{"id":64693,"date":"2015-07-10T16:02:36","date_gmt":"2015-07-10T14:02:36","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64693"},"modified":"2015-07-10T16:02:36","modified_gmt":"2015-07-10T14:02:36","slug":"vi-r-87-13-verpflegungsmehraufwand-als-werbungskosten-eines-lokomotiv-rangierfuehrers-firmeneigenes-schienennetz-als-grossraeumige-arbeitsstaette-bzw-taetigkeitsmittelpunkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-87-13-verpflegungsmehraufwand-als-werbungskosten-eines-lokomotiv-rangierfuehrers-firmeneigenes-schienennetz-als-grossraeumige-arbeitsstaette-bzw-taetigkeitsmittelpunkt\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;87\/13 &#8211; Verpflegungsmehraufwand als Werbungskosten eines Lokomotiv-Rangierf&uuml;hrers: Firmeneigenes Schienennetz als gro&szlig;r&auml;umige Arbeitsst&auml;tte bzw. T&auml;tigkeitsmittelpunkt"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.3.2015, VI R 87\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Verpflegungsmehraufwand als Werbungskosten eines Lokomotiv-Rangierf&uuml;hrers: Firmeneigenes Schienennetz als gro&szlig;r&auml;umige Arbeitsst&auml;tte bzw. T&auml;tigkeitsmittelpunkt<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 21. Oktober 2013&nbsp;&nbsp;11 K 2103\/12 E wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob einem Lokomotiv-Rangierf&uuml;hrer Werbungskosten in Form von Verpflegungsmehraufwendungen zustehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Ehegatten und wurden f&uuml;r das Streitjahr 2010 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger war im Streitjahr bei der X, einer Tochtergesellschaft der Y, die in A mehrere Werke betreibt, nichtselbst&auml;ndig besch&auml;ftigt. Er arbeitete im Schichtdienst mit einer regelm&auml;&szlig;igen Arbeitszeit von acht Stunden t&auml;glich. W&auml;hrend seiner Schichten befuhr der Kl&auml;ger mit der firmeneigenen Eisenbahn das firmeneigene Schienennetz der X, das sich &uuml;ber mehrere Stadtteile in A erstreckte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die einzelnen Werke, die r&auml;umlich unmittelbar aneinander grenzen, werden von einer Vielzahl &ouml;ffentlicher Stra&szlig;en durchzogen. Die Werke k&ouml;nnen grunds&auml;tzlich nur &uuml;ber die jeweiligen Tore betreten werden. F&uuml;r den firmeninternen Schienenverkehr sind sie jedoch &uuml;ber ein Br&uuml;cken- und Tunnelsystem zug&auml;nglich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitjahr leistete der Kl&auml;ger 228 Schichten mit folgenden Einsatzorten ab: eine Schicht in &#8230;, zehn Schichten in &#8230;, eine Schicht in &#8230;, zehn Schichten in &#8230;, neun Schichten in &#8230; und 197&nbsp;Schichten in &#8230;. Im Rahmen seines Schichtdienstes fuhr der Kl&auml;ger im Streitjahr &uuml;ber das Schienennetz der firmeneigenen Werksbahn mindestens einmal t&auml;glich auch die Fremdfirma Z an, die nicht zur Y geh&ouml;rte und sich im Stadtteil &#8230; befand. F&uuml;r diese Fahrten war der Kl&auml;ger weniger als acht Stunden von seiner Wohnung abwesend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen der Einkommensteuererkl&auml;rung 2010 machte der Kl&auml;ger Verpflegungsmehraufwendungen in H&ouml;he von insgesamt 1.368&nbsp;EUR (228&nbsp;Tage x 6&nbsp;EUR) bei seinen Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte diese nicht, da keine Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit vorgelegen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen nach erfolglosem Vorverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2014, 247 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragen,<br \/>das Urteil des FG D&uuml;sseldorf vom 21.&nbsp;Oktober 2013&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;2103\/12&nbsp;E und die Einspruchsentscheidung vom 3.&nbsp;Mai 2012 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2010 vom 28.