{"id":64538,"date":"2015-05-15T09:58:11","date_gmt":"2015-05-15T07:58:11","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64538"},"modified":"2015-05-15T09:58:11","modified_gmt":"2015-05-15T07:58:11","slug":"x-r-42-13-moeglichkeit-des-zugriffs-auf-kassendaten-einer-apotheke-im-rahmen-einer-aussenpruefung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-42-13-moeglichkeit-des-zugriffs-auf-kassendaten-einer-apotheke-im-rahmen-einer-aussenpruefung\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;42\/13 &#8211; M&ouml;glichkeit des Zugriffs auf Kassendaten einer Apotheke im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.12.2014, X R 42\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">M&ouml;glichkeit des Zugriffs auf Kassendaten einer Apotheke im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Grunds&auml;tze ordnungsm&auml;&szlig;iger Buchf&uuml;hrung verpflichten Einzelh&auml;ndler wie z.B. Apotheker, im Rahmen der Zumutbarkeit s&auml;mtliche Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle einschlie&szlig;lich der &uuml;ber die Kasse bar vereinnahmten Ums&auml;tze einzeln aufzuzeichnen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Verwendet ein Einzelh&auml;ndler, der in seinem Betrieb im allgemeinen Waren von geringem Wert an ihm der Person nach nicht bekannte Kunden &uuml;ber den Ladentisch gegen Barzahlung verkauft, eine PC-Kasse, die detaillierte Informationen zu den einzelnen Verk&auml;ufen aufzeichnet und eine dauerhafte Speicherung erm&ouml;glicht, so sind die damit bewirkten Einzelaufzeichnungen auch zumutbar.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Die Finanzverwaltung ist in diesem Fall nach &sect; 147 Abs. 6 AO im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung berechtigt, Zugriff auf die Kasseneinzeldaten zu nehmen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 24. April 2013&nbsp;&nbsp;4 K 422\/12 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) erzielte in den Streitjahren 2007 bis 2009 gewerbliche Eink&uuml;nfte aus dem Betrieb einer Apotheke. Sie war nach &sect;&sect;&nbsp;238&nbsp;ff. des Handelsgesetzbuchs (HGB) buchf&uuml;hrungspflichtig und verwendete ein speziell f&uuml;r Apotheken entwickeltes PC-gest&uuml;tztes Erl&ouml;serfassungssystem mit integrierter Warenwirtschaftsverwaltung der Firma X (X). Die Tageseinnahmen wurden &uuml;ber modulare PC-Registrierkassen der Firma X erfasst, dann durch Tagesendsummenbons (Z-Bons) mit anschlie&szlig;ender Nullstellung ausgewertet und als Summe in ein manuell gef&uuml;hrtes Kassenbuch eingetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ordnete f&uuml;r die Streitjahre eine Au&szlig;enpr&uuml;fung bei der Kl&auml;gerin an. Zusammen mit der Pr&uuml;fungsanordnung bat es um die Vorlage der ggf. in elektronischer Form gefertigten Buchhaltung auf einem maschinell verwertbaren Datentr&auml;ger. Zur Pr&uuml;fungsvorbereitung forderte der Pr&uuml;fer zudem, bestimmte Daten aus dem Warenwirtschaftssystem der X &#8211;u.a. die &quot;Einzeldaten der Registrierkasse (Journal der EDV-Kasse sowie Daten der Z-Bons)&quot; und die &quot;Einzeldaten des Warenverkaufs&quot;&#8211; in elektronisch verwertbarer Form vorzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin &uuml;bersandte daraufhin eine CD mit von der Firma X bereitgestellten Daten des Kassensystems. Die Datei mit der Einzeldokumentation der Verk&auml;ufe hatte sie zuvor entfernt, da sie der Ansicht war, das FA habe kein entsprechendes Zugriffsrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Pr&uuml;fer forderte die Kl&auml;gerin mit Schreiben vom 28.&nbsp;Oktober 2011 u.a. auf, die von der Firma X gelieferten Daten &uuml;ber die Warenverk&auml;ufe (vk_verkaeufe&#8230;csv) bereitzustellen, weil diese als Bestandteil der Grundaufzeichnungen dem Datenzugriff nach &sect;&nbsp;147 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;6 der Abgabenordnung (AO) unterl&auml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin berief sich weiter darauf, die vorhandenen Daten zum Warenverkauf seien vom Datenzugriffsrecht des FA nicht umfasst, da sie nicht zur Einzelaufzeichnung verpflichtet sei. Nachdem der Pr&uuml;fer die Anforderung der Daten &uuml;ber die Warenverk&auml;ufe nochmals wiederholt hatte, legte die Kl&auml;gerin hiergegen Einspruch ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch blieb erfolglos. Das FA war der Ansicht, die Kl&auml;gerin sei als buchf&uuml;hrungspflichtiger Kaufmann grunds&auml;tzlich zur Einzelaufzeichnung der Bareinnahmen verpflichtet. Im Gegensatz zu den Verh&auml;ltnissen zur Zeit des Urteils des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 12.