{"id":64478,"date":"2015-05-15T10:00:48","date_gmt":"2015-05-15T08:00:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64478"},"modified":"2015-05-15T10:00:48","modified_gmt":"2015-05-15T08:00:48","slug":"iii-r-30-14-fahrtkosten-eines-nebenberuflich-studierenden-kindes-gegenruege-des-revisionsbeklagten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-30-14-fahrtkosten-eines-nebenberuflich-studierenden-kindes-gegenruege-des-revisionsbeklagten\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;30\/14 &#8211; Fahrtkosten eines nebenberuflich studierenden Kindes &#8211; Gegenr&uuml;ge des Revisionsbeklagten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.2.2015, III R 30\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Fahrtkosten eines nebenberuflich studierenden Kindes &#8211; Gegenr&uuml;ge des Revisionsbeklagten<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 2. April 2014&nbsp;&nbsp;8 K 718\/11 (Kg) aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das S&auml;chsische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die Eink&uuml;nfte des Sohnes des Kl&auml;gers und Revisionskl&auml;gers (Kl&auml;ger) im Jahr 2008 den Jahresgrenzbetrag nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr geltenden Fassung (EStG) &uuml;bersteigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der 1985 geborene Sohn des Kl&auml;gers (S) studierte im Streitjahr an der Universit&auml;t &#8230; und war nebenbei f&uuml;r einen Rundfunk nichtselbst&auml;ndig t&auml;tig. Die Eink&uuml;nfte hieraus betrugen abz&uuml;glich der Sozialversicherungsbeitr&auml;ge und der Werbungskosten 7.822,21&nbsp;EUR. Zus&auml;tzlich vereinnahmte er Honorare f&uuml;r H&ouml;rfunk- und Fernsehbeitr&auml;ge in H&ouml;he von 732,75&nbsp;EUR. Als Betriebsausgaben fielen 658,80&nbsp;EUR an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>An besonderen Ausbildungskosten entstanden S nach dem Tatbestand des angefochtenen Urteils an 208 Tagen Fahrtkosten zur 2&nbsp;km von seiner Wohnung entfernten Universit&auml;t sowie Absetzungen f&uuml;r Abnutzung (AfA) seines Computers in H&ouml;he von 16,24&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 6.&nbsp;Oktober 2009 hob die Beklagte und Revisionsbeklagte (Familienkasse) die Kindergeldfestsetzung f&uuml;r S wegen des &Uuml;berschreitens des im Jahr 2008 ma&szlig;gebenden Jahresgrenzbetrages in H&ouml;he von 7.680&nbsp;EUR auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruchs- und Klageverfahren waren erfolglos. In dem ohne m&uuml;ndliche Verhandlung ergangenen Urteil f&uuml;hrte das Finanzgericht (FG) aus, dass der ma&szlig;gebliche Grenzbetrag von 7.680&nbsp;EUR im Streitjahr &uuml;berschritten sei. Die zu ber&uuml;cksichtigenden Eink&uuml;nfte in H&ouml;he von 7.896,16&nbsp;EUR seien um 16,24&nbsp;EUR (AfA) zu mindern. Dar&uuml;ber hinaus seien Aufwendungen f&uuml;r Fahrten zur Universit&auml;t entsprechend &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG in H&ouml;he von 124,80&nbsp;EUR (2&nbsp;km x 0,30 EUR x 208 Tage) zu ber&uuml;cksichtigen, so dass Eink&uuml;nfte von 7.755,12&nbsp;EUR verbleiben w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die fehlerhafte Berechnung der Fahrtkosten zur Universit&auml;t. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) seien die an 208 Tagen angefallenen Fahrtkosten nicht entsprechend &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG mit der Entfernungspauschale, sondern mit den tats&auml;chlichen Kosten zu ber&uuml;cksichtigen (BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Februar 2012 VI&nbsp;R&nbsp;44\/10, BFHE 236, 431, BStBl II 2013, 234), so dass weitere 124,80&nbsp;EUR in Ansatz zu bringen seien. Die Universit&auml;t stelle keine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, das Urteil des S&auml;chsischen FG vom 2.&nbsp;April 2014&nbsp; 8&nbsp;K&nbsp;718\/11&nbsp;(Kg) und den Aufhebungsbescheid vom 6.&nbsp;Oktober 2009 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 8.