{"id":64474,"date":"2015-05-15T09:59:46","date_gmt":"2015-05-15T07:59:46","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64474"},"modified":"2015-05-15T09:59:46","modified_gmt":"2015-05-15T07:59:46","slug":"iv-s-17-14-anwendung-von-par-63-abs-3-satz-1-nr-2-gkg-rechtsschutzbeduerfnis-fuer-die-festsetzung-eines-streitwerts-durch-das-revisionsgericht-bemessung-des-streitwerts-bei-anfechtung-bzw-aufhebung-vo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-s-17-14-anwendung-von-par-63-abs-3-satz-1-nr-2-gkg-rechtsschutzbeduerfnis-fuer-die-festsetzung-eines-streitwerts-durch-das-revisionsgericht-bemessung-des-streitwerts-bei-anfechtung-bzw-aufhebung-vo\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;S&nbsp;17\/14 &#8211; Anwendung von &sect; 63 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 GKG &#8211; Rechtsschutzbed&uuml;rfnis f&uuml;r die Festsetzung eines Streitwerts durch das Revisionsgericht &#8211; Bemessung des Streitwerts bei Anfechtung bzw. Aufhebung von Gewinnfeststellungsbescheiden und Einheitswertbescheiden wegen Nichtbestehens einer Mitunternehmerschaft &#8211; Kein eigener Streitwert bei Hilfsantrag"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.1.2015, IV S 17\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Anwendung von &sect; 63 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 GKG &#8211; Rechtsschutzbed&uuml;rfnis f&uuml;r die Festsetzung eines Streitwerts durch das Revisionsgericht &#8211; Bemessung des Streitwerts bei Anfechtung bzw. Aufhebung von Gewinnfeststellungsbescheiden und Einheitswertbescheiden wegen Nichtbestehens einer Mitunternehmerschaft &#8211; Kein eigener Streitwert bei Hilfsantrag<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>1. Der Antrag auf Ab&auml;nderung des vom Finanzgericht Berlin-Brandenburg mit Beschluss vom 10. September 2014&nbsp;&nbsp;8 K 8044\/04 B f&uuml;r das erstinstanzliche Verfahren festgesetzten Streitwerts wird abgelehnt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Der Streitwert f&uuml;r das Revisionsverfahren IV R 53\/10 wird auf &#8230; EUR festgesetzt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Mit Beschluss vom 27.&nbsp;November 2013 IV&nbsp;S&nbsp;14\/13 hat der erkennende Senat den Antrag der Kl&auml;gerin, Revisionskl&auml;gerin, Anschlussrevisionsbeklagten und Antragstellerin (Kl&auml;gerin) auf Festsetzung des Streitwerts f&uuml;r das Revisionsverfahren IV&nbsp;R&nbsp;53\/10 auf &#8230; EUR mangels eines besonderen Rechtsschutzbed&uuml;rfnisses der Kl&auml;gerin abgelehnt, weil die f&uuml;r die Streitwertfestsetzung ma&szlig;geblichen Rechtsgrunds&auml;tze durch die Rechtsprechung hinreichend gekl&auml;rt seien. Der Senat hat diese Grunds&auml;tze sodann im Einzelnen dargestellt und ausgef&uuml;hrt, die H&ouml;he des Streitwerts lasse sich aus diesen und dem Antrag der Kl&auml;gerin eindeutig ermitteln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch Beschluss vom 25.&nbsp;M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;8&nbsp;K&nbsp;8044\/04&nbsp;B hat das Finanzgericht (FG) den Streitwert sodann auf &#8230; EUR (&#8230; EUR f&uuml;r die Anfechtung\/Aufhebung der Gewinnfeststellungsbescheide und &#8230; EUR f&uuml;r diejenige der Einheitswertbescheide) festgesetzt. Dabei ermittelte es die Bedeutung der Sache bezogen auf die Anfechtung\/Aufhebung der Gewinnfeststellungsbescheide durch Ansatz eines typisierten Prozentsatzes in H&ouml;he von 25&nbsp;% auf die jeweiligen Gewinnanteile, wodurch die ebenfalls begehrte Bewertung des seinerzeitigen Hilfsantrags entfalle. Die Bedeutung der Sache bezogen auf die Anfechtung\/Aufhebung der Einheitswertbescheide bestimmte das FG durch Ansatz eines pauschalen Prozentsatzes in H&ouml;he von 1&nbsp;% auf die Einheitswerte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach weiterem Vortrag der Beteiligten &auml;nderte das FG durch Beschluss vom 10.