{"id":64480,"date":"2015-05-15T10:00:50","date_gmt":"2015-05-15T08:00:50","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64480"},"modified":"2015-05-15T10:00:50","modified_gmt":"2015-05-15T08:00:50","slug":"iii-r-40-09-verordnung-ewg-nr-1408-71-kumulierung-von-anspruechen-auf-familienleistungen-bei-nicht-gestelltem-antrag-auf-leistungsgewaehrung-im-wohnmitgliedstaat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-40-09-verordnung-ewg-nr-1408-71-kumulierung-von-anspruechen-auf-familienleistungen-bei-nicht-gestelltem-antrag-auf-leistungsgewaehrung-im-wohnmitgliedstaat\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;40\/09 &#8211; Verordnung (EWG) Nr. 1408\/71 &#8211; Kumulierung von Anspr&uuml;chen auf Familienleistungen bei nicht gestelltem Antrag auf Leistungsgew&auml;hrung im Wohnmitgliedstaat"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.2.2015, III R 40\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Verordnung (EWG) Nr. 1408\/71 &#8211; Kumulierung von Anspr&uuml;chen auf Familienleistungen bei nicht gestelltem Antrag auf Leistungsgew&auml;hrung im Wohnmitgliedstaat<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Art. 76 Abs. 2 der Verordnung (EWG) Nr. 1408\/71 ist nach dem EuGH-Urteil vom 6. November 2014 (C-4\/13) dahin auszulegen, dass diese Vorschrift dem Besch&auml;ftigungsmitgliedstaat erlaubt, in seinen Rechtsvorschriften ein Ruhen des Anspruchs auf Familienleistungen vorzusehen, wenn im Wohnmitgliedstaat kein Antrag auf Gew&auml;hrung von Familienleistungen gestellt worden ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. &sect; 65 EStG in unionsrechtskonformer Auslegung erf&uuml;llt die Voraussetzungen f&uuml;r die in Art. 76 Abs. 2 der Verordnung (EWG) Nr. 1408\/71 vorgesehene Erm&auml;chtigung.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 18. Mai 2009&nbsp;&nbsp;14 K 1750\/08 Kg aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist die Mutter eines im Jahr 1995 geborenen Sohnes (S). Sie ist deutsche Staatsangeh&ouml;rige und &uuml;bt in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) eine sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigung aus. Das zust&auml;ndige Finanzamt behandelte sie im Streitzeitraum gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Ehemann der Kl&auml;gerin und Kindsvater ist Belgier. Er arbeitete seit November 2006 bei einer belgischen Zeitarbeitsfirma, zuvor war er arbeitslos gewesen. Die Familie lebte zun&auml;chst in Deutschland, zog dann aber im Juni 2006 nach Belgien und hat seitdem dort ihren Wohnsitz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r ihren Sohn bezog die Kl&auml;gerin fortlaufend in Deutschland Kindergeld. Ihr Ehemann hatte in Belgien kein Kindergeld beantragt und deswegen auch kein Kindergeld erhalten. Als die Beklagte und Revisionskl&auml;gerin (Familienkasse) vom Umzug der Familie nach Belgien erfuhr, hob sie die Kindergeldfestsetzung mit Wirkung ab Juli 2006 auf und forderte das f&uuml;r den Zeitraum von Juli 2006 bis M&auml;rz 2007 gezahlte Kindergeld zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch der Kl&auml;gerin war teilweise erfolgreich. Die Familienkasse war der Auffassung, dass der Kl&auml;gerin f&uuml;r den Streitzeitraum von Juli 2006 bis M&auml;rz 2007 ein Kindergeldanspruch nach dem EStG zustehe. Zugleich bestehe aber auch ein Kindergeldanspruch in Belgien. Dieser betrage von Juli bis September 2006 monatlich 77,05&nbsp;EUR und von Oktober 2006 bis M&auml;rz 2007 monatlich 78,59&nbsp;EUR. Die Konkurrenz zwischen den Kindergeldanspr&uuml;chen verschiedener Mitgliedstaaten werde durch die Art.