{"id":64535,"date":"2015-05-15T09:58:05","date_gmt":"2015-05-15T07:58:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64535"},"modified":"2015-05-15T09:58:05","modified_gmt":"2015-05-15T07:58:05","slug":"i-r-76-12-koerperschaftsteuererhoehung-ausschuettungsunabhaengige-nachbelastung-des-endbestandes-des-ek-02-verfassungsmaessigkeit-von-par-38-abs-5-und-6-sowie-von-par-34-abs-16-kstg-2002-idf-des-jstg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-76-12-koerperschaftsteuererhoehung-ausschuettungsunabhaengige-nachbelastung-des-endbestandes-des-ek-02-verfassungsmaessigkeit-von-par-38-abs-5-und-6-sowie-von-par-34-abs-16-kstg-2002-idf-des-jstg\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;76\/12 &#8211; K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung: Aussch&uuml;ttungsunabh&auml;ngige Nachbelastung des Endbestandes des EK 02 &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit von &sect; 38 Abs. 5 und 6 sowie von &sect; 34 Abs. 16 KStG 2002 i.d.F. des JStG 2008"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.12.2014, I R 76\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung: Aussch&uuml;ttungsunabh&auml;ngige Nachbelastung des Endbestandes des EK 02 &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit von &sect; 38 Abs. 5 und 6 sowie von &sect; 34 Abs. 16 KStG 2002 i.d.F. des JStG 2008<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die durch das JStG 2008 eingef&uuml;hrte pauschale und aussch&uuml;ttungsunabh&auml;ngige Nachbelastung des Endbestandes des EK 02 (&sect; 38 Abs. 5 und 6 KStG 2002 i.d.F. des JStG 2008) geht zwar mit einer unechten R&uuml;ckwirkung einher; die blo&szlig;e Erwartung, dass bei Verzicht auf Aussch&uuml;ttungen bis zum Ablauf eines 15- bzw. sp&auml;ter 18-j&auml;hrigen &Uuml;bergangszeitraumes eine Nachbelastung vermieden werden kann, begr&uuml;ndet aber keinen besonderen verfassungsrechtlichen Schutz.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Das durch &sect; 34 Abs. 16 KStG 2002 i.d.F. des JStG 2008 einger&auml;umte Recht, f&uuml;r die Anwendung des bisherigen Rechts zu optieren, begr&uuml;ndet zwar eine Besserstellung steuerbefreiter K&ouml;rperschaften sowie bestimmter K&ouml;rperschaften aus dem Bereich der Wohnungswirtschaft. Diese Besserstellung wird jedoch von sachlichen Gr&uuml;nden getragen und verst&ouml;&szlig;t damit nicht gegen den Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Der unterschiedslose Einbezug sog. finanzschwacher Unternehmen in die K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hungsregelung des &sect; 38 Abs. 5 und 6 KStG 2002 i.d.F. des JStG 2008 wird wiederum von sachlichen Gr&uuml;nden getragen und verst&ouml;&szlig;t ebenfalls nicht gegen den Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 24. September 2012&nbsp;&nbsp;2 K 31\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, betrieb im Streitjahr 2007 einen Entsorgungsfachbetrieb. Die drohende Insolvenz der Kl&auml;gerin wurde Mitte der 90er Jahre durch einen Forderungsverzicht ihrer Gl&auml;ubiger abgewendet. Der sich hieraus ergebende Sanierungsgewinn wurde vom Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;66 des Einkommensteuergesetzes (EStG) 1990 (aufgehoben durch Art.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Gesetzes zur Fortsetzung der Unternehmenssteuerreform vom 29.&nbsp;Oktober 1997, BGBl I 1997, 2590, BStBl I 1997, 928) als steuerfrei behandelt und gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;30 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;3 und Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) 1991 in den nicht mit K&ouml;rperschaftsteuer belasteten Teilbetrag des verwendbaren Eigenkapitals &#8211;vEK&#8211; (EK&nbsp;02) eingestellt. Das FA stellte den (positiven) Endbetrag des EK&nbsp;02 zum 31.&nbsp;Dezember 2001 mit 13.876.353&nbsp;EUR fest (&sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;7 KStG 2002 i.d.F. des Gesetzes zur Fortentwicklung des Unternehmenssteuerrechts vom 20.&nbsp;Dezember 2001, BGBl I 2001, 3858, BStBl I 2002, 35 &#8211;KStG 2002 a.F.&#8211;). Der Endbetrag des EK&nbsp;02 blieb unver&auml;ndert und wurde in dieser H&ouml;he letztmalig gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;4 KStG i.d.F. des Jahressteuergesetzes (JStG) 2008 vom 20.&nbsp;Dezember 2007 (BGBl I 2007, 3150, BStBl I 2008, 218) &#8211;KStG 2002 n.F.&#8211; zum 31.&nbsp;Dezember 2006 festgestellt. Das steuerliche Einlagekonto wurde unver&auml;ndert mit 168.891&nbsp;EUR festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA setzte demgem&auml;&szlig; gegen die Kl&auml;gerin einen K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hungsbetrag nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 und 6 KStG 2002 n.F. auf den 31.&nbsp;Dezember 2007 auf 416.290&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer dagegen gerichteten Klage machte die Kl&auml;gerin im Wesentlichen geltend, dass durch den festgesetzten K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hungsbetrag die damals gew&auml;hrte Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;66 EStG 1990 wieder r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht werde. Nach der Rechtslage nach Umstellung des Anrechnungsverfahrens auf das sog. Halbeink&uuml;nfteverfahren w&auml;re eine K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;2 KStG 2002 a.F. mit Ablauf des 15. bzw. 18.&nbsp;Wirtschaftsjahres vollst&auml;ndig entfallen. Die erneute &Auml;nderung mit dem Jahressteuergesetz 2008 f&uuml;hre nun zu einer Besteuerung. Diese Neuregelung sei verfassungswidrig, denn sie entfalte eine unzul&auml;ssige R&uuml;ckwirkung. Der Gesetzgeber greife in abgewickelte Sachverhalte ein. Zwar habe auch &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 KStG 2002 a.F. keine unbedingte Steuerbefreiung gew&auml;hrt, jedoch habe es im Ermessen des Steuerpflichtigen gelegen, durch entsprechende Disposition die durch Zeitablauf eintretende Steuerbefreiung zu erlangen. Die Kl&auml;gerin habe und h&auml;tte auch weiterhin bewusst auf Aussch&uuml;ttungen verzichtet und damit eine Disposition getroffen. Diese M&ouml;glichkeit der Steuerbefreiung durch Zeitablauf werde ihr durch die &Auml;nderung des &sect;&nbsp;38 KStG 2002 a.F. entzogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) Hamburg wies die Klage mit in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2013, 155 ver&ouml;ffentlichtem Urteil vom 24.