{"id":64498,"date":"2015-05-15T09:59:50","date_gmt":"2015-05-15T07:59:50","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64498"},"modified":"2015-05-15T09:59:50","modified_gmt":"2015-05-15T07:59:50","slug":"iii-b-37-14-keine-revisionszulassung-zur-von-den-umstaenden-des-einzelfalls-abhaengenden-klaerung-einer-frage-liebhaberei-bei-rechtsanwaltstaetigkeit-einer-alleinerziehenden-mutter-totalgewinnprognose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-37-14-keine-revisionszulassung-zur-von-den-umstaenden-des-einzelfalls-abhaengenden-klaerung-einer-frage-liebhaberei-bei-rechtsanwaltstaetigkeit-einer-alleinerziehenden-mutter-totalgewinnprognose\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;37\/14 &#8211; Keine Revisionszulassung zur von den Umst&auml;nden des Einzelfalls abh&auml;ngenden Kl&auml;rung einer Frage &#8211; Liebhaberei bei Rechtsanwaltst&auml;tigkeit einer alleinerziehenden Mutter &#8211; Totalgewinnprognose"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 3.2.2015, III B 37\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Revisionszulassung zur von den Umst&auml;nden des Einzelfalls abh&auml;ngenden Kl&auml;rung einer Frage &#8211; Liebhaberei bei Rechtsanwaltst&auml;tigkeit einer alleinerziehenden Mutter &#8211; Totalgewinnprognose<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 18. Februar 2014&nbsp;&nbsp;5 K 5415\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) erzielte in den Streitjahren (2008 bis 2010) Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. Dar&uuml;ber hinaus arbeitete sie selbst&auml;ndig als Rechtsanw&auml;ltin. Aus dieser T&auml;tigkeit machte sie f&uuml;r das Jahr 2000 sowie f&uuml;r die Jahre 2002 bis 2010 Verluste geltend, die sich j&auml;hrlich auf Betr&auml;ge zwischen 315,23&nbsp;EUR und 8.313,17&nbsp;EUR beliefen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin gab f&uuml;r die Streitjahre zun&auml;chst keine Steuererkl&auml;rungen ab. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) sch&auml;tzte daher die Besteuerungsgrundlagen und erlie&szlig; entsprechende Einkommensteuerbescheide. Dagegen wandte sich die Kl&auml;gerin mit Einspruch und Klage. Im Verlauf des Klageverfahrens legte sie Steuererkl&auml;rungen vor. Das FA erlie&szlig; daraufhin ge&auml;nderte Einkommensteuerbescheide. Dabei ber&uuml;cksichtigte es die erkl&auml;rten Verluste aus der Rechtsanwaltst&auml;tigkeit nicht. Die Klage, die sich nunmehr gegen die &Auml;nderungsbescheide richtete, hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) verneinte eine Gewinnerzielungsabsicht der Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde der Kl&auml;gerin, mit welcher sie die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache, die Erforderlichkeit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts und zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung sowie einen Verfahrensmangel geltend macht (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 bis 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von grunds&auml;tzlicher Bedeutung sei die Rechtsfrage, ob &quot;bei mehrj&auml;hrigen Verlusten bei Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit einer selbst&auml;ndigen Rechtsanw&auml;ltin ohne bestehendem Verm&ouml;gen w&auml;hrend der Familiengr&uuml;ndungsphase mit Kinderwunsch und darauffolgenden Kindererziehungszeiten als alleinerziehende Mutter im Rahmen der Beurteilung einer Gewinnerzielungsabsicht mit dem Ziel eines Totalgewinns Verluste steuermindernd neben nicht hohen Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit ber&uuml;cksichtigt werden&quot; k&ouml;nnen. Die Frage der Liebhaberei sei nicht gekl&auml;rt, weil die Abgrenzung nicht gesetzlich geregelt sei. Es sei keine Entscheidung ver&ouml;ffentlicht, welche die Gewinnerzielungsabsicht einer selbst&auml;ndigen Rechtsanw&auml;ltin oder anderen selbst&auml;ndigen Freiberuflerin in Bezug auf Verluste infolge von Kinderwunschzeiten und anschlie&szlig;enden Kindererziehungszeiten zum Gegenstand habe. In der Rechtsprechung zur Gewinnerzielungsabsicht seien der Schutz der Familie nach Art.