{"id":64362,"date":"2015-04-01T10:58:23","date_gmt":"2015-04-01T08:58:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64362"},"modified":"2015-04-01T10:58:23","modified_gmt":"2015-04-01T08:58:23","slug":"x-r-49-11-haeusliches-arbeitszimmer-bei-mehreren-einkunftsarten-mittelpunkt-der-gesamten-betrieblichen-und-beruflichen-betaetigung-teleologische-reduktion-von-par-4-abs-5-satz-1-nr-6b-estg-idf-des-jst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-49-11-haeusliches-arbeitszimmer-bei-mehreren-einkunftsarten-mittelpunkt-der-gesamten-betrieblichen-und-beruflichen-betaetigung-teleologische-reduktion-von-par-4-abs-5-satz-1-nr-6b-estg-idf-des-jst\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;49\/11 &#8211; H&auml;usliches Arbeitszimmer bei mehreren Einkunftsarten &#8211; Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Bet&auml;tigung &#8211; Teleologische Reduktion von &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG i.d.F. des JStG 2010"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.7.2014, X R 49\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">H&auml;usliches Arbeitszimmer bei mehreren Einkunftsarten &#8211; Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Bet&auml;tigung &#8211; Teleologische Reduktion von &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG i.d.F. des JStG 2010<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) werden als Eheleute zusammen veranlagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erzielte im Streitjahr 2007 Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb mit einer Verkaufsst&auml;tte nahe seines Wohnorts mit einem durch Jahresabschluss per 30.&nbsp;Juni 2007 sowie &quot;Gewinn&uuml;berleitung 2006\/2007&quot; ermittelten Gewinn in sechsstelliger H&ouml;he. Hinzu traten Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit in einer wiederum sechsstelligen H&ouml;he und Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit in f&uuml;nfstelliger H&ouml;he. Zudem erzielten beide Kl&auml;ger in geringerem Umfang Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung, aus Kapitalverm&ouml;gen sowie Eink&uuml;nfte aus Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger unterhielt ein h&auml;usliches Arbeitszimmer. Im Streitjahr fielen daf&uuml;r Aufwendungen in H&ouml;he von insgesamt 7.859,04&nbsp;EUR an. In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung teilten die Kl&auml;ger diese, einer Praxis fr&uuml;herer Jahre entsprechend, zu jeweils 30&nbsp;% auf die Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger und nichtselbst&auml;ndiger Arbeit und zu 40&nbsp;% auf die Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb auf. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) versagte den Abzug im angefochtenen Bescheid und der Einspruchsentscheidung zun&auml;chst vollen Umfangs. Im Rahmen des Klageverfahrens ber&uuml;cksichtigte das FA Aufwendungen in H&ouml;he von 1.250&nbsp;EUR bei den Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit. Die Kl&auml;ger begehrten im Klageverfahren dar&uuml;ber hinaus, die verbleibenden Aufwendungen &#8211;bei Zuordnung der 1.250&nbsp;EUR zu den Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit&#8211; auf die Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit, aus Gewerbebetrieb und aus selbst&auml;ndiger Arbeit nach protokollierten Stundenarbeitszeiten aufzuteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die Klage abgewiesen. Nach der urspr&uuml;nglich f&uuml;r das Streitjahr 2007 geltenden Rechtslage (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211; i.d.F. des Steuer&auml;nderungsgesetzes &#8211;St&Auml;ndG&#8211; 2007 vom 19.&nbsp;Juli 2006, BGBl I 2006, 1652) seien die 2007 angefallenen Aufwendungen f&uuml;r das h&auml;usliche Arbeitszimmer des Kl&auml;gers in vollem Umfang nicht abziehbar gewesen; nach der jetzt f&uuml;r 2007 geltenden Rechtslage (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b Satz&nbsp;3 Halbsatz&nbsp;2 EStG i.d.F. des Jahressteuergesetzes &#8211;JStG&#8211; 2010 vom 8.&nbsp;Dezember 2010, BGBl I 2010, 1768) seien sie jedenfalls nicht &uuml;ber den H&ouml;chstbetrag in H&ouml;he von 1.250&nbsp;EUR hinausgehend abziehbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar sei f&uuml;r das Streitjahr 2007 in verfassungskonformer Auslegung der Vorschrift davon auszugehen, dass die Abzugsbeschr&auml;nkung dann nicht gelte, wenn das Arbeitszimmer Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen T&auml;tigkeit sei, und zwar auch dann nicht, wenn f&uuml;r die jeweilige T&auml;tigkeit ein anderer Arbeitsplatz zur Verf&uuml;gung stehe. So habe es die 2007 zun&auml;chst in Kraft getretene Fassung vorgesehen. Eine nachtr&auml;gliche Verschlechterung dieser Position sei gesetzgeberisch nicht gewollt gewesen und w&auml;re auch verfassungswidrig. Wie der erkennende Senat bereits im Urteil vom 17.