{"id":64472,"date":"2015-05-15T09:59:42","date_gmt":"2015-05-15T07:59:42","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64472"},"modified":"2015-05-15T09:59:42","modified_gmt":"2015-05-15T07:59:42","slug":"xi-b-88-14-keine-steuerermaessigung-bei-vermietung-von-raeumen-an-prostituierte-zum-zweck-der-prostitution-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung-der-rechtssache-ordnungsgemaesse-besetzung-des-geric","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-88-14-keine-steuerermaessigung-bei-vermietung-von-raeumen-an-prostituierte-zum-zweck-der-prostitution-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung-der-rechtssache-ordnungsgemaesse-besetzung-des-geric\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;88\/14 &#8211; Keine Steuererm&auml;&szlig;igung bei Vermietung von R&auml;umen an Prostituierte zum Zweck der Prostitution &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache &#8211; Ordnungsgem&auml;&szlig;e Besetzung des Gerichts auch bei zeitweise geschlossenen Augen des beisitzenden Richters"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 21.1.2015, XI B 88\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Steuererm&auml;&szlig;igung bei Vermietung von R&auml;umen an Prostituierte zum Zweck der Prostitution &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache &#8211; Ordnungsgem&auml;&szlig;e Besetzung des Gerichts auch bei zeitweise geschlossenen Augen des beisitzenden Richters<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Der Antrag auf Verfahrensruhe wird abgelehnt.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 23. Juli 2014&nbsp;&nbsp;3 K 2023\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) erzielte im Besteuerungszeitraum 2010 u.a. Einnahmen aus der Vermietung von Wohnungen in zwei Geb&auml;uden in &#8230;. Die R&auml;ume in diesen Wohnungen wurden gegen Entgelt an Prostituierte zum Zweck der Aus&uuml;bung der Prostitution &uuml;berlassen. Die Mietvertr&auml;ge waren als &quot;kurzfristig&quot; bezeichnet, auf unbestimmte Zeit geschlossen und konnten von beiden Parteien mit einer Frist von einer Woche gek&uuml;ndigt werden. Die Miete betrug zwischen 135&nbsp;EUR und 150&nbsp;EUR pro Tag und war t&auml;glich in bar an die Kl&auml;gerin zu entrichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2010 erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin die Einnahmen aus der Vermietung der Wohnungen als Ums&auml;tze zum erm&auml;&szlig;igten Steuersatz von 7&nbsp;% gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;11 des Umsatzsteuergesetzes (UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) besteuerte die Ums&auml;tze in dem von der Erkl&auml;rung abweichenden Jahressteuerbescheid vom 13.&nbsp;Februar 2012 dagegen mit dem Regelsteuersatz von 19&nbsp;%.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der hiergegen gerichtete Einspruch und die im Anschluss erhobene Klage hatten keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte im Urteil vom 23.&nbsp;Juli 2014 zur Begr&uuml;ndung im Wesentlichen aus, der erm&auml;&szlig;igte Steuersatz sei nicht anwendbar, weil die Kl&auml;gerin keine Wohn- und Schlafr&auml;ume zur kurzfristigen Beherbergung bereitgehalten habe. Die Wohnungen seien in erster Linie f&uuml;r die Aus&uuml;bung gewerblicher T&auml;tigkeiten in Form der Prostitution &uuml;berlassen worden. Es liege eine einheitliche steuerpflichtige Leistung vor, da die gewerbliche Nutzung im Vordergrund stehe. Im Streitfall ergebe sich dies bereits aus der H&ouml;he des t&auml;glich in bar zu entrichtenden Mietzinses und der Tatsache, dass sie einschl&auml;gige Werbung f&uuml;r die M&ouml;glichkeit zur Inanspruchnahme der Prostitution in den von ihr vermieteten H&auml;usern betreibe. Auch eine Aufteilung der Leistung komme nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2014, 1999 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Beschwerde beantragt die Kl&auml;gerin, das Beschwerdeverfahren im Hinblick auf das beim Bundesverfassungsgericht (BVerfG) anh&auml;ngige Verfahren 1&nbsp;BvR&nbsp;3240\/13 ruhen zu lassen, hilfsweise die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung und zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. 