{"id":64683,"date":"2015-07-10T16:02:40","date_gmt":"2015-07-10T14:02:40","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64683"},"modified":"2015-07-10T16:02:40","modified_gmt":"2015-07-10T14:02:40","slug":"iii-r-14-14-unrichtige-rechtsbehelfsbelehrung-regelungsumfang-eines-kindergeldablehnungsbescheids-wiederholung-eines-verwaltungsakts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-14-14-unrichtige-rechtsbehelfsbelehrung-regelungsumfang-eines-kindergeldablehnungsbescheids-wiederholung-eines-verwaltungsakts\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;14\/14 &#8211; Unrichtige Rechtsbehelfsbelehrung; Regelungsumfang eines Kindergeldablehnungsbescheids; Wiederholung eines Verwaltungsakts"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.3.2015, III R 14\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Unrichtige Rechtsbehelfsbelehrung; Regelungsumfang eines Kindergeldablehnungsbescheids; Wiederholung eines Verwaltungsakts<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Eine aufgrund eines fehlerhaft genannten Fristbeginns unrichtig erteilte Rechtsbehelfsbelehrung f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect; 55 Abs. 2 FGO dazu, dass die Einlegung des Rechtsbehelfs noch innerhalb eines Jahres seit der Bekanntgabe des Bescheids zul&auml;ssig ist. Dies gilt auch dann, wenn damit statt der gesetzlich vorgeschriebenen Frist eine zu lange Frist angegeben wird, unabh&auml;ngig davon, ob die Unrichtigkeit der Rechtsbehelfsbelehrung kausal f&uuml;r die &Uuml;berschreitung der regul&auml;ren Rechtsbehelfsfrist war.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Wird Kindergeld mit dem Hinweis auf einen bereits bestandskr&auml;ftigen Bescheid abgelehnt, handelt es sich um eine wiederholende Verf&uuml;gung ohne eigenen Regelungsgehalt, auch wenn sie in Form eines Verwaltungsakts ergeht und mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 28. November 2013&nbsp;&nbsp;7 K 4595\/12 Kg aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht D&uuml;sseldorf zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist der Kindergeldanspruch f&uuml;r den Zeitraum April 2010 bis Dezember 2010.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger), ein polnischer Staatsangeh&ouml;riger, war ab 2005 zeitweise im Inland nichtselbst&auml;ndig t&auml;tig und sozialversichert, u.a. im Streitzeitraum April bis Dezember 2010. Seine Ehefrau lebt mit dem Kind in Polen. Er wurde nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zur Einkommensteuer veranlagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 21.&nbsp;Dezember 2009 setzte die Beklagte und Revisionskl&auml;gerin (Familienkasse) Kindergeld f&uuml;r die Zeitr&auml;ume Juli bis November 2007 und Juli bis November 2008 und mit weiterem Bescheid vom 29.&nbsp;Dezember 2010 f&uuml;r M&auml;rz bis Oktober 2009 fest. Unter gleichem Datum wurde der Kindergeldanspruch f&uuml;r die Zeiten Januar 2005 bis Juni 2007, Dezember 2007 bis Juni 2008, Dezember 2008 bis Februar 2009 und ab November 2009 abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger legte &quot;gegen den Bescheid vom 29.12.2010&quot; Einspruch ein, der mit Entscheidung vom 14.&nbsp;Dezember 2011 als unzul&auml;ssig verworfen wurde. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte die Familienkasse aus, dass nicht erkennbar sei, gegen welchen Bescheid sich der Einspruch richte. Die Einspruchsentscheidung war an den inl&auml;ndischen Bevollm&auml;chtigten adressiert. In der Rechtsbehelfsbelehrung war &uuml;ber den Beginn der Klagefrist folgendes ausgef&uuml;hrt: &quot;&#8230; Bei Zusendung durch einfachen Brief oder Zustellung durch eingeschriebenen Brief gilt die Bekanntgabe einen Monat nach Aufgabe zur Post als bewirkt &#8230;&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit einem im Mai 2012 gestellten Antrag beantragte der Kl&auml;ger Kindergeld f&uuml;r die Jahre 2010 und 2011. Mit Bescheid vom 15.