{"id":64465,"date":"2015-05-15T09:59:48","date_gmt":"2015-05-15T07:59:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64465"},"modified":"2015-05-15T09:59:48","modified_gmt":"2015-05-15T07:59:48","slug":"v-r-5-14-zum-merkmal-schuldner-der-einfuhrumsatzsteuer-in-par-3-abs-8-ustg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-5-14-zum-merkmal-schuldner-der-einfuhrumsatzsteuer-in-par-3-abs-8-ustg\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;5\/14 &#8211; Zum Merkmal &quot;Schuldner der Einfuhrumsatzsteuer&quot; in &sect; 3 Abs. 8 UStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.1.2015, V R 5\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Zum Merkmal &quot;Schuldner der Einfuhrumsatzsteuer&quot; in &sect; 3 Abs. 8 UStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Schuldner der Einfuhrumsatzsteuer i.S. des &sect; 3 Abs. 8 UStG ist die Person, die in eigenem Namen eine Zollanmeldung abgibt oder in deren Namen eine Zollanmeldung abgegeben wird. Darauf, dass tats&auml;chlich Einfuhrumsatzsteuer angefallen ist, kommt es nicht an.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Als Vertreter &quot;f&uuml;r Rechnung&quot; eines anderen i.S. des Art. 5 Abs. 2 ZK handelt nicht, wer in eigener Person alle etwaig anfallenden Steuern und sonstige Kosten tr&auml;gt und sein Handeln sich f&uuml;r den anderen unter keinem denkbaren Gesichtspunkt wirtschaftlich auswirkt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 14. Januar 2014&nbsp;&nbsp;15 K 2663\/10 U wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die Lieferung von Waren (B&uuml;cher, CD&#8217;s) mit einem Warenwert von bis zu 22&nbsp;EUR aus einem in der Schweiz gelegenen Auslieferungslager an im Inland ans&auml;ssige Kunden nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;8 des Umsatzsteuergesetzes 2005 in der im Streitjahr (2007) geltenden Fassung (UStG) im Inland steuerbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) war im Streitjahr umsatzsteuerrechtliche Organtr&auml;gerin u.a. der in H (Inland) gesch&auml;ftsans&auml;ssigen X-GmbH und der Y-GmbH. Zum Konzern der Kl&auml;gerin geh&ouml;rte auch die in der Schweiz gesch&auml;ftsans&auml;ssige B-AG, eine Enkelgesellschaft der Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Y-GmbH, die Betriebsabteilung &quot;C&quot;, f&uuml;hrte das Buchgesch&auml;ft in eigenem Namen, aber f&uuml;r Rechnung, im Interesse und auf Risiko der X-GmbH. Die Y-GmbH schloss die Vertr&auml;ge mit den Kunden von &quot;C&quot; ab und belieferte im Streitjahr die Kunden im Versandhandel mit Schallplatten, CD&#8217;s, Videokassetten, B&uuml;chern und &Auml;hnlichem. Wie in den Vorjahren versandte &quot;C&quot; auch im Jahr 2007 Kataloge an die Kunden, aus denen diese viertelj&auml;hrlich mindestens einen Artikel per Bestellkarte bestellen mussten. Unterblieb die Bestellung, versandte &quot;C&quot; an die Kunden f&uuml;r das Vierteljahr einen sog. Hauptvorschlag. Auf der Beitrittserkl&auml;rung von &quot;C&quot; in der Fassung 2007 hie&szlig; es dazu u.a.: &quot;Ich kaufe in einer Filiale oder per Postbestellung mit Versandkostenanteil; es gelten die Lieferbedingungen bei Versandbestellungen (siehe vorletzte Katalogseite). Erf&uuml;llungsort H.&quot; In den auf der vorletzten Seite der verwendeten Kataloge abgedruckten Allgemeinen Gesch&auml;ftsbedingungen (AGB) hei&szlig;t es: &quot;Sie bevollm&auml;chtigen uns, alle f&uuml;r die Einfuhr aus der Schweiz notwendigen Erkl&auml;rungen abzugeben. Hierf&uuml;r fallen derzeit keine Steuern an. Bei &Auml;nderungen werden wir anfallende Steuern und sonstige Kosten nat&uuml;rlich f&uuml;r Sie &uuml;bernehmen.&quot; In Fettdruck hie&szlig; es abschlie&szlig;end: &quot;Weitere Vereinbarungen gibt es nicht.