{"id":64344,"date":"2015-04-01T10:59:21","date_gmt":"2015-04-01T08:59:21","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64344"},"modified":"2015-04-01T10:59:21","modified_gmt":"2015-04-01T08:59:21","slug":"vii-r-40-13-eugh-vorlage-zu-den-energiesteuerrechtlichen-folgen-der-feststellung-von-unregelmaessigkeiten-fehlmengen-nach-par-14-abs-3-energiestg-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-40-13-eugh-vorlage-zu-den-energiesteuerrechtlichen-folgen-der-feststellung-von-unregelmaessigkeiten-fehlmengen-nach-par-14-abs-3-energiestg-2\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;40\/13 &#8211; EuGH-Vorlage zu den energiesteuerrechtlichen Folgen der Feststellung von Unregelm&auml;&szlig;igkeiten (Fehlmengen) nach &sect; 14 Abs. 3 EnergieStG:"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 11.11.2014, VII R 40\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">EuGH-Vorlage zu den energiesteuerrechtlichen Folgen der Feststellung von Unregelm&auml;&szlig;igkeiten (Fehlmengen) nach &sect; 14 Abs. 3 EnergieStG:<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ist Art. 10 Abs. 4 Richtlinie 2008\/118\/EG dahingehend auszulegen, dass dessen Voraussetzungen nur dann erf&uuml;llt sind, wenn die gesamte Menge der in einem Verfahren der Steueraussetzung bef&ouml;rderten Waren nicht an ihrem Bestimmungsort eingetroffen ist, oder kann die Regelung unter Ber&uuml;cksichtigung von Art. 10 Abs. 6 Richtlinie 2008\/118\/EG auch auf F&auml;lle angewendet werden, bei denen nur eine Teilmenge der unter Steueraussetzung bef&ouml;rderten verbrauchsteuerpflichtigen Waren nicht am Bestimmungsort eintrifft?<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Ist Art. 20 Abs. 2 Richtlinie 2008\/118\/EG dahingehend auszulegen, dass die Bef&ouml;rderung verbrauchsteuerpflichtiger Waren in einem Verfahren der Steueraussetzung erst dann endet, wenn der Empf&auml;nger das bei ihm eingetroffene Transportmittel vollst&auml;ndig entladen hat, so dass die Feststellung einer Fehlmenge w&auml;hrend des Entladevorgangs noch w&auml;hrend der Bef&ouml;rderung erfolgt?<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Steht Art. 10 Abs. 2 i.V.m. Art. 7 Abs. 2 Buchstabe a Richtlinie 2008\/118\/EG einer nationalen Vorschrift entgegen, nach der die Erhebungskompetenz des Bestimmungsmitgliedstaats (neben dem Ausschluss der in Art. 7 Abs. 4 Richtlinie 2008\/118\/EG geregelten F&auml;lle) allein von der Feststellung des Eintritts einer Unregelm&auml;&szlig;igkeit und der Unm&ouml;glichkeit der Ermittlung des Orts, an dem die Unregelm&auml;&szlig;igkeit begangen worden ist, abh&auml;ngig gemacht wird, oder ist zus&auml;tzlich die Feststellung erforderlich, dass die verbrauchsteuerpflichtigen Waren durch ihre Entnahme aus dem Verfahren der Steueraussetzung in den steuerrechtlich freien Verkehr &uuml;berf&uuml;hrt worden sind?<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Ist Art. 7 Abs. 2 Buchstabe a Richtlinie 2008\/118\/EG dahingehend auszulegen, dass bei der Feststellung einer Unregelm&auml;&szlig;igkeit nach Art. 10 Abs. 2 Richtlinie 2008\/118\/EG eine &Uuml;berf&uuml;hrung der in einem Verfahren der Steueraussetzung bef&ouml;rderten und am Bestimmungsort nicht eingetroffenen verbrauchsteuerpflichtigen Waren in den steuerrechtlich freien Verkehr in s&auml;mtlichen F&auml;llen anzunehmen ist, in denen der in Art. 7 Abs. 4 Richtlinie 2008\/118\/EG vorgesehene Nachweis der vollst&auml;ndigen Zerst&ouml;rung oder des unwiederbringlichen Verlustes der festgestellten Fehlmenge nicht erbracht werden kann?<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union werden folgende Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt:<\/p>\n<\/p>\n<p>1. Ist Art. 10 Abs. 4 Richtlinie 2008\/118\/EG dahingehend auszulegen, dass dessen Voraussetzungen nur dann erf&uuml;llt sind, wenn die gesamte Menge der in einem Verfahren der Steueraussetzung bef&ouml;rderten Waren nicht an ihrem Bestimmungsort eingetroffen ist, oder kann die Regelung unter Ber&uuml;cksichtigung von Art. 10 Abs. 6 Richtlinie 2008\/118\/EG auch auf F&auml;lle angewendet werden, bei denen nur eine Teilmenge der unter Steueraussetzung bef&ouml;rderten verbrauchsteuerpflichtigen Waren nicht am Bestimmungsort eintrifft?