&nbsp;Juni 2012 lehnte die Familienkasse die Festsetzung von Kindergeld f&uuml;r den Zeitraum vor dem Januar 2011 unter Hinweis auf die bestandskr&auml;ftige Ablehnung im Bescheid vom 29.&nbsp;Dezember 2010 ab; ab Januar 2011 wurde Kindergeld festgesetzt. Der gegen den Ablehnungsbescheid gerichtete Einspruch wegen des Zeitraumes vor Januar 2011 wurde mit bestandskr&auml;ftiger Einspruchsentscheidung vom 28.&nbsp;August 2012 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit beim Finanzgericht (FG) am 14.&nbsp;Dezember 2012 eingegangenen Schriftsatz erhob der Kl&auml;ger Klage gegen &quot;den Bescheid vom 29.12.2010 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 14.12.2011&quot;. Zur Begr&uuml;ndung trug er vor, dass seiner Ansicht nach die Klagefrist aufgrund der fehlerhaften Rechtsbehelfsbelehrung gewahrt worden sei. Da er nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG f&uuml;r den Zeitraum 2007 bis Dezember 2011 veranlagt worden sei, habe er einen Kindergeldanspruch unter Abzug der gew&auml;hrten ausl&auml;ndischen Leistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse wies darauf hin, dass nach Aktenlage der Kl&auml;ger in der Zeit vom 2.&nbsp;Juli 2007 bis 2.&nbsp;November 2007, vom 7.&nbsp;Juli 2008 bis zum 6.&nbsp;November 2008, vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2009 bis zum 3.&nbsp;Juli 2009, vom 7.&nbsp;April 2010 bis zum 31.&nbsp;Dezember 2010 in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) erwerbst&auml;tig gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wies mit Urteil vom 28.&nbsp;November 2013 die Klage f&uuml;r die Zeitr&auml;ume 2007 bis M&auml;rz 2010 als unbegr&uuml;ndet ab und gab der Klage f&uuml;r den Zeitraum April 2010 bis Dezember 2010 statt, indem es die Familienkasse verpflichtete, Differenzkindergeld festzusetzen. Zur Begr&uuml;ndung der Klagestattgabe f&uuml;hrte das FG aus, dass der Kl&auml;ger in den Monaten April 2010 bis Dezember 2010 in Deutschland sozialversicherungspflichtig t&auml;tig gewesen sei und die Voraussetzungen f&uuml;r die Gew&auml;hrung von Kindergeld erf&uuml;llt habe. Der Bescheid vom 29.&nbsp;Dezember 2010 stehe dem nicht entgegen, da nach &quot;st&auml;ndiger Rechtsprechung des 7.&nbsp;Senats des FG D&uuml;sseldorf &#8230; die Entscheidung der Beh&ouml;rde in F&auml;llen, in denen ein Kindergeldanspruch mit Hilfe des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG begr&uuml;ndet (werde), nur Jahre (umfasse), f&uuml;r die im Festsetzungsverfahren Angaben zur Besch&auml;ftigung gemacht&quot; worden seien. Dies sei hier nur das Jahr 2009 gewesen. &Uuml;ber sp&auml;tere Zeitr&auml;ume h&auml;tte die Beh&ouml;rde nach dem Inhalt der vorgelegten Akte nicht entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der hiergegen gerichteten Revision r&uuml;gt die Familienkasse die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie vertritt die Auffassung, dass &uuml;ber den Kindergeldanspruch durch den angefochtenen Bescheid vom 29.&nbsp;Dezember 2010 &uuml;ber den Zeitraum bis einschlie&szlig;lich Dezember 2010 entschieden worden sei. W&uuml;rde man die Ansicht des FG als richtig unterstellen, so h&auml;tte das Gericht mangels einer beh&ouml;rdlichen Ausgangsentscheidung und eines beh&ouml;rdlichen Vorverfahrens die Klage als unzul&auml;ssig abweisen m&uuml;ssen. Selbst wenn das FG zu einer Entscheidung &uuml;ber den Zeitraum April 2010 bis Dezember 2010 befugt gewesen w&auml;re, so sei die Sachentscheidung fehlerhaft, weil keinerlei Feststellungen zu den Anspruchsvoraussetzungen getroffen worden seien. Dar&uuml;ber hinaus h&auml;tte eine Klage, da verfristet, als unzul&auml;ssig abgewiesen werden m&uuml;ssen. Die Klage gegen die Einspruchsentscheidung vom 14.&nbsp;Dezember 2011 sei erst am 14.