&quot; Die Kunden mussten die Entgelte f&uuml;r die von ihnen bei &quot;C&quot; gekauften Waren auf ein inl&auml;ndisches Konto einer deutschen Bank bezahlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem bis April 1998 die Belieferung der Kunden vom inl&auml;ndischen Zentrallager H aus erfolgte, erfolgte danach die Versendung von Gro&szlig;artikeln des Sortiments (z.B. Serien-CD&#8217;s, Hauptvorschlags-CD&#8217;s) f&uuml;r ganz Europa (Bundesrepublik Deutschland, &Ouml;sterreich, Niederlande) aus Q in der Schweiz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Deutsche Post AG, f&uuml;r die die P GmbH &#038; Co. OHG bzw. die P Vertriebs GmbH und Co. KG (P) t&auml;tig wurden, holte die Ware aus Q ab und erledigte die Zollformalit&auml;ten. Dies geschah, indem die P an der Grenze dem deutschen Zoll (Zollamt) einen von der Y-GmbH nicht auf amtlichem Vordruck gefertigten &quot;Antrag auf Freischreibung der Sendungen&quot; mit folgendem Text vorlegte: &quot;Hiermit beantragen wir (Y-GmbH) die Freischreibung der Sendungen nach Art.&nbsp;27 der EG-Verordnung Nr.&nbsp;918 aus dem Jahr 1983.&quot; Dieses Verfahren entsprach einem zwischen der Deutschen Post AG und dem deutschen Zollamt abgestimmten Verfahren. Wegen der Einzelheiten wird auf das Schreiben der Deutschen Post AG aus dem Jahr 1998 und die hierauf erfolgte Best&auml;tigung des deutschen Zolls per Stempelvermerk Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachfolgend differenzierte das Dokument tabellarisch zwischen B&uuml;chern und CD&#8217;s sowie der Anzahl und der Art der Titel und der Gesamtzahl der Sendungen. Die Erkl&auml;rung endete mit dem Vermerk: &quot;Die Sendungen gehen an diverse Empf&auml;nger in Deutschland. Die Einfuhr erfolgt im Namen der Empf&auml;nger. Der Wert pro Sendung liegt unter 43&nbsp;DM\/22&nbsp;EUR.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach verbrachte die P die Waren in ihr Zentrallager in L (Inland). Von dort aus belieferte sie die im Inland ans&auml;ssigen Kunden von &quot;C&quot;. Die Lieferungen ab Q umfassten ausschlie&szlig;lich Produkte, deren Warenwert je Einzelsendung 22&nbsp;EUR nicht &uuml;berstieg. In 2007 versandte die B-AG ab dem schweizerischen R unter Verwendung einer Spezialverpackungsmaschine von ihrem schweizerischen Auslieferungslager im Auftrag der Y-GmbH Ein-Titel-Sendungen mit einem jeweiligen Warenwert von bis zu 22&nbsp;EUR an im Inland ans&auml;ssige Kunden von &quot;C&quot;. Mehr-Titel-Sendungen und solche, die einen Warenwert von 22&nbsp;EUR &uuml;berstiegen, wurden direkt aus dem in H unterhaltenen Zentrallager an die Kunden ausgeliefert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin reichte am 27.&nbsp;Februar 2009 eine gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;168 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) nicht zustimmungsbed&uuml;rftige Umsatzsteuer-Erkl&auml;rung f&uuml;r 2007 ein, in der sie die Warenlieferungen mit einem Warenwert von bis zu 22&nbsp;EUR ab dem schweizerischen Auslieferungslager an im Inland ans&auml;ssige Kunden als steuerpflichtige Ums&auml;tze behandelte. Am 20.&nbsp;M&auml;rz 2009 legte sie gegen die Steuerfestsetzung Einspruch ein. W&auml;hrend des Klageverfahrens erlie&szlig; der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) am 8.&nbsp;Oktober 2013 einen &Auml;nderungsbescheid, der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zum Gegenstand des Klageverfahrens wurde und mit dem die streitige Belieferung der Kunden als im Inland steuerbar und steuerpflichtig behandelt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte keinen Erfolg. Zur Begr&uuml;ndung seines in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2014, 688 ver&ouml;ffentlichten Urteils f&uuml;hrte das Finanzgericht (FG) aus, das FA habe zu Recht die streitigen Lieferungen aus der Schweiz als gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;8 UStG im Inland erbracht angesehen. Steuerschuldner der durch diese Lieferungen ausgel&ouml;sten Umsatzsteuer seien nicht die im Inland ans&auml;ssigen Kunden, weil sie nicht als Zollanmelder anzusehen seien. Die von der Y-GmbH in ihren AGB verwendete Klausel zur &Uuml;berw&auml;lzung der Steuerschuldnerschaft f&uuml;r die Einfuhrumsatzsteuer auf die Lieferungsempf&auml;nger sei nicht Vertragsbestandteil geworden, weil es sich um eine &uuml;berraschende Klausel i.S. von &sect;&nbsp;305c