{"id":64033,"date":"2015-03-10T20:06:33","date_gmt":"2015-03-10T18:06:33","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64033"},"modified":"2015-03-10T20:06:33","modified_gmt":"2015-03-10T18:06:33","slug":"i-r-41-12-gemeinnuetzigkeit-einer-foerderkoerperschaft-versagung-der-befreiung-von-der-koerperschaftsteuer-und-der-gewerbesteuer-wegen-verstosses-der-tatsaechlichen-geschaeftsfuehrung-gegen-satzungsbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-41-12-gemeinnuetzigkeit-einer-foerderkoerperschaft-versagung-der-befreiung-von-der-koerperschaftsteuer-und-der-gewerbesteuer-wegen-verstosses-der-tatsaechlichen-geschaeftsfuehrung-gegen-satzungsbe\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;41\/12 &#8211; Gemeinn&uuml;tzigkeit einer F&ouml;rderk&ouml;rperschaft &#8211; Versagung der Befreiung von der K&ouml;rperschaftsteuer und der Gewerbesteuer wegen Versto&szlig;es der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung gegen Satzungsbestimmungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.6.2014, I R 41\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Gemeinn&uuml;tzigkeit einer F&ouml;rderk&ouml;rperschaft &#8211; Versagung der Befreiung von der K&ouml;rperschaftsteuer und der Gewerbesteuer wegen Versto&szlig;es der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung gegen Satzungsbestimmungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), einer GmbH, die Gemeinn&uuml;tzigkeit f&uuml;r die Streitjahre (2005 und 2006) zu versagen ist, weil sie die von ihr erwirtschafteten Mittel ausschlie&szlig;lich an andere K&ouml;rperschaften weitergeleitet hat, deren steuerbeg&uuml;nstigte Satzungszwecke nicht denen der Kl&auml;gerin entsprechen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin wurde 2004 gegr&uuml;ndet. Sie verfolgt nach &sect;&nbsp;2 ihres Gesellschaftsvertrags vom &#8230; August 2004 &quot;ausschlie&szlig;lich und unmittelbar gemeinn&uuml;tzige Zwecke im Sinne des Abschnitts &#8218;Steuerbeg&uuml;nstigte Zwecke der Abgabenordnung&#8217;&quot;. Als Gesellschaftszweck wird die F&ouml;rderung der Wissenschaft und des Sports angegeben. &sect;&nbsp;2 des Gesellschaftsvertrags enth&auml;lt weiter folgende Regelung: &quot;Der Satzungszweck wird insbesondere verwirklicht durch die finanzielle F&ouml;rderung anderer steuerbeg&uuml;nstigter K&ouml;rperschaften oder K&ouml;rperschaften des &ouml;ffentlichen Rechts, die der selbstlosen F&ouml;rderung der Wissenschaft und\/ oder des Sports dienen.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) hatte der Kl&auml;gerin zun&auml;chst am &#8230; September 2004 eine auf 18&nbsp;Monate befristete vorl&auml;ufige (widerrufliche) Bescheinigung dar&uuml;ber erteilt, dass die Kl&auml;gerin nach der eingereichten Satzung steuerbeg&uuml;nstigten gemeinn&uuml;tzigen Zwecken dient. F&uuml;r das Kalenderjahr 2004 wurde zudem durch das zwischenzeitlich f&uuml;r die Kl&auml;gerin zust&auml;ndig gewordene Finanzamt X ein Freistellungsbescheid zur K&ouml;rperschaftsteuer und Gewerbesteuer erlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Streitjahren erzielte die Kl&auml;gerin lediglich Eink&uuml;nfte aus wirtschaftlichen Aktivit&auml;ten (Provisionserl&ouml;se aus einer GmbH-Beteiligung, Verg&uuml;tungen f&uuml;r Managementdienstleistungen). Sie wendete nahezu ihre gesamten Eink&uuml;nfte aus diesen wirtschaftlichen Aktivit&auml;ten einem Verein (V) zu. Dieser war nach den f&uuml;r die Streitjahre geltenden Freistellungsbescheiden des zust&auml;ndigen Finanzamts wegen der F&ouml;rderung der &ouml;ffentlichen Gesundheitspflege oder der Bek&auml;mpfung von Tierseuchen als gemeinn&uuml;tzig anerkannt. V best&auml;tigte der Kl&auml;gerin durch entsprechende Bescheinigungen, dass die Zuwendung in 2005 f&uuml;r die &ouml;ffentliche Gesundheitspflege und die Zuwendung in 2006 f&uuml;r die F&ouml;rderung wissenschaftlicher Projekte verwandt worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA versagte die Anerkennung der Gemeinn&uuml;tzigkeit und erlie&szlig; entsprechende K&ouml;rperschaftsteuerbescheide und Gewerbesteuermessbescheide f&uuml;r die Streitjahre sowie die entsprechenden Feststellungsbescheide. Da die Aktivit&auml;ten der Kl&auml;gerin &uuml;berwiegend im wirtschaftlichen Bereich und im Bereich der Verm&ouml;gensverwaltung l&auml;gen, sei eine selbstlose F&ouml;rderung der satzungsm&auml;&szlig;igen Zwecke nicht mehr gegeben. Dar&uuml;ber hinaus seien die Mittel der Kl&auml;gerin nicht satzungsgem&auml;&szlig; zur F&ouml;rderung der Wissenschaft oder des Sports verwandt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage wurde vom Hessischen Finanzgericht (FG) mit Urteil vom 26.&nbsp;April 2012&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;2239\/09 (ver&ouml;ffentlicht in Deutsches Steuerrecht\/ Entscheidungsdienst 2013, 434) als unbegr&uuml;ndet abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat gegen das Urteil des FG Revision eingelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt, das Urteil des FG und die angefochtenen Steuerbescheide sowie die angefochtenen Feststellungsbescheide aufzuheben und das FA zu verpflichten, f&uuml;r die Streitjahre hinsichtlich der K&ouml;rperschaftsteuer und der Gewerbesteuer Freistellungsbescheide zu erteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat im Ergebnis zutreffend entschieden, dass die Kl&auml;gerin f&uuml;r die Streitjahre nicht von der K&ouml;rperschaftsteuer und der Gewerbesteuer befreit ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Soweit die Klage sich gegen die Bescheide &uuml;ber die gesonderte Feststellung der Besteuerungsgrundlagen gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;2, 28 Abs.&nbsp;1 Satz 3 und 38 Abs.&nbsp;1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG 2002) zum 31.&nbsp;Dezember 2005 und 31.&nbsp;Dezember 2006 sowie &uuml;ber die gesonderte Feststellung der Endbest&auml;nde gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 KStG 2002 zum 31.&nbsp;Dezember 2005 und 31.&nbsp;Dezember 2006 richtet, ist die Revision mit der Ma&szlig;gabe als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen, dass die Klage unzul&auml;ssig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat kann keine Beschwer erkennen. Die festgestellten Betr&auml;ge wurden jeweils mit 0 EUR angesetzt. Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass die Bescheide in sonstiger Weise eine Beschwer enthalten, hat die Kl&auml;gerin nicht vorgetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im &Uuml;brigen ist die Revision in der Sache zur&uuml;ckzuweisen. Die Kl&auml;gerin ist nicht von der K&ouml;rperschaftsteuer und der Gewerbesteuer befreit, weil ihre tats&auml;chliche Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung nicht mit dem in &sect;&nbsp;2 ihres Gesellschaftsvertrags bestimmten Zweck &uuml;bereinstimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 KStG 2002 sind von der K&ouml;rperschaftsteuer befreit K&ouml;rperschaften, Personenvereinigungen und Verm&ouml;gensmassen, die nach der Satzung, dem Stiftungsgesch&auml;ft oder der sonstigen Verfassung und nach ihrer tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung ausschlie&szlig;lich und unmittelbar gemeinn&uuml;tzigen, mildt&auml;tigen oder kirchlichen Zwecken dienen (&sect;&sect;&nbsp;51 bis 68 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211; in der f&uuml;r die Streitjahre ma&szlig;geblichen Fassung). Voraussetzung f&uuml;r die Gew&auml;hrung der Steuerverg&uuml;nstigung ist, dass sich aus der Satzung, dem Stiftungsgesch&auml;ft oder der sonstigen Verfassung ergibt, welchen Zweck die K&ouml;rperschaft verfolgt, dass dieser Zweck den Anforderungen der &sect;&sect;&nbsp;52 bis 55 AO entspricht und dass er ausschlie&szlig;lich und unmittelbar verfolgt wird (&sect;&nbsp;59 AO). Die tats&auml;chliche Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der