&nbsp;Dezember 2012 eingelegt worden. Die Rechtsbehelfsbelehrung sei zwar im Hinblick auf den Beginn unrichtig, dies f&uuml;hre aber nicht zu der nach &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) geregelten Jahresfrist. Die Rechtsbehelfsbelehrung enthalte lediglich eine zugunsten des Empf&auml;ngers wirkende Regelung, so dass die fehlerhaft ausgewiesene Frist gelte. Die zweimonatige Frist sei im Zeitpunkt der Klageerhebung bereits abgelaufen. Das FG habe sich auch nicht mit der Bestandskraft des Bescheids vom 15.&nbsp;Juni 2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 28.&nbsp;August 2012 auseinandergesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt das Urteil aufzuheben, soweit sie verpflichtet worden sei, Differenzkindergeld f&uuml;r den Zeitraum April bis Dezember 2010 festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO zur Aufhebung des finanzgerichtlichen Urteils, soweit der Klage stattgegeben wurde, und zur Zur&uuml;ckverweisung der nicht spruchreifen Sache an das FG. Die Feststellungen der Vorinstanz reichen nicht aus, um abschlie&szlig;end beurteilen zu k&ouml;nnen, ob der Kl&auml;ger f&uuml;r den Streitzeitraum April 2010 bis Dezember 2010 nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 oder Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG kindergeldberechtigt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Klage ist zun&auml;chst entgegen der Auffassung der Familienkasse zul&auml;ssig. Ob die Voraussetzungen f&uuml;r ein Sachurteil des FG vorlagen, ist vom Bundesfinanzhof (BFH) ohne Bindung an die Auffassung des FG zu pr&uuml;fen; insbesondere kann der BFH hierzu eigene Feststellungen anhand der im Revisionsverfahren vorgelegten Akten treffen (Senatsurteil vom 18.&nbsp;Juli 2013 III&nbsp;R&nbsp;59\/11, BFHE 242, 228, BStBl II 2014, 843, Rz&nbsp;14, und BFH-Urteil vom 10.&nbsp;Februar 2010 XI&nbsp;R&nbsp;3\/09, BFH\/NV 2010, 1450).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;1 FGO ist in den F&auml;llen, in denen ein au&szlig;ergerichtlicher Rechtsbehelf gegeben ist, die Klage &#8211;vorbehaltlich der &sect;&sect;&nbsp;45 und&nbsp;46 FGO&#8211; nur zul&auml;ssig, wenn das Vorverfahren &uuml;ber den au&szlig;ergerichtlichen Rechtsbehelf ganz oder zum Teil erfolglos geblieben ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Pr&uuml;fung der Frage, ob das Vorverfahren ganz oder teilweise erfolglos geblieben ist, setzt voraus, dass der Verfahrensgegenstand des au&szlig;ergerichtlichen Rechtsbehelfsverfahrens und der Streitgegenstand des Klageverfahrens in objektiver und subjektiver Hinsicht &uuml;bereinstimmen (Senatsurteil vom 25.&nbsp;September 2014 III&nbsp;R&nbsp;56\/13, BFH\/NV 2015, 206, Rz&nbsp;10, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im angefochtenen Bescheid vom 29.&nbsp;Dezember 2010 hat die Familienkasse den Kindergeldanspruch ab November 2009 abgelehnt. Zum Streitgegenstand eines sich hieran anschlie&szlig;enden finanzgerichtlichen Klageverfahrens hat der Senat entschieden, dass der Anspruch auf Kindergeld grunds&auml;tzlich nur in dem zeitlichen Umfang in zul&auml;ssiger Weise zum Gegenstand einer Inhaltskontrolle gemacht werden kann, in dem die Familienkasse den Kindergeldanspruch geregelt hat (Senatsurteil vom 22.&nbsp;Dezember 2011 III&nbsp;R&nbsp;41\/07, BFHE 236, 144, BStBl II 2012, 681). Der zeitliche Regelungsumfang eines Ablehnungsbescheids wird durch die Klageerhebung nicht ver&auml;ndert. Insbesondere ist das gerichtliche Verfahren keine Fortsetzung des Verwaltungsverfahrens (Senatsurteil in BFHE 236, 144, BStBl II 2012, 681). Begehrt ein Kl&auml;ger mit seiner Klage &uuml;ber diesen Zeitraum hinaus Kindergeld, ist sie insoweit unzul&auml;ssig (Senatsurteil in BFHE 236, 144, BStBl II 2012, 681).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Grunds&auml;tzlich beschr&auml;nkt sich bei einer Ablehnung eines zeitlich nicht n&auml;her konkretisierten Kindergeldantrags die Bindungswirkung eines solchen Bescheids auf die Zeit bis zum Ende des Monats seiner Bekanntgabe bzw. bis zum Ende des Monats der Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung, soweit eine sachliche Pr&uuml;fung im Einspruchsverfahren stattgefunden hat (Senatsurteil vom 4.