{"id":64698,"date":"2015-07-10T16:26:49","date_gmt":"2015-07-10T14:26:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64698"},"modified":"2015-07-10T16:26:49","modified_gmt":"2015-07-10T14:26:49","slug":"vii-b-117-14-verbindliche-zolltarifauskunft-zulaessigkeit-der-erhebung-von-abweichenden-einfuhrabgaben-fuer-gleiche-waren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-117-14-verbindliche-zolltarifauskunft-zulaessigkeit-der-erhebung-von-abweichenden-einfuhrabgaben-fuer-gleiche-waren\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;117\/14 &#8211; Verbindliche Zolltarifauskunft: Zul&auml;ssigkeit der Erhebung von abweichenden Einfuhrabgaben f&uuml;r gleiche Waren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.3.2015, VII B 117\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Verbindliche Zolltarifauskunft: Zul&auml;ssigkeit der Erhebung von abweichenden Einfuhrabgaben f&uuml;r gleiche Waren<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 11. Juni 2014&nbsp;&nbsp;4 K 147\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die von der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) formulierte Rechtsfrage, ob die von ihr vertriebenen Waren &#8211;wie der Beklagte und Beschwerdegegner (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) mit den streitigen verbindlichen Zolltarifausk&uuml;nften (vZTA) meint&#8211; in die Unterpos.&nbsp;8472&nbsp;90&nbsp;70 der Kombinierten Nomenklatur &#8211;KN&#8211; (andere B&uuml;romaschinen und -apparate) oder in die von der Kl&auml;gerin f&uuml;r richtig gehaltene Unterpos.&nbsp;8422&nbsp;40&nbsp;00 KN (andere Maschinen und Apparate zum Verpacken oder Umh&uuml;llen von Waren) einzureihen sind, gibt der Rechtssache keine grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;rungsbedarf dieser Einreihungsfrage ergibt sich entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin nicht daraus, dass die n&auml;mliche Ware mit der britischen vZTA GB&nbsp;&#8230; vom 27.&nbsp;November 2013 in die Pos.&nbsp;8422 KN eingereiht wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wie der Senat bereits entschieden hat, ist die f&uuml;r die Einfuhrabfertigung zust&auml;ndige Zollstelle bei der Einreihung der Einfuhrware in die KN rechtlich nicht an die Tarifierung dieser Ware anl&auml;sslich anderer Einfuhrabfertigungen durch eine andere Zollstelle gebunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar folgt nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) aus dem Gleichheitssatz sowie aus dem Gebot der einheitlichen Anwendung des Unionsrechts, dass die Begriffe einer Vorschrift des Unionsrechts, die f&uuml;r die Ermittlung ihres Sinns und ihrer Tragweite nicht ausdr&uuml;cklich auf das Recht der Mitgliedstaaten verweist, in der Regel in der gesamten Europ&auml;ischen Union eine autonome und einheitliche Auslegung erhalten m&uuml;ssen (Urteile vom 29.&nbsp;Juli 2010 C-151\/09-UGT-FSP-, Slg.&nbsp;2010, I-7591; vom 21.&nbsp;Oktober 2010 C-467\/08-SGAE-, Slg.&nbsp;2010, I-10055, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus dem Gleichheitssatz folgt allerdings nicht die Verpflichtung der Zollbeh&ouml;rde, bei der tariflichen Einreihung einer bestimmten Ware die Tarifauffassung anderer Zollstellen ohne R&uuml;cksicht auf deren Richtigkeit zu &uuml;bernehmen. Entscheidend ist vielmehr allein, welche zolltarifliche Einreihung die zutreffende ist. Erweist sich daher die Tarifierung einer bestimmten Ware durch eine Zollstelle als unzutreffend, kann in einem anderen Einfuhrfall der Einf&uuml;hrer nicht unter Berufung auf den Gleichheitssatz von der f&uuml;r ihn zust&auml;ndigen Zollbeh&ouml;rde verlangen, dass sie der Abfertigung dieselbe unzutreffende Tarifauffassung zugrunde legt (vgl. Senatsbeschluss vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2011 VII&nbsp;B&nbsp;133\/10, BFH\/NV 2011, 1200, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine gegebenenfalls erforderliche einheitliche Auslegung erhalten kl&auml;rungsbed&uuml;rftige Zolltariffragen entweder durch eine zolltarifliche Entscheidung des EuGH auf Vorlage eines nationalen Gerichts in einem bestimmten Streitfall oder &#8211;bei voneinander abweichenden vZTA f&uuml;r dieselbe Ware&#8211; durch eine Ma&szlig;nahme der Kommission gem&auml;&szlig; dem Verfahren nach Art.