des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) gehandelt habe. Die Steuerschuldnerschaft der Kunden sei auch nicht aufgrund einer Zollanmeldung durch die P im Namen der Kunden begr&uuml;ndet worden. Zudem stelle die der Kl&auml;gerin zuzurechnende Gestaltung der Vertragsbeziehung zwischen der Y-GmbH und deren Kunden einen Rechtsmissbrauch i.S. des &sect;&nbsp;42 AO dar, so dass auch insoweit die durch die Lieferungen an die Kunden ausgel&ouml;ste Umsatzsteuer der Kl&auml;gerin zuzurechnen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit der Revision und r&uuml;gt Verletzung materiellen Rechts. Zur Begr&uuml;ndung tr&auml;gt sie vor, die streitigen Lieferungen seien nicht steuerbar, weil sie nicht im Inland ausgef&uuml;hrt worden seien; sie g&auml;lten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;6 UStG als in der Schweiz ausgef&uuml;hrt. Die Voraussetzungen einer Verlagerung der Ausf&uuml;hrung der Lieferung in das Inland nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;8 UStG seien nicht erf&uuml;llt, weil sie, die Kl&auml;gerin, nicht Schuldner der Einfuhrumsatzsteuer sei. Dieser sei nach Zollrecht zu bestimmen. Zollschuldner und damit Schuldner der Einfuhrumsatzsteuer sei der Anmelder gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;201 Abs.&nbsp;3, Art.&nbsp;4 Nr.&nbsp;18 der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;2913\/92 des Rates vom 12.&nbsp;Oktober 1992 zur Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaften (ZK). Dies sei der jeweilige Empf&auml;nger der Lieferung im Inland.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Voraussetzungen von Art.&nbsp;238&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Spiegelstrich der Durchf&uuml;hrungsvorschriften zu der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;2913\/92 des Rates vom 12.&nbsp;Oktober 1992 zur Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaften &#8211;ZKDVO&#8211; (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr.&nbsp;L&nbsp;302), bei deren Vorliegen die Anwendung von Art.&nbsp;237 ZKDVO ausgeschlossen sei, l&auml;gen nicht vor. Im Gegensatz zur Auffassung des FG verfolge Art.&nbsp;238&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Spiegelstrich ZKDVO nicht den Zweck, den Empf&auml;nger einer Masseneinfuhr davor zu sch&uuml;tzen, Schuldner der Einfuhrumsatzsteuer zu werden. Au&szlig;erdem handele es sich bei den streitigen Lieferungen nicht um k&uuml;nstlich kleingearbeitete Massensendungen i.S. von Art.&nbsp;225 Buchst.&nbsp;b ZKDVO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch die Merkmale des Art.&nbsp;238&nbsp;&nbsp;3.&nbsp;Spiegelstrich ZKDVO seien nicht erf&uuml;llt. Eine Zollanmeldung liege schon deshalb nicht vor, weil der von der P beim Passieren der Grenzzollstelle abgegebene &quot;Antrag auf Freischreibung der Sendungen&quot; weder unterzeichnet noch auf einem amtlichen Muster abgegeben worden sei und die nach Art.&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative ZK i.V.m. Anhang&nbsp;37 zur ZKDVO erforderlichen Angaben nicht enthalte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hilfsweise sei davon auszugehen, dass die Post AG\/P bei Passieren der Zollstelle bzw. &Uuml;berschreiten der Grenze des Zollgebietes der Union gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;233 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a oder b ZKDVO konkludent eine Zollanmeldung im Namen und mit Vertretungsmacht f&uuml;r die deutschen Endkunden abgegeben habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vertretungsmacht der P ergebe sich aus &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;2 des Zollverwaltungsgesetzes (ZollVG) vom 21.