&nbsp;August 2011 III&nbsp;R&nbsp;71\/10, BFHE 235, 203, BStBl II 2013, 380).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkassen haben grunds&auml;tzlich die Pflicht, einen Antrag auf Kindergeld, der keine zeitliche Einschr&auml;nkung enth&auml;lt, umfassend zu pr&uuml;fen. Ein zeitlich nicht beschr&auml;nkter Antrag ist nach seinem objektiven Inhalt in der Regel dahin zu verstehen, dass die Festsetzung von Kindergeld f&uuml;r den l&auml;ngstm&ouml;glichen Zeitraum begehrt wird (Senatsurteil vom 9.&nbsp;Februar 2012 III&nbsp;R&nbsp;45\/10, BFHE 236, 413, BStBl II 2013, 1028, Rz&nbsp;12). Entgegen der Ansicht des FG ergibt sich weder aus dem objektiven Regelungsgehalt des Bescheids vom 29.&nbsp;Dezember 2010 noch aus seiner Begr&uuml;ndung, dass die Familienkasse &uuml;ber den Streitzeitraum April 2010 bis Dezember 2010 nicht entschieden hat oder entscheiden wollte. Die Ansicht, dass nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des 7.&nbsp;Senats des FG die Entscheidung einer Beh&ouml;rde in den F&auml;llen, in denen ein Kindergeldanspruch mit Hilfe des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG begr&uuml;ndet werde, regelm&auml;&szlig;ig nur die Zeitr&auml;ume erfasse, f&uuml;r die der Antragsteller Angaben zur Besch&auml;ftigung gemacht habe, f&uuml;hrt nicht zu einer aus Sicht des Empf&auml;ngers zu beurteilenden Einschr&auml;nkung des objektiven Regelungsgehalts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das nach &sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;1 FGO erforderliche Vorverfahren ist mit Erlass der Einspruchsentscheidung vom 14.&nbsp;Dezember 2011 erfolglos geblieben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger hat die Klagefrist nicht vers&auml;umt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 FGO betr&auml;gt die Klagefrist einen Monat; sie beginnt mit Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung (&sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 FGO), wenn der Kl&auml;ger u.a. &uuml;ber die einzuhaltende Frist schriftlich belehrt worden ist (&sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Ein-Monats-Frist war bei Eingang der Klage beim FG zwar abgelaufen. Der Kl&auml;ger kann sich jedoch nach &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO auf die Fristverl&auml;ngerung von einem Jahr berufen, da die in der Einspruchsentscheidung enthaltene Rechtsbehelfsbelehrung unrichtig war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zu einer ordnungsgem&auml;&szlig;en Rechtsbehelfsbelehrung geh&ouml;rt auch eine ausreichende, f&uuml;r den Beteiligten verst&auml;ndliche Belehrung &uuml;ber den Fristbeginn (BFH-Urteil vom 29.&nbsp;M&auml;rz 1990 V&nbsp;R&nbsp;19\/85, BFH\/NV 1992, 783). Diese muss jedoch nicht den Besonderheiten des Einzelfalles Rechnung tragen; es gen&uuml;gt eine abstrakte Belehrung &uuml;ber die vorgeschriebene Anfechtungsfrist anhand des Gesetzestextes (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 20.&nbsp;Februar 2001 IX&nbsp;R&nbsp;48\/98, BFH\/NV 2001, 1010; vom 18.&nbsp;Juli 1986 III&nbsp;R&nbsp;216\/81, BFH\/NV 1987, 12, und in BFH\/NV 1992, 783, jeweils zu &sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211; 1977).