1. Der Senat sieht davon ab, das Ruhen des Verfahrens zu beschlie&szlig;en bzw. das Verfahren auszusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Aussetzung des Verfahrens gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;74 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ist nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) bei Vorliegen weiterer Voraussetzungen dann geboten, wenn vor dem BVerfG bereits ein nicht als aussichtslos erscheinendes Musterverfahren gegen eine im Streitfall anzuwendende Norm anh&auml;ngig ist (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;Februar 1992 III&nbsp;B&nbsp;24-25\/91, BFHE 166, 418, BStBl II 1992, 408).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies ist hier nicht der Fall. Zwar wurde gegen das gleichfalls die Zimmervermietungen an Prostituierte betreffende BFH-Urteil vom 22.&nbsp;August 2013 V&nbsp;R&nbsp;18\/12 (BFHE 243, 32, BStBl II 2013, 1058) unter dem Az.&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;3240\/13 Verfassungsbeschwerde eingelegt. Insoweit handelt es sich jedoch um kein die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der im Streitfall anzuwendenden steuerrechtlichen Normen betreffende Musterverfahren. Es ist weder ersichtlich noch dargetan, inwiefern &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;11 UStG verfassungswidrig sein k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Allein der Umstand, dass gegen das bezeichnete BFH-Urteil Verfassungsbeschwerde eingelegt worden ist, rechtfertigt keine Aussetzung des vorliegenden Verfahrens (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 8.&nbsp;November 2007 VIII&nbsp;B&nbsp;170\/06, BFH\/NV 2008, 580, unter II.2., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das Ruhen des Verfahrens, das nicht an die einschr&auml;nkenden Voraussetzungen einer Verfahrensaussetzung gebunden ist, kann auch hinsichtlich einer Nichtzulassungsbeschwerde angeordnet werden (vgl. BFH-Beschluss vom 23.&nbsp;Juni 1998 V&nbsp;B&nbsp;160\/96, BFH\/NV 1999, 83). Voraussetzung hierf&uuml;r ist au&szlig;er der Zustimmung der Beteiligten, dass die Anordnung aus wichtigen Gr&uuml;nden zweckm&auml;&szlig;ig ist (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;251 der Zivilprozessordnung). Im Streitfall kommt die Anordnung der Verfahrensruhe allerdings bereits deshalb nicht in Betracht, weil das FA sich der entsprechenden Anregung der Kl&auml;gerin nicht angeschlossen hat (vgl. z.B. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2008, 580).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Nichtzulassungsbeschwerde hat keinen Erfolg. Die geltend gemachten Revisionszulassungsgr&uuml;nde sind entweder nicht gegeben oder nicht den Anforderungen i.S. des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO entsprechend dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) wird nicht entsprechend den Anforderungen in &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wird die Beschwerde mit der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache begr&uuml;ndet, hat der Beschwerdef&uuml;hrer zur Erf&uuml;llung der Darlegungsanforderungen eine hinreichend bestimmte f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls erhebliche abstrakte Rechtsfrage herauszustellen, der grunds&auml;tzliche Bedeutung zukommen soll. Hierzu ist schl&uuml;ssig und substantiiert unter Auseinandersetzung mit den zur aufgeworfenen Rechtsfrage in Rechtsprechung und Schrifttum vertretenen Auffassungen darzulegen, weshalb die f&uuml;r bedeutsam gehaltene Rechtsfrage im allgemeinen Interesse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im Streitfall kl&auml;rbar ist. Dazu muss auch dargetan werden, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der Frage zweifelhaft und streitig ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 5.&nbsp;Juni 2013 XI&nbsp;B&nbsp;116\/12, BFH\/NV 2013, 1640, und vom 24.&nbsp;Februar 2014 XI&nbsp;B&nbsp;15\/13, BFH\/NV 2014, 839, jeweils m.w.N.). Liegt zu der vom Beschwerdef&uuml;hrer herausgestellten Rechtsfrage bereits h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung vor, so geh&ouml;rt zu der Darlegung der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit eine fundierte Stellungnahme dazu, weshalb diese Rechtsprechung noch nicht zu einer hinreichenden Kl&auml;rung gef&uuml;hrt habe oder aufgrund welcher neuen Entwicklungen sie nunmehr erneut in Frage gestellt werden m&uuml;sse (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 15.&nbsp;Oktober 2008 II&nbsp;B&nbsp;74\/08, BFH\/NV 2009, 125; vom 8.