&nbsp;9 der Zollkodexdurchf&uuml;hrungsverordnung (Senatsurteil vom 30.&nbsp;Juli 2003 VII&nbsp;R&nbsp;40\/01, BFH\/NV 2004, 835, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2004, 126).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Jedenfalls hat das HZA zu Recht darauf hingewiesen, dass die britische Zollverwaltung die von ihr erteilte vZTA zwischenzeitlich aufgehoben hat (die unter dem 18.&nbsp;M&auml;rz 2015 zuletzt aktualisierte vZTA-Datenbank der Europ&auml;ischen Kommission enth&auml;lt die vZTA GB&nbsp;&#8230; nicht mehr).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Dem sonstigen Vorbringen der Kl&auml;gerin kann der Senat keine Anhaltspunkte f&uuml;r eine grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Geht es &#8211;wie im Streitfall&#8211; allein darum, ob die betreffende Ware zutreffend in den Zolltarif eingereiht worden ist, beschr&auml;nkt sich also die Rechtsfrage, der grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. von &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO zukommen soll, auf die Frage der zutreffenden Tarifierung, so kommt der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit der Tarifierungsfrage und ihrer ausreichenden Darlegung (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO) entscheidende Bedeutung zu. Der Beschwerdef&uuml;hrer muss unter Heranziehung der zu dieser Frage ggf. vorhandenen Literatur und Rechtsprechung der europ&auml;ischen und der nationalen Gerichte sowie der einschl&auml;gigen Zolltarifmaterialien (Avise, Erl&auml;uterungen u.a.) Zweifel an der Einreihung der Ware durch das Finanzgericht (FG) wecken und aufzeigen, aus welchen Gr&uuml;nden seiner abweichenden Tarifauffassung m&ouml;glicherweise der Vorzug vor derjenigen des FG gegeben werden k&ouml;nnte (Senatsbeschluss vom 11.&nbsp;Februar 2002 VII&nbsp;B&nbsp;136\/01, BFHE 198, 242, ZfZ 2002, 229).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beschwerdebegr&uuml;ndung ist &#8211;zusammengefasst&#8211; nur zu entnehmen, dass die Kl&auml;gerin die Wareneinreihung in die Pos.&nbsp;8472 KN durch das HZA und das FG f&uuml;r &quot;nicht korrekt&quot;, demgegen&uuml;ber die Einreihung in die Pos.&nbsp;8422 KN f&uuml;r &quot;ohne Weiteres m&ouml;glich und &#8230; auch richtig&quot; h&auml;lt. Wie sich n&auml;mlich schon aus der von der Kl&auml;gerin selbst gew&auml;hlten Formulierung, &quot;die Auslegung &#8230; des Finanzgerichts engt den Anwendungsbereich der Position 8422 zu sehr und unzul&auml;ssig ein&quot; ergibt, zeigt die Kl&auml;gerin keinen vom FG seiner Entscheidung zu Grunde gelegten abstrakten Rechtssatz auf, der einer grunds&auml;tzlichen &Uuml;berpr&uuml;fung im Revisionsverfahren bed&uuml;rfte, sondern wendet sich gegen die Subsumtion der streitigen Waren unter die f&uuml;r falsch gehaltene Tarifposition. Damit aber macht sie einen Rechtsanwendungsfehler des FG im Einzelfall geltend, der unter keinen der in &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO abschlie&szlig;end aufgef&uuml;hrten Revisionszulassungsgr&uuml;nde f&auml;llt. Zwar ist die Revision auch zuzulassen, wenn ein Rechtsfehler des FG zu einer &quot;greifbar gesetzwidrigen&quot;, auf sachfremden Erw&auml;gungen beruhenden und unter keinem Gesichtspunkt rechtlich vertretbaren Entscheidung gef&uuml;hrt hat. Anhaltspunkte daf&uuml;r finden sich in der ausf&uuml;hrlich und nachvollziehbar begr&uuml;ndeten FG-Entscheidung nicht. Unterhalb dieser Grenze liegende Rechtsfehler reichen &#8211;wenn sie denn vorl&auml;gen&#8211; nicht aus, um die Revision zuzulassen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 21.&nbsp;August 2014 X&nbsp;B&nbsp;159\/13, BFH\/NV 2014, 1743, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.3.2015, VII B 117\/14 Verbindliche Zolltarifauskunft: Zul&auml;ssigkeit der Erhebung von abweichenden Einfuhrabgaben f&uuml;r gleiche Waren Tenor Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 11. Juni 2014&nbsp;&nbsp;4 K 147\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen. 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