{"id":64057,"date":"2015-03-10T20:04:11","date_gmt":"2015-03-10T18:04:11","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64057"},"modified":"2015-03-10T20:04:11","modified_gmt":"2015-03-10T18:04:11","slug":"i-r-31-13-leistungen-der-kapitalgesellschaft-is-von-par-27-abs-1-satz-3-kstg-2002-nf-in-abgrenzung-zur-rueckzahlung-von-nennkapital","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-31-13-leistungen-der-kapitalgesellschaft-is-von-par-27-abs-1-satz-3-kstg-2002-nf-in-abgrenzung-zur-rueckzahlung-von-nennkapital\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;31\/13 &#8211; Leistungen der Kapitalgesellschaft i.S. von &sect; 27 Abs. 1 Satz 3 KStG 2002 n.F. in Abgrenzung zur R&uuml;ckzahlung von Nennkapital"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.10.2014, I R 31\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Leistungen der Kapitalgesellschaft i.S. von &sect; 27 Abs. 1 Satz 3 KStG 2002 n.F. in Abgrenzung zur R&uuml;ckzahlung von Nennkapital<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Eine R&uuml;ckzahlung des Nennkapitals i.S. von &sect; 28 Abs. 2 Satz 2 KStG 2002 n.F. (nach einer Nennkapitalherabsetzung) erm&ouml;glicht einen Direktzugriff auf das steuerliche Einlagekonto. Um als R&uuml;ckzahlung des Nennkapitals behandelt zu werden, muss feststehen, dass die entsprechende Leistung der Kapitalgesellschaft darauf gerichtet ist, den Herabsetzungsbetrag auszuzahlen. Das ist anhand des Herabsetzungsbeschlusses und unter W&uuml;rdigung der weiteren tats&auml;chlichen Umst&auml;nde festzustellen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines im Zusammenhang mit einer Kapitalherabsetzung ergangenen Nachforderungsbescheids (Kapitalertragsteuer; Solidarit&auml;tszuschlag) und einer Feststellung des steuerlichen Einlagekontos zum 31.&nbsp;Dezember 2007.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine GmbH. Deren Vorstand war nach einer Vorlage zur Sitzung des Gesamtvorstandes dar&uuml;ber informiert worden, dass ab dem 31.&nbsp;Dezember 2007 ein Konzernabschluss nach internationaler Rechnungslegung (IFSR) unter Abbildung des Beteiligungsgesch&auml;fts zu erstellen sei, wenn es nicht (als eine von verschiedenen Handlungsalternativen) zu einer Straffung der Beteiligungsstruktur und einer Reduzierung der Kapitalausstattung auf der Ebene der Holding und ihrer Tochter- und Enkelgesellschaften komme. Der Vorstand fasste daraufhin den Beschluss, unternehmensbezogene Ma&szlig;nahmen (mit Blick auf die Wesentlichkeitskriterien nach &sect;&nbsp;296 Abs.&nbsp;2 des Handelsgesetzbuches &#8211;HGB&#8211; sowie nach &sect;&nbsp;296 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 HGB) zu ergreifen (&quot;IFRS-Vermeidungsstrategie&quot;). Zu diesem Zweck beschloss die alleinige Gesellschafterin der Kl&auml;gerin, eine nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes 2002 i.d.F. des Gesetzes &uuml;ber steuerliche Begleitma&szlig;nahmen zur Einf&uuml;hrung der Europ&auml;ischen Gesellschaft und zur &Auml;nderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften vom 7.&nbsp;Dezember 2006 (BGBl I 2006, 2782, BStBl I 2007,4) &#8211;KStG 2002 n.F.&#8211; von der K&ouml;rperschaftsteuer befreite Anstalt des &ouml;ffentlichen Rechts (B), am &#8230;&nbsp;Oktober 2006 die Herabsetzung des Stammkapitals der Kl&auml;gerin um 16&nbsp;Mio.&nbsp;EUR auf 1&nbsp;Mio.&nbsp;EUR: &quot;1. &#8230; Die Herabsetzung des Stammkapitals dient der Anpassung der Kapitalstruktur und der Einstellung in die Kapitalr&uuml;cklagen gem. &sect;&nbsp;272 Abs.&nbsp;2 HGB. 2. Zur Durchf&uuml;hrung der Herabsetzung des Stammkapitals wird die Stammeinlage in H&ouml;he von 16.000.000,00&nbsp;EUR in die Kapitalr&uuml;cklagen eingestellt.