{"id":64717,"date":"2015-07-10T16:27:19","date_gmt":"2015-07-10T14:27:19","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64717"},"modified":"2015-07-10T16:27:19","modified_gmt":"2015-07-10T14:27:19","slug":"iv-r-44-12-betriebliche-veranlassung-der-kosten-einer-anteilsuebertragung-gewaehrung-rechtlichen-gehoers-kostentragung-und-kostenerstattung-des-beigeladenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-44-12-betriebliche-veranlassung-der-kosten-einer-anteilsuebertragung-gewaehrung-rechtlichen-gehoers-kostentragung-und-kostenerstattung-des-beigeladenen\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;44\/12 &#8211; Betriebliche Veranlassung der Kosten einer Anteils&uuml;bertragung &#8211; Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs &#8211; Kostentragung und Kostenerstattung des Beigeladenen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.4.2015, IV R 44\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Betriebliche Veranlassung der Kosten einer Anteils&uuml;bertragung &#8211; Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs &#8211; Kostentragung und Kostenerstattung des Beigeladenen<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts N&uuml;rnberg vom 17. M&auml;rz 2011&nbsp;&nbsp;4 K 582\/2009 wird mit der Ma&szlig;gabe als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen, dass der Hilfsantrag der Kl&auml;gerin bereits unzul&auml;ssig war.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens mit Ausnahme der au&szlig;ergerichtlichen Kosten des Beigeladenen, die dieser selbst zu tragen hat, hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td> I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine gewerblich t&auml;tige GmbH &#038; Co. KG mit vom Kalenderjahr abweichendem Wirtschaftsjahr vom 1.&nbsp;Juli bis 30.&nbsp;Juni. Gesellschafter waren zun&auml;chst die X-GmbH als Komplement&auml;rin ohne Kapitalbeteiligung und F als einziger Kommanditist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Wirkung zum 9.&nbsp;Dezember 2002 &uuml;bertrug F einen Teil seiner Kommanditbeteiligung auf seine Ehefrau (E). Mit notariellem Vertrag vom 19.&nbsp;Dezember 2002 &uuml;bertrug F den verbleibenden Anteil mit Wirkung zum 30.&nbsp;Dezember 2002 auf seinen Sohn S. Dar&uuml;ber hinaus &uuml;bertrug er in diesem Vertrag ein an die Kl&auml;gerin vermietetes Grundst&uuml;ck auf S. Als Gegenleistung verpflichtete sich S, ein im Sonderbetriebsverm&ouml;gen des F gehaltenes Darlehen in H&ouml;he von ca. 5.700&nbsp;EUR zu &uuml;bernehmen und an diesen einen monatlichen Geldbetrag in H&ouml;he von 5.000&nbsp;EUR als dauernde Last bis zu dessen Tod zu zahlen. Im Vertrag wurde zudem vereinbart, dass die Kosten f&uuml;r die Beurkundung, f&uuml;r erforderliche Genehmigungen und f&uuml;r den Vollzug des Vertrags der Erwerber zu tragen habe. Dementsprechend stellte der beurkundende Notar unter dem 19.&nbsp;Dezember 2002 dem S Notarkosten in H&ouml;he von &#8230; in Rechnung, die durch die Kl&auml;gerin beglichen wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Wirkung zum &#8230; Januar 2003 &uuml;bertrug E ihre Kommanditanteile auf S.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen (Gewinnfeststellungsbescheid) vom &#8230; stellte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) f&uuml;r 2003 &#8211;im Wesentlichen erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;&#8211; unter Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb in H&ouml;he von &#8230; EUR fest. Mit Bescheid vom &#8230; &auml;nderte das FA den Bescheid antragsgem&auml;&szlig; hinsichtlich der &#8211;hier nicht streitgegenst&auml;ndlichen&#8211; anrechenbaren Kapitalertragsteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung vertrat das FA die Auffassung, dass die Notarkosten &#8211;entgegen der der Feststellungserkl&auml;rung der Kl&auml;gerin zugrunde liegenden Auffassung&#8211; nicht als Betriebsausgaben bei der Ermittlung des Gesamthandsgewinns zu ber&uuml;cksichtigen seien. Vielmehr sei die Zahlung durch die Kl&auml;gerin als Entnahme zu werten. Mit &Auml;nderungsbescheid