{"id":64654,"date":"2015-07-10T15:57:55","date_gmt":"2015-07-10T13:57:55","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64654"},"modified":"2015-07-10T15:58:18","modified_gmt":"2015-07-10T13:58:18","slug":"i-k-1-14-zulaessigkeit-einer-nichtigkeitsklage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-k-1-14-zulaessigkeit-einer-nichtigkeitsklage\/","title":{"rendered":"I&nbsp;K&nbsp;1\/14 &#8211; Zul&auml;ssigkeit einer Nichtigkeitsklage"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.1.2015, I K 1\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Zul&auml;ssigkeit einer Nichtigkeitsklage<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Verfahrens tr&auml;gt die Kl&auml;gerin.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin begehrt die Wiederaufnahme des Revisionsverfahrens unter Aufhebung des Senatsurteils vom 21.&nbsp;Mai 2014 I&nbsp;R&nbsp;85\/12 (BFH\/NV 2014, 1588). In diesem Verfahren war zwischen den Beteiligten streitig, ob die Voraussetzungen f&uuml;r eine Hinzurechnung von sog. Dauerschuldentgelten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG 1999\/2002) in den Jahren 1999 bis 2003 (Streitjahre) erf&uuml;llt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin, eine GmbH, erwarb im Jahr 1999 Wirtschaftsg&uuml;ter von der A-KG, um einen Gesch&auml;ftsbetrieb zu er&ouml;ffnen. Als Gegenleistung vereinbarten die Parteien einen Barkaufpreis, eine &Uuml;bernahme von Passiva der A-KG und eine Verpflichtung der Kl&auml;gerin, die A-KG hinsichtlich der von ihr zu leistenden Aufwendungen aus (dort verbleibenden) Pensionsverpflichtungen gegen&uuml;ber Pension&auml;ren und ausgeschiedenen Mitarbeitern &quot;schadlos zu halten&quot; (Freistellung im Innenverh&auml;ltnis zwischen der A-KG und der Kl&auml;gerin). Die A-KG bilanzierte die mit der Freistellungsverpflichtung verbundenen Pensionsr&uuml;ckstellungen nach Ma&szlig;gabe des &sect;&nbsp;6a des Einkommensteuergesetzes 1997\/2002. In den Bilanzen der Kl&auml;gerin erfolgte der Ausweis der Freistellungsverpflichtung als sonstige R&uuml;ckstellung f&uuml;r der H&ouml;he nach ungewisse Verbindlichkeiten mit einem Wert entsprechend dem bei der A-KG angesetzten Wert der Pensionsr&uuml;ckstellung. Die monatlichen &quot;Ausgleichszahlungen&quot; leistete die Kl&auml;gerin an die A-KG jeweils nach Erhalt der entsprechenden Zahlungsbenachrichtigungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) sah die Zahlungen der Kl&auml;gerin an die A-KG (in den Streitjahren 2000 bis 2003 abz&uuml;glich der jeweiligen stichtagsbezogenen R&uuml;ckstellungsminderung) als Entgelt i.S. des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG 1999\/2002 an und rechnete zur Ermittlung des Gewerbesteuermessbetrags 50&nbsp;% dem Gewerbeertrag hinzu. Die Klage gegen die ge&auml;nderten Festsetzungen der Gewerbesteuermessbetr&auml;ge hatte Erfolg (Finanzgericht &#8211;FG&#8211; D&uuml;sseldorf, Urteil vom 15.&nbsp;November 2012&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;3626\/10&nbsp;G, abgedruckt in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 467). Auf die Revision des FA hat der erkennende Senat das FG-Urteil aufgehoben und die Klage abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, das Senatsurteil vom 21.