{"id":64507,"date":"2015-05-15T10:02:20","date_gmt":"2015-05-15T08:02:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64507"},"modified":"2015-05-15T10:02:20","modified_gmt":"2015-05-15T08:02:20","slug":"ii-b-85-14-zur-ableitung-des-gemeinen-werts-einer-minderheitsbeteiligung-aus-vorhergehenden-zeitnahen-verkaeufen-der-gesamten-beteiligungen-aller-gesellschafter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-85-14-zur-ableitung-des-gemeinen-werts-einer-minderheitsbeteiligung-aus-vorhergehenden-zeitnahen-verkaeufen-der-gesamten-beteiligungen-aller-gesellschafter\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;85\/14 &#8211; Zur Ableitung des gemeinen Werts einer Minderheitsbeteiligung aus vorhergehenden zeitnahen Verk&auml;ufen der gesamten Beteiligungen aller Gesellschafter"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.3.2015, II B 85\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Ableitung des gemeinen Werts einer Minderheitsbeteiligung aus vorhergehenden zeitnahen Verk&auml;ufen der gesamten Beteiligungen aller Gesellschafter<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision im Urteil des Finanzgerichts Mecklenburg-Vorpommern vom 5. Juni 2014&nbsp;&nbsp;3 K 103\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die von der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) geltend gemachten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht wegen Divergenz nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zuzulassen. Das angefochtene Urteil des Finanzgerichts (FG) weicht nicht von dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 23.&nbsp;Februar 1979 III&nbsp;R&nbsp;44\/77 (BFHE 128, 254, BStBl II 1979, 618) ab. Die Entscheidung des BFH ist zu einem Sachverhalt ergangen, der mit dem des Streitfalls nicht vergleichbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In dem vom BFH entschiedenen Fall hatte das Finanzgericht festgestellt, dass der Ansto&szlig; zum Verkauf der GmbH-Anteile von einem Gesellschafter mit einem Gesch&auml;ftsanteil von 10 bis 12&nbsp;% des Stammkapitals ausgegangen ist und eine Bank hierf&uuml;r unverbindlich 500&nbsp;DM je 100&nbsp;DM Stammkapital angeboten hat. Die sp&auml;ter get&auml;tigten Verk&auml;ufe der GmbH-Anteile und der jeweils vereinbarte Kaufpreis von 850&nbsp;DM je 100&nbsp;DM Stammkapital sind nur unter der Voraussetzung zustande gekommen, dass die K&auml;uferin eine Schachtelbeteiligung oder eine Mehrheitsbeteiligung erwerben konnte. Hieraus wurde geschlossen, dass der marktkonform zustande gekommene Verkaufspreis durch die H&ouml;he der umgesetzten Beteiligungen beeinflusst war und deshalb nicht ohne Erm&auml;&szlig;igung zur Bewertung einer Minderheitsbeteiligung von 5&nbsp;% herangezogen werden konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber konnte das FG im Streitfall nicht feststellen, ob die H&ouml;he der von den beiden Erwerbern S und T insgesamt gekauften GmbH-Anteile von jeweils 50&nbsp;% oder die H&ouml;he einzelner GmbH-Anteile Auswirkung auf den Gesamtkaufpreis oder einen Einzelkaufpreis hatte. Dies war vor allem dadurch bedingt, dass die Erwerber &#8211;wie die Kl&auml;gerin selbst einger&auml;umt hat&#8211; keine Informationen dar&uuml;ber besitzen, nach welchen Regeln der Gesamtkaufpreis auf die einzelnen Gesellschafter verteilt worden ist und aus welchen Gr&uuml;nden die Kaufpreise f&uuml;r die Anteile der Gesellschafter M und B erheblich h&ouml;her gewesen sind als die Kaufpreise f&uuml;r die Anteile der &uuml;brigen Gesellschafter. Die Kl&auml;gerin konnte auch nicht zur &Uuml;berzeugung des FG darlegen, dass die Kaufpreise f&uuml;r die von M und B erworbenen Anteile von jeweils 21,43&nbsp;% durch einen Beteiligungscharakter beeinflusst worden sind, w&auml;hrend dies bei der Festlegung der Kaufpreise f&uuml;r die in etwa gleich hohen Anteile der Gesellschafter C und D von jeweils 19,64&nbsp;% nicht geschehen sein soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gibt es beim Kauf einer Mehrheitsbeteiligung von mehreren Gesellschaftern keinerlei konkrete Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass die H&ouml;he einzelner erworbener Anteile zu einem h&ouml;heren Kaufpreis oder die H&ouml;he der insgesamt erworbenen Beteiligung zu einem h&ouml;heren Gesamtkaufpreis gef&uuml;hrt hat, ist es gerechtfertigt, den gemeinen Wert einer Minderheitsbeteiligung aus dem durchschnittlichen Kaufpreis f&uuml;r den Erwerb der Mehrheitsbeteiligung abzuleiten, ohne einen Abschlag zu ber&uuml;cksichtigen. Das gilt insbesondere, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; alle Anteile an einer GmbH zu einem Gesamtkaufpreis angeboten wurden und die von den ver&auml;u&szlig;ernden Gesellschaftern vorgenommene Aufteilung des Gesamtkaufpreises auf die einzelnen Anteile nicht erkennen l&auml;sst, worauf die unterschiedlichen Wertans&auml;tze f&uuml;r die von ihnen verkauften Anteile beruhen. Der aus allen Kaufpreisen ermittelte durchschnittliche Kaufpreis spiegelt in einem solchen Fall am besten den gemeinen Wert eines vom K&auml;ufer weitergegebenen Anteils wider.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO kommt ebenfalls nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat die Rechtsfrage aufgeworfen, wie die Ableitung des gemeinen Werts aus Verk&auml;ufen zu erfolgen hat, wenn eine einheitlich auftretende Gruppe von Verk&auml;ufern an einem Tag alle Anteile (100&nbsp;%) an einer Gesellschaft ver&auml;u&szlig;ert und ob und wie in diesem Fall ein Paketzuschlag systematisch auszuscheiden ist, wenn zwischen den Beteiligten ein Gesamtkaufpreis vereinbart worden ist. Diese Frage ist ausgehend von den Feststellungen des FG, die f&uuml;r den BFH nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindend sind, nicht kl&auml;rungsf&auml;hig. Denn das FG hat nicht festgestellt, dass einzelne Kaufpreise f&uuml;r die Anteile oder der Gesamtkaufpreis einen &quot;Paketzuschlag&quot; enthalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung wird nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO abgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.3.2015, II B 85\/14 Zur Ableitung des gemeinen Werts einer Minderheitsbeteiligung aus vorhergehenden zeitnahen Verk&auml;ufen der gesamten Beteiligungen aller Gesellschafter Tenor Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision im Urteil des Finanzgerichts Mecklenburg-Vorpommern vom 5. Juni 2014&nbsp;&nbsp;3 K 103\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. 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