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer f&uuml;r den Vorstand der B am &#8230;&nbsp;November 2007 gefertigten Vorlage sollte durch die Herabsetzung des Stammkapitals eine Reduzierung des in der Kl&auml;gerin vorhandenen Eigenkapitals erm&ouml;glicht und zugleich die Einhaltung der &quot;Unwesentlichkeitsgrenzen&quot; sichergestellt werden. Die Reduzierung sei inzwischen vollzogen worden (Eintragung im Handelsregister am &#8230;&nbsp;November 2007), so dass die Voraussetzungen f&uuml;r eine R&uuml;ckzahlung aus der Kapitalr&uuml;cklage erf&uuml;llt seien. Eine Reduzierung des Eigenkapitals um 4&nbsp;Mio.&nbsp;EUR sei dabei ausreichend, um die Wesentlichkeitsgrenze einzuhalten. Eine entsprechende Zahlung aus der Kapitalr&uuml;cklage an die Gesellschafterin B erfolgte noch in 2007 (Gesellschafterbeschluss vom &#8230;&nbsp;November 2007). Die Erkl&auml;rung der Kl&auml;gerin zur gesonderten Feststellung des steuerlichen Einlagekontos zum 31.&nbsp;Dezember 2007 wies einen Bestand von 12&nbsp;Mio.&nbsp;EUR aus (Kapitalherabsetzung: 16&nbsp;Mio.&nbsp;EUR, ausgezahlter Betrag 4&nbsp;Mio.&nbsp;EUR; zum 31.&nbsp;Dezember 2006 betrug der Bestand 0&nbsp;EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat in einem Schreiben vom 11.&nbsp;Juli 2008 die Auffassung, die Zahlung sei keine beg&uuml;nstigte Leistung i.S. des &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;2 KStG 2002 n.F., vielmehr handele es sich um eine sonstige Leistung i.S. des &sect;&nbsp;27 KStG 2002 n.F. Daher sei Kapitalertragsteuer anzumelden und abzuf&uuml;hren. Mit Bescheid vom 24.&nbsp;Juli 2008 veranlagte das FA die Kl&auml;gerin zur K&ouml;rperschaftsteuer 2007 unter Ansatz der Teilr&uuml;ckzahlung der Kapitalr&uuml;cklage als sonstige Leistung i.S. des &sect;&nbsp;27 KStG 2002 n.F.; zugleich hat es im Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des Einlagekontos gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 KStG 2002 n.F. und des durch Umwandlung von R&uuml;cklagen entstandenen Nennkapitals gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;1 KStG 2002 n.F. den Bestand des steuerlichen Einlagekontos zum 31.&nbsp;Dezember 2007 mit 16&nbsp;Mio.&nbsp;EUR festgestellt. Gegen den zuletzt genannten (sp&auml;ter ge&auml;nderten) Bescheid legte die Kl&auml;gerin Einspruch ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 22.&nbsp;September 2008 erlie&szlig; das FA einen Haftungsbescheid &uuml;ber Kapitalertragsteuer und Solidarit&auml;tszuschlag, dem am 26.&nbsp;M&auml;rz 2009 ein Nachforderungsbescheid &uuml;ber Kapitalertragsteuer in H&ouml;he von 400.000&nbsp;EUR (10&nbsp;%) und Solidarit&auml;tszuschlag 22.000&nbsp;EUR (5,5&nbsp;%) folgte, der &quot;neben den Haftungsbescheid&quot; treten sollte. Auch gegen diese Bescheide legte die Kl&auml;gerin Einspruch ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erlie&szlig; (nach Verbindung der Einspruchsverfahren) eine gemeinsame Einspruchsentscheidung, mit der es den Haftungsbescheid aufhob. Im &Uuml;brigen wies es den Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck: Die R&uuml;ckzahlung in H&ouml;he von 4&nbsp;Mio.&nbsp;EUR stelle keine Kapitalr&uuml;ckzahlung i.S. des &sect;&nbsp;28 KStG 2002 n.F. dar, da im Beschluss &uuml;ber die Kapitalherabsetzung vom &#8230;&nbsp;Oktober 2006 die Auskehrung an die Anteilseignerin nicht vorgesehen und insoweit kein Direktzugriff auf das steuerliche Einlagekonto m&ouml;glich sei. In dem Beschluss sei ausdr&uuml;cklich angegeben worden, dass die Herabsetzung des Stammkapitals im Wege der Einstellung des herabgesetzten Kapitals in die Kapitalr&uuml;cklage durchgef&uuml;hrt werde; die Anpassung der Kapitalstruktur sei erst durch die sp&auml;tere R&uuml;ckzahlung der 4&nbsp;Mio.