&nbsp;Mai 2014 I&nbsp;R&nbsp;85\/12 aufzuheben und die Sache nach &sect;&nbsp;11 der Finanzgerichtsordnung (FGO) dem Gro&szlig;en Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Entscheidung vorzulegen, hilfsweise, die Sache an die Vorinstanz zur weiteren Aufkl&auml;rung zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Klage (&sect;&nbsp;134 FGO i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;578&nbsp;ff. der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;) ist als unzul&auml;ssig zu verwerfen (&sect;&nbsp;589 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 ZPO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die als Nichtigkeitsklage bezeichnete Wiederaufnahmeklage (&sect;&nbsp;587 ZPO) wurde zwar zutreffend unmittelbar beim BFH (&sect;&nbsp;584 Abs.&nbsp;1 ZPO) und fristgerecht (&sect;&nbsp;586 Abs.&nbsp;1 ZPO) erhoben. Jedoch setzt eine zul&auml;ssige Wiederaufnahmeklage nach der Rechtsprechung des BFH voraus, dass ein Wiederaufnahmegrund zumindest schl&uuml;ssig behauptet wird. Auch wenn die Bezeichnung des Nichtigkeitsgrundes nicht zum gesetzlich vorgeschriebenen Mindestinhalt der Klageschrift geh&ouml;rt (&sect;&nbsp;588 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ZPO), folgt daraus nur, dass die Tatsachen, aus denen sich der Wiederaufnahmegrund ergeben soll, nicht schon innerhalb der Klagefrist vorgetragen werden m&uuml;ssen; sie k&ouml;nnen in einem sp&auml;teren Schriftsatz bis zur m&uuml;ndlichen Verhandlung nachgereicht werden. Dennoch geh&ouml;rt die schl&uuml;ssige Behauptung eines nach &sect;&sect;&nbsp;579, 580 ZPO erheblichen Wiederaufnahmegrundes zur Zul&auml;ssigkeit der Wiederaufnahmeklage. Schl&uuml;ssig ist der Vortrag grunds&auml;tzlich nur dann, wenn die vorgebrachten Tatsachen &#8211;ihre Richtigkeit unterstellt&#8211; den behaupteten Wiederaufnahmegrund ergeben (Senatsurteil vom 12.&nbsp;Januar 2011 I&nbsp;K&nbsp;1\/10, BFH\/NV 2011, 1159, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Wird mit der Wiederaufnahmeklage in Form der Nichtigkeitsklage der Entzug des gesetzlichen Richters ger&uuml;gt, weil ein Senat des BFH entschieden habe, ohne zuvor den Gro&szlig;en Senat des BFH angerufen zu haben, ist ein Wiederaufnahmegrund nach st&auml;ndiger BFH-Rechtsprechung nur dann schl&uuml;ssig vorgetragen, wenn nicht nur die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 oder Abs.&nbsp;3 FGO, sondern auch ein willk&uuml;rliches Verhalten des Gerichts substantiiert dargelegt werden (Senatsurteil in BFH\/NV 2011, 1159; vgl. auch BFH-Beschluss vom 29.&nbsp;Januar 1992 VIII&nbsp;K&nbsp;4\/91, BFHE 165, 569, BStBl II 1992, 252; BFH-Urteil vom 5.&nbsp;November 1993 VI&nbsp;K&nbsp;2\/92, BFH\/NV 1994, 395). Die Kl&auml;gerin vertritt demgegen&uuml;ber die Auffassung, dass es zureiche, die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 oder 3 FGO (als Grundlage einer das Revisionsgericht verpflichtenden Vorlage an den Gro&szlig;en Senat) darzulegen. Dieser Rechtsansicht ist nicht beizupflichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des Senats reicht der Hinweis auf einen (vermeintlichen) Verfahrensfehler bei der Besetzung f&uuml;r die Darlegung eines Wiederaufnahmegrundes nicht aus (Senatsurteil in BFH\/NV 2011, 1159, m.w.N.). Daran ist festzuhalten. Zwar r&uuml;gt die Kl&auml;gerin im Streitfall nicht einen Versto&szlig; gegen Art.&nbsp;101 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Grundgesetzes (GG), bei dessen Pr&uuml;fung das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) nur einen im besonderen Ma&szlig;e &quot;qualifizierten&quot; (die Zust&auml;ndigkeit des Gerichts ber&uuml;hrenden) Verfahrensfehler korrigiert, d.h. die Auslegung und Anwendung von Zust&auml;ndigkeitsnormen nur beanstandet, wenn sie bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung der das Grundgesetz bestimmenden Gedanken nicht mehr verst&auml;ndlich erscheinen und offensichtlich unhaltbar sind (z.B. BVerfG-Beschluss vom 16.