{"id":64028,"date":"2015-03-10T20:06:41","date_gmt":"2015-03-10T18:06:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64028"},"modified":"2015-03-10T20:06:41","modified_gmt":"2015-03-10T18:06:41","slug":"vi-r-29-13-entfernungspauschale-abgeltungswirkung-der-entfernungspauschale-nach-par-9-abs-1-satz-3-nr-4-satz-2-und-abs-2-satz-1-estg-2009-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-29-13-entfernungspauschale-abgeltungswirkung-der-entfernungspauschale-nach-par-9-abs-1-satz-3-nr-4-satz-2-und-abs-2-satz-1-estg-2009-14\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;29\/13 &#8211; Entfernungspauschale: Abgeltungswirkung der Entfernungspauschale nach &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 2 und Abs. 2 Satz 1 EStG 2009"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.3.2014, VI R 29\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Entfernungspauschale: Abgeltungswirkung der Entfernungspauschale nach &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 2 und Abs. 2 Satz 1 EStG 2009 <\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Reparaturaufwendungen infolge der Falschbetankung eines PKW auf der Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte sind nicht als Werbungskosten abziehbar.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Reparaturkosten infolge der Falschbetankung eines PKW auf der Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte neben der Entfernungspauschale als Werbungkosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit abgezogen werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Ehegatten und wurden im Streitjahr 2010 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger hatte im Jahr 2009 auf dem Weg von seinem Wohnort zur Arbeitsstelle an einer Tankstelle irrt&uuml;mlich anstatt Diesel Benzin getankt und diese Falschbetankung erst w&auml;hrend der anschlie&szlig;enden Weiterfahrt bemerkt. Die Arbeitgeberin des Kl&auml;gers lehnte die &Uuml;bernahme der Reparaturkosten ab. Der Kl&auml;ger beantragte im Rahmen der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2010 neben der Entfernungspauschale den Abzug der im Streitjahr 2010 gezahlten Reparaturaufwendungen als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lie&szlig; die Reparaturkosten im Einkommensteuerbescheid nicht zum Abzug zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobenen Klage machten die Kl&auml;ger Werbungskosten f&uuml;r die Reparatur des PKW in H&ouml;he von zuletzt 4.248&nbsp;EUR geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 1104 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen hat den Beitritt zum Verfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) erkl&auml;rt. Es hat keinen Antrag gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Abweisung der Klage. Das FG hat zu Unrecht entschieden, dass die Reparaturkosten neben der Entfernungspauschale bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit als Werbungskosten abgezogen werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Auf das Streitjahr (2010) ist nach &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;23d Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 und Abs.&nbsp;2 EStG i.d.F. des Gesetzes zur Fortf&uuml;hrung der Gesetzeslage 2006 bei der Entfernungspauschale vom 20.&nbsp;April 2009 (BGBl I 2009, 774) anzuwenden. Denn &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4, Abs.&nbsp;2, Abs.&nbsp;4 EStG i.d.F. des Art.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;aa, Buchst.&nbsp;b und Buchst.&nbsp;d des Gesetzes zur &Auml;nderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts vom 20.&nbsp;Februar 2013 (BGBl I 2013, 285) tritt nach dessen Art.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 erst am 1.&nbsp;Januar 2014 in Kraft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG sind Werbungskosten auch die Aufwendungen des Arbeitnehmers f&uuml;r die Wege zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte. Zur Abgeltung dieser Aufwendungen ist nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG f&uuml;r jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer die regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte aufsucht, eine Entfernungspauschale f&uuml;r jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte von 0,30&nbsp;EUR anzusetzen. Nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG sind durch die Entfernungspauschalen &quot;s&auml;mtliche Aufwendungen&quot; abgegolten, die durch die Wege zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte veranlasst sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Aus dem klaren Wortlaut der Norm ergibt sich, dass auch au&szlig;ergew&ouml;hnliche Kosten unabh&auml;ngig von ihrer H&ouml;he unter die Abgeltungswirkung fallen. Das Wort &quot;s&auml;mtliche&quot; ist insoweit eindeutig. Eine entsprechende Abgeltungsregelung enthielt die bis einschlie&szlig;lich Veranlagungszeitraum 2000 geltende Gesetzesfassung gerade nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die umfassende Abgeltungswirkung folgt weiter aus der Systematik der Vorschrift. Mit dem Gesetz zur Einf&uuml;hrung einer Entfernungspauschale vom 21.