{"id":64515,"date":"2015-05-15T10:02:24","date_gmt":"2015-05-15T08:02:24","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64515"},"modified":"2015-05-15T10:02:24","modified_gmt":"2015-05-15T08:02:24","slug":"xi-b-109-14-anforderungen-an-die-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung-einer-rechtssache-hinsichtlich-der-verfassungskonformen-gesetzesauslegung-des-par-32-abs-4-satz-1-nr-3-estg-bei-einem-koerperl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-109-14-anforderungen-an-die-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung-einer-rechtssache-hinsichtlich-der-verfassungskonformen-gesetzesauslegung-des-par-32-abs-4-satz-1-nr-3-estg-bei-einem-koerperl\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;109\/14 &#8211; Anforderungen an die Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtssache hinsichtlich der verfassungskonformen Gesetzesauslegung des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 EStG bei einem k&ouml;rperlich behinderten Kind"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.3.2015, XI B 109\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Anforderungen an die Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtssache hinsichtlich der verfassungskonformen Gesetzesauslegung des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 EStG bei einem k&ouml;rperlich behinderten Kind<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, vom 23. September 2014&nbsp;&nbsp;11 K 419\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist Vater des im Dezember 1988 geborenen Sohnes X. Aufgrund eines Unfalls, der sich nach Ende der Berufsausbildung des X zum Stra&szlig;enbauer ereignet hat, ist X schwerbehindert (Grad der Behinderung: 50). Im Streitzeitraum (Januar bis Oktober 2012) bezog X eine Rente wegen voller Erwerbsminderung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Antrag des Kl&auml;gers, ihm Kindergeld f&uuml;r den Streitzeitraum zu gew&auml;hren, lehnte die fr&uuml;here Beklagte (Familienkasse) mit der Begr&uuml;ndung ab, X sei aufgrund der erhaltenen Rente in der Lage, sich selbst zu unterhalten. Der Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage, mit der der Kl&auml;ger geltend machte, X sei (auch) ein nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c des Einkommensteuergesetzes (EStG) zu ber&uuml;cksichtigendes, ausbildungsplatzsuchendes Kind, das das 25.&nbsp;Lebensjahr noch nicht vollendet habe, und au&szlig;erdem sei es verfassungswidrig, nach Wegfall des Grenzbetrags (&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG a.F. bis zum 31.&nbsp;Dezember 2011) den Kindergeldanspruch behinderter Kinder von der Unf&auml;higkeit zum Selbstunterhalt abh&auml;ngig zu machen, ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Beschwerde macht der Kl&auml;ger geltend, die Rechtssache habe grunds&auml;tzliche Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. a) Grunds&auml;tzliche Bedeutung kommt einer Rechtssache nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zu, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das (abstrakte) Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Au&szlig;erdem muss die Rechtsfrage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren kl&auml;rbar sein (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 11.&nbsp;Dezember 2013 V&nbsp;B&nbsp;36\/13, BFH\/NV 2014, 680; vom 3.&nbsp;Februar 2014 VI&nbsp;B&nbsp;111\/13, BFH\/NV 2014, 696; vom 18.&nbsp;Juli 2014 XI&nbsp;B&nbsp;37\/14, BFH\/NV 2014, 1779).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) F&uuml;r die Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung muss der Beschwerdef&uuml;hrer eine konkrete Rechtsfrage formulieren und substantiiert auf ihre Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit, ihre &uuml;ber den Einzelfall hinausgehende Bedeutung sowie darauf eingehen, weshalb von der Beantwortung der Rechtsfrage die Entscheidung &uuml;ber die Rechtssache abh&auml;ngt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 16.&nbsp;Mai 2008 VII&nbsp;B&nbsp;118\/07, BFH\/NV 2008, 1440; vom 21.