{"id":64502,"date":"2015-05-15T10:01:59","date_gmt":"2015-05-15T08:01:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64502"},"modified":"2015-05-15T10:01:59","modified_gmt":"2015-05-15T08:01:59","slug":"i-b-66-14-ablaufhemmung-bei-einer-auftragspruefung-folgen-des-antrags-auf-aussetzung-der-vollziehung-einer-pruefungsanordnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-66-14-ablaufhemmung-bei-einer-auftragspruefung-folgen-des-antrags-auf-aussetzung-der-vollziehung-einer-pruefungsanordnung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;66\/14 &#8211; Ablaufhemmung bei einer Auftragspr&uuml;fung &#8211; Folgen des Antrags auf Aussetzung der Vollziehung einer Pr&uuml;fungsanordnung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.2.2015, I B 66\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Ablaufhemmung bei einer Auftragspr&uuml;fung &#8211; Folgen des Antrags auf Aussetzung der Vollziehung einer Pr&uuml;fungsanordnung<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 12. Juni 2014&nbsp;&nbsp;6 K 349\/13 wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), eine Steuerberatungsgesellschaft mbH, wird steuerlich beim Finanzamt A (FA&nbsp;A) gef&uuml;hrt. Eine Au&szlig;enpr&uuml;fung fand bei ihr zuletzt f&uuml;r den Zeitraum 1992 bis 1994 im Wege der Auftragspr&uuml;fung durch den Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt B &#8211;FA&nbsp;B&#8211;) statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem die Betriebspr&uuml;fungsstelle des FA A die Kl&auml;gerin als pr&uuml;fungsw&uuml;rdig vermerkt hatte, beauftragte dieses Finanzamt das beklagte FA&nbsp;B durch beh&ouml;rdeninternes Schreiben mit der Durchf&uuml;hrung einer Au&szlig;enpr&uuml;fung bei der Kl&auml;gerin hinsichtlich K&ouml;rperschaftsteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer f&uuml;r die Jahre 2005 bis 2007. Es erm&auml;chtigte zugleich das FA&nbsp;B, die Pr&uuml;fungsanordnung zu erlassen. Zur Begr&uuml;ndung wurde u.a. angef&uuml;hrt, dass die Kl&auml;gerin &uuml;berwiegend Mandanten im Finanzamtsbezirk des FA&nbsp;A betreut.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA B erlie&szlig; daraufhin am 29.&nbsp;Oktober 2010 eine dem entsprechende Pr&uuml;fungsanordnung gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin. Darin war ohne n&auml;here Begr&uuml;ndung ausgef&uuml;hrt, dass die Pr&uuml;fung im Auftrag des FA A erfolge. Die Kl&auml;gerin erhob Einspruch und beantragte au&szlig;erdem erfolgreich die Aussetzung der Vollziehung (AdV). Der Einspruch wurde mit Entscheidung vom 1.&nbsp;Oktober 2013 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. In der Begr&uuml;ndung wurde u.a. ausgef&uuml;hrt, dass das FA&nbsp;A mit der Beauftragung des FA&nbsp;B ermessensgerecht gehandelt habe, es seien Reibungen zu vermeiden gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Nieders&auml;chsische Finanzgericht (FG) wies die Anfechtungsklage gegen die Pr&uuml;fungsanordnung sowie mehrere auf Feststellung der Rechtswidrigkeit oder Nichtigkeit von Verwaltungsakten bzw. des Eintritts der Festsetzungsverj&auml;hrung gerichtete Antr&auml;ge ab. Es stellte zum einen darauf ab, dass der Bundesfinanzhof (BFH) die &Uuml;bertragung der Pr&uuml;fung eines Steuerberaters durch sein &quot;Heimatfinanzamt&quot; an ein &quot;Nachbarfinanzamt&quot; zur Vermeidung von Reibungen als ermessensgerecht best&auml;tigt habe. Zum anderen ging es davon aus, dass ein etwaiger Begr&uuml;ndungsmangel jedenfalls in der Einspruchsentscheidung geheilt worden und die Pr&uuml;fungsanordnung deswegen so zu behandeln sei, als sei sie von Anfang an rechtm&auml;&szlig;ig gewesen. Die Revision gegen sein Urteil vom 12.