{"id":64488,"date":"2015-05-15T10:02:01","date_gmt":"2015-05-15T08:02:01","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64488"},"modified":"2015-05-15T10:02:01","modified_gmt":"2015-05-15T08:02:01","slug":"iii-b-124-14-abzweigung-des-kindergeldes-an-das-kind-bei-erhalt-von-grundsicherungsleistungen-unterhaltsleistung-des-kindergeldberechtigten-durch-haushaltsaufnahme-des-kindes-grundsaetzliche-bedeutung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-124-14-abzweigung-des-kindergeldes-an-das-kind-bei-erhalt-von-grundsicherungsleistungen-unterhaltsleistung-des-kindergeldberechtigten-durch-haushaltsaufnahme-des-kindes-grundsaetzliche-bedeutung\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;124\/14 &#8211; Abzweigung des Kindergeldes an das Kind bei Erhalt von Grundsicherungsleistungen &#8211; Unterhaltsleistung des Kindergeldberechtigten durch Haushaltsaufnahme des Kindes &#8211; Grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache bei Ermessensentscheidung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.2.2015, III B 124\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Abzweigung des Kindergeldes an das Kind bei Erhalt von Grundsicherungsleistungen &#8211; Unterhaltsleistung des Kindergeldberechtigten durch Haushaltsaufnahme des Kindes &#8211; Grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache bei Ermessensentscheidung<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 11. September 2014&nbsp;&nbsp;9 K 9353\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob dem Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ein Anspruch auf Abzweigung des gegen&uuml;ber seinem Vater festgesetzten Kindergeldes zusteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der im Jahr 1995 geborene Kl&auml;ger begann nach seiner Schulausbildung im Wintersemester 2013\/2014 ein Studium. Die Studiengeb&uuml;hren betrugen 700&nbsp;EUR monatlich. Er lebte im Haushalt seines als Rechtsanwalt t&auml;tigen Vaters.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 10.&nbsp;Oktober 2013 beantragte der Kl&auml;ger bei der Beklagten und Beschwerdegegnerin (Familienkasse), das Kindergeld an ihn auszuzahlen. Er gab an, dass seine in X lebende Mutter Barunterhalt in H&ouml;he von 304&nbsp;EUR im Monat leisten w&uuml;rde und sein Vater f&uuml;r die Zeit vom 1.&nbsp;Mai 2013 bis 31.&nbsp;Oktober 2013 Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB&nbsp;II) erhalten h&auml;tte. Au&szlig;erdem reichte er eine &quot;Vorl&auml;ufige Bewilligung von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts&quot; des Jobcenters Y seinen Vater betreffend ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse lehnte die Abzweigung des Kindergeldes mit Bescheid vom 14.&nbsp;Oktober 2013 und nachfolgender Einspruchsentscheidung vom 13.&nbsp;November 2013 ab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte sie aus, dass eine Abzweigung nicht in Betracht komme, weil der Kl&auml;ger im Haushalt seines Vaters lebe und dieser seine Unterhaltspflicht zumindest in H&ouml;he des monatlichen Kindergeldbetrags durch Naturalleistungen wie z.B. Unterkunftsgew&auml;hrung etc. erf&uuml;lle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im anschlie&szlig;enden Klageverfahren machte der Kl&auml;ger geltend, dass sein Vater mangels Leistungsf&auml;higkeit ihm gegen&uuml;ber nicht unterhaltsverpflichtet sei. Er sei zwar in den Haushalt des Vaters aufgenommen worden. Dies sei nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) aber kein Hindernis f&uuml;r die Abzweigung des Kindergeldes, da sein Vater Grundsicherungsleistungen nach dem SGB&nbsp;II zwecks Aufstockung seines (nicht existenzdeckenden) Erwerbseinkommens als selbst&auml;ndiger Rechtsanwalt beziehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage als unbegr&uuml;ndet ab. Die von der Familienkasse ausge&uuml;bte Abzweigungsentscheidung sei ermessensfehlerfrei ausge&uuml;bt worden. Im Zeitpunkt des Erlasses der streitgegenst&auml;ndlichen Einspruchsentscheidung habe die Familienkasse davon ausgehen m&uuml;ssen, dass der Vater seinen Unterhaltsbeitrag durch die Haushaltsaufnahme leisten w&uuml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner wegen der Nichtzulassung der Revision eingelegten Beschwerde macht der Kl&auml;ger die Revisionszulassungsgr&uuml;nde des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 bis&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) geltend. Zugleich beantragte er, ihm f&uuml;r das Beschwerdeverfahren Prozesskostenhilfe (PKH) zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Der Senat kann ohne vorherige Entscheidung &uuml;ber den f&uuml;r das Beschwerdeverfahren anh&auml;ngig gemachten &#8211;und mit Beschluss vom heutigen Tag beschiedenen&#8211; Antrag auf Bewilligung von PKH zum Beschwerdevorbringen entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine vorherige Bescheidung des Begehrens auf PKH ist nur erforderlich, wenn dies im Interesse eines effektiven Rechtsschutzes geboten ist, mithin die m&ouml;gliche Einschaltung eines beizuordnenden Anwalts oder Steuerberaters Einfluss auf die Sachentscheidung des Gerichts haben kann (vgl. z.B. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 13.&nbsp;Juli 1992&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;99\/90, Neue Juristische Wochenschrift-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht 1993, 382; BFH-Beschl&uuml;sse vom 3.&nbsp;M&auml;rz 2010 VIII&nbsp;B&nbsp;173\/09, nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;; vom 20.&nbsp;September 2012 III&nbsp;B&nbsp;44\/12, BFH\/NV 2013, 65, Rz&nbsp;5). Dies trifft im vorliegenden Fall, in dem sowohl der PKH-Antrag als auch die Nichtzulassungsbeschwerde bereits von einem sachkundigen Prozessbevollm&auml;chtigten gestellt bzw. erhoben und begr&uuml;ndet worden ist, nicht zu (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;August 2010 X&nbsp;B&nbsp;210\/09, BFH\/NV 2010, 2287).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 FGO). Die vom Kl&auml;ger geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde liegen nicht vor, soweit sie &uuml;berhaupt in einer den Darlegungsanforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gen&uuml;genden Form geltend gemacht wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht wegen eines Verfahrensfehlers nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei der Pr&uuml;fung, ob ein Verfahrensmangel vorliegt, ist der materiell-rechtliche Standpunkt des FG zugrunde zu legen. Dementsprechend sind f&uuml;r eine schl&uuml;ssige R&uuml;ge, dass das FG den Sachverhalt von Amts wegen (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO) h&auml;tte weiter aufkl&auml;ren m&uuml;ssen, u.a. Ausf&uuml;hrungen dazu erforderlich, dass und aus welchen Gr&uuml;nden f&uuml;r das FG &#8211;unter Zugrundelegung seines materiellen Rechtsstandpunktes&#8211; eine weitere Aufkl&auml;rung des Sachverhalts unverzichtbar gewesen w&auml;re (BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;August 2006 I&nbsp;B&nbsp;95\/05, BFH\/NV 2006, 2121).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Entscheidung der Familienkasse &uuml;ber eine Abzweigung nach &sect;&nbsp;74 Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ist eine Ermessensentscheidung (&quot;kann&quot;). Nach &sect;&nbsp;102 Satz&nbsp;1 FGO kann das Gericht eine Ermessensentscheidung nur darauf hin &uuml;berpr&uuml;fen, ob die Beh&ouml;rde die gesetzlichen Grenzen des Ermessens &uuml;berschritten oder von dem Ermessen in einer dem Zwecke der Erm&auml;chtigung nicht entsprechenden Weise Gebrauch gemacht hat. F&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit dieser Entscheidung sind die Verh&auml;ltnisse zum Zeitpunkt der letzten Verwaltungsentscheidung (Einspruchsentscheidung) ma&szlig;gebend (Senatsbeschluss vom 20.