&nbsp;Dezember 2000 (BGBl I 2000, 1918) hat der Gesetzgeber zugleich zwei &#8211;hier nicht einschl&auml;gige&#8211; Ausnahmen geregelt. So k&ouml;nnen nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG Aufwendungen f&uuml;r die Benutzung &ouml;ffentlicher Verkehrsmittel auch dann angesetzt werden, wenn sie h&ouml;her sind als die Entfernungspauschale. Nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 EStG k&ouml;nnen behinderte Menschen anstatt der Entfernungspauschale die tats&auml;chlichen Kosten ansetzen. Der Gesetzeswortlaut bietet keine Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass die beiden Ausnahmen nur beispielhaft und nicht abschlie&szlig;end gemeint sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Diese Auslegung entspricht auch dem Sinn und Zweck der Vorschrift. Die Einf&uuml;hrung der verkehrsmittelunabh&auml;ngigen Entfernungspauschale zum Veranlagungszeitraum 2001 diente neben umwelt- und verkehrspolitischen Erw&auml;gungen auch und vor allem dem jeder Typisierung innewohnenden Gedanken der Steuervereinfachung. So sollten durch die Abgeltung &quot;s&auml;mtlicher Aufwendungen&quot; insbesondere Rechtsstreitigkeiten zwischen den Steuerpflichtigen und dem Finanzamt &uuml;ber die Ber&uuml;cksichtigung besonderer Kosten, z.B. f&uuml;r Abholfahrten, und au&szlig;ergew&ouml;hnlicher Kosten (z.B. Unfallkosten) vermieden werden (BTDrucks 14\/4242, S.&nbsp;6; BTDrucks 14\/4435, S.&nbsp;9). Dieser Zweck wird nur erreicht, wenn durch die Entfernungspauschale auch tats&auml;chlich &quot;s&auml;mtliche Aufwendungen&quot; abgegolten werden. Eine Einschr&auml;nkung der Abgeltungswirkung auf besondere Kosten (Mehrfach-, Umweg-, Dreiecks- und Abholfahrten) entspr&auml;che dem Vereinfachungsgedanken hingegen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Eine andere Auslegung rechtfertigen auch nicht die Gesetzesmaterialien. Dahingehende &Auml;u&szlig;erungen des Gesetzgebers sind weder eindeutig noch haben sie Eingang in den Wortlaut der Norm gefunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Gesetzesmaterialien hat der Gesetzgeber den Steuervereinfachungsgedanken klar postuliert. Mit der Entfernungspauschale sollten &quot;s&auml;mtliche Aufwendungen&quot; abgegolten werden (BTDrucks 14\/4242, S.&nbsp;6; BTDrucks 14\/4435, S.&nbsp;9). In gewissem Widerspruch hierzu steht die vom Bundestagsfinanzausschuss speziell in Bezug auf Unfallsch&auml;den getroffene &Auml;u&szlig;erung, dass eine Schlechterstellung der PKW-Fahrer gegen&uuml;ber der urspr&uuml;nglichen Regelung vermieden werden sollte (BTDrucks 14\/4631, S.&nbsp;11). Die Gesetzesmaterialien sind daher in sich widerspr&uuml;chlich und k&ouml;nnen deshalb auch nicht die von den Kl&auml;gern vertretene Auslegung gegen den eindeutigen Wortlaut der Norm st&uuml;tzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Es begegnet auch keinen verfassungsrechtlichen Bedenken, dass durch die Entfernungspauschale auch au&szlig;ergew&ouml;hnliche Aufwendungen abgegolten werden. Der Gesetzgeber hat das ihm einger&auml;umte Regelungsermessen nicht &uuml;berschritten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG werden Aufwendungen des Arbeitnehmers f&uuml;r die Wege zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte durch die Entfernungspauschale abgegolten. Grundfall der regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte ist dabei die auf Dauer und Nachhaltigkeit angelegte Arbeitsst&auml;tte, auf deren immer gleiche Wege sich der Arbeitnehmer in unterschiedlicher Weise einstellen und auf eine Minderung der Wegekosten hinwirken kann. Dies kann etwa durch Bildung von Fahrgemeinschaften und Nutzung &ouml;ffentlicher Verkehrsmittel und auch durch entsprechende Wohnsitznahme geschehen. F&uuml;r diesen Grundfall erweist sich nach der mittlerweile st&auml;ndigen Rechtsprechung des erkennenden Senats die Regelung des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG als sachgerechte und folgerichtige Ausnahme vom objektiven Nettoprinzip (z.B. Urteil vom 9.&nbsp;Februar 2012 VI&nbsp;R&nbsp;22\/10, BFHE 236, 426, BStBl II 2012, 827, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Gesetzgeber war auch nicht verpflichtet, f&uuml;r den Fall au&szlig;ergew&ouml;hnlicher Aufwendungen des Arbeitnehmers f&uuml;r die Wege zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte eine Ausnahmeregelung zu treffen. Bei der Ordnung von Massenerscheinungen ist der Gesetzgeber berechtigt, die Vielzahl der Einzelf&auml;lle in dem Gesamtbild zu erfassen, das nach den ihm vorliegenden Erfahrungen die regelungsbed&uuml;rftigen Sachverhalte zutreffend wiedergibt. Auf dieser Grundlage darf er grunds&auml;tzlich generalisierende, typisierende und pauschalierende Regelungen treffen, ohne allein schon wegen der damit unvermeidlich verbundenen H&auml;rten gegen den allgemeinen Gleichheitssatz zu versto&szlig;en. Der Gesetzgeber darf sich grunds&auml;tzlich am Regelfall orientieren und ist nicht gehalten, allen Besonderheiten jeweils durch Sonderregelungen Rechnung zu tragen (Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 9.&nbsp;Dezember 2008&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;1\/07, 2&nbsp;BvL&nbsp;2\/07, 2&nbsp;BvL&nbsp;1\/08, 2&nbsp;BvL&nbsp;2\/08, BVerfGE 122, 210, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach diesen Grunds&auml;tzen sind die streitbefangenen Reparaturaufwendungen infolge der Falschbetankung des PKW nicht als Werbungskosten neben der Entfernungspauschale abziehbar. Die Vorentscheidung war danach aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.3.2014, VI R 29\/13 Entfernungspauschale: Abgeltungswirkung der Entfernungspauschale nach &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 2 und Abs. 2 Satz 1 EStG 2009 Leits&auml;tze Reparaturaufwendungen infolge der Falschbetankung eines PKW auf der Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte sind nicht als Werbungskosten abziehbar. Tatbestand 1&nbsp; I. 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