&nbsp;76 bis 79 der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;1408\/71 des Rates vom 14.&nbsp;Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbst&auml;ndige sowie deren Familienangeh&ouml;rige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (VO Nr.&nbsp;1408\/71), in ihrer durch die Verordnung (EG) Nr.&nbsp;118\/97 des Rates vom 2.&nbsp;Dezember 1996 (VO Nr.&nbsp;118\/97) (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften vom 30.&nbsp;Januar 1997, Nr.&nbsp;L&nbsp;28, S.&nbsp;1) ge&auml;nderten und aktualisierten Fassung, und den Art.&nbsp;10 der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;574\/72 des Rates vom 21.&nbsp;M&auml;rz 1972 &uuml;ber die Durchf&uuml;hrung der VO Nr.&nbsp;1408\/71 (VO Nr.&nbsp;574\/72), in ihrer durch die VO Nr.&nbsp;118\/97 ge&auml;nderten und aktualisierten Fassung, aufgel&ouml;st. Nach diesen Vorschriften werde der deutsche Kindergeldanspruch in H&ouml;he der ausl&auml;ndischen Familienleistung ausgesetzt und es k&ouml;nne nur der Differenzbetrag ausgezahlt werden. Dass die in Belgien vorgesehenen Familienleistungen nicht beantragt worden seien, sei nach Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;2 der VO Nr.&nbsp;1408\/71 unsch&auml;dlich. Diese Regelung solle gerade verhindern, dass das Zust&auml;ndigkeitssystem der VO Nr.&nbsp;1408\/71 durch den Verzicht auf die Antragstellung umgangen werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das von der Kl&auml;gerin angerufene Finanzgericht (FG) erachtete den Aufhebungs- und R&uuml;ckforderungsbescheid als rechtswidrig und gab der Klage mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2009, 1302 ver&ouml;ffentlichten Urteil vom 18.&nbsp;Mai 2009&nbsp; 14&nbsp;K&nbsp;1750\/08&nbsp;Kg statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer gegen das Urteil des FG gerichteten Revision macht die Familienkasse weiterhin geltend, dass Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;2 der VO Nr.&nbsp;1408\/71 nicht als Ermessensvorschrift im Sinne des deutschen Steuer- und Sozialrechts zu verstehen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Beschluss vom 27.&nbsp;September 2012 III&nbsp;R&nbsp;40\/09 (BFHE 239, 102, BStBl II 2014, 470) das Revisionsverfahren ausgesetzt und dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) folgende Rechtsfragen zur Vorabentscheidung vorgelegt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Ist Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;2 VO Nr.&nbsp;1408\/71 dahin auszulegen, dass es im Ermessen des zust&auml;ndigen Tr&auml;gers des Besch&auml;ftigungsmitgliedstaats steht, Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 VO Nr.&nbsp;1408\/71 anzuwenden, wenn im Wohnmitgliedstaat der Familienangeh&ouml;rigen kein Antrag auf Leistungsgew&auml;hrung gestellt wird?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. F&uuml;r den Fall, dass die erste Frage bejaht wird: Aufgrund welcher Ermessenserw&auml;gungen kann der f&uuml;r Familienleistungen zust&auml;ndige Tr&auml;ger des Besch&auml;ftigungsmitgliedstaats Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 VO Nr.&nbsp;1408\/71 anwenden, als ob Leistungen im Wohnmitgliedstaat der Familienangeh&ouml;rigen gew&auml;hrt w&uuml;rden?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. F&uuml;r den Fall, dass die erste Frage bejaht wird: Inwieweit unterliegt die Ermessensentscheidung des zust&auml;ndigen Tr&auml;gers der gerichtlichen Kontrolle?