{"id":64691,"date":"2015-07-10T16:02:35","date_gmt":"2015-07-10T14:02:35","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64691"},"modified":"2015-07-10T16:02:35","modified_gmt":"2015-07-10T14:02:35","slug":"vii-r-9-11-ermittlung-des-steuersatzes-fuer-als-substitutionsheizstoff-verwendetes-testbenzin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-9-11-ermittlung-des-steuersatzes-fuer-als-substitutionsheizstoff-verwendetes-testbenzin\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;9\/11 &#8211; Ermittlung des Steuersatzes f&uuml;r als Substitutionsheizstoff verwendetes Testbenzin"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.3.2015, VII R 9\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Ermittlung des Steuersatzes f&uuml;r als Substitutionsheizstoff verwendetes Testbenzin<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Ausgestaltung des Steuertarifs f&uuml;r Energieerzeugnisse, der f&uuml;r bestimmte Energieerzeugnisse einen allgemeinen Steuersatz vorsieht, bei dem es nicht darauf ankommt, ob diese als Kraft- oder Heizstoff verwendet werden, begegnet keinen unionsrechtlichen Bedenken.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Bei der Festlegung eines Steuersatzes f&uuml;r ein Energieerzeugnis, f&uuml;r das in &sect; 2 Abs. 1 bis 3 EnergieStG kein Steuersatz festgelegt ist, ist in einem ersten Schritt zu bestimmen, ob das Erzeugnis als Kraft- oder Heizstoff eingesetzt wird.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. L&auml;sst sich in der Tabelle C des Anhangs I RL 2003\/96\/EG kein Erzeugnis finden, das ersatzweise an Stelle des tats&auml;chlich als Heizstoff eingesetzten Energieerzeugnisses h&auml;tte verwendet werden k&ouml;nnen, ist festzustellen, welchem der in der Tabelle C des Anhangs I RL 2003\/96\/EG genannten Heizstoff das Erzeugnis nach seinem konkreten Verwendungszweck und seiner Beschaffenheit am n&auml;chsten steht.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Bei der Bestimmung eines gleichwertigen Heizstoffs sind sowohl der konkrete Verwendungszweck und dessen Anforderungen an das verwendete Erzeugnis (zu erreichende Prozesstemperatur, geforderter Reinheitsgrad) als auch die Beschaffenheitsmerkmale wie z.B. der Aggregatzustand, der Siedebereich, das Verh&auml;ltnis von Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen, die Viskosit&auml;t, der Flammpunkt oder die Dichte der zu vergleichenden Erzeugnisse zu ber&uuml;cksichtigen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Hauptzollamts wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 15. Dezember 2010&nbsp;&nbsp;4 K 219\/10 VE aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht D&uuml;sseldorf zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) bietet als Serviceunternehmen Oberfl&auml;chenbeschichtungen durch Hochgeschwindigkeitsflammspritzen f&uuml;r verschiedene Bereiche der Industrie an. Dabei handelt es sich um ein thermisches Beschichtungsverfahren insbesondere f&uuml;r Karbid- und metallische Schichten, bei dem wassergek&uuml;hlte Brenner (sog. High Velocity Oxy Fuel [HVOF]-Brenner) verwendet werden, die aus einer Brennkammer und einer D&uuml;se bestehen. In der Brennkammer wurden von der Kl&auml;gerin Sauerstoff und Testbenzin der Qualit&auml;t&nbsp;180\/210 (Unterpos.&nbsp;2710&nbsp;11&nbsp;21 der Kombinierten Nomenklatur &#8211;KN&#8211; in der damaligen Fassung) oder anderes, der gleichen Unterposition der KN zuzuweisendes Leicht&ouml;l (Exxsol&nbsp;D&nbsp;60) gez&uuml;ndet. Dadurch entstand ein Gasstrahl mit einer Temperatur von ca.