{"id":64123,"date":"2015-03-10T20:07:14","date_gmt":"2015-03-10T18:07:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64123"},"modified":"2015-03-10T20:07:14","modified_gmt":"2015-03-10T18:07:14","slug":"iv-r-57-11-keine-tarifbeguenstigte-anteilsveraeusserung-bei-nur-teilweiser-aufdeckung-der-in-der-person-des-veraeusserers-vorhandenen-stillen-reserven-gesamtplan-rechtsprechung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-57-11-keine-tarifbeguenstigte-anteilsveraeusserung-bei-nur-teilweiser-aufdeckung-der-in-der-person-des-veraeusserers-vorhandenen-stillen-reserven-gesamtplan-rechtsprechung\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;57\/11 &#8211; Keine tarifbeg&uuml;nstigte Anteilsver&auml;u&szlig;erung bei nur teilweiser Aufdeckung der in der Person des Ver&auml;u&szlig;erers vorhandenen stillen Reserven &#8211; &quot;Gesamtplan-Rechtsprechung&quot;"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.12.2014, IV R 57\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine tarifbeg&uuml;nstigte Anteilsver&auml;u&szlig;erung bei nur teilweiser Aufdeckung der in der Person des Ver&auml;u&szlig;erers vorhandenen stillen Reserven &#8211; &quot;Gesamtplan-Rechtsprechung&quot;<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Werden Teile der wesentlichen Betriebsgrundlagen einer KG unter Fortf&uuml;hrung stiller Reserven auf eine Schwester-KG &uuml;bertragen und sodann die Mitunternehmeranteile an der Schwester-KG ver&auml;u&szlig;ert, so ist die Tarifbeg&uuml;nstigung nach &sect; 34 Abs. 2 Nr. 1 i.V.m. Abs. 1 EStG nicht zu gew&auml;hren, weil nicht alle in der Person des Ver&auml;u&szlig;erers (Mitunternehmers) vorhandenen stillen Reserven in einem einheitlichen Vorgang aufgedeckt werden.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) waren Anfang des Jahres 1997 (Streitjahr) Kommanditisten der X-GmbH &#038; Co. KG&nbsp;(KG). Komplement&auml;rin war die X-GmbH, deren Gesellschafter wiederum die Kl&auml;ger waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitjahr beabsichtigte der in I beheimatete A-Konzern, Teile der auf Deutschland und einige andere europ&auml;ische L&auml;nder konzentrierten gesch&auml;ftlichen Aktivit&auml;ten der KG zu &uuml;bernehmen, um damit weltweit zu expandieren. Die &Uuml;bernahme des Gesch&auml;fts wurde auf der Grundlage von mindestens acht jeweils am &#8230; 1997 geschlossenen Vertr&auml;gen vollzogen. In der Sache gr&uuml;ndeten die Kl&auml;ger eine zweite GmbH &#038; Co. KG, die Beigeladene, und &uuml;bertrugen auf diese Teile des Betriebsverm&ouml;gens der KG. Zugleich pachtete die Beigeladene die Immobilien und das bewegliche Anlageverm&ouml;gen der KG. Beide Gesellschaften schlossen au&szlig;erdem einen Lizenzvertrag, in welchem der Beigeladenen eine unbegrenzte, unwiderrufliche und ausschlie&szlig;liche Lizenz mit G&uuml;ltigkeit im Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland f&uuml;r die Nutzung eines bestimmten Know-how der KG gew&auml;hrt wurde. Schlie&szlig;lich verkauften und &uuml;bertrugen die Kl&auml;ger Teile ihrer Anteile an der Beigeladenen und an deren Komplement&auml;r-GmbH an die A Holding GmbH (H-GmbH). Als Kaufpreis f&uuml;r den Verkauf und die &Uuml;bertragung der Kommandit- und der GmbH-Anteile wurde insgesamt ein Barpreis in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM zuz&uuml;glich &#8230; Stammaktien der A Ltd. vereinbart. Die Kl&auml;ger machten der H-GmbH zudem das unwiderrufliche Angebot, die nach Unterzeichnung des Vertrags verbleibenden Kommanditanteile und GmbH-Stammeinlagen zu &uuml;bertragen. Diese Kaufoption wurde sp&auml;ter durch Vertrag vom &#8230; Dezember 2000 mit Wirkung vom 1.