&nbsp;Juni 2011&nbsp;&nbsp;16&nbsp;K&nbsp;2791\/09&nbsp;E (Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 2134) entschieden habe, sei &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;12 Satz&nbsp;9 EStG i.d.F. des JStG 2010 daher in teleologischer Reduktion dahingehend auszulegen, dass die angeordnete R&uuml;ckwirkung nur f&uuml;r solche F&auml;lle gelte, in denen nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b Satz&nbsp;2 EStG i.d.F. des St&Auml;ndG 2007 die Aufwendungen (in vollem Umfang) nicht abziehbar gewesen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Jedoch sei das FA zu Recht f&uuml;r die hier ma&szlig;gebenden Jahre 2006 und 2007 davon ausgegangen, dass sich der Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Bet&auml;tigung des Kl&auml;gers nicht in seinem h&auml;uslichen Arbeitszimmer befunden habe. Hierbei komme es nach st&auml;ndiger Rechtsprechung auf den qualitativen Schwerpunkt der T&auml;tigkeit bzw. Gesamtt&auml;tigkeit an. Dem quantitativen Umfang der Nutzung des h&auml;uslichen Arbeitszimmers komme lediglich indizielle Bedeutung zu. Bei mehreren voneinander unabh&auml;ngigen T&auml;tigkeiten sei anhand der konkreten Umst&auml;nde des Einzelfalls wertend zu entscheiden, ob die Gesamtt&auml;tigkeit nach dem Gesamtbild der Verh&auml;ltnisse und der Verkehrsanschauung ihren qualitativen Schwerpunkt im h&auml;uslichen Arbeitszimmer habe oder nicht. Der Mittelpunkt der Hauptt&auml;tigkeit sei auch insoweit Indiz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach diesen Grunds&auml;tzen sei in erster Linie auf die Hauptt&auml;tigkeit als Arbeitnehmer, erst danach auf die gewerbliche T&auml;tigkeit abzustellen. Von nachrangiger Bedeutung seien die beiden selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die nichtselbst&auml;ndige T&auml;tigkeit sei quantitativ allenfalls von in etwa gleichem Umfang der Arbeit innerhalb und au&szlig;erhalb des h&auml;uslichen Arbeitszimmers auszugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dasselbe gelte f&uuml;r die gewerbliche T&auml;tigkeit, selbst wenn den &#8211;kaum &uuml;berpr&uuml;fbaren&#8211; Angaben des Kl&auml;gers, er arbeite w&ouml;chentlich acht Stunden in seinem Gewerbebetrieb vor Ort und 16&nbsp;Stunden im Arbeitszimmer, gefolgt werde. Eine gewerbliche Betriebsst&auml;tte sei auch dann T&auml;tigkeitsmittelpunkt, wenn der Steuerpflichtige dort nur selten pers&ouml;nlich t&auml;tig werde. Auch wenn der Kl&auml;ger, wie er geltend mache, alle Leitungsaufgaben, von seinem h&auml;uslichen Arbeitszimmer aus&uuml;be, da dies in dem ihm im Betrieb zur Verf&uuml;gung stehenden Durchgangszimmer nicht m&ouml;glich sei, seien diese Arbeiten lediglich als typische Aufgaben zur Vorbereitung, Unterst&uuml;tzung und Leitung der eigentlichen (durch Angestellte) erbrachten Verkaufst&auml;tigkeit zu werten. Es verhalte sich insoweit &auml;hnlich wie bei einem Tankstellenbetreiber (dazu Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 6.&nbsp;Juli 2005 XI&nbsp;R&nbsp;87\/03, BFHE 210, 493, BStBl II 2006, 18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf die beiden selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeiten komme es danach nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob dem Kl&auml;ger in seinem Betrieb und beim Arbeitgeber ein &quot;anderer Arbeitsplatz&quot; zur Verf&uuml;gung gestanden habe, sei unerheblich. Sollte dies nicht der Fall gewesen sein, so w&auml;re der H&ouml;chstbetrag von 1.250&nbsp;EUR auf die drei Einkunftsarten aufzuteilen, was lediglich zu einer Verminderung der gew&auml;hrten Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;35 EStG und gerade nicht zu einer Minderung der Steuer f&uuml;hre.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision verfolgen die Kl&auml;ger in erster Linie ihr urspr&uuml;ngliches Begehren, die Aufwendungen insgesamt zum Abzug zuzulassen, hilfsweise, den Betrag von 1.250&nbsp;EUR f&uuml;r jede der Einkunftsarten zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG sei zu Unrecht davon ausgegangen, dass sich der Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Bet&auml;tigung des Kl&auml;gers nicht im Arbeitszimmer befunden habe. Es h&auml;tte kl&auml;ren m&uuml;ssen, ob der in der Rechtsprechung entwickelte Mittelpunktsbegriff auch f&uuml;r die Rechtslage nach 2006 gelte, was in der Literatur in Zweifel gezogen werde (Bergkemper in juris PraxisReport Steuerrecht 17\/2011 Anm.&nbsp;1). Sollte der Begriff des T&auml;tigkeitsmittelpunktes neu definiert werden, sei nicht ausgeschlossen, dass den Kl&auml;gern der Abzug in vollem Umfange zu gew&auml;hren sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe es unterlassen, die quantitative Nutzung des Arbeitszimmers in die Abw&auml;gung einflie&szlig;en zu lassen, insbesondere die f&uuml;r die verschiedenen T&auml;tigkeiten aufgelaufenen Wochenstunden zu addieren. Der Kl&auml;ger verbringe w&ouml;chentlich &#8211;schrifts&auml;tzlich vorgetragen und protokolliert&#8211; in seinem Arbeitszimmer 20&nbsp;Stunden f&uuml;r seine Arbeitnehmert&auml;tigkeit, 16&nbsp;Stunden als Gewerbetreibender, und sechs Stunden als selbstst&auml;ndig T&auml;tiger. Verglichen mit einem durchschnittlichen Steuerpflichtigen, der Wochenarbeitszeiten von 35 bis 42&nbsp;Stunden aufbringe, seien diese 42&nbsp;Wochenstunden als Teil einer angenommenen Wochenarbeitszeit von 70&nbsp;Stunden bereits ein Beweis f&uuml;r die Zwangsl&auml;ufigkeit &#8211;ein wesentlicher Grundsatz bei der Ber&uuml;cksichtigung von Aufwendungen&#8211; des Arbeitszimmers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch in qualitativer Hinsicht habe das FG zu Unrecht nur die Einzelleistungen, nicht aber die T&auml;tigkeit insgesamt abgewogen. Letzteres h&auml;tte gezeigt, dass das Arbeitszimmer f&uuml;r die Berufst&auml;tigkeit des Kl&auml;gers insgesamt unverzichtbar sei, da er praktisch nur so die verschiedenen T&auml;tigkeiten aus&uuml;ben k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da