&nbsp;3&nbsp;000&deg;&nbsp;C, der &uuml;ber eine Lavad&uuml;se expandiert wurde. In den Gasstrahl wurde das Beschichtungspulver (Karbid oder Metall) an zwei Positionen einged&uuml;st, angeschmolzen und auf ca. dreifache Schallgeschwindigkeit beschleunigt. Diese hochbeschleunigten Materialpartikel trafen auf die Werkst&uuml;ckoberfl&auml;che und erzeugten dort au&szlig;erordentlich dichte Schichten sehr hoher Haftfestigkeit. Um Verzug oder Gef&uuml;ge&auml;nderungen zu vermeiden, wurde das jeweilige Werkst&uuml;ck mit CO<sub>2<\/sub> oder Druckluft gek&uuml;hlt; dennoch konnte es eine Temperatur von 100&deg;&nbsp;C erreichen. Das Testbenzin bezog die Kl&auml;gerin unversteuert in handels&uuml;blichen 220&nbsp;l-F&auml;ssern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Begr&uuml;ndung, das Testbenzin werde verheizt, erhob der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) mit Steuerbescheid vom 1.&nbsp;Dezember 2008 noch zum Steuersatz von 654,50&nbsp;EUR je 1&nbsp;000&nbsp;l Energiesteuer in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR und mit weiterem Steuerbescheid vom 7.&nbsp;Dezember 2009 Energiesteuer in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR. Die Einspr&uuml;che wies das HZA als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Die daraufhin erhobene Klage hatte insoweit Erfolg, als das Finanzgericht (FG) die angefochtenen Steuerbescheide in der Gestalt der Einspruchsentscheidungen aufhob, soweit mehr als 25&nbsp;EUR\/1&nbsp;000&nbsp;kg gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des Energiesteuergesetzes (EnergieStG) festgesetzt worden sind. Das Urteil ist in der Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern (ZfZ) 2011, Beilage&nbsp;2, 30 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da die Kl&auml;gerin das Testbenzin und Exxsol&nbsp;D&nbsp;60 zum Anschmelzen der Beschichtungspartikel und zur Erzeugung der hohen Gasgeschwindigkeit verbrannt habe, seien diese Erzeugnisse zur W&auml;rmegewinnung als Heizstoffe verwendet worden. Nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2, Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 EnergieStG schulde die Kl&auml;gerin die dadurch entstandene Energiesteuer. Bei den verheizten Energieerzeugnissen handele es sich nicht um solche des &sect;&nbsp;4 EnergieStG, denn sie seien nicht als lose Ware, sondern in handels&uuml;blichen F&auml;ssern bef&ouml;rdert worden. Der im Streitfall anzuwendende Steuersatz k&ouml;nne in richtlinienkonformer Auslegung des Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Unterabs.&nbsp;1 und&nbsp;3 der Richtlinie&nbsp;2003\/96\/EG (EnergieStRL) des Rates vom 27.&nbsp;Oktober 2003 zur Restrukturierung der gemeinschaftlichen Rahmenvorschriften zur Besteuerung von Energieerzeugnissen und elektrischem Strom (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union Nr.&nbsp;L&nbsp;283\/51) nur &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 i.V.m. Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EnergieStG entnommen werden. Nach den unionsrechtlichen Vorgaben bestimme sich der Steuersatz nach der Verwendung des jeweiligen Energieerzeugnisses. Erst in einem zweiten Schritt sei bei zu Heizzwecken verwendeten Kohlenwasserstoffen auf den Steuersatz eines gleichwertigen Energieerzeugnisses abzustellen. Demgegen&uuml;ber ordne &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EnergieStG die Anwendung des Steuersatzes f&uuml;r Energieerzeugnisse an, denen die zu beurteilenden Energieerzeugnisse nach ihrer Beschaffenheit und ihrem Verwendungszweck am n&auml;chsten st&uuml;nden. Insoweit enthalte &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EnergieStG eine im Streitfall leer laufende Verweisung auf &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EnergieStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem f&uuml;hre die Regelung in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EnergieStG dazu, dass die Anwendung des Steuersatzes f&uuml;r ordnungsgem&auml;&szlig; gekennzeichnetes Heiz&ouml;l erheblich eingeschr&auml;nkt werde. Gr&uuml;nde hierf&uuml;r k&ouml;nnten weder Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 EnergieStRL noch der Richtlinie&nbsp;95\/60\/EG des Rates vom 27.