&nbsp;Juni 2014&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;349\/13 lie&szlig; es nicht zu. Dagegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit ihrer Beschwerde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig und durch Beschluss zu verwerfen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Kl&auml;gerin hat die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde nicht in einer den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gen&uuml;genden Weise dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revisionszulassung wegen eines Verfahrensmangels i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO scheidet aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die R&uuml;ge der Kl&auml;gerin, das FG habe ihren Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes, &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO) verletzt, weil ihre tats&auml;chlichen und rechtlichen Ausf&uuml;hrungen in den Schrifts&auml;tzen vom 27.&nbsp;Mai 2014 und 3.&nbsp;Juni 2014 nicht beachtet worden seien, ist unschl&uuml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Grunds&auml;tzlich ist davon auszugehen, dass vom Gericht entgegengenommenes Vorbringen der Beteiligten von diesem auch zur Kenntnis genommen und in Erw&auml;gung gezogen worden ist. Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r ist erst dann verletzt, wenn sich aus den besonderen Umst&auml;nden des Einzelfalls deutlich ergibt, dass das Gericht ein tats&auml;chliches Vorbringen entweder &uuml;berhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder bei seiner Entscheidung ersichtlich nicht in Erw&auml;gung gezogen hat. Diese besonderen Umst&auml;nde sind in der Beschwerdeschrift darzulegen (vgl. z.B. Senatsbeschl&uuml;sse vom 7.&nbsp;November 2012 I&nbsp;B&nbsp;172\/11, BFH\/NV 2013, 561; vom 15.&nbsp;Oktober 2014 I&nbsp;B&nbsp;176\/13, BFH\/NV 2015, 226, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall hat das FG die beiden Schrifts&auml;tze entgegengenommen und offenkundig auch gew&uuml;rdigt, was sich schon daraus ergibt, dass die in der Klageschrift gestellten &#8211;komplexen&#8211; Antr&auml;ge im Schriftsatz vom 3.&nbsp;Juni 2014 ge&auml;ndert und in dieser ge&auml;nderten Form im Tatbestand des Urteils wiedergegeben und in den Entscheidungsgr&uuml;nden verbeschieden wurden (z.B. Feststellungsantr&auml;ge 3b und 4). Die Kl&auml;gerin nennt auch im &Uuml;brigen keine besonderen Gr&uuml;nde daf&uuml;r, dass ihr Vorbringen vom FG unbeachtet geblieben sein k&ouml;nnte. Im Wesentlichen schlie&szlig;t sie aus dem Umstand, dass das FG ihrer Argumentation nicht gefolgt ist, unzul&auml;ssigerweise darauf, dass ihr Vorbringen unber&uuml;cksichtigt geblieben sein muss. Denn ansonsten h&auml;tte das FG ihr Recht geben m&uuml;ssen. Darin ist lediglich die R&uuml;ge einer unzutreffenden Rechtsanwendung, aber kein Geh&ouml;rsversto&szlig; zu erblicken. Denn die Gew&auml;hrung des rechtlichen Geh&ouml;rs bedeutet nicht, dass das FG die Kl&auml;gerin &quot;erh&ouml;rt&quot;, sich also ihren rechtlichen Ansichten anschlie&szlig;t (vgl. BFH-Beschluss vom 5.&nbsp;November 2014 X&nbsp;B&nbsp;223\/13, BFH\/NV 2015, 202, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Unschl&uuml;ssig ist auch die Einwendung, das FG habe seine Sachaufkl&auml;rungspflicht verletzt. Denn nach dem vom FG eingenommenen Rechtsstandpunkt, auf den ma&szlig;geblich abzustellen ist (vgl. Senatsbeschluss vom 6.