&nbsp;September 2012&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;31\/11 ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin r&uuml;gt mit ihrer Revision eine Verletzung materiellen Rechts. Sie beantragt sinngem&auml;&szlig;, das Urteil der Vorinstanz und den Bescheid &uuml;ber die Festsetzung des K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hungsbetrages aufzuheben und die Hinzuziehung eines Bevollm&auml;chtigten im Vorverfahren f&uuml;r notwendig zu erkl&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 und 6 KStG 2002 n.F. rechtsfehlerfrei angewendet. Eine Aussetzung des Verfahrens gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) kommt nicht in Betracht, da der Senat von der Verfassungswidrigkeit der K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 und 6 KStG 2002 n.F. nicht &uuml;berzeugt ist. Der Senat erkennt weder einen Versto&szlig; gegen das Rechtsstaatsgebot des Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG (nachfolgend unter II.2.) noch gegen den allgemeinen Gleichheitssatz des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG (nachfolgend unter II.3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 Satz 1 KStG 2002 n.F. betr&auml;gt der K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hungsbetrag 3\/100 des nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG 2002 n.F. festgestellten Endbetrages. Der K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hungsbetrag ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 KStG 2002 n.F. auf den Betrag begrenzt, der sich nach den Abs&auml;tzen&nbsp;1 bis 3 als K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung ergeben w&uuml;rde, wenn die K&ouml;rperschaft ihr am 31.&nbsp;Dezember 2006 bestehendes Eigenkapital laut Steuerbilanz f&uuml;r eine Aussch&uuml;ttung verwenden w&uuml;rde. Der K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hungsbetrag ist innerhalb des Zahlungszeitraumes von 2008 bis 2017 in zehn gleichen Jahresbetr&auml;gen zu entrichten (&sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 KStG 2002 n.F.) und wird f&uuml;r den gesamten Zahlungszeitraum festgesetzt (&sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;4 KStG 2002 n.F.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds&auml;tzen liegen die Voraussetzungen f&uuml;r eine K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung im Streitfall vor. Der Endbetrag nach &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;7 KStG 2002 n.F. aus dem Teilbetrag i.S. des &sect;&nbsp;30 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 KStG 1991, dem damaligen EK&nbsp;02, zum 31.&nbsp;Dezember 2006 wurde mit 13.876.353&nbsp;EUR festgestellt (&sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG 2002 n.F.). Demgem&auml;&szlig; hat das FA den K&ouml;rperschaftserh&ouml;hungsbetrag zutreffend auf 416.290&nbsp;EUR festgesetzt. Die nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 KStG 2002 n.F. durchzuf&uuml;hrende Vergleichsrechnung f&uuml;hrt nach den insoweit bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) zu dem Ergebnis, dass die Kl&auml;gerin nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 bis 3 KStG 2002 n.F. f&uuml;r eine Aussch&uuml;ttung verwendbares Kapital in H&ouml;he der fingierten Kapitalverwendung zur Verf&uuml;gung gehabt h&auml;tte. Dies ist zwischen den Beteiligten nicht streitig und bedarf insoweit keiner weiteren Ausf&uuml;hrungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. &Uuml;ber die Revision ist abschlie&szlig;end zu entscheiden, da die Voraussetzungen f&uuml;r die Aussetzung des Verfahrens und die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) nicht vorliegen. Der Senat ist nicht zu der &Uuml;berzeugung gelangt, dass &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 und 6 KStG 2002 n.F. dem verfassungsrechtlich gew&auml;hrten Vertrauensschutzgebot und damit dem Rechtsstaatsgebot des Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG widerspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der spiegelbildlich zu dem K&ouml;rperschaftsteuerminderungsbetrag nach &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;4 KStG 2002 i.d.F. des Gesetzes &uuml;ber steuerliche Begleitma&szlig;nahmen zur Einf&uuml;hrung der Europ&auml;ischen Gesellschaft und zur &Auml;nderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften vom 7.&nbsp;Dezember 2006 (BGBl I 2006, 2782, BStBl I 2007, 4) eingef&uuml;hrte &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 und 6 KStG 2002 n.F. hat die bis dahin in den Abs&auml;tzen 1 bis 3 enthaltene Regelung abgel&ouml;st. Danach f&uuml;hrten Leistungen, f&uuml;r die das gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;7 KStG 1999 i.d.F. des Gesetzes zur Senkung der Steuers&auml;tze und zur Reform der Unternehmensbesteuerung vom 23.&nbsp;Oktober 2000 (BGBl I 2000, 1433, BStBl I 2000, 1428) festgestellte und fortgeschriebene EK&nbsp;02 als verwendet galt, innerhalb des 15-, sp&auml;ter 18-j&auml;hrigen &Uuml;bergangszeitraumes zu einer K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung um 3\/7 des Betrages (&sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;2 KStG 2002 a.F.). Dadurch sollte die f&uuml;r diese Leistungen nach dem alten Recht (sog. k&ouml;rperschaftsteuerrechtliches Anrechnungsverfahren) geltende Aussch&uuml;ttungsbelastung von 30&nbsp;v.H. erreicht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da dem Gesetzgeber die bisherige Regelung als zu aufwendig erschien, schuf er mit dem Jahressteuergesetz 2008 &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 und 2 KStG 2002 n.F., mittels derer die sonst w&auml;hrend des &Uuml;bergangszeitraumes eingetretene K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung in F&auml;llen, in denen das EK&nbsp;02 als verwendet galt, in pauschalierter Form abgegolten werden soll. Im Ergebnis werden damit verwendungsunabh&auml;ngig ein Zehntel des am 31.&nbsp;Dezember 2006 vorhandenen Endbetrages an EK&nbsp;02 mit der zuletzt im k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Anrechnungsverfahren geltenden Aussch&uuml;ttungsbelastung von 30&nbsp;v.H. besteuert. Der verbleibende restliche Bestand an EK&nbsp;02 entf&auml;llt und l&ouml;st keine weitere K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wenn der Gesetzgeber die Rechtsfolge eines der Vergangenheit zugeh&ouml;rigen Verhaltens nachtr&auml;glich belastend &auml;ndert, bedarf dies einer besonderen Rechtfertigung vor dem Rechtsstaatsprinzip und den Grundrechten des Grundgesetzes, unter deren Schutz Sachverhalte &quot;ins Werk gesetzt&quot; worden sind (vgl. zuletzt Senatsbeschluss vom 27.