&nbsp;November 1995 &uuml;ber die steuerliche Kennzeichnung von Gas&ouml;l und Kerosin (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr.&nbsp;L&nbsp;291\/46) entnommen werden. Handele es sich bei Testbenzin und Exxsol&nbsp;D&nbsp;60 nicht um Energieerzeugnisse nach &sect;&nbsp;4 EnergieStG, w&auml;re ihre steuerbeg&uuml;nstigte Verwendung als Heizstoff nur nach Kennzeichnung m&ouml;glich. Eine solche w&auml;re f&uuml;r die im Streitfall eingesetzten Energieerzeugnisse zu einem Zeitpunkt vorzunehmen, zu dem es aufgrund der Verbrennung nicht mehr auf eine Kennzeichnung zu Steuerzwecken ankomme. Eine fehlende Kennzeichnung d&uuml;rfe jedoch nicht dazu f&uuml;hren, von Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Unterabs.&nbsp;3 EnergieStRL abweichende nationale Regelungen zu treffen. Demzufolge k&ouml;nne bei der Bestimmung des Steuersatzes nicht auf die Beschaffenheit von Testbenzin und Exxsol&nbsp;D&nbsp;60 abgestellt werden. Da im Streitfall in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EnergieStG kein diesen Erzeugnissen gleichwertiger Heizstoff aufgef&uuml;hrt sei, m&uuml;sse der f&uuml;r zum Verheizen verwendete Energieerzeugnisse festgelegte Mindeststeuersatz herangezogen werden. Nach seiner konkreten Verwendung st&uuml;nden Testbenzin und Exxsol&nbsp;D&nbsp;60 dem Heiz&ouml;l der Unterpos.&nbsp;2710&nbsp;19&nbsp;61 bis 2710&nbsp;19&nbsp;69 KN gleich, f&uuml;r das gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EnergieStG ein Steuersatz von 25&nbsp;EUR je 1&nbsp;000&nbsp;kg anzuwenden sei. Da es nur auf die Verwendung der Erzeugnisse ankomme, m&uuml;ssten die Beschaffenheitsmerkmale f&uuml;r Heiz&ouml;l nicht vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das HZA eine unzutreffende Anwendung des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EnergieStG, der mit dem Unionsrecht in Einklang stehe. F&uuml;r die in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 bis&nbsp;3 EnergieStG nicht genannten Energieerzeugnisse richte sich der anzuwendende Steuersatz nach der Beschaffenheit und dem Verwendungszweck des Energieerzeugnisses, das mit der Beschaffenheit und dem Verwendungszweck der in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 bis&nbsp;3 EnergieStG genannten Erzeugnisse zu vergleichen sei. Die in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EnergieStG getroffene Regelung stelle auch auf die konkrete Verwendung ab. Zur Feststellung der in Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 EnergieStRL angesprochenen Gleichwertigkeit m&uuml;sse zun&auml;chst die stoffliche Beschaffenheit des Energieerzeugnisses ber&uuml;cksichtigt werden, bei der dem Siedeverhalten eine besondere Bedeutung zukomme. Dieses Verst&auml;ndnis der Vorschrift belege die durch das Gesetz zur &Auml;nderung des Energiesteuer- und Stromsteuergesetzes vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2011 (BGBl I 2011, 282) eingef&uuml;hrte Entlastungsm&ouml;glichkeit, die Sachverhalte wie den des Streitfalls erfasse. Unter Ber&uuml;cksichtigung des Gehalts an Schwefel und Blei komme Testbenzin hinsichtlich seines Siedeverhaltens den in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EnergieStG genannten Benzinen am n&auml;chsten. Unter den Beteiligten sei unstreitig, dass es sich bei Testbenzin um ein Leicht&ouml;l der Unterpos.