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der EuGH hat diese Fragen mit Urteil vom 6.&nbsp;November 2014 (C-4\/13, EU:C:2014:2344, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2015, 86) wie folgt beantwortet:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;2 der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;1408\/71 des Rates vom 14.&nbsp;Juni 1971 &uuml;ber die Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbst&auml;ndige sowie deren Familienangeh&ouml;rige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern, in der durch die Verordnung (EG) Nr.&nbsp;118\/97 des Rates vom 2.&nbsp;Dezember 1996 ge&auml;nderten und aktualisierten Fassung, zuletzt ge&auml;ndert durch die Verordnung (EG) Nr.&nbsp;1606\/98 des Rates vom 29.&nbsp;Juni 1998, ist dahin auszulegen, dass er es dem Besch&auml;ftigungsmitgliedstaat erlaubt, in seinen Rechtsvorschriften vorzusehen, dass der zust&auml;ndige Tr&auml;ger den Anspruch auf Familienleistungen ruhen l&auml;sst, wenn im Wohnmitgliedstaat kein Antrag auf Gew&auml;hrung von Familienleistungen gestellt worden ist. Unter diesen Umst&auml;nden ist der zust&auml;ndige Tr&auml;ger, falls der Besch&auml;ftigungsmitgliedstaat in seinen innerstaatlichen Rechtsvorschriften ein solches Ruhenlassen des Anspruchs auf Familienleistungen vorsieht, bei Vorliegen der in diesen Rechtsvorschriften aufgestellten Voraussetzungen nach Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;2 verpflichtet, den Anspruch ruhen zu lassen, ohne dass er insoweit &uuml;ber ein Ermessen verf&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Im Streitfall ist zum 1.&nbsp;Mai 2013 ein gesetzlicher Beteiligtenwechsel eingetreten. Beklagte und Revisionskl&auml;gerin ist nunmehr aufgrund eines Organisationsaktes (Beschluss des Vorstands der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit Nr.&nbsp;21\/2013 vom 18.&nbsp;April 2013 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;11 des Finanzverwaltungsgesetzes, Amtliche Nachrichten der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, Ausgabe Mai 2013, S.&nbsp;6&nbsp;ff.) die Familienkasse Rheinland-Pfalz-Saarland. Das Rubrum des Verfahrens ist entsprechend zu &auml;ndern (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 16.&nbsp;Mai 2013 III&nbsp;R&nbsp;8\/11, BFHE 241, 511, BStBl II 2013, 1040, Rz&nbsp;11; vom 28.&nbsp;Mai 2013 XI&nbsp;R&nbsp;38\/11, BFH\/NV 2013, 1774, Rz&nbsp;14; vom 24.&nbsp;Juli 2013 XI&nbsp;R&nbsp;8\/12, BFH\/NV 2014, 495, Rz&nbsp;18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Familienkasse ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO). Ein &uuml;ber das Differenzkindergeld hinausgehender Anspruch auf Kindergeld ist durch &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG i.V.m. Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;2 VO&nbsp;Nr.&nbsp;1408\/71 aufgrund des in Belgien bestehenden Kindergeldanspruchs ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Sind f&uuml;r ein und denselben Zeitraum f&uuml;r ein und denselben Familienangeh&ouml;rigen in den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, in dessen Gebiet die Familienangeh&ouml;rigen wohnen, Familienleistungen aufgrund der Aus&uuml;bung einer Erwerbst&auml;tigkeit vorgesehen, so ruht nach Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 VO&nbsp;Nr.