&nbsp;Januar 2001 zu einem Preis von insgesamt &#8230;&nbsp;DM ausge&uuml;bt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Erkl&auml;rung zur gesonderten und einheitlichen Feststellung von Grundlagen f&uuml;r die Einkommensbesteuerung f&uuml;r das Streitjahr gab die Beigeladene die Beteiligungsverh&auml;ltnisse ihrer Komplement&auml;rin und ihrer Kommanditisten am Ende des Jahres an. Die laufenden Eink&uuml;nfte wurden mit &#8230;&nbsp;DM beziffert. Daneben erkl&auml;rte die Beigeladene einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte in seinem unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung ergangenen Feststellungsbescheid vom 14.&nbsp;Juli 1999 zun&auml;chst der Erkl&auml;rung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer bei der Beigeladenen f&uuml;r die Jahre 1997 bis 2001 durchgef&uuml;hrten Au&szlig;enpr&uuml;fung griff der Pr&uuml;fer allerdings den geschilderten Sachverhalt auf und ermittelte, dass die Beigeladene von 1997 bis 2000 Lizenzgeb&uuml;hren in H&ouml;he von insgesamt &#8230;&nbsp;DM an die KG gezahlt hatte. Zudem ging er davon aus, dass die KG bei der Ver&auml;u&szlig;erung und &Uuml;bertragung von Know-how im Jahr 2001 einen Erl&ouml;s von &#8230;&nbsp;DM erzielt habe. Aufgrund dieser Feststellungen gelangte er zu der Auffassung, dass die Tarifbeg&uuml;nstigung des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (EStG) auf den Gewinn der Kl&auml;ger aus der Ver&auml;u&szlig;erung der Teil-Mitunternehmeranteile an der Beigeladenen im Streitjahr nicht anwendbar sei, weil nur ein Teil der wesentlichen Betriebsgrundlagen von der KG auf die Beigeladene &uuml;bertragen worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA folgte dem und erlie&szlig; am 14.&nbsp;Juni 2004 einen nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) ge&auml;nderten Feststellungsbescheid, in dem der erzielte Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn nunmehr als nicht tarifbeg&uuml;nstigter (laufender) Gewinn gesondert und einheitlich festgestellt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhoben die Kl&auml;ger Klage vor dem Finanzgericht (FG), der das Gericht mit dem angefochtenen Urteil stattgab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte das FG im Wesentlichen aus, die Kl&auml;ger h&auml;tten mit der anteiligen Ver&auml;u&szlig;erung ihrer Kommanditanteile an der Beigeladenen an die H-GmbH einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von insgesamt &#8230;&nbsp;DM erzielt, der &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG unterfalle. Der Wortlaut dieser Normen verbiete es, die wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse in anderen Schwestergesellschaften mit in die &Uuml;berlegungen einzubeziehen. Damit sei es unvereinbar, wenn man im Streitfall die Tarifbeg&uuml;nstigung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns der Kl&auml;ger f&uuml;r ihre quotalen Anteile an der Beigeladenen davon abh&auml;ngig machen w&uuml;rde, dass diese auch eine entsprechende Quote ihrer Kommanditanteile an der KG mit ver&auml;u&szlig;erten, obwohl diese Gesellschaft in keiner rechtlichen Verbindung zur Beigeladenen stehe. Nichts anderes folge aus &sect;&nbsp;42 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die auf die Verletzung von &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 EStG gest&uuml;tzte Revision des FA.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das Urteil des Nieders&auml;chsischen FG vom 25.&nbsp;Oktober&nbsp;2011&nbsp;&nbsp;15&nbsp;K&nbsp;10217\/09 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt zur Aufhebung des FG-Urteils sowie zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG ist zu Unrecht davon ausgegangen, dass der von den Kl&auml;gern durch die anteilige Ver&auml;u&szlig;erung ihrer Kommanditanteile an der Beigeladenen an die H-GmbH erzielte Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von insgesamt &#8230;&nbsp;DM &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;1 EStG unterf&auml;llt und entsprechend festzustellen ist. Er ist vielmehr &#8211;wie auch im mit der Klage angegriffenen ge&auml;nderten Feststellungsbescheid vom 14.