&nbsp;Oktober 2010 II&nbsp;B&nbsp;111\/10, BFH\/NV 2011, 73; vom 22.&nbsp;Juli 2013 I&nbsp;B&nbsp;158\/12, BFH\/NV 2013, 1807; in BFH\/NV 2013, 1640, und in BFH\/NV 2014, 839, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diesen Anforderungen gen&uuml;gt die Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Rechtsprechung des BFH ist seit dem Urteil vom 22.&nbsp;August 2013 in BFHE 243, 32, BStBl II 2013, 1058 gekl&auml;rt, dass die Vermietung an Prostituierte zum Zweck der Aus&uuml;bung ihres Gewerbes keine Vermietung von zur kurzfristigen Beherbergung bereitgehaltenen Wohn- und Schlafr&auml;umen i.S. von &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;11 UStG ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dieser Auffassung des BFH setzt sich die Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht auseinander. Insbesondere wird nicht ausgef&uuml;hrt, weshalb durch dieses Urteil keine hinreichende Kl&auml;rung erfolgt sei. Allein mit dem Hinweis auf die gegen das BFH-Urteil in BFHE 243, 32, BStBl II 2013, 1058 eingelegte Verfassungsbeschwerde wird die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache nicht dargelegt (BFH-Beschluss vom 2.&nbsp;September 2011 III&nbsp;B&nbsp;163\/10, BFH\/NV 2011, 2090).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit in der Beschwerdebegr&uuml;ndung auf &#8211;nach Ansicht der Kl&auml;gerin divergierende&#8211; Urteile anderer FG verwiesen wird, ist der Zulassungsgrund der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative 2 FGO) gleichfalls nicht hinreichend dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zur Darlegung einer Divergenz ist erforderlich, dass sich aus der Beschwerdebegr&uuml;ndung ergibt, in welcher konkreten Rechtsfrage das FG in der angefochtenen Entscheidung nach Ansicht des Beschwerdef&uuml;hrers von der Rechtsprechung anderer Gerichte abgewichen ist. Er hat rechtserhebliche abstrakte Rechtss&auml;tze im angefochtenen Urteil und in den von ihm angef&uuml;hrten Divergenzentscheidungen so genau zu bezeichnen, dass die Abweichung erkennbar wird (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 29.&nbsp;Mai 2006 V&nbsp;B&nbsp;159\/05, BFH\/NV 2006, 1892, unter II.2.b; vom 22.&nbsp;Juli 2014 XI&nbsp;B&nbsp;103\/13, BFH\/NV 2014, 1761, Rz&nbsp;8, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Daran fehlt es hier. In der Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde werden keine &#8211;divergierenden&#8211; abstrakten Rechtss&auml;tze f&uuml;r vergleichbare Sachverhalte dargestellt, so dass hieraus eine Abweichung verschiedener Gerichte im Grunds&auml;tzlichen erkennbar w&auml;re. Die Begr&uuml;ndung ersch&ouml;pft sich vielmehr darin, Unterschiede im Sachverhalt zu verschiedenen anderen Urteilen darzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit die Kl&auml;gerin vorbringt, &quot;beim Vorlesen des Falles&quot; durch den Berichterstatter habe der Beisitzer Herr X die Augen geschlossen, und sie damit die nicht ordnungsgem&auml;&szlig;e Besetzung des Gerichts gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;1 FGO r&uuml;gen wollte, w&auml;re diese R&uuml;ge nicht ordnungsgem&auml;&szlig; erhoben worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein Gericht ist nicht vorschriftsm&auml;&szlig;ig besetzt, wenn ein Richter w&auml;hrend der m&uuml;ndlichen Verhandlung schl&auml;ft und deshalb wesentlichen Vorg&auml;ngen nicht folgt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteil vom 4.&nbsp;August 1967 VI&nbsp;R&nbsp;198\/66, BFHE 89, 183, BStBl III 1967, 558, und BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;Oktober 2011 IV&nbsp;B&nbsp;61\/10, BFH\/NV 2012, 246). Dass diese Voraussetzungen vorliegen, kann im Allgemeinen jedoch erst dann angenommen werden, wenn sichere Anzeichen f&uuml;r das Schlafen wie beispielsweise tiefes, h&ouml;rbares und gleichm&auml;&szlig;iges Atmen oder gar Schnarchen oder eindeutige Anzeichen von fehlender Orientierung ger&uuml;gt werden (BFH-Beschluss vom 16.&nbsp;Juni 2009 X&nbsp;B&nbsp;202\/08, BFH\/NV 2009, 1659). Denn ein Richter kann dem Vortrag w&auml;hrend der m&uuml;ndlichen Verhandlung auch mit (vor&uuml;bergehend) geschlossenen Augen und geneigtem Kopf folgen. Deshalb muss derjenige, der sich darauf beruft, ein Gericht sei wegen eines in der m&uuml;ndlichen Verhandlung eingeschlafenen Richters nicht ordnungsgem&auml;&szlig; besetzt gewesen, konkrete Tatsachen vortragen, welche eine Konzentration des Richters auf wesentliche Vorg&auml;nge in der m&uuml;ndlichen Verhandlung ausschlie&szlig;en (BFH-Beschluss vom 17.