<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Ist Art. 20 Abs. 2 Richtlinie 2008\/118\/EG dahingehend auszulegen, dass die Bef&ouml;rderung verbrauchsteuerpflichtiger Waren in einem Verfahren der Steueraussetzung erst dann endet, wenn der Empf&auml;nger das bei ihm eingetroffene Transportmittel vollst&auml;ndig entladen hat, so dass die Feststellung einer Fehlmenge w&auml;hrend des Entladevorgangs noch w&auml;hrend der Bef&ouml;rderung erfolgt?<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Steht Art. 10 Abs. 2 i.V.m. Art. 7 Abs. 2 Buchstabe a Richtlinie 2008\/118\/EG einer nationalen Vorschrift entgegen, nach der die Erhebungskompetenz des Bestimmungsmitgliedstaats (neben dem Ausschluss der in Art. 7 Abs. 4 Richtlinie 2008\/118\/EG geregelten F&auml;lle) allein von der Feststellung des Eintritts einer Unregelm&auml;&szlig;igkeit und der Unm&ouml;glichkeit der Ermittlung des Orts, an dem die Unregelm&auml;&szlig;igkeit begangen worden ist, abh&auml;ngig gemacht wird, oder ist zus&auml;tzlich die Feststellung erforderlich, dass die verbrauchsteuerpflichtigen Waren durch ihre Entnahme aus dem Verfahren der Steueraussetzung in den steuerrechtlich freien Verkehr &uuml;berf&uuml;hrt worden sind?<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Ist Art. 7 Abs. 2 Buchstabe a Richtlinie 2008\/118\/EG dahingehend auszulegen, dass bei der Feststellung einer Unregelm&auml;&szlig;igkeit nach Art. 10 Abs. 2 Richtlinie 2008\/118\/EG eine &Uuml;berf&uuml;hrung der in einem Verfahren der Steueraussetzung bef&ouml;rderten und am Bestimmungsort nicht eingetroffenen verbrauchsteuerpflichtigen Waren in den steuerrechtlich freien Verkehr in s&auml;mtlichen F&auml;llen anzunehmen ist, in denen der in Art. 7 Abs. 4 Richtlinie 2008\/118\/EG vorgesehene Nachweis der vollst&auml;ndigen Zerst&ouml;rung oder des unwiederbringlichen Verlustes der festgestellten Fehlmenge nicht erbracht werden kann?<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) versandte im Januar 2011 Gas&ouml;l des Codes der Kombinierten Nomenklatur 2710&nbsp;19&nbsp;41 unter Verwendung eines elektronischen Verwaltungsdokuments im innergemeinschaftlichen Steueraussetzungsverfahren aus einem in den Niederlanden gelegenen Steuerlager an ein in Deutschland gelegenes Steuerlager. Nach Ankunft des f&uuml;r den Transport eingesetzten Motorschiffs wurde das Gas&ouml;l in einen Tank der deutschen Steuerlagerinhaberin, einer GmbH &#038;&nbsp;Co. KG (KG), gepumpt. Bei der Mengenermittlung durch Bestimmung der Peilh&ouml;he stellte die KG eine gegen&uuml;ber den Angaben im elektronischen Verwaltungsdokument geringere Menge fest. Die ermittelte Fehlmenge betrug 0,202&nbsp;% der angemeldeten Menge. Die festgestellte Mengendifferenz teilte die KG dem Beklagten und Revisionsbeklagten (Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) mit. Aufgrund der &Uuml;berschreitung der von der deutschen Finanzverwaltung generell akzeptierten Toleranzgr&ouml;&szlig;e von 0,2&nbsp;% setzte das HZA gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin Energiesteuer f&uuml;r denjenigen Teil der Fehlmenge fest, der die Toleranzgr&ouml;&szlig;e &uuml;berstieg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) urteilte, die Energiesteuer sei aufgrund einer im Steuergebiet eingetretenen Unregelm&auml;&szlig;igkeit nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 des Energiesteuergesetzes (EnergieStG) entstanden, weshalb der angefochtene Steuerbescheid rechtm&auml;&szlig;ig sei. Der streitgegenst&auml;ndliche Teil der Sendung sei eine Fehlmenge, die auf eine Unregelm&auml;&szlig;igkeit i.S. des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 EnergieStG zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sei, denn hinsichtlich eines Teils der Bef&ouml;rderungsmenge sei das Steueraussetzungsverfahren nicht ordnungsgem&auml;&szlig; beendet worden. Dabei k&ouml;nne ausgeschlossen werden, dass die Unregelm&auml;&szlig;igkeit erst nach der Bef&ouml;rderung eingetreten sei. Die Mengenermittlung im Rahmen des L&ouml;schvorgangs geh&ouml;re zur Aufnahme im Lager des Empf&auml;ngers i.S. des &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EnergieStG. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 EnergieStG gelte die Unregelm&auml;&szlig;igkeit als im Steuergebiet eingetreten. Im Streitfall seien dar&uuml;ber hinaus die Voraussetzungen des Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie 2008\/118\/EG (Richtlinie 2008\/118\/EG) des Rates vom 16.&nbsp;Dezember 2008 &uuml;ber das allgemeine Verbrauchsteuersystem und zur Aufhebung der Richtlinie 92\/12\/EWG (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union 2009 Nr.&nbsp;L&nbsp;9\/12) erf&uuml;llt, weil die Bef&ouml;rderung der Fehlmenge nicht i.S. des Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Richtlinie 2008\/118\/EG beendet worden sei und die Unregelm&auml;&szlig;igkeit trotz der unbekannten Ursache der Fehlmenge eine &Uuml;berf&uuml;hrung des Gas&ouml;ls in den steuerrechtlich freien Verkehr nach Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Richtlinie 2008\/118\/EG zur Folge gehabt habe. Da die Kl&auml;gerin keine weiteren Erl&auml;uterungen zum Entstehen der Fehlmenge abgegeben habe, sei der ihr obliegende Nachweis einer Zerst&ouml;rung oder eines Verlustes i.S. des Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;4 Richtlinie 2008\/118\/EG nicht gef&uuml;hrt worden. Da die zur Bef&ouml;rderung angemeldete Sendung unstreitig am Bestimmungsort eingetroffen sei, k&ouml;nne Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;4 Richtlinie 2008\/118\/EG keine Anwendung finden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil des FG hat die Kl&auml;gerin Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Der Senat setzt das bei ihm anh&auml;ngige Revisionsverfahren aus (&sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;74 der Finanzgerichtsordnung) und legt dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;267 des Vertrages &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union die im Tenor bezeichneten Fragen zur Vorabentscheidung vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Auffassung des Senats sind f&uuml;r die L&ouml;sung des Streitfalls die folgenden unionsrechtlichen und nationalen Bestimmungen von Bedeutung:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><span style=\"text-decoration:underline\">Unionsrecht<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2, Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 und Abs.&nbsp;6 Richtlinie 2008\/118\/EG:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Wurde bei der Bef&ouml;rderung verbrauchsteuerpflichtiger Waren in einem Verfahren der Steueraussetzung eine Unregelm&auml;&szlig;igkeit festgestellt, die eine &Uuml;berf&uuml;hrung dieser Waren in den steuerrechtlich freien Verkehr nach Artikel&nbsp;7 Absatz&nbsp;2 Buchstabe&nbsp;a zur Folge hatte, und kann der Ort, an dem die Unregelm&auml;&szlig;igkeit begangen wurde, nicht bestimmt werden, so gilt die Unregelm&auml;&szlig;igkeit als in dem Mitgliedstaat und zu dem Zeitpunkt eingetreten, in dem bzw. zu dem sie entdeckt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Sind verbrauchsteuerpflichtige Waren, die in einem Verfahren der Steueraussetzung bef&ouml;rdert werden, nicht an ihrem Bestimmungsort eingetroffen und wurde w&auml;hrend der Bef&ouml;rderung keine Unregelm&auml;&szlig;igkeit festgestellt, die eine &Uuml;berf&uuml;hrung dieser Waren in den steuerrechtlich freien Verkehr nach Artikel&nbsp;7 Absatz&nbsp;2 Buchstabe&nbsp;a zur Folge hatte, so gilt eine Unregelm&auml;&szlig;igkeit als im Abgangsmitgliedstaat und zu dem Zeitpunkt begangen, zu dem die Bef&ouml;rderung begonnen hat, es sei denn, dass den zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden des Abgangsmitgliedstaats innerhalb von vier Monaten nach Beginn der Bef&ouml;rderung gem&auml;&szlig; Artikel&nbsp;20 Absatz&nbsp;1 ein hinreichender Nachweis &uuml;ber die Beendigung der Bef&ouml;rderung nach Artikel&nbsp;20 Absatz&nbsp;2 oder &uuml;ber den Ort, an dem die Unregelm&auml;&szlig;igkeit begangen wurde, erbracht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(6) Als