuml;brigen k&ouml;nnten Sachsituationen auszusparen sein, in denen eine solche Wirkung auf ein Zusammenspiel der Mindestbesteuerung mit einer Regelung zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist, die einem Missbrauchsverhinderungszweck dient (s. bereits Senatsbeschluss in BFHE 230, 445, BStBl II 2011, 826; insoweit zustimmend BMF-Schreiben in BStBl I 2011, 974, Tz.&nbsp;1). Nicht zuletzt l&auml;sst sich aus der Norm die Frage nicht eindeutig beantworten, in welchem Veranlagungs- oder Erhebungszeitraum der infolge des Definitiveffekts nicht mehr vortragsf&auml;hige Verlust zu ber&uuml;cksichtigen ist: In Betracht kommt sowohl das Jahr des Eintritts des Definitiveffekts, wobei es aber, wenn der Effekt auf rechtliche Gr&uuml;nde zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist (z.B. im Falle des sog. sch&auml;dlichen Beteiligungserwerbs in &sect;&nbsp;8c KStG 2002 n.F. oder der Umwandlung beim &uuml;bertragenden Rechtstr&auml;ger nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 des Umwandlungssteuergesetzes 2002\/2006), auch nicht auszuschlie&szlig;en ist, eine unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ige Rechtsfolge (n&auml;mlich die von der Mindestbesteuerung verursachten Verlustvortr&auml;ge nicht auszusparen) jener Norm zuzuweisen (s. insoweit auch Buciek, FR 2011, 79; Desens, FR 2011, 745, 751; M&ouml;hlenbrock, Ubg 2010, 256, 258). In Betracht kommt (kommen) allerdings auch das fr&uuml;here Jahr (die fr&uuml;heren Jahre) einer Steuerfestsetzung infolge der Mindestbesteuerung (s.a. BMF-Schreiben in BStBl I 2011, 974, Tz.&nbsp;2; Desens, ebenda; Klomp, GmbHR 2012, 675, 678). Im Streitfall k&auml;me allerdings durch das Fehlen einer mindestbesteuerungsbedingten Belastung in Vorjahren ausschlie&szlig;lich die erste L&ouml;sung zur Anwendung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>V. Entscheidungserheblichkeit der Vorlage<\/p>\n<p>Die dem BVerfG gestellte Vorlagefrage ist auch entscheidungserheblich: Ist die sog. Mindestbesteuerung in &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F. und &sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;2 GewStG 2002 n.F. auch bei Eintritt eines Definitiveffekts verfassungsgem&auml;&szlig;, ist die Revision des Kl&auml;gers unbegr&uuml;ndet (s. insoweit zu II. der Gr&uuml;nde). H&auml;lt sie das BVerfG hingegen f&uuml;r mit Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG unvereinbar, h&auml;tte die Revision jedenfalls teilweisen Erfolg: Die festgesetzte K&ouml;rperschaftsteuer 2008 w&auml;re herabzusetzen. Gleiches g&auml;lte f&uuml;r die festgesetzten Gewerbesteuermessbetr&auml;ge 2006 bis 2008, und das unabh&auml;ngig davon, ob die insoweit weitere unter den Beteiligten streitige Rechtsfrage danach, ob dem Gewinn der betreffenden Erhebungszeitr&auml;ume bei der Ermittlung der Gewerbeertr&auml;ge sog. Dauerschuldentgelte nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG 2002 hinzuzurechnen sind, bejaht wird oder nicht; die Antwort auf diese Rechtsfrage kann im Rahmen des Vorabentscheidungsersuchens also vorerst unbeantwortet bleiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>VI. Entscheidung des Senats<\/p>\n<p>In Anbetracht der vom Senat angenommenen Verfassungswidrigkeit von &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG 2002 n.F. und &sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;2 GewStG 2002 n.F. beim Eintreten sog. Definitiveffekte war das Revisionsverfahren gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 GG auszusetzen und ist die Entscheidung des BVerfG &uuml;ber die im Leitsatz formulierte Frage zur Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der genannten Vorschriften einzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 26.2.2014, I R 59\/12 Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der sog. Mindestbesteuerung bei Definitiveffekten &#8211; Objektives Nettoprinzip &#8211; Prozessf&uuml;hrungsbefugnis des Insolvenzverwalters nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens &#8211; Keine strukturelle &quot;Gesetzeskorrektur&quot; durch Billigkeitsma&szlig;nahme &#8211; Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 26.02.2014 I R 12\/14 Leits&auml;tze Es wird eine Entscheidung des BVerfG eingeholt, ob &sect; 8 Abs. 1 KStG 2002 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-59-12-verfassungsmaessigkeit-der-sog-mindestbesteuerung-bei-definitiveffekten-objektives-nettoprinzip-prozessfuehrungsbefugnis-des-insolvenzverwalters-nach-aufhebung-des-insolvenzverfahrens-kein-7\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;59\/12 &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der sog. Mindestbesteuerung bei Definitiveffekten &#8211; Objektives Nettoprinzip &#8211; Prozessf&uuml;hrungsbefugnis des Insolvenzverwalters nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens &#8211; Keine strukturelle &quot;Gesetzeskorrektur&quot; durch Billigkeitsma&szlig;nahme &#8211; Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 26.02.2014 I R 12\/14<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-64024","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64024","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64024"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64024\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64024"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64024"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64024"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}