&nbsp;Mai 1966 IV&nbsp;472\/60 (BFHE 86, 118, BStBl III 1966, 371) stelle sich die Frage der Zumutbarkeit von Einzelaufzeichnungen nicht, da die Kl&auml;gerin zur Erf&uuml;llung ihrer Einzelaufzeichnungspflicht entsprechende Grundaufzeichnungen tats&auml;chlich technisch, betriebswirtschaftlich und praktisch get&auml;tigt habe. Zwar obliege der Kl&auml;gerin keine gesonderte Aufzeichnung des Warenausgangs nach &sect;&nbsp;144 AO. Daraus folge indes nicht, dass jegliche Einzelaufzeichnungspflicht des Warenausgangs f&uuml;r Einzelh&auml;ndler wie sie entfalle. Es gelte vielmehr die grunds&auml;tzliche Einzelaufzeichnungspflicht (&sect;&nbsp;238 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 HGB, &sect;&nbsp;145 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO), die in der Vergangenheit lediglich aus Gr&uuml;nden der Zumutbarkeit f&uuml;r bargeldintensive Betriebe des Einzelhandels aufgeweicht worden sei. Da die Kl&auml;gerin die Aufzeichnungen in elektronischer Form gef&uuml;hrt habe, sei das FA berechtigt, hierauf nach &sect;&nbsp;147 Abs.&nbsp;6 AO zuzugreifen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) war mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2013, 1186 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden im Wesentlichen der Ansicht, das FA sei &#8211;insbesondere unter Ber&uuml;cksichtigung der Grunds&auml;tze des BFH-Urteils in BFHE 86, 118, BStBl III 1966, 371&#8211; nicht berechtigt gewesen, Einsicht in die angeforderte Verkaufsdatei zu nehmen, da die Kl&auml;gerin trotz ihrer Eigenschaft als Istkaufmann (&sect;&nbsp;1 HGB) nicht verpflichtet gewesen sei, die von ihr get&auml;tigten Verk&auml;ufe im Einzelnen manuell oder auf einem Datentr&auml;ger aufzuzeichnen. Die Datenanforderung lasse sich auch nicht damit begr&uuml;nden, dass es sich um sonstige Unterlagen handele, die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;147 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 AO &quot;f&uuml;r die Besteuerung von Bedeutung&quot; seien. Zwar seien die gespeicherten Einzeldaten f&uuml;r eine r&uuml;ckschauende Verprobung des Kassenbuchs und der Tagesabschlussbons von gro&szlig;em Interesse. Bei abstrakt-genereller Betrachtung sei dies allerdings nicht der Fall, da die Tagesabschlussbons die Einzelaufzeichnungen gerade ersetzen sollten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Seine Revision begr&uuml;ndet das FA mit der Verletzung materiellen Rechts, insbesondere von &sect;&nbsp;147 Abs.&nbsp;6 AO. Als nach handelsrechtlichen Vorschriften buchf&uuml;hrungspflichtiger Kaufmann sei die Kl&auml;gerin auch als Apothekerin zur Einzelaufzeichnung ihrer Verk&auml;ufe verpflichtet. Die Frage der Zumutbarkeit einer Einzelaufzeichnung der Kassenvorg&auml;nge stelle sich in der heutigen Zeit allgemein und angesichts der tats&auml;chlich gef&uuml;hrten Aufzeichnungen im Streitfall insbesondere auch konkret nicht. Bei den Einzelaufzeichnungen handele es sich um Grundaufzeichnungen i.S. des &sect;&nbsp;147 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO, deren &Uuml;berlassung auf einem Datentr&auml;ger daher zu Recht verlangt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie macht geltend, der BFH habe mit Urteil vom 24.&nbsp;Juni 2009 VIII&nbsp;R&nbsp;80\/06 (BFHE 225, 302, BStBl II 2010, 452) entschieden, dass der Datenzugriff der Finanzverwaltung sich nur auf solche nach &sect;&nbsp;147 Abs.&nbsp;1 AO aufbewahrungspflichtigen Daten erstrecke, f&uuml;r die eine &#8211;an anderer Stelle normierte&#8211; Aufzeichnungspflicht bestehe. F&uuml;r Einzelh&auml;ndler sehe die AO indes keine Pflicht zur Einzelaufzeichnung vor. &quot;Freiwillige&quot; Aufzeichnungen wie die vorliegend von ihr gespeicherten Kasseneinzeldaten unterfielen deshalb nicht dem Datenzugriffsrecht in &sect;&nbsp;147 Abs.&nbsp;6 AO. Dass sie Aufzeichnungen tats&auml;chlich gef&uuml;hrt habe, k&ouml;nne entgegen der Ansicht des FA nicht ausreichen. Im &Uuml;brigen sei das FA auch nicht berechtigt, &quot;Dateien&quot; anzufordern, da der Finanzverwaltung der Zugriff nur auf &quot;Daten&quot; offenstehe. Davon abgesehen sei die Datenanforderung zudem nicht hinreichend bestimmt bzw. jedenfalls zu weitgehend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen FG-Urteils und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz 1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FA durfte die Kl&auml;gerin zur &Uuml;berlassung der Kassendaten in elektronisch verwertbarer Form auffordern, da sie zur Aufzeichnung der einzelnen Verk&auml;ufe sowie zur Aufbewahrung der Aufzeichnung verpflichtet war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zu Recht hat das FG angenommen, dass die Aufforderung zur Daten&uuml;berlassung vom 28.&nbsp;Oktober 2011 ein Verwaltungsakt ist (&sect;&nbsp;118 Satz&nbsp;1 AO), gegen den sich die Kl&auml;gerin mit dem Einspruch und der Anfechtungsklage zur Wehr setzen konnte (vgl. BFH-Urteil in BFHE 225, 302, BStBl II 2010, 452).