&nbsp;EUR erreicht worden. Den Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;gerin habe man entnehmen k&ouml;nnen, dass die gew&uuml;nschte Kapitalstruktur auch ohne R&uuml;ckf&uuml;hrung an die Anteilseignerin erreichbar gewesen w&auml;re. Im &Uuml;brigen habe der genaue Betrag der R&uuml;ckf&uuml;hrung im Zeitpunkt der Beschlussfassung noch nicht festgestanden. Eine k&uuml;nstliche Trennung von Kapitalherabsetzungs- und Auszahlungsbeschluss werde nicht vorgenommen. &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 KStG 2002 n.F. sei stets anzuwenden, wenn eine Kapitalherabsetzung ohne Auskehrung an die Anteilseigner beschlossen werde. Bei der Auszahlung handele es sich dementsprechend um einen gesondert zu beurteilenden Vorgang. Da der Bestand des steuerlichen Einlagekontos zum 31.&nbsp;Dezember 2006&nbsp;&nbsp;0&nbsp;EUR betragen habe, liege keine steuerfreie Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr vor. Selbst wenn man annehmen wollte, dass auch der im Streitjahr dem Einlagekonto zugef&uuml;hrte Betrag f&uuml;r eine Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr zur Verf&uuml;gung st&uuml;nde, erg&auml;be sich kein anderes Ergebnis. Denn die Kl&auml;gerin habe keine Steuerbescheinigung (&sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;4 KStG 2002 n.F.) ausgestellt, weshalb f&uuml;r die Leistung ein Betrag von 0&nbsp;EUR aus dem Einlagekonto als bescheinigt gelte. Der Kl&auml;gerin k&ouml;nne auch keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gew&auml;hrt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage war erfolglos (Finanzgericht &#8211;FG&#8211; Berlin-Brandenburg, Urteil vom 9.&nbsp;April 2013&nbsp;&nbsp;8&nbsp;K&nbsp;8200\/09, abgedruckt in Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst &#8211;DStRE&#8211; 2014, 216).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin r&uuml;gt mit ihrer Revision die Verletzung materiellen Rechts und beantragt sinngem&auml;&szlig;, das angefochtene Urteil aufzuheben und unter &Auml;nderung des Bescheids &uuml;ber die gesonderte Feststellung des Einlagekontos gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 KStG 2002 n.F. zum 31.&nbsp;Dezember 2007 vom 15.&nbsp;Oktober 2008 den Bestand des steuerlichen Einlagekontos auf 12.000.000&nbsp;EUR festzustellen sowie den Nachforderungsbescheid vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2009 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) unter Aufhebung des angefochtenen Urteils zur Aufhebung des Nachforderungsbescheids und zur antragsgem&auml;&szlig;en Feststellung des Einlagekontos zum 31.&nbsp;Dezember 2007. Das FG hat die Auszahlung rechtsfehlerhaft &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;6 KStG 2002 n.F. (Zahlung aus dem aussch&uuml;ttbaren Gewinn) unterstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG 2002 n.F. hat die unbeschr&auml;nkt steuerpflichtige Kapitalgesellschaft die nicht in das Nennkapital geleisteten Einlagen am Schluss jedes Wirtschaftsjahrs auf einem besonderen Konto (steuerliches Einlagekonto) auszuweisen. Das steuerliche Einlagekonto ist nach Satz&nbsp;2 der Vorschrift ausgehend von dem Bestand am Ende des vorangegangenen Wirtschaftsjahrs um die jeweiligen Zu- und Abg&auml;nge des Wirtschaftsjahrs fortzuschreiben. Satz&nbsp;3 der Vorschrift bestimmt, dass Leistungen der Kapitalgesellschaft mit Ausnahme der R&uuml;ckzahlung von Nennkapital i.S. des &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 und 3 KStG n.F. 2002 das steuerliche Einlagekonto unabh&auml;ngig von ihrer handelsrechtlichen Einordnung nur mindern, soweit sie den auf den Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahrs ermittelten aussch&uuml;ttbaren Gewinn &uuml;bersteigen (Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Fall