&nbsp;2710&nbsp;11&nbsp;21 KN handele. Die in Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 EnergieStRL getroffene Regelung bedeute nicht, dass neben einem Kraftstoffsteuersatz zwingend auch ein erm&auml;&szlig;igter Heizstoffsteuersatz festgelegt werden m&uuml;sse. Insoweit bleibe den Mitgliedstaaten ein Spielraum bei der Umsetzung des Richtlinienrechts. Im &Uuml;brigen bleibe das FG die Begr&uuml;ndung schuldig, warum Testbenzin, das zu Heizzwecken eingesetzt werde, schwerem Heiz&ouml;l und nicht anderen Energieerzeugnissen, wie z.B. leichtem Heiz&ouml;l oder Fl&uuml;ssiggasen, gleichwertig sein soll. Nach seinem Siedeverhalten sei Testbenzin nicht Schwer&ouml;l, sondern einem leichten Heiz&ouml;l bzw. Kerosin gleichwertig und entsprechend zu besteuern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat das Verfahren mit Beschluss vom 14.&nbsp;November 2012 VII&nbsp;R&nbsp;9\/11 (BFH\/NV 2013, 936) ausgesetzt und dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) die Frage zur Vorabentscheidung vorgelegt, ob Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 EnergieStRL verlangt, bei der Besteuerung anderer Energieerzeugnisse als derjenigen, f&uuml;r die in der Richtlinie ein Steuerbetrag festgelegt ist, einen Steuersatz anzuwenden, der im nationalen Recht f&uuml;r die Verwendung eines Energieerzeugnisses als Heizstoff festgelegt ist, sofern jenes andere Energieerzeugnis ebenfalls als Heizstoff verwendet wird, und ob, wenn das andere Energieerzeugnis bei einer Verwendung als Heizstoff einem bestimmten Energieerzeugnis gleichwertig ist, der f&uuml;r dieses Energieerzeugnis im nationalen Recht festgelegte Steuersatz angewandt werden kann, auch wenn es sich dabei um einen einheitlichen Steuersatz ohne R&uuml;cksicht auf die Verwendung als Kraftstoff oder als Heizstoff handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seinem Urteil vom 3.&nbsp;April 2014 C-43\/13 und C-44\/13 (ZfZ 2014, 167) hat der EuGH auf diese Fragen geantwortet, Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 EnergieStRL sei dahin auszulegen, dass in einem ersten Schritt zu bestimmen ist, ob das fragliche Erzeugnis als Heiz- oder als Kraftstoff verwendet wird, bevor in einem zweiten Schritt festgestellt wird, an die Stelle welches der Kraft- oder der Heizstoffe, die in der entsprechenden Tabelle in Anhang&nbsp;I dieser Richtlinie jeweils aufgef&uuml;hrt sind, das fragliche Erzeugnis bei seiner Verwendung tats&auml;chlich tritt oder in Ermangelung eines solchen, welcher dieser Kraft- oder dieser Heizstoffe ihm nach seiner Beschaffenheit und seinem Verwendungszweck am n&auml;chsten steht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Auffassung der Kl&auml;gerin kommt nach der Entscheidung des EuGH die Besteuerung des streitgegenst&auml;ndlichen Testbenzins nur nach einem in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 EnergieStG f&uuml;r Heizstoffe festgelegten Steuersatz in Betracht. Entgegen der Auffassung des HZA sei ein Steuersatz f&uuml;r Energieerzeugnisse, die als Heizstoff verwendet werden, &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EnergieStG nicht zu entnehmen. Bei der &Uuml;berpr&uuml;fung der Gleichwertigkeit stelle die Beschaffenheit nur das nachrangige Beurteilungskriterium dar. Prim&auml;r sei der Verwendungszweck entscheidend. Demgegen&uuml;ber vertritt das HZA nunmehr die Auffassung, das von der Kl&auml;gerin eingesetzte Testbenzin bzw. Exxsol&nbsp;D&nbsp;60 stehe nach seinem Siedeverhalten nicht einem Gas- oder Schwer&ouml;l, sondern dem Kerosin am n&auml;chsten, weshalb der