&nbsp;Dezember 2012 I&nbsp;B&nbsp;8\/12, BFH\/NV 2013, 703), kam dem FA&nbsp;A ein weiter Ermessensspielraum bei der Frage zu, ob und wenn ja, welches andere Finanzamt mit der Auftragspr&uuml;fung zu betrauen war. Deshalb hielt das FG Differenzierungen danach, in welchem Umfang Mandanten der Kl&auml;gerin in dem einen oder anderen Finanzamtsbezirk betreut werden, f&uuml;r entbehrlich. Vor diesem Hintergrund bestand f&uuml;r das FG auch kein Anlass, eigene Ermittlungen zur Anzahl der Mandanten oder zur Frage, welche Ermittlungen zur Mandantenzahl das FA&nbsp;A durchgef&uuml;hrt oder nicht durchgef&uuml;hrt hatte, anzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Es stellt schlie&szlig;lich keinen Verfahrensmangel, sondern allenfalls einen die Revisionszulassung grunds&auml;tzlich nicht rechtfertigenden materiell-rechtlichen Fehler dar, wenn die Kl&auml;gerin im Hinblick auf die Anwendung des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) r&uuml;gt, dass das FG nicht auf den im Tatbestand erw&auml;hnten Antrag auf Verschiebung des Beginns der Au&szlig;enpr&uuml;fung, sondern auf den zeitlich sp&auml;ter gestellten Antrag auf AdV der Pr&uuml;fungsanordnung abgestellt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Beschwerde kann auch unter dem Gesichtspunkt der Divergenz nicht zugelassen werden. Aus der Beschwerdebegr&uuml;ndung geht nicht schl&uuml;ssig hervor, dass das FG in rechtsgrunds&auml;tzlicher Weise von Entscheidungen des BFH abgewichen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In der vermeintlichen Divergenzentscheidung des BFH vom 21.&nbsp;April 1993 X&nbsp;R&nbsp;112\/91 (BFHE 171, 15, BStBl II 1993, 649) wurde der Rechtssatz aufgestellt, dass eine von der beauftragten Finanzbeh&ouml;rde durchgef&uuml;hrte Au&szlig;enpr&uuml;fung (&sect;&nbsp;195 Satz&nbsp;2 AO) den Ablauf der Festsetzungsverj&auml;hrung nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;4 AO hemmt, wenn die Rechtswidrigkeit der Beauftragung festgestellt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein davon abweichender Rechtssatz ist der angegriffenen Entscheidung nicht zu entnehmen. Das FG hat ausgehend von seinem Rechtsstandpunkt, dass eine Heilung des Begr&uuml;ndungsmangels gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO r&uuml;ckwirkend den Verfahrensfehler beseitigt, positiv die von Anfang an gegebene Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Auftragspr&uuml;fung festgestellt. Dass rechtm&auml;&szlig;ige Pr&uuml;fungsma&szlig;nahmen die Hemmung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO ausl&ouml;sen k&ouml;nnen, versteht sich aber von selbst. Sollte die Kl&auml;gerin dahin verstanden werden wollen, dass das FG mit seiner zu den Rechtsfolgen einer Heilung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 AO vertretenen Auffassung von dem genannten BFH-Urteil abgewichen sei, kann ihr auch in diesem Punkt nicht gefolgt werden. Wenn der BFH in der vermeintlichen Divergenzentscheidung davon spricht, dass die Folgen der Rechtswidrigkeit einer Pr&uuml;fungsanordnung f&uuml;r den Lauf der Festsetzungsfrist nicht &quot;geheilt&quot; (Hervorhebung im Original) werden k&ouml;nnten, dann ist damit keine Heilung i.S. des &sect;&nbsp;126 AO gemeint, sondern die &quot;Heilung&quot; durch den nachtr&auml;glichen Erlass einer &#8211;zweiten, jetzt&#8211; rechtm&auml;&szlig;igen Pr&uuml;fungsanordnung. Das geht aus den Gr&uuml;nden des BFH-Urteils in BFHE 171, 15, BStBl II 1993, 649 klar hervor; eine &Auml;u&szlig;erung zu den Folgen einer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 AO geheilten Gesetzesverletzung f&uuml;r den Lauf der Festsetzungsfrist ist dem Urteil nicht zu entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Was die vermeintliche Divergenzentscheidung des BFH vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2010 IV&nbsp;R&nbsp;54\/07 (BFHE 229, 20, BStBl II 2011, 7) angeht, so wird in der Beschwerdeschrift