er sich nur an zwei von f&uuml;nf Werktagen bei seinem Arbeitgeber aufhalte, sei die Nutzung des h&auml;uslichen Arbeitszimmers an drei von f&uuml;nf Werktagen zwangsl&auml;ufig. Dasselbe gelte f&uuml;r die gewerbliche T&auml;tigkeit, bei der die Besch&auml;ftigung dreier angestellter Fachkr&auml;fte dem Kl&auml;ger die M&ouml;glichkeit verschaffe, die Leitungsaufgaben auf das Arbeitszimmer zu verlegen. Ohne das Arbeitszimmer k&ouml;nnte der Kl&auml;ger keine der T&auml;tigkeiten aus&uuml;ben. Zudem habe sich das Berufsbild des im Verkauf t&auml;tigen Gewerbetreibenden &#8211;bisher gekennzeichnet durch Pr&auml;senz vor Ort&#8211; angesichts des Onlinehandels gewandelt. Nach &Uuml;bertragung der T&auml;tigkeit auf angestellte Fachkr&auml;fte seien es vornehmlich Managementaufgaben, die origin&auml;r beim Kl&auml;ger verblieben und die er f&uuml;r s&auml;mtliche T&auml;tigkeiten im Arbeitszimmer aus&uuml;be.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wenn also die T&auml;tigkeiten des Kl&auml;gers in seinem h&auml;uslichen Arbeitszimmer f&uuml;r die verschiedenen Eink&uuml;nfte pr&auml;gend seien, wenn die dort verbrachte Zeit betr&auml;chtlich und die Notwendigkeit der Arbeitszimmernutzung zwangsl&auml;ufig sei, so stehe dem Kl&auml;ger auch der volle Abzug der Kosten als Werbungskosten zu. Die Aufteilung auf die verschiedenen Einkunftsarten erfolge grunds&auml;tzlich nach den zeitlichen Nutzungsquoten, wobei die Zuordnung der 1.250&nbsp;EUR zu den selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeiten dazu f&uuml;hre, dass der verbleibende Betrag auf die &uuml;brigen Eink&uuml;nfte zu verteilen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Komme nicht der volle Abzug in Betracht, bleibe zu pr&uuml;fen, ob nicht aufgrund des objektiven Nettoprinzips eine Vervielf&auml;ltigung des beschr&auml;nkten Abzuges von 1.250&nbsp;EUR in Betracht komme, da der Kl&auml;ger mehrere Erwerbst&auml;tigkeiten aus&uuml;be. Ohne das Arbeitszimmer k&ouml;nne der Kl&auml;ger seine T&auml;tigkeit als Arbeitnehmer und gleichzeitig als Inhaber des Gewerbebetriebs an seinem Wohnort nicht aus&uuml;ben. Die anteiligen Aufwendungen f&uuml;r beide T&auml;tigkeiten &uuml;berstiegen den Betrag von 1.250&nbsp;EUR, so dass wenigstens dieser f&uuml;r jede der T&auml;tigkeiten zu gew&auml;hren sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>unter Aufhebung des finanzgerichtlichen Urteils vom 8.&nbsp;September 2011 den Einkommensteuerbescheid 2007 vom 22.&nbsp;Februar 2011 dahingehend abzu&auml;ndern, dass die noch streitigen Aufwendungen des Arbeitszimmers in H&ouml;he von 6.579,04&nbsp;EUR als Werbungskosten, verteilt auf die Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit in H&ouml;he von 3.654&nbsp;EUR und auf die Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb in H&ouml;he von 2.925,04&nbsp;EUR, abgezogen werden,<br \/>hilfsweise,<br \/>unter Aufhebung des finanzgerichtlichen Urteils vom 8.&nbsp;September 2011 den Einkommensteuerbescheid 2007 vom 22.&nbsp;Februar 2011 dahingehend abzu&auml;ndern, dass Aufwendungen des Arbeitszimmers in H&ouml;he von noch 2.500&nbsp;EUR als Werbungskosten, verteilt auf die Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit in H&ouml;he von 1.250&nbsp;EUR und auf die Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb in H&ouml;he von 1.250&nbsp;EUR, abgezogen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es sei unerheblich, ob die Rechtsprechung des BFH zum Begriff des T&auml;tigkeitsmittelpunkts uneingeschr&auml;nkt fortgelte, da es jedenfalls keine Anhaltspunkte daf&uuml;r gebe, dass sich der Mittelpunkt der T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers im Arbeitszimmer befinde. Geringf&uuml;gige Modifizierungen dieser Rechtsprechung spr&auml;chen mehr f&uuml;r die Auffassung des FG als f&uuml;r eine Neubewertung des Streitfalls.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Neuregelung des JStG 2010 habe durch den Wegfall der Abzugsm&ouml;glichkeit bei einer beruflichen und betrieblichen Nutzung von mehr als 50&nbsp;% der Gesamtnutzung ein Zeitmoment aus dem Gesetz entfernt, das die Rechtsprechung bisher daran gehindert habe, zur Bestimmung des T&auml;tigkeitsmittelpunktes dem zeitlichen Umstand mehr Gewicht beizumessen. Gleichwohl bed&uuml;rfe es eines Mittelpunktes f&uuml;r die gesamte Bet&auml;tigung des Steuerpflichtigen. Eine ver&auml;nderte Gewichtung des quantitativen Elements widerspreche auch der gesetzgeberischen Absicht. Das JStG 2010 habe die fr&uuml;here Rechtslage insoweit wieder herstellen wollen, als der Abzug beim Fehlen eines anderen Arbeitsplatzes wieder zugelassen werden sollte, aber gerade nicht das Tatbestandsmerkmal des Mittelpunkts &auml;ndern wollen. Vielmehr schlie&szlig;e eine wortgetreue Auslegung der Vorschrift i.d.F. des JStG 2010 den Abzug im Streitfalle erst recht aus, da sie selbst bei Existenz eines Mittelpunkts der Gesamtt&auml;tigkeit im Arbeitszimmer lediglich auf der Rechtsfolgenseite einen unbegrenzten Abzug erm&ouml;gliche, wenn auf der Tatbestandsseite kein anderer Arbeitsplatz zur Verf&uuml;gung stehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seinen ersten zur Neuregelung ergangenen Entscheidungen (Urteile vom 27.&nbsp;Oktober 2011 VI&nbsp;R&nbsp;71\/10, BFHE 235, 448, BStBl II 2012, 234, und vom 8.