in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EnergieStG festgelegte Steuersatz anzuwenden sei, der gleicherma&szlig;en f&uuml;r Kraft- und Heizstoffe gelte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des HZA ist begr&uuml;ndet. Zu Unrecht hat das FG die Beschaffenheitsmerkmale von Testbenzin bzw. Exxsol&nbsp;D&nbsp;60 und schwerem Heiz&ouml;l unber&uuml;cksichtigt gelassen und damit hinsichtlich der Auslegung des Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 EnergieStRL eine von der Entscheidung des EuGH abweichende Rechtsauffassung vertreten. Das Urteil des FG ist daher aufzuheben und zur Nachholung der vers&auml;umten Feststellungen an dieses zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Bei der Festlegung der Steuers&auml;tze und der Ausgestaltung des Steuertarifs ist der Gesetzgeber der Systematik des Anhangs&nbsp;I EnergieStRL nicht gefolgt, sondern hat in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 und&nbsp;2 EnergieStG allgemein geltende Steuers&auml;tze f&uuml;r die dort genannten Energieerzeugnisse unabh&auml;ngig davon festgelegt, ob das jeweilige Energieerzeugnis als Kraft- oder Heizstoff verwendet wird. In &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 EnergieStG hat er in Abweichung von den Abs&auml;tzen&nbsp;1 und&nbsp;2 erm&auml;&szlig;igte Steuers&auml;tze f&uuml;r bestimmte Energieerzeugnisse festgelegt, die zum Verheizen oder in beg&uuml;nstigten Anlagen nach den &sect;&sect;&nbsp;3 und&nbsp;3a EnergieStG verwendet werden. Die Ausgestaltung der Steuertarife begegnet nach Auffassung des erkennenden Senats keinen unionsrechtlichen Bedenken. In seinen Schlussantr&auml;gen in den Rechtssachen C-43\/13 und C-44\/13 hat Generalanwalt J&auml;&auml;skinen darauf hingewiesen, dass die Mitgliedstaaten nicht daran gehindert sind, beide Verwendungsarten eines Energieerzeugnisses mit demselben Steuersatz zu besteuern, sofern sie dies f&uuml;r sachdienlich erachten und der Steuersatz die von der EnergieStRL vorgegebenen Mindeststeuerbetr&auml;ge einh&auml;lt. Von dieser M&ouml;glichkeit hat die Bundesrepublik Deutschland Gebrauch gemacht und z.B. f&uuml;r Kerosin in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EnergieStG einen Steuersatz in H&ouml;he von 654,50&nbsp;EUR f&uuml;r 1&nbsp;000&nbsp;l unabh&auml;ngig davon festgelegt, ob dieses verheizt oder als Kraftstoff verwendet wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Bei den von der Kl&auml;gerin in einem thermischen Beschichtungsverfahren (Hochgeschwindigkeitsflammspritzen) eingesetzten Energieerzeugnissen (Testbenzin der Qualit&auml;t 180\/210 und Exxsol&nbsp;D&nbsp;60) handelt es sich um Leicht&ouml;le, die der Unterpos.&nbsp;2710&nbsp;11&nbsp;21 KN zuzuweisen sind. Ein Steuersatz ist f&uuml;r dieses Erzeugnis weder in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 bis&nbsp;2 EnergieStG noch in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 EnergieStG festgelegt, so dass dieser nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EnergieStG zu bestimmen ist. Danach unterliegen andere als die in den Abs&auml;tzen&nbsp;1 bis&nbsp;3 genannten Energieerzeugnisse der gleichen Steuer wie die Energieerzeugnisse, denen sie nach ihrer Beschaffenheit und ihrem Verwendungszweck am n&auml;chsten stehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r Testbenzin ist auch in Anhang&nbsp;I EnergieStRL kein Mindeststeuerbetrag festgelegt. Nach den Vorgaben des Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EnergieStRL werden zum Verbrauch als Heiz- oder Kraftstoff bestimmte oder als solche zum Verkauf angebotene bzw. verwendete andere Energieerzeugnisse als diejenigen, f&uuml;r die in der EnergieStRL (Anhang&nbsp;I