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG geht weiter zutreffend davon aus, dass Voraussetzung f&uuml;r die Datenanforderung das Bestehen einer Aufzeichnungspflicht ist. Die Befugnisse aus &sect;&nbsp;147 Abs.&nbsp;6 AO stehen der Finanzbeh&ouml;rde nur in Bezug auf solche Unterlagen zu, die der Steuerpflichtige nach &sect;&nbsp;147 Abs.&nbsp;1 AO aufzubewahren hat. Der sachliche Umfang der Aufbewahrungspflicht in &sect;&nbsp;147 Abs.&nbsp;1 AO wird wiederum grunds&auml;tzlich begrenzt durch die Reichweite der zugrunde liegenden Aufzeichnungspflicht (ausf&uuml;hrlich BFH-Urteil in BFHE 225, 302, BStBl II 2010, 452, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall ist die Kl&auml;gerin zur Aufzeichnung ihrer einzelnen Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle einschlie&szlig;lich der Kassenvorg&auml;nge verpflichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;238 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 HGB ist jeder Kaufmann verpflichtet, B&uuml;cher zu f&uuml;hren und in diesen seine Handelsgesch&auml;fte und die Lage seines Verm&ouml;gens nach den Grunds&auml;tzen ordnungsm&auml;&szlig;iger Buchf&uuml;hrung (GoB) ersichtlich zu machen. &Uuml;ber &sect;&nbsp;140 AO gelten die Kaufleuten obliegenden handelsrechtlichen Buchf&uuml;hrungspflichten auch f&uuml;r die Besteuerung (vgl. Klein\/R&auml;tke, AO, 12.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;140 Rz&nbsp;1 und 4; BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;September 2007 I&nbsp;B&nbsp;53, 54\/07, BFHE 219, 19, BStBl II 2008, 415). Die handelsrechtlichen Pflichten werden zu solchen des Steuerrechts transformiert (G&ouml;rke in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;140 AO Rz&nbsp;34).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Buchf&uuml;hrung muss so beschaffen sein, dass sie einem sachverst&auml;ndigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen &Uuml;berblick &uuml;ber die Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle und &uuml;ber die Lage des Unternehmens vermitteln kann (&sect;&nbsp;238 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 HGB). Die Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle m&uuml;ssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen (&sect;&nbsp;238 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 HGB). Die Eintragungen in den B&uuml;chern und die sonst erforderlichen Aufzeichnungen m&uuml;ssen vollst&auml;ndig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorgenommen werden (&sect;&nbsp;239 Abs.&nbsp;2 HGB).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Aus der Pflicht zur Ersichtlichmachung der Handelsgesch&auml;fte und der Lage des Verm&ouml;gens unter Beachtung der GoB hat der BFH gefolgert, dies bedeute, dass grunds&auml;tzlich jedes einzelne Handelsgesch&auml;ft &#8211;einschlie&szlig;lich der sich auf die jeweiligen Handelsgesch&auml;fte beziehenden Kassenvorg&auml;nge&#8211; einzeln aufzuzeichnen sei (vgl. BFH-Urteil in BFHE 86, 118, BStBl III 1966, 371). Mit der Buchf&uuml;hrung wird u.a. der Zweck verfolgt, zu jedem Zeitpunkt einen zuverl&auml;ssigen Einblick in den Ablauf aller Gesch&auml;fte zu geben. Deswegen muss es zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt f&uuml;r einen buchf&uuml;hrungsm&auml;&szlig;ig vorgebildeten Dritten leicht und im Rahmen eines angemessenen Zeitaufwands m&ouml;glich sein, den Inhalt und den Ablauf aller Gesch&auml;fte der Vergangenheit zu &uuml;berpr&uuml;fen. Dies erfordert in der Regel die Aufzeichnung jedes einzelnen Handelsgesch&auml;fts in einem Umfang, der eine &Uuml;berpr&uuml;fung seiner Grundlagen, seines Inhalts und seiner Bedeutung f&uuml;r den Betrieb erm&ouml;glicht. Daf&uuml;r bedarf es prinzipiell nicht nur der Aufzeichnung der in Geld bestehenden Gegenleistung, sondern auch des Inhalts des Gesch&auml;fts und des Namens des Vertragspartners (BFH-Urteil in BFHE 86, 118, BStBl III 1966, 371). Es ist auch in der Literatur allgemein anerkannt, dass die GoB grunds&auml;tzlich eine einzelne Erfassung eines jeden Gesch&auml;ftsvorfalls erfordern und zusammengefasste oder verdichtete Buchungen demzufolge voraussetzen, dass sie eindeutig in ihre Einzelpositionen aufgegliedert werden k&ouml;nnen (vgl. z.B. Adler\/D&uuml;ring\/Schmaltz, Rechnungslegung und Pr&uuml;fung der Unternehmen, 6.&nbsp;Aufl., HGB &sect;&nbsp;239 Rz&nbsp;12; Quick\/Wolz in Baetge\/ Kirsch\/Thiele, Bilanzrecht, &sect;&nbsp;238 HGB Rz&nbsp;42 und &sect;&nbsp;239 HGB Rz&nbsp;23; M&uuml;nchKommHGB\/Ballwieser, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;239 Rz&nbsp;2; Baetge\/Kirsch\/Thiele in K&uuml;ting\/Pfitzer\/Weber, Handbuch der Rechnungslegung, Einzelabschluss, Kap.