&nbsp;Dezember 2011 VI&nbsp;R&nbsp;13\/11, BFHE 236, 92, BStBl II 2012, 236) habe der BFH zumindest f&uuml;r eine einzige berufliche T&auml;tigkeit erkennen lassen, dass er an der qualitativen Mittelpunktsbestimmung festhalte. Er habe dabei nicht auf die konkreten Umst&auml;nde des Einzelfalls, sondern auf ein abstraktes und der Verkehrsanschauung entlehntes Berufsbild abgestellt und eindeutig &#8211;dies sei neu&#8211; das zeitliche Moment f&uuml;r unerheblich erachtet. Das quantitative Element sei nur von Bedeutung, wenn qualitativ gleichartige Arbeitsleistungen im h&auml;uslichen Arbeitszimmer und im Betrieb erbracht w&uuml;rden. Letztlich sei bestimmend f&uuml;r den Beruf das Auftreten nach au&szlig;en. Diesen Grunds&auml;tzen entspreche die Entscheidung des FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe auch zu Recht den Mittelpunkt aller ausge&uuml;bten T&auml;tigkeiten &uuml;ber die Indizwirkung des qualitativen Schwerpunkts der beiden Hauptt&auml;tigkeiten bestimmt. Es gen&uuml;ge nicht, dass lediglich der Mittelpunkt einer Einzelt&auml;tigkeit, die nicht die Hauptt&auml;tigkeit sei, im Arbeitszimmer liege. Der Mittelpunkt habe unter keinen Umst&auml;nden au&szlig;erhalb des Bet&auml;tigungsmittelpunkts beider Hauptt&auml;tigkeiten liegen k&ouml;nnen. Vielmehr sei der Aufgabenbereich des Kl&auml;gers so vielf&auml;ltig und gestreut, dass es einen Mittelpunkt nicht gebe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Aspekt der Zwangsl&auml;ufigkeit schlie&szlig;lich ber&uuml;cksichtige bereits der auf 1.250&nbsp;EUR beschr&auml;nkte Abzug in hinreichendem Ma&szlig;e.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem Hilfsantrag sei nicht zu folgen, da der Betrag von 1.250&nbsp;EUR ein objektbezogener H&ouml;chstbetrag sei, der nicht mehrfach in Anspruch genommen werden k&ouml;nne, zumal im Streitfalle der Abzug ohnehin nur f&uuml;r diejenigen T&auml;tigkeiten in Betracht komme, f&uuml;r die kein anderer Arbeitsplatz zur Verf&uuml;gung stehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Die Kl&auml;ger haben keinen Anspruch auf den Abzug von Aufwendungen f&uuml;r das Arbeitszimmer des Kl&auml;gers &uuml;ber den bereits ber&uuml;cksichtigten Betrag von 1.250&nbsp;EUR hinaus. Das Arbeitszimmer war weder Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers (dazu 1.) noch vermag der von den Kl&auml;gern herangezogene Gesichtspunkt der Zwangsl&auml;ufigkeit den Abzug der gesamten Kosten zu rechtfertigen (dazu 2.). Der Betrag von 1.250&nbsp;EUR ist auch nicht aufgrund des Zusammentreffens mehrerer Einkunftsarten zu vervielf&auml;ltigen (dazu 3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Wie das FG zu Recht erkannt hat, war das Arbeitszimmer nicht T&auml;tigkeitsmittelpunkt des Kl&auml;gers. Der Senat h&auml;lt an der zu der Rechtslage seit 1996 entwickelten Begriffsbestimmung des T&auml;tigkeitsmittelpunktes fest. Die Feststellungen des FG, an die der Senat gebunden ist, beruhen daher auf zutreffenden Rechtsgrunds&auml;tzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Abziehbarkeit der Kosten h&auml;uslicher Arbeitszimmer ist seit dem Jahre 1996 deutlich beschr&auml;nkt und durch ein grunds&auml;tzliches Abzugsverbot mit gewissen &#8211;ihrerseits mehrfach ge&auml;nderten&#8211; Ausnahmen gekennzeichnet. Unver&auml;ndert allerdings ist in dem Zeitraum von 1996 bis 2009 (dazu b) und damit auch im Streitjahr der Abzug der Kosten der H&ouml;he nach unbeschr&auml;nkt m&ouml;glich gewesen, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Bet&auml;tigung bildet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nachdem bis 1995 keine spezialgesetzlichen Regelungen zur Abziehbarkeit der Kosten f&uuml;r h&auml;usliche Arbeitszimmer existierten, hat das JStG 1996 vom 11.&nbsp;Oktober 1995 (BGBl I 1995, 1250) durch Einf&uuml;gung des neuen &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b EStG den Abzug der Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer sowie die Kosten der Ausstattung dem Grunde nach ausgeschlossen. Ausnahmen galten &#8211;unter Beschr&auml;nkung des Abzugs auf den H&ouml;chstbetrag von 2.400&nbsp;DM (sp&auml;ter 1.250&nbsp;EUR)&#8211;, wenn die betriebliche oder berufliche Nutzung des Arbeitszimmers mehr als 50&nbsp;% der gesamten betrieblichen und beruflichen T&auml;tigkeit betrug oder wenn f&uuml;r die betriebliche oder berufliche T&auml;tigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verf&uuml;gung stand. Die Beschr&auml;nkung der H&ouml;he nach galt nicht, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Bet&auml;tigung bildete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die &Auml;nderungen des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz 1 Nr.&nbsp;6b EStG durch das St&Auml;ndG 2007 f&uuml;hrten insgesamt zu einer deutlich weitergehenden Einschr&auml;nkung des Abzugs. Der &#8211;wenn auch betragsm&auml;&szlig;ig begrenzte&#8211; Abzug bei &uuml;berwiegender Nutzung des Arbeitszimmers sowie Fehlen eines anderen Arbeitsplatzes fiel fort. Der Abzug der Kosten war nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b Satz&nbsp;2 EStG fortan nur noch &#8211;dies allerdings ohne weitere Voraussetzungen und betragsm&auml;&szlig;ig unbeschr&auml;nkt&#8211; m&ouml;glich, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Bet&auml;tigung bildete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Mit Beschluss vom 6.