Unregelm&auml;&szlig;igkeit im Sinne dieses Artikels gilt ein w&auml;hrend der Bef&ouml;rderung verbrauchsteuerpflichtiger Waren in einem Verfahren der Steueraussetzung eintretender Fall &#8211; mit Ausnahme des in Artikel&nbsp;7 Absatz&nbsp;4 genannten Falls -, aufgrund dessen eine Bef&ouml;rderung oder ein Teil einer Bef&ouml;rderung verbrauchsteuerpflichtiger Waren nicht nach Artikel&nbsp;20 Absatz&nbsp;2 beendet wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Richtlinie 2008\/118\/EG:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die Bef&ouml;rderung verbrauchsteuerpflichtiger Waren in einem Verfahren der Steueraussetzung endet in den in Artikel&nbsp;17 Absatz&nbsp;1 Buchstabe&nbsp;a Ziffern&nbsp;i, ii und iv und Artikel&nbsp;17 Absatz&nbsp;1 Buchstabe&nbsp;b genannten F&auml;llen, wenn der Empf&auml;nger die verbrauchsteuerpflichtigen Waren &uuml;bernommen hat, und in den in Artikel&nbsp;17 Absatz&nbsp;1 Buchstabe&nbsp;a Ziffer&nbsp;iii genannten F&auml;llen, wenn die Waren das Gebiet der Gemeinschaft verlassen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><span style=\"text-decoration:underline\">Nationales Recht:<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 und Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EnergieStG:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Energieerzeugnisse im Sinne des &sect;&nbsp;4 d&uuml;rfen unter Steueraussetzung, auch &uuml;ber Drittl&auml;nder oder Drittgebiete, bef&ouml;rdert werden<br \/>1.&nbsp;&#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. aus Steuerlagern in anderen Mitgliedstaaten oder von registrierten Versendern vom Ort der Einfuhr in anderen Mitgliedstaaten<br \/>a) in Steuerlager<br \/>&#8230;<br \/>im Steuergebiet;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) &#8230; In den F&auml;llen des Absatzes&nbsp;1 Nummer&nbsp;2 endet die Bef&ouml;rderung unter Steueraussetzung mit der Aufnahme der Energieerzeugnisse in das empfangende Steuerlager&nbsp;&#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;3 und Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EnergieStG:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Als Unregelm&auml;&szlig;igkeit gilt ein w&auml;hrend der Bef&ouml;rderung unter Steueraussetzung eintretender Fall, mit Ausnahme der in &sect;&nbsp;8 Absatz&nbsp;1a geregelten F&auml;lle, aufgrund dessen die Bef&ouml;rderung oder ein Teil der Bef&ouml;rderung nicht ordnungsgem&auml;&szlig; beendet werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Wird w&auml;hrend der Bef&ouml;rderung unter Steueraussetzung aus einem Steuerlager in einem anderen Mitgliedstaat oder von einem Ort der Einfuhr in einem anderen Mitgliedstaat im Steuergebiet festgestellt, dass eine Unregelm&auml;&szlig;igkeit eingetreten ist und kann nicht ermittelt werden, wo die Unregelm&auml;&szlig;igkeit eingetreten ist, so gilt sie als im Steuergebiet und zum Zeitpunkt der Feststellung eingetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Sind Energieerzeugnisse unter Steueraussetzung aus dem Steuergebiet in einen anderen Mitgliedstaat bef&ouml;rdert worden (&sect;&nbsp;11 Absatz&nbsp;1 Nummer&nbsp;1, &sect;&nbsp;13 Absatz&nbsp;1) und nicht an ihrem Bestimmungsort eingetroffen, ohne dass w&auml;hrend der Bef&ouml;rderung eine Unregelm&auml;&szlig;igkeit festgestellt worden ist, so gilt die Unregelm&auml;&szlig;igkeit nach Absatz&nbsp;1 als im Steuergebiet zum Zeitpunkt des Beginns der Bef&ouml;rderung eingetreten, es sei denn, der Versender f&uuml;hrt innerhalb einer Frist von vier Monaten nach Beginn der Bef&ouml;rderung den hinreichenden Nachweis, dass die Energieerzeugnisse<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. am Bestimmungsort eingetroffen sind und die Bef&ouml;rderung ordnungsgem&auml;&szlig; beendet wurde oder<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. aufgrund einer au&szlig;erhalb des Steuergebiets eingetretenen Unregelm&auml;&szlig;igkeit nicht am Bestimmungsort eingetroffen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;8 Absatz&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EnergieStG:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1a) Die Steuer entsteht nicht, wenn die Energieerzeugnisse aufgrund ihrer Beschaffenheit oder infolge unvorhersehbarer Ereignisse oder h&ouml;herer Gewalt vollst&auml;ndig zerst&ouml;rt oder unwiderbringlich verloren gegangen sind&nbsp;&#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>IV.