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Rechtsbehelfsbelehrung in der Einspruchsentscheidung enth&auml;lt die Aussage, dass die Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung und damit der Beginn der einmonatigen Klagefrist (&sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) bei Zusendung durch einfachen oder Zustellung durch eingeschriebenen Brief einen Monat nach Aufgabe zur Post als bewirkt gilt (&sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 AO). Im vorliegenden Fall erfolgte die Bekanntgabe jedoch an den inl&auml;ndischen Zustellungsbevollm&auml;chtigten, so dass die Einspruchsentscheidung bereits am dritten Tag nach der Aufgabe zur Post als &uuml;bermittelt gilt (&sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 AO). Insoweit war die Rechtsbehelfsbelehrung unrichtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Entgegen der Ansicht der Familienkasse gilt aufgrund der unrichtigen Rechtsbehelfsbelehrung die in &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO genannte Jahresfrist und nicht nur die fehlerhaft genannte zu lange Frist f&uuml;r die Erhebung der Klage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(a) Der erkennende Senat hat in seinem Urteil vom 16.&nbsp;Mai 2013 III&nbsp;R&nbsp;63\/10 (BFH\/NV 2014, 12, Rz&nbsp;12) allein auf die Unrichtigkeit der Rechtsbehelfsbelehrung abgestellt und eine Verl&auml;ngerung in einem hier vergleichbaren Fall auf ein Jahr nach &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;2 FGO angenommen (noch offengelassen BFH-Beschluss vom 8.&nbsp;April 2004 VII&nbsp;B&nbsp;181\/03, BFH\/NV 2004, 1284, ebenso wie das Bundesverwaltungsgericht &#8211;BVerwG&#8211; in seinem Urteil vom 10.&nbsp;Februar 1999&nbsp;&nbsp;11&nbsp;C&nbsp;9\/97, BVerwGE 108, 269, zu &sect;&nbsp;58 Abs.&nbsp;2 der Verwaltungsgerichtsordnung &#8211;VwGO&#8211;). Mit Urteil vom 6.&nbsp;Juli 1983 I&nbsp;R&nbsp;177\/80 (BFHE 139, 218, BStBl II 1984, 84) hatte der BFH zu der im Wortlaut zu &sect;&nbsp;55 FGO vergleichbaren Regelung in &sect;&nbsp;237 der Reichsabgabenordnung bereits entschieden, dass das Gesetz nicht danach unterscheide, ob die im angefochtenen Verwaltungsakt beigef&uuml;gte Rechtsbehelfsbelehrung zugunsten oder zu Ungunsten unrichtig gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(b) Die &uuml;berwiegende Meinung in der steuerrechtlichen Literatur (Spindler in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211; &sect;&nbsp;55 FGO Rz&nbsp;33; Gr&auml;ber\/Stapperfend, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;55 Rz&nbsp;23; Brandis in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;55 FGO Rz&nbsp;12; anderer Ansicht Nieland, Der AO-Steuer-Berater 2004, 308, 309; anderer Ansicht Kopp\/ Schenke, Verwaltungsgerichtsordnung, Kommentar, 20.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;58 Rz&nbsp;14; anderer Ansicht wohl auch Birkenfeld in HHSp &sect;&nbsp;366 AO Rz&nbsp;70) geht mittlerweile auch davon aus, dass &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;2 FGO die Jahresfrist abschlie&szlig;end f&uuml;r eine unrichtige Belehrung bestimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(c) Der Senat h&auml;lt an seiner im Urteil in BHF\/NV 2014, 12, Rz&nbsp;12 ge&auml;u&szlig;erten Rechtsauffassung fest. &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;2 FGO macht den Lauf der Fristen in allen F&auml;llen von der Erteilung einer ordnungsgem&auml;&szlig;en Belehrung abh&auml;ngig, ohne R&uuml;cksicht darauf, ob die Unrichtigkeit der Rechtsbehelfsbelehrung kausal f&uuml;r das Unterbleiben oder die Versp&auml;tung des Rechtsbehelfs war. Im Interesse der Rechtsmittelklarheit kn&uuml;pft &sect;&nbsp;55 FGO seine Rechtsfolgen allein an die objektiv feststellbare Tatsache des Fehlens oder der Unrichtigkeit der Belehrung und gibt somit s&auml;mtlichen Verfahrensbeteiligten gleiche und sichere Kriterien f&uuml;r das Bestimmen der formellen Rechtskraft bzw. Bestandkraft an die Hand (so f&uuml;r die im Wortlaut identische Vorschrift des &sect;&nbsp;58 Abs.&nbsp;2 VwGO: BVerwG-Urteil vom 30.