&nbsp;April 2011 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie vertritt die Ansicht, dass selbst wenn nach der Rechtsprechung des BFH die Fahrt- und Mobilit&auml;tskosten nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG in tats&auml;chlicher H&ouml;he zu ber&uuml;cksichtigen w&auml;ren, die Klageabweisung im Ergebnis nicht zu beanstanden sei. Soweit der Kl&auml;ger darauf hinweise, dass an 208 Tagen Fahrtkosten angefallen seien, sei dies keinesfalls unstreitig. Sowohl in der Klagebegr&uuml;ndung vom 18.&nbsp;Juli 2011 als auch in der Klageerwiderung vom 31.&nbsp;August 2011 seien die Beteiligten von 168&nbsp;Tagen ausgegangen. Dar&uuml;ber hinaus sei nicht ermittelt worden, an wie vielen Tagen S tats&auml;chlich mit dem Kfz zu der laut Routenplaner 1,2&nbsp;km entfernt liegenden Universit&auml;t gefahren sei. Nach Angaben der Universit&auml;t &#8230; seien lediglich an 143&nbsp;Tagen Lehrveranstaltungen angeboten worden. W&uuml;rde man 143&nbsp;Tage zugrunde legen, sei der Grenzbetrag weiterhin &uuml;berschritten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten haben sich mit einer Entscheidung ohne m&uuml;ndliche Verhandlung einverstanden erkl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG. Zwar sind bei der Berechnung der Eink&uuml;nfte des Kindes die tats&auml;chlichen Kosten f&uuml;r die Fahrten zur Universit&auml;t und nicht nur die Entfernungspauschale nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG anzusetzen. Der Senat kann aber anhand der bisherigen Feststellungen des FG nicht entscheiden, ob dadurch die Eink&uuml;nfte des Kindes den im Streitjahr ma&szlig;geblichen Jahresgrenzbetrag des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG (7.680&nbsp;EUR) &uuml;berschreiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. a) F&uuml;r ein Kind, das &#8211;wie S im Streitzeitraum&#8211; das 18., aber noch nicht das 25.&nbsp;Lebensjahr vollendet hat und sich in Ausbildung befindet, besteht nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG ein Anspruch auf Kindergeld nur, wenn das Kind Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge, die zur Bestreitung des Unterhalts oder der Berufsausbildung bestimmt oder geeignet sind, von nicht mehr als 7.680&nbsp;EUR im Kalenderjahr hat. Der Begriff der Eink&uuml;nfte entspricht dem in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 EStG gesetzlich definierten Begriff und ist je nach Einkunftsart als Gewinn oder als &Uuml;berschuss der Einnahmen &uuml;ber die Werbungskosten zu verstehen. Erzielt das Kind Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit, sind daher von den Bruttoeinnahmen die Werbungskosten und dar&uuml;ber hinaus die Sozialversicherungsbeitr&auml;ge abzuziehen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Senatsurteile vom 29.&nbsp;Mai 2008 III&nbsp;R&nbsp;33\/06, BFH\/NV 2008, 1664; vom 22.&nbsp;Oktober 2009 III&nbsp;R&nbsp;101\/07, BFH\/NV 2010, 200).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz 5 EStG bleiben bei der Ermittlung der Grenze von 7.680&nbsp;EUR Bez&uuml;ge au&szlig;er Ansatz, die f&uuml;r besondere Ausbildungszwecke bestimmt sind, ebenso Eink&uuml;nfte, die f&uuml;r solche Zwecke verwendet werden. Solche besonderen Ausbildungskosten sind alle &uuml;ber die Lebensf&uuml;hrung hinausgehenden ausbildungsbedingten Mehraufwendungen. Ausbildungsbedingte Mehraufwendungen, die nicht bereits als Werbungskosten (&sect;&nbsp;9 EStG) im Rahmen einer Einkunftsart des Kindes ber&uuml;cksichtigt werden, sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;5 EStG von der Summe der Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge abzuziehen. Dabei erfolgt die Abgrenzung zwischen Kosten der Lebensf&uuml;hrung und dem ausbildungsbedingten Mehrbedarf in der Weise, wie dies im Rahmen eines Ausbildungsdienstverh&auml;ltnisses zwischen den Kosten der Lebensf&uuml;hrung und den durch den Beruf veranlassten Kosten (Werbungskosten) geschieht. Es sind die den Abzug der jeweiligen Aufwendung betreffenden steuerlichen Vorschriften dem Grunde und der H&ouml;he nach zu beachten (BFH-Urteil vom 22.