&nbsp;Februar 2012 III&nbsp;B&nbsp;107\/11, BFH\/NV 2012, 987, Rz&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach den f&uuml;r den Senat bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) lebte der Kl&auml;ger im Haushalt seines Vaters. Dies hatte der Vater in seiner Erkl&auml;rung vom 18.&nbsp;Juni 2013 laut Tatbestand des Urteils angegeben. Bis zum Erlass der Einspruchsentscheidung hatten weder der Vater noch der Kl&auml;ger finanzielle Leistungen des Kl&auml;gers zum Haushalt des Vaters erw&auml;hnt. Des Weiteren lag der Familienkasse im Zeitpunkt der Einspruchsentscheidung vom 13.&nbsp;November 2013 nur die dem Vater des Kl&auml;gers gegen&uuml;ber erteilte &quot;vorl&auml;ufige&quot; Bewilligung von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts zwecks Aufstockung seines (nicht existenzdeckenden) Erwerbseinkommens vor. Die Familienkasse hatte ihre Ermessensaus&uuml;bung im Wesentlichen darauf gest&uuml;tzt, dass der Kl&auml;ger zum Haushalt des Vaters geh&ouml;rt und der Kindergeldberechtigte dadurch seine Unterhaltspflicht erf&uuml;llt habe. Insoweit entsprach die Entscheidung der Familienkasse der Dienstanweisung zur Durchf&uuml;hrung des Familienleistungsausgleichs nach dem X.&nbsp;Abschnitt des Einkommensteuergesetzes (DA-FamEStG) zu &sect;&nbsp;74 Abs.&nbsp;1 EStG, die als Verwaltungsvorschrift das der Verwaltung durch &sect;&nbsp;74 Abs.&nbsp;1 EStG einger&auml;umte Ermessen lenken soll (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 18.&nbsp;April 2013 V&nbsp;R&nbsp;48\/11, BFHE 241, 270, BStBl II 2013, 697, Rz&nbsp;16). Danach kommt eine Abzweigung regelm&auml;&szlig;ig nicht in Betracht, wenn das Kind in den Haushalt des Berechtigten aufgenommen worden ist (DA-FamEStG 2013 Abschn.&nbsp;74.1.2 Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;2 und&nbsp;3). Das FG sah die Entscheidung der Familienkasse &uuml;ber die Ablehnung der Abzweigung auch unter Ber&uuml;cksichtigung des BFH-Urteils vom 17.&nbsp;Dezember 2008 III&nbsp;R&nbsp;6\/07 (BFHE 224, 228, BStBl II 2009, 926) nach dem der Familienkasse unterbreiteten Sachverhalt im Zeitpunkt der Einspruchsentscheidung mangels vergleichbarer Sachverhalte nicht als ermessenswidrig an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da es aus der Sicht des FG nur auf die Tatsachengrundlage zum Zeitpunkt der zu &uuml;berpr&uuml;fenden Ermessensentscheidung ankam, war das weitere Vorbringen im finanzgerichtlichen Verfahren f&uuml;r das FG nicht entscheidungserheblich und eine weitere Sachverhaltsaufkl&auml;rung somit auch nicht zwingend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dar&uuml;ber hinaus legt der Kl&auml;ger nicht dar, dass er die unterlassene weitere Sachverhaltsaufkl&auml;rung in der m&uuml;ndlichen Verhandlung ger&uuml;gt hat oder weshalb ihm eine solche R&uuml;ge nicht m&ouml;glich gewesen ist. Ausweislich des Protokolls der m&uuml;ndlichen Verhandlung hat der Kl&auml;ger eine entsprechende R&uuml;ge nicht geltend gemacht. Da der im finanzgerichtlichen Verfahren geltende Untersuchungsgrundsatz eine Verfahrensvorschrift ist, auf deren Einhaltung ein Beteiligter ausdr&uuml;cklich oder durch Unterlassen einer R&uuml;ge verzichten kann (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;295 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;), hat die Unterlassung der rechtzeitigen R&uuml;ge den