&nbsp;1408\/71 der Anspruch auf die nach den Rechtsvorschriften eines anderen Mitgliedstaats gegebenenfalls gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;73 bzw. 74 VO&nbsp;Nr.&nbsp;1408\/71 geschuldeten Familienleistungen bis zu dem in den Rechtsvorschriften des ersten Mitgliedstaats vorgesehenen Betrag. Wird in dem Mitgliedstaat, in dessen Gebiet die Familienangeh&ouml;rigen wohnen, kein Antrag auf Leistungsgew&auml;hrung gestellt, so kann der zust&auml;ndige Tr&auml;ger des anderen Mitgliedstaats Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 VO&nbsp;Nr.&nbsp;1408\/71 anwenden, als ob Leistungen in dem ersten Mitgliedstaat gew&auml;hrt w&uuml;rden (Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;2 VO&nbsp;Nr.&nbsp;1408\/71).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Voraussetzungen des Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 VO&nbsp;Nr.&nbsp;1408\/71 liegen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Im Streitfall bestand f&uuml;r den Sohn der Kl&auml;gerin sowohl ein Kindergeldanspruch nach deutschem als auch nach belgischem Recht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Als Familienleistung i.S. des Art.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;u Ziff.&nbsp;i VO&nbsp;Nr.&nbsp;1408\/71 unterf&auml;llt das Kindergeld nach den &sect;&sect;&nbsp;62&nbsp;ff. EStG gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;h dieser Verordnung ihrem sachlichen Geltungsbereich (z.B. Urteil Schwemmer, C-16\/09, EU:C:2010:605, Slg. 2010, I-9717-9762, Rn.&nbsp;33).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die in der gesetzlichen Sozialversicherung pflichtversicherte Kl&auml;gerin war in der fraglichen Zeit in Deutschland als Arbeitnehmerin abh&auml;ngig besch&auml;ftigt. Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a VO&nbsp;Nr.&nbsp;1408\/71 unterlag sie damit, ungeachtet ihres Wohnsitzes in Belgien, den deutschen Rechtsvorschriften. Deutschland als Besch&auml;ftigungsmitgliedstaat war damit f&uuml;r die Gew&auml;hrung des Kindergeldes zust&auml;ndig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach deutschem Recht bestand f&uuml;r die Kl&auml;gerin im Streitzeitraum f&uuml;r ihren nach &sect;&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;3, 63 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG zu ber&uuml;cksichtigenden Sohn ein Kindergeldanspruch gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b i.V.m. &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Nach den den BFH bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) waren in Belgien als dem Wohnmitgliedstaat der Familienangeh&ouml;rigen aufgrund der Erwerbst&auml;tigkeit und der vorherigen Arbeitslosigkeit des Kindsvaters (zum Begriff der Erwerbst&auml;tigkeit i.S. des Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 der VO Nr.&nbsp;1408\/71 vgl. Beschluss Nr.&nbsp;207 der Verwaltungskommission der Europ&auml;ischen Gemeinschaften f&uuml;r die soziale Sicherheit der Wanderarbeitnehmer vom 7.&nbsp;April 2006 zur Auslegung des Art.&nbsp;76 und des Art.&nbsp;79 Abs.&nbsp;3 VO&nbsp;Nr.&nbsp;1408\/71 sowie des Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 VO&nbsp;Nr.&nbsp;574\/72 bez&uuml;glich des Zusammentreffens von Familienleistungen oder -beihilfen, Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union &#8211;ABlEU&#8211; vom 29.&nbsp;Juni 2006, Nr.&nbsp;L 175, S.&nbsp;83) Familienleistungen vorgesehen. Diese wurden jedoch nicht beantragt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine tats&auml;chliche Kumulierung der Leistungen lag daher nicht vor, so dass Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 VO&nbsp;Nr.