{"id":64702,"date":"2015-07-10T16:01:30","date_gmt":"2015-07-10T14:01:30","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64702"},"modified":"2015-07-10T16:01:30","modified_gmt":"2015-07-10T14:01:30","slug":"ii-b-98-14-amtsentbindung-eines-ehrenamtlichen-richters-wegen-vermoegenverfalls","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-98-14-amtsentbindung-eines-ehrenamtlichen-richters-wegen-vermoegenverfalls\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;98\/14 &#8211; Amtsentbindung eines ehrenamtlichen Richters wegen Verm&ouml;genverfalls"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.3.2015, II B 98\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Amtsentbindung eines ehrenamtlichen Richters wegen Verm&ouml;genverfalls<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Antragstellerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Antragstellerin) ist ehrenamtliche Richterin beim Finanzgericht X (FG). Sie beantragte mit Schreiben vom 19.&nbsp;Mai 2014 ihre Entbindung von diesem Amt, da sie infolge der Insolvenz ihres Unternehmens nicht mehr als Unternehmerin t&auml;tig sei und ihre nunmehr im Angestelltenverh&auml;ltnis ausge&uuml;bte T&auml;tigkeit die weitere Aus&uuml;bung des Amtes nicht zulasse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In einem weiteren Schreiben teilte die Antragstellerin mit, die Situation habe sich weiter versch&auml;rft, sodass sie &quot;in den n&auml;chsten Wochen selber Privatinsolvenz anmelden m&uuml;sse&quot;. Daraufhin forderte das FG die Antragstellerin mit Fristsetzung zum 18.&nbsp;Juli 2014 auf, &quot;ihre Verm&ouml;genssituation m&ouml;glichst eingehend und konkret&quot; darzustellen und mitzuteilen, ob sie einen Antrag auf Privatinsolvenz gestellt habe und das Verfahren zwischenzeitlich er&ouml;ffnet worden sei. Die Verfahrensbevollm&auml;chtigten teilten fristgerecht mit, die Antragstellerin sei zum Ausgleich der Verbindlichkeiten ihrer in Insolvenz geratenen Gesellschaft nicht in der Lage. Sie seien mit der Beantragung und Durchf&uuml;hrung eines Privatinsolvenzverfahrens beauftragt worden. Dieser Antrag befinde sich in Vorbereitung und werde in K&uuml;rze eingereicht werden. Sie, die Verfahrensbevollm&auml;chtigten, k&uuml;ndigten an, &quot;dann&quot; das Gericht entsprechend zu informieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber diesen Antrag zust&auml;ndige Senat des FG lehnte den Antrag durch Beschluss vom 5.&nbsp;August 2014 &#8230; mit der Begr&uuml;ndung ab, allein der Wechsel von einer unternehmerischen T&auml;tigkeit in ein Arbeitsverh&auml;ltnis f&uuml;hre nicht zur Unzumutbarkeit der Aus&uuml;bung des Richteramts. Die Antragstellerin habe auch trotz Nachfrage keine konkreten Tatsachen vorgetragen, die den Schluss auf einen Verm&ouml;gensverfall zulie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die von der Antragstellerin erhobene Beschwerde. Mit Schriftsatz vom 22.&nbsp;August 2014 teilten die Verfahrensbevollm&auml;chtigten u.a. mit, ein Insolvenzantrag sei zwischenzeitlich beim Insolvenzgericht gestellt worden, und beantragten, die Insolvenzakten beizuziehen. W&auml;hrend des Beschwerdeverfahrens hat das Amtsgericht Z durch Beschluss vom &#8230; September 2014 das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der Antragstellerin er&ouml;ffnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daraufhin teilte der Antragsgegner und Beschwerdegegner (Antragsgegner) mit, auch nach seiner Auffassung rechtfertige der nunmehr nachgewiesene Verm&ouml;gensverfall die Entbindung der Antragstellerin vom Amt der ehrenamtlichen Richterin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. 1. Die Beschwerde ist zul&auml;ssig. Gegen den Beschluss des f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber den Antrag auf Amtsentbindung eines ehrenamtlichen Richters zust&auml;ndigen Senats des FG (vgl. &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) ist die Beschwerde (&sect;&nbsp;128 FGO) an den Bundesfinanzhof (BFH) zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ma&szlig;gebender Zeitpunkt f&uuml;r die Beurteilung der Begr&uuml;ndetheit der Beschwerde ist der Zeitpunkt der Beschwerdeentscheidung (Bergkemper in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;132 FGO Rz&nbsp;22, m.w.N.). Der BFH hat bei einer mit der Beschwerde angefochtenen Ermessensentscheidung des FG eigenes Ermessen auszu&uuml;ben und ist nicht auf die Kontrolle der vom FG getroffenen Ermessensentscheidung beschr&auml;nkt (Bergkemper in HHSp, &sect;&nbsp;132 FGO Rz&nbsp;31, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Beschwerde ist auch begr&uuml;ndet. Die Antragstellerin ist von ihrem Amt als ehrenamtliche Richterin beim FG zu entbinden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gew&auml;hlte und berufene ehrenamtliche Richter sind nur in den &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 FGO genannten F&auml;llen von ihrem Amt zu entbinden. Ferner kann ein ehrenamtlicher Richter gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 FGO in besonderen H&auml;rtef&auml;llen auf Antrag von der weiteren Aus&uuml;bung des Amtes entbunden werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die FGO enth&auml;lt keine ausdr&uuml;ckliche Regelung f&uuml;r den Fall, dass ein ehrenamtlicher Richter nach seiner Wahl in Verm&ouml;gensverfall ger&auml;t. In &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;2 FGO ist lediglich bestimmt, dass Personen, die in Verm&ouml;gensverfall geraten sind, nicht zu ehrenamtlichen Richtern