&nbsp;September 2014 seinen Streitwertbeschluss dahingehend, dass der Streitwert nunmehr auf &#8230; EUR festgesetzt wurde. Die Bedeutung der Sache bezogen auf den von der Kl&auml;gerin gestellten Hauptantrag (Anfechtung\/Aufhebung der Gewinnfeststellungsbescheide) sei richtigerweise durch Ansatz eines typisierten Prozentsatzes in H&ouml;he von 1&nbsp;% auf die jeweiligen Gewinnanteile zu ermitteln. Die Aufhebung der Gewinnfeststellungsbescheide habe f&uuml;r die Kl&auml;gerin zu keiner k&ouml;rperschaftsteuerlichen Auswirkung gef&uuml;hrt, denn der bislang festgestellte Anteil werde trotz Aufhebung der entsprechenden Bescheide bei der K&ouml;rperschaftsteuerfestsetzung weiter ber&uuml;cksichtigt. Dem stehe auch der Senatsbeschluss vom 27.&nbsp;November 2013 IV&nbsp;S&nbsp;14\/13 nicht entgegen, denn dort sei auf den Beschluss des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 20.&nbsp;Dezember 1985 VIII&nbsp;R&nbsp;341\/82 (BFH\/NV 1986, 481) Bezug genommen, der von einem Streitwert in H&ouml;he von 1&nbsp;% des streitigen Betrags ausgehe. Der Streitwert betrage also &#8230; EUR. Zus&auml;tzlich sei aber auch noch ein Streitwert hinsichtlich des seinerzeit gestellten Hilfsantrags zu ber&uuml;cksichtigen, weil der Hauptantrag nur die steuerliche Anerkennung der stillen Gesellschaft, der Hilfsantrag dagegen die H&ouml;he des Gewinnanteils selber betroffen habe. Der entsprechende Streitwert sei aus den anzusetzenden Gewinnminderungen in H&ouml;he von &#8230; DM unter Anwendung eines pauschalen Steuersatzes in H&ouml;he von 37,5&nbsp;% abzuleiten und betrage &#8230; EUR. Die Streitwerte f&uuml;r den Haupt- und den Hilfsantrag seien zusammenzurechnen und um den &#8211;zwischen den Beteiligten unstreitigen&#8211; Streitwert f&uuml;r die Anfechtung\/Aufhebung der Einheitswertbescheide zu erh&ouml;hen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen wehrt sich die Kl&auml;gerin mit ihrer Beschwerde, mit der sie den Streitwert f&uuml;r das gesamte Verfahren auf &#8230; EUR festgesetzt wissen will. Die Streitwertfestsetzung des FG k&ouml;nne nach &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des Gerichtskostengesetzes (GKG) ge&auml;ndert werden, denn das Verfahren wegen der Entscheidung &uuml;ber den Streitwert schwebe noch in der Rechtsmittelinstanz und die &Auml;nderung sei auch innerhalb einer angemessenen Frist beantragt worden. Wegen der H&ouml;he des Streitwerts im Revisionsverfahren sei der erkennende Senat in seinem Beschluss vom 27.&nbsp;November 2013 IV&nbsp;S&nbsp;14\/13 davon ausgegangen, dass die Bedeutung der Sache bezogen auf die Anfechtung\/Aufhebung der Gewinnfeststellungsbescheide durch Ansatz eines typisierten Prozentsatzes in H&ouml;he von 37,5&nbsp;% zu bemessen sei. Der Senat habe sich die einschl&auml;gigen Ausf&uuml;hrungen im Beschluss des FG K&ouml;ln vom 17.