&nbsp;April 2009&nbsp;&nbsp;3&nbsp;C&nbsp;23\/08, BVerwGE 134, 41, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Somit war im Zeitpunkt der Klageerhebung die Klagefrist noch nicht abgelaufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ob dem Kl&auml;ger zu Recht ein Differenzkindergeldanspruch f&uuml;r den Streitzeitraum zugesprochen worden ist, l&auml;sst sich anhand der Feststellungen der Vorinstanz nicht &uuml;berpr&uuml;fen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 oder Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG hat Anspruch auf Kindergeld nach dem EStG, wer im Inland einen Wohnsitz oder seinen gew&ouml;hnlichen Aufenthalt hat oder ohne Wohnsitz oder gew&ouml;hnlichen Aufenthalt im Inland nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig behandelt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit die Vorinstanz davon ausgeht, dass der Kl&auml;ger nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG i.V.m. &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG kindergeldberechtigt sei, fehlen hierzu ausreichende nachvollziehbare &#8211;in der Vorentscheidung enthaltene&#8211; tatrichterliche Feststellungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Kindergeldberechtigung nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG ist &#8211;anders als die nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG&#8211; von der einkommensteuerrechtlichen Behandlung des Antragstellers abh&auml;ngig. Eine Kindergeldberechtigung nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG setzt voraus, dass der Antragsteller aufgrund eines entsprechenden Antrags vom Finanzamt nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig behandelt wird (vgl. dazu BFH-Urteile in BFHE 242, 228, BStBl II 2014, 843, und vom 24.&nbsp;Juli 2013 XI&nbsp;R&nbsp;8\/12, BFH\/NV 2014, 495, Rz&nbsp;35).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG hat keine Feststellungen dazu getroffen, ob der Kl&auml;ger einen Antrag nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG gestellt hat und f&uuml;r das Kalenderjahr 2010 entsprechend zur Einkommensteuer veranlagt wurde. Entscheidungserhebliche tats&auml;chliche Feststellungen und rechtliche Grundlagen m&uuml;ssen jedoch dem angefochtenen Urteil in einer Weise zu entnehmen sein, die es den Beteiligten und dem Revisionsgericht erm&ouml;glicht zu erkennen, wie das FG zu dem gefundenen Ergebnis gekommen ist. Allein die Aussage im Tatbestand, der Kl&auml;ger sei nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG veranlagt worden, ohne n&auml;here Darlegung, ob dies auch f&uuml;r den hier vorliegenden Streitzeitraum anzunehmen ist, reicht nicht aus, um eine abschlie&szlig;ende Pr&uuml;fung des vom FG gezogenen rechtlichen Schlusses zu erm&ouml;glichen (BFH-Urteil vom 5.&nbsp;Juni 2003 V&nbsp;R&nbsp;25\/02, BFHE 202, 191, BStBl II 2003, 734).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Sollte sich eine Kindergeldberechtigung nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG im zweiten Rechtsgang ergeben, besteht ein Anspruch auf Kindergeld jedoch nur in den Monaten des betreffenden Kalenderjahres, in denen der Anspruchsberechtigte inl&auml;ndische Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;49 EStG erzielt hat (vgl. dazu z.B. BFH-Urteile vom 24.&nbsp;Oktober 2012 V&nbsp;R&nbsp;43\/11, BFHE 239, 327, BStBl II 2013, 491, Rz&nbsp;19&nbsp;ff.; vom 18.&nbsp;April 2013 VI&nbsp;R&nbsp;70\/11, BFH\/NV 2013, 1554, und in BFHE 242, 288, BStBl II 2014, 843).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hierbei handelt es sich um diejenigen Monate, in denen die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers nach &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 i.V.m. &sect;&nbsp;11 EStG zeitlich zu erfassen sind (BFH-Urteile vom 5.