&nbsp;6 des Grundgesetzes (GG) sowie die Berufsfreiheit nach Art.&nbsp;12 GG bislang nicht er&ouml;rtert worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Au&szlig;erdem weiche das Urteil von der Entscheidung des FG Berlin-Brandenburg vom 21.&nbsp;Juni 2011&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;6203\/08 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2012, 39) ab. Darin habe dieses FG die Grunds&auml;tze der Liebhaberei bei Immobilien-Vorratsgesellschaften unter mehreren Gesichtspunkten nicht angewandt und habe eine Gewinnerzielungsabsicht der Gesellschafter bejaht. Bei ihr &#8211;der Kl&auml;gerin&#8211; seien jedoch die Verluste aus der T&auml;tigkeit als Rechtsanw&auml;ltin nicht anerkannt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Als Verfahrensfehler sei die Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs zu r&uuml;gen (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 GG). Das FG sei davon ausgegangen, dass ihr &#8211;der Kl&auml;gerin&#8211; nach dem Abitur der Pflegetochter im Jahr 2021 nur noch drei Jahre verbleiben w&uuml;rden, in denen sie als Rechtsanw&auml;ltin Gewinne erzielen k&ouml;nne. Das FG habe ihren Vortrag nicht ber&uuml;cksichtigt, wonach sie beabsichtige, ihre T&auml;tigkeit noch bis zur Vollendung ihres 77.&nbsp;Lebensjahres und damit bis zum Jahr 2030 auszu&uuml;ben. Wenn das FG unterstelle, sie habe selbst das Ende ihrer beruflichen T&auml;tigkeit auf das Jahr 2024 datiert, so sei dies unrichtig. Vielmehr habe sie ausdr&uuml;cklich erkl&auml;rt, mindestens bis zur Vollendung des 77.&nbsp;Lebensjahres anwaltlich t&auml;tig sein zu wollen. Das FG habe ihre Prognose des Totalgewinns weder erw&auml;hnt noch ihren Vortrag gew&uuml;rdigt, sondern habe stattdessen unterstellt, dass sie bis zum Jahr 2024 keinen Totalgewinn erzielen k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg und wird deshalb durch Beschluss zur&uuml;ckgewiesen. Die von der Kl&auml;gerin vorgebrachten Zulassungsgr&uuml;nde wurden entweder nicht in der nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gebotenen Weise vorgebracht oder liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig, soweit die Kl&auml;gerin die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO geltend macht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zur Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache ist eine bestimmte f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls erhebliche abstrakte Rechtsfrage herauszustellen, der grunds&auml;tzliche Bedeutung zukommen soll. Hierzu bedarf es substantiierter Angaben, inwieweit die aufgeworfene Frage im Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Fortentwicklung und Handhabung des Rechts kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im konkreten Fall auch kl&auml;rungsf&auml;hig ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 15.&nbsp;Oktober 2010 II&nbsp;B&nbsp;39\/10, BFH\/NV 2011, 206, m.w.N.). Die Beschwerde muss sich insbesondere mit der Rechtsprechung des BFH, den &Auml;u&szlig;erungen im Schrifttum sowie mit ver&ouml;ffentlichten Verwaltungsmeinungen auseinandersetzen (vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 17.&nbsp;August 2004 III&nbsp;B&nbsp;121\/03, BFH\/NV 2005, 46).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;gerin hat im Streitfall keine abstrakte Rechtsfrage herausgestellt, die in einem Revisionsverfahren gekl&auml;rt werden k&ouml;nnte. Ob die Verluste, die eine alleinerziehende (Pflege-)Mutter aus ihrer T&auml;tigkeit als Rechtsanw&auml;ltin erzielt, mit positiven Eink&uuml;nften aus anderen Einkunftsarten verrechnet werden k&ouml;nnen oder ob diese Verluste wegen fehlender Gewinnerzielungsabsicht steuerlich unbeachtlich sind, ist eine Frage des Einzelfalls und kann nicht allgemein in einem Revisionsverfahren entschieden werden. Das Vorliegen der Gewinnerzielungsabsicht bei einer T&auml;tigkeit als Rechtsanwalt war Gegenstand des BFH-Urteils vom 14.