der Herabsetzung des Nennkapitals oder der Aufl&ouml;sung der K&ouml;rperschaft wird nach &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 KStG 2002 n.F. zun&auml;chst der Sonderausweis zum Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahrs gemindert; ein &uuml;bersteigender Betrag ist dem steuerlichen Einlagekonto gutzuschreiben, soweit die Einlage in das Nennkapital geleistet ist. Die R&uuml;ckzahlung des Nennkapitals gilt, soweit der Sonderausweis zu mindern ist, nach Satz&nbsp;2 der Vorschrift als Gewinnaussch&uuml;ttung, die beim Anteilseigner zu Bez&uuml;gen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes 2002 f&uuml;hrt. Ein den Sonderausweis &uuml;bersteigender Betrag ist vom positiven Bestand des steuerlichen Einlagekontos abzuziehen (&sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 KStG 2002 n.F.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat die R&uuml;ckzahlung von 4&nbsp;Mio.&nbsp;EUR nicht nach &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;2 KStG 2002 n.F. vom steuerlichen Einlagekonto abgezogen, weil sie nicht im Rahmen der Herabsetzung des Nennkapitals erfolgt sei. Das ist rechtsfehlerhaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG hat seine Entscheidung im Wesentlichen auf den Wortlaut des Beschlusses &uuml;ber die Herabsetzung des Nennkapitals gest&uuml;tzt: Aus der Formulierung, dass die Herabsetzung der Anpassung der Kapitalstruktur und der Einstellung in die Kapitalr&uuml;cklagen dienen und dieser Zweck durch Einstellung der Stammeinlage in die Kapitalr&uuml;cklagen erreicht werden sollte, sei zu folgern, dass der Vorgang der Kapitalherabsetzung mit der entsprechenden Erh&ouml;hung der Kapitalr&uuml;cklage beendet gewesen sei. Zwar stehe auf der Grundlage des von der Kl&auml;gerin nachgewiesenen Geschehensablaufs zur &Uuml;berzeugung des FG fest, dass die beschlossene Kapitalherabsetzung die R&uuml;ckzahlung aus der Kapitalr&uuml;cklage vorbereiten und erm&ouml;glichen sollte. Die R&uuml;ckzahlung sei jedoch nicht schon mit der Herabsetzung beschlossen worden, da im Zeitpunkt der Beschlussfassung noch keine Klarheit &uuml;ber die H&ouml;he des auszukehrenden Betrags bestanden habe. Dies hindere die Annahme eines mit dem Herabsetzungsbeschluss verbundenen R&uuml;ckzahlungsbeschlusses. Es liege auch keine nachtr&auml;gliche &Auml;nderung oder Erg&auml;nzung des bisher gefassten Herabsetzungsbeschlusses vor; denn der Herabsetzungsvorgang sei im Hinblick auf die dort in Nr.&nbsp;2 festgelegte Art und Weise der Durchf&uuml;hrung mit der Einstellung in die Kapitalr&uuml;cklage beendet gewesen. Auch wenn die beschlossene Kapitalherabsetzung demzufolge dazu gedient habe, die (sp&auml;tere) M&ouml;glichkeit der R&uuml;ckzahlung zu schaffen, helfe dies nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dem ist nicht beizupflichten. &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 KStG 2002 n.F. ist nicht zu entnehmen, dass die R&uuml;ckzahlung oder der R&uuml;ckzahlungsbetrag bereits Inhalt des Herabsetzungsbeschlusses sein muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zwar ist dem FG darin zuzustimmen, dass die Anwendungsbereiche des &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 KStG 2002 n.F. einerseits und des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 KStG 2002 n.F. andererseits voneinander abzugrenzen sind, um den unterschiedlichen Rechtsfolgen Rechnung zu tragen. So wird &uuml;ber die gesetzliche Zuordnungsregelung des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 KStG 2002 n.F. nach Ma&szlig;gabe der darin bestimmten Differenzrechnung die &quot;Leistung&quot; einer Kapitalgesellschaft als (vorrangig) Gewinnaussch&uuml;ttung und\/oder als (nachrangig) Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr qualifiziert, was sowohl der Gesellschaft als auch den Anteilseignern jedenfalls f&uuml;r Zwecke der Besteuerung verwehrt, frei zu bestimmen, ob Einlagen zur&uuml;ckgew&auml;hrt oder Gewinne ausgesch&uuml;ttet werden (z.B. FG Hamburg, Urteil vom 17.