&nbsp;September 2011 III&nbsp;R&nbsp;38\/08, BFHE 235, 331, BStBl II 2012, 338, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach diesen Grunds&auml;tzen sind die Fahrtkosten zwischen der Wohnung und der Universit&auml;t als ausbildungsbedingte Mehraufwendungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;5 EStG zu qualifizieren. In entsprechender Anwendung der f&uuml;r den Werbungskostenbegriff geltenden Grunds&auml;tze ist die Entfernungspauschale nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG nicht anzuwenden. Die Fahrtkosten sind vielmehr gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG in tats&auml;chlicher H&ouml;he zu ber&uuml;cksichtigen. Denn die von S besuchte Universit&auml;t stellt nach nunmehr st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH keine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG in der im Streitjahr geltenden Fassung dar (BFH-Urteile vom 16.&nbsp;Januar 2013 VI&nbsp;R&nbsp;14\/12, BFHE 240, 125, BStBl II 2013, 449, Rz 25; vom 22.&nbsp;November 2012 III&nbsp;R&nbsp;64\/11, BFHE 239, 355, BStBl II 2013, 914, Rz&nbsp;11; vom 9.&nbsp;Februar 2012 VI&nbsp;R&nbsp;44\/10, BFHE 236, 431, BStBl II 2013, 234, Rz&nbsp;18, 19; vgl. vom 10.&nbsp;April 2014 III&nbsp;R&nbsp;35\/13, BStBl II 2014, 1011, Rz&nbsp;16), da der Begriff der &quot;regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte&quot; i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG voraussetzt, dass die Leistung des Arbeitnehmers in einer ortsfesten dauerhaften betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers erbracht wird und auch nur im Rahmen bezahlter Arbeit in Betracht kommt (BFH-Urteil in BFHE&nbsp;236, 431, BStBl II 2013, 234, Rz&nbsp;19). Kosten f&uuml;r Fahrten zur Universit&auml;t im Rahmen einer Bildungsma&szlig;nahme sind somit uneingeschr&auml;nkt in tats&auml;chlicher H&ouml;he nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG abziehbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Da die Fahrtkosten zu der Universit&auml;t ausbildungsbedingte Mehraufwendungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;5 EStG darstellen, kann dahinstehen, ob diese Aufwendungen &#8211;auch nach Einf&uuml;hrung des &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;5 und &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;6 EStG i.d.F. des Beitreibungsrichtlinie-Umsetzungsgesetzes vom 7.&nbsp;Dezember 2011 &#8211;BeitrRLUmsG&#8211; (BGBl I 2011, 2592, nach &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;23d Satz&nbsp;5 i.d.F. des BeitrRLUmsG f&uuml;r Veranlagungszeitr&auml;ume ab 2004 anzuwenden) als vorweggenommene Werbungskosten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG zu ber&uuml;cksichtigen w&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Vorentscheidung entspricht nicht diesen Grunds&auml;tzen. Das FG hat die Fahrtkosten des S zwischen der Wohnung und der Universit&auml;t nur mit der Entfernungspauschale nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG angesetzt. Dies ist &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; nicht zutreffend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Sache ist nicht spruchreif. Der Senat kann auf der Grundlage der bisherigen Feststellungen nicht entscheiden, ob der Kindergeldanspruch wegen &Uuml;berschreitens des Jahresgrenzbetrags nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG entf&auml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwar hat das FG im Tatbestand ausgef&uuml;hrt, dass S an 208 Tagen zur Universit&auml;t gefahren sei. Diese Feststellung ist f&uuml;r den Senat jedoch nicht bindend i.S. des &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO, weil die Familienkasse als Revisionsbeklagte bez&uuml;glich dieser Feststellung eine zul&auml;ssige und begr&uuml;ndete Verfahrensgegenr&uuml;ge erhoben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das Institut der Gegenr&uuml;ge erm&ouml;glicht es einem Revisionsbeklagten, der aufgrund seines Obsiegens in der Vorinstanz dazu bislang keinen Anlass und keine M&ouml;glichkeit hatte, Tatsachenfeststellungen der Vorinstanz anzugreifen, um zu verhindern, dass die Revisionsinstanz bei einer f&uuml;r ihn ung&uuml;nstigen rechtlichen Beurteilung des Streitfalls auf der Grundlage der von der Vorinstanz getroffenen, aus seiner Sicht aber unzutreffenden Tatsachenfeststellungen eine ihm nachteilige Revisionsentscheidung trifft. Mit diesem Inhalt ist die Gegenr&uuml;ge, die unbefristet bis zum Schluss der Revisionsinstanz erhoben werden kann, allgemein anerkannt (Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 27.