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;13\/09 (BVerfGE&nbsp;126, 268, BGBl I&nbsp;2010, 1157, BStBl II&nbsp;2011, 318) hat das Bundesverfassungsgericht diese Vorschrift insoweit mit Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes f&uuml;r unvereinbar erkl&auml;rt, als das Abzugsverbot auch dann galt, wenn f&uuml;r die betriebliche oder berufliche T&auml;tigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verf&uuml;gung stand, und den Gesetzgeber zu einer r&uuml;ckwirkenden Neuregelung verpflichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das JStG 2010 nahm daraufhin mit Wirkung ab dem Veranlagungszeitraum 2007 (&sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;12 Satz&nbsp;9 EStG) mit der noch heute geltenden Regelung in &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b S&auml;tze&nbsp;1 bis 3 EStG die Systematik der bis 2006 geltenden Regelung wieder auf. Der Abzug bleibt dem Grunde nach ausgeschlossen (Satz&nbsp;1). Eine Ausnahme gilt, wenn f&uuml;r die betriebliche oder berufliche T&auml;tigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verf&uuml;gung steht (Satz&nbsp;2). In diesem Fall wird die H&ouml;he der abziehbaren Aufwendungen auf 1.250&nbsp;EUR begrenzt; die Beschr&auml;nkung der H&ouml;he nach gilt nicht, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Bet&auml;tigung bildet (Satz&nbsp;3).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die bis 2006 in Satz 2 vorhandene weitere Ausnahme &#8211;betriebliche oder berufliche Nutzung des Arbeitszimmers zu mehr als 50&nbsp;% der gesamten betrieblichen und beruflichen T&auml;tigkeit&#8211; wurde nicht wieder eingef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Senat folgt dem FG insoweit, als die in &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;12 Satz 9 EStG angeordnete R&uuml;ckwirkung aus verfassungsrechtlichen Gr&uuml;nden teleologisch zu reduzieren ist, um eine r&uuml;ckwirkende Versch&auml;rfung der Rechtslage durch das JStG 2010 gegen&uuml;ber der Regelung nach dem St&Auml;ndG 2007 zu vermeiden. Bildete das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Bet&auml;tigung, so bleibt &#8211;gegen den Wortlaut der Fassung des JStG 2010, aber wie nach der Fassung des St&Auml;ndG 2007&#8211; jedenfalls f&uuml;r den Zeitraum bis zum Inkrafttreten des JStG 2010 und damit f&uuml;r den Zeitraum der R&uuml;ckwirkung der Abzug in voller H&ouml;he auch dann m&ouml;glich, wenn f&uuml;r die T&auml;tigkeit ein anderer Arbeitsplatz zur Verf&uuml;gung steht. Wie diese Frage f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume seit 2010 zu beurteilen ist, ist im Streitfall nicht entscheidungserheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ebenfalls zu Recht hat das FG f&uuml;r die Bestimmung des Mittelpunkts der gesamten betrieblichen und beruflichen Bet&auml;tigung an die Rechtsprechung angekn&uuml;pft, die zu der vor Inkrafttreten des JStG 2010 geltenden Rechtslage ergangen ist. Der Senat sieht keinen Anlass, die hierf&uuml;r geltenden Rechtsgrunds&auml;tze zu &auml;ndern. Das gilt auch, soweit der Steuerpflichtige mehreren verschiedenen T&auml;tigkeiten nachgeht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bei einem Steuerpflichtigen, der lediglich eine einzige berufliche T&auml;tigkeit &#8211;teilweise zu Hause und teilweise ausw&auml;rts&#8211; aus&uuml;bt, bestimmt sich der Mittelpunkt danach, ob er im Arbeitszimmer diejenigen Handlungen vornimmt und Leistungen erbringt, die f&uuml;r den ausge&uuml;bten Beruf wesentlich und pr&auml;gend sind. Die f&uuml;r den Beruf wesentlichen und pr&auml;genden Leistungen werden auch mit dem Begriff des inhaltlichen (qualitativen) Schwerpunkts der betrieblichen und beruflichen Bet&auml;tigung des Steuerpflichtigen umschrieben. Ma&szlig;gebend ist, ob &#8211;unter Ber&uuml;cksichtigung der Verkehrsanschauung&#8211; das qualitativ f&uuml;r eine bestimmte steuerbare T&auml;tigkeit Typische im h&auml;uslichen Arbeitszimmer ausge&uuml;bt wird (st&auml;ndige Rechtsprechung f&uuml;r die Rechtslage seit 1996, vgl. BFH-Urteile vom 13.&nbsp;November 2002 VI&nbsp;R&nbsp;82\/01, BFHE 201, 93, BStBl II 2004, 62; vom 9.&nbsp;April 2003 X&nbsp;R&nbsp;75\/00, BFH\/NV 2003, 917; vom 22.&nbsp;November 2006 X&nbsp;R&nbsp;1\/05, BFHE 216, 110, BStBl II 2007, 304; vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2007 VI&nbsp;R&nbsp;65\/05, BFH\/NV 2007, 1133; vom 23.&nbsp;Mai 2006 VI&nbsp;R&nbsp;21\/03, BFHE 214, 158, BStBl II 2006, 600; in BFHE 210, 493, BStBl II 2006, 18; vom 9.&nbsp;November 2005 VI&nbsp;R&nbsp;19\/04, BFHE 211, 505, BStBl II 2006, 328; zuletzt in BFHE 235, 448, BStBl II 2012, 234, und in BFHE 236, 92, BStBl II&nbsp;2012, 236; S&ouml;hn, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;4 Rz&nbsp;Lb&nbsp;191).