&nbsp;April 2008&nbsp;&nbsp;10&nbsp;Ko&nbsp;3928\/07 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 1488) zu eigen gemacht. Dort w&uuml;rden nur die k&ouml;rperschaftsteuerlichen, nicht aber die gewerbesteuerlichen Auswirkungen ber&uuml;cksichtigt. Da das FG im Streitfall sowohl &uuml;ber den Haupt- als auch den Hilfsantrag entschieden habe, seien die entsprechenden Streitwerte zusammenzurechnen. Es ergebe sich bezogen auf die Feststellungsbescheide und den Hauptantrag &#8211;unter Ber&uuml;cksichtigung eines pauschalen Satzes von 37,5&nbsp;%&#8211; ein Streitwert in H&ouml;he von &#8230; EUR. F&uuml;r den Hilfsantrag betrage der Streitwert &#8211;wie vom FG berechnet&#8211; &#8230; EUR und f&uuml;r die Einheitswerte &#8230; EUR. (&#8230;)<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, den Streitwert des Revisionsverfahrens auf &#8230; EUR festzusetzen und den Beschluss des FG Berlin-Brandenburg vom 10.&nbsp;September 2014&nbsp;&nbsp;8&nbsp;K&nbsp;8044\/04&nbsp;B dahingehend zu &auml;ndern, dass der Streitwert f&uuml;r die erste Instanz ebenfalls &#8230; EUR betr&auml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte, Revisionsbeklagte und Anschlussrevisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) beantragt, den Antrag auf &Auml;nderung des Beschlusses des FG Berlin-Brandenburg vom 10.&nbsp;September 2014&nbsp;&nbsp;8&nbsp;K&nbsp;8044\/04&nbsp;B betreffend die Streitwertfestsetzung f&uuml;r die erste Instanz zur&uuml;ckzuweisen, hilfsweise den Streitwert f&uuml;r das Revisionsverfahren auf &#8230; EUR und den Streitwert f&uuml;r die erste Instanz auf &#8230; EUR festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r den Antrag auf Streitwertfestsetzung im Revisionsverfahren fehle weiterhin das Rechtsschutzinteresse. Der BFH habe die bei der Streitwertberechnung zu ber&uuml;cksichtigenden Grunds&auml;tze in seinem Beschluss vom 27.&nbsp;November 2013 IV&nbsp;S&nbsp;14\/13 dargelegt und das FG sei auch von ihnen ausgegangen. Dieses habe nur die einkommensteuerlichen Auswirkungen in den Blick genommen und die gewerbesteuerlichen Auswirkungen &#8211;auch unter Ber&uuml;cksichtigung der BFH-Rechtsprechung&#8211; zu Recht unber&uuml;cksichtigt gelassen. Der Hilfsantrag sei in die Bemessung des Streitwerts des Revisionsverfahrens schon deshalb nicht einzubeziehen, weil der BFH &uuml;ber ihn nicht entschieden habe und ansonsten eine Doppelber&uuml;cksichtigung drohe. Die begehrte &Auml;nderung der Streitwertfestsetzung f&uuml;r die erste Instanz sei unzul&auml;ssig, denn beim BFH schwebe kein entsprechendes Verfahren, weil der angefochtene Beschluss des FG unanfechtbar sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Der von der Kl&auml;gerin gestellte Antrag auf &Auml;nderung der Streitwertfestsetzung f&uuml;r die erste Instanz ist unzul&auml;ssig und war daher abzulehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;3 Satz 1 Nr.&nbsp;2 GKG kann der BFH als Rechtsmittelinstanz zwar die Streitwertfestsetzung der ersten Instanz &auml;ndern, wenn das Verfahren wegen der Entscheidung &uuml;ber den Streitwert in der Rechtsmittelinstanz schwebt. Das ist aber bezogen auf die vom FG vorgenommene Streitwertfestsetzung nicht der Fall, weil der angefochtene Beschluss nach &sect;&nbsp;66 Abs.&nbsp;3 Satz 3 GKG unanfechtbar und im finanzgerichtlichen Verfahren das Rechtsmittel der Beschwerde in Streitigkeiten &uuml;ber die Streitwertfestsetzung durch das FG gesetzlich nicht vorgesehen ist (vgl. BFH-Beschluss vom 24.