nicht substantiiert dargelegt, dass das FG &uuml;ber dieselbe Rechtsfrage entschieden hat wie der BFH (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;58). Letzterer hat den Rechtssatz aufgestellt, dass bei einem Antrag auf befristetes Hinausschieben des Beginns der Au&szlig;enpr&uuml;fung, der f&uuml;r das Verschieben des Pr&uuml;fungsbeginns urs&auml;chlich ist, die Ablaufhemmung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 AO nur entf&auml;llt, wenn die Finanzbeh&ouml;rde nicht vor Ablauf von zwei Jahren nach Eingang des Antrags mit der Pr&uuml;fung beginnt. Zur Begr&uuml;ndung seiner Auffassung hat der BFH den in &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;8 Satz&nbsp;2 und Abs.&nbsp;10 AO enthaltenen Rechtsgedanken herangezogen. Diese Regelungen r&auml;umen der Finanzbeh&ouml;rde in den F&auml;llen des Wegfalls eines au&szlig;erhalb ihrer Sph&auml;re eingetretenen Hindernisses eine 2-Jahresfrist f&uuml;r ein weiteres T&auml;tigwerden ein. Im Streitfall zog das FG die st&auml;ndige Rechtsprechung des BFH heran, wonach &#8211;der von der Kl&auml;gerin gestellte&#8211; Antrag auf AdV der Pr&uuml;fungsanordnung das Begehren einschlie&szlig;t, den Beginn der Au&szlig;enpr&uuml;fung hinauszuschieben, bis &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen Anordnung entschieden ist (BFH-Urteile vom 25.&nbsp;Januar 1989 X&nbsp;R&nbsp;158\/87, BFHE 156, 18, BStBl II 1989, 483; vom 17.&nbsp;Juni 1998 IX&nbsp;R&nbsp;65\/95, BFHE 186, 485, BStBl II 1999, 4; Senatsbeschluss vom 15.&nbsp;Mai 2007 I&nbsp;B&nbsp;10\/07, BFH\/NV 2007, 1624). Ob auch in einem solchen Fall die Finanzbeh&ouml;rde zum Erhalt der zun&auml;chst eingetretenen Ablaufhemmung gehalten ist, mit der Pr&uuml;fung binnen zwei Jahren nach Eingang des AdV-Antrags zu beginnen, ist weder der vermeintlichen Divergenzentscheidung noch im &Uuml;brigen der Rechtsprechung des BFH zu entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &Uuml;bertragung der im BFH-Urteil in BFHE 229, 20, BStBl II 2011, 7 entwickelten Rechtsgrunds&auml;tze auf den Streitfall versteht sich auch nicht von selbst (vgl. z.B. Senatsurteil vom 1.&nbsp;Februar 2012 I&nbsp;R&nbsp;18\/11, BFHE 236, 195, BStBl II 2012, 400, zu einem unbefristeten Antrag auf Pr&uuml;fungsaufschub). Der BFH hat ma&szlig;geblich darauf abgestellt, ob die f&uuml;r das tats&auml;chliche Ausbleiben einer Pr&uuml;fung kausal gewordenen Umst&auml;nde aus der Sph&auml;re des Steuerpflichtigen oder der Finanzverwaltung herr&uuml;hren und deshalb von einem der Beteiligten zu vertreten sind. Nach dem Sachverhalt, der der vermeintlichen Divergenzentscheidung zugrunde lag, wurde der Pr&uuml;fungsbeginn ausschlie&szlig;lich aus beh&ouml;rdeninternen Gr&uuml;nden wiederholt verschoben. Im Streitfall k&auml;me es demgegen&uuml;ber darauf an, ob in vergleichbarer Weise die alleinige Verantwortlichkeit f&uuml;r den z&uuml;gigen Abschluss des Einspruchsverfahrens, der zur Beendigung &#8211;oder dem vorzeitigen Widerruf&#8211; der AdV und zum Beginn der Pr&uuml;fung f&uuml;hren w&uuml;rde, in die Sph&auml;re der Finanzbeh&ouml;rde f&auml;llt. Die &#8211;ggf. differenzierte&#8211; Beantwortung dieser Frage bedarf vertiefter &Uuml;berlegungen unter Einbeziehung verfahrensrechtlicher (vgl. z.B. &sect;&nbsp;46 FGO) und verj&auml;hrungsrechtlicher Wertungen (vgl. Senatsurteil in BFHE 236, 195, BStBl II 2012, 400).