{"id":64545,"date":"2015-05-15T09:58:09","date_gmt":"2015-05-15T07:58:09","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64545"},"modified":"2015-05-15T09:58:09","modified_gmt":"2015-05-15T07:58:09","slug":"i-r-3-13-kein-wahlrecht-zur-ueberschussrechnung-fuer-gesellschafter-einer-nach-englischem-recht-bilanzierenden-personengesellschaft-partnership-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-3-13-kein-wahlrecht-zur-ueberschussrechnung-fuer-gesellschafter-einer-nach-englischem-recht-bilanzierenden-personengesellschaft-partnership-2\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;3\/13 &#8211; Kein &quot;Wahlrecht&quot; zur &Uuml;berschussrechnung f&uuml;r Gesellschafter einer nach englischem Recht bilanzierenden Personengesellschaft (Partnership)"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.12.2014, I R 3\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein &quot;Wahlrecht&quot; zur &Uuml;berschussrechnung f&uuml;r Gesellschafter einer nach englischem Recht bilanzierenden Personengesellschaft (Partnership)<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 15. November 2012&nbsp;&nbsp;11 K 3175\/09 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Hessische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die verheirateten Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) wurden f&uuml;r das Streitjahr (2007) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger beteiligte sich mit einer Einlage von &#8230; EUR an der in London ans&auml;ssigen &#8230; Partnership (im Folgenden: P), die nach ihrer Satzung u.a. mit Edelmetallen handelte. Im Dezember 2007 erwarb sie Gold zu einem Preis von &#8230; EUR. Obgleich die P &#8211;so die tats&auml;chlichen Feststellungen des Finanzgerichts (FG)&#8211; entsprechend ihrer nach britischem Recht bestehenden Verpflichtung zum 31.&nbsp;Dezember 2007 eine Bilanz erstellt hatte, machte der Kl&auml;ger aus seiner Beteiligung im Rahmen des sog. negativen Progressionsvorbehalts nach &sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes 2002 (EStG 2002) einen gem&auml;&szlig; &Uuml;berschussrechnung (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG 2002) ermittelten Verlust in H&ouml;he von &#8230; EUR geltend. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte dem nicht. Er ging zwar &#8211;ebenso wie der Kl&auml;ger&#8211; davon aus, dass die Eink&uuml;nfte aus der Beteiligung an der P nach Art.&nbsp;XVIII Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a i.V.m. Art.&nbsp;III Abs.&nbsp;2 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Vereinigten K&ouml;nigreich Gro&szlig;britannien und Nordirland zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverk&uuml;rzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen vom 26.&nbsp;November 1964 (BGBl II 1966, 359, BStBl I 1966, 730) i.d.F. des Revisionsprotokolls vom 23.&nbsp;M&auml;rz 1970 (BGBl II 1971, 46, BStBl I 1971, 140) &#8211;DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970&#8211; von der inl&auml;ndischen Einkommensbesteuerung auszunehmen seien. Zu ber&uuml;cksichtigen sei aber der nach bilanziellen Grunds&auml;tzen zu ermittelnde Verlustanteil; der sich hierbei anzusetzende Betrag (&#8230; EUR) wirke sich allerdings auf die H&ouml;he der festzusetzenden Einkommensteuer nicht aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der nach erfolglosem Einspruch erhobenen Klage hat das FG stattgegeben. Es hat hierzu u.a. ausgef&uuml;hrt, dass die P nicht origin&auml;r gewerblich t&auml;tig, jedoch nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 EStG 2002 gewerblich gepr&auml;gt gewesen sei mit der Folge, dass die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers nach Art.&nbsp;VIII DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 in der Bundesrepublik Deutschland besteuert werden k&ouml;nnten. Da &#8211;so die Vorinstanz weiter&#8211; f&uuml;r den Kl&auml;ger keine Bilanzierungspflicht bestanden habe, sei der erkl&auml;rte Verlust aus Gewerbebetrieb (&#8230; EUR) bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte zu ber&uuml;cksichtigen und die Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr auf 0&nbsp;EUR festzusetzen (Hessisches FG, Urteil vom 15.