endg&uuml;ltigen R&uuml;geverlust &#8211;z.B. auch zur Begr&uuml;ndung einer Nichtzulassungsbeschwerde&#8211; zur Folge. Ein Versto&szlig; gegen die Sachaufkl&auml;rungspflicht muss ebenso wie ein Versto&szlig; gegen den Grundsatz des rechtlichen Geh&ouml;rs ger&uuml;gt werden, damit nach &sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;295 ZPO keine Pr&auml;klusion der R&uuml;ge eintritt (Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;115 FGO Rz&nbsp;260&nbsp;ff.). Verst&ouml;&szlig;e gegen Verfahrensvorschriften k&ouml;nnen deshalb im Rahmen der Nichtzulassungsbeschwerde nicht mehr mit der Verfahrensr&uuml;ge angegriffen werden, wenn der in der ma&szlig;geblichen Verhandlung selbst anwesende oder fachkundig vertretene Beteiligte den Verfahrensversto&szlig; nicht ger&uuml;gt und damit auf die Wahrnehmung seiner Rechte verzichtet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Soweit der Kl&auml;ger mit seinem Vorbringen zugleich geltend macht, dass der Familienkasse Fehler bei der Sachverhalts- oder Rechtsanwendung unterlaufen seien, k&ouml;nnten diese eine Zulassung der Revision nicht begr&uuml;nden. Verfahrensfehler i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO sind nur Verst&ouml;&szlig;e gegen das Gerichtsverfahrensrecht, die das Gericht bei der Handhabung seines Verfahrens begeht und die zur Folge haben, dass eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Grundlage f&uuml;r die Entscheidung im Urteil fehlt (BFH-Beschluss vom 25.&nbsp;Februar 2008 XI&nbsp;B&nbsp;204\/07, BFH\/NV 2008, 1171).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Soweit der Kl&auml;ger r&uuml;gt, dass das FG seine verfahrensrechtlichen Pflichten aus &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO verletzt habe, weil es aus dem PKH-Antrag des Kl&auml;gers h&auml;tte erkennen m&uuml;ssen, dass der Kl&auml;ger &uuml;ber ausreichend eigene Eink&uuml;nfte verf&uuml;gt habe, wird damit kein entscheidungserheblicher Verfahrensfehler geltend gemacht, weil das FG zu Recht die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Entscheidung im Zeitpunkt der letzten Verwaltungsentscheidung gepr&uuml;ft hat und das Vorbringen im Klageverfahren nicht als ma&szlig;geblich angesehen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit der Kl&auml;ger geltend macht, dass das FG allein aus dem Umstand, dass der Vater vorl&auml;ufige Leistungen nach dem SGB&nbsp;II zwecks Aufstockung seines Erwerbseinkommens erhalten habe, den Schluss der mangelnden Leistungsf&auml;higkeit h&auml;tte ziehen m&uuml;ssen, r&uuml;gt der Kl&auml;ger eine fehlerhafte Vorentscheidung. Hiermit kann aber die Zulassung der Revision nicht begr&uuml;ndet werden. Die Nichtzulassungsbeschwerde dient nicht dazu, allgemein die Richtigkeit finanzgerichtlicher Urteile zu gew&auml;hrleisten (BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;M&auml;rz 2012 II&nbsp;B&nbsp;90\/11, BFH\/NV 2012, 998, Rz&nbsp;13). Zwar kann die Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO zugelassen werden, wenn ein Rechtsfehler des FG zu einer &quot;greifbar gesetzwidrigen&quot; Entscheidung gef&uuml;hrt hat. Eine greifbare Gesetzwidrigkeit liegt aber nur vor, wenn die angefochtene Entscheidung objektiv willk&uuml;rlich erscheint, auf sachfremden Erw&auml;gungen beruht und unter keinem Gesichtspunkt rechtlich vertretbar ist (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 1.