&nbsp;April 2012 IX&nbsp;E&nbsp;4\/12, BFH\/NV 2012, 1798). Anders als die Kl&auml;gerin meint, schwebt das Verfahren auch nicht deshalb vor der Rechtsmittelinstanz, weil dort zugleich ein Antrag auf Streitwertfestsetzung f&uuml;r das Revisionsverfahren gestellt worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antrag auf Festsetzung des Streitwerts f&uuml;r das Revisionsverfahren ist statthaft (dazu 1.) und f&uuml;hrt zur Festsetzung eines Streitwerts in H&ouml;he von &#8230; EUR (dazu 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GKG setzt in der Finanzgerichtsbarkeit das Prozessgericht den Wert des Streitgegenstandes durch Beschluss fest, wenn ein Beteiligter oder die Staatskasse die Festsetzung beantragt oder das Gericht sie f&uuml;r angemessen erachtet. Bereits in seinem Beschluss vom 27.&nbsp;November 2013 IV&nbsp;S&nbsp;14\/13 hat der Senat dazu darauf hingewiesen, dass f&uuml;r den Antrag ein besonderes Rechtsschutzbed&uuml;rfnis bestehen muss (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 17.&nbsp;November 1987 VIII&nbsp;R&nbsp;346\/83, BFHE 152, 5, BStBl II 1988, 287; vom 18.&nbsp;Oktober 2012 IV&nbsp;S&nbsp;17\/12, BFH\/NV 2013, 248). Dieses fehlt zwar in der Regel, wenn sich die H&ouml;he des Streitwerts aus den Antr&auml;gen der Beteiligten und der bisherigen Rechtsprechung des BFH zur Bemessung des Streitwerts in gleichartigen F&auml;llen eindeutig ermitteln l&auml;sst (BFH-Beschluss vom 17.&nbsp;November 2011 IV&nbsp;S&nbsp;15\/10, BFHE 235, 122, BStBl II 2012, 246). Legt aber ein Beteiligter &#8211;wie im Streitfall die Kl&auml;gerin&#8211; substantiiert dar, das FG habe die bestehende BFH-Rechtsprechung bei der Streitwertfestsetzung f&uuml;r das erstinstanzliche Verfahren fehlerhaft angewandt und es stehe zu bef&uuml;rchten, dass der zust&auml;ndige Kostenbeamte des FG die Rechtsauffassung des FG auch f&uuml;r die Festsetzung des Streitwerts f&uuml;r die Revisionsinstanz anwenden werde, so ist das Rechtsschutzbed&uuml;rfnis des Beteiligten f&uuml;r eine Streitwertfestsetzung durch das Revisionsgericht jedenfalls zu bejahen, wenn die BFH-Rechtsprechung &#8211;wie sich aus den Ausf&uuml;hrungen unter 2. ergibt&#8211; tats&auml;chlich fehlerhaft angewandt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Streitwert f&uuml;r das Revisionsverfahren ist im Gefolge der Ausf&uuml;hrungen des Senats in seinem Beschluss vom 27.&nbsp;November 2013 IV&nbsp;S&nbsp;14\/13 &#8211;insoweit wie vom FG im urspr&uuml;nglichen Streitwertbeschluss vom 25.&nbsp;M&auml;rz 2014 vorgenommen&#8211; auf &#8230; EUR festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In seinem Beschluss vom 27.&nbsp;November 2013 IV&nbsp;S&nbsp;14\/13 hat der Senat dargelegt, dass in F&auml;llen, in denen die Aufhebung eines Gewinnfeststellungsbescheids beantragt wird, grunds&auml;tzlich der gesamte Gewinn Gegenstand des Rechtsstreits ist. Bei der Klage nur eines Gesellschafters gegen einen Gewinnfeststellungsbescheid ist der Streitwert dabei von dem (anteiligen) Betrag zu berechnen, um den der Gewinnanteil des klagenden Gesellschafters zu vermindern w&auml;re (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 29.&nbsp;September 2005 IV&nbsp;E&nbsp;5\/05, BFH\/NV 2006, 315, m.w.N.). Gleiches gilt hinsichtlich der Bescheide &uuml;ber die Einheitswerte des Betriebsverm&ouml;gens. Im Verfahren der gesonderten und einheitlichen Feststellung von Besteuerungsgrundlagen bemisst sich dabei der Streitwert nach der typisierten einkommensteuerlichen oder k&ouml;rperschaftsteuerlichen Bedeutung f&uuml;r den Kl&auml;ger. Die Bedeutung ist dabei grunds&auml;tzlich mit 25&nbsp;% des streitigen Gewinns oder Verlusts zu bemessen (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2013, 248, m.w.N.). Nur ausnahmsweise kommt der Ansatz eines h&ouml;heren oder niedrigeren Prozentsatzes dann in Betracht, wenn ohne besondere Ermittlungen im Gewinnfeststellungsverfahren erkennbar ist, dass der Pauschalsatz von 25&nbsp;% den tats&auml;chlichen steuerlichen Auswirkungen nicht gerecht wird (vgl. z.B. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2006, 315, m.w.N.). In diesem Zusammenhang ist bereits gekl&auml;rt, dass bei einem Rechtsstreit, der wegen Nichtbestehens einer Mitunternehmerschaft die ersatzlose Aufhebung des Gewinnfeststellungsbescheids zum Gegenstand hat, der Ansatz eines niedrigeren Prozentsatzes (z.B. 1&nbsp;%) nicht zur Anwendung kommt (BFH-Beschl&uuml;sse vom 11.&nbsp;September 1975 IV&nbsp;B&nbsp;22\/71, BFHE 116, 530, BStBl II 1976, 22; vom 26.&nbsp;September 2011 VIII&nbsp;E&nbsp;2\/11, BFH\/NV 2012, 444). Das gilt auch dann, wenn der Bescheid in G&auml;nze aufgehoben wird, weil eine atypisch stille Gesellschaft nicht besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wendet man die vorgenannten Grunds&auml;tze auf die Festsetzung des Streitwerts f&uuml;r die Anfechtung\/Aufhebung der Gewinnfeststellungsbescheide an, so ergibt sich, dass hier ein pauschalierter Satz in H&ouml;he von 25&nbsp;% zur Anwendung kommen muss, weil kein Fall vorliegt, in dem ausnahmsweise ein h&ouml;herer oder niedrigerer Prozentsatz anzusetzen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Soweit das FA vortr&auml;gt, es sei deshalb nur ein pauschaler Satz von 1&nbsp;% anzuwenden, weil die gewerbesteuerlichen Auswirkungen unber&uuml;cksichtigt zu lassen seien, ist dem nicht zu folgen. Nach der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung sind die gewerbesteuerlichen Auswirkungen zwar nur zu ber&uuml;cksichtigen, soweit sie sich unmittelbar auf die festgestellten Eink&uuml;nfte auswirken. Der Wert des Streitgegenstandes wird aber durch die Minderung der Gewerbesteuerr&uuml;ckstellung beeinflusst, die sich bei einem f&uuml;r den Steuerpflichtigen positiven Ausgang des Rechtsstreits als Folge einer Gewinnminderung ergibt (BFH-Beschluss vom 28.&nbsp;Mai 1980 IV&nbsp;R&nbsp;135\/79, BFHE 130, 484, BStBl II 1980, 591). Der Erfolg der Revision der Kl&auml;gerin f&uuml;hrt aber &#8211;worauf die Kl&auml;gerin auch zu Recht hingewiesen hat&#8211; zu einer Minderung der Gewerbesteuerr&uuml;ckstellung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Anders als die Kl&auml;gerin meint, ist allerdings im Streitfall kein h&ouml;herer pauschaler Satz als 25&nbsp;% anzuwenden. In der Rechtsprechung ist zwar nach den Ausf&uuml;hrungen im Senatsbeschluss vom 27.&nbsp;November 2013 IV&nbsp;S&nbsp;14\/13 gekl&auml;rt, dass ausnahmsweise der Ansatz eines h&ouml;heren Prozentsatzes in Betracht zu ziehen ist, wenn es erkennbar zu einer h&ouml;heren einkommensteuerlichen Auswirkung kommt (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 29.&nbsp;Februar 2012 IV&nbsp;E&nbsp;1\/12, BFH\/NV 2012, 1153, m.w.N.). Gleiches gilt, wenn es sich &#8211;wie im vorliegenden Fall&#8211; bei der Kl&auml;gerin um eine K&ouml;rperschaft im Sinne des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) handelt; dann ist der anzuwendende Satz nach den k&ouml;rperschaftsteuerlichen Auswirkungen zu bemessen (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 1986, 481). Bei der typisiert erfolgenden Ermittlung der k&ouml;rperschaftsteuerlichen Auswirkungen darf aber bereits nicht unber&uuml;cksichtigt bleiben, dass unter dem im Streitfall anzuwendenden Anrechnungsverfahren nicht nur der Thesaurierungssteuersatz in H&ouml;he von 45&nbsp;% (&sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 KStG in der in den Streitjahren geltenden Fassung &#8211;KStG&nbsp;a.F.