&nbsp;November 2013 I&nbsp;R&nbsp;36\/13, BFHE 245, 108, BStBl II 2014, 651, m.w.N. zu der Rechtsprechung des BVerfG). Nach der Rechtsprechung des BVerfG ist dabei zwischen einer sog. echten R&uuml;ckwirkung und einer sog. unechten R&uuml;ckwirkung zu unterscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine Rechtsnorm entfaltet &quot;echte&quot; R&uuml;ckwirkung, wenn ihre Rechtsfolge mit belastender Wirkung schon vor dem Zeitpunkt ihrer Verk&uuml;ndung f&uuml;r bereits abgeschlossene Tatbest&auml;nde gelten soll (&quot;R&uuml;ckbewirkung von Rechtsfolgen&quot;). Das ist grunds&auml;tzlich verfassungsrechtlich unzul&auml;ssig. Erst mit der Verk&uuml;ndung, das hei&szlig;t, mit der Ausgabe des ersten St&uuml;cks des Verk&uuml;ndungsblattes, ist eine Norm rechtlich existent. Bis zu diesem Zeitpunkt, zumindest aber bis zum endg&uuml;ltigen Gesetzesbeschluss (vgl. BVerfG-Beschluss vom 3.&nbsp;Dezember 1997&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;882\/97, BVerfGE 97, 67, m.w.N.), muss der von einem Gesetz Betroffene grunds&auml;tzlich darauf vertrauen k&ouml;nnen, dass seine auf geltendes Recht gegr&uuml;ndete Rechtsposition nicht durch eine zeitlich r&uuml;ckwirkende &Auml;nderung der gesetzlichen Rechtsfolgenanordnung nachteilig ver&auml;ndert wird (vgl. z.B. BVerfG-Beschluss vom 7.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;14\/02, 2&nbsp;BvL&nbsp;2\/04, 2&nbsp;BvL&nbsp;13\/05, BVerfGE 127, 1, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit belastende Rechtsfolgen einer Norm erst nach ihrer Verk&uuml;ndung eintreten, tatbestandlich aber von einem bereits ins Werk gesetzten Sachverhalt ausgel&ouml;st werden (&quot;tatbestandliche R&uuml;ckankn&uuml;pfung&quot;), liegt eine &quot;unechte&quot; R&uuml;ckwirkung vor (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 127, 1, m.w.N.). Eine solche unechte R&uuml;ckwirkung ist nicht grunds&auml;tzlich unzul&auml;ssig, denn die Gew&auml;hrung vollst&auml;ndigen Schutzes zu Gunsten des Fortbestehens der bisherigen Rechtslage w&uuml;rde den dem Gemeinwohl verpflichteten Gesetzgeber in wichtigen Bereichen l&auml;hmen und den Konflikt zwischen der Verl&auml;sslichkeit der Rechtsordnung und der Notwendigkeit ihrer &Auml;nderung im Hinblick auf einen Wandel der Lebensverh&auml;ltnisse in nicht mehr vertretbarer Weise zu Lasten der Anpassungsf&auml;higkeit der Rechtsordnung l&ouml;sen (vgl. BVerfG-Beschluss vom 10.&nbsp;Oktober 2012&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;6\/07, BVerfGE 132, 302, BStBl II 2012, 932, m.w.N.). Der verfassungsrechtliche Vertrauensschutz geht insbesondere nicht so weit, den Staatsb&uuml;rger vor jeder Entt&auml;uschung zu bewahren (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 8.&nbsp;M&auml;rz 1983&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;27\/81, BVerfGE 63, 312, BStBl II 1983, 779; vom 10.&nbsp;April 1984&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;19\/82, BVerfGE 67, 1; vom 30.&nbsp;September 1987&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;933\/82, BVerfGE 76, 256; BVerfG-Urteil vom 10.&nbsp;Dezember 1985&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;18\/83, BVerfGE 71, 255). Soweit nicht besondere Momente der Schutzw&uuml;rdigkeit hinzutreten, genie&szlig;t die blo&szlig; allgemeine Erwartung, das geltende Recht werde zuk&uuml;nftig unver&auml;ndert fortbestehen, keinen besonderen verfassungsrechtlichen Schutz (vgl. BVerfG-Beschluss vom 8.&nbsp;Dezember 2009&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;758\/07, BVerfGE 125, 104, m.w.N. aus der Rechtsprechung des BVerfG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ausgehend von diesen Rechtsgrunds&auml;tzen geht die Regelung des &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 und 2 KStG 2002 n.F., mittels derer die K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung nunmehr in pauschalierter Form und damit verwendungsunabh&auml;ngig abgegolten wird, mit einer unechten R&uuml;ckwirkung einher, soweit sie an den nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG 2002 n.F. zum 31.&nbsp;Dezember 2006 festgestellten Endbetrag an EK&nbsp;02 ankn&uuml;pft. Das ist nach den genannten Grunds&auml;tzen verfassungsrechtlich gerechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 und 6 KStG 2002 n.F. entfaltet keine &quot;echte&quot; R&uuml;ckwirkung. Die K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung, als Rechtsfolge der Vorschrift, greift mit belastender Wirkung nicht auf einen schon vor dem Zeitpunkt der Verk&uuml;ndung der Norm bereits abgeschlossenen Tatbestand zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Der nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;4 Satz 1 KStG 2002 n.F. festgestellte Endbetrag an EK&nbsp;02 beruht zwar nach dem insoweit unbestrittenen Vortrag der Kl&auml;gerin auf einem durch Forderungsverzicht der Gl&auml;ubiger der Kl&auml;gerin entstandenen Sanierungsgewinn, der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;66 EStG 1990 steuerfrei war. Nach der gesetzlichen Anordnung in &sect;&nbsp;30 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;3 und Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 KStG 1991 war der streitgegenst&auml;ndliche Sanierungsgewinn aber als sonstige Verm&ouml;gensmehrung, die der K&ouml;rperschaftsteuer nicht unterlag und nicht unter Nummer&nbsp;3 oder 4 des &sect;&nbsp;30 Abs.&nbsp;2 KStG 1991 einzuordnen war, in das EK&nbsp;02 einzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Entgegen der Auffassung der Revision kann hieraus nicht abgeleitet werden, dass durch die K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 und 6 KStG 2002 n.F. die Steuerfreiheit des aus dem Forderungsverzicht der Gl&auml;ubiger resultierenden Sanierungsgewinns r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht und damit auf den bereits abgeschlossenen Sachverhalt des Forderungsverzichts durch die Gl&auml;ubiger der Kl&auml;gerin zur&uuml;ckgegriffen wird (so aber Pupeter, Der Betrieb vom 23.&nbsp;Juli 2013 DB&nbsp;0603223; derselbe in Handelsblatt Steuerboard vom 17.&nbsp;Juli 2013).