&nbsp;Februar 2005&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;581\/03, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2005, 2689). F&uuml;r die Anwendung der dem Zweck des Art.&nbsp;101 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GG dienenden Regelung des &sect;&nbsp;579 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ZPO (Hartmann in Baumbach\/Lauterbach\/Albers\/Hartmann, Zivilprozessordnung, 73.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;579 Rz&nbsp;3) kann aber &#8211;und dies ist Ausgangspunkt der Senatsrechtsprechung&#8211; nichts anderes gelten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem kann die Kl&auml;gerin nicht mit Erfolg den (Vorlage-)Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) an die Vereinigten Gro&szlig;en Senate des BGH vom 30.&nbsp;M&auml;rz 1993 X&nbsp;ZR&nbsp;51\/92 (NJW 1993, 1596) entgegenhalten. Zwar hei&szlig;t es dort (zu IV.3. der Gr&uuml;nde\/Rz&nbsp;33 des juris-Nachweises), dass eine nicht vorschriftsm&auml;&szlig;ige Besetzung des Gerichts &quot;durch die Nichtigkeitsklage gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;579 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ZPO mit Erfolg ger&uuml;gt werden kann, ohne dass es darauf ank&auml;me, ob die Regeln des &sect;&nbsp;21g Abs.&nbsp;2 GVG bei der Aufstellung des Mitwirkungsplanes willk&uuml;rlich oder sonst missbr&auml;uchlich nicht beachtet worden sind oder der Besetzungsmangel gleichzeitig einen Versto&szlig; gegen Art.&nbsp;101 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GG darstellt&quot;. Allerdings hat derselbe Senat unter Hinweis auf den daraufhin ergangenen Beschluss der Vereinigten Gro&szlig;en Senate des BGH vom 5.&nbsp;Mai 1994 VGS&nbsp;1-4\/93 (BGHZ 126, 63, NJW 1994, 1735) in seinem Urteil vom 22.&nbsp;November 1994 X&nbsp;ZR&nbsp;51\/92 (NJW 1995, 332) unter Hinweis auf die schwerwiegenden Folgen eines Besetzungsmangels seine fr&uuml;her ge&auml;u&szlig;erte Auffassung &quot;&uuml;berdacht und revidiert&quot; (zu II.5. der Gr&uuml;nde\/Rz&nbsp;36 des juris-Nachweises): Ein Verfahrensversto&szlig; m&uuml;sse, um beachtlich zu sein, auf einer klar zutage tretenden Gesetzesverletzung beruhen, er m&uuml;sse schwer oder &quot;qualifiziert&quot; sein, &quot;also auf einer nicht mehr hinnehmbaren Rechtsansicht und damit letztlich auf objektiver Willk&uuml;r&quot; beruhen (Rz&nbsp;37 des juris-Nachweises). Auch nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts muss ein &quot;qualifizierter Mangel&quot; vorliegen (z.B. Beschluss vom 9.&nbsp;Juni 2011&nbsp;&nbsp;2&nbsp;ABR&nbsp;35\/10, NJW 2011, 3053). Dem wird in der Literatur &uuml;berwiegend zugestimmt (z.B. Z&ouml;ller\/Greger, ZPO, 30.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;579 ZPO Rz&nbsp;2 [s.a. dort He&szlig;ler, &sect;&nbsp;547 ZPO Rz&nbsp;2 und dort L&uuml;ckemann, &sect;&nbsp;16 GVG Rz&nbsp;2, m.w.N.]; Hartmann, a.a.O., &sect;&nbsp;579 Rz&nbsp;3).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Den vorstehenden Ma&szlig;gaben werden die Darlegungen der Kl&auml;gerin nicht gerecht. Sie hat schon nicht substantiiert dargelegt, dass der Senat dazu verpflichtet gewesen w&auml;re, den Gro&szlig;en Senat des BFH auf der Grundlage des &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 (i.V.m. Abs.