&nbsp;Juni 2004 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 8.&nbsp;Juni 2009 erfolgt&#8211; als laufender Gewinn festzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. In die gesonderte und einheitliche Feststellung der Eink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO sind auch die Gewinne einzubeziehen, die ein Gesellschafter aus der Ver&auml;u&szlig;erung eines Mitunternehmeranteils erzielt (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29.&nbsp;April 1993 IV&nbsp;R&nbsp;107\/92, BFHE 171, 23, BStBl II 1993, 666; vom 10.&nbsp;April 2014 III&nbsp;R&nbsp;20\/13, BFHE 244, 530). Der entsprechende Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn geh&ouml;rt insoweit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG zu den Eink&uuml;nften des Gesellschafters aus seiner Beteiligung an der Personengesellschaft und ist deshalb auch verfahrensrechtlich als Bestandteil der gesondert und einheitlich festzustellenden Eink&uuml;nfte anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von der Feststellung eines Gewinns i.S. des &sect;&nbsp;16 EStG zu unterscheiden ist die Qualifikation des Gewinns als Bestandteil der au&szlig;erordentlichen Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EStG (zur Selbst&auml;ndigkeit dieser Feststellung: BFH-Urteile vom 9.&nbsp;Februar 2011 IV&nbsp;R&nbsp;15\/08, BFHE 233, 290, BStBl II 2011, 764, und vom 30.&nbsp;August 2012 IV&nbsp;R&nbsp;44\/10, BFH\/NV 2013, 376, jeweils m.w.N.). Die Feststellung, dass ein bestimmter Betrag der festgestellten Eink&uuml;nfte der Personengesellschaft als au&szlig;erordentliche Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;34 EStG zu qualifizieren ist, ist als Feststellung einer anderen Besteuerungsgrundlage im Zusammenhang mit der gesonderten und einheitlichen Feststellung der einkommensteuerpflichtigen Eink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO zu treffen. Nicht Bestandteil dieser Feststellung ist eine Entscheidung dar&uuml;ber, ob ein Mitunternehmer weitere pers&ouml;nliche Merkmale erf&uuml;llt, die Voraussetzung f&uuml;r die Gew&auml;hrung der Tarifbeg&uuml;nstigung sind (z.B. die in &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 EStG heutiger Fassung enthaltenen pers&ouml;nlichen Tatbestandsmerkmale). &Uuml;ber diese ist erst im Rahmen der Festsetzung der Einkommensteuer f&uuml;r den jeweiligen Mitunternehmer zu entscheiden. Gegenstand der im Streitfall zu treffenden Entscheidung ist danach ausschlie&szlig;lich, ob der Gewinn der Kl&auml;ger aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Teilen der Mitunternehmeranteile an der Beigeladenen der Tarifbeg&uuml;nstigung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 EStG unterliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Erzielt der Steuerpflichtige aus der Ver&auml;u&szlig;erung eines Mitunternehmeranteils einen Gewinn i.S. des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG, so ist dieser Gewinn nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 EStG mit einem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz zu besteuern, soweit er im Sinne der letztgenannten Vorschriften zu au&szlig;erordentlichen Eink&uuml;nften f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG unterliegen in dem zu versteuernden Einkommen enthaltene au&szlig;erordentliche Eink&uuml;nfte der Tarifbeg&uuml;nstigung nach den S&auml;tzen&nbsp;2 bis 4. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;1 EStG kommen als au&szlig;erordentliche Eink&uuml;nfte nur die enumerativ in &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nrn.&nbsp;1 bis 3 EStG aufgef&uuml;hrten Eink&uuml;nfte in Betracht, so u.a. nach Nr.