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch bei Steuerpflichtigen, die mehreren T&auml;tigkeiten zur Eink&uuml;nfteerzielung nachgehen, ist der Schwerpunkt qualitativ im Rahmen einer umfassenden Wertung der Gesamtt&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen festzustellen. Dabei kommt es entscheidend darauf an, ob die T&auml;tigkeit im Arbeitszimmer f&uuml;r das Berufsbild pr&auml;gend ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist zwar nicht erforderlich, dass das Arbeitszimmer den Mittelpunkt &quot;jedweder&quot; oder &quot;einer jeden einzelnen betrieblichen und beruflichen T&auml;tigkeit&quot; bilden muss, da es gerade darum geht, alle T&auml;tigkeiten in ihrer Gesamtheit zu erfassen. Gleichwohl bedarf es zun&auml;chst der Bestimmung des jeweiligen Bet&auml;tigungsmittelpunktes der einzelnen betrieblichen und beruflichen T&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen, um auf dieser Grundlage den qualitativen Schwerpunkt der Gesamtt&auml;tigkeit zu ermitteln. Sodann wird der Mittelpunkt der Gesamtt&auml;tigkeit durch den Mittelpunkt der Hauptt&auml;tigkeit indiziert. Fehlt f&uuml;r die Feststellung einer solchen Hauptt&auml;tigkeit eine insoweit indizielle nichtselbst&auml;ndige Vollzeitbesch&auml;ftigung auf Grund privat- oder &ouml;ffentlich-rechtlicher Arbeits- oder Dienstverh&auml;ltnisse, so ist in Zweifelsf&auml;llen zur Feststellung der Hauptt&auml;tigkeit auf die H&ouml;he der jeweils erzielten Einnahmen, das den einzelnen T&auml;tigkeiten nach der Verkehrsauffassung zukommende Gewicht und den auf die jeweilige T&auml;tigkeit insgesamt entfallenden Zeitaufwand abzustellen. Die Gewichtung dieser einzelnen Indizien ist nach den Umst&auml;nden des Einzelfalls zu bestimmen und obliegt grunds&auml;tzlich dem FG als Tatsachengericht (vgl. BFH-Urteile vom 21.&nbsp;Februar 2003 VI&nbsp;R&nbsp;14\/02, BFHE 201, 305, BStBl II 2004, 68; vom 13.&nbsp;Oktober 2003 VI&nbsp;R&nbsp;27\/02, BFHE 204, 88, BStBl II 2004, 771; vom 16.&nbsp;Dezember 2004 IV&nbsp;R&nbsp;19\/03, BFHE 208, 263, BStBl II 2005, 212, und vom 9.&nbsp;August 2011 VIII&nbsp;R&nbsp;5\/09, Zeitschrift f&uuml;r Steuern und Recht 2012, R752).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Allerdings lassen sich insoweit Fallgruppen unterscheiden. Geht der Steuerpflichtige mehreren Erwerbst&auml;tigkeiten nach und bilden bei allen &#8211;jeweils&#8211; die im h&auml;uslichen Arbeitszimmer verrichteten Arbeiten den qualitativen Schwerpunkt, so liegt dort auch der Mittelpunkt der Gesamtt&auml;tigkeit. Bilden hingegen die au&szlig;erh&auml;uslichen T&auml;tigkeiten &#8211;jeweils&#8211; den qualitativen Schwerpunkt der Einzelt&auml;tigkeiten bzw. lassen sich diese keinem Schwerpunkt zuordnen, so kann das h&auml;usliche Arbeitszimmer auch nicht durch die Summe der darin verrichteten Arbeiten zum Mittelpunkt der Gesamtt&auml;tigkeit werden. Bildet das h&auml;usliche Arbeitszimmer schlie&szlig;lich den qualitativen Mittelpunkt lediglich einer Einzelt&auml;tigkeit oder mehrerer Einzelt&auml;tigkeiten, nicht jedoch im Hinblick auf die &uuml;brigen, so muss das FG anhand der konkreten Umst&auml;nde des Einzelfalles wertend entscheiden, ob die Gesamtt&auml;tigkeit gleichwohl einem einzelnen qualitativen Schwerpunkt zugeordnet werden kann und ob dieser im h&auml;uslichen Arbeitszimmer liegt. Abzustellen ist dabei auf das Gesamtbild der Verh&auml;ltnisse und auf die Verkehrsanschauung, nicht auf die Vorstellung des betroffenen Steuerpflichtigen (i.E. BFH-Urteil in BFHE 204, 88, BStBl II 2004, 771).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) An diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist festzuhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) F&uuml;r alle im Streitfall ma&szlig;gebenden Rechtslagen bleibt grunds&auml;tzlich die qualitative Beurteilung ma&szlig;geblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Soweit das St&Auml;ndG 2007 in Mittelpunktsf&auml;llen &#8211;insoweit punktuell gro&szlig;z&uuml;giger als vorher&#8211; ohne weitere Voraussetzungen den unbeschr&auml;nkten Abzug zulie&szlig;, gibt dies f&uuml;r sich genommen keinen Anlass, zus&auml;tzlich die Anforderungen an den T&auml;tigkeitsmittelpunkt herabzusetzen, zumal das St&Auml;ndG 2007 grunds&auml;tzlich nicht eine Erweiterung, sondern eine Beschr&auml;nkung der Abzugsm&ouml;glichkeiten beabsichtigt und bewirkt hat. Diese &Uuml;berlegung gilt entsprechend, soweit trotz der r&uuml;ckwirkenden Geltung des JStG 2010 durch teleologische Reduktion des &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;12 Satz&nbsp;9 EStG die durch das St&Auml;ndG 2007 geschaffene Rechtslage ma&szlig;gebend ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hieran &auml;ndert auch der Umstand nichts, dass seit 2007 die allein an ein quantitatives Kriterium ankn&uuml;pfende Abzugsm&ouml;glichkeit, n&auml;mlich der &#8211;betragsm&auml;&szlig;ig beschr&auml;nkte&#8211; Abzug bei einer beruflichen und betrieblichen Nutzung des Arbeitszimmers von mehr als 50&nbsp;%, fortgefallen war. Zwar durfte nach der bis 2006 geltenden Rechtslage die Mittelpunktsdefinition schon deshalb keinen quantitativen T&auml;tigkeitsschwerpunkt voraussetzen, weil dies zu einer ungewollten und auch sachwidrigen Koppelung der Voraussetzungen f&uuml;r den Abzug dem Grunde und der H&ouml;he nach gef&uuml;hrt h&auml;tte. Diejenigen Steuerpflichtigen, denen f&uuml;r ihre T&auml;tigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verf&uuml;gung stand, w&auml;ren niemals in den Genuss des der H&ouml;he nach unbeschr&auml;nkten Abzugs gekommen, wenn sie nicht zus&auml;tzlich ihre T&auml;tigkeit zu mehr als 50&nbsp;% in dem Arbeitszimmer verrichteten und so die weitere Tatbestandsvoraussetzung f&uuml;r den der H&ouml;he nach begrenzten Abzug erf&uuml;llten (i.E. BFH-Urteil vom 13.