Tabellen&nbsp;A, B und&nbsp;C) ein Steuerbetrag festgelegt wurde, je nach Verwendung zu dem f&uuml;r einen gleichwertigen Heiz- oder Kraftstoff erhobenen Steuersatz besteuert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Urteil des EuGH in ZfZ 2014, 167 ist in einem ersten Schritt zu bestimmen, ob das fragliche Erzeugnis &#8211;f&uuml;r das ein Steuerbetrag gesucht wird&#8211; als Heiz- oder Kraftstoff verwendet wird. Dabei ergibt sich der Vorrang der konkreten Verwendung des Erzeugnisses gegen&uuml;ber dessen Gleichwertigkeit mit anderen Energieerzeugnissen aus den Zielen der EnergieStRL, das ordnungsgem&auml;&szlig;e Funktionieren des Binnenmarkts zu gew&auml;hrleisten. In einem zweiten Schritt ist nach der Rechtsprechung des EuGH zu bestimmen, an die Stelle welches der in Anhang&nbsp;I EnergieStRL (ausdr&uuml;cklich) aufgef&uuml;hrten Kraft- und Heizstoffe das fragliche Erzeugnis bei seiner Verwendung tats&auml;chlich tritt. Der Begr&uuml;ndung der Entscheidung l&auml;sst sich entnehmen, dass bei diesem Schritt zu pr&uuml;fen ist, welches der in Anhang&nbsp;I EnergieStRL aufgef&uuml;hrten Energieerzeugnisse als Ersatz f&uuml;r das tats&auml;chlich eingesetzte Energieerzeugnis h&auml;tte verwendet werden k&ouml;nnen. Ist eine Substitution &#8211;z.B. aufgrund technischer Anforderungen an einen bestimmten Produktionsprozess&#8211; nicht m&ouml;glich, ist nach den Vorgaben des EuGH in einem dritten Schritt festzustellen, welcher der in Anhang&nbsp;I EnergieStRL aufgef&uuml;hrten Kraft- oder Heizstoffe dem Energieerzeugnis, dem ein Mindeststeuerbetrag zugeordnet werden soll, nach seiner Beschaffenheit und seinem konkreten Verwendungszweck am n&auml;chsten steht. Dass bei dieser Pr&uuml;fung auch der allgemein &uuml;bliche Verwendungszweck der in Anhang&nbsp;I EnergieStRL aufgef&uuml;hrten Energieerzeugnisse eine Rolle spielen soll, l&auml;sst sich dem EuGH-Urteil nicht entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach den dargestellten Grunds&auml;tzen erweist sich die vom Gesetzgeber in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EnergieStG getroffene Regelung zumindest als auslegungsbed&uuml;rftig. In richtlinienkonformer Auslegung ist bei der Anwendung der Vorschrift, die der Umsetzung des Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 EnergieStRL dient, entsprechend der Vorgaben des EuGH zun&auml;chst auf den Verwendungszweck abzustellen (Verwendung des nicht mit einem Steuersatz versehenen Erzeugnisses als Heiz- oder Kraftstoff). Im Streitfall ist die Verwendung der streitgegenst&auml;ndlichen Leicht&ouml;le in einem industriellen Prozess als Heizstoff unstreitig. Im Rahmen eines thermischen Beschichtungsverfahrens werden sie zur W&auml;rmegewinnung zusammen mit Sauerstoff in einer Brennkammer gez&uuml;ndet, wobei ein Gasstrahl mit einer Temperatur von ca.&nbsp;3&nbsp;000&deg;&nbsp;C entsteht, der das Beschichtungspulver zum Schmelzen bringt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Nach dem unwidersprochenen Vortrag des HZA ist kein Energieerzeugnis der Anlage&nbsp;I Tabelle&nbsp;C EnergieStRL aus verfahrenstechnischen oder sonstigen Gr&uuml;nden dazu geeignet, anstelle des Testbenzins bzw. Exxsol&nbsp;D&nbsp;60 als Substitutionserzeugnis verwendet zu werden. Ob dies auch f&uuml;r Motorenbenzin gilt, ist entgegen der Auffassung des FG ohne Bedeutung, da Motorenbenzin nicht in Tabelle&nbsp;C des Anhangs&nbsp;I EnergieStRL aufgef&uuml;hrt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bedenken dagegen k&ouml;nnten sich jedoch insoweit aus einem Datenblatt eines amerikanischen Unternehmens ergeben, das die Kl&auml;gerin im Einspruchsverfahren vorgelegt hat. Darin wird f&uuml;r