&nbsp;1 Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne i.S. des &sect;&nbsp;16 EStG. Durch die Verwendung der Worte &quot;kommen nur in Betracht&quot; hat der Gesetzgeber zum Ausdruck gebracht, dass bei Vorliegen der unter den Nrn.&nbsp;1 bis 3 aufgez&auml;hlten Tatbest&auml;nde die Gew&auml;hrung der Tarifbeg&uuml;nstigung zwar nahe liegt, aber nicht zwingend ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn i.S. des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EStG unterliegt danach der Tarifbeg&uuml;nstigung nur, wenn er auch &quot;au&szlig;erordentlich&quot; ist. Dies setzt bei allen Tatbest&auml;nden des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 EStG eine atypische Zusammenballung voraus (zuletzt BFH-Urteile vom 23.&nbsp;Oktober 2013 X&nbsp;R&nbsp;3\/12, BFHE 243, 287, BStBl II 2014, 58, und vom 25.&nbsp;September 2014 III&nbsp;R&nbsp;5\/12, BFH\/NV 2015, 104, zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung vorgesehen). Das Erfordernis der Zusammenballung folgt aus dem Zweck der Tarifbeg&uuml;nstigung nach &sect;&nbsp;34 EStG, die zusammengeballte Realisierung der w&auml;hrend vieler Jahre entstandenen stillen Reserven nicht nach dem progressiven Einkommensteuertarif zu erfassen. Die Tarifbeg&uuml;nstigung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;34 EStG setzt demnach voraus, dass alle stillen Reserven, die in den wesentlichen Grundlagen einer betrieblichen Sachgesamtheit angesammelt wurden, in einem einheitlichen Vorgang aufgel&ouml;st werden (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 18.&nbsp;Oktober 1999 GrS&nbsp;2\/98, BFHE 189, 465, BStBl II 2000, 123, m.w.N.; BFH-Urteile in BFH\/NV 2013, 376; in BFHE 243, 287, BStBl II 2014, 58, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Streitjahr war auch die Ver&auml;u&szlig;erung eines Teils eines Mitunternehmeranteils grunds&auml;tzlich tarifbeg&uuml;nstigt. Zwar ist &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG durch das Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz vom 20.&nbsp;Dezember 2001 (BGBl I 2001, 3858) mit Wirkung f&uuml;r nach dem 31.&nbsp;Dezember 2001 erfolgte Ver&auml;u&szlig;erungen in der Weise ge&auml;ndert worden, dass nur noch die &Uuml;bertragung des &quot;gesamten&quot; Gesellschaftsanteils zu einem nach &sect;&nbsp;34 EStG beg&uuml;nstigten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn f&uuml;hrt. Der BFH hat jedoch mehrfach entschieden, dass f&uuml;r die Zeit vor In-Kraft-Treten dieses Gesetzes entsprechend der bis dahin geltenden Rechtsprechung und Verwaltungsauffassung an der Steuerbeg&uuml;nstigung von Gewinnen aus Teilanteilsver&auml;u&szlig;erungen festzuhalten ist (BFH-Urteile vom 16.&nbsp;September 2004 IV&nbsp;R&nbsp;11\/03, BFHE 207, 274, BStBl II 2004, 1068; vom 10.&nbsp;November 2005 IV&nbsp;R&nbsp;7\/05, BFHE 211, 312, BStBl II 2006, 176; vom 10.&nbsp;Juni 2008 VIII&nbsp;R&nbsp;79\/05, BFHE 222, 320, BStBl II 2008, 863; in BFH\/NV 2013, 376). Wird nur ein Teil eines Mitunternehmeranteils &uuml;bertragen, so sind die in diesem Teilanteil gebundenen anteiligen stillen Reserven in einem einheitlichen Vorgang aufzul&ouml;sen (vgl. BFH-Urteil vom 12.&nbsp;April 2000 XI&nbsp;R&nbsp;35\/99, BFHE 192, 419, BStBl II 2001, 26). Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH umfasst dabei der Mitunternehmeranteil i.S. von &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;2 EStG nicht nur den Anteil des Mitunternehmers am Verm&ouml;gen der Gesellschaft, sondern auch etwaiges Sonderbetriebsverm&ouml;gen (BFH-Urteile vom 19.&nbsp;M&auml;rz 1991 VIII&nbsp;R&nbsp;76\/87, BFHE 164, 260, BStBl II 1991, 635; vom 24.