&nbsp;April 2013&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;149\/12, Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 1520; Gosch\/Heger, KStG, 2.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;27 Rz&nbsp;23). Allerdings wird nach der gesetzlichen Systematik dem Tatbestand des &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 KStG 2002 n.F. Vorrang einger&auml;umt (z.B. Streck\/ Binnewies, KStG, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;28 Rz&nbsp;31; Gosch\/Heger, a.a.O., &sect;&nbsp;28 Rz&nbsp;9; Nitzschke in Schnitger\/ Fehrenbacher, KStG, &sect;&nbsp;28 Rz&nbsp;65): Eine Leistung i.S. des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;1 KStG liegt nur vor, wenn keine R&uuml;ckzahlung von Nennkapital i.S. von &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 KStG anzunehmen ist. Die &quot;R&uuml;ckzahlung von Nennkapital&quot;, die im Wesentlichen einen einschr&auml;nkungslosen Zugriff auf den Bestand des Einlagekontos erm&ouml;glicht (&quot;Direktzugriff&quot;), l&ouml;st &#8211;abgesehen von der Situation einer Verrechnung mit einem sog. Sonderausweis (in Nennkapital umgewandelte Gewinnr&uuml;cklagen), die in diesem Umfang zu einem steuerpflichtigen Bezug f&uuml;hrt&#8211; nicht die Rechtsfolgen einer Dividendenaussch&uuml;ttung aus (s. dazu im Einzelnen Nitzschke in Schnitger\/Fehrenbacher, a.a.O., &sect;&nbsp;28 Rz&nbsp;67 bis 69). Soweit der Zahlungsbetrag daher wie im Falle einer ordentlichen Kapitalherabsetzung (&sect;&nbsp;58 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung &#8211;GmbHG&#8211;) als R&uuml;ckzahlung an die Anteilseigner identifizierbar und eine (freie) Bestimmung &uuml;ber die Rechtsfolgen einer Leistung der Kapitalgesellschaft ausgeschlossen ist, l&auml;sst das Gesetz eine (unmittelbare) Minderung des um den Betrag der Herabsetzung des Nennkapitals zun&auml;chst erh&ouml;hten Einlagekontos (&sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 KStG 2002 n.F.) zu. Im Einklang mit den gesetzlichen Anforderungen ist dabei anerkannt, dass sich diese Minderung nicht auf das Jahr der Gutschrift auf dem Einlagekonto kraft Wirksamwerden des Herabsetzungsbeschlusses beziehen muss (Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 4.&nbsp;Juni 2003, BStBl I 2003, 366, Rz&nbsp;42; dem folgend z.B. Gosch\/Heger, a.a.O., &sect;&nbsp;28 Rz&nbsp;23; Nitzschke in Schnitger\/Fehrenbacher, a.a.O., &sect;&nbsp;28 Rz&nbsp;65).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die R&uuml;ckzahlung des Nennkapitals nach &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 KStG 2002 n.F. erfordert eine Herabsetzung des Nennkapitals i.S. des &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 KStG 2002 n.F. Damit nimmt das Gesetz Bezug auf die gesellschaftsrechtlichen Vorgaben f&uuml;r eine wirksame Kapitalherabsetzung (&sect;&nbsp;58 GmbHG), die im Streitfall auf der Grundlage des Beschlusses vom &#8230;&nbsp;Oktober 2006 erf&uuml;llt sind; dar&uuml;ber sind sich die Beteiligten einig und erweist sich dar&uuml;ber hinaus an der Handelsregistereintragung vom &#8230;&nbsp;November 2007. Insbesondere enth&auml;lt der Beschluss eine Zweckangabe; es kommt infolgedessen nicht auf die Rechtsfrage an, ob jene Angabe erforderlich ist, weil der Wortlaut des &sect;&nbsp;58 GmbHG &#8211;insoweit abweichend von der Regelung des &sect;&nbsp;222 Abs.