&nbsp;September 2008 IV&nbsp;B&nbsp;4\/08, BFH\/NV 2009, 35, Rz&nbsp;17). Unterhalb dieser Grenze liegende erhebliche Rechtsfehler reichen nicht aus, um die Revision zuzulassen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2011 IX&nbsp;B&nbsp;144\/10, BFH\/NV 2011, 1367, Rz&nbsp;2, m.w.N.). Anhaltspunkte f&uuml;r eine derart gesetzeswidrige Entscheidung sind im vorliegenden Fall nicht erkennbar. Das FG hat weder eine offensichtlich einschl&auml;gige entscheidungserhebliche Vorschrift &uuml;bersehen noch entbehrt das Urteil jeglicher gesetzlicher Grundlage und beruht auch nicht auf einer offensichtlich Wortlaut und Gesetzeszweck widersprechenden Gesetzesauslegung. Vielmehr ist die Annahme der Unterhaltsgew&auml;hrung durch Haushaltsaufnahme der Familienkasse und des FG nachvollziehbar, da das Kindergeld f&uuml;r ein vollj&auml;hriges, im Haushalt der Eltern lebendes Kind, das keine eigenen Grundsicherungsleistungen erh&auml;lt, als Einkommen der Eltern auf das Arbeitslosengeld&nbsp;II (ALG&nbsp;II) anzurechnen ist (vgl. Urteil des Bundessozialgerichts vom 27.&nbsp;Januar 2009 B&nbsp;14\/7b&nbsp;AS&nbsp;14\/07&nbsp;R, SGb 2009, 154, Rz&nbsp;24; BVerfG-Beschluss vom 11.&nbsp;M&auml;rz 2010&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;3163\/09, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Familienrecht 2010, 800, Rz&nbsp;6). Daher bleiben die Eltern auch bei Erhalt von Grundsicherungsleistungen dem Grunde nach zum Unterhalt des Kindes verpflichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Mit dem Vorbringen, die Revision sei zuzulassen, weil das FG bei seiner Entscheidung von der Entscheidung des BFH in BFHE 224, 228, BStBl II 2009, 926 abweiche, ist der nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO geltend gemachte Zulassungsgrund nicht schl&uuml;ssig dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Zulassung der Revision aus diesem Grund setzt voraus, dass das FG in einer Rechtsfrage von der Entscheidung eines anderen Gerichts abgewichen ist, dass dabei &uuml;ber dieselbe Rechtsfrage entschieden wurde und diese f&uuml;r beide Entscheidungen rechtserheblich war, dass die Entscheidungen zu gleichen oder vergleichbaren Sachverhalten ergangen sind, dass die abweichend beantwortete Rechtsfrage im Revisionsverfahren gekl&auml;rt werden kann und dass eine Entscheidung des BFH zur Wahrung der Rechtseinheit erforderlich ist (BFH-Beschluss vom 6.&nbsp;Februar 2014 II&nbsp;B&nbsp;129\/13, BFH\/NV 2014, 708, Rz&nbsp;14). Ferner muss das Urteil des FG im Grunds&auml;tzlichen von der Divergenzentscheidung abweichen; es gen&uuml;gt nicht, wenn das FG Rechtsprechungsgrunds&auml;tze auf die Besonderheiten des Einzelfalls fehlerhaft angewendet hat (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2014, 708, Rz&nbsp;14, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zur schl&uuml;ssigen Darlegung einer solchen Abweichungsr&uuml;ge muss der Beschwerdef&uuml;hrer tragende und abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen FG-Urteil einerseits und aus den behaupteten, genau bezeichneten Divergenzentscheidungen andererseits herausarbeiten und einander gegen&uuml;berstellen, um so die behauptete Abweichung zu verdeutlichen (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 11.&nbsp;M&auml;rz 2011 III&nbsp;B&nbsp;76\/10, BFH\/NV 2011, 981; vom 30.&nbsp;September 2013 III&nbsp;B&nbsp;20\/12, BFH\/NV 2014, 58, Rz&nbsp;3; vom 24.&nbsp;September 2013 XI&nbsp;B&nbsp;75\/12, BFH\/NV 2014, 164, Rz&nbsp;31, und vom 18.&nbsp;Oktober 2013 X&nbsp;B&nbsp;135\/12, BFH\/NV 2014, 156, Rz&nbsp;9). Au&szlig;erdem muss sich aus der Beschwerdebegr&uuml;ndung ergeben, dass dem Streitfall ein vergleichbarer Sachverhalt zugrunde liegt wie der Divergenzentscheidung und es sich um eine identische Rechtsfrage handelt (BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2014, 58, Rz&nbsp;3; in BFH\/NV 2014, 164, Rz&nbsp;31, und in BFH\/NV 2014, 156, Rz&nbsp;9). Dabei muss der Beschwerdef&uuml;hrer von den vom FG getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen ausgehen, die den BFH gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO auch im Beschwerdeverfahren wegen Nichtzulassung der Revision grunds&auml;tzlich binden (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 27.