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die rechtliche W&uuml;rdigung des Streitfalls ist unionsrechtlich zweifelhaft. Die Entscheidung &uuml;ber die Revision h&auml;ngt zun&auml;chst von der Frage ab, ob die Entladung verbrauchsteuerpflichtiger Waren nach der Ankunft des Transportmittels am Bestimmungsort &#8211;im Streitfall das Umpumpen des aus den Niederlanden bef&ouml;rderten Gas&ouml;ls aus dem Tankschiff in das Tanklager des in Deutschland ans&auml;ssigen Empf&auml;ngers&#8211; noch als Teil der Bef&ouml;rderung i.S. des Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 Richtlinie 2008\/118\/EG angesehen werden kann, so dass dabei ermittelte Fehlmengen als w&auml;hrend der Bef&ouml;rderung festgestellte Unregelm&auml;&szlig;igkeiten gelten k&ouml;nnten. Dar&uuml;ber hinaus stellt sich die Frage, ob in F&auml;llen, in denen zwar das Transportmittel und die Sendung am Bestimmungsort angekommen sind, jedoch nach den am Bestimmungsort getroffenen Feststellungen ein Teil der im elektronischen Verwaltungsdokument angegebenen Menge nicht eingetroffen ist, ohne weitere Feststellungen davon ausgegangen werden kann, dass die Fehlmenge auf einer Unregelm&auml;&szlig;igkeit beruht, es sei denn, es wird der in Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;4 Richtlinie 2008\/118\/EG geregelte Nachweis der vollst&auml;ndigen Zerst&ouml;rung oder des unwiederbringlichen Verlustes der nicht am Bestimmungsort eingetroffenen Waren gef&uuml;hrt. Mit Fragen zur Auslegung des Art.&nbsp;10 Absatz&nbsp;2 und 4 Richtlinie 2008\/118\/EG hat sich bereits eine Expertengruppe der Europ&auml;ischen Kommission befasst (vgl. Empfehlungen der &quot;Arbeitsgruppe&nbsp;2&quot; CED Nr.&nbsp;844 taxud.c.2(2014)1684121), wobei in den Mitgliedstaaten unterschiedliche Auslegungen dieser Bestimmungen festgestellt werden konnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Sofern die aus einem anderen Mitgliedstaat im Steuerversandverfahren bef&ouml;rderten Energieerzeugnisse nicht an bestimmte bezugsberechtigte Personen in Deutschland abgegeben worden sind, entsteht nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 EnergieStG die Energiesteuer, wenn w&auml;hrend der Bef&ouml;rderung von Energieerzeugnissen nach &sect;&nbsp;11 EnergieStG &#8211;d.h. aus einem in einem anderen Mitgliedstaat gelegenen Steuerlager&#8211; im Steuergebiet eine Unregelm&auml;&szlig;igkeit eintritt. Als Unregelm&auml;&szlig;igkeit gilt nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 EnergieStG ein Fall, der nicht unter &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1a EnergieStG f&auml;llt und aufgrund dessen die Bef&ouml;rderung oder ein Teil der Bef&ouml;rderung nicht ordnungsgem&auml;&szlig; beendet werden kann. Wird w&auml;hrend der Bef&ouml;rderung unter Steueraussetzung aus einem Steuerlager in einem anderen Mitgliedstaat im Steuergebiet der Eintritt einer Unregelm&auml;&szlig;igkeit festgestellt, ohne dass der Ort des Eintritts der Unregelm&auml;&szlig;igkeit ermittelt werden kann, gilt diese nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 EnergieStG als im Steuergebiet und zum Zeitpunkt der Feststellung als eingetreten, so dass Deutschland hinsichtlich der danach im Steuergebiet entstandenen Energiesteuer die Erhebungskompetenz zusteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall ist fraglich, ob die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 EnergieStG, mit dem Deutschland die Vorgaben in Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 Richtlinie 2008\/118\/EG in nationales Recht umgesetzt hat, erf&uuml;llt sind. Zwar wurde das Gas&ouml;l aus einem in einem anderen Mitgliedstaat gelegenen Steuerlager im Steueraussetzungsverfahren nach Deutschland bef&ouml;rdert, doch wurde nach der Ankunft des Tankschiffs am