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der erg&auml;nzende Hinweis der Kl&auml;gerin auf den im Streitfall gestellten telefonischen Verschiebungsantrag f&uuml;hrt ebenfalls nicht weiter. Insoweit ist die geltend gemachte Abweichung nicht entscheidungserheblich. Denn das FG hat auf die Beantragung der AdV abgestellt und deswegen die Hemmung der Verj&auml;hrung bejaht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dass das FG in rechtsgrunds&auml;tzlicher Weise von dem BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Mai 2013 IX&nbsp;R&nbsp;27\/12 (BFHE 241, 21, BStBl II 2013, 570) abgewichen w&auml;re, ergeben die Darlegungen der Kl&auml;gerin nicht. Der BFH hat darin ausgef&uuml;hrt, dass die Beauftragung einer anderen Beh&ouml;rde mit der Au&szlig;enpr&uuml;fung eine Ermessensentscheidung darstellt, die der Begr&uuml;ndung bedarf. Das hat auch das FG nicht anders gesehen. Soweit es offengelassen hat, ob die Entscheidung des FA&nbsp;A, das FA&nbsp;B mit der Pr&uuml;fung zu beauftragen, angesichts der fr&uuml;her bereits durchgef&uuml;hrten Auftragspr&uuml;fung noch einer besonderen Begr&uuml;ndung bed&uuml;rfe, sind diese Ausf&uuml;hrungen gerade nicht ergebnisrelevant geworden. Im &Uuml;brigen war das FG der Auffassung, dass die Begr&uuml;ndung, die das FA&nbsp;B in der Einspruchsentscheidung tats&auml;chlich gegeben hatte, ausreichend war (vgl. oben unter II.&nbsp;1.&nbsp;b der Gr&uuml;nde dieses Beschlusses).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit in der Beschwerdebegr&uuml;ndung diverse Rechtsfragen aufgeworfen werden, kann offenbleiben, ob damit der Zulassungsgrund der rechtsgrunds&auml;tzlichen Bedeutung i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO geltend gemacht werden sollte. Jedenfalls scheitert eine Revisionszulassung schon daran, dass die Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit dieser Fragen nicht substantiiert herausgearbeitet wird. Denn es wird lediglich pauschal behauptet, dass die Fragen aufkl&auml;rungsbed&uuml;rftig oder vom BFH noch nicht beantwortet seien. Dies gen&uuml;gt zur Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung aber nicht (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect;&nbsp;116 Rz&nbsp;34). Diese W&uuml;rdigung des kl&auml;gerischen Vorbringens trifft insbesondere auch auf den Verweis auf das BFH-Urteil in BFHE 229, 20, BStBl II 2011, 7 zu. Es h&auml;tte substantiiert unter Auseinandersetzung mit der Rechtsprechung (z.B. Senatsurteil in BFHE 236, 195, BStBl II 2012, 400) und der Literatur herausgearbeitet werden m&uuml;ssen, ob die &Uuml;bertragung der dort entwickelten Rechtsgrunds&auml;tze auf den konkreten Streitfall geboten ist und dies wegen allgemeiner Bedeutung der h&ouml;chstrichterlichen Kl&auml;rung in einem Revisionsverfahren bedarf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.2.2015, I B 66\/14 Ablaufhemmung bei einer Auftragspr&uuml;fung &#8211; Folgen des Antrags auf Aussetzung der Vollziehung einer Pr&uuml;fungsanordnung Tenor Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 12. Juni 2014&nbsp;&nbsp;6 K 349\/13 wird als unzul&auml;ssig verworfen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-66-14-ablaufhemmung-bei-einer-auftragspruefung-folgen-des-antrags-auf-aussetzung-der-vollziehung-einer-pruefungsanordnung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;B&nbsp;66\/14 &#8211; Ablaufhemmung bei einer Auftragspr&uuml;fung &#8211; Folgen des Antrags auf Aussetzung der Vollziehung einer Pr&uuml;fungsanordnung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-64502","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64502","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64502"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64502\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64502"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64502"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64502"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}