&nbsp;Dezember 2004 XI&nbsp;R&nbsp;6\/02 (BFHE 208, 557, BStBl II 2005, 392). Mit diesem Urteil hat sich die Kl&auml;gerin in der Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht auseinandergesetzt. Aus ihm geht hervor, dass die Finanzgerichte als Tatsachengerichte die Umst&auml;nde des Einzelfalls anhand der vom BFH aufgestellten Rechtsgrunds&auml;tze w&uuml;rdigen und dar&uuml;ber entscheiden m&uuml;ssen, ob eine T&auml;tigkeit als Rechtsanwalt mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird oder nicht. Weshalb diese Grunds&auml;tze bei einer als Rechtsanw&auml;ltin t&auml;tigen (Pflege-)Mutter nicht oder nur eingeschr&auml;nkt gelten sollen, geht aus dem Vorbringen der Kl&auml;gerin nicht hervor und ist auch &#8211;trotz des Hinweises auf Art.&nbsp;6 GG und Art.&nbsp;12 GG&#8211; nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ebenso unzul&auml;ssig ist die Beschwerde, soweit die Kl&auml;gerin die Erforderlichkeit einer Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts geltend macht. Dieser Zulassungsgrund ist ein Unterfall des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung (vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 5.&nbsp;Mai 2014 III&nbsp;B&nbsp;85\/13, BFH\/NV 2014, 1186), der hier &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; nicht in einer den Anforderungen nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gen&uuml;genden Weise dargelegt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Auch der Zulassungsgrund der Divergenz wurde nicht in zul&auml;ssiger Weise geltend gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung setzt voraus, dass das FG in einer Rechtsfrage von der Entscheidung eines anderen Gerichts abgewichen ist, dass dabei &uuml;ber dieselbe Rechtsfrage entschieden wurde und diese f&uuml;r beide Entscheidungen rechtserheblich war, dass die Entscheidungen zu gleichen oder vergleichbaren Sachverhalten ergangen sind, dass die abweichend beantwortete Rechtsfrage im Revisionsverfahren gekl&auml;rt werden kann und dass eine BFH-Entscheidung zur Wahrung der Rechtseinheit erforderlich ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2010 IV&nbsp;B&nbsp;131\/08, BFH\/NV 2010, 1487). Zur schl&uuml;ssigen Darlegung einer solchen Abweichungsr&uuml;ge muss der Beschwerdef&uuml;hrer u.a. tragende und abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen FG-Urteil einerseits und aus der mit Datum sowie Aktenzeichen und\/oder Fundstelle bezeichneten Divergenzentscheidung andererseits herausarbeiten und einander gegen&uuml;berstellen, um so die behauptete Abweichung zu verdeutlichen (vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 11.&nbsp;M&auml;rz 2011 III&nbsp;B&nbsp;76\/10, BFH\/NV 2011, 981).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;gerin hat in der Beschwerdebegr&uuml;ndung l&auml;ngere Passagen aus dem Urteil des FG Berlin-Brandenburg in EFG 2012, 39 wiedergegeben. Eine Divergenz hat sie damit noch nicht dargelegt. Aus ihrem Vorbringen geht nicht hervor, dass die beiden FG-Entscheidungen einander widersprechende Rechtss&auml;tze enthalten. Der Hinweis darauf, dass in dem Urteil des FG Berlin-Brandenburg in EFG 2012, 39, das Gesellschafter von Immobilien-Vorratsgesellschaften betrifft, eine Gewinnerzielungsabsicht bejaht worden sei, nicht aber im Streitfall, gen&uuml;gt nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Schlie&szlig;lich hat die Beschwerde auch insoweit keinen Erfolg, als die Kl&auml;gerin als Verfahrensmangel die Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs r&uuml;gt, weil das FG bei seiner Gewinnprognose nicht ihren Vortrag beachtet habe, wonach sie ihre T&auml;tigkeit als Rechtsanw&auml;ltin mindestens bis zum 77.&nbsp;Lebensjahr aus&uuml;ben wolle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 GG, &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO) verpflichtet das Gericht, die Beteiligten &uuml;ber den Verfahrensstoff zu informieren und ihnen Gelegenheit zur &Auml;u&szlig;erung zu geben, ihre Ausf&uuml;hrungen zur Kenntnis zu nehmen, in Erw&auml;gung zu ziehen und sich mit dem entscheidungserheblichen Kern ihres Vorbringens auseinanderzusetzen. Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 GG und &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO sind erst dann verletzt, wenn sich aus den besonderen Umst&auml;nden des Einzelfalls deutlich ergibt, dass das Gericht Vorbringen entweder &uuml;berhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder doch bei seiner Entscheidung ersichtlich nicht in Erw&auml;gung gezogen hat (vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 14.&nbsp;Januar 2014 III&nbsp;B&nbsp;89\/13, BFH\/NV 2014, 521).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat bei der Pr&uuml;fung eines m&ouml;glichen Totalgewinns aus der Rechtsanwaltst&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin das Jahr 2024 als das letzte Jahr einer solchen T&auml;tigkeit angesehen. In diesem Jahr wird die Kl&auml;gerin im Erlebensfall 71&nbsp;Jahre alt sein. Das FG hat das Jahr 2024 als zeitliche Grenze herangezogen, weil die Kl&auml;gerin im Schreiben an das FG vom 16.&nbsp;August 2013 angegeben hatte, dass sie &quot;voraussichtlich bis mindestens&quot; bis zum Jahr 2024 als Rechtsanw&auml;ltin t&auml;tig sein wolle. Das FG hat somit eine berufliche T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin als Rechtsanw&auml;ltin bis zu einem Lebensalter unterstellt, das weit oberhalb der &uuml;blichen Altersgrenze liegt. Allein deshalb, weil die Kl&auml;gerin in einem an das FA gerichteten Schreiben vom 31.&nbsp;Mai 2013 behauptet hatte, dass sie mindestens bis zum Jahr 2030 und somit bis zu ihrem 77.&nbsp;Lebensjahr t&auml;tig sein wolle, brauchte das FG seine Gewinnprognose nicht bis zu diesem Jahr auszudehnen und zu unterstellen, dass die Kl&auml;gerin im fortgeschrittenen Alter als Anw&auml;ltin wirtschaftlich erfolgreicher sein werde als in j&uuml;ngeren Jahren. Eine Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs ist nicht darin zu sehen, dass das FG den Angaben der Kl&auml;gerin nicht gefolgt ist. Denn aus dem Verfahrensgrundsatz des rechtlichen Geh&ouml;rs ergibt sich kein Anspruch darauf, dass das Gericht einen Verfahrensbeteiligten &quot;erh&ouml;rt&quot;, sich also seinen rechtlichen Ansichten oder seiner Sachverhaltsw&uuml;rdigung anschlie&szlig;t (vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 22.&nbsp;Mai 2013 III&nbsp;B&nbsp;1\/13, BFH\/NV 2013, 1264).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat ab (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz 2 Halbsatz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 3.2.2015, III B 37\/14 Keine Revisionszulassung zur von den Umst&auml;nden des Einzelfalls abh&auml;ngenden Kl&auml;rung einer Frage &#8211; Liebhaberei bei Rechtsanwaltst&auml;tigkeit einer alleinerziehenden Mutter &#8211; Totalgewinnprognose Tenor Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 18. Februar 2014&nbsp;&nbsp;5 K 5415\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-37-14-keine-revisionszulassung-zur-von-den-umstaenden-des-einzelfalls-abhaengenden-klaerung-einer-frage-liebhaberei-bei-rechtsanwaltstaetigkeit-einer-alleinerziehenden-mutter-totalgewinnprognose\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;37\/14 &#8211; Keine Revisionszulassung zur von den Umst&auml;nden des Einzelfalls abh&auml;ngenden Kl&auml;rung einer Frage &#8211; Liebhaberei bei Rechtsanwaltst&auml;tigkeit einer alleinerziehenden Mutter &#8211; Totalgewinnprognose<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-64498","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64498","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64498"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64498\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64498"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64498"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64498"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}