{"id":64713,"date":"2015-07-10T16:26:57","date_gmt":"2015-07-10T14:26:57","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64713"},"modified":"2015-07-10T16:26:57","modified_gmt":"2015-07-10T14:26:57","slug":"vii-b-149-14-zulaessigkeit-eines-abrechnungsbescheids-an-eheleute-zusammengefasster-bescheid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-149-14-zulaessigkeit-eines-abrechnungsbescheids-an-eheleute-zusammengefasster-bescheid\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;149\/14 &#8211; Zul&auml;ssigkeit eines Abrechnungsbescheids an Eheleute (zusammengefasster Bescheid)"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.4.2015, VII B 149\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Zul&auml;ssigkeit eines Abrechnungsbescheids an Eheleute (zusammengefasster Bescheid)<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;ger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 15. Juli 2014&nbsp;&nbsp;2 K 151\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Keiner der in &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) abschlie&szlig;end genannten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision liegt vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) begr&uuml;nden die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO mit der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit der Rechtsfragen, ob eine Zusammenfassung von Abrechnungsbescheiden &uuml;ber die Verwirklichung von Anspr&uuml;chen aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis bei Ehegatten auch zul&auml;ssig sei, soweit sie keine Gesamtgl&auml;ubiger bzw. keine Gesamtschuldner sind, und wenn ja, welche Mindestanforderungen an die Bestimmtheit eines derartigen Bescheids zu stellen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich des ersten Teils der Fragestellung besteht schon kein Kl&auml;rungsbedarf, der zweite Teil ist revisionsrechtlich nicht kl&auml;rungsf&auml;hig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) hat zu Recht darauf hingewiesen, dass die Finanzbeh&ouml;rden nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) grunds&auml;tzlich nicht gehindert sind, mehrere Verwaltungsakte in einer Verf&uuml;gung zusammenzufassen, soweit hierdurch das Bestimmtheitsgebot des &sect;&nbsp;119 der Abgabenordnung nicht verletzt wird (vgl. schon BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Oktober 1988 III&nbsp;R&nbsp;52\/86, BFHE 155, 238, BStBl II 1989, 257; Senatsurteil vom 6.&nbsp;Februar 1990 VII&nbsp;R&nbsp;48\/87, BFH\/NV 1991, 3). Dass damit auch Bescheide an Eheleute erfasst sind, unabh&auml;ngig davon, ob und in welcher Steuerart sie Gesamtschuldner bzw. Gesamtgl&auml;ubiger sind, liegt auf der Hand und bedarf keiner ausdr&uuml;cklichen h&ouml;chstrichterlichen Feststellung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ob durch eine solche Zusammenfassung die erforderliche hinreichende Bestimmtheit des Bescheids beeintr&auml;chtigt wird, h&auml;ngt von den Umst&auml;nden des Einzelfalls ab (BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Dezember 2007 II&nbsp;R&nbsp;28\/07, BFHE 220, 537, BStBl II 2008, 487). Auch die von den Kl&auml;gern gew&uuml;nschten &quot;Mindestanforderungen an die Bestimmtheit&quot; lassen sich in allgemein g&uuml;ltiger Form nicht definieren. Es ist vielmehr den Feststellungen und der W&uuml;rdigung der Tatsacheninstanz &uuml;berlassen, ob dem zu beurteilenden Verwaltungsakt mit hinreichender Deutlichkeit zu entnehmen ist, welches Steuerrechtsverh&auml;ltnis im Einzelnen von den jeweiligen Verf&uuml;gungen betroffen ist. Etwaige diesbez&uuml;gliche Rechtsfehler des Finanzgerichts (FG) rechtfertigen die Zulassung der Revision nicht, da ein entsprechender Zulassungsgrund in &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO nicht vorgesehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Zulassung der Revision kommt auch nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 FGO in Betracht. Da eine Zusammenfassung mehrerer Verwaltungsakte in einem Abrechnungsbescheid nicht von vornherein unzul&auml;ssig ist, kann entgegen der Auffassung der Kl&auml;ger kein besonders schwerwiegender Rechtsanwendungsfehler des FG darin liegen, dass es die durch die Zusammenfassung vermeintlich verursachte Nichtigkeit des Abrechnungsbescheids verkannt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Mit dem Vorbringen, die Revision sei wegen Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs durch das FG zuzulassen, k&ouml;nnen die Kl&auml;ger im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht geh&ouml;rt werden. Sie st&uuml;tzen die Geh&ouml;rsr&uuml;ge darauf, dass ihrem Antrag auf Terminverschiebung nicht stattgegeben worden sei, obwohl ihnen angesichts der Ladung vom 24.&nbsp;Juni 2014 zum Termin am 15.&nbsp;Juli 2014 keine angemessene Zeit verblieben sei, zu den Buchungen des Abrechnungsbescheids und dem dazu vom FG veranlassten Pr&uuml;fungsbericht Stellung zu nehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Abgesehen davon, dass die Kl&auml;ger mit Schreiben an das FG vom 11.&nbsp;Februar 2014 mitteilten, zur Beurteilung des genannten Pr&uuml;fungsberichts ca. drei Monate zu ben&ouml;tigen, also den Bericht bereits f&uuml;nf Monate vor der m&uuml;ndlichen Verhandlung vorliegen hatten, k&ouml;nnen sie die behauptete Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs durch die Ablehnung des Antrags auf Terminverlegung nicht mehr geltend machen. Beim Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r handelt es sich um ein verzichtbares Verfahrensrecht (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;295 der Zivilprozessordnung; BFH-Beschl&uuml;sse vom 5.&nbsp;M&auml;rz 2014 IX&nbsp;B&nbsp;111\/13, BFH\/NV 2014, 887; vom 17.&nbsp;Dezember 2009 III&nbsp;R&nbsp;19\/07, BFH\/NV 2010, 950, m.w.N.). Das R&uuml;gerecht geht nicht nur durch ausdr&uuml;cklichen Verzicht, sondern auch durch das blo&szlig;e Unterlassen einer rechtzeitigen R&uuml;ge in der m&uuml;ndlichen Verhandlung verloren. Ausweislich des Protokolls der m&uuml;ndlichen Verhandlung haben die fachkundig vertretenen Kl&auml;ger keinen Antrag auf Terminverlegung gestellt, sondern zur Sache verhandelt. Die Tatsache, dass das FG auf den zuvor schrifts&auml;tzlich gestellten Verlegungsantrag am Tag vor dem Verhandlungstermin per Fax mitgeteilt hatte, der Termin werde nicht verlegt, entlastet nicht von der Notwendigkeit, zur Vermeidung des R&uuml;geverlustes den Verlegungsantrag in der m&uuml;ndlichen Handlung erneut zu stellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.4.2015, VII B 149\/14 Zul&auml;ssigkeit eines Abrechnungsbescheids an Eheleute (zusammengefasster Bescheid) Tenor Die Beschwerde der Kl&auml;ger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 15. Juli 2014&nbsp;&nbsp;2 K 151\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen. Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. 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