f&uuml;r 2003 vom &#8230; stellte das FA daraufhin &#8211;unter Ber&uuml;cksichtigung weiterer im Rahmen der Au&szlig;enpr&uuml;fung getroffener Feststellungen&#8211; Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb in H&ouml;he von &#8230; EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der hiergegen gerichtete, durch den ausgeschiedenen Gesellschafter F eingelegte Einspruch blieb ohne Erfolg. Nach Hinzuziehung der Kl&auml;gerin und der E wies das FA den Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die hiergegen gerichtete Klage der Kl&auml;gerin nach Beiladung des S aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 1688 abgedruckten Gr&uuml;nden als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit der Revision und r&uuml;gt die Verletzung materiellen Rechts. Das FG habe unter Missachtung des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr g&uuml;ltigen Fassung (EStG) betrieblich veranlasste Notarkosten nicht zum Betriebsausgabenabzug zugelassen. Zudem macht die Kl&auml;gerin Verfahrensfehler geltend. Das Urteil versto&szlig;e gegen den Inhalt der Akten. Das FG habe seine Sachaufkl&auml;rungspflicht verletzt und kein rechtliches Geh&ouml;r gew&auml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das vorinstanzliche Urteil aufzuheben und den Gewinnfeststellungsbescheid f&uuml;r 2003 vom &#8230; in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom &#8230; dahin zu &auml;ndern, dass der Gesamthandsgewinn der Kl&auml;gerin, hilfsweise der Gewinnanteil des S, um die Notarkosten in H&ouml;he von 10.939,61&nbsp;EUR gemindert wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>S ist Rechtsnachfolger der mit Senatsbeschluss vom &#8230; beigeladenen E und F. Mit Schriftsatz vom &#8230; hat S das gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 der Finanzgerichtsordnung (FGO) i.V.m. &sect;&nbsp;239 Abs.&nbsp;1 der Zivilprozessordnung unterbrochene Revisionsverfahren aufgenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und mit der Ma&szlig;gabe zur&uuml;ckzuweisen, dass der im Klageverfahren gestellte Hilfsantrag der Kl&auml;gerin bereits unzul&auml;ssig war (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG ist im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen, dass die Notarkosten den Gesamthandsgewinn der Kl&auml;gerin nicht mindern (dazu II.2.). Ob die Notarkosten den dem S zuzurechnenden Gewinnanteil mindern k&ouml;nnen, durfte das FG indes sachlich nicht entscheiden, da die Klage insoweit bereits unzul&auml;ssig war (dazu II.3.). Die von der Kl&auml;gerin erhobenen Verfahrensr&uuml;gen greifen nicht durch (dazu II.4.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Senat legt das Klage- und Revisionsbegehren der Kl&auml;gerin dahin aus, dass sie die Ber&uuml;cksichtigung der Notarkosten in H&ouml;he von &#8230; EUR als den Gesamthandsgewinn, hilfsweise als den dem S zuzurechnenden Gewinnanteil mindernde Betriebsausgabe begehrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Als prozessuale Willenserkl&auml;rungen sind Klage- und Revisionsschrift in gleicher Weise wie Willenserkl&auml;rungen im Sinne des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) analog &sect;&nbsp;133 BGB auszulegen. Dabei sind zur Bestimmung des Gegenstands des Klagebegehrens (vgl. &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) alle bekannten und vern&uuml;nftigerweise erkennbaren Umst&auml;nde tats&auml;chlicher und rechtlicher Art zu ber&uuml;cksichtigen (vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23.&nbsp;Februar 2012 IV&nbsp;R&nbsp;32\/09, BFH\/NV 2012, 1479, m.w.N.). An die Fassung der Antr&auml;ge ist das Gericht nicht gebunden (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Klage gegen einen Feststellungsbescheid kann verschiedene Ziele verfolgen. Ein Feststellungsbescheid fasst einzelne Feststellungen von Besteuerungsgrundlagen zusammen, die &#8211;soweit sie eine rechtlich selbst&auml;ndige W&uuml;rdigung enthalten und eines rechtlich selbst&auml;ndigen Schicksals f&auml;hig sind&#8211; selbst&auml;ndiger Gegenstand des Klagebegehrens sein k&ouml;nnen. Solche selbst&auml;ndigen Feststellungen sind insbesondere die Qualifikation der Eink&uuml;nfte, das Bestehen einer Mitunternehmerschaft, die H&ouml;he des Gesamtgewinns, des laufenden Gewinns, eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns oder eines Sondergewinns bzw. einer Sonderverg&uuml;tung (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 1.