&nbsp;Mai 2013 III&nbsp;B&nbsp;59\/12, BFH\/NV 2013, 1447). Hat der BFH die Rechtsfrage noch nicht entschieden, muss der Beschwerdef&uuml;hrer darlegen, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden sie umstritten ist (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2013, 1447; vom 22.&nbsp;Juli 2014 XI&nbsp;B&nbsp;29\/14, BFH\/NV 2014, 1780). Macht ein Beschwerdef&uuml;hrer mit der Nichtzulassungsbeschwerde &#8211;wie hier&#8211; verfassungsrechtliche Bedenken gegen eine gesetzliche Regelung geltend, so ist dar&uuml;ber hinaus eine substantiierte, an den Vorgaben des Grundgesetzes und der einschl&auml;gigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) und des BFH orientierte Auseinandersetzung mit der Problematik erforderlich (vgl. dazu BFH-Beschl&uuml;sse vom 9.&nbsp;April 2014 III&nbsp;B&nbsp;143\/13, BFH\/NV 2014, 1083; vom 9.&nbsp;April 2014 XI&nbsp;B&nbsp;128\/13, BFH\/NV 2014, 1224).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die vom Kl&auml;ger f&uuml;r grunds&auml;tzlich bedeutsam gehaltene Frage, ob &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c EStG auch den Fall umfasse, dass eine Berufsausbildung deshalb nicht begonnen werden kann, weil das ausbildungswillige Kind wegen einer Behinderung, die seine Leistungsf&auml;higkeit erheblich einschr&auml;nkt, keinen Ausbildungsplatz finden kann, ist im Streitfall nicht kl&auml;rbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dabei kann sowohl offen bleiben, ob der Senat der Auffassung des FG unter 1. seiner Gr&uuml;nde in vollem Umfang folgen k&ouml;nnte. Ebenso bedarf keiner Pr&uuml;fung, ob die tats&auml;chlichen Feststellungen des FG, das weder festgestellt hat, welcher Art die Behinderung des X ist, noch festgestellt hat, welche Ausbildung X anstrebt, seine W&uuml;rdigung unter 1. der Gr&uuml;nde tragen k&ouml;nnten, X finde aufgrund seiner Behinderung keinen Ausbildungsplatz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Entscheidung des Streitfalls h&auml;ngt n&auml;mlich aus anderen Gr&uuml;nden nicht von der Beantwortung der vom Kl&auml;ger aufgeworfenen Frage ab. Jedenfalls kommt im Streitfall eine Ber&uuml;cksichtigung des X als ausbildungsplatzsuchendes Kind i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c EStG schon deshalb nicht in Betracht, weil hierf&uuml;r nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH erforderlich ist, dass sich das Kind ernsthaft um einen Ausbildungsplatz bem&uuml;ht (vgl. BFH-Urteile vom 19.&nbsp;Juni 2008 III&nbsp;R&nbsp;66\/05, BFHE 222, 343, BStBl II 2009, 1005, und vom 22.&nbsp;September 2011 III&nbsp;R&nbsp;30\/08, BFHE 235, 327, BStBl II 2012, 411). Das Bem&uuml;hen um einen Ausbildungsplatz ist glaubhaft zu machen (BFH-Urteile vom 22.&nbsp;September 2011 III&nbsp;R&nbsp;35\/08, BFH\/NV 2012, 232; vom 26.&nbsp;August 2014 XI&nbsp;R&nbsp;14\/12, BFH\/NV 2015, 322). Dies ist vorliegend nicht geschehen und wird vom Kl&auml;ger auch nicht behauptet, so dass schon aus diesem Grund keine Ber&uuml;cksichtigung des X gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c EStG m&ouml;glich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Mit dem Hinweis, es sei grunds&auml;tzlich bedeutsam, ob &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG im Wege verfassungskonformer Auslegung so zu interpretieren sei, dass k&ouml;rperlich behinderte Kinder, die das 25.&nbsp;Lebensjahr noch nicht vollendet haben und aufgrund 100%iger Erwerbsminderung nicht in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen, als kindergeldberechtigte Kinder zu ber&uuml;cksichtigen sind, ohne dass es im Einzelfall darauf ankommt, ob Einkommen oder sonstige Bez&uuml;ge die Unterhaltsbed&uuml;rftigkeit ausschlie&szlig;en, hat der Kl&auml;ger die grunds&auml;tzliche Bedeutung nicht hinreichend dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Kl&auml;ger hat sich zun&auml;chst nicht mit der zu dieser Frage ergangenen Rechtsprechung (FG des Saarlands, Urteil vom 13.&nbsp;November 2013&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;1224\/13, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2014, 658; FG des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil vom 8.