K&ouml;rperschaft muss auf die ausschlie&szlig;liche und unmittelbare Erf&uuml;llung der steuerbeg&uuml;nstigten Zwecke gerichtet sein und den Bestimmungen entsprechen, die die Satzung &uuml;ber die Voraussetzungen f&uuml;r Steuerverg&uuml;nstigungen enth&auml;lt (&sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 AO). F&uuml;r die Gewerbesteuer gilt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;6 des Gewerbesteuergesetzes 2002 Entsprechendes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ausgehend von diesen Rechtsgrunds&auml;tzen hat das FG zutreffend entschieden, dass die Kl&auml;gerin nach ihrem Gesellschaftsvertrag vom 12.&nbsp;August 2004 gemeinn&uuml;tzige Zwecke verfolgt, n&auml;mlich die F&ouml;rderung der Wissenschaft (&sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 AO) und des Sports (&sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 AO). Weiter hat das FG im Ergebnis zutreffend angenommen, dass die Steuerverg&uuml;nstigung deshalb zu versagen ist, weil die tats&auml;chliche Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der Kl&auml;gerin in den Streitjahren nicht den Satzungsbestimmungen entsprochen hat (&sect;&sect;&nbsp;59, 63 Abs.&nbsp;1 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;2 ihres Gesellschaftsvertrags verwirklicht die Kl&auml;gerin ihren Satzungszweck &quot;insbesondere &#8230; durch die finanzielle F&ouml;rderung anderer steuerbeg&uuml;nstigter K&ouml;rperschaften oder K&ouml;rperschaften des &ouml;ffentlichen Rechts, die der selbstlosen F&ouml;rderung der Wissenschaft und\/oder des Sports dienen&quot;. Nach den Feststellungen des FG hat sie in den Streitjahren Zuwendungen an V geleistet, der ausweislich der entsprechenden Freistellungsbescheide der f&uuml;r V zust&auml;ndigen Finanzbeh&ouml;rde wegen der F&ouml;rderung der &ouml;ffentlichen Gesundheitspflege oder der Bek&auml;mpfung von Tierseuchen als gemeinn&uuml;tzig anerkannt war. Die tats&auml;chliche Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der Kl&auml;gerin entsprach somit in den Streitjahren nicht den Bestimmungen, die die Satzung der Kl&auml;gerin &uuml;ber die Voraussetzungen f&uuml;r Steuerverg&uuml;nstigungen enth&auml;lt (&sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dem kann die Revision nicht mit Erfolg entgegen halten, dass die dem V zugewandten Mittel faktisch im Sinne der Satzungszwecke der Kl&auml;gerin verwendet worden seien, weil die F&ouml;rderung der &ouml;ffentlichen Gesundheitspflege eine &quot;Schnittmenge&quot; mit der F&ouml;rderung der Wissenschaft aufweise. Denn entscheidend ist allein, welcher Zweck unmittelbar gef&ouml;rdert wird. Da V ausschlie&szlig;lich der F&ouml;rderung der &ouml;ffentlichen Gesundheitspflege dient, sind die Mittel der Kl&auml;gerin daher auch nur f&uuml;r die F&ouml;rderung der &ouml;ffentlichen Gesundheitspflege zu verwenden. Auf m&ouml;gliche Schnittmengen zwischen einzelnen gemeinn&uuml;tzigen Zwecken des Beispielkatalogs in &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;2 AO (vgl. hierzu z.B. Leisner-Egensperger in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;52 AO Rz&nbsp;124) kommt es danach nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nur dieses Ergebnis entspricht dem durch Form- und Inhaltsstrenge gekennzeichneten Gemeinn&uuml;tzigkeitsrecht (vgl. hierzu Senatsurteil vom 15.