&nbsp;Dezember 1992 (BGBl I 1992, 2125). Wenn die P ohne Vertretungsmacht gehandelt haben sollte, m&uuml;sste sie gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 ZK als im eigenen Namen und auf eigene Rechnung handelnd angesehen werden mit der Folge, dass die P zollrechtlicher Anmelder sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Alternativ sei davon auszugehen, dass die Y-GmbH die Zollanmeldungen in direkter Vertretung der deutschen Endkunden abgegeben habe. Ausweislich des Hinweises in dem &quot;Antrag auf Freischreibung der Sendungen&quot; sei die Anmeldung im Namen der Empf&auml;nger erfolgt. Die Vertretungsmacht ergebe sich aus den AGB der Y-GmbH. Das FG sei zu Unrecht von einer &uuml;berraschenden und deshalb gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;305c BGB unwirksamen Klausel ausgegangen. Hierauf komme es im Ergebnis aber auch gar nicht an, weil die nationale Regelung des &sect;&nbsp;305c BGB im Rahmen der unionsrechtlich autonom auszulegenden Vorschrift des Art.&nbsp;5 ZK keine Bedeutung habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Missbrauch von Gestaltungsm&ouml;glichkeiten i.S. des &sect;&nbsp;42 AO komme schon deshalb nicht in Betracht, weil diese Regelung im Umsatzsteuerrecht keine Anwendung finde. Ein Versto&szlig; gegen das unionsrechtliche Missbrauchsverbot liege nicht vor. Im &Uuml;brigen sei der Steuervorteil gar nicht wesentlicher Zweck der Gestaltung gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Umsatzsteuer 2007 unter &Auml;nderung des Umsatzsteuerbescheides vom 8.&nbsp;Oktober 2013 auf &#8230;&nbsp;EUR herabzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA schlie&szlig;t sich im Wesentlichen den Ausf&uuml;hrungen in den Gr&uuml;nden des FG-Urteils an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Urteil vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2007 V&nbsp;R&nbsp;32\/05 (BFHE 217, 66, BStBl II 2008, 153) hat der Senat &uuml;ber eine Revision im Verfahren wegen Umsatzsteuer 1998 &uuml;ber einen &auml;hnlich gelagerten Sachverhalt entschieden. Richter am Bundesfinanzhof (RiBFH) A war zu diesem Zeitpunkt Angestellter der damaligen Prozessbevollm&auml;chtigten und ist im Verfahren V&nbsp;R&nbsp;32\/05 f&uuml;r diese aufgetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. A. Der Senat entscheidet in der gesch&auml;ftsplanm&auml;&szlig;igen Besetzung anstelle des nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;41 Nr.&nbsp;4 der Zivilprozessordnung (ZPO) ausgeschlossenen RiBFH A mit dem nach dem Gesch&auml;ftsverteilungsplan des Bundesfinanzhofs (BFH) f&uuml;r dessen Vertretung zust&auml;ndigen RiBFH B.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 FGO gelten f&uuml;r die Ausschlie&szlig;ung oder Ablehnung der Gerichtspersonen die &sect;&sect;&nbsp;41 bis 49 ZPO sinngem&auml;&szlig;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;41 Nr.&nbsp;4 ZPO ist ein Richter von der Aus&uuml;bung des Richteramts kraft Gesetzes ausgeschlossen in Sachen, in denen er als Prozessbevollm&auml;chtigter oder Beistand einer Partei bestellt oder als gesetzlicher Vertreter einer Partei aufzutreten berechtigt ist oder gewesen ist. Diese Voraussetzungen liegen in Bezug auf RiBFH A vor. An dessen Stelle tritt nach dem Gesch&auml;ftsverteilungsplan f&uuml;r 2014 Teil&nbsp;A, V.&nbsp;Senat der zu dessen Vertretung berufene RiBFH B.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B. Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Lieferungen der Y-GmbH aus der Schweiz an ihre deutschen Kunden gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG der Kl&auml;gerin zuzurechnen sind und im Inland der Umsatzsteuer unterliegen. Die streitigen Ums&auml;tze sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG umsatzsteuerbar, weil der Ort der Lieferung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;8 UStG im Inland liegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Wird &#8211;wie hier&#8211; der Gegenstand der Lieferung durch den Lieferer, den Abnehmer oder einen vom Lieferer oder vom Abnehmer beauftragten Dritten bef&ouml;rdert oder versendet, gilt die Lieferung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 UStG dort als ausgef&uuml;hrt, wo die Bef&ouml;rderung oder Versendung an den Abnehmer oder in dessen Auftrag an einen Dritten beginnt. Versenden liegt vor, wenn jemand die Bef&ouml;rderung durch einen selbstst&auml;ndigen Beauftragten ausf&uuml;hren oder besorgen l&auml;sst (&sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;3 UStG). Ob hier die X-GmbH oder die Y-GmbH die P mit der Bef&ouml;rderung der Gegenst&auml;nde an die Kunden beauftragte, kann offenbleiben, da beide Gesellschaften Organgesellschaften der Kl&auml;gerin sind. Die Versendung beginnt mit der &Uuml;bergabe des Gegenstandes an den Beauftragten (&sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;4 UStG). Vorliegend begann die Versendung mit der Abholung der Gegenst&auml;nde durch die P vom Logistikzentrum im schweizerischen Q.