&nbsp;Juli 2010 IV&nbsp;R&nbsp;34\/07, BFH\/NV 2010, 2246, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall wendet sich die Kl&auml;gerin sowohl im Klageverfahren als auch im Revisionsverfahren gegen die Nichtber&uuml;cksichtigung der Notarkosten in H&ouml;he von insgesamt &#8230; EUR. Weder dem Klage- noch dem Revisionsvorbringen l&auml;sst sich dabei eine Beschr&auml;nkung auf den Gesamthandsgewinn entnehmen. Der Senat legt das Begehren der Kl&auml;gerin daher dahin aus, dass sie zwar vorrangig &#8211;wie von ihr urspr&uuml;nglich bereits in ihrer im Rahmen der Feststellungserkl&auml;rung eingereichten Gewinnermittlung ber&uuml;cksichtigt&#8211; eine Minderung des Gesamthandsgewinns begehrt, hilfsweise aber auch eine Ber&uuml;cksichtigung im Rahmen des den S betreffenden Gewinnanteils geltend macht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. In revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise hat das FG entschieden, dass die Zahlung der Notarkosten durch die Kl&auml;gerin den Gesamthandsgewinn der Gesellschaft nicht mindere und das FA den Vorgang zu Recht als Entnahme beurteilt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG sind Entnahmen alle Wirtschaftsg&uuml;ter, die der Steuerpflichtige dem Betrieb f&uuml;r sich, f&uuml;r seinen Haushalt oder f&uuml;r andere betriebsfremde Zwecke entnommen hat. Betriebsausgaben sind demgegen&uuml;ber Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wie das FG zu Recht ausf&uuml;hrt, betrifft die Auswechslung der Gesellschafter aufgrund einer Anteils&uuml;bertragung grunds&auml;tzlich nur das Gesellschaftsverh&auml;ltnis. Der Betrieb der Gesellschaft bleibt dadurch in der Regel unber&uuml;hrt. Die &Uuml;bernahme der den Gesellschaftern durch die Anteils&uuml;bertragung entstehenden Kosten ist daher regelm&auml;&szlig;ig nicht betrieblich veranlasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dahinstehen kann, ob und ggf. in welchen F&auml;llen eine Gesellschaft ein steuerlich anzuerkennendes Interesse an der Beteiligung einer bestimmten Person als Gesellschafter haben kann. Denn das FG hat in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise entschieden, dass die Kl&auml;gerin ein entsprechendes betriebliches Interesse an der Beteiligung gerade des S jedenfalls nicht nachgewiesen habe und deshalb davon auszugehen sei, dass die Beteiligung des S aus privaten Gr&uuml;nden erfolgt sei. Es hat dabei in zul&auml;ssiger Weise entscheidend darauf abgestellt, dass es sich bei dem Erwerber um den Sohn des bisherigen Betriebsinhabers handelte und keine f&uuml;r den Betrieb der Kl&auml;gerin bedeutsame besondere Qualifikation des S dargelegt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;gerin im Revisionsverfahren vortr&auml;gt, sie sei im Innenverh&auml;ltnis verpflichtet gewesen, die Notarkosten zu tragen, ist dies schon deshalb unbeachtlich, weil es sich um einen neuen Tatsachenvortrag handelt, der im Revisionsverfahren nicht mehr ber&uuml;cksichtigt werden darf (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO sowie st&auml;ndige Rechtsprechung; vgl. z.B. BFH-Urteile vom 12.&nbsp;Juni 2013 X&nbsp;R&nbsp;2\/10, BFHE 242, 28, BStBl II 2013, 907; vom 19.