{"id":64503,"date":"2015-05-15T10:00:52","date_gmt":"2015-05-15T08:00:52","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64503"},"modified":"2015-05-15T10:00:52","modified_gmt":"2015-05-15T08:00:52","slug":"ix-b-97-14-bindungswirkung-einer-tatsaechlichen-verstaendigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-97-14-bindungswirkung-einer-tatsaechlichen-verstaendigung\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;97\/14 &#8211; Bindungswirkung einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.2.2015, IX B 97\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Bindungswirkung einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen, Au&szlig;ensenate Augsburg, vom 10. Juli 2014&nbsp;&nbsp;15 K 720\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Es kann dahinstehen, ob der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache hinreichend dargelegt hat (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) und ob sie vorliegt (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO). Die Entscheidung des Finanzgerichts (FG) stellt sich jedenfalls aus anderen Gr&uuml;nden als richtig dar (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO) mit der Folge, dass auch die Nichtzulassungsbeschwerde keinen Erfolg haben kann (vgl. z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 18.&nbsp;Dezember 2012 I&nbsp;B&nbsp;48\/12, BFH\/NV 2013, 742).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat ausgef&uuml;hrt, die Beteiligten h&auml;tten im Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung am 29.&nbsp;Oktober 2010 den Rechtsstreit (15&nbsp;K&nbsp;2266\/09 wegen Einkommensteuer 2003 bis 2007) &uuml;bereinstimmend f&uuml;r erledigt erkl&auml;rt. Diese Erkl&auml;rungen h&auml;tten die Rechtsh&auml;ngigkeit insgesamt sofort beendet, obwohl der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) sich in demselben Termin verpflichtet hatte, die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2003 und 2004 zu &auml;ndern. Zwar habe der Kl&auml;ger noch vor &Auml;nderung der Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2003 und 2004 erneut die &Auml;nderung der Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2005 bis 2007 beantragt. Diese seien jedoch bereits bestandskr&auml;ftig gewesen. Dem h&auml;lt der Kl&auml;ger entgegen, die Erledigungserkl&auml;rungen h&auml;tten unter der aufschiebenden Bedingung der &Auml;nderung der Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2003 und 2004 gestanden, so dass sein Antrag auf &Auml;nderung der Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2005 bis 2007 noch h&auml;tte ber&uuml;cksichtigt werden m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger &uuml;bersieht, dass er im Termin am 29.&nbsp;Oktober 2010 einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung zugestimmt hat, die der Erledigung des gesamten Rechtsstreits dienen sollte. Das ergibt die Auslegung der im Sitzungsprotokoll dokumentierten tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung. Die Einigung schlie&szlig;t dabei nicht nur die Streitjahre 2003 und 2004 ein, f&uuml;r die das FA eine &Auml;nderung der Einkommensteuerbescheide zugesagt hatte, sondern auch die Streitjahre 2005 bis 2007 mit der Ma&szlig;gabe, dass eine &Auml;nderung der Steuerfestsetzung wegen der urspr&uuml;nglich geltend gemachten Aufwendungen in diesen Jahren ausgeschlossen ist. An diese tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung ist der Kl&auml;ger nach Treu und Glauben gebunden. Als Prozesserkl&auml;rung kann er sie auch nicht frei widerrufen. Mit seinem Antrag auf &Auml;nderung der Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2005 bis 2007 wollte der Kl&auml;ger diese Bindung unterlaufen. Daran ist er jedoch festzuhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf die Frage, ob das FA seinen &Auml;nderungsantrag zu Recht schon aus formalen Gr&uuml;nden abgelehnt hat, kommt es danach nicht an, denn der Antrag kann in der Sache keinen Erfolg haben. Die Frage, ob die in den Jahren 2005 bis 2007 nicht ber&uuml;cksichtigten Fahrtkosten den Mehraufwendungen wegen doppelter Haushaltsf&uuml;hrung oder den Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung zuzurechnen waren, kann nicht mehr gekl&auml;rt werden, denn sie ist Gegenstand der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung, an die der Kl&auml;ger gebunden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.2.2015, IX B 97\/14 Bindungswirkung einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung Tenor Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen, Au&szlig;ensenate Augsburg, vom 10. Juli 2014&nbsp;&nbsp;15 K 720\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen. Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. 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