&nbsp;September 2006&nbsp; 9&nbsp;C&nbsp;4\/05, BVerwGE 126, 378 bis 387, Rz.&nbsp;18; Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;118 FGO Rz&nbsp;227). Sind die tats&auml;chlichen Grundlagen der Entscheidung im Urteil falsch dargestellt, so ist dieser Mangel zwar grunds&auml;tzlich nicht mit der Verfahrensr&uuml;ge geltend zu machen, sondern mit dem Antrag auf Tatbestandsberichtigung (Senatsbeschluss vom 31.&nbsp;August 2006 III&nbsp;B&nbsp;14\/06, BFH\/NV 2007, 46). Eine Ausnahme gilt jedoch f&uuml;r ein Urteil, das &#8211;wie hier&#8211; ohne m&uuml;ndliche Verhandlung ergangen ist, weil bei diesem &sect;&nbsp;108 FGO nicht anwendbar ist (BFH-Beschluss vom 27.&nbsp;April 2009 II&nbsp;B&nbsp;173\/08, BFH\/NV 2009, 1272; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;119 Rz&nbsp;23).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) An die Zul&auml;ssigkeit der Gegenr&uuml;ge sind die gleichen formellen Anforderungen zu stellen wie an die Verfahrensr&uuml;ge des Revisionskl&auml;gers. Wird &#8211;wie im Streitfall&#8211; geltend gemacht, der Sachverhalt bed&uuml;rfe angesichts des vom Revisionsgericht eingenommenen Rechtsstandpunkts noch weiterer Aufkl&auml;rung, ist vorzutragen, welche Tatsachen noch einer Aufkl&auml;rung bed&uuml;rfen und sich bei einer weiteren Sachaufkl&auml;rung oder Beweisaufnahme durch das FG voraussichtlich ergeben w&uuml;rden (vgl. BFH-Urteil vom 3.&nbsp;April 2008 V&nbsp;R&nbsp;76\/05, BFHE 221, 443, BStBl II 2008, 905, unter II.5.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Verfahrensr&uuml;ge liegt vor. Die Familienkasse hat geltend gemacht, dass entgegen der Feststellung im Tatbestand des angegriffenen Urteils die Beteiligten sowohl in der Klagebegr&uuml;ndung als auch in der Klageerwiderung von 168&nbsp;Fahrttagen ausgegangen sind. Es ist nicht nachvollziehbar, aufgrund welcher Tatsachen das FG zu dem Schluss gelangte, S sei an 208 Tagen zur Universit&auml;t gefahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse hat auch in ausreichender Weise dargelegt, dass der Sachverhalt, sofern man bei den Fahrten zur Universit&auml;t nicht die Entfernungspauschale, sondern gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG die tats&auml;chlichen Kosten ansetzen w&uuml;rde, weiterer Aufkl&auml;rung bedarf und dass sich bei einer weiteren Sachaufkl&auml;rung eine Anzahl der Fahrten ergeben k&ouml;nnte, die zur Klageabweisung f&uuml;hren k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Senat kann im vorliegenden Fall auch nicht von den von den Beteiligten in den erstinstanzlichen Schrifts&auml;tzen &uuml;bereinstimmend genannten 168 Tagen ausgehen. Diese Zahl wurde vom FG als dem f&uuml;r das Revisionsverfahren ma&szlig;geblichen Tatgericht nicht festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine eigene Tatsachenfeststellung ist dem Revisionsgericht ebenso verwehrt wie die Erg&auml;nzung der vom FG getroffenen Feststellungen, auch nicht aus den Akten (vgl. BFH-Beschluss vom 18.&nbsp;Juni 2007 VI&nbsp;B&nbsp;28\/07, BFH\/NV 2007, 1869; vgl. BFH-Urteil vom 24.&nbsp;September 2009 V&nbsp;R&nbsp;6\/08, BFHE 227, 506, BStBl II 2010, 315, unter II.1.). Es ist Sache des FG, die notwendigen Feststellungen im zweiten Rechtsgang nachzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Mit Einverst&auml;ndnis der Beteiligten entscheidet der Senat ohne m&uuml;ndliche Verhandlung (&sect;&nbsp;121 i.V.m. &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung wird dem FG &uuml;bertragen (&sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.2.2015, III R 30\/14 Fahrtkosten eines nebenberuflich studierenden Kindes &#8211; Gegenr&uuml;ge des Revisionsbeklagten Tenor Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 2. April 2014&nbsp;&nbsp;8 K 718\/11 (Kg) aufgehoben. Die Sache wird an das S&auml;chsische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen. Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen. 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