&nbsp;M&auml;rz 2009 VIII&nbsp;B&nbsp;184\/08, BFHE 224, 458, BStBl II 2009, 850, unter&nbsp;II.2.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Diesen Anforderungen gen&uuml;gt das Vorbringen des Kl&auml;gers nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein dem Urteil des BFH in BFHE 224, 228, BStBl II 2009, 926 zugrundeliegender vergleichbarer Sachverhalt liegt hier nicht vor. In dem vom BFH entschiedenen Fall hatte die Stadt den Unterhalt f&uuml;r die Kinder durch die Leistungen der Grundsicherung an die Kinder selbst, die auch Unterkunft und Verpflegung umfassten, erbracht. Daher konnte in der Haushaltsaufnahme der Kinder durch den Kindergeldberechtigten keine Leistungsgew&auml;hrung gesehen werden. Soweit der Kl&auml;ger vorbringt, der BFH habe in seiner Entscheidung in BFHE 224, 228, BStBl II 2009, 926 (allgemein) den Schluss gezogen, dass eine Leistung von Unterhalt aus ALG&nbsp;II nicht m&ouml;glich sei, gilt dies nur f&uuml;r den hier nicht vorliegenden Fall, dass die Kinder selbst Leistungen der Grundsicherung beziehen und der Kindergeldberechtigte nur Regelleistungen f&uuml;r seinen eigenen Bedarf erh&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Soweit der Kl&auml;ger auf das Urteil des Senats vom 17.&nbsp;Oktober 2013 III&nbsp;R&nbsp;24\/13 (BFH\/NV 2014, 504) verweist und hieraus den Schluss zieht, dass der Kindergeldberechtigte bei Erhalt von ALG&nbsp;II Leistungen keine Unterhaltsleistungen durch die Haushaltsaufnahme erbringen k&ouml;nnte, ist auch dieser Schlussfolgerung entgegenzuhalten, dass der BFH die Vermutung, wonach die Unterhaltsleistungen des Kindergeldberechtigten bei Haushaltsaufnahme des Kindes den Kindergeldsatz erreichen, nur bei behinderten Kindern ausgeschlossen hat (BFH-Urteil in BFH\/NV 2014, 504, Rz&nbsp;17). In einem solchen Fall h&auml;ngen nach Ansicht des BFH etwaige Unterhaltsleistungen der Eltern von so vielen Faktoren ab, dass die Vermutung eines bestimmten Geschehensablaufs nicht gerechtfertigt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Soweit der Kl&auml;ger bei der Beurteilung von Tatsachen zu einer vom FG abweichenden Schlussfolgerung gelangt, liegt darin keine Abweichung einer entscheidungserheblichen Rechtsfrage (BFH-Beschluss vom 22.&nbsp;Oktober 2008 IX&nbsp;B&nbsp;88\/08, n.v., Rz&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Revision ist auch nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung zuzulassen (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Rechtssache hat grunds&auml;tzliche Bedeutung, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das Interesse der Allgemeinheit an einer einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Die Zulassung der Revision kommt nur wegen einer kl&auml;rungsbed&uuml;rftigen und kl&auml;rbaren Rechtsfrage in Betracht (BFH-Beschluss vom 16.&nbsp;Oktober 1998 V&nbsp;B&nbsp;56\/98, BFH\/NV 1999, 227). F&uuml;r die nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 und&nbsp;3 FGO zu fordernde Darlegung des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) muss der Beschwerdef&uuml;hrer eine konkrete Rechtsfrage formulieren und auf ihre Bedeutung f&uuml;r die Allgemeinheit eingehen. Erforderlich ist dar&uuml;ber hinaus der substantiierte Vortrag, warum im Einzelnen die Kl&auml;rung der aufgeworfenen Rechtsfrage durch die angestrebte Revisionsentscheidung aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit und\/oder der Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt. Ferner muss die aufgeworfene Frage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im konkreten Streitfall auch kl&auml;rungsf&auml;hig sein (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 27.