&nbsp;August 2000 IV&nbsp;R&nbsp;51\/98, BFHE 192, 534, BStBl II 2005, 173; in BFH\/NV 2013, 376). Die Tarifbeg&uuml;nstigung eines Gewinns aus der Ver&auml;u&szlig;erung eines Teil-Mitunternehmeranteils nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 EStG setzt daher voraus, dass auch das Sonderbetriebsverm&ouml;gen des ver&auml;u&szlig;ernden Mitunternehmers anteilig mitver&auml;u&szlig;ert wird, soweit es wesentliche Betriebsgrundlagen enth&auml;lt (BFH-Urteile in BFHE 192, 419, BStBl II 2001, 26; in BFHE 211, 312, BStBl II 2006, 176; in BFHE 222, 320, BStBl II 2008, 863; in BFH\/NV 2013, 376).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ausgehend von dem unter II.2.b beschriebenen Normverst&auml;ndnis ist f&uuml;r die Tarifbeg&uuml;nstigung eines Gewinns aus der Ver&auml;u&szlig;erung einer der unter den Tatbestand des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nrn.&nbsp;1 bis 3 EStG fallenden Sachgesamtheiten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 EStG grunds&auml;tzlich eine zeitraumbezogene Betrachtung geboten, wenn aufgrund einheitlicher Planung und in engem zeitlichen Zusammenhang mit der Ver&auml;u&szlig;erung der betrieblichen Sachgesamtheit eine dieser Sachgesamtheit zugeordnete wesentliche Betriebsgrundlage ohne Aufdeckung s&auml;mtlicher stiller Reserven aus deren Betriebsverm&ouml;gen ausgeschieden ist. Umfasst ein &quot;Ver&auml;u&szlig;erungsplan&quot; mehrere Teilakte, so gebietet der Zweck der Tarifbeg&uuml;nstigung, s&auml;mtliche Teilakte (hier die Ver&auml;u&szlig;erung und die &Uuml;bertragung) miteinander zu verklammern und als einen einheitlichen Vorgang im Hinblick auf die atypische Zusammenballung der Eink&uuml;nfte zu betrachten (vgl. BFH-Urteile in BFH\/NV 2013, 376, und vom 5.&nbsp;Februar 2014 X&nbsp;R&nbsp;22\/12, BFHE 244, 49, BStBl II 2014, 388, jeweils m.w.N.). Au&szlig;erordentliche Eink&uuml;nfte liegen daher nicht vor, wenn durch einzelne Teilakte des einheitlich zu betrachtenden Vorgangs nicht alle stillen Reserven aufgedeckt werden (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2013, 376, mit umfangreichen Nachweisen zur Rechtsprechung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Senat hat diese als &quot;Gesamtplan-Rechtsprechung&quot; bezeichneten Grunds&auml;tze allerdings &#8211;anders als die Beteiligten meinen&#8211; alleine im Wege der teleologischen Auslegung des &sect;&nbsp;34 EStG gewonnen und sie nicht auf &sect;&nbsp;42 AO gest&uuml;tzt. Soweit der X.&nbsp;Senat des BFH in dem von den Beteiligten angesprochenen Beschluss vom 19.&nbsp;Januar 2011 X&nbsp;B&nbsp;43\/10 (BFH\/NV 2011, 636) die Auffassung vertreten hat, die Gesamtplan-Rechtsprechung fu&szlig;e auf &sect;&nbsp;42 AO, hat er daran in sp&auml;teren Judikaten nicht mehr festgehalten, sondern zur Begr&uuml;ndung ebenfalls auf den Sinn und Zweck des &sect;&nbsp;34 EStG abgestellt: So hat er im Urteil vom 22.&nbsp;Oktober 2013 X&nbsp;R&nbsp;14\/11 (BFHE 243, 271, BStBl II 2014, 158) zwar ausgef&uuml;hrt, ein Gesamtplan sei zu verneinen, wenn wirtschaftliche Gr&uuml;nde f&uuml;r die einzelnen Teilschritte vorl&auml;gen und es dem Steuerpflichtigen gerade auf die Konsequenzen dieser Teilschritte ankomme (&quot;Plan in Einzelakten&quot;). Allerdings hat er deutlich gemacht, dass die Gesamtplan-Rechtsprechung im Anwendungsbereich der &sect;&sect;&nbsp;16, 34 EStG ausschlie&szlig;lich der Verwirklichung des Zwecks der Tarifbeg&uuml;nstigung dient, n&auml;mlich die zusammengeballte Realisierung der w&auml;hrend vieler Jahre entstandenen stillen Reserven nicht dem progressiven Einkommensteuertarif zu unterwerfen. Im Urteil in BFHE 244, 49, BStBl II 2014, 388 ist der X.&nbsp;Senat sodann ausdr&uuml;cklich der auf den Zweck des &sect;&nbsp;34 EStG gest&uuml;tzten Rechtsprechung des erkennenden Senats im Urteil in BFH\/NV 2013, 376 gefolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit es um die Ver&auml;u&szlig;erung von Mitunternehmeranteilen nach zuvor erfolgter Buchwert-&Uuml;bertragung wesentlicher Betriebsgrundlagen geht, hat der Senat im Urteil vom 6.