berufen werden sollen. Eine entsprechende Regelung f&uuml;r den Fall, dass ein ehrenamtlicher Richter nach seiner Berufung in Verm&ouml;gensverfall ger&auml;t, enth&auml;lt die FGO nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Beantragt ein ehrenamtlicher Richter aufgrund eines nach seiner Wahl eingetretenen Verm&ouml;gensverfalls seine Entbindung vom Amt, kann diesem Antrag unter Ber&uuml;cksichtigung des sich aus &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;2 FGO ergebenden Rechtsgedankens nach &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 FGO wegen Vorliegen eines besonderen H&auml;rtefalls stattzugeben sein (Schmid in HHSp, &sect;&nbsp;18 FGO Rz&nbsp;21). Bei der Aus&uuml;bung der nach &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 FGO zu treffenden Ermessensentscheidung ist der Regelungsgehalt des als Soll-Vorschrift ausgestalteten &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;2 FGO zu beachten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Nach diesen Grund&auml;tzen muss zwar der bei einem ehrenamtlichen Richter nach seiner Wahl eingetretene Verm&ouml;gensverfall nicht zwingend zur Amtsentbindung f&uuml;hren. Vielmehr l&auml;sst &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;2 FGO als blo&szlig;e Soll-Vorschrift die Ber&uuml;cksichtigung besonderer Umst&auml;nde des Einzelfalls zu (Schmid in HHSp, &sect;&nbsp;18 FGO Rz&nbsp;20; Gr&auml;ber\/Koch, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;18 Rz&nbsp;5). Wenn aber ein ehrenamtlicher Richter nach der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber sein Verm&ouml;gen (&sect;&nbsp;16 der Insolvenzordnung) die Entbindung von seinem Amt beantragt, ist das in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;2 FGO einger&auml;umte Ermessen regelm&auml;&szlig;ig derart auf Null reduziert, dass die Amtsentbindung als einzig sachgerechte L&ouml;sung erscheint (Schmid in HHSp, &sect;&nbsp;18 FGO Rz&nbsp;21; Brandis in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;18 FGO Rz&nbsp;4) und dem Antrag folglich stattzugeben ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Im Streitfall liegt ein Verm&ouml;gensverfall der Antragstellerin vor, weil &uuml;ber ihr Verm&ouml;gen am &#8230; September 2014 das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet worden ist. Gegen eine Amtsentbindung der Antragstellerin sprechende besondere Umst&auml;nde des Einzelfalls sind weder ersichtlich noch vorgetragen. Daher ist vorliegend das aus &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 FGO folgende Ermessen dahingehend auf Null reduziert, dass die Antragstellerin von ihrem Amt als ehrenamtliche Richterin zu entbinden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Kostentragung der Antragstellerin in Anwendung der Ausnahme- und Ermessensvorschriften des &sect;&nbsp;137 S&auml;tze&nbsp;1 oder 2 FGO liegen nicht vor. Zu den Voraussetzungen dieser Vorschriften geh&ouml;rt, dass dem Obsiegenden ein vorwerfbares, d.h. schuldhaftes Verhalten zur Last gelegt werden kann (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 23.&nbsp;September 1998 XI&nbsp;R&nbsp;71\/97, BFH\/NV 1999, 460; vom 18.&nbsp;August 2009 X&nbsp;R&nbsp;22\/07, BFH\/NV 2010, 208).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragstellerin ist kein schuldhaftes Verhalten vorzuwerfen, das trotz ihres Obsiegens Anlass sein k&ouml;nnte, ihr die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen. Sie hat bereits im Antragsverfahren die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber das Verm&ouml;gen der KG, deren einzige pers&ouml;nlich haftende Gesellschafterin sie war, nachgewiesen. Ihre Prozessbevollm&auml;chtigten haben ferner mitgeteilt, sie seien beauftragt worden, auch f&uuml;r die Antragstellerin einen Insolvenzantrag zu stellen; dieser sei in Vorbereitung und werde in K&uuml;rze gestellt. Es stehe fest, dass die Antragstellerin zahlungsunf&auml;hig und &uuml;berschuldet sei. Sobald der Antrag gestellt sei, werde das FG unterrichtet. Damit hat die Antragstellerin zumindest glaubhaft gemacht, dass eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit f&uuml;r die behauptete Zahlungsunf&auml;higkeit und das Vorliegen der Voraussetzungen f&uuml;r ein Insolvenzverfahren bestand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter diesen Umst&auml;nden konnte die Antragstellerin nicht damit rechnen, das FG werde, ohne ihren Antrag auf Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens abzuwarten, ihren Antrag kurzerhand ablehnen. Das FG h&auml;tte der Antragstellerin vielmehr ausreichend Zeit f&uuml;r die Anfertigung einer Verm&ouml;gensaufstellung und den Antrag auf Insolvenzer&ouml;ffnung geben m&uuml;ssen. Die mit Schreiben des FG vom 1.&nbsp;Juli 2014 hierf&uuml;r gesetzte Frist bis zum 18.&nbsp;Juli 2014 ist unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig kurz. Das Schreiben wurde erst am 4.&nbsp;Juli 2014 zur Post gegeben, sodass die gesetzte Frist nicht einmal zwei Wochen betrug. Die Antragstellerin hat danach entgegen der Auffassung des Antragsgegners die Ablehnung ihres Antrags weder verursacht, noch ist ihr Verhalten rechtsmissbr&auml;uchlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.3.2015, II B 98\/14 Amtsentbindung eines ehrenamtlichen Richters wegen Verm&ouml;genverfalls Tatbestand 1&nbsp; I. Die Antragstellerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Antragstellerin) ist ehrenamtliche Richterin beim Finanzgericht X (FG). 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