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaaa) Nach dem bis einschlie&szlig;lich 1999 geltenden K&ouml;rperschaftsteuerrecht (sog. k&ouml;rperschaftsteuerrechtliches Anrechnungsverfahren) unterlag das zu versteuernde Einkommen, das eine Kapitalgesellschaft erzielte, regelm&auml;&szlig;ig einem Steuersatz von 45&nbsp;v.H. (&sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 KStG 1996). Sch&uuml;ttete die Kapitalgesellschaft Gewinne aus, reduzierte sich die K&ouml;rperschaftsteuer auf 30&nbsp;v.H. (&sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;1 KStG 1996). Auch Aussch&uuml;ttungen von unbelastetem vEK, dem EK&nbsp;02, wurden grunds&auml;tzlich mit einem Steuersatz von 30&nbsp;v.H. belegt. Die K&ouml;rperschaftsteuer erh&ouml;hte oder minderte sich entsprechend um den Unterschiedsbetrag zwischen der bei der Kapitalgesellschaft eingetretenen Belastung des Eigenkapitals (Tarifbelastung), das nach &sect;&nbsp;28 KStG 1996 als f&uuml;r die Aussch&uuml;ttung verwendet galt, und der Belastung, die sich hierf&uuml;r bei Anwendung eines Steuersatzes von 30&nbsp;v.H. des Gewinns vor Abzug der K&ouml;rperschaftsteuer ergab (sog. Aussch&uuml;ttungsbelastung, &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;1 KStG 1996). Die hiernach im Aussch&uuml;ttungsfall bei der Kapitalgesellschaft erhobene K&ouml;rperschaftsteuer in H&ouml;he von 30&nbsp;v.H. des Aussch&uuml;ttungsbetrages wurde unter bestimmten weiteren Voraussetzungen auf die vom Aussch&uuml;ttungsempf&auml;nger zu zahlende Steuer angerechnet (&sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und 3, &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 EStG 1997, &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;1 KStG 1996).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbbb) &Uuml;ber &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 und 6 KStG 2002 n.F. wird dieses System der Herstellung der Aussch&uuml;ttungsbelastung auf das ab dem Veranlagungszeitraum 2000 geltende neue K&ouml;rperschaftsteuersystem (sog. Halbeink&uuml;nfte- bzw. &#8211;sp&auml;ter&#8211; Teileink&uuml;nfteverfahren) &uuml;bertragen. Durch die Nachbelastung des Endbestandes des EK&nbsp;02 werden aber allein die steuerlichen Folgen von noch vorhandenem EK&nbsp;02 abgewickelt. Mit der K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 und 6 KStG 2002 n.F. wird damit nicht die urspr&uuml;ngliche Steuerfreiheit der laufenden Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht und an den diesen Eink&uuml;nften zugrunde liegenden Sachverhalt des Forderungsverzichts der Gl&auml;ubiger angekn&uuml;pft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Regelung des &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 und 6 KStG 2002 n.F. kn&uuml;pft tatbestandlich an einen bereits ins Werk gesetzten Sachverhalt an; es liegt eine &quot;unechte&quot; R&uuml;ckwirkung vor. Diese ist allerdings verfassungsrechtlich gerechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Die Nachbelastung des Endbestandes des EK&nbsp;02 im neuen K&ouml;rperschaftsteuersystem wird durch &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 und 6 KStG 2002 n.F. pauschal und aussch&uuml;ttungsunabh&auml;ngig vorgenommen. Das bisherige System, bei dem die Aussch&uuml;ttungsbelastung erst hergestellt worden ist, wenn Aussch&uuml;ttungen tats&auml;chlich vorgenommen worden sind, wird seit den gesetzlichen &Auml;nderungen durch das Jahressteuergesetz 2008 durch eine verwendungsunabh&auml;ngige, pauschale Abschlagszahlung (vgl. BTDrucks 16\/6290, S.&nbsp;75) ersetzt. Die K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 KStG 2002 n.F. kn&uuml;pft tatbestandlich (nur noch) an den nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;4 KStG 2002 n.F. festgestellten Endbetrag des EK&nbsp;02 an. Die belastenden Rechtsfolgen der Regelung des &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 und 6 KStG 2002 n.F. (hier: K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung) werden unter R&uuml;ckgriff auf einen in der Vergangenheit bereits verwirklichten Sachverhalt (Vorhandensein von EK&nbsp;02-Best&auml;nden) ausgel&ouml;st.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Der Gesetzgeber muss, soweit er in solcher Weise f&uuml;r k&uuml;nftige Rechtsfolgen an zur&uuml;ckliegende Sachverhalte ankn&uuml;pft, dem verfassungsrechtlich gebotenen Vertrauensschutz in hinreichendem Ma&szlig; Rechnung tragen. Eine unechte R&uuml;ckwirkung ist mit den Grunds&auml;tzen grundrechtlichen und rechtsstaatlichen Vertrauensschutzes nur vereinbar, wenn sie zur F&ouml;rderung des Gesetzeszwecks geeignet und erforderlich ist und wenn bei einer Gesamtabw&auml;gung zwischen dem Gewicht des entt&auml;uschten Vertrauens und dem Gewicht und der Dringlichkeit der die Rechts&auml;nderung rechtfertigenden Gr&uuml;nde die Grenze der Zumutbarkeit gewahrt bleibt. Auch hier muss der Normadressat eine Entt&auml;uschung seines Vertrauens in die alte Rechtslage nur hinnehmen, soweit dies aufgrund besonderer, gerade die R&uuml;ckankn&uuml;pfung rechtfertigender &ouml;ffentlicher Interessen unter Wahrung der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit gerechtfertigt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Greift eine Rechtsnorm im Wege der unechten R&uuml;ckwirkung auf einen nicht schon vor dem Zeitpunkt der Verk&uuml;ndung der Norm bereits abgeschlossenen Tatbestand zur&uuml;ck, genie&szlig;en im Grundsatz vor dem Gesetzeserlass get&auml;tigte Dispositionen des Steuerpflichtigen Vertrauensschutz und eine Entt&auml;uschung des Vertrauens in die alte Rechtslage ist nur hinzunehmen, soweit dies aufgrund besonderer, gerade die R&uuml;ckankn&uuml;pfung rechtfertigender &ouml;ffentlicher Interessen unter Wahrung der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit gerechtfertigt ist (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 127, 1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaaa) Im Streitfall sind derartige Dispositionen der Kl&auml;gerin weder vorgetragen noch ersichtlich. Die blo&szlig;e Absicht der Kl&auml;gerin u.a. aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation keine Aussch&uuml;ttungen vornehmen zu wollen, genie&szlig;t keinen besonderen verfassungsrechtlichen Schutz. Es fehlen die besonderen Momente der Schutzbed&uuml;rftigkeit, deretwegen der Gesetzgeber verpflichtet sein k&ouml;nnte, bei der Bestimmung des zuk&uuml;nftigen Steueraufkommens bei zur&uuml;ckliegenden Dispositionen auf Erwartungen der Steuerpflichtigen R&uuml;cksicht zu nehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbbb) Die M&ouml;glichkeit, bei Verzicht auf Aussch&uuml;ttungen bis zum Ablauf des 15-, sp&auml;ter 18-j&auml;hrigen &Uuml;bergangszeitraumes eine Nachbelastung der