&nbsp;September 2000 IV&nbsp;R&nbsp;18\/99 (BFHE 193, 116, BStBl II 2001, 229) ausgef&uuml;hrt, die angesprochenen Vorg&auml;nge d&uuml;rften nicht isoliert voneinander betrachtet werden, weil der &quot;Wert&quot; eines Mitunternehmeranteils, abgesehen von ggf. vorhandenem Sonderbetriebsverm&ouml;gen, vom vorhandenen Gesellschaftsverm&ouml;gen gepr&auml;gt werde. Werde das Gesellschaftsverm&ouml;gen ohne entsprechende Gegenleistung auf einen anderen Rechtstr&auml;ger &uuml;bertragen, so werde zugleich dem Mitunternehmeranteil sein Wert genommen. Dies gelte auch f&uuml;r die im Mitunternehmeranteil ruhenden stillen Reserven, die bei einer unentgeltlichen &Uuml;bertragung aus dem Gesellschaftsverm&ouml;gen dem Mitunternehmeranteil vollst&auml;ndig entzogen werden k&ouml;nnten. Werde dem Mitunternehmeranteil nur ein Teil der stillen Reserven durch vorherige Buchwert&uuml;bertragung entzogen, so entstehe bei Ver&auml;u&szlig;erung oder Aufgabe ein Gewinn durch Aufdeckung der verbliebenen stillen Reserven. Die Gew&auml;hrung der Tarifbeg&uuml;nstigung f&uuml;r den erzielten Gewinn aus der Anteilsver&auml;u&szlig;erung w&uuml;rde dann aber bedeuten, dass sie trotz nur teilweiser Aufdeckung der stillen Reserven in Anspruch genommen werden k&ouml;nne. Ein solches Ergebnis stehe aber im Widerspruch zum Zweck der Tarifbeg&uuml;nstigung, die Progressionswirkung durch die geballte Aufdeckung der stillen Reserven zu mildern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Senat ist der Auffassung, dass die unter II.2.d&nbsp;bb wiedergegebenen Grunds&auml;tze auch auf F&auml;lle entsprechende Anwendung finden m&uuml;ssen, in denen wesentliche Betriebsgrundlagen einer KG teilweise und unter Fortf&uuml;hrung der stillen Reserven auf eine neu gegr&uuml;ndete KG &uuml;bertragen und anschlie&szlig;end Anteile an der neu gegr&uuml;ndeten KG ver&auml;u&szlig;ert werden. Denn auch in diesen F&auml;llen werden &#8211;wie auch in dem dem Senatsurteil in BFHE 193, 116, BStBl II 2001, 229 zugrunde liegenden Fall&#8211; in der Person des Ver&auml;u&szlig;erers nicht alle stillen Reserven in einem einheitlichen Vorgang aufgedeckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Den Kl&auml;gern ist zwar einzur&auml;umen, dass der Wortlaut des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG alleine auf die &quot;Ver&auml;u&szlig;erung eines Mitunternehmeranteils&quot; und damit auf das dem ver&auml;u&szlig;erten Anteil zuzurechnende Betriebsverm&ouml;gen abstellt, was daf&uuml;r sprechen k&ouml;nnte, bezogen auf die Tarifbeg&uuml;nstigung nach &sect;&nbsp;34 EStG auch nur die Aufdeckung der stillen Reserven in eben diesem Betriebsverm&ouml;gen zu verlangen. Indessen kann es im Hinblick auf das Ziel des &sect;&nbsp;34 EStG, nur &quot;au&szlig;erordentliche Eink&uuml;nfte&quot; im Sinne einer zusammengeballten Realisierung der w&auml;hrend vieler Jahre entstandenen stillen Reserven nicht nach dem progressiven Einkommensteuertarif zu erfassen, keinen Unterschied machen, ob &#8211;wie in dem dem Urteil in BFHE 193, 116, BStBl II 2001, 229 zugrunde liegenden Fall&#8211; die Mitunternehmeranteile an der Personengesellschaft, die die stillen Reserven urspr&uuml;nglich erwirtschaftet hat und der zuvor wesentliche Betriebsgrundlagen entzogen wurden, oder &#8211;wie im Streitfall&#8211; die Mitunternehmeranteile an der neu gegr&uuml;ndeten KG, die nur Teile der wesentlichen Betriebsgrundlagen der urspr&uuml;nglichen KG &uuml;bertragen bekommen hat, ver&auml;u&szlig;ert werden. Denn im Ergebnis werden in beiden F&auml;llen nicht alle in der Person des Ver&auml;u&szlig;erers vorhandenen stillen Reserven in einem einheitlichen Vorgang aufgedeckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die Richtigkeit der vorstehenden Erw&auml;gungen ergibt sich daraus, dass nach den Ausf&uuml;hrungen des Gro&szlig;en Senats des BFH im Beschluss in BFHE 189, 465, BStBl II 2000, 123 die f&uuml;r die Anwendung der &sect;&sect;&nbsp;16, 34 EStG erforderliche Zusammenballung nicht vorliegt, wenn &quot;dem Ver&auml;u&szlig;erer oder Aufgebenden&quot; noch stille Reserven verbleiben, die erst in einem sp&auml;teren Veranlagungszeitraum aufgedeckt werden. Durch das Abstellen auf die Person des Ver&auml;u&szlig;erers bzw. Aufgebenden wird deutlich, dass es f&uuml;r die Gew&auml;hrung der Tarifbeg&uuml;nstigung des &sect;&nbsp;34 EStG entscheidend darauf ankommt, ob bei derjenigen Person, welche diese Beg&uuml;nstigung in Anspruch nehmen will, stille Reserven verbleiben. Nur wenn dies nicht der Fall ist, kann die betroffene Person &quot;au&szlig;erordentliche Eink&uuml;nfte&quot; beziehen. Bei der Ver&auml;u&szlig;erung von Mitunternehmeranteilen ist insoweit auf die Gesellschafter als die der Einkommensteuer unterliegenden Steuersubjekte abzustellen. In ihrer Person sind aber in dem Fall, dass das Betriebsverm&ouml;gen einer KG derart aufgeteilt wird, dass Teile der wesentlichen Betriebsgrundlagen einer neu gegr&uuml;ndeten KG zugewiesen werden, um anschlie&szlig;end Anteile an dieser neu gegr&uuml;ndeten Gesellschaft zu ver&auml;u&szlig;ern, stille Reserven in Form der bei der urspr&uuml;nglichen KG zur&uuml;ckbehaltenen wesentlichen Betriebsgrundlagen anteilig nicht mit aufgedeckt worden, weshalb die Inanspruchnahme der Tarifbeg&uuml;nstigung f&uuml;r den von ihnen erzielten Gewinn aus der Anteilsver&auml;u&szlig;erung an der neu gegr&uuml;ndeten Gesellschaft im Widerspruch zum Zweck der Beg&uuml;nstigung st&uuml;nde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Die vorstehenden Grunds&auml;tze gewinnt der Senat durch Auslegung des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 EStG. Er bewegt sich damit innerhalb der Grenzen, die das Gesetz durch seinen Wortlaut selbst zieht, und &uuml;berschreitet nicht &#8211;wie die Kl&auml;gerin meint&#8211; die Grenze verfassungsrechtlich unzul&auml;ssiger Rechtsfortbildung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da das FG von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen ist, war sein Urteil aufzuheben. Die Sache ist spruchreif. Auf den von den Kl&auml;gern erzielten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn kann die Tarifbeg&uuml;nstigung nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 EStG nicht angewendet werden, weshalb die auf die Gew&auml;hrung der Tarifbeg&uuml;nstigung gerichtete Klage keinen Erfolg haben kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Es steht f&uuml;r den Senat au&szlig;er Zweifel, dass im Streitfall nur ein Teil der wesentlichen Betriebsgrundlagen der KG auf die Beigeladene &uuml;bertragen und also wesentliche Betriebsgrundlagen in der KG verblieben sind. Dies folgt daraus, dass sowohl das Betriebsgrundst&uuml;ck als auch das bewegliche Anlageverm&ouml;gen im Eigentum der KG verblieben sind. Diese Wirtschaftsg&uuml;ter geh&ouml;ren aber zu den wesentlichen Betriebsgrundlagen, denn sie waren &#8211;wie der Abschluss des entsprechenden Pachtvertrags zeigt&#8211; f&uuml;r die Erreichung des Betriebszwecks der Beigeladenen erforderlich und f&uuml;r deren Betriebsf&uuml;hrung auch von besonderem Gewicht. Au&szlig;erdem enthielten sie &#8211;was sich bereits aus den erheblichen Pachtzahlungen sowie der Tatsache ergibt, dass das Betriebsgrundst&uuml;ck stille Reserven in H&ouml;he von ca. 1,5 Mio.