&nbsp;Oktober 2003 VII&nbsp;B&nbsp;196\/03, BFH\/NV 2004, 232, und vom 2.&nbsp;Dezember 2002 VII&nbsp;B&nbsp;203\/02, BFH\/NV 2003, 527, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diesen Anforderungen wird der Kl&auml;ger nicht gerecht. Mit dem Vorbringen, &quot;wie in Angesicht von &sect;&nbsp;74 Abs.&nbsp;1 EStG zu verfahren ist, wenn dem Kind gar keine Unterhaltsberechtigung zusteht und der Kindergeldberechtigte nicht leistungsf&auml;hig ist&quot;, legt der Kl&auml;ger keine in einem Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hige Rechtsfrage dar. Der mit der Zulassung der Revision verfolgte Zweck kann nicht verwirklicht werden, wenn der BFH aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden an einer Entscheidung &uuml;ber die als grunds&auml;tzlich angesehene Rechtsfrage gehindert ist. Nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO ist der BFH an die W&uuml;rdigung des Sachverhalts durch das FG, die nicht gegen Erfahrungss&auml;tze oder Denkgesetze verst&ouml;&szlig;t, gebunden. Demnach ist die Entscheidungserheblichkeit zu verneinen, wenn sich die aufgeworfene Rechtsfrage nur stellt, falls von einem anderen als dem vom FG festgestellten Sachverhalt ausgegangen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG ist davon ausgegangen, dass der Vater des Kl&auml;gers seiner Unterhaltspflicht aufgrund der unstreitig vorliegenden Haushaltsaufnahme nachgekommen ist. Diese W&uuml;rdigung beruht auf nachvollziehbaren Erw&auml;gungen aufgrund der im Entscheidungszeitpunkt vorliegenden ma&szlig;gebenden Tatsachenfeststellungen. Die vom Kl&auml;ger aufgeworfene Rechtsfrage w&uuml;rde sich im Revisionsverfahren bei der Anwendung des &sect;&nbsp;74 Abs.&nbsp;1 EStG daher so nicht stellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Soweit der Kl&auml;ger mit seinem Vorbringen in der Sache eine unrichtige &Uuml;berpr&uuml;fung der Ermessenserw&auml;gungen durch das FG im Rahmen seiner nach &sect;&nbsp;102 FGO eingeschr&auml;nkten Pr&uuml;fungskompetenz bzw. Fehler bei der Auslegung und Anwendung des materiellen Rechts geltend macht, ist er mit einer solchen R&uuml;ge im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren ausgeschlossen. Die Frage, ob Ermessensfehler vorliegen, h&auml;ngt von den Umst&auml;nden des Einzelfalls ab. Sie ist deshalb allgemeinen Aussagen von grunds&auml;tzlicher Bedeutung regelm&auml;&szlig;ig nicht zug&auml;nglich und kann daher nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hren (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 9.&nbsp;November 2011 V&nbsp;B&nbsp;43\/11, BFH\/NV 2012, 170, Rz&nbsp;3).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Etwas anderes kann dann gelten, wenn zum einen auf Grund bestimmter Umst&auml;nde eine Ermessensreduzierung auf Null in Frage steht und zum anderen diese Umst&auml;nde ihrerseits nicht solche des Einzelfalls sind (BFH-Beschluss vom 10.&nbsp;Mai 2012 X&nbsp;B&nbsp;183\/11, BFH\/NV 2012, 1570, Rz&nbsp;22). Das ist vorliegend nicht der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Auf weitere Ausf&uuml;hrungen wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.2.2015, III B 124\/14 Abzweigung des Kindergeldes an das Kind bei Erhalt von Grundsicherungsleistungen &#8211; Unterhaltsleistung des Kindergeldberechtigten durch Haushaltsaufnahme des Kindes &#8211; Grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache bei Ermessensentscheidung Tenor Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 11. 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