&nbsp;Februar 2011 IV&nbsp;B&nbsp;108\/09, BFH\/NV 2011, 996).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Aus der Begr&uuml;ndung ergeben sich hierf&uuml;r keine Anzeichen. Die Kl&auml;gerin tr&auml;gt selbst vor, es entziehe sich ihrer Kenntnis, ob der beisitzende Richter X eingenickt sei oder nicht. Allein aus der Tatsache, dass dieser die Augen geschlossen hatte, ergibt sich nicht, dass er wesentliche Vorg&auml;nge in der m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht h&auml;tte aufnehmen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Ein Verfahrensfehler in Form der Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs i.S. von &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;3 FGO liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das Vorbringen, die Unterschiede zu dem vom BFH im Urteil in BFHE 243, 32, BStBl II 2013, 1058 entschiedenen Fall seien in der m&uuml;ndlichen Verhandlung dargestellt, jedoch &quot;bei den Richtern nicht mehr angekommen&quot;, stellt sinngem&auml;&szlig; die R&uuml;ge der Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes i.V.m. &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO) umfasst die Pflicht des Gerichts, die Ausf&uuml;hrungen der Prozessbeteiligten zur Kenntnis zu nehmen und in Erw&auml;gung zu ziehen; auch muss aus der Begr&uuml;ndung der gerichtlichen Entscheidung erkennbar sein, dass eine Auseinandersetzung mit dem wesentlichen Vorbringen der Verfahrensbeteiligten stattgefunden hat. Diese richterliche Pflicht geht jedoch nicht so weit, dass sich das Gericht mit jedem Vorbringen in den Entscheidungsgr&uuml;nden ausdr&uuml;cklich befassen m&uuml;sste, da davon auszugehen ist, dass das Gericht das Vorbringen der Beteiligten auch zur Kenntnis genommen hat. Es darf das Vorbringen au&szlig;er Acht lassen, das nach seiner Auffassung unerheblich oder unsubstantiiert ist. Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r ist erst dann verletzt, wenn sich aus den besonderen Umst&auml;nden des Einzelfalles deutlich ergibt, dass das Gericht ein tats&auml;chliches Vorbringen entweder &uuml;berhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder bei seiner Entscheidung ersichtlich nicht in Erw&auml;gung gezogen hat (BFH-Beschl&uuml;sse vom 15.&nbsp;Dezember 2010 XI&nbsp;B&nbsp;46\/10, BFH\/NV 2011, 448; vom 7.&nbsp;November 2012 I&nbsp;B&nbsp;172\/11, BFH\/NV 2013, 561).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das Urteil setzt sich in den Entscheidungsgr&uuml;nden mit der Entscheidung des BFH in BFHE 243, 32, BStBl II 2013, 1058 auseinander. Aus dem Protokoll &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung ist au&szlig;erdem erkennbar, dass die Sach- und Rechtslage mit den Beteiligten er&ouml;rtert worden ist. Allein die Tatsache, dass das FG aus den Vorbringen der Kl&auml;gerin andere rechtliche Schl&uuml;sse gezogen hat, stellt keine Verletzung ihres Rechts auf rechtliches Geh&ouml;r dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kl&auml;gerin h&auml;lt im Kern mit ihrem Beschwerdevorbringen die Rechtsauffassung des FG f&uuml;r falsch und stellt die materielle Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Entscheidung in Frage. Dies begr&uuml;ndet grunds&auml;tzlich keinen Revisionszulassungsgrund. Denn das prozessuale Rechtsinstitut der Nichtzulassungsbeschwerde dient nicht dazu, allgemein die Richtigkeit finanzgerichtlicher Urteile zu gew&auml;hrleisten (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 15.&nbsp;Februar 2012 XI&nbsp;S&nbsp;25\/11&nbsp;(PKH), BFH\/NV 2012, 1133; vom 27.&nbsp;Juni 2012 VII&nbsp;B&nbsp;57\/11, BFH\/NV 2012, 1623; vom 18.&nbsp;September 2012 I&nbsp;B&nbsp;10\/12, BFH\/NV 2013, 27; vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2013 VIII&nbsp;B&nbsp;157\/12, BFH\/NV 2013, 934).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 21.1.2015, XI B 88\/14 Keine Steuererm&auml;&szlig;igung bei Vermietung von R&auml;umen an Prostituierte zum Zweck der Prostitution &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache &#8211; Ordnungsgem&auml;&szlig;e Besetzung des Gerichts auch bei zeitweise geschlossenen Augen des beisitzenden Richters Tenor Der Antrag auf Verfahrensruhe wird abgelehnt. 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