{"id":64047,"date":"2015-03-10T20:06:28","date_gmt":"2015-03-10T18:06:28","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64047"},"modified":"2015-03-10T20:06:28","modified_gmt":"2015-03-10T18:06:28","slug":"viii-r-8-12-ingenieuraehnliche-taetigkeit-eines-autodidakten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-8-12-ingenieuraehnliche-taetigkeit-eines-autodidakten\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;8\/12 &#8211; Ingenieur&auml;hnliche T&auml;tigkeit eines Autodidakten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.9.2014, VIII R 8\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Ingenieur&auml;hnliche T&auml;tigkeit eines Autodidakten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der 1965 geborene Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) hat im Juni 1982 den Realschulabschluss erhalten. Von August 1982 bis Juli 1984 machte er eine Lehre als Versicherungskaufmann, die er im Juli 1984 mit der Abschlusspr&uuml;fung zum Versicherungskaufmann vor der Industrie- und Handelskammer bestand. Von Oktober 1987 bis November 1988 erwarb er beim CONTROL&nbsp;DATA&nbsp;INSTITUT die berufliche Qualifikation &quot;EDV-Zusatzwissen&quot;. Die Pr&uuml;fungsleistungen ergaben die Gesamtbewertung &quot;mit mangelhaftem Erfolg (48&nbsp;%)&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an die Ausbildung als Versicherungskaufmann war er von August 1992 bis Dezember 1995 als Versicherungskaufmann und Sachbearbeiter f&uuml;r die A&nbsp;AG t&auml;tig. In den Jahren 1987 bis 1989 erfolgten Umschulungsma&szlig;nahmen zum Organisationsprogrammierer und DV-Organisator. Nachfolgend arbeitete er von 1989 bis 1991 als angestellter Organisationsprogrammierer f&uuml;r die Z-Bank&nbsp;AG. W&auml;hrend dieser Zeit nahm er an einem ABB-Seminar Bankwesen in der Zeit vom 2.&nbsp;April 1990 bis 21.&nbsp;Mai 1990 an sieben Abenden jeweils in der Zeit von 17:30&nbsp;Uhr bis 20:20&nbsp;Uhr teil.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von 1991 bis 1998 war er als angestellter Sachbearbeiter f&uuml;r die Wertpapier-Fachberatung des Genossenschaftsbundes B&nbsp;GmbH sowie von August 1998 bis M&auml;rz 2004 auf selbst&auml;ndiger Basis f&uuml;r die D-Bank t&auml;tig. Im Anschluss folgten bis Juni 2006 Projekte bei der H-Bank, der US-Army sowie der B-Bank, die im Rahmen eines mit der Firma EDV-Consulting R.&nbsp;B. geschlossenen Projektvertrags ausgef&uuml;hrt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter Hinweis auf seine T&auml;tigkeit, die die Anwendung verschiedener Betriebs- und Datenbanksysteme und das Erstellen von Programmen in verschiedenen Computersprachen umfasste, sowie auf eine Vielzahl im Einzelnen dargestellter und belegter Fort- und Weiterbildungsma&szlig;nahmen erkl&auml;rte der Kl&auml;ger seine Eink&uuml;nfte in seinen Einkommen- und Gewerbewerbesteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Jahre 2005 und 2006 in vollem Umfang als solche aus Gewerbebetrieb. Zugleich wies er darauf hin, er halte weiterhin an seiner bereits im Veranlagungsverfahren 2004 vertretenen Meinung fest, dass es sich um freiberufliche und nicht um gewerbliche Eink&uuml;nfte handele.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erfasste die Eink&uuml;nfte erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; als solche aus Gewerbebetrieb und setzte entsprechend Gewerbesteuermessbetr&auml;ge mit Gewerbesteuermessbetragsbescheiden vom 5.&nbsp;M&auml;rz 2008 f&uuml;r 2005 und 2006 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung fest. Zur Begr&uuml;ndung verwies das FA darauf, dass der Kl&auml;ger entgegen seiner Auffassung keine einem Diplom-Informatiker vergleichbare T&auml;tigkeit aus&uuml;be. Den Vorbehalt f&uuml;r 2005 hob es mit Bescheid vom 29.