&nbsp;4 Rz&nbsp;51 und 56).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r bar erlangte Kasseneinnahmen hat der BFH in diesem Zusammenhang unmissverst&auml;ndlich klargestellt, dass der nach den GoB aufzeichnungspflichtige Gesch&auml;ftsvorfall gerade nicht nur der am Ende eines Tages insgesamt vereinnahmte Betrag (Tageslosung) ist, weil die Tatsache der sofortigen Bezahlung der Leistung es nicht rechtfertigt, die einzelnen Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle nicht auch einzeln mit Benennung des Kunden, der Art der T&auml;tigkeit und der Bareinnahme aufzuzeichnen (BFH-Urteil in BFHE 86, 118, BStBl III 1966, 371).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Da die GoB indes nur eine Einzelaufzeichnung der Kassenvorg&auml;nge im Rahmen des nach Art und Umfang des Gesch&auml;ftes Zumutbaren verlangen, hat der BFH die Einzelaufzeichnungspflicht f&uuml;r Einzelhandelsgesch&auml;fte &#8211;in Betrieben, in denen Waren von geringerem Wert an eine unbestimmte Vielzahl nicht bekannter und auch nicht feststellbarer Personen verkauft werden&#8211; dahingehend eingeschr&auml;nkt, dass die baren Betriebseinnahmen in der Regel nicht einzeln aufgezeichnet zu werden brauchen (BFH-Urteil in BFHE 86, 118, BStBl III 1966, 371). Ausschlaggebend f&uuml;r den BFH war insoweit, dass es technisch, betriebswirtschaftlich und praktisch unm&ouml;glich war, an die Aufzeichnung der einzelnen zahlreichen baren Kassenvorg&auml;nge in Einzelhandelsgesch&auml;ften gleiche Anforderungen wie bei anderen Handelsgesch&auml;ften zu stellen, n&auml;mlich zur Identifizierung und zur Bestimmung des Inhalts des Gesch&auml;fts Namen und Anschrift des Kunden und den Gegenstand des Kaufvertrages festzuhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Die Frage, ob die nach den vorstehenden Ausf&uuml;hrungen grunds&auml;tzlich gegebene Verpflichtung zur Einzelaufzeichnung eines jeden Gesch&auml;ftsvorfalls aus Gr&uuml;nden der Unzumutbarkeit einzuschr&auml;nken ist, ist &#8211;anders als im BFH-Urteil in BFHE 86, 118, BStBl III 1966, 371&#8211; im Streitfall zu verneinen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine den GoB entsprechende Buchf&uuml;hrung setzt voraus, dass die Eintragungen in die B&uuml;cher und sonst erforderliche Aufzeichnungen vollst&auml;ndig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorgenommen werden (&sect;&nbsp;239 Abs.&nbsp;2 HGB, &sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO). Es besteht jedoch keine gesetzliche Vorgabe, wie (Kassen-)Aufzeichnungen zu f&uuml;hren sind. So k&ouml;nnen Handelsb&uuml;cher und sonst erforderliche Aufzeichnungen grunds&auml;tzlich auch in der geordneten Ablage von Belegen bestehen oder auf Datentr&auml;gern gef&uuml;hrt werden (&sect;&nbsp;239 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 HGB, &sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO). Der Steuerpflichtige ist in der Wahl des Aufzeichnungsmittels somit frei und kann entscheiden, ob er seine Warenverk&auml;ufe manuell oder unter Zuhilfenahme technischer Hilfsmittel &#8211;wie eben einer elektronischen Registrier- oder PC-Kasse&#8211; erfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entscheidet der Steuerpflichtige sich &#8211;wie im Streitfall&#8211; f&uuml;r ein modernes PC-Kassensystem, das zum einen s&auml;mtliche Kassenvorg&auml;nge einzeln und detailliert aufzeichnet (mithin insbesondere die in Geld bestehende Gegenleistung sowie den Inhalt des Gesch&auml;fts) und zum anderen auch eine langfristige Aufbewahrung (Speicherung) der get&auml;tigten Einzelaufzeichnungen erm&ouml;glicht, kommt er gerade damit der ihm obliegenden Verpflichtung zur Aufzeichnung der einzelnen Verk&auml;ufe nach. Er kann sich in diesem Fall nicht (mehr) auf die Unzumutbarkeit der Aufzeichnungsverpflichtung berufen. Bei Verwendung einer PC-Kasse ist die mit ihr bewirkte Einzelaufzeichnung auch zumutbar (so auch Harle\/Olles, Die steuerliche Betriebspr&uuml;fung &#8211;StBp&#8211; 2013, 333, 335).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Etwas anderes ergibt sich &#8211;entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin&#8211; weder aus dem BFH-Urteil vom 26.&nbsp;Februar 2004 XI&nbsp;R&nbsp;25\/02 (BFHE 205, 249, BStBl II 2004, 599) noch aus den Senatsbeschl&uuml;ssen vom 16.&nbsp;Februar 2006 X&nbsp;B&nbsp;57\/05 (BFH\/NV 2006, 940) sowie vom 7.&nbsp;Februar 2008 X&nbsp;B&nbsp;189\/07 (nicht ver&ouml;ffentlicht).