&nbsp;November 2002 VI&nbsp;R&nbsp;28\/02, BFHE 201, 106, BStBl II 2004, 59). Diese Erw&auml;gungen bedeuten allerdings umgekehrt nicht, dass mit Fortfall dieser Abzugsm&ouml;glichkeit quantitative Elemente zum Kern der Mittelpunktsdefinition werden m&uuml;ssten. Der BFH hat mit R&uuml;cksicht auf die quantitativ begr&uuml;ndete Abzugsm&ouml;glichkeit dem Grunde nach eine Einengung des &#8211;prim&auml;r qualitativ zu verstehenden&#8211; Mittelpunktsbegriffs durch <span style=\"text-decoration:underline\">zus&auml;tzliche<\/span> quantitative Voraussetzungen vermieden. Eine Ersetzung der bisher ma&szlig;gebenden qualitativen Gesichtspunkte durch solche quantitativer Art, wie die Kl&auml;ger es in der Sache wohl begehren, widerspr&auml;che der grunds&auml;tzlichen Ankn&uuml;pfung an die das Berufsbild pr&auml;genden Leistungen. Diese setzt eine Beurteilung in qualitativer Hinsicht voraus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit eine Neujustierung des Mittelpunktsbegriffs durch ein deutlich weiteres Verst&auml;ndnis dazu h&auml;tte dienen sollen, die Gesetzesfassung nach dem St&Auml;ndG 2007 verfassungskonform auszulegen (vgl. Pohl in Bordewin\/Brandt, &sect;&nbsp;4 EStG Rz&nbsp;2390, m.w.N.), hat sich dies mit Inkrafttreten des JStG 2010 er&uuml;brigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Gr&uuml;nde daf&uuml;r, dass das JStG 2010 f&uuml;r sich genommen eine &Auml;nderung dieser Rechtsgrunds&auml;tze verlangt, vermag der Senat nicht zu erkennen. Die Vorschrift ist konzeptionell ebenso aufgebaut wie die bis 2006 geltende Fassung, was umso mehr daf&uuml;r spricht, an die dazu ergangene und bereits als gefestigt zu bezeichnende Rechtsprechung anzukn&uuml;pfen. Soweit das JStG 2010 &#8211;dies im Unterschied zu der Rechtslage bis 2006&#8211; die rein quantitativ begr&uuml;ndete Abzugsm&ouml;glichkeit des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b Satz&nbsp;2 EStG nicht mehr enth&auml;lt, ist dies erst recht ein Grund, diese gesetzgeberische Entscheidung nicht durch eine Interpretation des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b Satz&nbsp;3 EStG zu unterlaufen, die eine wiederum rein quantitativ begr&uuml;ndete Abzugsm&ouml;glichkeit schaffen w&uuml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Auch an den Kriterien, die die Rechtsprechung zur Bestimmung des Mittelpunkts bei Aus&uuml;bung mehrerer T&auml;tigkeiten zur Eink&uuml;nfteerzielung entwickelt hat, ist festzuhalten. Ist bei einer T&auml;tigkeit der Mittelpunkt nach dem qualitativen Schwerpunkt zu bestimmen, so ist es konsequent, bei mehreren T&auml;tigkeiten ebenso zu verfahren. Die &Auml;nderungen der Gesetzeslage geben keinen Anlass, die diesbez&uuml;gliche methodische Verfahrensweise zu &auml;ndern, n&auml;mlich in einem ersten Schritt die Mittelpunkte der verschiedenen T&auml;tigkeiten zu ermitteln, um in einem zweiten Schritt durch sachgerechte Gewichtung den Mittelpunkt der betrieblichen und beruflichen T&auml;tigkeit insgesamt zu bestimmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;ger in diesem Zusammenhang sinngem&auml;&szlig; geltend machen, der Mittelpunkt k&ouml;nne auch dann im Arbeitszimmer liegen, wenn dies f&uuml;r den Mittelpunkt aller einzelnen T&auml;tigkeiten nicht der Fall sei, weil gerade die Mehrheit der T&auml;tigkeiten die gesamte betriebliche und berufliche T&auml;tigkeit pr&auml;ge und ein Arbeitszimmer zur Bew&auml;ltigung dieser Mehrheit von Aufgaben notwendig sei, vermag der Senat dem nicht zu folgen. Es mag Konstellationen geben, in denen das h&auml;usliche Arbeitszimmer gewisserma&szlig;en als zentrale Koordinierungsstelle unverzichtbar ist, um mehrere unterschiedliche T&auml;tigkeiten &uuml;berhaupt aus&uuml;ben zu k&ouml;nnen. Ob dies beim Kl&auml;ger der Fall war, kann dahinstehen. Jedenfalls ist der Umstand, dass ein Arbeitszimmer f&uuml;r die Gesamtt&auml;tigkeit notwendig ist, nicht gleichbedeutend damit, dass es der Mittelpunkt der Gesamtt&auml;tigkeit w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist die W&uuml;rdigung des FG, der Mittelpunkt der Gesamtt&auml;tigkeit habe sich nicht in dem h&auml;uslichen Arbeitszimmer befunden, revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Sie stellt eine m&ouml;gliche, weder den Denkgesetzen noch den allgemeinen Erfahrungss&auml;tzen widersprechende W&uuml;rdigung dar, an die der erkennende Senat nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO gebunden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zun&auml;chst zu Recht die jeweiligen qualitativen Mittelpunkte der beiden Hauptt&auml;tigkeiten ermittelt und ist in tats&auml;chlicher Hinsicht zu dem Ergebnis gekommen, dass der Mittelpunkt der Arbeitnehmert&auml;tigkeit beim Arbeitgeber und der Mittelpunkt des Betriebs in der Verkaufsst&auml;tte vor Ort liege. Soweit die Kl&auml;ger sich auf ein anderes Berufsbild berufen, ist auch dies Gegenstand der Gesamtw&uuml;rdigung, die der Beurteilung des BFH entzogen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es stellte &#8211;anders als die Kl&auml;ger meinen&#8211; einen zutreffenden Bestandteil der Gesamtabw&auml;gung und nicht etwa deren Fehlen dar, wenn das FG aufgrund der nachrangigen Bedeutung der selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeiten diese nicht mehr f&uuml;r erheblich hielt. Der Einwand der Kl&auml;ger, das FG h&auml;tte die im Arbeitszimmer verbrachte Zeit aufaddieren m&uuml;ssen, tr&auml;gt angesichts des Vorrangs der qualitativen Beurteilung nicht. Soweit der Zeitfaktor ein Kriterium (nur) f&uuml;r die Feststellung sein kann, welche T&auml;tigkeit als Hauptt&auml;tigkeit zu werten ist, verst&ouml;&szlig;t das FG-Urteil gegen diesen Grundsatz nicht, da die selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeiten sowohl zeitlich als auch wirtschaftlich nachrangig waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der weitere Einwand der Kl&auml;ger, eine typisierende Betrachtung sei in dem vorliegenden untypischen Fall mehrerer T&auml;tigkeiten nicht m&ouml;glich, geht ins Leere. Bei Zusammentreffen mehrerer T&auml;tigkeiten ist eine typisierende Betrachtung der Gesamtt&auml;tigkeit weder nach den in der Rechtsprechung entwickelten Grunds&auml;tzen geboten noch angesichts der vielf&auml;ltigen M&ouml;glichkeiten, verschiedene T&auml;tigkeiten zu kombinieren, &uuml;berhaupt m&ouml;glich. Das FG hat folgerichtig eine derartige typisierende Gesamtbetrachtung auch nicht vorgenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit die Kl&auml;ger geltend machen, der Gesichtspunkt der Zwangsl&auml;ufigkeit gebiete &#8211;letztlich aus verfassungsrechtlichen Gr&uuml;nden, ggf. in teleologischer Extension der ma&szlig;gebenden Vorschriften&#8211; den betragsm&auml;&szlig;ig unbeschr&auml;nkten Abzug der Kosten, so tr&auml;gt auch dies ihr Begehren nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Steht f&uuml;r die betriebliche oder berufliche T&auml;tigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verf&uuml;gung, so begr&uuml;ndet gerade dieser Umstand nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz 1 Nr.&nbsp;6b Satz&nbsp;2 EStG die Abzugsm&ouml;glichkeit dem Grunde nach, indes nach Satz&nbsp;3 Halbsatz&nbsp;1 der Vorschrift betragsm&auml;&szlig;ig beschr&auml;nkt. Dieser betragsm&auml;&szlig;ig beschr&auml;nkte Abzug ist dem Kl&auml;ger &#8211;f&uuml;r die selbst&auml;ndige T&auml;tigkeit&#8211; bereits gew&auml;hrt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Aus diesem Grunde ist es im Streitfall auch unerheblich, ob zus&auml;tzlich f&uuml;r die notwendige Koordinierung aller T&auml;tigkeiten ein Arbeitszimmer unverzichtbar war. Auch dieser Umstand k&ouml;nnte allenfalls zur Gew&auml;hrung des betragsm&auml;&szlig;ig beschr&auml;nkten Abzugs f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Schlie&szlig;lich rechtfertigt das Zusammentreffen mehrerer Einkunftsarten die Vervielf&auml;ltigung des Abzugsbetrags von 1.250&nbsp;EUR selbst dann nicht, wenn f&uuml;r mehrere T&auml;tigkeiten kein anderer Arbeitsplatz zur Verf&uuml;gung gestanden haben sollte. Aus diesem Grunde kommt es im Ergebnis auch nicht darauf an, ob dem Kl&auml;ger f&uuml;r seine gewerbliche T&auml;tigkeit ein anderer Arbeitsplatz zur Verf&uuml;gung stand, ob wegen der Mehrheit der T&auml;tigkeiten im wertenden Sinne davon auszugehen sein sollte, dass f&uuml;r die Arbeitnehmert&auml;tigkeit jedenfalls teilweise kein anderer Arbeitsplatz zur Verf&uuml;gung stand und ob schlie&szlig;lich die Koordinierungsaufgaben als solche ein Arbeitszimmer erforderten. Der Betrag von 1.250&nbsp;EUR ist in jedem Falle nur einmal zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es kann dahinstehen, ob &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b EStG insgesamt personen- oder objektbezogen ist (im Sinne der Objektbezogenheit BFH-Urteil vom 23.&nbsp;September 2009 IV&nbsp;R&nbsp;21\/08, BFHE 227, 31, BStBl II 2010, 337 zum Jahr 1997; hierzu noch anh&auml;ngige Revisionsverfahren VI&nbsp;R&nbsp;53\/12 und VI&nbsp;R&nbsp;86\/13). Es gibt aber jedenfalls keinen Anhaltspunkt und keinen Grund, den H&ouml;chstbetrag eink&uuml;nftebezogen zu verstehen. Vielmehr sind, wenn ein Steuerpflichtiger ein Arbeitszimmer im Rahmen mehrerer Einkunftsarten nutzt, die darauf get&auml;tigten Aufwendungen entsprechend den tats&auml;chlichen Nutzungsanteilen auf die verschiedenen Einnahmequellen aufzuteilen (BFH-Urteile vom 3.&nbsp;August 2005 XI&nbsp;R&nbsp;42\/02, BFH\/NV 2006, 504; vom 18.&nbsp;August 2005 VI&nbsp;R&nbsp;39\/04, BFHE 211, 447, BStBl II&nbsp;2006, 428). Die Aufwendungen fallen bei dem Steuerpflichtigen f&uuml;r das betrieblich und\/oder beruflich genutzte Arbeitszimmer an. Auf der einen Seite hat es keinen Einfluss auf die H&ouml;he der Kosten, ob die T&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen in diesem Arbeitszimmer einer Einkunftsart oder verschiedenen Einkunftsarten zuzuordnen ist. Auf der anderen Seite ist das mit dem H&ouml;chstbetrag verbundene gesetzgeberische Ziel, die objektiv gegebene, staatlich jedoch nicht beobachtbare M&ouml;glichkeit privater Mitbenutzung des h&auml;uslichen Arbeitszimmers pauschal zu ber&uuml;cksichtigen (vgl. BTDrucks&nbsp;17\/3549, S.&nbsp;15), nicht mit der Anzahl der Einkunftsarten verkn&uuml;pft, f&uuml;r die dieses Arbeitszimmer genutzt wird. Der Senat sieht keinen Grund, den Abzug der Kosten f&uuml;r ein intensiv, aber nur im Rahmen einer einzigen Einkunftsart genutztes Arbeitszimmer auf 1.250&nbsp;EUR zu beschr&auml;nken, aber ggf. f&uuml;r mehrere nur in geringerem Umfang ausge&uuml;bte T&auml;tigkeiten zu vervielf&auml;ltigen (i.E. in diesem Punkte ebenso Paul in Herrmann\/ Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;4 EStG Rz&nbsp;1563).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>58<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.7.2014, X R 49\/11 H&auml;usliches Arbeitszimmer bei mehreren Einkunftsarten &#8211; Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Bet&auml;tigung &#8211; Teleologische Reduktion von &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG i.d.F. des JStG 2010 Tatbestand 1&nbsp; I. 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