Bestimmungsort in Deutschland vom Empf&auml;nger der Ware eine Mengendifferenz festgestellt. Eine Erhebungskompetenz st&uuml;nde Deutschland nur dann zu, wenn im Streitfall auch die Voraussetzungen des Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 Richtlinie 2008\/118\/EG erf&uuml;llt w&auml;ren, d.h. wenn die Feststellung der Fehlmenge als Feststellung einer Unregelm&auml;&szlig;igkeit bei der Bef&ouml;rderung in einem Verfahren der Steueraussetzung angesehen werden k&ouml;nnte. F&uuml;r eine solche Auslegung des Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 Richtlinie 2008\/118\/EG spr&auml;che die in Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Richtlinie 2008\/118\/EG getroffene Regelung, nach der die Bef&ouml;rderung in den in Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Ziffer&nbsp;i Richtlinie 2008\/118\/EG genannten F&auml;llen erst in dem Zeitpunkt endet, in dem der Empf&auml;nger die verbrauchsteuerpflichtige Ware &uuml;bernommen hat. Ist davon auszugehen, dass die Ware erst mit Abschluss des Vorgangs der Entladung &uuml;bernommen wird, bildete die L&ouml;schung einer Fracht den letzten Teil der Bef&ouml;rderung, so dass Fehlmengen noch bei der Bef&ouml;rderung festgestellt w&auml;ren. Nach den Empfehlungen der von der Europ&auml;ischen Kommission eingesetzten Arbeitsgruppe soll f&uuml;r die Beendigung des Bef&ouml;rderungsvorgangs gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Buchstabe&nbsp;d und Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;2 Buchstabe&nbsp;b Richtlinie 2008\/118\/EG die &Uuml;bermittlung der Eingangsmeldung und die Erfassung der verbrauchsteuerpflichtigen Waren in den B&uuml;chern des Empf&auml;ngers ma&szlig;geblich sein. Andererseits lie&szlig;e sich die Auffassung vertreten, dass es lediglich darauf ankommt, dass das Transportmittel am Bestimmungsort angekommen ist und dem Empf&auml;nger die Zugriffsm&ouml;glichkeit auf die Ware verschafft wird. In diesem Fall w&auml;re die Bef&ouml;rderung bereits mit der Ankunft des Bef&ouml;rderungsmittels am Bestimmungsort und evtl. mit dem &Uuml;bergang der Gefahr eines Verlustes der Ware auf den Empf&auml;nger beendet, so dass sich die Entladung als ein der Bef&ouml;rderung nachgelagerter Vorgang darstellte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Bei Anwendung des Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 Richtlinie 2008\/118\/EG w&auml;re auch fraglich, ob aus dem Umstand der Feststellung einer Fehlmenge nach Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;6 Richtlinie 2008\/118\/EG bereits auf den Eintritt einer Unregelm&auml;&szlig;igkeit und einer Entstehung der Steuer nach Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Richtlinie 2008\/118\/EG durch Entnahme der verbrauchsteuerpflichtigen Ware aus dem Verfahren der Steueraussetzung geschlossen werden kann oder ob f&uuml;r die von Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 Richtlinie 2008\/118\/EG geforderte Entnahme i.S. des Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Richtlinie 2008\/118\/EG zus&auml;tzliche Voraussetzungen\/Feststellungen erforderlich sind. Nach der Systematik der unionsrechtlichen Regelungen ist die Feststellung einer Unregelm&auml;&szlig;igkeit lediglich in den F&auml;llen des Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Richtlinie 2008\/118\/EG entbehrlich, der die Fiktion des Eintritts einer Unregelm&auml;&szlig;igkeit lediglich von dem Umstand abh&auml;ngig macht, dass die Waren nicht am Bestimmungsort eingetroffen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;6 Richtlinie 2008\/118\/EG liegt eine Unregelm&auml;&szlig;igkeit vor, wenn w&auml;hrend der Bef&ouml;rderung verbrauchsteuerpflichtiger Waren in einem Verfahren der Steueraussetzung ein Fall eintritt, der dazu f&uuml;hrt, dass eine Bef&ouml;rderung oder ein Teil derselben nicht nach Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Richtlinie 2008\/118\/EG beendet wurde. Diese Vorschrift kann dahin gedeutet werden, dass bereits die Feststellung einer Fehlmenge am Bestimmungsort und damit der Nachweis, dass die Bef&ouml;rderung hinsichtlich dieses