&nbsp;1408\/71 allenfalls &uuml;ber Abs.&nbsp;2 eingreifen kann. Hiernach kann, wenn in dem Mitgliedstaat, in dessen Gebiet die Familienangeh&ouml;rigen wohnen, kein Antrag auf Leistungsgew&auml;hrung gestellt, der zust&auml;ndige Tr&auml;ger des anderen Mitgliedstaats Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 VO&nbsp;Nr.&nbsp;1408\/71 anwenden, als ob Leistungen in dem ersten Mitgliedstaat gew&auml;hrt w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Ein &uuml;ber das Differenzkindergeld hinausgehender Anspruch der Kl&auml;gerin ist gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;2 i.V.m. Abs.&nbsp;1 VO&nbsp;Nr.&nbsp;1408\/71 i.V.m. &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;2 EStG ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach dem Urteil des EuGH im Vorabentscheidungsverfahren (C-4\/13) ist Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;2 der VO&nbsp;Nr.&nbsp;1408\/71 dahin auszulegen, dass er es dem Besch&auml;ftigungsmitgliedstaat erlaubt, in seinen Rechtsvorschriften vorzusehen, dass der zust&auml;ndige Tr&auml;ger den Anspruch auf Familienleistungen ruhen l&auml;sst, wenn im Wohnmitgliedstaat kein Antrag auf Gew&auml;hrung von Familienleistungen gestellt worden ist. Unter diesen Umst&auml;nden sei daher der zust&auml;ndige Tr&auml;ger, falls der Besch&auml;ftigungsmitgliedstaat in seinen innerstaatlichen Rechtsvorschriften ein solches Ruhenlassen des Anspruchs auf Familienleistungen vorsieht, verpflichtet, den Anspruch ruhen zu lassen, ohne dass er insoweit &uuml;ber ein Ermessen verf&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>An dieses EuGH-Urteil im Vorabentscheidungsverfahren ist das nationale Gericht bei seiner Entscheidung des Ausgangsrechtsstreits gebunden (vgl. Senatsurteil vom 3.&nbsp;Juli 2014 III&nbsp;R&nbsp;30\/11, BFHE 246, 477, BFH\/NV 2014, 2002, Rz&nbsp;31, m.w.N.). Der erkennende Senat ist daher zu einer abweichenden Auslegung der Vorschrift des Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;2 VO Nr.&nbsp;1408\/71 nicht befugt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach den deutschen Rechtsvorschriften erf&uuml;llt &sect;&nbsp;65 EStG die Voraussetzungen f&uuml;r eine Erm&auml;chtigung, die in Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;2 der VO&nbsp;Nr.&nbsp;1408\/71 vorgesehen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Im nationalen Recht sieht &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG vor, dass Kindergeld nicht f&uuml;r ein Kind gezahlt wird, f&uuml;r das Leistungen zu zahlen sind oder bei entsprechender Antragstellung zu zahlen w&auml;ren, die im Ausland gew&auml;hrt werden und dem Kindergeld oder einer der in &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG genannten Leistungen vergleichbar sind. Die Vorschrift ist nach der Rechtsprechung des EuGH bei er&ouml;ffnetem Anwendungsbereich der VO Nr.&nbsp;1408\/71 unionsrechtswidrig, soweit diese nicht zu einer K&uuml;rzung des Betrags der Leistung um die H&ouml;he des Betrags einer in einem anderen Staat gew&auml;hrten vergleichbaren Leistung, sondern zum Ausschluss f&uuml;hrt (Urteil Hudzinski und Wawrzyniak, C-611\/10 und C-612\/10, EU:C:2012:339, ABlEU 2012, Nr.&nbsp;C&nbsp;227, 4). Somit kann &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;2 EStG im Lichte der EuGH-Entscheidung in den Sachen Hudzinski\/ Wawrzyniak (EU:C:2012:339, ABlEU 2012, Nr.