vorhandenen EK&nbsp;02-Best&auml;nde zu vermeiden, begr&uuml;ndet keine (vertrauens-)rechtlich gesch&uuml;tzte, konkret verfestigte Verm&ouml;gensposition der Kl&auml;gerin. Die Position der Kl&auml;gerin mag zwar von der Erwartung bestimmt gewesen sein, nach diesem &Uuml;bergangszeitraum Aussch&uuml;ttungen ohne entsprechende Nachbelastung vornehmen zu k&ouml;nnen. Dies geht jedoch &uuml;ber die allgemeine Erwartung, das geltende Recht werde unver&auml;ndert bleiben, nicht hinaus (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 127, 1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Eine andere Beurteilung ist auch nicht deshalb geboten, weil der Gesetzgeber mit &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 und 6 KStG 2002 n.F. eine bereits bestehende &Uuml;bergangsregelung abge&auml;ndert hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaaa) Der Gesetzgeber schafft zwar nach der Rechtsprechung des BVerfG durch eine &Uuml;bergangsregelung, in der er die Fortgeltung des bisherigen Rechts in modifizierter Form f&uuml;r einen &Uuml;bergangszeitraum bestimmt, einen besonderen Vertrauenstatbestand, von dem er sich zu Lasten des Steuerpflichtigen nur l&ouml;sen kann, wenn schwere Nachteile f&uuml;r wichtige Gemeinschaftsg&uuml;ter zu erwarten sind (BVerfG-Beschluss vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2000&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;16-20\/96, 1&nbsp;BvL&nbsp;18\/97, BVerfGE 102, 68, 96). Die Besonderheit des Streitfalls besteht aber darin, dass die urspr&uuml;ngliche bis 2018 befristete &Uuml;bergangsregelung des &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 bis 3 KStG 2002 a.F. nicht aufgehoben, sondern in modifizierter Form weitergef&uuml;hrt worden ist; eine &quot;Losl&ouml;sung&quot; von der bisherigen &Uuml;bergangsregelung geht damit nicht einher. Obwohl &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 und 6 KStG 2002 n.F. tatbestandlich unmittelbar (nur) das Vorhandensein von EK&nbsp;02-Best&auml;nden voraussetzt, wird die Rechtsfolge der K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung dennoch gedanklich an eine fiktive Vollaussch&uuml;ttung gekn&uuml;pft. Ein Systemwechsel, der einer Abschaffung der urspr&uuml;nglichen &Uuml;bergangsregelung m&ouml;glicherweise gleichgestellt werden k&ouml;nnte, ist damit nicht verbunden. Der Unterschied zur bisherigen Rechtslage besteht lediglich darin, dass eine Aussch&uuml;ttung verwendungsunabh&auml;ngig fingiert wird. Dementsprechend kann in der K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung auch keine &#8211;m&ouml;glicherweise verfassungsrechtlich problematische&#8211; Besteuerung von Verm&ouml;gen gesehen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbbb) Die bestehende (&Uuml;bergangs-)Regelung wurde damit vor Ablauf der urspr&uuml;nglich vorgesehenen Frist nicht zu Lasten der Berechtigten beseitigt und das Interesse der Betroffenen in den Fortbestand der Regelung nicht unzumutbar beeintr&auml;chtigt. Der Rechtsprechung des BVerfG und dem nachfolgend des Senats (Senatsbeschluss vom 10.&nbsp;August 2011 I&nbsp;R&nbsp;39\/10, BFHE 234, 396, BStBl II 2012, 603) ist nicht zu entnehmen, dass jegliche &Auml;nderung einer &Uuml;bergangsregelung nur noch m&ouml;glich w&auml;re, wenn ansonsten schwere Nachteile f&uuml;r wichtige Gemeinschaftsg&uuml;ter zu erwarten sind. Eine derart verfestigte Rechtsposition war jedenfalls mit der urspr&uuml;nglichen &Uuml;bergangsregelung bei deren Modifikation nicht verbunden. Auf die Absichten der Kl&auml;gerin hinsichtlich ihres zuk&uuml;nftigen Aussch&uuml;ttungsverhaltens kommt es wiederum nicht an. Insoweit verbleibt letztlich als Rechtsposition nur das Vertrauen in die Fortgeltung einer g&uuml;nstigen Rechtslage, das aber nicht schutzw&uuml;rdig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cccc) Hinzu kommt, dass der Gesetzgeber mit dem Gesetz &uuml;ber steuerliche Begleitma&szlig;nahmen zur Einf&uuml;hrung der Europ&auml;ischen Gesellschaft und zur &Auml;nderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften vom 7.&nbsp;Dezember 2006 (SEStEG) &#8211;und damit zeitlich vor dem Jahressteuergesetz 2008&#8211; das fr&uuml;here System der aussch&uuml;ttungsabh&auml;ngigen K&ouml;rperschaftsteuerminderung zugunsten einer ratierlichen Auszahlung des zum 31.&nbsp;Dezember 2006 noch vorhandenen K&ouml;rperschaftsteuerguthabens umgestellt hatte (vgl. D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/Pung\/M&ouml;hlenbrock, Die K&ouml;rperschaftsteuer, &sect;&nbsp;38 KStG Rz&nbsp;60). Die Kl&auml;gerin musste daher sp&auml;testens seit diesen &Auml;nderungen durch das SEStEG auch f&uuml;r die spiegelbildliche K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung mit der M&ouml;glichkeit einer Ersetzung des aussch&uuml;ttungsabh&auml;ngigen Systems der K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung rechnen. Vor diesem Hintergrund reichen jedenfalls die allgemeinen Ziele der Administrierbarkeit der Regelung (vgl. BTDrucks 16\/6290, S.&nbsp;75) zur Rechtfertigung aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ddd) Die Kl&auml;gerin kann sich im Streitfall schlie&szlig;lich nicht auf ein berechtigtes Vertrauen im Hinblick auf die Gew&auml;hrleistungsfunktion der Rechtsordnung (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 127, 31) berufen. Um Vertrauensschutz gegen r&uuml;ckwirkende Gesetzes&auml;nderungen aus der Gew&auml;hrleistungsfunktion des geltenden Rechts ausl&ouml;sen zu k&ouml;nnen, bedarf ein Gesch&auml;ftsvorgang nach der Rechtsprechung des BVerfG eines erkenn- und belegbaren gesteigerten Grades der Abgeschlossenheit (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 132, 302, BStBl II 2012, 932). Von einer derartigen Abgeschlossenheit des Vorgangs ist im Streitfall nicht auszugehen. Denn der f&uuml;r die Nachbelastung des EK&nbsp;02-Bestandes nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 und 6 KStG 2002 n.F. ma&szlig;gebliche Sachverhalt, n&auml;mlich das Vorhandensein eines Bestandes an EK&nbsp;02, war f&uuml;r die Kl&auml;gerin nicht &quot;definitiv&quot;. F&uuml;r die Kl&auml;gerin bestand zwar die M&ouml;glichkeit, bei Verzicht auf Aussch&uuml;ttungen bis zum Ablauf des 15-, sp&auml;ter 18-j&auml;hrigen &Uuml;bergangszeitraumes eine Nachbelastung der vorhandenen EK&nbsp;02-Best&auml;nde zu vermeiden. Diese M&ouml;glichkeit war jedoch von bestimmten weiteren Faktoren, wie beispielsweise der wirtschaftlichen Situation der Kl&auml;gerin