&nbsp;September 2013 XI&nbsp;R&nbsp;22\/12, BFH\/NV 2014, 313, Rz&nbsp;33, m.w.N., und in BFHE 242, 228, BStBl II 2014, 843). Auch soweit das FG in seinem Tatbestand am Ende (Seite&nbsp;8) darauf hinweist, dass den Besch&auml;ftigten nach Erfahrung des Gerichts das Entgelt jeweils unmittelbar bei der R&uuml;ckreise nach Polen berechnet und gezahlt werde, werden dadurch die erforderlichen tats&auml;chlichen Feststellungen nicht ersetzt. Die Familienkassen und Finanzgerichte haben den Sachverhalt von Amts wegen zu ermitteln (&sect;&nbsp;88 AO, &sect;&nbsp;76 FGO). Entsprechende Feststellungen sind im zweiten Rechtsgang nachzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Sollte das FG im zweiten Rechtsgang eine Veranlagung nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG nicht feststellen k&ouml;nnen, w&auml;re noch die Kindergeldberechtigung nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;8 AO (Wohnsitz) bzw. &sect;&nbsp;9 AO (gew&ouml;hnlicher Aufenthalt) zu pr&uuml;fen. Ausgehend von seiner abweichenden materiell-rechtlichen Auffassung hat das FG hierzu keine Feststellungen getroffen. Diese m&uuml;ssten ggf. nachgeholt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat weist abschlie&szlig;end noch darauf hin, dass einem Anspruch auf Differenzkindergeld f&uuml;r den hier streitigen Zeitraum der bestandskr&auml;ftige &quot;Bescheid&quot; vom 15.&nbsp;Juni 2012 nicht entgegenst&uuml;nde. Mit diesem &quot;Bescheid&quot; hat die Familienkasse ohne erneute Sachpr&uuml;fung unter Hinweis auf die Bestandskraft des hier angefochtenen Bescheids den Kindergeldanspruch f&uuml;r 2010 abgelehnt. Bei dem Bescheid vom 15.&nbsp;Juni 2012 handelt es sich, soweit der Zeitraum im Jahr 2010 betroffen ist, um eine wiederholende Verf&uuml;gung, die keine neue Regelung mit unmittelbarer Rechtserheblichkeit trifft. Wird ein beantragter, beg&uuml;nstigender Verwaltungsakt abgelehnt und wird eine erneute Sachpr&uuml;fung und Entscheidung unter Hinweis auf den bestandskr&auml;ftigen Bescheid abgelehnt, ist die Ablehnung eine blo&szlig;e &quot;wiederholende Verf&uuml;gung&quot; (S&ouml;hn in HHSp, &sect;&nbsp;118 AO Rz&nbsp;171; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;118 AO Rz&nbsp;17). Dies gilt selbst dann, wenn die wiederholende Verf&uuml;gung die Form eines Verwaltungsakts hat und mit einer Rechtsbehelfsbelehrung versehen ist (BFH-Beschluss vom 20.&nbsp;Juli 2012 VI&nbsp;B&nbsp;21\/12, BFH\/NV 2012, 1764). Insoweit kann einer wiederholenden Verf&uuml;gung auch keine materielle Bestandskraft zugewiesen werden, mit der Folge, dass der Bescheid vom 15.&nbsp;Juni 2012 keine Bindungswirkung f&uuml;r den hier vorliegenden Streitzeitraum hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Mit Einverst&auml;ndnis der Beteiligten entscheidet der Senat ohne m&uuml;ndliche Verhandlung (&sect;&nbsp;121 i.V.m. &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Entscheidung &uuml;ber die Kosten wird dem FG &uuml;bertragen (&sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.3.2015, III R 14\/14 Unrichtige Rechtsbehelfsbelehrung; Regelungsumfang eines Kindergeldablehnungsbescheids; Wiederholung eines Verwaltungsakts Leits&auml;tze 1. Eine aufgrund eines fehlerhaft genannten Fristbeginns unrichtig erteilte Rechtsbehelfsbelehrung f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect; 55 Abs. 2 FGO dazu, dass die Einlegung des Rechtsbehelfs noch innerhalb eines Jahres seit der Bekanntgabe des Bescheids zul&auml;ssig ist. Dies gilt auch dann, wenn &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-14-14-unrichtige-rechtsbehelfsbelehrung-regelungsumfang-eines-kindergeldablehnungsbescheids-wiederholung-eines-verwaltungsakts\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;14\/14 &#8211; Unrichtige Rechtsbehelfsbelehrung; Regelungsumfang eines Kindergeldablehnungsbescheids; Wiederholung eines Verwaltungsakts<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-64683","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64683","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64683"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64683\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64683"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64683"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64683"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}