{"id":64518,"date":"2015-05-15T10:02:26","date_gmt":"2015-05-15T08:02:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64518"},"modified":"2015-05-15T10:02:26","modified_gmt":"2015-05-15T08:02:26","slug":"xi-b-1-15-insolvenzanfechtung-der-angeblichen-nichteinlegung-einer-nichtzulassungsbeschwerde-verlaengerung-der-frist-zur-begruendung-der-nichtzulassungsbeschwerde-keine-verlaengerbarkeit-der-frist-des","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-1-15-insolvenzanfechtung-der-angeblichen-nichteinlegung-einer-nichtzulassungsbeschwerde-verlaengerung-der-frist-zur-begruendung-der-nichtzulassungsbeschwerde-keine-verlaengerbarkeit-der-frist-des\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;1\/15 &#8211; Insolvenzanfechtung der (angeblichen) Nichteinlegung einer Nichtzulassungsbeschwerde &#8211; Verl&auml;ngerung der Frist zur Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde &#8211; Keine Verl&auml;ngerbarkeit der Frist des &sect; 56 Abs. 2 FGO &#8211; Zul&auml;ssigkeit einer erneut eingelegten Beschwerde"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.3.2015, XI B 1\/15<\/p>\n<p class=\"titel\">Insolvenzanfechtung der (angeblichen) Nichteinlegung einer Nichtzulassungsbeschwerde &#8211; Verl&auml;ngerung der Frist zur Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde &#8211; Keine Verl&auml;ngerbarkeit der Frist des &sect; 56 Abs. 2 FGO &#8211; Zul&auml;ssigkeit einer erneut eingelegten Beschwerde<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>1. Der Antrag auf Gew&auml;hrung von Akteneinsicht wird abgelehnt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Beschwerde des Beschwerdef&uuml;hrers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 27. April 2012&nbsp;&nbsp;6 K 1969\/11 wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Beschwerdef&uuml;hrer zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Das Finanzgericht (FG) wies durch Urteil vom 27.&nbsp;April 2012&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;1969\/11 die Klage des S wegen Umsatzsteuer 2006 ab. Das Urteil wurde dem Prozessbevollm&auml;chtigten des S am 16.&nbsp;Mai 2012 zugestellt. Die am 15.&nbsp;Juni 2012 eingelegte Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision nahm S am 23.&nbsp;Juli 2012 wieder zur&uuml;ck, ohne die Beschwerde zuvor begr&uuml;ndet zu haben. Durch Beschluss vom 21.&nbsp;August 2012 XI&nbsp;B&nbsp;72\/12 (nicht ver&ouml;ffentlicht) stellte der Senat das Verfahren XI&nbsp;B&nbsp;72\/12 ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schriftsatz vom 29.&nbsp;Dezember 2014, der am 2.&nbsp;Januar 2015 beim Bundesfinanzhof (BFH) eingegangen ist, erhob der Beschwerdef&uuml;hrer als Insolvenzverwalter &uuml;ber das Verm&ouml;gen des S Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision und beantragte, die Frist zur Begr&uuml;ndung der Beschwerde auf zwei Monate zu bemessen. Er teilte mit, er sei durch Beschluss des Amtsgerichts A vom &#8230; M&auml;rz 2013 &#8230; zum Insolvenzverwalter bestellt worden. S habe keine Nichtzulassungsbeschwerde gegen die Vorentscheidung eingelegt. Die Nichteinlegung der Beschwerde fechte er gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;129 Abs.&nbsp;1 und 2, &sect;&nbsp;134 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 der Insolvenzordnung an; das Unterlassen des S sei einer Leistung gleichgestellt. Die weitere Begr&uuml;ndung bleibe einem gesonderten Schriftsatz vorbehalten; es sei erforderlich, die Begr&uuml;ndungsfrist auf zwei Monate zu verl&auml;ngern. Einen Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand stellte er nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem die Gesch&auml;ftsstelle des XI.&nbsp;Senats mit Schreiben vom 7.&nbsp;Januar 2015 auf die Beschwerde vom 15.&nbsp;Juni 2012, die R&uuml;cknahme vom 23.&nbsp;Juli 2012 und den Beschluss vom 21.&nbsp;August 2012 hingewiesen hatte, erkl&auml;rte der Beschwerdef&uuml;hrer, es bestehe aus seiner Sicht weiter ein Anfechtungsgrund. Die aus seiner Sicht ma&szlig;gebliche Rechtshandlung sei im Schriftsatz vom 29.&nbsp;Dezember 2014 angefochten worden. Aus der R&uuml;cknahme erg&auml;ben sich keine anderen Gesichtspunkte, weil diese allein durch die &quot;desastr&ouml;se finanzielle Situation&quot; des S bedingt sei. Beigef&uuml;gt war eine entsprechende Best&auml;tigung des S.