{"id":64522,"date":"2015-05-15T10:02:16","date_gmt":"2015-05-15T08:02:16","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64522"},"modified":"2015-05-15T10:02:16","modified_gmt":"2015-05-15T08:02:16","slug":"ix-s-6-15-anhoerungsruege-vertretungszwang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-s-6-15-anhoerungsruege-vertretungszwang\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;S&nbsp;6\/15 &#8211; Anh&ouml;rungsr&uuml;ge &#8211; Vertretungszwang"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.3.2015, IX S 6\/15<\/p>\n<p class=\"titel\">Anh&ouml;rungsr&uuml;ge &#8211; Vertretungszwang<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge des Kl&auml;gers gegen den Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 4. Februar 2015&nbsp;&nbsp;IX B 149\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Verfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge ist zul&auml;ssig. Zwar gilt der Vertretungszwang gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;4 der Finanzgerichtsordnung (FGO) f&uuml;r Verfahren vor dem Bundesfinanzhof (BFH) auch f&uuml;r die Erhebung einer Anh&ouml;rungsr&uuml;ge, wenn f&uuml;r die beanstandete Entscheidung ihrerseits Vertretungszwang galt (z.B. Senatsbeschluss vom 30.&nbsp;Mai 2012 IX&nbsp;S&nbsp;5\/12, BFH\/NV 2012, 1473). Das ist hier der Fall. Der Kl&auml;ger, Beschwerdef&uuml;hrer und R&uuml;gef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat den Vertretungszwang auch im vorliegenden Verfahren nicht beachtet. Die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge ist jedoch ausnahmsweise gleichwohl zul&auml;ssig, weil sich der Kl&auml;ger mit der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge gerade dagegen wendet, dass der Senat seine Nichtzulassungsbeschwerde wegen Nichtbeachtung des Vertretungszwangs als unzul&auml;ssig verworfen hat. Wird dagegen &#8211;wie vorliegend&#8211; geltend gemacht, darin liege eine Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs, weil der Senat vom Kl&auml;ger vorgetragene Umst&auml;nde nicht beachtet habe, die nach der Auffassung des Kl&auml;gers zu einer Ausnahme vom Vertretungszwang h&auml;tten f&uuml;hren m&uuml;ssen, so ist die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge trotz Nichtbeachtung des Vertretungszwangs zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge ist nicht begr&uuml;ndet. Der Senat hat die Ausf&uuml;hrungen des Kl&auml;gers zur Kenntnis genommen und erwogen. Das ergibt sich aus der Begr&uuml;ndung des angegriffenen Beschlusses. Dort ist ausgef&uuml;hrt, dass der Kl&auml;ger wegen der von ihm bef&uuml;rchteten Gefahr eines &quot;ungehinderten Datenaustauschs&quot; zwischen Gerichten und Beh&ouml;rden seine pers&ouml;nlichen Verh&auml;ltnisse nicht offenlegen und deshalb Prozesskostenhilfe (PKH) nicht beantragen k&ouml;nne. Der Senat hat diese Ausf&uuml;hrungen des Kl&auml;gers dahingehend gew&uuml;rdigt, dass er einen Antrag auf PKH nicht habe stellen wollen und auch nicht gestellt habe. Diese Auslegung hat der Kl&auml;ger mit seinen Ausf&uuml;hrungen in der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge im &Uuml;brigen als zutreffend best&auml;tigt. Er hat dazu mitgeteilt, er habe einen solchen Antrag nicht stellen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit der Kl&auml;ger mit der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge geltend macht, seine Bef&uuml;rchtung eines ungehinderten Datenaustauschs rechtfertige eine Ausnahme von dem gesetzlichen Vertretungszwang, r&uuml;gt er nicht die Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs, sondern begehrt eine andere Entscheidung in der Sache. Mit dieser Begr&uuml;ndung kann die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge keinen Erfolg haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom Kl&auml;ger f&uuml;r erforderlich gehaltene Ausnahme vom Vertretungszwang kommt im &Uuml;brigen nicht in Betracht. Wenn der Kl&auml;ger wirtschaftlich in der Lage ist, die Kosten des Verfahrens zu tragen, kann und muss er sich vertreten lassen. Wenn das nicht der Fall ist, kann er PKH in Anspruch nehmen. Daf&uuml;r muss er seine pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse offenlegen. Entgegen den Bef&uuml;rchtungen des Kl&auml;gers besteht kein ungehinderter Datenaustausch zwischen Gerichten und Beh&ouml;rden. Unbeteiligte haben keinen Einblick in gerichtliche Verfahrensakten; ihnen wird auch keine Auskunft erteilt. Die Angaben &uuml;ber die pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse werden sogar dem Verfahrensgegner nur mit Zustimmung des Antragstellers zug&auml;nglich gemacht (&sect;&nbsp;142 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;117 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 der Zivilprozessordnung). In der Rechtsprechung des BFH ist im &Uuml;brigen gekl&auml;rt, dass der Vertretungszwang vor dem BFH nicht in verfassungsrechtlich gesch&uuml;tzte Rechtspositionen eingreift (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 22.&nbsp;Juli 2010 V&nbsp;S&nbsp;8\/10, BFH\/NV 2010, 2095, und vom 20.&nbsp;Mai 2014 X&nbsp;S&nbsp;11\/14, BFH\/NV 2014, 1754).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenpflicht f&uuml;r das Verfahren ergibt sich aus Nr.&nbsp;6400 des Kostenverzeichnisses zum Gerichtskostengesetz. Es f&auml;llt eine Festgeb&uuml;hr von 60&nbsp;EUR an, die der Kl&auml;ger als Antragsteller zu tragen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.3.2015, IX S 6\/15 Anh&ouml;rungsr&uuml;ge &#8211; Vertretungszwang Tenor Die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge des Kl&auml;gers gegen den Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 4. Februar 2015&nbsp;&nbsp;IX B 149\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Verfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen. Gr&uuml;nde 1&nbsp; 1. Die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge ist zul&auml;ssig. 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