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Abweichend von &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;6 UStG bestimmt sich der Ort der Lieferung nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;8 UStG, wenn der Gegenstand bei der Bef&ouml;rderung oder Versendung aus einem Drittlandsgebiet in das Inland gelangt und der Lieferer oder sein Beauftragter Schuldner der Einfuhrumsatzsteuer ist. In diesem Fall gilt der Ort der Lieferung als im Inland gelegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Regelung setzt Art.&nbsp;32 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem vom 28.&nbsp;November 2006 (MwStSystRL) um. Danach gilt der Ort der Lieferung, die durch den Importeur bewirkt wird, der gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;201 MwStSystRL als Steuerschuldner bestimmt oder anerkannt wurde, als in dem Mitgliedstaat gelegen, in den die Gegenst&auml;nde eingef&uuml;hrt werden, wenn der Ort, von dem aus die Gegenst&auml;nde versandt oder bef&ouml;rdert werden, in einem Drittgebiet oder in einem Drittland liegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dass Einfuhrumsatzsteuer tats&auml;chlich anf&auml;llt, ist nicht entscheidend. Schuldner der Einfuhrumsatzsteuer i.S. des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;8 UStG ist auch derjenige, dessen Ums&auml;tze zwar gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 UStG steuerbar, aber gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 UStG steuerfrei sind (BFH-Urteil in BFHE 217, 66, BStBl II 2008, 153). Der Annahme einer Lieferung im Inland steht daher nicht entgegen, dass die Lieferungen der Kl&auml;gerin gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1a der Einfuhrumsatzsteuer-Befreiungsverordnung vom 11.&nbsp;August 1992 (BGBl I 1992, 1526) nicht der Einfuhrumsatzsteuer unterliegen, weil es sich um Sendungen von Waren mit geringem Wert i.S. des Art.&nbsp;27 der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;918\/83 des Rates vom 28.&nbsp;M&auml;rz 1983 &#8211;VO (EWG) Nr.&nbsp;918\/83&#8211; (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr.&nbsp;L&nbsp;105\/1) handelt, deren Gesamtwert je Sendung 22&nbsp;EUR nicht &uuml;bersteigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;gerin lieferte die Waren aus der Schweiz, einem Drittlandsgebiet (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a Satz 3 UStG). Sie gelangten bei der Versendung in das Inland (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 Satz 1 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Kl&auml;gerin war auch &quot;Schuldner der Einfuhrumsatzsteuer&quot;. Der Schuldner der Einfuhrumsatzsteuer bestimmt sich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;2 UStG i.V.m. &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 UStG nach den Vorschriften &uuml;ber die Z&ouml;lle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;201 Abs.&nbsp;3 Satz 1 ZK ist Zollschuldner der Anmelder der Waren. Dieser ist folglich auch Schuldner der Einfuhrumsatzsteuer. Anmelder ist gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;4 Nr.&nbsp;18 ZK die Person, die in eigenem Namen eine Zollanmeldung abgibt, oder die Person, in deren Namen eine Zollanmeldung abgegeben wird. Der Anmelder kann sich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 ZK vertreten lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Y-GmbH war Anmelder, weil sie durch den &quot;Antrag auf Freischreibung&quot; Zollanmeldungen zwar im Namen der Empf&auml;nger, aber mit Wirkung f&uuml;r sich selbst abgegeben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ob der &quot;Antrag auf Freischreibung&quot; nach Art.