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor dem Hintergrund eines m&ouml;glichen Verfahrensfehlers im Rahmen des Verfahrens vor dem FG beantragte der Beschwerdef&uuml;hrer Akteneinsicht in die Verfahrensakten beim Amtsgericht B (AG B). Weiter wurde eine Frist von acht Wochen ab Zusendung an das AG&nbsp;B beantragt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig, so dass dem Beschwerdef&uuml;hrer keine Akteneinsicht gew&auml;hrt werden muss; denn sie ist verfristet. Die beantragte Verl&auml;ngerung der Begr&uuml;ndungsfrist kann nicht gew&auml;hrt werden. Eine Wiedereinsetzung von Amts wegen kommt ebenfalls nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Senat ist nicht verpflichtet, dem Beschwerdef&uuml;hrer Akteneinsicht zu gew&auml;hren. Dies ergibt sich hinsichtlich der Akten des Beschwerdegegners bereits daraus, dass diese dem Senat nicht vorliegen und der Senat diese zur Entscheidung des Streitfalls nicht ben&ouml;tigt (vgl. BFH-Beschluss vom 14.&nbsp;Januar 2011 VIII&nbsp;B&nbsp;56\/10, BFH\/NV 2011, 630, m.w.N.). In Bezug auf die &uuml;brigen Akten besteht kein Anlass zur Gew&auml;hrung von Akteneinsicht, wenn eine Beschwerde unzul&auml;ssig ist (vgl. allgemein BFH-Beschl&uuml;sse vom 1.&nbsp;Oktober 2010 X&nbsp;B&nbsp;119-120\/90, BFH\/NV 1991, 331; vom 20.&nbsp;April 2004 XI&nbsp;B&nbsp;21\/04, BFH\/NV 2004, 1120; vom 14.&nbsp;Juni 2007 VIII&nbsp;B&nbsp;201\/06, BFH\/NV 2007, 1804; vom 26.&nbsp;Mai 2009 X&nbsp;B&nbsp;124\/08, Zeitschrift f&uuml;r Steuern und Recht 2009, R682, unter 4.; vom 8.&nbsp;April 2009 V&nbsp;S&nbsp;1\/09, BFH\/NV 2009, 1442, unter II.6.; Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;96 FGO Rz&nbsp;243, m.w.N.). Dies ist hier der Fall (s. unten unter 3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die vom Beschwerdef&uuml;hrer beantragte Verl&auml;ngerung der Frist zur Begr&uuml;ndung der Beschwerde kommt nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Beschwerde ist innerhalb von zwei Monaten nach der Zustellung des vollst&auml;ndigen Urteils zu begr&uuml;nden (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Begr&uuml;ndungsfrist kann gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 FGO von dem Vorsitzenden auf einen vor ihrem Ablauf gestellten Antrag um einen weiteren Monat verl&auml;ngert werden. Eine dar&uuml;ber hinausgehende Verl&auml;ngerung ist nicht m&ouml;glich (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 21.&nbsp;September 2001 IV&nbsp;B&nbsp;118\/01, BFHE 196, 56, BStBl II 2001, 768; vom 15.&nbsp;Dezember 2008 VII&nbsp;B&nbsp;171\/08, juris; Lange, Deutsche Steuer-Zeitung 2003, 269).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nur beil&auml;ufig weist der Senat darauf hin, dass auch die Frist des &sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;2 FGO nicht verl&auml;ngerbar ist (vgl. BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;Juli 2005 X&nbsp;B&nbsp;66\/05, BFH\/NV 2005, 1862; S&ouml;hn in HHSp, &sect;&nbsp;56 FGO Rz&nbsp;460; Brandis in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;56 FGO Rz&nbsp;17; s. auch BFH-Beschluss vom 23.&nbsp;Dezember 2013 III&nbsp;B&nbsp;59\/13, BFH\/NV 2014, 560, Rz&nbsp;8).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Beschwerde vom 29.&nbsp;Dezember 2014 ist zwar nicht deshalb unzul&auml;ssig, weil bereits eine Beschwerde eingelegt und zur&uuml;ckgenommen worden ist; sie ist aber verfristet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Einlegung einer erneuten Beschwerde steht nicht bereits der Umstand entgegen, dass eine Beschwerde eingelegt war und wieder zur&uuml;ckgenommen worden ist; denn nach dem &#8211;im Verfahren der Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision sinngem&auml;&szlig; anwendbaren&#8211; &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;2 FGO bewirkt die R&uuml;cknahme nur den Verlust des eingelegten Rechtsmittels (vgl. BFH-Beschluss vom 31.