&nbsp;April 2014&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;1218\/12, EFG 2014, 1492), die dieselbe Auffassung wie die Vorentscheidung vertreten, befasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Weiter hat sich der Kl&auml;ger nicht mit der in der Vorentscheidung und dem Urteil des FG des Saarlands in EFG 2014, 658 angef&uuml;hrten h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung auseinander gesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dazu h&auml;tte schon deshalb Anlass bestanden, weil nach der Rechtsprechung des BVerfG beim Kindergeld, soweit es als Sozialleistung zu den Ma&szlig;nahmen der darreichenden Verwaltung geh&ouml;rt, eine weitgehende Gestaltungsfreiheit des Gesetzgebers besteht; bei der &Uuml;berpr&uuml;fung eines Gesetzes auf &Uuml;bereinstimmung mit dem allgemeinen Gleichheitssatz ist nicht zu untersuchen, ob der Gesetzgeber die zweckm&auml;&szlig;igste oder gerechteste L&ouml;sung gefunden hat, sondern nur, ob er die verfassungsrechtlichen Grenzen seiner Gestaltungsfreiheit eingehalten hat (vgl. BVerfG-Beschluss vom 8.&nbsp;Juni 2004&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;5\/00, BVerfGE 110, 412, BFH\/NV Beilage 2005, 33, unter C.II.3.a, m.w.N.; s. auch BVerfG-Beschluss vom 6.&nbsp;April 2011&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1765\/09, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2011, 812, unter IV.2.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Weiter bestand Anlass f&uuml;r eine solche Er&ouml;rterung, weil es verfassungsgem&auml;&szlig; ist, die Gew&auml;hrung des Kindergelds davon abh&auml;ngig zu machen, dass das Existenzminimum des Kindes nicht durch eigene Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge gedeckt ist (BVerfG-Beschluss vom 27.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;2122\/09, HFR 2010, 1109, unter II.1.). Das Kindergeld dient dazu, die wirtschaftliche Belastung, die Eltern durch die Sorge f&uuml;r ihre Kinder entsteht, auszugleichen (vgl. BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Februar 2009 III&nbsp;R&nbsp;37\/07, BFHE 224, 290, BStBl II 2009, 928, unter II.3.a; Urteil des Bundessozialgerichts vom 19.&nbsp;Februar 2009 B&nbsp;10&nbsp;Kg&nbsp;2\/07&nbsp;R, Sozialrecht 4-5870 &sect;&nbsp;1 Nr.&nbsp;2, juris, Rz&nbsp;26). Der Anspruch auf Kindergeld entf&auml;llt, wenn das behinderte Kind auf elterliche Unterst&uuml;tzung nicht mehr angewiesen ist (vgl. BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Oktober 1999 VI&nbsp;R&nbsp;182\/98, BFHE 189, 457, BStBl II 2000, 79, unter II.4.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Zudem h&auml;tte der Kl&auml;ger dem Umstand Beachtung schenken m&uuml;ssen, dass auch &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG n.F. eine (widerlegbare) Vermutung aufstellt, dass das Kind (erst) nach Abschluss der Erstausbildung in der Lage ist, sich selbst zu unterhalten (BTDrucks 17\/5125, S.&nbsp;41, linke Spalte, unten), und eine &Auml;nderung der Regelungen f&uuml;r behinderte Kinder nicht beabsichtigt war (a.a.O., rechte Spalte, a.E.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Angesichts dessen h&auml;tte der Kl&auml;ger begr&uuml;nden m&uuml;ssen, wieso in seiner Person eine verfassungswidrige Benachteiligung gegen&uuml;ber Eltern nicht behinderter Kinder vorliegen soll, obwohl diese in vergleichbarer Situation ebenfalls kein Kindergeld erhalten. Eltern nicht behinderter Kinder, die das 21.&nbsp;Lebensjahr, aber noch nicht das 25.&nbsp;Lebensjahr vollendet haben, &#8211;wie X&#8211; keinen Ausbildungsplatz haben, sich &#8211;wie X&#8211; nicht in einer &Uuml;bergangszeit befinden, und sich &#8211;wie X&#8211; nicht um einen Ausbildungsplatz bem&uuml;hen, erhalten &#8211;wie der Kl&auml;ger&#8211; ebenfalls kein Kindergeld.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Senat sieht von einer weiteren Begr&uuml;ndung ab (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.3.2015, XI B 109\/14 Anforderungen an die Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtssache hinsichtlich der verfassungskonformen Gesetzesauslegung des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 EStG bei einem k&ouml;rperlich behinderten Kind Tenor Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, vom 23. 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