&nbsp;3) FGO anzurufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die angefochtene Entscheidung hat die im Zuge der &Uuml;bertragung der Wirtschaftsg&uuml;ter eingegangene Freistellungsverpflichtung als eine das Betriebskapital der Kl&auml;gerin dauerhaft verst&auml;rkende Verbindlichkeit gegen&uuml;ber der A-KG gewertet. Zwar handele es sich in formaler Hinsicht nicht um eine Kapital&uuml;berlassung durch die A-KG. Der Wert der Freistellungsverpflichtung sei aber &#8211;als Teil der Vereinbarung zur Tilgung des Kaufpreises&#8211; als Anschaffungskosten in die Bewertung der erworbenen Wirtschaftsg&uuml;ter eingeflossen. Das Eingehen einer Freistellungsverpflichtung sei f&uuml;r den Erwerber im Vergleich zu einem fremdfinanzierten Erwerb oder einer befreienden Schuld&uuml;bernahme nur ein alternatives Finanzierungsinstrument der Anschaffung. Solange Zahlungen auf die Freistellungsverpflichtung zu leisten seien, werde wirtschaftlich die Anschaffung der Wirtschaftsg&uuml;ter entgolten. Dies stehe einer ratenweisen Tilgung einer noch offenen Kaufpreisverbindlichkeit durch den K&auml;ufer gleich, was im Streitfall zur Qualifizierung als sog. Dauerschuld i.S. des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG 1999\/2002 f&uuml;hre.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;gerin macht geltend, der Senat sei damit von entscheidungstragenden Rechtss&auml;tzen in den BFH-Urteilen vom 18.&nbsp;Januar 1979 IV&nbsp;R&nbsp;194\/74 (BFHE 126, 560, BStBl II 1979, 266) und vom 25.&nbsp;November 1992 X&nbsp;R&nbsp;21\/91 (BFH\/NV 1993, 489) abgewichen. Beide Entscheidungen sind allerdings zum Hinzurechnungstatbestand des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;2 GewStG 1999\/2002 ergangen, der sich auf Renten und dauernde Lasten bezieht, die wirtschaftlich mit der Gr&uuml;ndung oder dem Erwerb des Betriebs (Teilbetriebs) oder Anteils am Betrieb zusammenh&auml;ngen. In beiden Entscheidungen war auch jeweils entscheidungstragend, dass die dortigen wiederkehrenden Zahlungen bzw. Pensionszahlungen als &quot;nicht im Rechtssinne wirtschaftlich mit der Gr&uuml;ndung des Betriebes&quot; zusammenh&auml;ngend gewertet wurden (s. II.2.b der Gr&uuml;nde des BFH-Urteils in BFHE 126, 560, BStBl II 1979, 266; II.3. der Gr&uuml;nde des BFH-Urteils in BFH\/NV 1993, 489). Eine Aussage zu den im Senatsurteil in BFH\/NV 2014, 1588 erheblichen Rechtsfragen zur Qualifizierung einer im Zusammenhang mit dem Erwerb von Wirtschaftsg&uuml;tern eingegangenen Verpflichtung als sog. Dauerschuld i.S. des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG 1999\/2002 ist den von der Kl&auml;gerin angef&uuml;hrten Entscheidungen nicht zu entnehmen. Insbesondere war auch eine tatbestandliche Abgrenzung zu &quot;Renten und dauernde Lasten&quot; nicht Gegenstand des Senatsurteils in BFH\/NV 2014, 1588.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Auch mit ihrem Hilfsantrag, der zum Gegenstand hat, eine Sachentscheidung im Revisionsverfahren bei entscheidungsrelevantem Bed&uuml;rfnis nach (weiterer) Sachaufkl&auml;rung als Versto&szlig; gegen &sect;&nbsp;579 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ZPO zu werten, kann die Kl&auml;gerin nicht durchdringen. Es fehlt auch hier an der substantiierten Darlegung eines qualifizierten Verfahrensfehlers. Denn ein Zur&uuml;ckverweisungsgrund l&auml;sst sich aus dem Vortrag der Kl&auml;gerin nicht ableiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;gerin hat vorgetragen, der Senat sei vom Erwerb von Einzelwirtschaftsg&uuml;tern ausgegangen, obgleich zwischen den Beteiligten dar&uuml;ber gestritten worden sei, ob ein (Teil-)Betrieb erworben wurde. Das FG habe dazu keine Untersuchungen angestellt, da nach seiner Argumentation die Frage unerheblich gewesen sei. Allerdings sei die (Teil-)Betriebseigenschaft f&uuml;r das Senatsurteil entscheidungsrelevant, was eine Zur&uuml;ckverweisung erforderlich gemacht h&auml;tte. Denn bei dem Erwerb eines Teilbetriebs falle die &Uuml;bernahme von Pensionsverpflichtungen weder unter &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 noch unter Nr.