in einer zum damaligen Zeitpunkt kaum &uuml;berschaubaren Zeitperiode abh&auml;ngig. Und auf diese Faktoren hatte die Kl&auml;gerin nur bedingt Einfluss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat ist weiter nicht davon &uuml;berzeugt, dass die hier zu beurteilenden gesetzlichen Regelungen gegen den allgemeinen Gleichheitssatz (Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG) versto&szlig;en. Die Kl&auml;gerin macht zwar zu Recht geltend, dass die steuerlichen Nachteile der aussch&uuml;ttungsunabh&auml;ngigen Nachbelastung von EK&nbsp;02-Best&auml;nden vor allem diejenigen Kapitalgesellschaften trafen, die &#8211;wie sie selbst&#8211; aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation gar keine Aussch&uuml;ttungen aus dem EK 02 h&auml;tten vornehmen k&ouml;nnen und &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;16 KStG 2002 n.F. (nur) steuerbefreiten Unternehmen sowie bestimmten Unternehmen aus dem Bereich der Wohnungswirtschaft das Recht einr&auml;umt, f&uuml;r die Anwendung des bisherigen Rechts zu optieren, nicht aber finanzschwachen Unternehmen, wie dem der Kl&auml;gerin. Daraus l&auml;sst sich aber eine verfassungswidrige Benachteiligung der Kl&auml;gerin nicht ableiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der allgemeine Gleichheitssatz bel&auml;sst dem Gesetzgeber bei der Ausgestaltung von Verschonungsregelungen &#8211;im Streitfall &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;16 KStG 2002 n.F.&#8211; im Ausgangspunkt erheblichen Spielraum, der allerdings mit R&uuml;cksicht auf betroffene Freiheitsrechte und auf das Ausma&szlig; der Ungleichbehandlung Einschr&auml;nkungen bis hin zu einer strengen Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitspr&uuml;fung unterliegen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der allgemeine Gleichheitssatz des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG gebietet dem Gesetzgeber, wesentlich Gleiches gleich und wesentlich Ungleiches ungleich zu behandeln. Es gilt f&uuml;r ungleiche Belastungen ebenso wie f&uuml;r ungleiche Beg&uuml;nstigungen (vgl. zuletzt BVerfG-Urteil vom 17.&nbsp;Dezember 2014&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;21\/12, BStBl II 2015, 50, m.w.N. aus der Rechtsprechung des BVerfG). Verboten ist daher auch ein gleichheitswidriger Beg&uuml;nstigungsausschluss, bei dem eine Beg&uuml;nstigung einem Personenkreis gew&auml;hrt, einem anderen Personenkreis aber vorenthalten wird (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 21.&nbsp;Juni 2006&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;2\/99, BVerfGE 116, 164; vom 17.&nbsp;April 2008&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;4\/05, BVerfGE 121, 108; BVerfG-Urteil vom 30.&nbsp;Juli 2008&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;3262\/07, 1&nbsp;BvR&nbsp;402\/08, 1&nbsp;BvR&nbsp;906\/08, BVerfGE 121, 317; BVerfG-Beschluss vom 21.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;611\/07, 1&nbsp;BvR&nbsp;2464\/07, BVerfGE 126, 400). Dabei verwehrt Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG dem Gesetzgeber nicht jede Differenzierung. Differenzierungen bed&uuml;rfen jedoch stets der Rechtfertigung durch Sachgr&uuml;nde, die dem Ziel und dem Ausma&szlig; der Ungleichbehandlung angemessen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Gleichheitsrechtlicher Ausgangspunkt im Steuerrecht ist der Grundsatz der Lastengleichheit. Die Steuerpflichtigen m&uuml;ssen dem Grundsatz nach durch ein Steuergesetz rechtlich und tats&auml;chlich gleichm&auml;&szlig;ig belastet werden (vgl. BVerfG-Urteil vom 5.&nbsp;November 2014&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvF&nbsp;3\/11, BGBl I 2014, 1764, m.w.N. aus der Rechtsprechung des BVerfG). Der Gleichheitssatz bel&auml;sst dem Gesetzgeber einen weitreichenden Entscheidungsspielraum sowohl bei der Auswahl des Steuergegenstandes als auch bei der Bestimmung des Steuersatzes (vgl. z.B. BVerfG-Beschluss vom 4.&nbsp;Februar 2009&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;8\/05, BVerfGE 123, 1, BStBl II 2009, 1035). Abweichungen von der mit der Wahl des Steuergegenstandes einmal getroffenen Belastungsentscheidung m&uuml;ssen sich indessen ihrerseits am Gleichheitssatz messen lassen (Gebot der folgerichtigen Ausgestaltung des steuerrechtlichen Ausgangstatbestandes, vgl. z.B. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 126, 400, m.w.N. aus der Rechtsprechung des BVerfG). Demgem&auml;&szlig; bed&uuml;rfen sie eines besonderen sachlichen Grundes, der die Ungleichbehandlung zu rechtfertigen vermag (vgl. z.B. BVerfG-Beschluss vom 18.&nbsp;Juli 2012&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;16\/11, BVerfGE 132, 179).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Ausgehend von diesen Grunds&auml;tzen ist der Gesetzgeber nicht gehindert, mit Hilfe des Steuerrechts au&szlig;erfiskalische F&ouml;rder- und Lenkungsziele zu verfolgen (st&auml;ndige Rechtsprechung des BVerfG, z.B. BVerfG-Beschluss vom 22.&nbsp;Juni 1995&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;37\/91, BVerfGE 93, 121, BStBl II 1995, 655). F&uuml;hrt ein Steuergesetz zu einer steuerlichen Verschonung, die einer gleichm&auml;&szlig;igen Belastung der jeweiligen Steuergegenst&auml;nde innerhalb einer Steuerart widerspricht, so kann eine solche Steuerentlastung vor dem Gleichheitssatz gerechtfertigt sein, wenn der Gesetzgeber das Verhalten der Steuerpflichtigen aus Gr&uuml;nden des Gemeinwohls f&ouml;rdern oder lenken will (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 93, 121). In der Entscheidung dar&uuml;ber, welche Sachverhalte, Personen oder Unternehmen gef&ouml;rdert werden sollen, ist der Gesetzgeber weitgehend frei (vgl. z.B. BVerfG-Urteil vom 20.&nbsp;April 2004&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;905\/00, BVerfGE 110, 274). Insbesondere verf&uuml;gt er &uuml;ber einen gro&szlig;en Spielraum bei der Einsch&auml;tzung, welche Ziele er f&uuml;r f&ouml;rderungsw&uuml;rdig h&auml;lt. Allerdings bleibt er auch hier an den Gleichheitssatz gebunden. Das bedeutet zun&auml;chst aber nur, dass er seine Leistungen nicht nach unsachlichen Gesichtspunkten, also nicht willk&uuml;rlich verteilen darf. Sachbezogene Gesichtspunkte stehen ihm in weitem Umfang zu Gebote, solange die Regelung sich nicht auf eine der Lebenserfahrung geradezu widersprechende W&uuml;rdigung der jeweiligen Umst&auml;nde st&uuml;tzt und insbesondere der Kreis der von der Ma&szlig;nahme Beg&uuml;nstigten sachgerecht abgegrenzt ist (vgl. BVerfG-Urteil in BVerfGE 110, 274). Die Freiheit des Gesetzgebers kann allerdings nach der neueren Rechtsprechung des BVerfG beispielsweise durch das Ausma&szlig; der mit der Steuerverschonung bewirkten Ungleichbehandlung insgesamt eingeschr&auml;nkt sein (vgl. BVerfG-Urteil in BStBl II 2015, 50, Rz&nbsp;126).