&nbsp;Mai 2000 I&nbsp;B&nbsp;12\/00, BFH\/NV 2000, 1363, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Beschwerde ist aber weder fristgerecht eingelegt noch fristgerecht begr&uuml;ndet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;2 Satz 1 FGO ist die Beschwerde innerhalb eines Monats nach Zustellung des vollst&auml;ndigen Urteils einzulegen. Diese Frist ist nicht gewahrt; denn das Urteil wurde dem Prozessbevollm&auml;chtigten des S am 16.&nbsp;Mai 2012 zugestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ebenso hat der Beschwerdef&uuml;hrer die Begr&uuml;ndungsfrist vers&auml;umt, die am 16.&nbsp;Juli 2012 abgelaufen ist. Eine Beschwerdebegr&uuml;ndung liegt bis heute nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand kommt nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zwar ist eine solche nach &sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;2 Satz 4 FGO grunds&auml;tzlich auch von Amts wegen m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Jedoch enth&auml;lt das Vorbringen des Beschwerdef&uuml;hrers keinerlei Ausf&uuml;hrungen dazu, warum ihm die Einlegung der Beschwerde nicht fr&uuml;her m&ouml;glich war (zu den Anforderungen vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 23.&nbsp;August 2011 X&nbsp;R&nbsp;2\/11, BFH\/NV 2011, 1913; vom 13.&nbsp;September 2012 XI&nbsp;R&nbsp;13\/12, BFH\/NV 2013, 60, m.w.N.). Dazu h&auml;tte schon deshalb Anlass bestanden, weil der Beschwerdef&uuml;hrer bereits im Oktober 2013 beim FG Akteneinsicht beantragt und am 16.&nbsp;Dezember 2013 vom FG eine neutralisierte Abschrift des FG-Urteils erhalten hat. Bis zur Einlegung der Beschwerde ist mehr als ein Jahr vergangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Anhaltspunkte f&uuml;r h&ouml;here Gewalt, die erforderlich w&auml;re, weil die Jahresfrist des &sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;3 FGO abgelaufen ist, sind vor diesem Hintergrund weder vorgetragen noch sonst ersichtlich. Anhaltspunkte f&uuml;r ein Ereignis, das nach den Umst&auml;nden des Falles auch durch die &auml;u&szlig;erste, gerade dem Betroffenen zuzumutende Sorgfalt weder abgewehrt noch in ihren sch&auml;dlichen Folgen verhindert werden konnte (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 28.&nbsp;Oktober 2002 III&nbsp;B&nbsp;126\/01, BFH\/NV 2003, 326; vom 26.&nbsp;September 2006 X&nbsp;R&nbsp;21\/04, BFH\/NV 2007, 186), bestehen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Unabh&auml;ngig davon hat der Beschwerdef&uuml;hrer bez&uuml;glich der vers&auml;umten Begr&uuml;ndungsfrist die vers&auml;umte Rechtshandlung nicht i.S. des &sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 FGO nachgeholt (vgl. zu diesem Erfordernis Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 1.&nbsp;Dezember 1986 GrS&nbsp;1\/85, BFHE 148, 414, BStBl II 1987, 264); eine Beschwerdebegr&uuml;ndung wurde nicht eingereicht, sondern Fristverl&auml;ngerung beantragt (s. dazu die Ausf&uuml;hrungen unter 2.). Dies reicht nicht aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Auf die Frage, ob die Nichteinlegung eines Rechtsmittels eine anfechtbare Rechtshandlung sein kann (vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 10.&nbsp;Februar 2005 IX&nbsp;ZR&nbsp;211\/02, BGHZ 162, 143, Betriebs-Berater 2005, 734, unter II.3.a), kommt es vorliegend schon deshalb nicht an, weil die angefochtene Rechtshandlung (Nichteinlegung einer Nichtzulassungsbeschwerde) nicht existiert; denn S hatte Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt. Unabh&auml;ngig davon f&uuml;hrt eine Anfechtung nicht dazu, dass das Rechtsmittel versp&auml;tet eingelegt werden darf (M&uuml;nchKommInsO\/Kirchhof, &sect;&nbsp;143 Rz&nbsp;56; Henckel in Jaeger, Insolvenzordnung, &sect;&nbsp;129 Rz&nbsp;28).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Der Senat sieht von einer weiteren Begr&uuml;ndung ab (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz 2 Halbsatz 2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.3.2015, XI B 1\/15 Insolvenzanfechtung der (angeblichen) Nichteinlegung einer Nichtzulassungsbeschwerde &#8211; Verl&auml;ngerung der Frist zur Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde &#8211; Keine Verl&auml;ngerbarkeit der Frist des &sect; 56 Abs. 2 FGO &#8211; Zul&auml;ssigkeit einer erneut eingelegten Beschwerde Tenor 1. Der Antrag auf Gew&auml;hrung von Akteneinsicht wird abgelehnt. 2. 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