&nbsp;2 GewStG 1999\/2002, da ein Passivum zur erworbenen Sachgesamtheit geh&ouml;re. Auch wenn es hier um eine neu entstandene Freistellungsverpflichtung gehe (die Pensionsverpflichtung verblieb bei der Verk&auml;uferin), sei jene &quot;wirtschaftlich&quot; (und darauf komme es bei &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;2 GewStG 1999\/2002 an) die Pensionsverpflichtung. Wenn daher ein (Teil-)Betrieb erworben worden sei, h&auml;tte der Senat einen wirtschaftlichen Zusammenhang (des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG 1999\/2002) verneinen m&uuml;ssen. Angesichts des Streits &uuml;ber dieses Merkmal h&auml;tte die Sache zur&uuml;ckverwiesen werden m&uuml;ssen. Damit habe der Senat seine Kompetenz als Revisionsgericht &uuml;berschritten, da er den Sachverhalt festgestellt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein Zur&uuml;ckverweisungsgrund (Aufkl&auml;rung der sachlichen Grundlage des Rechtsbegriffs eines [Teil-]Betriebs) ist damit nicht dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig war die Hinzurechnung eines Zinsanteils (Entgelts) aus den auf die Freistellungsverpflichtung gezahlten Betr&auml;gen im Zusammenhang mit der Gr&uuml;ndung\/Errichtung des Betriebs der Kl&auml;gerin durch den Erwerb der Wirtschaftsg&uuml;ter. Der Senat hat sich (wie auch das FG) nur auf &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG 1999\/2002 bezogen, indem er die Freistellungsverpflichtung im Sinne einer Kaufpreisrate eines Anschaffungsgesch&auml;fts qualifiziert hat. Dabei musste er sich in diesem Zusammenhang nicht darauf festlegen, ob ein (Teil-)Betrieb erworben wurde, da er auf einen Zusammenhang mit dem Erwerb von (betriebsnotwendigen) Wirtschaftsg&uuml;tern (als Grundlage des Gesch&auml;ftsbetriebs der Kl&auml;gerin, jener als Besteuerungsgegenstand der Gewerbesteuer) abgestellt hat. Insoweit bestand kein Sachaufkl&auml;rungsbedarf oder Rechtsw&uuml;rdigungsbedarf zum Tatbestandsmerkmal eines erworbenen (Teil-)Betriebs: &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG 1999\/2002 zielt auf die Fremdfinanzierung der sachlichen Grundlage der gewerblichen Bet&auml;tigung des Gewerbetreibenden (des Betriebs), und eine &quot;Gr&uuml;ndung &#8230; des Betriebs&quot; liegt bei der Kl&auml;gerin unstreitig vor, ohne dass es auf die (Teil-)Betriebseigenschaft der Summe der erworbenen Wirtschaftsg&uuml;ter ankommt. Im &Uuml;brigen ist angesichts der l&auml;ngerfristigen Schuld (jedenfalls liegt keine &quot;Kurzfrist-Schuld&quot; mit Jahreslaufzeit vor) auch der Tatbestand der &quot;2. Gruppe&quot; des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG 1999\/2002 (&quot;nicht nur zur vor&uuml;bergehenden Verst&auml;rkung des Betriebskapitals&quot;) erf&uuml;llt. Damit war die Sache entscheidungsreif.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.1.2015, I K 1\/14 Zul&auml;ssigkeit einer Nichtigkeitsklage Tenor Die Klage wird abgewiesen. Die Kosten des Verfahrens tr&auml;gt die Kl&auml;gerin. Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin begehrt die Wiederaufnahme des Revisionsverfahrens unter Aufhebung des Senatsurteils vom 21.&nbsp;Mai 2014 I&nbsp;R&nbsp;85\/12 (BFH\/NV 2014, 1588). 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