&nbsp;3 des Aktiengesetzes&#8211; nicht vorsieht, dass in dem Kapitalherabsetzungsbeschluss &quot;&#8230; festzusetzen (ist), zu welchem Zweck die Herabsetzung stattfindet, namentlich ob Teile des Grundkapitals zur&uuml;ckgezahlt werden sollen&quot; (zu dieser Streitfrage z.B. Oberlandesgericht Hamm, Beschluss vom 11.&nbsp;November 2010 I-15&nbsp;W&nbsp;191\/10, 15&nbsp;W&nbsp;191\/10, GmbH-Rundschau &#8211;GmbHR&#8211; 2011, 256; Scholz\/Priester, GmbHG, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;58 Rz&nbsp;37, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dem Gesetzeswortlaut l&auml;sst sich jedoch nicht entnehmen, dass eine &quot;R&uuml;ckzahlung des Nennkapitals&quot; i.S. des &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 KStG 2002 n.F. nur dann vorliegt, wenn im Herabsetzungsbeschluss bereits eine R&uuml;ckzahlung ausdr&uuml;cklich angef&uuml;hrt wird. Vielmehr ist ein Direktzugriff auf das Einlagekonto nach steuerrechtlichen Ma&szlig;gaben (s. zu aa) immer dann zuzulassen, wenn die Leistung anderweitig und unmissverst&auml;ndlich als Auszahlung des Herabsetzungsbetrags qualifiziert werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Der nach dem Ablauf des Sperrjahrs und der Eintragung im Handelsregister wirksame Herabsetzungsbeschluss l&ouml;st den entsprechenden Betrag aus dem Stammkapital, beschr&auml;nkt aber nicht die Befugnis der Gesellschafter (hier: der Alleingesellschafterin B), &uuml;ber die Durchf&uuml;hrung des Herabsetzungsbeschlusses auch abweichend von einer (nur) die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung bindenden Bestimmung im Beschluss eine entsprechende Entscheidung zu treffen (s. z.B. M&uuml;nchKommGmbHG\/J.&nbsp;Vetter, Bd.&nbsp;3, &sect;&nbsp;58 Rz&nbsp;56&nbsp;f.; Z&ouml;llner\/Haas in Baumbach\/Hueck, GmbHG, 20.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;58 Rz&nbsp;21a; Scholz\/Priester, a.a.O., &sect;&nbsp;58 Rz&nbsp;42). Dass die Durchf&uuml;hrung des Herabsetzungsbeschlusses &#8211;so das FA&#8211; durch die &quot;Einstellung in die Kapitalr&uuml;cklagen gem. &sect;&nbsp;272 Abs.&nbsp;2 HGB&quot; erfolgen sollte, hindert einen solchen Gesellschafterbeschluss, der eine Teilauszahlung vorsieht, nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Eine Leistung der Kapitalgesellschaft l&auml;sst sich immer dann in der notwendig eindeutigen Weise als Auszahlung des (n&auml;mlichen) Herabsetzungsbetrags qualifizieren, wenn schon im Herabsetzungsbeschluss selbst die Auszahlung des Herabsetzungsbetrags vorgesehen wird. Die Qualifizierung der erbrachten Leistung ist aber nicht auf diese Situation beschr&auml;nkt (insoweit wohl a.A. BMF-Schreiben in BStBl I 2003, 366, Rz&nbsp;40; dem folgend Bl&uuml;mich\/Danelsing, &sect;&nbsp;28 KStG Rz&nbsp;24). Die Vorinstanz geht vielmehr zutreffend davon aus, dass sowohl anhand des Wortlauts des Kapitalherabsetzungsbeschlusses als auch erforderlichenfalls unter W&uuml;rdigung der weiteren Umst&auml;nde festgestellt werden kann und muss, wodurch der Vorgang der Kapitalherabsetzung abgeschlossen wird, ob also eine (R&uuml;ck-)Zahlung noch Teil der Kapitalherabsetzung oder als davon abzugrenzendes gesondertes Gesch&auml;ft (Zahlung aus dem Einlagekonto) zu werten ist. Damit kann &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 KStG 2002 n.F. zumindest in jenen F&auml;llen anwendbar sein, in denen die Nennkapitalherabsetzung und die Auszahlung an die Anteilseigner in zeitlicher N&auml;he zueinander erfolgen und zweifelsfrei erkennbar ist, dass die sp&auml;tere Auskehrung aus der vorangegangenen Kapitalherabsetzung herr&uuml;hrt (so &#8211;verbunden mit einer gegriffenen Zeitgrenze von einem Jahr&#8211; D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/Pung\/M&ouml;hlenbrock, Die K&ouml;rperschaftsteuer, &sect;&nbsp;27 KStG Rz&nbsp;59, 75. Erg&auml;nzungslieferung [anders aber nunmehr derselbe, ebenda, Rz&nbsp;59b, 80.