&nbsp;September 2011 dahingehend abzu&auml;ndern, dass die Einkommensteuer unter Anerkennung von Verpflegungsmehraufwendungen als Werbungskosten in H&ouml;he von 1.368&nbsp;EUR festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Sie ist daher nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat im Ergebnis zu Recht entschieden, dass der Kl&auml;ger keinen Anspruch auf Ber&uuml;cksichtigung der geltend gemachten Verpflegungsmehraufwendungen als Werbungskosten hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;5 des Einkommensteuergesetzes (EStG) i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 EStG wird ein erwerbsbedingter Mehraufwand f&uuml;r Verpflegung typisierend in Form gestaffelter Pauschbetr&auml;ge und lediglich unter der Voraussetzung steuerlich ber&uuml;cksichtigt, dass der Arbeitnehmer sich aus beruflichen Gr&uuml;nden auf einer Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit befunden hat (Senatsurteile vom 18.&nbsp;Juni 2009 VI&nbsp;R&nbsp;61\/06, BFHE 226, 59, BStBl II 2010, 564, und vom 11.&nbsp;Mai 2005 VI&nbsp;R&nbsp;16\/04, BFHE 209, 518, BStBl II 2005, 789, unter II. 2. a und b). Danach ist eine Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitnehmer entweder vor&uuml;bergehend von seiner Wohnung und dem ortsgebundenen Mittelpunkt seiner dauerhaft angelegten beruflichen T&auml;tigkeit (T&auml;tigkeitsmittelpunkt) entfernt beruflich t&auml;tig wird (Satz&nbsp;2 der genannten Vorschrift) oder dass der Arbeitnehmer typischerweise nur an st&auml;ndig wechselnden T&auml;tigkeitsst&auml;tten oder auf einem Fahrzeug eingesetzt wird und damit &uuml;ber einen dauerhaft angelegten ortsgebundenen Bezugspunkt seiner beruflichen T&auml;tigkeit nicht verf&uuml;gt (Satz&nbsp;3 der genannten Vorschrift). Auf die konkrete Verpflegungssituation kommt es dabei ebenso wenig an, wie darauf, ob dem Arbeitnehmer &uuml;berhaupt ein Mehraufwand bei seiner Verpflegung entstanden ist (Senatsurteil vom 19.&nbsp;Januar 2012 VI&nbsp;R&nbsp;23\/11, BFHE 236, 351, BStBl II 2012, 472, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) T&auml;tigkeitsmittelpunkt i.S. des &sect;&nbsp;9&nbsp;Abs.&nbsp;5 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;4&nbsp;Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 EStG und (regelm&auml;&szlig;ige) Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG ist die dauerhafte betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers, der der Arbeitnehmer zugeordnet ist und die er nachhaltig, fortdauernd und immer wieder aufsucht. Das ist regelm&auml;&szlig;ig der Betrieb, Zweigbetrieb oder eine Betriebsst&auml;tte des Arbeitgebers (vgl. zuletzt Senatsurteil vom 26.&nbsp;Februar 2014 VI&nbsp;R&nbsp;68\/12, BFH\/NV 2014, 1029, m.w.N.; Schmidt\/Loschelder, EStG, 33.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;116, m.w.N.), nicht jedoch die T&auml;tigkeitsst&auml;tte in einer betrieblichen Einrichtung des Kunden des Arbeitgebers (Senatsurteile vom 10.&nbsp;Juli 2008 VI&nbsp;R&nbsp;21\/07, BFHE 222, 391, BStBl II 2009, 818; vom 9.&nbsp;Juli 2009 VI&nbsp;R&nbsp;21\/08, BFHE 225, 449, BStBl II 2009, 822, und vom 17.&nbsp;Juni 2010 VI&nbsp;R&nbsp;35\/08, BFHE 230, 147, BStBl II 2010, 852).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Es entspricht st&auml;ndiger Senatsrechtsprechung, dass ein gr&ouml;&szlig;eres, r&auml;umlich geschlossenes Gebiet als regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG (und damit beim Verpflegungsmehraufwand als T&auml;tigkeitsmittelpunkt i.S. des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 EStG) in Betracht kommt, wenn es sich um ein zusammenh&auml;ngendes Gel&auml;nde des Arbeitgebers handelt, auf dem der Arbeitnehmer auf Dauer und mit einer gewissen Nachhaltigkeit t&auml;tig wird (vgl. Senatsurteil in BFHE 226, 59, BStBl II 2010, 564, m.w.N.). Unter diesen Voraussetzungen kann auch ein Werksgel&auml;nde oder ein Waldgebiet eine gro&szlig;r&auml;umige (regelm&auml;&szlig;ige) Arbeitsst&auml;tte bzw. einen T&auml;tigkeitsmittelpunkt darstellen (vgl. Senatsurteil in BFHE 226, 59, BStBl II 2010, 564, bzgl. des Gewinnungsreviers eines Kaliwerks; vgl. auch Schmidt\/Loschelder, a.a.O., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;117, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG ist von diesen Grunds&auml;tzen ausgegangen und hat im Ergebnis zutreffend entschieden, dass die vom Kl&auml;ger geltend gemachten Verpflegungsmehraufwendungen nicht zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach st&auml;ndiger Senatsrechtsprechung kommen nur ortsfeste betriebliche Einrichtungen des Arbeitgebers als regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte in Betracht (vgl. zuletzt Senatsurteil in BFH\/NV 2014, 1029, m.w.N.; Schmidt\/Loschelder, a.a.O., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;116, m.w.N.). Im Streitfall ist das Schienennetz der X, das sich zum Gro&szlig;teil auf dem Werksgel&auml;nde der Y befindet, nach den Ma&szlig;st&auml;ben des Senatsurteils in BFHE 226, 59, BStBl II 2010, 564 als &#8211;wenngleich gro&szlig;r&auml;umige&#8211; regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei dem Schienennetz der X handelt es sich um eine dauerhafte, betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers des Kl&auml;gers, die nach ihren infrastrukturellen Gegebenheiten mit einem Betriebssitz oder einer sonstigen betrieblichen Einrichtung vergleichbar ist (vgl. Senatsurteile vom 17.