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dass &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;16 KStG 2002 n.F. steuerbefreiten K&ouml;rperschaften und bestimmten Unternehmen aus dem Bereich der Wohnungswirtschaft das Recht einr&auml;umt, f&uuml;r die Anwendung des bisherigen Rechts zu optieren, ist mit Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG vereinbar. Die Privilegierung der in &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;16 KStG 2002 n.F. genannten Rechtstr&auml;ger bewirkt keine sachwidrige Ungleichbehandlung, denn der Gesetzgeber will das Verhalten dieser Rechtstr&auml;ger aus Gr&uuml;nden des Gemeinwohls f&ouml;rdern oder lenken; er kn&uuml;pft dabei an Besonderheiten dieser Unternehmen an und damit an sachbezogene Gesichtspunkte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Besserstellung steuerbefreiter K&ouml;rperschaften und bestimmter Unternehmen aus dem Bereich der Wohnungswirtschaft durch &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;16 KStG 2002 n.F. wird zun&auml;chst in zweierlei Hinsicht begrenzt. Zum einen ist der K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hungsbetrag gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 KStG 2002 n.F. auf den Betrag begrenzt, der sich nach den Abs&auml;tzen 1 bis 3 als K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung ergeben w&uuml;rde, wenn die K&ouml;rperschaft ihr am 31.&nbsp;Dezember 2006 bestehendes Eigenkapital laut Steuerbilanz f&uuml;r eine Aussch&uuml;ttung verwenden w&uuml;rde. Zum anderen wird im Ergebnis (nur) ein Zehntel des am 31.&nbsp;Dezember 2006 vorhandenen Endbestandes an EK&nbsp;02 mit der zuletzt im k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Anrechnungsverfahren geltenden Aussch&uuml;ttungsbelastung von 30&nbsp;v.H. besteuert. Der verbleibende restliche Bestand an EK&nbsp;02 entf&auml;llt in dieser Fallgestaltung und l&ouml;st keine weitere K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung aus. Im Ergebnis wird dadurch die durch die Verschonungsregelung bewirkte Ungleichbehandlung zwischen den beg&uuml;nstigten und den von der Beg&uuml;nstigung ausgeschlossenen K&ouml;rperschaften minimiert. Dabei ist auch zu ber&uuml;cksichtigen, dass f&uuml;r die Kl&auml;gerin zwar die M&ouml;glichkeit bestand, bei Verzicht auf Aussch&uuml;ttungen bis zum Ablauf des 15-, sp&auml;ter 18-j&auml;hrigen &Uuml;bergangszeitraumes eine Nachbelastung der vorhandenen EK&nbsp;02-Best&auml;nde zu vermeiden, diese M&ouml;glichkeit jedoch von bestimmten weiteren Faktoren, wie beispielsweise der wirtschaftlichen Situation der Kl&auml;gerin in einer zum damaligen Zeitpunkt kaum &uuml;berschaubaren Zeitperiode, abh&auml;ngig war, auf die die Kl&auml;gerin nur bedingt Einfluss gehabt h&auml;tte. All dies f&uuml;hrt dazu, dass der Gesetzgeber im Rahmen der gleichheitsrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung der streitgegenst&auml;ndlichen Regelungen keiner &uuml;ber eine blo&szlig;e Willk&uuml;rpr&uuml;fung hinausgehenden strengeren Kontrolle am Ma&szlig;stab der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit unterliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Durch die Verschonungsregelung des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;16 KStG 2002 n.F. sollen namentlich (bestimmte) Unternehmen der Wohnungswirtschaft die bisherige &Uuml;bergangsregelung weiterhin in Anspruch nehmen k&ouml;nnen. Bei dem vom Gesetzgeber damit offensichtlich verfolgten Ziel der Wohnungsbauf&ouml;rderung handelt es sich um einen grunds&auml;tzlich f&ouml;rderungsw&uuml;rdigen Sachgrund. Die Schaffung von ausreichendem und angemessenem Wohnraum und damit einhergehend der Abbau von Engp&auml;ssen auf dem Wohnungsmarkt und die angemessene Versorgung der Bev&ouml;lkerung mit Wohnraum verm&ouml;gen grunds&auml;tzlich eine Entlastung der Wohnungswirtschaft zu legitimieren. Es ist weder eine willk&uuml;rliche noch eine sachfremde Beg&uuml;nstigung der Unternehmen der Wohnungswirtschaft durch die Verschonungsregelung des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;16 KStG 2002 n.F. erkennbar. Entsprechendes gilt f&uuml;r die steuerliche Verschonung von steuerbefreiten (wie z.B. gemeinn&uuml;tzigen) K&ouml;rperschaften.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es obliegt der gesetzgeberischen Gestaltungsfreiheit, ob und aus welchen sachlichen Gr&uuml;nden er bestimmte Unternehmen f&ouml;rdern will. Der Gesetzgeber wird wegen seines weiten Gestaltungsspielraumes durch den Gleichheitssatz auch nicht gezwungen, nach einer einmal getroffenen Entscheidung f&uuml;r ein bestimmtes Steuerobjekt zugleich auch alle anderen, &auml;hnlichen, f&uuml;r den Steuerzweck ebenfalls geeigneten Steuerobjekte in die Entlastung einzubeziehen. Soweit in der Literatur eine Ungleichbehandlung darin gesehen wird, dass nicht allen betroffenen Unternehmen ein Wahlrecht in Bezug auf eine weitere Anwendung der bisherigen aussch&uuml;ttungsabh&auml;ngigen Besteuerung einger&auml;umt wird (Streck\/Binnewies, KStG, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;38 Rz&nbsp;70; Gosch\/Bauschatz, KStG, 2.&nbsp;Aufl., 2009, &sect;&nbsp;38 Rz&nbsp;116), &uuml;berzeugt dies nicht. Die vorgenommene Differenzierung ist durch Sachgr&uuml;nde gerechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch der Einbezug finanzschwacher Unternehmen in die aussch&uuml;ttungsunabh&auml;ngige Nachbelastung von EK&nbsp;02-Best&auml;nden f&uuml;hrt nicht zu einer verfassungsrechtlichen Benachteiligung jener Unternehmen. Die Kl&auml;gerin macht zwar zu Recht geltend, dass die steuerlichen Nachteile der aussch&uuml;ttungsunabh&auml;ngigen Nachbelastung von EK&nbsp;02-Best&auml;nden vor allem diejenigen Kapitalgesellschaften trafen, die &#8211;wie sie selbst&#8211; aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation gar keine Aussch&uuml;ttungen aus dem EK&nbsp;02 h&auml;tten vornehmen k&ouml;nnen. Ein Versto&szlig; gegen Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG l&auml;sst sich daraus aber nicht ableiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BVerfG verst&ouml;&szlig;t eine gesetzliche Regelung gegen den allgemeinen Gleichheitssatz, wenn sie entweder von der Interessenlage her gleich liegende Lebenssachverhalte ungleich behandelt oder bei der Behandlung ungleicher Sachverhalte eine sachlich gebotene Differenzierung nicht vornimmt. Dabei ist es grunds&auml;tzlich Sache des Gesetzgebers, dar&uuml;ber zu entscheiden, welche Sachverhalte er als gleichwertig und welche er als voneinander verschieden ansieht. Diese Entscheidung kann im Hinblick auf den Gleichheitssatz nur daraufhin &uuml;berpr&uuml;ft werden, ob die gleiche oder ungleiche Behandlung der geregelten Sachverhalte mit einer am Gerechtigkeitsgedanken orientierten Betrachtungsweise unvereinbar ist, ob also ein sachlicher Grund f&uuml;r die Gleichbehandlung oder Ungleichbehandlung fehlt (BVerfG-Urteil vom 10.