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Im Urteil in BFHE 205, 249, BStBl II 2004, 599 hat der BFH zwar auf die Ausnahme von der Pflicht zur Einzelaufzeichnung hingewiesen, hier&uuml;ber aber &#8211;da es um einen nicht buchf&uuml;hrungspflichtigen, im Taxigewerbe t&auml;tigen Gewerbetreibenden ging&#8211; nicht tragend entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Im Beschluss in BFH\/NV 2006, 940 ermittelte die dortige Kl&auml;gerin ihren Gewinn durch Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) und nicht durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich. Aus der Entscheidung ergibt sich lediglich, dass Steuerpflichtige, die ihren Gewinn zul&auml;ssigerweise durch Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung ermitteln, zwar &uuml;ber &sect;&nbsp;22 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;63 bis 68 der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung zu Einzelaufzeichnungen, nicht aber deshalb auch zur F&uuml;hrung eines Kassenbuches verpflichtet sind; dies ergebe sich weder aus &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG noch aus &sect;&sect;&nbsp;145, 146 AO oder &sect;&nbsp;22 UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Zwar ging es in dem dem Beschluss vom 7.&nbsp;Februar 2008 X&nbsp;B&nbsp;189\/07 zugrunde liegenden Fall um einen Lebensmitteleinzelh&auml;ndler. Dieser war indes nicht buchf&uuml;hrungspflichtig, sondern ermittelte seinen Gewinn durch Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG, was voraussetzt, dass sein Betrieb keinen nach Art oder Umfang in kaufm&auml;nnischer Weise eingerichteten Gesch&auml;ftsbetrieb erforderte. Der Senat hat zwar &#8211;wenn auch unter Verweis auf das BFH-Urteil in BFHE 86, 118, BStBl III 1966, 371&#8211; ausgef&uuml;hrt, dem Kl&auml;ger sei eine Einzelaufzeichnungspflicht nicht zuzumuten. Hieraus kann jedoch nicht geschlossen werden, dass er generell auch f&uuml;r buchf&uuml;hrungspflichtige Einzelh&auml;ndler an der Befreiung von der Pflicht zur Einzelaufzeichnung festhalten wollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin ergibt sich aus den &sect;&sect;&nbsp;143&nbsp;ff. AO nichts anderes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Wie oben bereits ausgef&uuml;hrt, werden die handelsrechtlichen Pflichten &uuml;ber &sect;&nbsp;140 AO zu solchen des Steuerrechts. &sect;&nbsp;145 AO hat demzufolge f&uuml;r diejenigen Steuerpflichtigen, die &#8211;wie die Kl&auml;gerin&#8211; bereits nach den handelsrechtlichen Vorschriften buchf&uuml;hrungspflichtig sind, keine eigene Bedeutung, da diese den handelsrechtlichen GoB unmittelbar unterworfen sind (G&ouml;rke in HHSp, &sect;&nbsp;145 AO Rz&nbsp;6). Durch &sect;&nbsp;145 AO wird die Geltung der GoB im Steuerrecht nicht eingeschr&auml;nkt. Die steuerrechtlichen Anforderungen an eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Buchf&uuml;hrung sind vielmehr mit den handelsrechtlichen GoB abgestimmt (Koenig\/Coester, Abgabenordnung, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;145 Rz&nbsp;5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von daher geht auch der Verweis der Kl&auml;gerin auf das BFH-Urteil vom 11.&nbsp;August 1992 VII&nbsp;R&nbsp;90\/91 (BFH\/NV 1993, 346) ins Leere. Zwar f&uuml;hrt der VII.&nbsp;Senat dort (unter 3.b) aus, die &sect;&sect;&nbsp;145, 146 AO k&ouml;nnten Aufzeichnungspflichten nicht begr&uuml;nden, da die Anwendung dieser Vorschriften gerade eine ausdr&uuml;ckliche gesetzliche Aufzeichnungsverpflichtung zur Voraussetzung habe. Die Kl&auml;gerin verkennt jedoch, dass sie als Ist-Kaufmann bereits aufgrund der GoB ausdr&uuml;cklich gesetzlich zu Aufzeichnungen verpflichtet ist, w&auml;hrend der Steuerpflichtige in dem der Entscheidung in BFH\/NV 1993, 346 zugrunde liegenden Fall gerade nicht aufgrund gesetzlicher Vorschriften B&uuml;cher f&uuml;hren und regelm&auml;&szlig;ig Abschl&uuml;sse machen musste (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 1993, 346, unter 3.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch die &sect;&sect;&nbsp;143, 144 AO stehen einer Einzelaufzeichnungspflicht f&uuml;r Einzelh&auml;ndler nicht von vornherein entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ist insoweit der Ansicht, da &sect;&nbsp;143 AO alle gewerblichen Unternehmer zur gesonderten Aufzeichnung des Wareneingangs, &sect;&nbsp;144 AO dagegen nur Gro&szlig;h&auml;ndler zur gesonderten Aufzeichnung des Warenausgangs in Gestalt der zur gewerblichen Weiterverwendung bestimmten Waren verpflichte, ergebe sich aus deren Zusammenschau der Wille des Gesetzgebers, Einzelh&auml;ndler wie sie von einer Verpflichtung zur Einzelaufzeichnung auszunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem vermag der erkennende Senat nicht zu folgen. &sect;&nbsp;144 AO statuiert &#8211;wie &sect;&nbsp;143 AO&#8211; eine selbst&auml;ndige, von sonstigen Buchf&uuml;hrungspflichten unabh&auml;ngige (gesonderte) Aufzeichnungspflicht und nimmt den Aufzeichnungspflichtigen speziell zur &Uuml;berpr&uuml;fung der steuerlichen Verh&auml;ltnisse Dritter in Dienst (G&ouml;rke in HHSp, &sect;&nbsp;144 