&nbsp;27 VO (EWG) Nr.&nbsp;918\/83 die Anforderungen an eine Zollanmeldung i.S. des Art.&nbsp;61 ZK in vollem Umfang erf&uuml;llt, d.h. ob er auf einem dem amtlichen Muster entsprechenden Vordruck i.S. des Art.&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 ZK abgegeben und unterschrieben wurde, braucht der Senat nicht zu entscheiden. Denn das Zollrecht kennt die Fiktion der Zollanmeldung, wenn Waren die Voraussetzungen der Art.&nbsp;230 bis 232, 237 ZKDVO erf&uuml;llen, z.B. im Postverkehr bef&ouml;rderte Waren, und zul&auml;ssigerweise eine andere Form der Willens&auml;u&szlig;erung an die Stelle einer schriftlichen oder m&uuml;ndlichen Anmeldung getreten ist (Henke in Witte, Zollkodex, 6.&nbsp;Aufl., M&uuml;nchen 2013, Art.&nbsp;63 Rz&nbsp;3). Hiervon ist bei dem zwischen der Deutschen Post AG und der Kl&auml;gerin abgestimmten Verfahren auszugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Kl&auml;gerin hat die Empf&auml;nger zollrechtlich nicht wirksam bei der Anmeldung vertreten, so dass der Senat nicht dar&uuml;ber zu entscheiden brauchte, ob der Beurteilung der AGB-Steuerklausel durch das FG als &uuml;berraschende Klausel i.S. des &sect;&nbsp;305c BGB zu folgen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es fehlt an dem f&uuml;r die allein in Betracht kommende direkte Vertretung zollrechtlich erforderlichen Handelns &quot;f&uuml;r Rechnung eines anderen&quot; (Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;1.&nbsp;Spiegelstrich ZK).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Nimmt ein Steuergesetz, wie vorliegend &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;8, &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;2, &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 UStG durch den Verweis auf den Begriff der Vertretung in Art.&nbsp;5 ZK, auf einen Begriff Bezug, der einem anderen Rechtsgebiet entnommen ist, ist durch Auslegung zu ermitteln, ob das Steuerrecht insoweit den Wertungen des jeweiligen Rechtsgebietes, wie hier des Zivilrechts, folgt oder mit Hilfe der entlehnten Begriffe eigenst&auml;ndige steuerrechtliche Tatbest&auml;nde bildet. Steuerrechtliche Tatbestandsmerkmale sind danach, auch wenn sie einem anderen Rechtsgebiet entnommen sind, nach dem steuerrechtlichen Bedeutungszusammenhang, nach dem Zweck des jeweiligen Steuergesetzes und dem Inhalt der einschl&auml;gigen Einzelregelung zu interpretieren. Es besteht weder eine Vermutung f&uuml;r ein &uuml;bereinstimmendes noch f&uuml;r ein abweichendes Verst&auml;ndnis (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 27.&nbsp;Dezember 1991&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;72\/90, BStBl II 1992, 212).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Davon ausgehend hat der Senat auch an der unionsrechtlichen Auslegung des Begriffes der Vertretung unabh&auml;ngig von den verschiedenen Sprachfassungen des Art.&nbsp;5 ZK keine Zweifel. Eine Vorlage an den Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union kommt daher vorliegend nicht in Betracht. Es kommt nicht darauf an, ob der Begriff der Vertretung in Art.&nbsp;5 ZK mit der deutschen Fassung ein Handeln &quot;f&uuml;r Rechnung eines anderen&quot; oder mit der englischen Fassung ein &quot;act &#8230; on behalf of another person&quot;, was eher einem Handeln &quot;im Interesse eines anderen&quot; entspricht, voraussetzt. Denn beides ist vorliegend nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(a) Die Kl&auml;gerin hat nicht f&uuml;r Rechnung der Empf&auml;nger gehandelt, weil die zollrechtliche Abwicklung unabh&auml;ngig von der Befreiung der Einfuhr durch &sect;&nbsp;1a der Einfuhrumsatzsteuer-Befreiungsverordnung aufgrund der &Uuml;bernahme aller etwaig anfallenden Steuern und sonstiger Kosten durch die Kl&auml;gerin unter keinem denkbaren Gesichtspunkt f&uuml;r die Empf&auml;nger wirtschaftliche Auswirkungen haben konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(b) Es sind auch keine sonstigen Interessen der Empf&auml;nger erkennbar, die durch das Handeln der Kl&auml;gerin ber&uuml;hrt sein k&ouml;nnten. Die gesamte Gestaltung hat allein den Interessen der Kl&auml;gerin gedient, m&ouml;gen diese steuerrechtlicher oder im Hinblick auf den Aufbau eines zentralen Auslieferungslagers f&uuml;r Europa wirtschaftlicher Natur gewesen sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der Zollschuldnerschaft der Kl&auml;gerin stehen die Regelungen in Art.