&nbsp;November 2012&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;3175\/09, Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 503).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision beantragt das FA sinngem&auml;&szlig;, das vorinstanzliche Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das FG ist zu Unrecht davon ausgegangen, dass der Kl&auml;ger befugt gewesen sei, die Eink&uuml;nfte aus seiner Beteiligung an der P nach der &Uuml;berschussrechnung des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG 2002 zu ermitteln. Allerdings hat die Vorinstanz keine Feststellungen zu den im Rahmen einer bilanziellen Gewinnermittlung anzusetzenden Eink&uuml;nften getroffen. Das Urteil des FG ist deshalb aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an die Vorinstanz zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG 2002 k&ouml;nnen Steuerpflichtige (nur dann) den Gewinn als &Uuml;berschuss der Betriebseinnahmen &uuml;ber die Betriebsausgaben ansetzen, wenn sie &#8211;erstens&#8211; nicht aufgrund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet sind, B&uuml;cher zu f&uuml;hren und regelm&auml;&szlig;ig Abschl&uuml;sse zu machen, und &#8211;zweitens&#8211; auch keine B&uuml;cher f&uuml;hren und keine Abschl&uuml;sse machen. Der Senat hat hierzu mit Urteil vom 25.&nbsp;Juni 2014 I&nbsp;R&nbsp;24\/13 (BFHE 246, 404,BStBl II 2015, 141) entschieden, dass im Falle einer (mitunternehmerischen) atypisch stillen Beteiligung eines im Inland ans&auml;ssigen Gesellschafters an einer &ouml;sterreichischen Kapitalgesellschaft, die im Inland &uuml;ber keine Betriebsst&auml;tte verf&uuml;gt, jedoch aufgrund gesetzlicher Vorschriften (n&auml;mlich des &ouml;sterreichischen Rechts) verpflichtet ist, B&uuml;cher zu f&uuml;hren und regelm&auml;&szlig;ig Abschl&uuml;sse zu machen, oder die dies freiwillig tut, der atypisch stille Gesellschafter nicht befugt ist, seinen Gewinn aus der Beteiligung nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG 2002 als &Uuml;berschuss der Betriebseinnahmen &uuml;ber die Betriebsausgaben anzusetzen. Dazu hat der Senat erl&auml;utert, dass die Gesamtbilanz der atypisch stillen Gesellschaft (Mitunternehmerschaft) aus der Handels- und Steuerbilanz ihres Gesch&auml;ftsinhabers (Kapitalgesellschaft) abzuleiten ist und demgem&auml;&szlig; alle Mitunternehmer einer einheitlichen Gewinnermittlung auf der Grundlage eines Betriebsverm&ouml;gensvergleichs unterworfen sind. Gleiches muss (erst recht) f&uuml;r den anh&auml;ngigen Streitfall gelten, der nach den Feststellungen des FG dadurch gekennzeichnet ist, dass die P als selbst&auml;ndiges Subjekt der Eink&uuml;nftequalifikation und Eink&uuml;nfteermittlung eine Bilanz erstellt hat. Demnach kann es &#8211;entgegen der Beurteilung der Vorinstanz&#8211; auch nicht in Betracht kommen, bei der Einkommensteuerveranlagung des Streitjahres einen nach den &Uuml;berschussgrunds&auml;tzen des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG 2002 berechneten Verlustanteil des Kl&auml;gers anzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Sache ist allerdings nicht spruchreif, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich im Rahmen des Betriebsverm&ouml;gensvergleichs f&uuml;r den Kl&auml;ger unter Ber&uuml;cksichtigung etwaiger Sonderbetriebsausgaben ein &#8211;wenn auch geringerer&#8211; Verlust ergibt. Da das FG hierzu aber &#8211;von seinem Standpunkt aus folgerichtig&#8211; keine Feststellungen getroffen hat, sieht der Senat keine Veranlassung, zur rechtlichen Gesamtw&uuml;rdigung des Sachverhalts durch das FG abschlie&szlig;end Stellung zu nehmen. Letzteres erscheint erst dann angezeigt, wenn die vom FG aufgeworfenen Rechtsfragen tats&auml;chlich unter Ber&uuml;cksichtigung der Darlegungen zu II.1. der Gr&uuml;nde dieses Urteils entscheidungserheblich sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.12.2014, I R 3\/13 Kein &quot;Wahlrecht&quot; zur &Uuml;berschussrechnung f&uuml;r Gesellschafter einer nach englischem Recht bilanzierenden Personengesellschaft (Partnership) Tenor Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 15. November 2012&nbsp;&nbsp;11 K 3175\/09 aufgehoben. Die Sache wird an das Hessische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen. 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