&nbsp;Juni 2010 VI&nbsp;R&nbsp;20\/09, BFHE 230, 533, BStBl II 2012, 32, und in BFHE 226, 59, BStBl II 2010, 564). Im Streitfall kann dahinstehen, ob die X auch zivilrechtliche Eigent&uuml;merin des Schienennetzes war, da eine betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers eine solche Rechtsposition nicht voraussetzt. Entscheidend ist vielmehr die tats&auml;chliche Sachherrschaft des Arbeitgebers (vgl. Senatsurteile in BFHE 226, 59, BStBl II 2010, 564; in BFHE 225, 449, BStBl II 2009, 822; vom 13.&nbsp;Juni 2012 VI&nbsp;R&nbsp;47\/11, BFHE 238, 53, BStBl II 2013, 169; vom 6.&nbsp;Februar 2014 VI&nbsp;R&nbsp;34\/13, BFH\/NV 2014, 691; vgl. Bergkemper in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;545). Da nach den bindenden Feststellungen des FG der Kl&auml;ger mit der firmeneigenen Eisenbahn (&quot;Werksbahn&quot;) das firmeneigene Schienennetz seines Arbeitgebers, der X, befuhr, ist davon auszugehen, dass die X eine solche tats&auml;chliche Sachherrschaft innehatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die konkrete fl&auml;chenm&auml;&szlig;ige Ausdehnung des firmeneigenen Schienennetzes steht der Annahme einer regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte bzw. eines T&auml;tigkeitsmittelpunktes nicht entgegen. Das firmeneigene Schienennetz der X erstreckt sich im Streitfall zwar &uuml;ber mehrere Stadtteile. Es handelt sich aber um ein r&auml;umlich geschlossenes bzw. zusammenh&auml;ngendes Gel&auml;nde (vgl. Senatsurteil in BFHE 226, 59, BStBl II 2010, 564). Daran &auml;ndert auch der Umstand nichts, dass sich auf dem geographischen Gebiet, auf dem das Schienennetz verlegt ist, auch &ouml;ffentliche Stra&szlig;en befinden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dieser betrieblichen Einrichtung war der Kl&auml;ger auch zugeordnet. Nach den Feststellungen des FG erbrachte er dort t&auml;glich seine Arbeitsleistung, indem er die Rangierfahrten mit der firmeneigenen Eisenbahn (&quot;Werksbahn&quot;) auf diesem Schienennetz begann, durchf&uuml;hrte und beendete. Ein nachhaltiges, fortdauerndes und sich wiederholendes T&auml;tigwerden auf einer betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers ist daher zu bejahen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Da der Kl&auml;ger an einer regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte bzw. einem T&auml;tigkeitsmittelpunkt eingesetzt war, liegt keine &quot;Fahrt&auml;tigkeit&quot; bzw. auch keine &quot;Einsatzwechselt&auml;tigkeit&quot; i.S. des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;5 EStG vor (vgl. Senatsurteil in BFHE 226, 59, BStBl II 2010, 564).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Dieser Beurteilung stehen auch die arbeitst&auml;glichen Fahrten zu der Fremdfirma Z nicht entgegen. Denn auch diese Fahrten unternahm der Kl&auml;ger nach den den Senat bindenden tats&auml;chlichen Feststellungen der Vorinstanz (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) mit der firmeneigenen Eisenbahn (&quot;Werksbahn&quot;) auf dem firmeneigenen Schienennetz und damit auf dem Werksgel&auml;nde seines Arbeitgebers, der X. Eine Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit liegt deshalb auch insoweit nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.3.2015, VI R 87\/13 Verpflegungsmehraufwand als Werbungskosten eines Lokomotiv-Rangierf&uuml;hrers: Firmeneigenes Schienennetz als gro&szlig;r&auml;umige Arbeitsst&auml;tte bzw. T&auml;tigkeitsmittelpunkt Tenor Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 21. Oktober 2013&nbsp;&nbsp;11 K 2103\/12 E wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. 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