&nbsp;Juli 2009 auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die gegen die Gewerbesteuermessbetragsbescheide nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 919 ver&ouml;ffentlichten Urteil als unbegr&uuml;ndet ab, nachdem es durch ein schriftliches Gutachten Beweis dar&uuml;ber erhoben hatte, ob der Kl&auml;ger als EDV-Berater in den Streitjahren 2005 und 2006 eine T&auml;tigkeit ausge&uuml;bt habe, die der eines Wirtschaftsinformatikers&nbsp;(FH) vergleichbar gewesen sei und ob die vorgelegten Unterlagen einen Kenntnis- und Wissensstand auswiesen, der dem eines Ingenieurs vergleichbar und &auml;hnlich sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Gutachten wies der Kl&auml;ger ab 2005 einen Wissens- und Kenntnisstand auf, der in Tiefe und Breite in den Kernbereichen gleichwertig zu einem Diplom-Wirtschaftsinformatiker war. Den geringeren Kenntnissen in den F&auml;chern Mathematik, Statistik und Operation Research ma&szlig; der Gutachter &#8211;anders als das FG&#8211; eine nicht entscheidende Bedeutung bei, weil es sich dabei um Nebenf&auml;cher handele.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts. Zu Unrecht habe das FG die von ihm beantragte Wissenspr&uuml;fung unter Hinweis auf fehlende Unterlagen zu seinem Kenntnisstand abgelehnt, nachdem der Sachverst&auml;ndige bereits hinreichende Kenntnisse &#8211;mit Ausnahme der Bereiche Mathematik, Statistik und Operation Research&#8211; in den F&auml;chern eines Fachhochschulstudiengangs Wirtschaftsinformatik festgestellt habe. Insbesondere habe sich das FG zu Unrecht &uuml;ber die Auffassung des Sachverst&auml;ndigen hinweggesetzt, das Fach Mathematik geh&ouml;re nicht zum Haupt- und Kernbereich eines Informatikstudiums.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er beantragt, das angefochtene Urteil sowie die angefochtenen Gewerbesteuermessbetragsbescheide aufzuheben, hilfsweise die Sache zur Durchf&uuml;hrung einer Wissenspr&uuml;fung zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Ein Diplom-Informatiker &uuml;bt einen ingenieur&auml;hnlichen Beruf gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes aus. Seine T&auml;tigkeit wird durch Wahrnehmung von f&uuml;r den Ingenieurberuf typischen Aufgaben gepr&auml;gt (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 22.&nbsp;September 2009 VIII&nbsp;R&nbsp;63\/06, BFHE 227, 386, BStBl II 2010, 466, unter Bezugnahme auf BFH-Urteile vom 11.&nbsp;Juni 1985 VIII&nbsp;R&nbsp;254\/80, BFHE 144, 62, BStBl II 1985, 584; vom 7.&nbsp;September 1989 IV&nbsp;R&nbsp;156\/86, BFH\/NV 1991, 359; Brockhaus Enzyklop&auml;die, 21.&nbsp;Aufl., Stichwort &quot;Ingenieur&quot;; www.wikipedia.de, Stichwort &quot;Ingenieur&quot;, Abschn.&nbsp;Berufsbild).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Voraussetzung f&uuml;r diese Zuordnung als &auml;hnlicher Beruf ist insbesondere bei Autodidakten wie dem Kl&auml;ger, dass sie Erfahrungen und Kenntnisse in allen Kernbereichen des Katalogberufs nachweisen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 18.&nbsp;April 2007 XI&nbsp;R&nbsp;29\/06, BFHE 218, 65, BStBl II 2007, 781; vom 4.&nbsp;Mai 2004 XI&nbsp;R&nbsp;9\/03, BFHE 206, 233, BStBl II 2004, 989; vom 28.&nbsp;August 2003 IV&nbsp;R&nbsp;21\/02, BFHE 203, 152, BStBl II 2003, 919).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dazu geh&ouml;ren nach der BFH-Rechtsprechung auch Nachweise &uuml;ber ausreichende Kenntnisse im Fach Mathematik &quot;als Kernfach&quot; zu den unverzichtbaren Voraussetzungen f&uuml;r die Annahme eines dem Ingenieurberuf &auml;hnlichen Berufs (BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;Dezember 2007 VIII&nbsp;B&nbsp;39\/07, BFH\/NV 2008, 940; vgl. auch BFH-Urteil vom 7.&nbsp;Dezember 1989 IV&nbsp;R&nbsp;115\/87, BFHE 159, 171, BStBl II 1990, 337, zur Mathematik als pr&auml;gendem Ausbildungselement bei Diplom-Informatikern).