&nbsp;DM enthielt&#8211; stille Reserven in erheblicher H&ouml;he. Ob daneben auch das der Beigeladenen durch Lizenzvertrag &uuml;berlassene Know-how zu den wesentlichen Betriebsgrundlagen geh&ouml;rte, kann der Senat insoweit offenlassen. Soweit vorgetragen worden ist, die Lizenzzahlungen seien verdeckter Bestandteil des f&uuml;r die Teil-Mitunternehmeranteile entrichteten Kaufpreises, muss der Senat dem deshalb nicht nachgehen, weil das FG f&uuml;r den Senat nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindend festgestellt hat, dass es sich bei den Lizenzzahlungen um laufende Eink&uuml;nfte gehandelt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Rahmen der Ver&auml;u&szlig;erung eines Teils der Anteile an der Beigeladenen haben die Kl&auml;ger die in der KG verbliebenen stillen Reserven nicht anteilig mit aufgedeckt. Entsprechend lagen die Voraussetzungen von &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 EStG nicht vor, weil nicht alle in der Person der Ver&auml;u&szlig;erer vorhandenen stillen Reserven anteilig aufgedeckt worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die m&uuml;ndliche Verhandlung war nach dem Eingang des Schriftsatzes des Kl&auml;gervertreters vom 11.&nbsp;Dezember 2014 nicht wiederzuer&ouml;ffnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;121 Satz 1, &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 FGO hat das Gericht nach pflichtgem&auml;&szlig;em Ermessen zu entscheiden, ob eine bereits geschlossene m&uuml;ndliche Verhandlung wiederer&ouml;ffnet wird. Das Ermessen ist allerdings auf Null reduziert, wenn durch die Ablehnung der Wiederer&ouml;ffnung wesentliche Prozessgrunds&auml;tze verletzt w&uuml;rden, z.B. weil andernfalls der Anspruch eines Beteiligten auf rechtliches Geh&ouml;r verletzt ist (vgl. BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;Juli 2006 IV&nbsp;B&nbsp;94\/05, BFH\/NV 2006, 2266, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zu einer solchen Entscheidung gibt der nach Schlie&szlig;ung der m&uuml;ndlichen Verhandlung am 11.&nbsp;Dezember 2014 bei dem BFH eingereichte Schriftsatz der Kl&auml;ger, soweit in ihm &uuml;berhaupt ein Antrag auf Wiederer&ouml;ffnung enthalten sein sollte, keine Veranlassung, denn der Senat kommt auch unter Ber&uuml;cksichtigung der darin enthaltenen Ausf&uuml;hrungen zu keinem anderen Entscheidungsergebnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO. Die au&szlig;ergerichtlichen Kosten der Beigeladenen sind nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;139 Abs.&nbsp;4 FGO erstattungsf&auml;hig. Denn die Beigeladene hat das Verfahren weder schrifts&auml;tzlich gef&ouml;rdert noch einen eigenen Sachantrag gestellt; entsprechend trug sie kein Kostenrisiko (vgl. BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Mai 2013 IV&nbsp;R&nbsp;6\/10, BFH\/NV 2013, 1584).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.12.2014, IV R 57\/11 Keine tarifbeg&uuml;nstigte Anteilsver&auml;u&szlig;erung bei nur teilweiser Aufdeckung der in der Person des Ver&auml;u&szlig;erers vorhandenen stillen Reserven &#8211; &quot;Gesamtplan-Rechtsprechung&quot; Leits&auml;tze Werden Teile der wesentlichen Betriebsgrundlagen einer KG unter Fortf&uuml;hrung stiller Reserven auf eine Schwester-KG &uuml;bertragen und sodann die Mitunternehmeranteile an der Schwester-KG ver&auml;u&szlig;ert, so ist die Tarifbeg&uuml;nstigung nach &sect; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-57-11-keine-tarifbeguenstigte-anteilsveraeusserung-bei-nur-teilweiser-aufdeckung-der-in-der-person-des-veraeusserers-vorhandenen-stillen-reserven-gesamtplan-rechtsprechung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;57\/11 &#8211; Keine tarifbeg&uuml;nstigte Anteilsver&auml;u&szlig;erung bei nur teilweiser Aufdeckung der in der Person des Ver&auml;u&szlig;erers vorhandenen stillen Reserven &#8211; &quot;Gesamtplan-Rechtsprechung&quot;<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-64123","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64123","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64123"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64123\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64123"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64123"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64123"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}