den Betrieb von sog. HV-Systems (High Velocity Systems) die Verwendung von Kerosin mit einem Flammpunkt zwischen 37,8&deg;&nbsp;C und 60&deg;&nbsp;C und einem Siedebereich von 183&deg;&nbsp;C bis 237&deg;&nbsp;C empfohlen. Ob Kerosin tats&auml;chlich als Substitutionserzeugnis in Betracht kommt, wird das FG im zweiten Rechtsgang zu kl&auml;ren haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Falls es dabei bleibt, dass kein Substitutionserzeugnis gefunden werden kann, w&uuml;rde sich das Erfordernis einer Pr&uuml;fung ergeben, welchem in Tabelle&nbsp;C des Anhangs&nbsp;I EnergieStRL genannten Heizstoff die von der Kl&auml;gerin verwendeten Erzeugnisse nach ihrer Beschaffenheit und ihrem Verwendungszweck am n&auml;chsten stehen. Da es dem EuGH nach der Begr&uuml;ndung seines Urteils in ZfZ 2014, 167 ausdr&uuml;cklich darauf ankommt, dass dasselbe Energieerzeugnis in allen Mitgliedstaaten einheitlich als Kraft- oder Heizstoff behandelt wird, kommt es f&uuml;r die folgenden Pr&uuml;fungsschritte allein auf Tabelle&nbsp;C des Anhangs&nbsp;I EnergieStRL an. Ob die entsprechenden Energieerzeugnisse auch in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 EnergieStG genannt werden, ist dagegen unerheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der konkrete Verwendungszweck ergibt sich im Streitfall aus dem Einsatz des Testbenzins bzw. Exxsol&nbsp;D&nbsp;60 in einem thermischen Beschichtungsverfahren, bei dem das Erzeugnis zusammen mit Sauerstoff gez&uuml;ndet wird, um einen Gasstrahl mit einer Temperatur von ca.&nbsp;3&nbsp;000&deg;&nbsp;C zu erzeugen. Gegebenenfalls spielt f&uuml;r den konkreten Produktionsprozess auch der Reinheitsgrad des Testbenzins eine Rolle. Aufgrund des dargestellten Verwendungszwecks kann entgegen der Auffassung des HZA das Siedeverhalten von Testbenzin im Rahmen der Feststellung der Gleichwertigkeit im Fall einer fehlenden Substituierbarkeit nicht als vorrangiges oder allein entscheidendes Merkmal angesehen werden. Eine solche Sichtweise w&uuml;rde bereits deshalb nicht mit dem Unionsrecht &uuml;bereinstimmen, weil sie die konkrete Verwendung des Energieerzeugnisses in den Hintergrund treten, wenn nicht sogar g&auml;nzlich unber&uuml;cksichtigt lie&szlig;e. Geboten ist vielmehr eine Gesamtbetrachtung, wobei die bei Erzeugnissen der Erd&ouml;lverarbeitung anzutreffenden Beschaffenheitsmerkmale wie z.B. der Aggregatzustand, der Siedebereich, das Verh&auml;ltnis von Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen, der Reinheitsgrad, die Viskosit&auml;t, der Flammpunkt oder die Dichte der zu vergleichenden Erzeugnisse zu ber&uuml;cksichtigen und unter Ber&uuml;cksichtigung des jeweiligen konkreten Verwendungszwecks zu gewichten sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da das FG die Ansicht vertreten hat, es komme aufgrund des Vorrangs der konkreten Verwendung auf die Beschaffenheit von Testbenzin bzw. Exxsol&nbsp;D&nbsp;60 und desjenigen Energieerzeugnisses, das ihm am n&auml;chsten steht, nicht an, war das erstinstanzliche Urteil aufzuheben. An einer Entscheidung ist der erkennende Senat jedoch gehindert, weil das FG keine Feststellungen zu den Beschaffenheitsmerkmalen von Testbenzin bzw. Exxsol&nbsp;D&nbsp;60 und dem in Betracht kommenden Energieerzeugnis getroffen hat, das Testbenzin bzw. Exxsol&nbsp;D&nbsp;60 im Hinblick auf den konkreten Verwendungszweck am n&auml;chsten steht. Diese Feststellungen wird das FG im zweiten Rechtsgang nachzuholen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Kein Beschaffenheitsmerkmal, sondern eine Ma&szlig;nahme der Steueraufsicht ist die Kennzeichnung eines Energieerzeugnisses. Dies bedeutet f&uuml;r den Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EnergieStG, dass eine fehlende Kennzeichnung bei der Ermittlung des Steuersatzes au&szlig;er Betracht zu bleiben hat. Denn w&uuml;rde eine solche bei der Anwendung der f&uuml;r ordnungsgem&auml;&szlig; gekennzeichnete Gas&ouml;le (vgl. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 der Energiesteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung) festgelegten Steuers&auml;tze gefordert, w&uuml;rde die Gew&auml;hrung eines erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes wesentlich erschwert oder sogar unm&ouml;glich gemacht. Dies gilt auch f&uuml;r das streitgegenst&auml;ndliche Testbenzin bzw. Exxsol&nbsp;D&nbsp;60, das in gekennzeichneter Form im Handel nicht ohne Weiteres erh&auml;ltlich ist. Dar&uuml;ber hinaus w&auml;re eine Kennzeichnungspflicht mit erheblichem technischen Aufwand verbunden, den inl&auml;ndische und insbesondere ausl&auml;ndische H&auml;ndler nicht gewillt sein d&uuml;rften, f&uuml;r ein relativ kleines Marktsegment zu betreiben. Auch das HZA r&auml;umt unter Hinweis auf die in &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;2a EnergieStG mit Wirkung vom 1.&nbsp;Januar 2011 getroffene Regelung ein, dass sich eine Kennzeichnung wie beim Gas&ouml;l im Fall von Testbenzin bzw. Exxsol&nbsp;D&nbsp;60 nicht rechtfertigen lie&szlig;e.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Auf die in &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;2a EnergieStG getroffene Regelung, die eine M&ouml;glichkeit er&ouml;ffnet, auf die in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 bis&nbsp;3 EnergieStG genannten Energieerzeugnisse den f&uuml;r schwefelarmes Gas&ouml;l geltenden Steuersatz anzuwenden, kann nicht zur&uuml;ckgegriffen werden, da die Vorschrift erst mit Wirkung zum 1.&nbsp;Januar 2011 eingef&uuml;hrt worden ist. Ausweislich der Gesetzesbegr&uuml;ndung (BTDrucks&nbsp;17\/3055, S.&nbsp;14) soll die Ausweitung der Entlastungsm&ouml;glichkeit auch auf Leicht&ouml;le und mittelschwere &Ouml;le dem Bed&uuml;rfnis der Industrie Rechnung tragen, diese Erzeugnisse in Heizprozessen steuerbeg&uuml;nstigt zu verwenden. Da die Vorschrift im Streitfall noch keine Anwendung findet, bedarf es keiner Entscheidung dar&uuml;ber, ob mit dieser Regelung den Vorgaben des Unionsrechts und des EuGH Gen&uuml;ge getan ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>8. Der Kostenvorbehalt ergibt sich aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.3.2015, VII R 9\/11 Ermittlung des Steuersatzes f&uuml;r als Substitutionsheizstoff verwendetes Testbenzin Leits&auml;tze 1. Die Ausgestaltung des Steuertarifs f&uuml;r Energieerzeugnisse, der f&uuml;r bestimmte Energieerzeugnisse einen allgemeinen Steuersatz vorsieht, bei dem es nicht darauf ankommt, ob diese als Kraft- oder Heizstoff verwendet werden, begegnet keinen unionsrechtlichen Bedenken. 2. Bei der Festlegung eines Steuersatzes &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-9-11-ermittlung-des-steuersatzes-fuer-als-substitutionsheizstoff-verwendetes-testbenzin\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;9\/11 &#8211; Ermittlung des Steuersatzes f&uuml;r als Substitutionsheizstoff verwendetes Testbenzin<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-64691","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64691","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64691"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64691\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64691"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64691"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64691"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}