AO Rz&nbsp;2). Hierzu geh&ouml;rt der Kundenkreis eines Einzelh&auml;ndlers gerade nicht. Wesentlich f&uuml;r die in &sect;&nbsp;144 AO geregelte Aufzeichnungspflicht des Warenausgangs ist demzufolge u.a. auch die Aufzeichnung des Namens oder der Firma und der Anschrift des Abnehmers (&sect;&nbsp;144 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 AO), was von einem Einzelh&auml;ndler regelm&auml;&szlig;ig nur dann gefordert werden kann, wenn es f&uuml;r ihn zumutbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus der gesonderten Aufzeichnungspflicht f&uuml;r Gro&szlig;h&auml;ndler nach &sect;&nbsp;144 AO kann nicht der Schluss gezogen werden, Einzelh&auml;ndler h&auml;tten hinsichtlich ihrer Ausgangsleistungen keine Aufzeichnungspflichten zu erf&uuml;llen. Vielmehr entbindet die Aufzeichnung des Warenausgangs nach &sect;&nbsp;144 AO den Gro&szlig;h&auml;ndler auch dann nicht von weiteren Aufzeichnungspflichten (generelle Pflicht zur Einzelaufzeichnung aller Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle, Aufzeichnungen nach &sect;&nbsp;22 UStG), wenn sich insoweit &Uuml;berschneidungen ergeben. Dies berechtigt ihn allenfalls dazu, die verschiedenen Aufzeichnungen ggf. in einer Datensammlung technisch zusammenzufassen, sofern dies s&auml;mtlichen Aufzeichnungsanforderungen gen&uuml;gt (G&ouml;rke in HHSp, &sect;&nbsp;144 AO Rz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;143 AO Rz&nbsp;5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>g) Mit den vorstehenden Ausf&uuml;hrungen weicht der erkennende Senat nicht von der Entscheidung in BFHE 86, 118, BStBl III 1966, 371 ab. Dem steht schon entgegen, dass die damalige, vom IV.&nbsp;Senat des BFH entschiedene Fallkonstellation, die sich auf das Streitjahr 1956 bezog, angesichts ver&auml;nderter technischer M&ouml;glichkeiten nicht mit dem vorliegend zu entscheidenden, mehr als 50&nbsp;Jahre sp&auml;ter liegenden Fall vergleichbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>h) Klarstellend weist der Senat darauf hin, dass die nach den vorstehenden Ausf&uuml;hrungen grunds&auml;tzlich auch f&uuml;r Einzelh&auml;ndler geltende Pflicht zur Einzelaufzeichnung der Bareinnahmen nicht bedeutet, dass diese k&uuml;nftig einzeln gebucht werden m&uuml;ssen. Ausreichend ist insoweit &#8211;wie bisher&#8211; die Verbuchung der zusammengefassten Tageslosung. Entscheidend ist, dass diese sich auf die einzeln erfassten Verk&auml;ufe zur&uuml;ckf&uuml;hren l&auml;sst und &#8211;ggf. unter Zuhilfenahme des Warenwirtschaftssystems&#8211; nachweisbar sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Als Folge der Pflicht, die baren Betriebseinnahmen einzeln aufzuzeichnen, unterliegen die von der Kl&auml;gerin mittels der PC-Kasse gefertigten Aufzeichnungen der Aufbewahrungspflicht des &sect;&nbsp;147 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der sachliche Umfang der Aufbewahrungspflicht wird &#8211;wie oben bereits ausgef&uuml;hrt&#8211; grunds&auml;tzlich begrenzt durch die Reichweite der zugrunde liegenden Aufzeichnungspflicht. Die Pflicht zur Aufbewahrung von Unterlagen ist akzessorisch. Das hei&szlig;t, sie setzt stets eine Aufzeichnungspflicht voraus und besteht grunds&auml;tzlich nur im Umfang der Aufzeichnungspflicht (grundlegend BFH-Urteil in BFHE 225, 302, BStBl II 2010, 452, mit umfangreichen Nachweisen). Eine eigenst&auml;ndige Pflicht zur Aufbewahrung von Unterlagen, die nicht mit einer Pflicht zur Aufzeichnung von Daten in Zusammenhang stehen, ist &sect;&nbsp;147 Abs.&nbsp;1 AO nicht zu entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zutreffend geht das FA davon aus, dass es sich bei den vorliegend mit Hilfe einer PC-Kasse einzeln aufgezeichneten Bareinnahmen (Ums&auml;tze\/Warenverk&auml;ufe) um Grundaufzeichnungen i.S. des &sect;&nbsp;147 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO und keineswegs um &quot;freiwillige&quot; Aufzeichnungen handelt. Zu &quot;freiwilligen&quot; Aufzeichnungen kommt es auch nicht etwa deshalb, weil die Anschaffung der Kasse mit den damit verbundenen Aufzeichnungsm&ouml;glichkeiten prim&auml;r aus betriebswirtschaftlichen Gr&uuml;nden erfolgt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Davon unabh&auml;ngig sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;147 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 AO insbesondere auch die Tagesendsummenbons (Z-Bons) als Beleg &uuml;ber die Buchung der verdichteten Tagessummen aufzubewahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Zu Unrecht meint die Kl&auml;gerin, sie sei in den Streitjahren 2007 bis 2009 jedenfalls im Hinblick auf das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 9.