&nbsp;Juli 1998 I&nbsp;R&nbsp;156\/94, BFHE 186, 546, BStBl II 2002, 162), wonach es nicht in das Belieben der jeweiligen K&ouml;rperschaft gestellt ist, wie und in welchem Umfang Mittel gemeinn&uuml;tzig verwendet werden, und dieses Ergebnis entspricht auch der unter verwaltungspraktischen Gesichtspunkten mit der Anerkennung von gemeinn&uuml;tzigen Zwecken i.S. des &sect;&nbsp;52 AO (auch) verfolgten gesetzgeberischen Intention, bei reinen F&ouml;rdergesellschaften den F&ouml;rderzweck nur auf der Ebene der (letztlich) mittelverwendenden K&ouml;rperschaft und nicht zus&auml;tzlich auf der Ebene der F&ouml;rderk&ouml;rperschaft zu pr&uuml;fen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Von daher stellt sich die von der Vorinstanz und der Revision aufgeworfene Frage nicht mehr, ob die Kl&auml;gerin durch ihre tats&auml;chliche Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung ihre Gesellschaftszwecke (F&ouml;rderung der Wissenschaft und des Sports) &#8211;wie von &sect;&nbsp;57 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO vorausgesetzt&#8211; auch unmittelbar verwirklicht hat, wenn die Voraussetzungen des hier in Betracht kommenden Ausnahmetatbestandes des &sect;&nbsp;58 Nr.&nbsp;1 AO erf&uuml;llt sind. Denn selbst wenn &#8211;entgegen der Auffassung der Vorinstanz&#8211; &sect;&nbsp;58 Nr.&nbsp;1 AO nicht voraussetzen sollte, dass die gemeinn&uuml;tzigen Zwecke der gef&ouml;rderten K&ouml;rperschaft denen der f&ouml;rdernden K&ouml;rperschaft entsprechen m&uuml;ssen, k&auml;me es hierauf im Streitfall nicht an, da jedenfalls in der Satzung der Kl&auml;gerin festgeschrieben ist, dass die Satzungszwecke der gef&ouml;rderten K&ouml;rperschaft mit denen der Kl&auml;gerin &uuml;bereinstimmen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">dd) Die Kl&auml;gerin kann sich &#8211;worauf das FA zutreffend hinweist&#8211; bei einem Versto&szlig; der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung gegen Satzungsbestimmungen auch nicht auf einen aus der Erteilung der vorl&auml;ufigen Freistellungsbescheinigung vom &#8230; September 2004 m&ouml;glicherweise abzuleitenden Vertrauensschutz berufen. Insoweit er&uuml;brigen sich auch weitere Ausf&uuml;hrungen zu der von der Kl&auml;gerin in diesem Zusammenhang in Bezug genommenen Verwaltungsanweisung des Anwendungserlasses zur Abgabenordnung (AEAO) 2008 zu &sect;&nbsp;59 Nr.&nbsp;8 (BStBl I 2008, 26; jetzt abgel&ouml;st durch das Verfahren nach &sect;&nbsp;60a AO i.d.F. des Gesetzes zur St&auml;rkung des Ehrenamtes vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2013, BGBl I 2013, 556, BStBl I 2013, 339, vgl. hierzu AEAO 2014 zu &sect;&nbsp;60a Nr.&nbsp;1, BStBl I 2014, 290) sowie zu einer entsprechenden Anwendung der Regelung des &sect;&nbsp;176 Abs.&nbsp;2 AO. Eine vorl&auml;ufige Freistellungsbescheinigung enth&auml;lt jedenfalls keine positive Beurteilung der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der K&ouml;rperschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.6.2014, I R 41\/12 Gemeinn&uuml;tzigkeit einer F&ouml;rderk&ouml;rperschaft &#8211; Versagung der Befreiung von der K&ouml;rperschaftsteuer und der Gewerbesteuer wegen Versto&szlig;es der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung gegen Satzungsbestimmungen Tatbestand 1&nbsp; I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), einer GmbH, die Gemeinn&uuml;tzigkeit f&uuml;r die Streitjahre (2005 und 2006) zu versagen ist, weil sie &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-41-12-gemeinnuetzigkeit-einer-foerderkoerperschaft-versagung-der-befreiung-von-der-koerperschaftsteuer-und-der-gewerbesteuer-wegen-verstosses-der-tatsaechlichen-geschaeftsfuehrung-gegen-satzungsbe\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;41\/12 &#8211; Gemeinn&uuml;tzigkeit einer F&ouml;rderk&ouml;rperschaft &#8211; Versagung der Befreiung von der K&ouml;rperschaftsteuer und der Gewerbesteuer wegen Versto&szlig;es der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung gegen Satzungsbestimmungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-64033","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64033","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64033"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64033\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64033"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64033"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64033"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}