&nbsp;237 ZKDVO nicht entgegen. Grunds&auml;tzlich erh&auml;lt der Postverkehr im Recht der Zollanmeldung eine privilegierte Sonderstellung (Henke in Witte, a.a.O., Art.&nbsp;61 Rz&nbsp;41). Nach Art.&nbsp;237 ZKDVO w&uuml;rden die Empf&auml;nger zollrechtlich als Anmelder gelten, weil es sich bei dem Warentransport durch die P um Postsendungen handelte, die gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;38 Abs.&nbsp;4 ZK i.V.m. &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b&nbsp;aa der Zollverordnung in der Fassung vom 22.&nbsp;Dezember 2003 &#8211;ZollV&#8211; (BGBl I 1993, 2449) von der Verpflichtung des Bef&ouml;rderns freigestellt waren. Im Postverkehr gelten gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;237 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;A.a 4.&nbsp;Spiegelstrich ZKDVO derartige Postsendungen als angemeldet. Als Anmelder und Zollschuldner gilt in diesen F&auml;llen gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;237 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1&nbsp;&nbsp;1.&nbsp;Halbsatz ZKDVO der Empf&auml;nger.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Anwendung von Art.&nbsp;237 ZKDVO ist vorliegend aber durch Art.&nbsp;238&nbsp;&nbsp;3.&nbsp;Spiegelstrich ZKDVO ausgeschlossen, denn gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;238 ZKDVO gilt Art.&nbsp;237 ZKDVO nicht, wenn eine Zollanmeldung schriftlich, m&uuml;ndlich oder unter Einsatz der Datenverarbeitung abgegeben wird. Das ist aus den unter II.2.c&nbsp;aa genannten Gr&uuml;nden vorliegend der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Die Zollschuldnerschaft der Kl&auml;gerin ist auch nicht deshalb ausgeschlossen, weil die P Zollanmeldungen in Vertretung der Empf&auml;nger f&uuml;r diese abgegeben hat, mit der Folge, dass diese als Anmelder g&auml;lten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar ist die Deutsche Post AG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;2 ZollVG befugt, f&uuml;r von ihr bef&ouml;rderte Waren, die nach Ma&szlig;gabe des ZK zu gestellen sind, Zollanmeldungen in Vertretung des Empf&auml;ngers abzugeben. Das gilt auch f&uuml;r die P, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Post AG. Nach den Feststellungen des FG hat die P aber weder eine schriftliche Zollanmeldung i.S. des Art.&nbsp;61 und 62 ZK mittels Einheitspapiers noch eine Anmeldung mit Mitteln der Datenverarbeitung abgegeben. Nach den den Senat bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) hat die Y-GmbH den &quot;Antrag auf Freischreibung&quot; gestellt. Die Kl&auml;gerin geht selbst davon aus, dass die P insoweit nur als Bote aufgetreten ist. Aus diesem Grund kommt auch keine vollmachtlose Vertretung seitens der P in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin hat die P durch das blo&szlig;e Verbringen der Waren &uuml;ber die Grenze auch nicht konkludent Zollanmeldungen im Namen der Empf&auml;nger abgegeben. Zwar kommt gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;233 ZKDVO auch eine konkludente Zollanmeldung in Betracht. Das gilt aber nicht, wenn &#8211;wie hier&#8211; eine ausdr&uuml;ckliche Anmeldung vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.1.2015, V R 5\/14 Zum Merkmal &quot;Schuldner der Einfuhrumsatzsteuer&quot; in &sect; 3 Abs. 8 UStG Leits&auml;tze 1. Schuldner der Einfuhrumsatzsteuer i.S. des &sect; 3 Abs. 8 UStG ist die Person, die in eigenem Namen eine Zollanmeldung abgibt oder in deren Namen eine Zollanmeldung abgegeben wird. 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