&nbsp;Januar 1996 IV&nbsp;A&nbsp;8-S&nbsp;0310-5\/95 (BStBl I 1996, 34) nur zur Aufbewahrung und Speicherung der Z-Bons verpflichtet gewesen. Es handelt sich bei diesem BMF-Schreiben um eine norminterpretierende Verwaltungsvorschrift, die als solche keine Rechtsnormqualit&auml;t besitzt und die Gerichte nicht bindet (vgl. BFH-Urteil vom 24.&nbsp;September 2013 VI&nbsp;R&nbsp;48\/12, BFH\/NV 2014, 341).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Norminterpretierende Verwaltungsanweisungen, die die gleichm&auml;&szlig;ige Auslegung und Anwendung des Rechts sichern sollen, k&ouml;nnen im Allgemeinen weder eine einer Rechtsnorm vergleichbare Bindung aller Rechtsanwender noch eine Bindung nach dem Grundsatz von Treu und Glauben herbeif&uuml;hren. Eine von den Gerichten zu beachtende Selbstbindung der Verwaltung besteht lediglich ausnahmsweise in dem Bereich der ihr vom Gesetz einger&auml;umten Entscheidungsfreiheit, also im Bereich des Ermessens, der Billigkeit (z.B. bei &Auml;nderung der Rechtsprechung) und der Typisierung oder Pauschalierung (BFH-Urteile vom 26.&nbsp;April 1995 XI&nbsp;R&nbsp;81\/93, BFHE 178, 4, BStBl II 1995, 754, und vom 7.&nbsp;Dezember 2005 I&nbsp;R&nbsp;123\/04, BFH\/NV 2006, 1097). Um einen solchen Fall handelt es sich bei der Gew&auml;hrung von Aufbewahrungserleichterungen f&uuml;r Kassengrundaufzeichnungen indes nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Da die Kl&auml;gerin zur Aufzeichnung der einzelnen Verk&auml;ufe und zur Aufbewahrung der entsprechenden Aufzeichnungen verpflichtet war, durfte das FA im Rahmen der Au&szlig;enpr&uuml;fung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;147 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO die mit Hilfe eines Datenverarbeitungssystems (PC-Kasse) erstellten Daten auf einem maschinell verwertbaren Datentr&auml;ger zur Pr&uuml;fung anfordern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Unsch&auml;dlich ist zun&auml;chst, dass die Daten mittels eines der eigentlichen Buchf&uuml;hrung vorgelagerten (Kassen-)Systems erstellt wurden, da dem Datenzugriff grunds&auml;tzlich auch die Daten aus vorgeschalteten Systemen oder Nebensystemen unterfallen (z.B. Sch&uuml;&szlig;ler, Der Datenzugriff der Finanzverwaltung im Rahmen der (digitalen) Au&szlig;enpr&uuml;fung, S.&nbsp;76, m.w.N.; vgl. auch Jochum, Die Mitwirkungspflichten des Steuerpflichtigen in der Au&szlig;enpr&uuml;fung, S.&nbsp;195&nbsp;ff.). Dies ist jedenfalls dann der Fall, wenn die in einem Vorsystem &#8211;wie einem Kassensystem&#8211; erzeugten (steuerrelevanten und aufbewahrungspflichtigen) Daten in verdichteter Form in das eigentliche Buchf&uuml;hrungssystem &uuml;bergeben werden (vgl. hierzu auch BMF-Schreiben vom 14.&nbsp;November 2014 IV&nbsp;A&nbsp;4&nbsp;&#8211;&nbsp;S&nbsp;0316\/13\/10003, BStBl I 2014, 1450, insb. Rz&nbsp;20).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit die Kl&auml;gerin meint, die Anforderung sei schon deshalb rechtswidrig, weil sie zu unbestimmt sei bzw. weil das FA keine Daten, sondern eine Datei angefordert habe, greift dieser Einwand nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung ist zun&auml;chst davon auszugehen, dass der Gesetzgeber auch eine &quot;Datei&quot; &#8211;also einen Bestand inhaltlich zusammengeh&ouml;riger Daten, der auf einem Datentr&auml;ger oder Speichermedium abgelegt und gespeichert ist&#8211; meint, wenn er in &sect;&nbsp;147 Abs.&nbsp;6 AO von &quot;Daten&quot; spricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Datenzugriffsm&ouml;glichkeit der Finanzverwaltung setzt zwingend voraus, dass die zun&auml;chst &quot;fl&uuml;chtigen&quot; Daten (im Streitfall die Informationen im Zusammenhang mit den einzelnen Verkaufsvorg&auml;ngen) systematisch in einer Datei abgelegt werden und so erhalten bleiben. Dass die Datei ggf. f&uuml;r den Datenzugriff &quot;neu&quot; erzeugt werden muss, ist ebenfalls kein Hinderungsgrund, sondern vielmehr Folge der der Finanzverwaltung in &sect;&nbsp;147 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 AO einger&auml;umten M&ouml;glichkeit der Anforderung eines Datentr&auml;gers (sog. &quot;Z3 Zugriff&quot;; zu den Datenzugriffsm&ouml;glichkeiten der Finanzverwaltung vgl. z.B. Burchert, Die Information f&uuml;r Steuerberater und Wirtschaftspr&uuml;fer, 2006, 744, 745&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dem FA war zudem bekannt, dass das von der Kl&auml;gerin verwandte Apothekenkassensystem des Anbieters X vorsah, die Daten des Warenverkaufsjournals zur Erm&ouml;glichung des Datenzugriffs der Finanzverwaltung in einer speziellen Datei (&quot;vk_verkaeufe&#8230;csv&quot;) abzulegen. Dementsprechend durfte das FA davon ausgehen, in dieser Datei bef&auml;nden sich die steuerrelevanten Kassendaten (Grundaufzeichnungen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat keine Bedenken, dass das FA in diesem