&#8211;) und der Aussch&uuml;ttungssteuersatz in H&ouml;he von 30&nbsp;% (&sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;1 KStG&nbsp;a.F.) zur Anwendung kommen konnte, sondern auch die M&ouml;glichkeit bestand, dass Betr&auml;ge f&uuml;r die Aussch&uuml;ttung verwendet wurden, die &sect;&nbsp;30 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 i.V.m. Abs.&nbsp;2 KStG&nbsp;a.F. unterfielen und nicht mit K&ouml;rperschaftsteuer zu belasten waren. In F&auml;llen, in denen sich &#8211;wie im Streitfall&#8211; die steuerlichen Auswirkungen auf die H&ouml;he der Eink&uuml;nfte nur auf die &Auml;nderung der Gewerbesteuerr&uuml;ckstellung beziehen, ist zudem kein Fall gegeben, in welchem der Pauschalsatz von 25&nbsp;% den tats&auml;chlichen steuerlichen Auswirkungen nicht gerecht w&uuml;rde. Entsprechend besteht auch kein Bed&uuml;rfnis, einen h&ouml;heren pauschalierten Satz anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der von der Kl&auml;gerin gestellte Hilfsantrag ist deshalb nicht mit einem eigenen Streitwert zu bemessen, weil er denselben Streitgegenstand betraf. W&auml;hrend n&auml;mlich der Hauptantrag auf den Wegfall des streitigen Gewinnanteils gerichtet war, zielte der Hilfsantrag (nur) auf die Minderung des Gewinns. Beide Antr&auml;ge sind danach materiell-rechtlich auf die Reduzierung der entsprechenden Eink&uuml;nfte gerichtet, so dass der Hilfsantrag im Hauptantrag enthalten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Da zwischen den Beteiligten kein Streit &uuml;ber die H&ouml;he des Streitwerts f&uuml;r die Anfechtung\/Aufhebung der Einheitswertbescheide besteht, sieht der Senat dazu von weiteren Ausf&uuml;hrungen ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>IV.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gerichtsgeb&uuml;hren f&uuml;r die Streitwertfestsetzung fallen nicht an, da es an einem entsprechenden Geb&uuml;hrentatbestand im GKG fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Dieser Beschluss ist unanfechtbar (&sect;&nbsp;68 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 i.V.m. &sect;&nbsp;66 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 GKG, &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;4 der Finanzgerichtsordnung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.1.2015, IV S 17\/14 Anwendung von &sect; 63 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 GKG &#8211; Rechtsschutzbed&uuml;rfnis f&uuml;r die Festsetzung eines Streitwerts durch das Revisionsgericht &#8211; Bemessung des Streitwerts bei Anfechtung bzw. Aufhebung von Gewinnfeststellungsbescheiden und Einheitswertbescheiden wegen Nichtbestehens einer Mitunternehmerschaft &#8211; Kein eigener Streitwert bei Hilfsantrag Tenor 1. Der Antrag auf &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-s-17-14-anwendung-von-par-63-abs-3-satz-1-nr-2-gkg-rechtsschutzbeduerfnis-fuer-die-festsetzung-eines-streitwerts-durch-das-revisionsgericht-bemessung-des-streitwerts-bei-anfechtung-bzw-aufhebung-vo\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;S&nbsp;17\/14 &#8211; Anwendung von &sect; 63 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 GKG &#8211; Rechtsschutzbed&uuml;rfnis f&uuml;r die Festsetzung eines Streitwerts durch das Revisionsgericht &#8211; Bemessung des Streitwerts bei Anfechtung bzw. 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