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auf dieser Grundlage hat das FG in W&uuml;rdigung des eingeholten Sachverst&auml;ndigengutachtens und der dazu gegebenen Erl&auml;uterungen zu Recht anders als der Gutachter angenommen, dass der Kl&auml;ger zwar zum Teil wie ein Diplom-Informatiker beruflich t&auml;tig ist, aber nicht in der Breite und Tiefe &uuml;ber das Wissen verf&uuml;gt, das dem eines Diplom-Informatikers vergleichbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Auf der Grundlage der tats&auml;chlichen Feststellungen des FG fehlt es dem Kl&auml;ger n&auml;mlich an Kenntnissen, die in ihrer Gesamtheit mit den Kenntnissen eines Diplom-Informatikers vergleichbar sind. Dies folgt insbesondere aus dem Fehlen der unter&nbsp;II.1. als wesentlich dargestellten hinreichenden Kenntnisse im Fach Mathematik, aber auch aus den nach Beweisaufnahme festgestellten Defiziten in den Bereichen Englisch, Statistik, Operation Research, Grundlagen der BWL und VWL, Buchf&uuml;hrung und Bilanzierung, Kosten- und Leistungsrechnung, Produktionswirtschaft, Finanz- und Investitionswirtschaft, Marketing, Controlling, Produktion und Logistik, DV-Recht und Datenschutz sowie Wirtschaftsprivatrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass das FG dem Gutachter in seiner Einstufung der F&auml;cher Mathematik, Statistik und Operation Research (mit den dort festgestellten Kenntnisdefiziten) als &quot;Nebenf&auml;cher&quot; nicht folgt, ist nach Ma&szlig;gabe der unter&nbsp;II.1. dargestellten Rechtsprechung ersichtlich rechtsfehlerfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Feststellung des FG, dass es im Fach Mathematik &#8211;in einem Hauptfach&#8211; an den erforderlichen Kenntnissen fehlt, macht auch eine Wissenspr&uuml;fung in Aus&uuml;bung der Sachaufkl&auml;rungspflicht des Gerichts nach &sect;&nbsp;76 FGO entbehrlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn ein Anspruch auf Wissenspr&uuml;fung setzt nach st&auml;ndiger Rechtsprechung voraus, dass sich bereits aus den vorgetragenen Tatsachen zum Erwerb und Einsatz der Kenntnisse erkennen l&auml;sst, dass der Kl&auml;ger &uuml;ber hinreichende Kenntnisse verf&uuml;gen k&ouml;nnte (BFH-Urteile vom 26.&nbsp;Juni 2002 IV&nbsp;R&nbsp;56\/00, BFHE 199, 367, BStBl II 2002, 768; vom 18.&nbsp;April 2007 XI&nbsp;R&nbsp;34\/06, BFH\/NV 2007, 1495; vom 16.&nbsp;Dezember 2008 VIII&nbsp;R&nbsp;27\/07, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2009, 898, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Steht &#8211;wie im Streitfall nach den tats&auml;chlichen Feststellungen des FG insbesondere hinsichtlich der Defizite im Kernfach Mathematik&#8211; fest, dass die Voraussetzungen f&uuml;r einen ingenieur&auml;hnlichen Beruf nicht gegeben sind, kann eine Wissenspr&uuml;fung nicht begehrt werden (BFH-Urteil in BFH\/NV 2007, 1495).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.9.2014, VIII R 8\/12 Ingenieur&auml;hnliche T&auml;tigkeit eines Autodidakten Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der 1965 geborene Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) hat im Juni 1982 den Realschulabschluss erhalten. Von August 1982 bis Juli 1984 machte er eine Lehre als Versicherungskaufmann, die er im Juli 1984 mit der Abschlusspr&uuml;fung zum Versicherungskaufmann vor der Industrie- und &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-8-12-ingenieuraehnliche-taetigkeit-eines-autodidakten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;8\/12 &#8211; Ingenieur&auml;hnliche T&auml;tigkeit eines Autodidakten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-64047","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64047","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64047"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64047\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64047"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64047"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64047"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}