Fall zur Bestimmung der Datenanforderung den vom System vorgegebenen Dateinamen verwandt hat, zumal das FA mehrfach unmissverst&auml;ndlich klargestellt hat, es gehe um die &quot;Einzeldaten der Registrierkasse (Journal der EDV-Kasse)&quot; bzw. um die &quot;von der Firma X gelieferten Daten &uuml;ber die Warenverk&auml;ufe&quot; und der Bestandteil &quot;vk_verkaeufe&quot; die Steuerrelevanz der (Grund-)Aufzeichnungen impliziert. Zweifel, worauf sich das Datenanforderungsverlangen des FA bezog, konnten bei der Kl&auml;gerin nicht entstehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine &#8211;wie die Kl&auml;gerin fordert&#8211; detaillierte Auflistung der einzelnen Datens&auml;tze w&uuml;rde dagegen voraussetzen, dass die Finanzverwaltung nicht nur den Anbieter sowie das System bzw. Programm mit seinem Inhalt und der jeweiligen Arbeitsweise, sondern bspw. auch die Programmversion im Einzelnen kennt. Bei der Vielzahl der auf dem Markt vorhandenen unterschiedlichen Systeme und Programme sowie ihrer Schnelllebigkeit wird der Finanzverwaltung dies regelm&auml;&szlig;ig nicht m&ouml;glich sein. Die Anforderungen an die Verwaltung w&uuml;rden &uuml;berspannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Mit der Anforderung der &quot;Einzeldaten der Registrierkasse (Journal der EDV-Kasse)&quot; und der &quot;von der Firma X gelieferten Daten &uuml;ber die Warenverk&auml;ufe&quot; verst&ouml;&szlig;t das FA auch nicht gegen das &Uuml;berma&szlig;verbot.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Bereitstellung der standardisierten Datei &quot;vk_verkaeufe&quot; im csv-Format f&uuml;r den Datenexport im Rahmen der digitalen Au&szlig;enpr&uuml;fung hat X f&uuml;r die Kl&auml;gerin die dieser obliegende Qualifizierung der steuerlich relevanten Kassendaten &uuml;bernommen. Soweit die Kl&auml;gerin der Ansicht sein sollte, einzelne in der Datei enthaltene Daten seien nicht steuerrelevant, obliegt es ihr, diese zu selektieren (sog. Erstqualifikationsrecht, vgl. z.B. BMF-Schreiben vom 14.&nbsp;November 2014 IV&nbsp;A&nbsp;4&nbsp;&#8211;S0316\/13\/10003, BStBl I 2014, 1450, Rz&nbsp;160&nbsp;f.; Institut der Wirtschaftspr&uuml;fer in Deutschland e.V. &#8211;IDW&#8211;, FN-IDW 2012 [Beiheft zu Nr.&nbsp;11], B&nbsp;12). Hat sie bspw. in der Datei patientenbezogene Daten abgelegt, deren Herausgabe sie nach &sect;&nbsp;102 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;c AO verweigern darf (vgl. BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Oktober 2009 VIII&nbsp;R&nbsp;78\/05, BFHE 227, 338, BStBl II 2010, 455, unter II.4.g&nbsp;dd f&uuml;r einen Rechtsanwalt\/Steuerberater als Berufsgeheimnistr&auml;ger), kann sie diese aus der Datei entfernen. Ist ihr dies nicht m&ouml;glich, kann sie den Zugriff auf die Datei &quot;vk_verkaeufe&#8230;csv&quot; mit den Kasseneinzeldaten nicht verweigern (zutreffend Bellinger, StBp 2011, 305, 308; ders. StBp 2013, 278, 279; vgl. auch BFH-Beschluss in BFHE 219, 19, BStBl II 2008, 415, unter II.4.). Sie tr&auml;gt die Verantwortung und damit auch das Risiko, wenn sie steuerrelevante und nicht steuerrelevante Daten ununterscheidbar vermengt haben sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Anzeichen, dass das FA sein Ermessen, ob und in welcher Form es auf Daten Zugriff nehmen m&ouml;chte, fehlerhaft ausge&uuml;bt haben k&ouml;nnte, sind nicht ersichtlich. Ermessensfehler werden von der Kl&auml;gerin auch nicht geltend gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.12.2014, X R 42\/13 M&ouml;glichkeit des Zugriffs auf Kassendaten einer Apotheke im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung Leits&auml;tze 1. Die Grunds&auml;tze ordnungsm&auml;&szlig;iger Buchf&uuml;hrung verpflichten Einzelh&auml;ndler wie z.B. Apotheker, im Rahmen der Zumutbarkeit s&auml;mtliche Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle einschlie&szlig;lich der &uuml;ber die Kasse bar vereinnahmten Ums&auml;tze einzeln aufzuzeichnen. 2. Verwendet ein Einzelh&auml;ndler, der in seinem Betrieb im allgemeinen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-42-13-moeglichkeit-des-zugriffs-auf-kassendaten-einer-apotheke-im-rahmen-einer-aussenpruefung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;42\/13 &#8211; M&ouml;glichkeit des Zugriffs auf Kassendaten einer Apotheke im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-64538","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64538","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64538"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64538\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64538"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64538"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64538"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}