&nbsp;Erg&auml;nzungslieferung]; wohl auch Ott, GmbHR 2014, 971, 972; derselbe, Die Steuerberatung 2014, 301, 307; Streck\/Binnewies, a.a.O., &sect;&nbsp;28 Rz&nbsp;32).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Auf dieser Grundlage ist das FG im Streitfall zu der &Uuml;berzeugung gelangt, dass die beschlossene Kapitalherabsetzung die R&uuml;ckzahlung aus der Kapitalr&uuml;cklage vorbereiten und erm&ouml;glichen sollte. Diese Sachverhaltsw&uuml;rdigung ist f&uuml;r den Senat bindend (vgl. &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO). Sie steht im Einklang mit der gesetzlichen Regelung und sie verst&ouml;&szlig;t weder gegen Denkgesetze noch die Gesetze der Logik. Die Nennkapitalr&uuml;ckzahlung sollte danach das &quot;Instrument&quot; sein, um die Tochtergesellschaft f&uuml;r die Darstellung der Verm&ouml;genslage des Konzerns von &quot;untergeordneter Bedeutung&quot; i.S. des &sect;&nbsp;296 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 HGB anzusehen (s. dazu auch z.B. M&uuml;nchKommHGB\/Pfaff, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;296 Rz&nbsp;48&nbsp;ff.). In Vollzug dessen folgte die zu dieser Zweckerreichung erforderliche Auszahlung dem Herabsetzungsbeschluss in engem zeitlichen Zusammenhang nach. Beides &#8211;Beschlusszweck wie dessen Umsetzung&#8211; gen&uuml;gt, um die Zahlung als R&uuml;ckzahlung des Nennkapitals i.S. des &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 KStG 2002 n.F. anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ddd) Entgegen der Auffassung der Vorinstanz steht &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;5 KStG 2002 n.F. dem nicht entgegen. Danach bleibt &#8211;zum einen&#8211; f&uuml;r den Fall, dass f&uuml;r eine Leistung der Kapitalgesellschaft die Minderung des Einlagekontos zu niedrig bescheinigt worden ist, die der Bescheinigung zugrunde gelegte Verwendung unver&auml;ndert. Ist f&uuml;r eine Leistung bis zum Tag der Bekanntgabe der erstmaligen Feststellung im Sinne des Absatzes&nbsp;2 zum Schluss des Wirtschaftsjahrs der Leistung eine Steuerbescheinigung im Sinne des Absatzes&nbsp;3 nicht erteilt worden, gilt &#8211;zum anderen&#8211; der Betrag der Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr als mit 0&nbsp;EUR bescheinigt. Adressat der Bescheinigung ist im Zusammenhang des &sect;&nbsp;27 KStG 2002 n.F. der Anteilseigner; die Herabsetzung des Nennkapitals und deren steuerliche Rechtsfolgen nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;2 KStG 2002 n.F. bleiben davon unber&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Ist damit die Auszahlung an B keine bescheinigungspflichtige Leistung i.S. des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;3 KStG 2002 n.F., kann das Fehlen der Bescheinigung &uuml;ber eine Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr auch keine Kapitalertragsteuer ausl&ouml;sen (&sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 KStG 2002 n.F.). Das angefochtene Urteil sowie der entsprechende Nachforderungsbescheid sind aufzuheben. Die Auszahlung mindert den Bestand des steuerlichen Einlagekontos zum 31.&nbsp;Dezember 2007, der antragsgem&auml;&szlig; auf 12.000.000&nbsp;EUR festzustellen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.10.2014, I R 31\/13 Leistungen der Kapitalgesellschaft i.S. von &sect; 27 Abs. 1 Satz 3 KStG 2002 n.F. in Abgrenzung zur R&uuml;ckzahlung von Nennkapital Leits&auml;tze Eine R&uuml;ckzahlung des Nennkapitals i.S. von &sect; 28 Abs. 2 Satz 2 KStG 2002 n.F. (nach einer Nennkapitalherabsetzung) erm&ouml;glicht einen Direktzugriff auf das steuerliche Einlagekonto. 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