&nbsp;Februar 1987&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;18\/81, 1&nbsp;BvL&nbsp;20\/82, BVerfGE 74, 182, 200, BStBl II 1987, 240, 245; BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 13.&nbsp;M&auml;rz 1979&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;72\/76, BVerfGE 50, 386, 392, BStBl II 1979, 322; vom 11.&nbsp;Februar 1992&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;29\/87, BVerfGE 85, 238, 245).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Rahmen der ihm hiernach obliegenden wertenden Entscheidung darf sich der Gesetzgeber im Bereich des Steuerrechts u.a. von steuertechnischen &Uuml;berlegungen leiten lassen (BVerfG-Urteil in BVerfGE 74, 182, 200, BStBl II 1987, 240, 245; BVerfG-Beschl&uuml;sse in BVerfGE 50, 386, 392, und in BVerfGE 85, 238, 244). Eine solche &Uuml;berlegung, n&auml;mlich die Vereinfachung des Verfahrens durch eine aussch&uuml;ttungsunabh&auml;ngige Nachbelastung der noch vorhandenen EK&nbsp;02-Best&auml;nde (vgl. BTDrucks 16\/6290, S.&nbsp;75), tr&auml;gt die von der Kl&auml;gerin angegriffene K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hungsvorschrift des &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 und 6 KStG 2002 n.F. Es liegt in der Natur der Sache, dass die konkreten Auswirkungen jener Vorschrift von den individuellen wirtschaftlichen Rahmendaten des einzelnen Unternehmens abh&auml;ngen. Ein Versto&szlig; gegen Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG kann daraus schon deshalb nicht abgeleitet werden, weil eine Sonderbehandlung von Unternehmen je nach ihrer wirtschaftlichen Situation wiederum zu Differenzierungen gen&ouml;tigt und damit die angestrebte Vereinfachung in Frage gestellt h&auml;tte. Darin liegt ein sachlicher Grund daf&uuml;r, dass auch jene Unternehmen unterschiedslos in die K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hungsregelungen einbezogen worden sind. Zudem ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass der Gesetzgeber den K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hungsbetrag nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 KStG 2002 n.F. auf den Betrag begrenzt hat, der sich nach den Abs&auml;tzen&nbsp;1 bis 3 als K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung ergeben w&uuml;rde, wenn die K&ouml;rperschaft ihr am 31.&nbsp;Dezember 2006 bestehendes Eigenkapital laut Steuerbilanz f&uuml;r eine Aussch&uuml;ttung verwenden w&uuml;rde. Er hat damit die H&ouml;he des vorhandenen Eigenkapitals bei der Bemessung der K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem hat der Gesetzgeber darauf hingewiesen, dass die bisherige Regelung von Unternehmen mit hohen EK&nbsp;02-Best&auml;nden als Aussch&uuml;ttungssperre empfunden worden ist (vgl. BTDrucks 16\/6290, S.&nbsp;75). Eine aussch&uuml;ttungsunabh&auml;ngige Nachbelastung beseitigt damit ein f&uuml;r viele Unternehmen vorhandenes Aussch&uuml;ttungshindernis bzw. reduziert es auf ein ertr&auml;gliches Ma&szlig; (vgl. Ott, Deutsche Steuer-Zeitung 2008, 274). Auch dies tr&auml;gt als sachlicher Grund die von der Kl&auml;gerin angegriffene K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hungsvorschrift des &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;5 und 6 KStG 2002 n.F. Von daher ist nicht mehr darauf einzugehen, ob dem Gesetzgeber im Rahmen einer &Auml;nderung einer bestehenden &Uuml;bergangsvorschrift wie bei der erstmaligen Ausgestaltung einer &Uuml;bergangsvorschrift ein besonders weiter Spielraum bei der Ausgestaltung der Vorschriften einzur&auml;umen ist (dies verneinend Senatsbeschluss in BFHE 234, 396, BStBl II 2012, 603).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der weiter von der Kl&auml;gerin geltend gemachte Versto&szlig; gegen den Gleichheitssatz in seiner Auspr&auml;gung durch das Gebot der Ausrichtung der Steuerlast am Prinzip der finanziellen Leistungsf&auml;higkeit, weil defizit&auml;r wirtschaftende Gesellschaften mit einer aussch&uuml;ttungsunabh&auml;ngigen Nachbesteuerung belastet w&uuml;rden, obwohl laufende Verluste die Leistungsf&auml;higkeit des Steuerschuldners beeintr&auml;chtigen w&uuml;rden, liegt nicht vor. Die Kl&auml;gerin l&auml;sst unber&uuml;cksichtigt, dass durch die Nachbelastung des Endbestandes des EK 02 allein die steuerlichen Folgen eines noch vorhandenen EK 02-Bestandes abgewickelt werden. Das FA weist insoweit zutreffend darauf hin, dass die Besteuerung der laufenden Eink&uuml;nfte einer K&ouml;rperschaft im neuen K&ouml;rperschaftsteuersystem systemgerecht von der Nachbelastung der EK&nbsp;02-Best&auml;nde abgekoppelt worden ist (vgl. etwa D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/Pung\/M&ouml;hlenbrock, a.a.O., &sect;&nbsp;38 KStG Rz&nbsp;8).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Der Antrag, die Zuziehung des Bevollm&auml;chtigten f&uuml;r das Vorverfahren f&uuml;r notwendig zu erkl&auml;ren, ist im Revisionsverfahren unzul&auml;ssig. Ein diesbez&uuml;glicher Antrag (&sect;&nbsp;139 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO) kann nur beim FG gestellt werden (z.B. Senatsbeschluss vom 28.&nbsp;Juni 2005 I&nbsp;R&nbsp;35\/03, BFH\/NV 2005, 1847; Gr&auml;ber\/ Stapperfend, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;139 Rz&nbsp;122, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.12.2014, I R 76\/12 K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung: Aussch&uuml;ttungsunabh&auml;ngige Nachbelastung des Endbestandes des EK 02 &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit von &sect; 38 Abs. 5 und 6 sowie von &sect; 34 Abs. 16 KStG 2002 i.d.F. des JStG 2008 Leits&auml;tze 1. 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