Teils der Sendung nicht ordnungsgem&auml;&szlig; beendet wurde, ausreichen, um die Annahme einer Unregelm&auml;&szlig;igkeit zu rechtfertigen. Reicht dagegen die blo&szlig;e Feststellung einer Fehlmenge durch den Empf&auml;nger nicht aus, um zugleich von der Feststellung einer Unregelm&auml;&szlig;igkeit auszugehen, stellte sich die Frage nach der Beweislastverteilung. Einerseits h&auml;tte die zust&auml;ndige Beh&ouml;rde den Nachweis der Entstehung der Steuer nach Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Richtlinie 2008\/118\/EG zu f&uuml;hren; andererseits h&auml;tte der Inhaber des Steuerversandverfahrens nach Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 Richtlinie 2008\/118\/EG die besonderen Umst&auml;nde nachzuweisen, die der Annahme einer Steuerentstehung entgegenst&uuml;nden (z.B. vollst&auml;ndige Zerst&ouml;rung oder unwiederbringlicher Verlust der Waren). Nur wenn sich nach diesen Grunds&auml;tzen eine Unregelm&auml;&szlig;igkeit nicht feststellen lie&szlig;e, bliebe Raum f&uuml;r einen R&uuml;ckgriff auf Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Richtlinie 2008\/118\/EG, von dessen Auslegung die Entscheidung des Streitfalls ebenfalls abh&auml;ngt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Richtlinie 2008\/118\/EG regelt den Fall, dass im Steueraussetzungsverfahren bef&ouml;rderte Waren nicht an ihrem Bestimmungsort eingetroffen sind, wobei w&auml;hrend der Bef&ouml;rderung unter Steueraussetzung keine Unregelm&auml;&szlig;igkeit festgestellt worden ist. In seinen Schlussantr&auml;gen vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2002 in der Rechtssache C-395\/00 (Distillerie Fratelli Cipriani SpA gegen Ministro delle Finanze) hat Generalanwalt Mischo die Ansicht vertreten, dass sich die Abs&auml;tze&nbsp;1 und 2 des Artikels&nbsp;20 der Richtlinie 92\/12\/EWG (Richtlinie 92\/12\/EWG) des Rates vom 25.&nbsp;Februar 1992 &uuml;ber das allgemeine System, den Besitz, die Bef&ouml;rderung und die Kontrolle verbrauchsteuerpflichtiger Waren (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;ABlEG&#8211; Nr.&nbsp;L&nbsp;76\/1) &#8211;die die Vorg&auml;ngervorschrift des Art.&nbsp;10 Richtlinie 2008\/118\/EG ist&#8211; auf F&auml;lle beziehen, in denen die Zuwiderhandlung oder Unregelm&auml;&szlig;igkeit w&auml;hrend der Bef&ouml;rderung begangen worden ist, so dass ein Nachweis der Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit des Vorgangs von der Logik dieser Abs&auml;tze ausgeschlossen ist, weshalb Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Richtlinie 92\/12\/EWG keine Anwendung finden k&ouml;nne, wenn die betreffenden Waren nicht am Bestimmungsort eingetroffen sind. Aus diesen Ausf&uuml;hrungen k&ouml;nnte geschlossen werden, dass von Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Richtlinie 2008\/118\/EG alle F&auml;lle erfasst werden, bei denen Teile der jeweiligen Sendung oder die Sendung als solche nicht am Bestimmungsort eintreffen und bei denen &#8211;aufgrund fehlender &Uuml;berpr&uuml;fungsm&ouml;glichkeiten&#8211; der Eintritt einer Unregelm&auml;&szlig;igkeit nicht festgestellt werden kann. Andererseits w&auml;re auch eine Auslegung der Bestimmung dahingehend denkbar, dass das Unionsrecht die Erhebungskompetenz dem Abgangsmitgliedstaat nur dann zuweist, wenn eine Sendung als solche den Bestimmungsort nicht erreicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hierf&uuml;r k&ouml;nnten der Wortlaut und die Entstehungsgeschichte der Vorschrift sprechen, die der Vorg&auml;ngervorschrift des Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 Richtlinie 92\/12\/EWG nachgebildet ist. Nach dieser Vorschrift gilt die Zuwiderhandlung oder die Unregelm&auml;&szlig;igkeit als in dem Abgangsmitgliedstaat begangen, wenn die verbrauchsteuerpflichtigen Waren nicht am Bestimmungsort eintreffen und der Ort der Zuwiderhandlung oder der Unregelm&auml;&szlig;igkeit nicht festgestellt werden kann. Der Hinweis auf &quot;die verbrauchsteuerpflichtigen Waren&quot; k&ouml;nnte darauf hindeuten, dass sich der Anwendungsbereich der Vorschrift nur auf den Fall erstreckt, dass s&auml;mtliche unter Steueraussetzung bef&ouml;rderten Waren nicht am Bestimmungsort eingetroffen sind. In diese Richtung k&ouml;nnten die Erw&auml;gungsgr&uuml;nde gedeutet werden, nach denen es angebracht ist, dass die Verbrauchsteuer im Fall einer Zuwiderhandlung oder einer Unregelm&auml;&szlig;igkeit u.a. &quot;bei Nichtvorf&uuml;hrung im Bestimmungsmitgliedstaat von dem Ausgangsmitgliedstaat erhoben wird&quot;. Im ersten Richtlinienvorschlag der Kommission f&uuml;r die Verbrauchsteuersystemrichtlinie waren die Regelungen des Art.