&nbsp;C&nbsp;227, 4) wegen des Anwendungsvorrangs des EU-Rechts normerhaltend unionsrechtskonform ausgelegt werden (vgl. BFH-Urteil vom 9.&nbsp;November 2011 X&nbsp;R&nbsp;24\/09, BStBl II 2012, 321, BFHE 236, 21, Rz&nbsp;16). Dies f&uuml;hrt dazu, dass die unionsrechtswidrige Rechtsfolge &#8211;hier der vollst&auml;ndige Ausschluss&#8211; nicht zu beachten ist, sondern nur eine K&uuml;rzung um den im EU-Ausland bestehenden Kindergeldanspruch in Betracht zu ziehen ist (BFH-Urteile vom 18.&nbsp;Dezember 2013 III&nbsp;R&nbsp;44\/12, BFHE 244, 344, BStBl II 2015, 143, Rz&nbsp;14; vom 18.&nbsp;Juli 2013 III&nbsp;R&nbsp;71\/11, BFH\/NV 2014, 24, Rz&nbsp;18; vom 11.&nbsp;Juli 2013 VI&nbsp;R&nbsp;68\/11, BFHE 242, 206, BFH\/NV 2013, 1967, Rz&nbsp;12; vom 16.&nbsp;Mai 2013 III&nbsp;R&nbsp;8\/11, BFHE 241, 511, BStBl II 2013, 1040, Rz&nbsp;29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Mit der unionsrechtskonformen Auslegung h&auml;lt sich &sect;&nbsp;65 EStG im Rahmen der durch Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;2 VO&nbsp;Nr.&nbsp;1408\/71 geregelten Erm&auml;chtigung. Auch der vom EuGH in seiner Entscheidung zum Vorabentscheidungsersuchen geforderten Rechtssicherheit und Transparenz (Urteil EU:C:2014:2344, Rn.&nbsp;44) wird Gen&uuml;ge getan. Mit der in &sect;&nbsp;65 EStG getroffenen Regelung wird der Kindergeldberechtigte dar&uuml;ber informiert, dass eine fehlende Antragstellung auf Familienleistungen im Ausland f&uuml;r ihn zwingend (ohne Ermessen) nachteilig ist. Sofern die unionsrechtskonforme Auslegung die Rechtsfolge &quot;v&ouml;lliger Ausschluss&quot; abmildert und sich insoweit f&uuml;r den Kindergeldberechtigten g&uuml;nstig auswirkt, verbleibt es doch dabei, dass die Beschr&auml;nkung der Rechte durch eine fehlende Antragstellung klar und eindeutig umschrieben werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Diese Auffassung widerspricht nicht dem Grundsatz des Anwendungsvorrangs des Unionsrechts gegen&uuml;ber dem nationalen Recht. Die Koordinierung erfolgt weiterhin in erster Linie nach der in der VO&nbsp;Nr.&nbsp;1408\/71 geregelten Antikumulierungsregelung des Art.&nbsp;76. Die in Art.&nbsp;76 Abs.&nbsp;2 vorgesehene &quot;Kann&quot;-Bestimmung wird nach dem Urteil des EuGH lediglich als Erm&auml;chtigungsbestimmung ausgelegt (so Schlussantrag des Generalanwalts vom 10.&nbsp;April 2014 Rn.&nbsp;52), die es dem Besch&auml;ftigungsmitgliedstaat &#8211;hier Deutschland&#8211; erlaubt, eine Beschr&auml;nkung des Anspruchs auf Kindergeld vorzusehen, wenn die Leistungen im Wohnmitgliedstaat der Familienangeh&ouml;rigen nicht beantragt worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Unter Ber&uuml;cksichtigung dieser Grunds&auml;tze ist das finanzgerichtliche Urteil aufzuheben. Die Sache ist spruchreif. Die Klage ist abzuweisen, weil &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG in seiner unionsrechtskonformen Auslegung zwingend vorschreibt, dass die fehlende Antragstellung auf Familienleistungen im Ausland zu einem Anspruchsausschluss in H&ouml;he des im Ausland bestehenden Anspruchs f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.2.2015, III R 40\/09 Verordnung (EWG) Nr. 1408\/71 &#8211; Kumulierung von Anspr&uuml;chen auf Familienleistungen bei nicht gestelltem Antrag auf Leistungsgew&auml;hrung im Wohnmitgliedstaat Leits&auml;tze 1. Art. 76 Abs. 2 der Verordnung (EWG) Nr. 1408\/71 ist nach dem EuGH-Urteil vom 6. 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