&nbsp;September 2002 IV&nbsp;R&nbsp;45\/00, BFHE 200, 317, BStBl II 2003, 21, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Ebenfalls dahinstehen kann, ob &#8211;wie die Kl&auml;gerin sowohl im Klage- als auch im Revisionsverfahren hilfsweise begehrt&#8211; die Notarkosten im Rahmen des dem S zuzurechnenden Gewinnanteils (ggf. &uuml;ber Korrekturen in einer Erg&auml;nzungsbilanz oder als Sonderbetriebsausgaben in der Sonderbilanz des S) zu ber&uuml;cksichtigen sein k&ouml;nnten. Denn insoweit war die Klage bereits unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Als zum Einspruchsverfahren des F Hinzugezogene konnte die Kl&auml;gerin den angegriffenen &Auml;nderungsbescheid mit ihrer Klage nur in dem Umfang angreifen, in dem er durch einen zul&auml;ssigen Einspruch des F angegriffen worden war. F war durch eine etwa unterlassene Ber&uuml;cksichtigung der Notarkosten im Rahmen des dem S zuzurechnenden Gewinnanteils jedoch nicht beschwert und daher insoweit nicht einspruchsbefugt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die von der Kl&auml;gerin geltend gemachten Verfahrensr&uuml;gen greifen nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes, &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO) liegt nicht vor. Das Recht der Beteiligten auf Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs verpflichtet das Gericht, die Ausf&uuml;hrungen der Beteiligten zur Kenntnis zu nehmen und in Erw&auml;gung zu ziehen (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 30.&nbsp;August 2012 IV&nbsp;R&nbsp;44\/10, BFH\/NV 2013, 376). Die Gew&auml;hrung des rechtlichen Geh&ouml;rs bedeutet jedoch nicht, dass das Gericht die Kl&auml;gerin &quot;erh&ouml;ren&quot;, sich also ihren rechtlichen Ansichten oder ihrer Sachverhaltsw&uuml;rdigung anschlie&szlig;en m&uuml;sste (z.B. BFH-Beschluss vom 12.&nbsp;Dezember 2012 V&nbsp;B&nbsp;70\/12, BFH\/NV 2013, 515). Allein daraus, dass das FG aus dem Sachverhalt andere Schl&uuml;sse zieht als die Kl&auml;gerin, ergibt sich mithin kein Versto&szlig; gegen das Recht auf Geh&ouml;r.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit die Kl&auml;gerin geltend macht, das FG habe gegen die ihm obliegende Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) und den klaren Inhalt der Akten versto&szlig;en (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) sieht der Senat von einer Begr&uuml;ndung ab (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;6 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO. Dem Beigeladenen k&ouml;nnen nach &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;3 FGO keine Kosten auferlegt werden, da er weder einen Sachantrag gestellt noch ein Rechtsmittel eingelegt hat. Da er das Verfahren weder durch Sachvortrag noch durch die Stellung eines eigenen Sachantrags wesentlich gef&ouml;rdert hat, entspricht es nicht der Billigkeit, der Kl&auml;gerin die au&szlig;ergerichtlichen Kosten des Beigeladenen nach &sect;&nbsp;139 Abs.&nbsp;4 FGO aufzuerlegen (vgl. BFH-Beschluss vom 29.&nbsp;Mai 2009 IV&nbsp;B&nbsp;143\/08, BFH\/NV 2009, 1452).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.4.2015, IV R 44\/12 Betriebliche Veranlassung der Kosten einer Anteils&uuml;bertragung &#8211; Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs &#8211; Kostentragung und Kostenerstattung des Beigeladenen Tenor Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts N&uuml;rnberg vom 17. M&auml;rz 2011&nbsp;&nbsp;4 K 582\/2009 wird mit der Ma&szlig;gabe als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen, dass der Hilfsantrag der Kl&auml;gerin bereits unzul&auml;ssig war. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-44-12-betriebliche-veranlassung-der-kosten-einer-anteilsuebertragung-gewaehrung-rechtlichen-gehoers-kostentragung-und-kostenerstattung-des-beigeladenen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;44\/12 &#8211; Betriebliche Veranlassung der Kosten einer Anteils&uuml;bertragung &#8211; Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs &#8211; Kostentragung und Kostenerstattung des Beigeladenen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-64717","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64717","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64717"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64717\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64717"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64717"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64717"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}