&nbsp;20 Richtlinie 92\/12\/EWG in Art.&nbsp;14 enthalten, zu dessen Begr&uuml;ndung ausdr&uuml;cklich darauf verwiesen wurde, dass er den vergleichbaren Bestimmungen des gemeinschaftlichen Versandrechts entspreche (KOM&nbsp;(90)&nbsp;431 endg. vom 7.&nbsp;November 1990, S.&nbsp;12). Art.&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;2726\/90 des Rates vom 17.&nbsp;September 1990 &uuml;ber das gemeinschaftliche Versandverfahren (ABlEG Nr.&nbsp;L&nbsp;262\/1) regelte den Fall, dass die Sendung nicht der Bestimmungszollstelle gestellt worden ist und dass der Ort der Zuwiderhandlung nicht zu ermitteln war. In diesem Fall galt die Zuwiderhandlung als in dem Mitgliedstaat begangen, zu dem die Abgangsstelle geh&ouml;rte. Die ausdr&uuml;ckliche Bezugnahme auf das gemeinschaftliche Versandverfahren deutet darauf hin, dass der Unionsgesetzgeber bei der Ausgestaltung des steuerlichen Versandverfahrens den Fall der Nichtgestellung der Sendung mit der in Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 Richtlinie 92\/12\/EWG getroffenen Regelung erfassen wollte. Das k&ouml;nnte erkl&auml;ren, dass er in den Erw&auml;gungsgr&uuml;nden die &quot;Nichtvorf&uuml;hrung im Bestimmungsland&quot; angesprochen und in Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 Richtlinie 92\/12\/EWG die Formulierung &quot;die verbrauchsteuerpflichtigen Waren&quot; verwendet hat. Dieselbe Formulierung findet sich auch in Abs.&nbsp;11 Satz&nbsp;2 der Erw&auml;gungsgr&uuml;nde zur Richtlinie 2008\/118\/EG. Darin wird der Regelungsgehalt des Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Richtlinie wie folgt beschrieben: &quot;Treffen die verbrauchsteuerpflichtigen Waren nicht an ihrem Bestimmungsort ein und wurde keine Unregelm&auml;&szlig;igkeit festgestellt, so gilt die Unregelm&auml;&szlig;igkeit als im Abgangsmitgliedstaat begangen.&quot; Nach dem Wortlaut des Erw&auml;gungsgrundes bezieht sich dieser nicht auf den Fall, dass eine bestimmte Menge der im Steuerversandverfahren bef&ouml;rderten Waren nicht eintrifft, sondern darauf, dass die Waren insgesamt nicht eintreffen, weshalb die Annahme gerechtfertigt erschiene, dass nur der Fall der vollst&auml;ndigen Nichterledigung des Versandverfahrens angesprochen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;re davon auszugehen, dass Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Richtlinie 2008\/118\/EG nur den Fall erfasst, dass die gesamte Sendung an verbrauchsteuerpflichtigen Waren nicht am Bestimmungsort eintrifft, ohne dass w&auml;hrend der Bef&ouml;rderung eine Unregelm&auml;&szlig;igkeit festgestellt werden konnte, best&uuml;nde eine Regelungsl&uuml;cke f&uuml;r die F&auml;lle, in denen unter dieser Voraussetzung nur ein Teil der Sendung am Bestimmungsort nicht eingetroffen ist. Denn auf die in Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 Richtlinie 2008\/118\/EG geregelte Erhebungskompetenz k&ouml;nnte nur dann zur&uuml;ckgegriffen werden, wenn bei der Bef&ouml;rderung eine Unregelm&auml;&szlig;igkeit festgestellt werden konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wegen der bestehenden Zweifel an der zutreffenden Auslegung des Art.&nbsp;10 Richtlinie 2008\/118\/EG h&auml;lt es der Senat f&uuml;r erforderlich, den EuGH um eine Vorabentscheidung zu den im Tenor bezeichneten Fragen zu ersuchen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 11.11.2014, VII R 40\/13 EuGH-Vorlage zu den energiesteuerrechtlichen Folgen der Feststellung von Unregelm&auml;&szlig;igkeiten (Fehlmengen) nach &sect; 14 Abs. 3 EnergieStG: Leits&auml;tze 1. 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